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Veröffentlicht am 28.11.2020

Highlight!!

Broken Love
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JESSE & BANE

Jesse Carter hat Schreckliches erlebt. Damit meine ich nicht Dinge, die New Adult Protagonistinnen nun einmal passieren müssen, um eine gute Geschichte erzählen zu können, sondern Dinge, ...

JESSE & BANE

Jesse Carter hat Schreckliches erlebt. Damit meine ich nicht Dinge, die New Adult Protagonistinnen nun einmal passieren müssen, um eine gute Geschichte erzählen zu können, sondern Dinge, die niemandem – nicht einmal fiktiven Figuren – passieren sollten und die mich so schockiert haben, dass ich zuerst nicht weiterlesen wollte. Aber ich habe es getan und damit eine unglaublich starke, liebenswerte und mutige Frau kennengelernt, die mich tief beeindruckt hat. Jesse ist alles andere als normal und dabei so authentisch, dass ich sie wirklich gerne als Freundin hätte. Sie ist klug, wunderschön, neugierig, romantisch und kämpferisch. Jesse ist einer der stärksten Charaktere, die ich je kennengelernt habe.

Roman „Bane“ Protsenko ist der Underdog in Todos Santos. Er stammt aus einfachen Verhältnissen, ist fast vollständig tätowiert, kifft und wirkt wie ein Herumtreiber. Man sollte ihn aber definitiv nicht unterschätzen, denn Bane ist ein knallharter Geschäftsmann, der es perfekt beherrscht, die Gesetzeslage so zu verbiegen, dass er sich ungestraft darin bewegen kann. Er spielt mit Menschen als wären sie Schachfiguren und nutzt seinen Verstand und seinen Körper, um zu bekommen, was er will. Viele halten Bane für skrupellos, was er auch sein kann, aber er ist auch sensibel, ehrenhaft und versucht, sich zu beweisen. Ich habe mich ja schon in Scandal Love in ihn verkuckt, aber hier bin ich ihm vollständig verfallen!


MEINE MEINUNG

Dieses Buch ist mir wirklich unter die Haut gegangen. Ich hatte Herzrasen, einen gefährlich erhöhten Puls und mehrfach Tränen in den Augen. LJ Shen versteht es wie niemand sonst, jemanden zu zerbrechen, nur um ihn dann wieder zusammenzusetzen. Bei Jesse und Bane hat sie sich dabei meiner Meinung nach selbst übertroffen. Zwei so kaputte, aber innerlich starke, Charaktere habe ich noch nie kennen- und lieben gelernt. Mit Jesse treffen wir auch erstmals auf eine Person, die im Sinners of Saint Universum noch unbekannt ist. Bane konnten wir ja bereits in Scandal Love bewundern. Doch wer glaubt, den Underdog von Todos Santos schon einschätzen zu können, wird schnell eines besseren belehrt. Denn Bane ist wahnsinnig vielschichtig und hat weit mehr zu bieten als seine arrogante, einschüchternde Art. Mir gefiel besonders sein Sinn für Gerechtigkeit und die Art und Weise wie er sie fordert. Bane schreckt nicht davor zurück, für sich selbst und für andere zu kämpfen. Hat er ein bestimmtes Ziel im Auge, dann steuert er geradewegs darauf zu. Jesse dagegen hat längst alles und jeden aufgegeben. Nachdem, was ihr passiert ist, existiert sie nur noch, ohne wirklich zu leben. Sie hat Angst vor der Welt, insbesondere vor den Blicken und Urteilen der Menschen. Wie die beiden und ihre Welten miteinander kollidieren war für mich das Beste am Buch. Sie starten mit einer wackeligen Freundschaft, die dann zu so viel mehr wird und die dazu führt, dass beide aus ihrer Komfortzone ausbrechen. Es war einfach toll und ich habe jede Seite davon geliebt!
Der Schreibstil ist gewohnt fesselnd. Ich liebe die Art und Weise, wie LJ. Shen Spannungsbögen aufbaut, denn sie untermalt sie mit so intensiven Emotionen, dass man am Ende völlig fertig ist. Broken Love ist für mich der beste Teil der Reihe, was hauptsächlich an Bane und Jesse liegt. Die Handlung selbst war nicht wirklich neu, aber trotzdem sehr gut erzählt. Bei manchen Enthüllungen hätte ich mir etwas Originalität gewünscht, dafür wurde ich bei anderen völlig überrascht. Dieses Buch ist emotional und tiefgründig, poetisch, authentisch und spannend.

