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Veröffentlicht am 10.06.2020

Der deutsche Peter Grant heißt Tobi Winter

Der Oktobermann
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Taschenbuch: 208 Seiten
Verlag: dtv Verlagsgesellschaft (20. September 2019)
ISBN-13: 978-3423218054
Originaltitel: The October Man
Übersetzung: Christine Blum
Preis: 8,95 €
auch als E-Book und als Hörbuch ...

Taschenbuch: 208 Seiten
Verlag: dtv Verlagsgesellschaft (20. September 2019)
ISBN-13: 978-3423218054
Originaltitel: The October Man
Übersetzung: Christine Blum
Preis: 8,95 €
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich

Der deutsche Peter Grant heißt Tobi Winter

Inhalt:
Tobi Winter, neben seiner Chefin der einzige Praktizierende in Deutschland, wird zu einem seltsam erscheinenden Todesfall bei Trier gerufen. Zusammen mit der „gewöhnlichen“ Polizeibeamtin Vanessa Sommer dringt er alte Winzerbräuche ein und lernt die Flüsse Kyll und Mosel kennen.

Meine Meinung:
„Der Oktobermann“ ist der erste von vier Kurzromanen, in deren Mittelpunkt jeweils eine andere Figur und eine andere Jahreszeit stehen. Hier sind es Tobias Winter und der Herbst. Da liegt die Verbindung zur Weinlese und zum Wein an sich recht nahe. Und genau damit bekommen es Tobi und seine Kollegin auch zu tun - und mit einigen Toten, deren mysteriöses Ableben geklärt werden muss.

Tobi Winter ist ein toller Charakter, ebenso wie Peter Grant bei den bisherigen Bänden, nur anders Aber auch ihn darf man bei spannenden Ermittlungen begleiten, die mit viel Witz und Charme beschrieben werden. Genauso gut gefiel mir Vanessa Winter, die sehr aufgeweckt und unkonventionell wirkt und sich sehr für die Magie interessiert, die auch in diesem Buch nicht zu kurz kommt.

Fazit:
Mir hat dieser Abstecher nach Deutschland gut gefallen. Gerne mehr davon!

★★★★☆

Veröffentlicht am 02.06.2020

Fesselndes Familiendrama

Die verlorene Frau
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Gebundene Ausgabe: 384 Seiten
Verlag: Heyne Verlag (11. Mai 2020)
ISBN-13: 978-3453272897
Originaltitel: The Lost Child
Übersetzung: Carola Fischer
Preis: 20,00 €
auch als E-Book erhältlich

Fesselndes ...

Gebundene Ausgabe: 384 Seiten
Verlag: Heyne Verlag (11. Mai 2020)
ISBN-13: 978-3453272897
Originaltitel: The Lost Child
Übersetzung: Carola Fischer
Preis: 20,00 €
auch als E-Book erhältlich

Fesselndes Familiendrama

Inhalt:
In einer stürmischen Nacht 1960 kommen die Eltern der dreizehnjährigen Rebecca ums Leben. Es scheint, als hätte der gewalttätige Vater zuerst seine Frau misshandelt und dann sich selbst erschossen. Rebecca leidet zeitlebens unter den Erinnerungen an dieses schreckliche Ereignis.

54 Jahre später kommt Rebeccas Enkelin auf die Welt. Das Kind ist schwer krank und braucht dringend Medikamente. Doch Jessie, Rebeccas Tochter, hat Wahnvorstellungen und flieht mit dem Neugeborenen aus der Klinik. Eine hektische Suche nach den beiden beginnt. Um Jessie und ihr Baby zu finden, führt der Weg auch weit in die Vergangenheit.

Meine Meinung:
Emily Gunnis versteht es, fesselnd und atmosphärisch zu erzählen. Von Anfang an konnte sie mich in den Bann dieses Familiendramas ziehen und mich auch bis zum Ende dort halten. Bereits mit dem spannenden Prolog kam bei mir das Kopfkino in Gang. Die Orte und Figuren erwachten zum Leben. Ich hatte von allen eine klare Vorstellung, da sie gut ausgebaut und tiefgründig angelegt sind.

