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Veröffentlicht am 15.09.2016

Das Haus der verlorenen Kinder - eine Vergangenheit, die nicht jeder kennt

Das Haus der verlorenen Kinder
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Oda und Lisbeth; Wenn uns die Welt zu viel wird, ob hier oder in Oslo, dann gehen wir nach Hause . Zurück hinter den Hügel, zu unserem Felsen.
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Norwegen 1941: Lisbeth und ihre Freundin ...

Oda und Lisbeth; Wenn uns die Welt zu viel wird, ob hier oder in Oslo, dann gehen wir nach Hause . Zurück hinter den Hügel, zu unserem Felsen.
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Norwegen 1941: Lisbeth und ihre Freundin Oda verlieben sich in deutsche Soldaten. Alles könnte so schön sein. Aber als beide schwanger werden und die Geliebten an die Ostfront müssen sieht es für beide nicht gut aus. Odas Vater möchte mit seiner Tochter nichts mehr zu tun haben und auch Lisbeth hat einige Schicksalsschläge zu erleiden. Als sich beide in einem Lebensborn-Heim wieder über den Weg laufen scheint alles wieder gut zu werden.

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Selbst war ich schon mal in Norwegen habe aber vorher noch nie von den Deutschenmädchen gehört. So wurden damals die Norwegerinnen genannt, die sich mit deutschen Soldaten eingelassen hatten. So wie Oda und Lisbeth in diesem Buch. Auch wußte ich nicht, dass die Norwegerinnen von der SS als nordische Rasse bezeichnet wurde und somit als reine arische Rasse galt. Die SS hatte großes Interesse an diesen Frauen und wollte dass das deutsche Volk durch die niedrigen Geburtenzahlen nach dem ersten Weltkrieg durch sie aufgenordert wurde. Ein Wahnsinn, was alles damals in der Vergangenheit gab.

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Das Buch selbst wird in zwei Zeitebenen erzählt. Von Marie, die in einem Altenheim in Wiesbaden arbeitet und dort die engstirnige Heimbewohnerin Betty kennenlernt und von Lisbeth und Oda 1941 in Norwegen. Schon bald ist klar, wie diese beiden Erzählstränge zusammenpassen werden doch wird genau durch diesen Wechsel die Spannung gehalten. Man möchte unbedingt wissen, was damals alles vorgefallen ist und wie es Oda und Lisbeth ergangen ist. Zuviel möchte ich aber nicht verraten.

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Das Buch bekommt von mir eine klare Leseempfehlung. Hinter Linda Winterberg verbirgt sich die Autorin Nicole Steyer, die schon einige historische Romane verfasst hat.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Die Walfängerin - Historischer Roman mit Tradition

Die Walfängerin
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1763 auf Sylt: Die 17jährige Maren ist in Thies verliebt und würde ihn am liebsten gleich heiraten. Beim Biike Fest geben sie sich das Versprechen. Doch kurz vor der Hochzeit passiert ein Unglück und Maren ...

1763 auf Sylt: Die 17jährige Maren ist in Thies verliebt und würde ihn am liebsten gleich heiraten. Beim Biike Fest geben sie sich das Versprechen. Doch kurz vor der Hochzeit passiert ein Unglück und Maren wird von dem Kapitän Rune Boys aufgefordert als Schiffsjunge die Schulden der Familie auf seinem Walfängerschiff abzuarbeiten. Rune war selbst an Maren interessiert, doch hat sie aus Liebe zu Thiess, eine Hochzeit mit ihm abgelehnt. Maren lernt das derbe und nicht ungefährliche Leben auf einem Schiff auf dem Weg nach Grönland zum Walfang kennen. Als sie ein gutes Jahr später nach Sylt zurück kommt hat sich ihr Leben und die Begebenheiten auf Sylt sehr verändert.