„Liebe ist wie eine Schlingpflanze. Sie rankt sich um dich, bis sie dich klammheimlich erstickt. Sie ist nicht geduldig, nicht sanft oder freundlich. Sondern gierig, hinterhältig, erbarmungslos.“ S. 162


FAZIT

Broken Love ist ein würdiger Abschluss der Sinners of Saint Reihe. Bane und Jesse haben mich mehrfach tief beeindruckt und ich habe jede Szene mit den beiden geliebt. Die Handlung ist zwar nicht neu, schockt aber mit einer stark traumatisierten Hauptprotagonistin. Die Triggerwarnung am Anfang sollte deshalb auf jeden Fall ernst genommen werden. Wer aber zerbrochene, authentische Charaktere mag, die zusammen jede Scheu und ihre Hemmungen ablegen, wird mit Broken Love bestimmt seine Freude haben. Für mich ist das Buch ein Jahreshighlight!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.11.2020

Perfekt für alle Märchen- und Disneyfans!

Land of Stories: Das magische Land 1 – Die Suche nach dem Wunschzauber
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„Die Suche nach dem Wunschzauber“ ist der ersten Band der Land of Stories Reihe und stammt aus der Feder von Chris Colfer, den manche vielleicht noch als Kurt aus der Serie Glee kennen. Bereits das Cover ...

„Die Suche nach dem Wunschzauber“ ist der ersten Band der Land of Stories Reihe und stammt aus der Feder von Chris Colfer, den manche vielleicht noch als Kurt aus der Serie Glee kennen. Bereits das Cover punktet mit vielen spannenden Details und zusammen mit der farblichen Landkarte im Inneren ist dieses Buch wirklich ein Eyecatcher. Der Einstieg in die Geschichte ist mir sehr leicht gefallen. Rufus Beck spricht das Hörbuch und begeistert bereits nach wenigen Sätzen, sodass man völlig in die Handlung hineingezogen wird. Den Großteil des Buches habe ich mir deshalb vorlesen lassen und war völlig vertieft in diese magische Welt. Was sich der Autor hier ausgedacht hat, ist nämlich wirklich der Wahnsinn. Die Idee, bekannte Märchenfiguren nach ihren Happy Ends einzuführen hat mir richtig gut gefallen! So lernt man bereits vertraute Gestalten auf völlig neue Weise kennen und kreiert ein ganz neues Märchen. Ich habe mich immer schon gefragt, was nach dem „… und sie lebten glücklich bis ans Ende ihrer Tage.“ passiert. Denn ist das denn wirklich so? Kann Schneewittchen nach ihrem Trauma tatsächlich glücklich sein? Hat Rotkäppchen jetzt Angst vor Hunden? Bleibt der Märchenprinz auch treu? Hat Dornröschen eigentlich Schlafprobleme? Ein paar dieser Fragen wurden mir tatsächlich durch das Buch beantwortet und beweisen, dass ich nicht die einzige bin, die sich bei Märchen hineinsteigern kann.

Chris Colfer hat hier wirklich etwas tolles erschaffen. Alex und Connor sind zwei authentische und sympathische Charaktere. Obwohl sie kaum unterschiedlicher sein könnten, ergänzen sich die Zwillinge perfekt. Alex liebt Bücher (besonders Märchen), ist eine gute Schülerin und deshalb leider nicht sehr beliebt bei anderen Kindern. Sie ist klug, ein bisschen rechthaberisch, aber sehr loyal gegenüber ihrer Familie. Connor ist kein besonders guter Schüler, schläft sogar regelmäßig im Unterricht ein und hat immer einen flotten Spruch auf Lager. Er ist beliebt, sehr von sich selbst überzeugt und um keine Ausrede verlegen. Doch auch er würde alles für seine Familie tun. Der Zusammenhalt der Zwillinge ist wirklich beeindruckend und hat mich mehr als einmal berührt. Besonders gut hat mir Conners Humor gefallen. Seine trockene, sarkastische Art ist genau nach meinem Geschmack und hat den nötigen Witz in die Geschichte gebracht.

