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Veröffentlicht am 17.03.2019

Tolle Ideen und ein fesselnder Schreibstil - leider blieben zuviele Möglichkeiten auf der Strecke

Das schwarze Uhrwerk
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Dieses Buch habe ich bei einer Lovelybooks Leserunde gewonnen. Steampunk habe ich vorher noch nie gelesen, aber der Schreibstil der Autorin gefiel mir in der Leseprobe einfach gut.

Taiden ist ein Anti-Held ...

Dieses Buch habe ich bei einer Lovelybooks Leserunde gewonnen. Steampunk habe ich vorher noch nie gelesen, aber der Schreibstil der Autorin gefiel mir in der Leseprobe einfach gut.

Taiden ist ein Anti-Held wie er sprichwörtlich im Buche steht. Durch einen Anschlag verkrüppelt, schwach, kein Selbstbewußtsein und seine Intelligenz musste ich an der ein oder anderen Stelle auch in Frage stellen. Vielleicht habt Ihr meine Bewertung zu Die Verlobten des Winters (Christelle Dabos) gelesen - die Protagonistin Ophelia habe ich auch zunächst als Anti-Held bezeichnet. Sie war/ist allerdings blitzgescheit im Gegensatz zu Taiden.

Denn eine schwacher Protagonist ist ja durchaus interessant, sofern er spürbar eine Wandlung durchmacht. Das war bei Taiden auch - aber bis zum Schluß waren immer mal wieder Aktionen dabei, die mich an seinem Verstand zweifeln lassen. Wie man lesen kann, hat er nicht gerade meine Sympathie. Das ist ja auch noch egal, wenn es denn interessant ist. Die Geschichte selbst ist in der Tat total vielschichtig und spannend. In meinen Augen sind aber so einige Sachen auf der Strecke geblieben, aus denen man noch mehr hätte machen können. So werden viele potentiell interessante Richtungen (familiäre Verknüpfungen, Rolle der Aliamen, Aufbau des Uhrwerks, etc.) leider nicht weiter geführt. Da wäre glaube ich sehr viel Potential gewesen. So hat mich dann das Ende auch nicht richtig zufrieden gestellt, ich fand es etwas klischeehaft - aber das ist ja alles Geschmackssache.

Ich habe leider noch einen Kritikpunkt - aber da komme ich einfach nicht drumherum. Die Geschichte spielt in einer Zeitspanne von ? Jahren. Ja - ? ist richtig, denn ich weiß es schlicht und ergreifend nicht. Ich glaube man hätte sich so einige zeitliche Sprünge sparen können, denn sie tun nichts für die Geschichte und entsprechen auch nicht der geistigen Reife von Taiden. So einige zeitliche Sprünge werden in einem Satz erwähnt und schon ist man 5 Jahre weiter, ohne das etwas passiert oder sich entwickelt.

Mein Lesefluss wurde ebenfalls durch immer mal wiederkehrende Perspektivenwechsel im Text gestört. Taiden hat dann Visionen und befindet sich im Körper eines anderen. Das ist jetzt kein Spoiler, da dieser (auch total interessante) Aspekt nicht weiter verfolgt wurde. So musste ich mehrfach ein paar Sätze zurück um zu erkennen was ich gerade überhaupt lese. Da hätte man definitv optisch abgrenzen müssen - das finde ich so wirklich total ungünstig und es hat mich beim Lesen auch zunehmend etwas geärgert.

Nach dem ganzen Gemecker muss ich jetzt endlich auch mal ein Lob aussprechen - denn der Schreibstil von Magali Volkmann ist klasse. Besonders in den ersten 7-8 Kapiteln war ich total begeistert. Die Sprache ist lebhabt, ab und an mit einer Prise Humor gewürzt und demzufolge war ich sehr angetan von dem Buch. An dieser Stelle muss ich auch mal kurz sagen, dass es auch Mitleser bei Lovelybooks gab, die durchweg begeistert von dem Buch waren. Es ist also vermutlich ein Stück weit eine Frage des Geschmacks.

Fazit: Eine Story mit sehr viel guten Ideen und Potential, aber leider einem schwachen Protagonisten. Einige sehr interessante Aspekte sind leider nicht ausgeführt worden und diverse zeitliche Sprünge sind in meinen Augen unnötig und verwirrend.

Herzlichen Dank an Magali Volkmann für das Rezensionsexemplar. Meine Meinung wurde hierdurch selbstverständlich nicht beeinflusst!