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Mir ist aufgefallen, dass der Klappentext des Buches etwas andere Inhalte hat. Gesine ist eigentlich Maren und ihr Verlobter heißt nicht Tjart sondern Thies. Der Kapitän nicht Markusson sondern Rune Boys. Auch handelt die Geschichte nicht Anfang des 19. Jahrhunderts sondern Mitte des 18. Jahrhunderts. Was das zu bedeuten hat? Vielleicht gab es die Geschichte schon mal und hier handelt es sich um eine Neuauflage mit neuem Titel? Ich weiß es nicht. Ich habe in dieser Geschichte keine rebellische Heldin erwartet, da mir diese Romane immer etwas unrealistisch vorkommen. Frauen hatten in diesen Zeiten wenig Gelegenheiten ihren Freiheitsdrang auszuleben. Viel mehr war mir wichtig das einfache Leben und die Traditionen der Insel Sylt kennenzulernen. Wie z. B. das alljährliche Biike-Brennen, das immer am 21. Februar stattfindet. Am Folgetag verlassen die Seemänner die Insel Sylt und kehren im Herbst wieder zurück. Oder auch nicht. Denn das Leben auf einem Schiff birgt auch Gefahren und ist nicht gerade bequem gewesen. Genauso wie das Leben der Fischer, die zu dieser Zeit auch nicht schwimmen konnten. Ich wusste auch nicht, dass der Name eines unehelichen Kindes damals im Taufbuch auf dem Kopf stand. Oder die Bewohner der Insel Sylt auf Strandgut wie Treibholz oder auch auf angeschwemmte Leichen angewiesen waren um von ihren Schuhen, Kleidung oder eventuellen Wertgegenständen zu leben.



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Mir hat dieser historische Roman sehr gut gefallen. Ich kann ihm jedem, der Interesse an Land und Leute und dem damaligen Leben hat dieses Buch empfehlen.

Autor: Ines Thorn

Veröffentlicht am 14.09.2023

Salz und Schokolade – Süße Wunder - tolle Fortsetzu

Salz und Schokolade (Die Halloren-Saga 2)
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Halle an der Saale, 1905: Die Unternehmer Ernst David und Leopold Mendel habe sich zusammengeschlossen um ihre Schokoladenfabrik wirtschaftlich zu halten. Tochter Cäcilie, genannt Cici, soll Julius Mendel, ...

Halle an der Saale, 1905: Die Unternehmer Ernst David und Leopold Mendel habe sich zusammengeschlossen um ihre Schokoladenfabrik wirtschaftlich zu halten. Tochter Cäcilie, genannt Cici, soll Julius Mendel, den Sohn von Leopold heiraten. Doch beide lieben andere Personen. Julius hat nur Augen für die Salzwirkertochter Ida und Cici für einen Offizier. Wie wird die Zukunft für alle wohl aussehen?

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Da ich den ersten Teil schon gelesen habe, fand ich es etwas ungewöhnlich, dass der zweite Teil eigentlich vor dem ersten Teil ungefähr 45 Jahre vorher handelt und sozusagen die Vorgeschichte ist. Im ersten Teil wird schon Onkel Julius und sein rotes Rezeptbuch erwähnt. Man fragt sich natürlich was es damit auf sich hat und erfährt hier die Hintergründe. Natürlich hat mir auch dieses Buch sehr gut gefallen. Ich fand es nur schade, dass ich auf den letzten dreißig Seiten die Ereignisse überschlagen. Dafür hätte ich mir etwas mehr Seiten gewünscht. Sehr gut werden im Buch die Standesunterschiede, die es zu dieser Zeit noch gab, eingebunden. Da hatten Irene und Paul im ersten Teil schon andere Möglichkeiten. Auch die Arbeitsbedingungen waren um 1905 noch ganz anders. Obwohl die Schokoladenfabrik schon fortschrittlich war und es dort schon einige Vergünstigungen und Annehmlichkeiten für die Mitarbeiter gab, für die sich Julius sehr eingesetzt hat. Aber lest selbst. Ich kann das Buch nur empfehlen und gebe vier Sterne, weil wie gesagt am Schluss alles sehr ging.

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Veröffentlicht am 28.03.2023

Stranded - Die Insel - solider Krimi

Stranded - Die Insel
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Maddy freut sich wahnsinnig. Sie darf wirklich eine Teilnehmerin einer neuen Show sein und wurde als Kandidatin mit weiteren sieben Personen ausgewählt. Acht sich nicht bekannte Personen sollen ein Jahr ...