Die Geschichte selbst ist spannend und unterhaltsam, wenn auch etwas vorhersehbar. Aus manchen Situationen sind die Kinder etwas zu leicht entkommen, aber da es sich hier um ein Kinderbuch handelt, will ich darüber hinwegsehen. Thematisch punktet das Buch mit einer überraschenden Vielfalt. Neben der klassischen Frage nach Gut und Böse, geht es nämlich auch um Zugehörigkeit, Wünsche, Versagensängste, Trauer, Hoffnung und Träume. Besonders begeistert war ich von der Rolle der bösen Königin. Ich liebe es, wenn bekannte Bösewichte eine tiefgreifende Hintergrundgeschichte bekommen und ihr Handeln somit greifbar und verständlich wird. Aber nicht nur die böse Königin lernt man hier auf völlig neue Weise kennen. Auch Rotkäppchen, Goldlöckchen, der Riesentöter Jack und die gute Fee werden euch gewaltig überraschen.

FAZIT

„Land of Stories: Die Suche nach dem Wunschzauber“ ist ein märchenhaftes Kinder- bzw. Jugendbuch, das mit erstaunlich authentischen Charakteren punktet. Die Vielfalt an Themen und die Kreativität des Weltenaufbaus haben mich wirklich begeistert und mir wieder einmal bewiesen, dass man nie zu alt ist, um sich in Märchenwelten zu träumen. Ich bin richtig gespannt auf die anderen Bände dieser Reihe und schäme mich dafür, dass das Buch so lange auf meinem Sub warten musste. Besonders empfehlenswert ist auch das Hörbuch, denn Rufus Beck macht hier einen fabelhaften Job!
Wer mit Märchen aufgewachsen ist und schon immer mal wissen wollte, was nach den Happy Ends passiert, wird mit diesem tollen Buch ein paar Antworten finden und sich ganz neu in die klassischen Märchen verlieben.

Veröffentlicht am 05.11.2020

Ganz viel Liebe für Noah!

It was always love
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„Du beherrschst meine Gedanken, Noah, und nicht nur die, sondern auch die Stille dazwischen.“ S. 366

Es gibt kein treffenderes Zitat, um meine Gedanken zu diesem wundervollen Buch zusammenzufassen. It ...

„Du beherrschst meine Gedanken, Noah, und nicht nur die, sondern auch die Stille dazwischen.“ S. 366

Es gibt kein treffenderes Zitat, um meine Gedanken zu diesem wundervollen Buch zusammenzufassen. It Was Always Love ist eine dieser Geschichten, die in Erinnerung bleiben und die wie ein guter Song immer wieder Gefühle aus einem herauslocken. Das hier wird keine normale Rezension werden. Nein, das hier wird eine Herzchen-und-Sternchen-in-den-Augen-Hommage an meine heiß entflammte Liebe zu Noah Blakely. Fühlt euch gewarnt. Seid bereit. Genießt es. Und verurteilt mich nicht…

Müsste ich meine Meinung in einem Wort zusammenfassen, dann wäre es wahrscheinlich LIEBE. Große Liebe! Liebe für diese wunderbaren Charaktere und ihre authentische Darstellung. Liebe für die fast dramafreie Handlung, die so nah an der Realität ist, wie das für eine fiktive Geschichte überhaupt möglich ist. Und sehr viel Liebe für den wunderbaren Schreibstil, der einen beim Lesen in eine zen-artige Trance katapultiert. Nikola Hotel hat hier wirklich etwas ganz tolles erschaffen!
Wer meine Rezensionen regelmäßig liest, wird inzwischen wissen, wie viel Wert ich auf glaubwürdige und „nicht perfekte“ Charaktere lege. Ich will keine Mary Sues, sondern Persönlichkeiten mit Ecken und Kanten, über die man sich aufregen, mit denen man mitfiebern und sich identifizieren kann. In It was Always Love hat Nikola Hotel genau DAS abgeliefert.
Noah und Aubree sind zwei wundervolle Persönlichkeiten, deren Weg ich mit Begeisterung verfolgt habe. Ich fand ihre Einführung toll und liebe die Art und Weise wie sie sich entwickelt und zueinandergefunden haben. Wir durften ja bereits im ersten Band beide Charaktere kennenlernen und schon da war mir klar, dass ich ihre Geschichte lieben würde. Noah ist einfach ein wundervoller Mensch. Er ist großherzig, charmant, lustig und hat genügend Bad Boy Ambitionen, um mein Herz im Sturm zu erobern. Gleichzeitig ist er aber auch ein sehr sensibler Typ. Er hat Angst, ist unsicher und gibt beides offen zu. Überhaupt scheut er sich nicht davor, über seine Gefühle zu sprechen, was ich sehr erfrischend und toll fand. Normalerweise muss man den männlichen Protagonisten ja jede Emotion aus der Nase ziehen, doch nicht bei Noah! Selbst wenn es peinlich für ihn wird, spricht er seine Gefühle und Gedanken offen aus (zwar meistens mit einem „Fuck“ kombiniert, aber immerhin!).
Aubree hat mir aber auch sehr gut gefallen! Ihre Unsicherheit, die Selbstzweifel und die Panik waren so realistisch, dass ich sie gerne in den Arm genommen und getröstet hätte. Das hat zum Glück Noah übernommen und ich war nur ein klitzekleines bisschen eifersüchtig auf Aubree …