Veröffentlicht am 06.03.2019

Weniger wäre mehr gewesen

Die Muschelsammlerin
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In diesem Fall möchte ich mal meine vordergründigsten Gedanken während und nach Abschluss des Hörbuchs zusammenfassen:

Warum geht es ständig um Essen?
Was will die Autorin mir mit dieser Szene ...

In diesem Fall möchte ich mal meine vordergründigsten Gedanken während und nach Abschluss des Hörbuchs zusammenfassen:

Warum geht es ständig um Essen?
Was will die Autorin mir mit dieser Szene (es waren wirklich viele) sagen?
Warum jammern alle ständig rum?
Warum wird alles so unnötig (aus meiner Sicht) in die Länge gezogen?

Ehrlich gesagt ist die Grundidee der Story glaube ich wirklich gut. Aber ich hatte den Eindruck die Autorin wollte all ihre Ideen jetzt unbedingt in einem Buch unterbringen.

Ich habe das Hörbuch gehört, hätte ich ein Print vorliegen gehabt...... ich denke ich hätte irgendwann abgebrochen. Aber ich fange mal von vorn an.

Der Einstieg war eigentlich ganz gelungen, das Setting gefiel mir und die Geschichte um Mariel ebenfalls. Ich fand sie zwar nicht sonderlich sympathisch aber alle Male interessant. Zumal ich ja auch noch Nurnen im Hinterkopf hatte. Da kann ich einen etwas langweiligen Anfang verschmerzen. Im Nachhinein frage ich mich allerdings, wieso dieser doch sehr lange Teil in Amlon überhaupt vorhanden war. Das hätte man um 3/4 kürzen können und es hätte immer noch ausgereicht.

Dann erst ins Grenzland, dann nach Nurnen und es kamen immer mehr Orte und Namen und Begegnungen und immer wieder Obstsalat oder andere Mahlzeiten.... ich habe mir gar nicht alles merken können, aber habe auch nicht das Gefühl es würde mir eine Info fehlen. Dieser ganze Teil mit dem Gasthof zur Goldenen Wurst brachte mich auch nicht weiter. Das war auch der Punkt an welchem ich begann, Mariel und die anderen relativ gleichgültig zu betrachten. Ich wollte irgendwann einfach diese Geschichte zu Ende hören. Denn - ich muss es bei all der Kritik nochmal erwähnen - die dahinter steckende Story interessierte mich ja weiterhin. Leider war es durch das ganze Hin und Her stellenweise sehr verwirrend.

Der Schreibstil....ja, für mich zu schwülstig und voller Pathos. Es wurden sämtlichen Eindrücke, Gefühle, usw. in vielen, vielen Worten niedergelegt. Für mich wäre hier weniger deutlich mehr gewesen. So wurde aus meiner Sicht eine gute Idee mit zuviel Worten und Ereignissen erschlagen. Gegen Ende wurde es dann kurzfristig mal etwas interessanter. Leider wurde dieses leise aufkeimende Pflänzchen dann wieder mit Reisen und weiteren Halluzinationen zunichte gemacht.

Es ist total schade, denn ich hatte mich sehr auf diese Geschichte gefreut. Wie gesagt, ich habe nur dank des Hörbuchs durchgehalten. Die Vertonung ist passend zum Text und die Sprecherin ist angenehm anzuhören. Ich habe auch schon sehr begeisterte Rezensionen zu dem Buch gelesen - daher muss man sich in diesem Fall vielleicht sein eigenes Bild machen.

Fazit: Für meinen Geschmack wurde eine interessante Idee mit zuviel Beiwerk und Wörtern im Keim erstickt. Für mich wäre weniger mehr gewesen. Ich habe nur dank des Hörbuchs durchgehalten. Das Buch hätte ich zweifellos abgebrochen. Daher spreche ich hier eine eingeschränkte Empfehlung aus.

Herzlichen Dank an den Rubikon Audioverlag für das Rezensionsexemplar. Meine Meinung wurde hierdurch selbstverständlich nicht beeinflusst!

Veröffentlicht am 12.02.2019

Mir fehlt der rote Faden, zudem ist mir das Buch zu negativ.

Lil April - Mein ganz normaler Wahnsinn - Band 4
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Dieses Buch ist Teil 4 der gleichnamigen Buchreihe und seit Mitte im Handel erhältlich . Ich kenne bisher keines aus der Reihe, aber dieses Cover hat meine Blicke förmlich auf sich gezogen. Der Klappentext ...

Dieses Buch ist Teil 4 der gleichnamigen Buchreihe und seit Mitte im Handel erhältlich . Ich kenne bisher keines aus der Reihe, aber dieses Cover hat meine Blicke förmlich auf sich gezogen. Der Klappentext hört sich auch witzig an. Leider hört es sich aber nur so an, denn in dem Buch habe ich vergeblich nach lustigen Situationen gesucht.