Maddy freut sich wahnsinnig. Sie darf wirklich eine Teilnehmerin einer neuen Show sein und wurde als Kandidatin mit weiteren sieben Personen ausgewählt. Acht sich nicht bekannte Personen sollen ein Jahr ohne Kontakt zur Außenwelt und als Selbstversorger auf dieser Insel überleben. Schon die Anreise auf die Insel Buidseach ist abenteuerlich und es wird eine Legende über eine Hexe erzählt, die auf dieser Insel lebte. Am Anfang sind alle noch euphorisch und gut gelaunt. Aber der Schein trügt. Es kehrt Langeweile und Unzufriedenheit ein. Außerdem leben alle auf engsten Raum und es werden sich Grüppchen bilden.



Doch als die Teilnehmer nicht wie geplant nach 11 Monaten abgeholt werden tritt für Maddy ein Albtraum ein. Das Überleben wird zum harten Kampf. Keiner weiß genau wann sie gerettet werden. Ist in der Außenwelt überhaupt noch jemand, der von ihrer Existenz weiß?

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Ich fand diesen Krimi spannend. Zwischendurch kommen auch ruhigere Passagen vor, wie die Nahrungsbeschaffung der Teilnehmer. Schon sehr früh merkt man, dass die Teilnehmer untereinander nicht harmonieren. Es wird jemanden geben, der zum selbsternannten Chef aufstrebt, es wird Mitläufer geben, die Ärger fürchten und sich lieber anpassen und es wird Außenseiter geben. Dass es derart ausartet war mir aber auch nicht klar. Die Geschichte entwickelt sich für Maddy wie eine Art Hetzjagd. Hier geht es wirklich um Leben oder Tod. Ich gebe diesem Thriller vier Sterne, da ich vielleicht etwas mehr Spannung erwartet hätte.

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Veröffentlicht am 08.01.2023

Die Wiege der Hoffnung – interessante Geschichte über eine jüdische Familie vor dem zweiten Weltkrieg

Die Wiege der Hoffnung
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Berlin 1935: Seit Generation führt die Familie Rosenbaum eine Apotheke in der Hauptstadt des deutschen Reiches. Luises Papa hat sogar im ersten Weltkrieg für das deutsche Reich gekämpft. Doch plötzlich ...

Berlin 1935: Seit Generation führt die Familie Rosenbaum eine Apotheke in der Hauptstadt des deutschen Reiches. Luises Papa hat sogar im ersten Weltkrieg für das deutsche Reich gekämpft. Doch plötzlich ändert sich alles. Luise muss eine andere Schule besuchen und für ein Studium in Pharmazie würde sie nicht zugelassen werden. Als sich Luise in den jungen Italiener Emilio verliebt möchte sie ohnehin nicht die Apotheke übernehmen. Ihr Herz schlägt für die Kunst.



Luise möchte Werke entarteter Künstler retten und ihren jüdischen Landsleuten zur Flucht verhelfen. Dabei lebt sie in ständiger Angst aufzufliegen. Als sie schlussendlich doch flüchten muss, schlägt sie sich zusammen mit Emilio in seine Heimat Apulien durch.

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Die Geschichte um Luise und der Familie Rosenbaum in Berlin der vierziger Jahre hat mir sehr gut gefallen. Ich habe schon viele Bücher über Juden zu dieser Zeit gelesen und bin immer wieder entsetzt was damals alles vorgefallen ist. Wie nur dieser Hass entstehen konnte, aber ich befürchte fast, dass sich Geschichte wiederholt…..Am Schluss hat ja niemand die Nazis gewählt. Einfach nur traurig das alles. Soviel Leid und so viele Leben, die einfach ausgelöscht wurden.



Etwas schade fand ich, dass die Zeit in Apulien zu kurz kam. Ich hatte die Vorstellung, dass im Buch mehr über diese Zeit erzählt wird. Anstatt dessen wurde mehr über die Städte und Sehenswürdigkeiten (z. B. das Trulli Dorf Alberobello oder die Städte Bari und Lecce) erzählt und nur die letzten zwei Kapitel dafür verwendet. Anscheinend war es Tara Haigh wichtig diese Dinge zu erwähnen. Aber das erinnert eher an einen Reisebericht als an die Erlebnisse geflüchteter Personen, die dort versuchten eine neue Heimat zu finden.

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