Thematisch ist das Buch viel „härter“ als Band 1, was ich aber sehr positiv fand. Wie ihr euch vielleicht erinnern könnt, hatte ich ja einige Probleme mit dem ersten Teil der Reihe, u.a. auch, weil ich es als übertrieben dramatisch empfunden habe. It Was Always Love war trotz der schweren Thematik aber zu keinem Zeitpunkt übertrieben oder langatmig. Im Gegenteil, denn ich finde, dass die Autorin die Themen „Missbrauch, Alkohol, Drogen und Selbstwertgefühl“ sehr sensibel beschreibt. Aubrees Reaktion auf ihr Erlebnis war glaubwürdig, erschreckend und traurig. Ebenso glaubwürdig fand ich Noahs Verhalten. Obwohl er nicht genau weiß, was Aubree zugestoßen ist, handelt er ihr gegenüber sensibel und vorsichtig. Er spricht mit ihr, bleibt körperlich zwar auf Abstand, aber nähert sich ihr emotional. Ich fand es so schön, wie er mit ihr umgesprungen ist und dass er sie niemals verurteilt hat. Er ist ehrlich und spricht jedes noch so peinliche Gefühl aus, womit er unangenehme Situationen für Aubree erträglich macht. Ich glaube, ich habe mich mit Aubree zusammen in ihn verliebt. Ich kann das nicht oft genug sagen, aber ich LIEBE Noah und ich finde, jeder Mensch hat einen Noah in seinem Leben verdient. Er ist die perfekte Mischung aus Bad Boy und Sonny Boy. Mit seiner flirty-charmant-sensiblen Art hat er sich einen Platz unter den Top 3 meiner Book Boyfriends gesichert.

Zum Inhalt des Buches will ich gar nicht viel sagen, außer, dass ich selten eine so authentische Geschichte lesen durfte. Es fällt total leicht, sich einfach in die Handlung hineinfallen und sich emotional berühren zu lassen. Obwohl es keinen wirklich hohen Spannungsbogen gibt und in anderen New Adult Büchern inhaltlich viel mehr passiert, überzeugt dieses Buch mit seiner Authentizität und den tollen Charakteren. Es fällt mir wirklich schwer, Noah und Aubree nun gehen zu lassen. Aber nicht nur die beiden, sondern auch Nebencharaktere wie Jenna haben dazu beitragen, dass ich dieses Buch nicht so schnell vergessen und definitiv bald rereaden werden.

FAZIT

It was Always Love ist eine durch und durch schöne Liebesgeschichte mit authentischen Charakteren und Wohlfühlcharme. Es hat so viel Spaß gemacht, Noah und Aubree zu begleiten und das, obwohl ihre Geschichte mit einem Trauma beginnt. Emotional gesehen ist dieses Buch etwas ganz besonderes und es hebt sich von anderen Geschichten dieser Art durch die hohe Authentizität ab. Die Liebesgeschichte verläuft langsam, aber intensiv und endet mit einem unglaublich schönen Finale, das mich einfach nur glücklich gemacht hat. Jetzt will ich auch einen Noah!