Die vielen Zeitsprünge und Perspektivwechsel mit vielen Personen aus zunächst undurchsichtigen Familienverhältnissen machten mir anfangs noch zu schaffen, aber bald konnte ich alle Beteiligten richtig einordnen. Gerade durch diese Vielzahl ergibt sich ein rundes und vollständiges Bild einer furchtbaren Geschichte, die mich stark berührt hat. Allerdings fand ich die Geheimnisse, die nach und nach aufgedeckt werden, ziemlich vorhersehbar. Trotzdem hat mich Emily Gunnis sehr gut unterhalten. Außerdem liefert die Autorin sehr viele Informationen zum Beispiel zur psychiatrischen Behandlung in der Mitte des vorigen Jahrhunderts oder zum Scheidungsrecht zu dieser Zeit. So erfährt man wirklich haarsträubende Dinge.

ACHTUNG TRIGGERWARNUNG (bei Bedarf bitte rückwärts lesen):

ESOHCYSP ELATRAPTSOP, SBTP, SBERK, DIZIUS

★★★★☆

Veröffentlicht am 26.05.2020

Unterhaltsam und spannend

Die Patientin
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Broschiert: 476 Seiten
Verlag: Blanvalet Verlag (30. März 2020)
ISBN-13: 978-3764507046
Preis: 15,00 €
auch als E-Book erhältlich

Unterhaltsam und spannend

Inhalt:
Seit vier Jahren besucht der blinde ...

Broschiert: 476 Seiten
Verlag: Blanvalet Verlag (30. März 2020)
ISBN-13: 978-3764507046
Preis: 15,00 €
auch als E-Book erhältlich

Unterhaltsam und spannend

Inhalt:
Seit vier Jahren besucht der blinde Nathaniel mit seinem Patensohn Silas dessen Mutter Carole, die im Wachkoma liegt, im Krankenhaus. Doch plötzlich liegt Carole nicht mehr in ihrem Bett. Angeblich weiß keiner etwas über ihren Verbleib. Schließlich heißt es, sie sei gestorben, doch Nathaniel kann das nicht glauben. Er bittet die Journalistin Milla um Hilfe. Derweil bekommt es deren Freund Sandro, Chef der Abteilung Leib und Leben bei der Kriminalpolizei, mit diversen Leichenfunden an der Aare zu tun.

Meine Meinung:
Auch wenn „Die Patientin“ in gewisser Weise an den Vorgänger „Blind“ anschließt, kann man das Buch trotzdem ohne jegliche Vorkenntnisse lesen. Was man wissen muss, wird hier noch einmal kurz gesagt.

„Blind“, der 1. Band der Milla Nova ermittelt-Reihe, konnte mich hundertprozentig überzeugen. Ich mochte vor allem die Rolle des blinden Nathaniel, die herausragend war. Leider nimmt er in diesem 2. Band keinen so großen Raum mehr ein. Zwar schubst er die Ermittlungen in Fall der verschwundenen Wachkoma-Patientin an, doch dann hört man lange Zeit nichts mehr von ihm.

Die Hauptrolle übernimmt hier die Journalistin Milla, was ja auch zum Reihen-Titel passt. Leider konnte sie mich aber nicht ganz begeistern. Sie ist zwar kreativ und tough und zieht ihr Ding durch. Aber dabei macht sie immer wieder dumme Fehler, die meines Erachtens nicht zu ihrer Person passen. Spannung hätte man auch anders erzeugen können.

Die zu lösenden Kriminalfälle konnten mich von Anfang bis Ende fesseln. Es gibt ein großes Netz von Handlungsfäden, wobei lange Zeit nicht ersichtlich ist, ob und wie sie genau zusammenhängen. Aus verschiedenen Perspektiven werden nach und nach alle Puzzleteilchen zusammengetragen.

Auch sprachlich ist der Roman gut gelungen. Er lässt sich sehr flüssig lesen, ohne allzu einfach zu wirken. Dabei fehlt auch eine kleine Prise Humor nicht. Immer wieder gibt es Szenen, bei denen man schmunzeln kann.

Trotz kleiner Kritikpunkte empfehle ich diesen Schweizer Kriminalroman gerne weiter.

Die Reihe:
1. Blind
2. Die Patientin

★★★★☆

Veröffentlicht am 17.05.2020

Unaufgeregter, aber spannender (Regional-) Krimi

Selbs Betrug
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Taschenbuch: 304 Seiten
Verlag: Diogenes Verlag (21. Juni 1994)
ISBN-13: 978-3257227062
Preis: 12,00 €
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich

Unaufgeregter, aber spannender (Regional-) Krimi

Inhalt:
Gerd ...