Im Leben der 13-jährigen Lil läuft momentan nichts rund, der Umzug, die neue Schule, ihren Freund sieht sie nur noch in den Ferien und ihre beste Freundin ist neuerdings in einem Internat. An ihrem 1. Schultag blamiert sie sich, ihre Schulpatin ist eine Zicke und zuhause hat niemand Verständnis für ihre missliche Situation. So zusamengefasst hört sich das schon ziemlich negativ an und genauso ist das Buch. Es passiert über ca. 260 Seiten so gut wie nichts Schönes, Erfreuliches oder Positives. Der einzige Lichtblick ist Lils 14. Geburtstag. Danach geht es aber weiter wie zuvor.

Ehrlich gesagt hat es mir daher über längere Strecken nicht besonders viel Spass gemacht, denn soviel Pech war schon fast etwas unglaubwürdig. Die Sache mit den T-Shirts fand ich dann aber wirklich drüber. Schauen die eigentlich als fürsorglich empfundenen Eltern von Pego und Lil wirklich seelenruhig zu, wenn die Kinder Einkäufe und Verkäufe planen? Ich weiß nicht, ich fand das sehr an den Haaren herbeigezogen.

Darüber hinaus habe ich mich auch wirklich schon am Anfang gefragt, wieso Lil immer noch nett zu Bonnie ist. Gerade Teenager würden doch eher zu früh als zu spät eingeschnappt reagieren.

Was ich an diesem Buch schmerzlich vermisse ist der rote Faden, ich empfinde es als Aneinanderreihung von (leider nur) negativen Begebenheiten.

Die Charaktere sind insgesamt eigentlich sehr angenehm, wenngleich auch recht oberflächlich gehalten. Aber im Hinblick auf das empfohlene Lesealter (ab 11) sollte das passen, zuviel wäre bei der Menge an Personen sicherlich nicht förderlich. Anfangs hatte ich (als Quereinsteiger in die Familie) etwas Orientierungsschwierigkeiten mit den vielen ungewöhnlichen Namen, aber diese sind sehr schnell problemlos zu unterscheiden. Die Erklärung für die Namen ist ja auch ganz schlüssig und mal etwas anderes. Allerdings verstehe ich nicht, wieso die Freunde Helli und Jari auch noch so außergewöhnliche Namen haben.

Der Schreibstil ist leicht und flüssig zu lesen. Mir hat es gut gefallen, dass die Autorin immer mal wieder Redewendungen, Sätze und Infos aus England mit einfliessen läßt.

Fazit: Leider konnte das Buch nicht halten, was ich mir davon versprochen habe. Mir fehlen neben einer irgendwie fesselnden Haupthandlung z.B. Witz und/oder Spannung, o.ä. Daher kann ich hier nur eine eingeschränkte Kaufempfehlung aussprechen.

Ich bedanke mich herzlich beim Magellan Verlag für das Rezensionsexemplar. Meine Beurteilung wurde hiervon natürlich nicht beeinflusst.

Veröffentlicht am 01.02.2019

Debütroman mit relativ starken Schwächen

Die Insel der letzten Geheimnisse
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Auf diese Neuerscheinung habe ich mich echt gefreut. Ich gehöre ja bekennendermaßen zu den damals begeisterten Lesern der V.C. Andrews – Familientragödien (die übrigens immer noch brav in meinem Bücherregal ...

Auf diese Neuerscheinung habe ich mich echt gefreut. Ich gehöre ja bekennendermaßen zu den damals begeisterten Lesern der V.C. Andrews – Familientragödien (die übrigens immer noch brav in meinem Bücherregal stehen).

Als ich begonnen habe zu lesen, war ich erstmal etwas verwirrt. Die Gedankengänge der Protagonistin Thérèse hatten fast depressive Züge – das war für mich schon mal kein gelungener Einstieg. Dann kommt jedoch – in kursiver Schrift abgesetzt – eine weitere Person ins Spiel. Es hat für meinen Geschmack zu lange gedauert, bis der Charakter zuzuordnen war. Davon abgesehen hat dieser Charakter auch ein psychisches Problem. Dann muss ich leider sagen – passiert erstmal fast nichts. Zumindest nichts interessantes.