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  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.11.2020

Prinzessin wider Willen trifft auf Bad Boy mit Herz

Silver Crown - Forbidden Royals
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Der Einstieg in das Buch ist mir sehr leicht gefallen. Man lernt Emilia und ihre Situation kennen, erfährt schnell, was mit ihrer Mutter passiert ist und ahnt sofort, dass ihr bester Freund nicht mehr ...

Der Einstieg in das Buch ist mir sehr leicht gefallen. Man lernt Emilia und ihre Situation kennen, erfährt schnell, was mit ihrer Mutter passiert ist und ahnt sofort, dass ihr bester Freund nicht mehr nur ihr Freund sein möchte. Man bekommt sozusagen eine komplette Einführung auf wenigen Seiten, was mir sehr gut gefallen hat. Und dann geht es auch schon richtig los. Ein Schicksalsschlag führt zu Veränderungen der königlichen Machtverhältnisse im Land. Das königsliebende Volk ist am Boden zerstört, trauert und sucht Trost in der Verkündung des neues Königs: Linus – Emilias Vater, der sie nie als Tochter anerkannt hat.
Emilia schwankt zwischen Schock und Trauer. Doch bevor sie ihre Gefühle verarbeiten kann, wird sie von unbekannten Männern gepackt und in einen Wagen verfrachtet. Eine Entführung? Ein schlechter Scherz? Für Emilia auf jeden Fall kein Spaß. Denn obwohl viele Mädchen davon träumen, einmal im Leben Prinzessin zu sein, gleicht diese Vorstellung für Emilia einem Albtraum.

Mir hat dieses Buch so unglaublich gut gefallen! Den Schreibstil von Julie Johnson kenne ich ja bereits von ihrer Faded Dilogie. Ich mag ihre fast schon poetische Sprache und liebe ihre Art, Romantik und Begierde zu beschreiben. Ich schwöre, ich hatte bei jeder Szene zwischen Emilia und Carter Herzklopfen. Und das, obwohl ich Carter am Beginn nicht gerade sympathisch fand. Wer außer Julie Johnson schafft so etwas?
Die Geschichte liest sich auch ziemlich schnell. Ich habe mittags angefangen zu lesen und bin nur so durch die Seiten geflogen, sodass ich das Buch am selben Tag beenden konnte. Da es der erste Band der Reihe ist, passiert hier handlungstechnisch noch nicht besonders viel. Dafür lernt man die Charaktere sehr gut kennen.
Emilia fand ich vom ersten Satz weg richtig toll! Sie ist stark, aber sensibel. Selbstbewusst im Bezug auf ihre Ziele, aber unsicher, was ihre Person angeht. Die Ablehnung ihres Vaters nagt natürlich an ihrem Selbstwertgefühl, was im Laufe des Buches auch mehrfach deutlich wird. Ich fand ihre Reaktionen deshalb auch sehr authentisch. Mit Carter dagegen wurde ich nicht sofort warm. Er verhält sich Emilia gegenüber oft sehr fragwürdig und ich wusste lange nicht, ob ich diese Beziehung heiß oder toxisch finden soll. Schlussendlich entschied ich mich für heiß, denn Carter ist nicht einfach nur ein versnobter Arsch. Nach einer Weile erkennt man, dass hinter seinem unmöglichen Verhalten tiefere Gefühle stecken, von denen er nicht will, dass sie jemand sieht. Sobald ich das erkannt habe, wollte ich ihn einfach nur in den Arm nehmen. Die Beziehung zwischen ihm und Emilia ist ein auf und ab der Gefühle. Faszination, Begierde, Verachtung, Zorn, Frust und Liebe … Es ist wirklich alles dabei.
Ich fand es sooo toll!

Mir haben aber auch die Nebencharaktere sehr gut gefallen. Besonders Carters Schwester Chloe, die kiffende Lady Thorne. Sie freundet sich sehr schnell mit Emilia an und ist ihr eine große Hilfe bei den vielen Machtspielen der Adeligen. Ich hoffe, dass sie noch eine größere Rolle in den anderen Bänden bekommt, denn sie sorgt für den nötigen Witz im Buch. Octavia, die böse Stiefmutter, fand ich auch sehr interessant. Sie ist eine Meisterin der Manipulation und integriert selbst bei ihren eigenen Kindern. Ich bin gespannt, was diese Frau noch bereit ist, für ihren Adelsstand zu tun. Owen und König Linus mochte ich gar nicht. Owen, weil er auf Emilias Zurückweisung so extrem reagiert hat – Ich meine, welcher beste Freund tut so etwas schreckliches? – Und Linus mochte ich aus Prinzip nicht. Er ist kühl und berechnend und nutzt Emilias Gefühle schamlos aus.

Die Erzählweise im Buch gefiel mir sehr gut! Zwar hätte ich mir auch Kapitel aus Carters Perspektive gewünscht, weil er mir im Mittelteil etwas zu kurz kam, aber dank Emilias starkem Charakter und ihrer sehr authentischen Persönlichkeit, liest sich das Buch aus ihrer Perspektive richtig gut. Das Ende schockt mit einem fiesen Cliffhanger, der aber bereits zu erahnen war. Trotzdem hat er mich schwer getroffen und ich sehne den zweiten Teil herbei.

FAZIT

Silver Crown ist ein wirklich gelungener Reihenauftakt mit einer starken Protagonistin, die zu einer Prinzessin wider Willen gekrönt wird. Der Schreibstil von Julie Johnson ist beinahe poetisch und kaum jemand schafft es, Romantik und Begierde so zu beschreiben wie sie. Ich habe jede Seite davon geliebt und freue mich auf die Fortsetzung Golden Throne.
Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 27.09.2020

Jahreshighlight!

All Saints High - Der Rebell
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L.J. Shen und ich hatten einen recht schwierigen Start. Wir mussten uns langsam annähern und uns Zeit beim Kennenlernen lassen. Aber nachdem die erste Hürde gemeistert war und wir uns vorsichtig beschnuppern ...

L.J. Shen und ich hatten einen recht schwierigen Start. Wir mussten uns langsam annähern und uns Zeit beim Kennenlernen lassen. Aber nachdem die erste Hürde gemeistert war und wir uns vorsichtig beschnuppern konnten, haben wir gemerkt, dass wir füreinander bestimmt waren. Denn ganz ehrlich: Ich LIEBE ihren Schreibstil und ihre zerbrochenen Charaktere! Niemand außer ihr kann so kaputten Figuren so viel Menschlichkeit einhauchen, dass man sie trotzdem lieben muss. In der Sinners of Saint Reihe habe ich mich in die (meisten) HotHoles verliebt, weshalb es auch nur logisch ist, dass ich ihre Kinder genauso schätze. Hier könnt ihr meine Meinung zu Knight und Luna nachlesen. Spoiler vorweg: Das Buch ist für mich ein JAHRESHIGHLIGHT!

„Das Herz fragt nicht um Erlaubnis, um etwas zu fühlen. Es fühlt einfach.“ S. 128


LUNA & KNIGHT

Luna Rexroth spricht seit dem Tag, an dem ihre Mutter sie als Baby verlassen hat, kein Wort mehr. Sie ist schüchtern, introvertiert und wächst zu einer selektiven Mutistin heran, die nur in seltenen Ausnahmen und nur bei bestimmten Personen spricht. Luna ist schlau, sogar hochbegabt und hat ein fotografisches Gedächtnis, was ihr das Vergessen ihres Traumas noch schwerer macht. Ihre größte Stütze war schon immer Knight Cole, ihr bester Freund. Obwohl sie in der Schule und im Alltag als Außenseiterin und „seltsames Mädchen“ abgestempelt wird, hat sie in Knight einen wahren Freund und Beschützer gefunden. Luna ist großherzig, sensibel und fühlt sich schuldig, weil sie vor anderen Menschen nicht sprechen kann. Sie hängt sehr an Knight, kann sich deshalb aber auch nur schwer weiterentwickeln. Im Laufe der Handlung macht sie eine unglaubliche Entwicklung durch und kommt sehr aus sich heraus.