Also fasse ich mal meinen Einstieg ins Buch wie folgt zusammen: 2 Charaktere – beide für mich nur mäßig sympathisch und mit größeren psychischen Problemen behaftet – dazu ein erstmal nicht zu durchschauender Aufbau. Ich muss sagen meine Begeisterung hielt sich bis Seite 100 extrem in Grenzen. Doch dann – endlich – ein Todesfall. Das erzeugte dann auch mal so etwas ähnliches wie Spannung bei mir. Zumindest wollte ich wissen, wie es denn nun weitergeht. Dann wurde auch schon der Grundstock für eine potentiell interessante Geschichte gelegt – diesen Mittelteil fand ich eigentlich recht vielversprechend. Eigentlich….

Gestern Abend habe ich das Buch dann beendet und ernsthaft überlegt nur 2 Punkte zu vergeben. Der Schluß klärt zwar alles auf, aber hat mir überhaupt nicht gefallen. Es gibt eine Auflösung und damit ist die Geschichte auch abgeschlossen, aber die Entwicklung, die plötzlich auftauchenden Personen und die Erklärung ….. es kommt mir auf die letzten Meter etwas hingezwungen vor.

Dann noch einmal zu den Charakteren – ich fand alle ziemlich bis absolut unsympathisch – mir hat keiner auch nur ansatzweise gefallen. Die Protagonistin erscheint mir fast unglaubwürdig mit ihren konfusen Gedanken. Ich fand auch irgendwann ihre inneren Monologe etwas nervig und letztendlich verzichtbar. Hier passt das Cover (welches ja irgendwie schon eine gewisse Schönheit implizieren soll) überhaupt nicht zu den Charakteren – die haben (fast) alle echte Probleme mit sich selbst. Der erwähnte „Kursiv“-Charakter tut für mich leider nichts für die Handlung – diese anfängliche Verwirrung hätte man sich auch sparen können.

Wahrscheinlich fragst Du Dich jetzt, wieso gibts denn trotzdem 3 Punkte? Wie schon gesagt- ich habe da etwas mit mir gerungen. Aber der Mittelteil hat mich ganz gut unterhalten und es ist der Debütroman dieser Autorin (wie man im Einband nachlesen kann). Wäre es jetzt der 5. Roman eines bereits länger aktiven Schriftstellers, würde ich tatsächlich die 2-er Kelle ziehen und den Joachim Llambi machen.

Fazit: Schwieriges Buch – geniesst in der Bewertung den Debütroman-Bonus. Für mal eben als düstere Lektüre für Liebhaber entsprechender Geschichten vermutlich geeignet. Für mich war es relativ enttäuschend.

Ich bedanke mich herzlich beim Penguin Verlag für das Rezensionsexemplar. Meine Beurteilung wurde hiervon natürlich nicht beeinflusst.

Veröffentlicht am 29.01.2019

Etwas langatmig - daher kommt wenig Spannung auf

Monsternanny - Eine ungeheuerliche Überraschung
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Vielen Dank an den Hanser Verlag für das Rezensionsexemplar.

Meiner Tochter gefällt das Buch halbwegs gut, denn wir hatten beide ein paar lustige Momente hinter dem Titel und Klappentext erwartet. Dafür ...

Vielen Dank an den Hanser Verlag für das Rezensionsexemplar.

Meiner Tochter gefällt das Buch halbwegs gut, denn wir hatten beide ein paar lustige Momente hinter dem Titel und Klappentext erwartet. Dafür ist es dann und wann etwas spannend. Leider fällt diese Spannung aber immer wieder ab. So haben wir auch recht lange für dieses Buch gebraucht. Meine Tochter ist 9 und liest viel und gerne - dieses Buch hätte sie allerdings nicht allein für sich gelesen, denn es ist überwiegend sehr langatmig geschrieben.

Insgesamt sind mir dabei immer mal wieder Satzkreationen aufgefallen, die ich als ungünstig empfand und die den Lesefluß ein bißchen störten. Ich halte zudem sehr viele Textstellen schlicht und ergreifend für überflüssig - weil das Buch ohne auch wunderbar funktionieren würde. Es dauert schon relativ lang, bis überhaupt mal die Monsternanny (auf die ja natürlich jedes Kind beim Lesen wartet) ins Spiel kommt.

Gegen Ende wurde es dann nochmal ein bißchen spannender, aber nicht genug um uns vollends zu packen - da ist leider schon zuviel Begeisterung vorher auf der Strecke geblieben. Mich hat ebenso gestört, dass während des ganzen Buches eine recht düstere Grundstimmung herrscht, es kommen eigentlich im Nachhinein betrachtet kaum fröhliche oder gar lustige Momente vor. Die Grundidee halte ich für hervorragend - auch vom Bademantel hatte ich mir mehr erhofft. Daher können wir hier leider nur 3 Punkte vergeben.