Knight Cole ist beliebt, gut aussehend und sportlich. Er kommt sehr nach seinem Vater Dean und ist äußerst charismatisch. Leider neigt er auch wie Dean zu Suchtproblemen. Neben Alkohol und Drogen, ist er außerdem süchtig nach Lunas Liebe. Er ist sehr fixiert auf sie und hat ihr gegenüber einen unglaublichen Beschützerinstinkt. Als Luna sich für ein weit entfernt liegendes College entscheidet, fühlt er sich tief verletzt und zurückgewiesen. Da er mit negativen Gefühlen nicht gut umgehen kann, meidet er Luna und verhält sich ihr gegenüber immer mehr wie ein Arsch. Er verletzt sie und stellt sie bloß. Gleichzeitig kann er sie nicht loslassen und klammert sich an jeden Blick und jede Geste. Als Adoptivkind hat er nämlich große Angst davor, verlassen zu werden. Aber nicht nur die Gefühle für Luna quälen ihn, sondern auch die Krankheit seiner Mutter.


MEINE MEINUNG

Die Geschichte hat mich von Anfang an gefesselt und mich noch Tage danach nicht losgelassen. Knight und Luna haben diese einzigartige Verbindung, die nur zwei Seelenverwandte haben. Und okay, ja … Ich glaube nicht wirklich an Seelenverwandtschaft, aber ich glaube daran, dass es auf der Welt Menschen gibt, die einfach zusammengehören und dass diese Verbindung etwas „unfertiges“ zusammensetzen kann. Für mich sind Luna und Knight genau das.
Die beiden auf ihrem Weg zu begleiten hat mir mehrfach das Herz zerrissen, nur um es stückweise wieder zusammenzusetzen. Ich habe mich mit den beiden zusammen verliebt, habe gehasst, gehofft und geweint. Das Buch ist meine persönliche Waschmaschine mit emotionalem Schleudergang. Der Erzählstil ist wie bei den anderen Büchern sehr fesselnd. Hier dürfen wir Knight und Luna auch als Kinder kennenlernen und beobachten, wie aus Freundschaft immer mehr wird. Das erste Kapitel ist ein kurzer Einblick in die Vergangenheit der beiden, was mir richtig gut gefallen hat. Die Intensität, mit der Luna und Knight füreinander empfinden, ist richtiggehend erschreckend. Sie haben sich mehrfach tief verletzt und waren auch kurz davor, sich gegenseitig zu zerstören. Aber gerade diese Zerrissenheit und die Zerstörungswut, mit der ihre Liebe funktioniert, ist das, was die Geschichte so besonders macht. Ich wusste oft nicht, ob ich den beiden eine gemeinsame Zukunft wünschte oder ob ich mich in das Buch beamen sollte, um die beiden endgültig zu trennen.

Doch nicht nur die Liebesgeschichte hat mich zerstört, sondern auch die Nebenhandlung, die sich bereits in Twisted Love angekündigt hat: Rosies Krankheit. Die kurzen Kapitel aus Rosies und Deans Sicht am Ende des Buches haben mich in ein emotionales Wrack verwandelt. Ich musste so heftig weinen, dass ich die Seiten nicht mehr sehen konnte, dabei weine ich fast nie beim Lesen. Ich rate jedem, der All Saints High: Der Rebell lesen möchte, zuerst Twisted Love zu lesen. Denn auch, wenn die Bücher unabhängig voneinander funktionieren, werdet ihr viele Zusammenhänge und Andeutungen nicht verstehen, wenn ihr Rosies Geschichte nicht kennt. Mehr möchte ich auch gar nicht verraten.


FAZIT

Nervenaufreibend, emotional, atemberaubend! Dieses Buch ist für mich ein absolutes Jahreshighlight und hat mich zum Weinen, Lachen und Verzweifeln gebracht. Die Charaktere sind nicht perfekt, sie machen viele Fehler, zerstören sich selbst und die Menschen, die sie lieben und versuchen dann, alles in Ordnung zu bringen. Kurz gesagt: Sie sind menschlich! L.J. Shen schafft es wie niemand sonst, ihre LeserInnen in die Handlung zu involvieren. Durch das Wiedersehen mit Daria, Penn, den HotHoles und ihren Frauen fühlte ich mich zu Hause. Ich liebe es, dass man auch die Entwicklung der anderen sehen konnte, was mir insbesondere bei Daria sehr gut gefallen hat! Auch Vaughn konnte man endlich etwas kennenlernen und auch, wenn ich einige Parallelen zu Vicious bemerkt habe (den ich ja immer noch nicht leiden kann), bin ich sehr gespannt auf seine Geschichte!

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