Taschenbuch: 304 Seiten
Verlag: Diogenes Verlag (21. Juni 1994)
ISBN-13: 978-3257227062
Preis: 12,00 €
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich

Unaufgeregter, aber spannender (Regional-) Krimi

Inhalt:
Gerd Selb, Privatdetektiv in Mannheim, erhält unter ungewöhnlichen Umständen einen Auftrag. Er soll die verschwundene Studentin Leonore Salger finden, ohne dass jemand etwas davon mitbekommt. Mit seinen hartnäckigen Recherchen findet Selb schließlich fast mehr heraus, als für in selbst gut ist.

Meine Meinung:
Bernhard Schlinks unaufgeregte Art des Erzählens macht einfach Spaß. Hier gibt es keine großartige Action, aber trotzdem jede Menge Spannung. Die Handlung ist einigermaßen komplex, sodass sie nicht leicht zu durchschauen ist. Bei aufmerksamem Lesen kann man aber problemlos folgen.

Man kann sich die Figur des ehemaligen Staatsanwalts und jetzigen Privatdetektivs gut vorstellen. Selb ist ein Mann mit Rückgrat, aber auch Ecken und Kanten. Er macht Fehler und nicht nur Legales.

Der Großteil des Romans spielt im Rhein-Neckar-Raum, wo man viele der beschriebenen Orte wiedererkennt.

Selbs Betrug ist der 2. Band der Selb-Trilogie, aber auch ganz gut ohne Vorkenntnisse lesbar.

Die Trilogie:
1. Selbs Justiz
2. Selbs Betrug
3. Selbs Mord

★★★★☆

Veröffentlicht am 16.05.2020

Jugendbuch mit wichtiger Botschaft

Dear Martin
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Gebundene Ausgabe: 256 Seiten
Verlag: Rowohlt Taschenbuch (24. April 2018)
ISBN-13: 978-3499218330
empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
Originaltitel: Dear Martin
Übersetzung: Karsten Singelmann
Preis: 17,99 ...

Gebundene Ausgabe: 256 Seiten
Verlag: Rowohlt Taschenbuch (24. April 2018)
ISBN-13: 978-3499218330
empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
Originaltitel: Dear Martin
Übersetzung: Karsten Singelmann
Preis: 17,99 €
auch als E-Book erhältlich

Jugendbuch mit wichtiger Botschaft

Inhalt:
Atlanta, Georgia, USA, 2017. Man sollte meinen, Rassismus spielt keine Rolle mehr. Doch leider ist dem nicht so. Der 17-jährige Justyce McAllister besucht zwar eine Schule mit überwiegend weißen Schülern, ist Anwärter auf einen Studienplatz in Yale und will einfach nur ein ganz normaler Jugendlicher sein. Doch immer wieder begegnen ihm Vorurteile, grundlose Anfeindungen und Schlimmeres.

Meine Meinung:
Der Klappentext hat mich sehr an „The Hate U Give“ von Angie Thomas erinnert, das mich einfach umgehauen hat. Nun hatte ich etwas Ähnliches von Nic Stone erwartet. Und auch sie macht ihre Sache sehr gut. Allerdings konnte sie mich nicht genauso begeistern wie Angie Thomas, was aber auch kein Wunder ist, hat ihr Werk doch nur halb so viele Seiten. Da ist es klar, dass die Geschichte nicht so intensiv ausgebaut werden kann, dass viele Aspekte nicht so in die Tiefe gehen. Gerade in der ersten Hälfte kam mir hier einiges zu kurz. Der Roman erschien mir zu nüchtern und distanziert.

In der zweiten Hälfte wird es dann aber dramatisch und hier haben mich viele Szenen stark berührt.

Justyce ist ein toller Protagonist, sehr sympathisch, aber nicht ohne Fehler. Er versucht, das Richtige zu tun. Oft gelingt ihm dies auch, zuweilen gewinnt aber auch seine Wut, was ich nur allzu verständlich fand. In Briefen an sein Idol Martin Luther King versucht er, sich über einiges klar zu werden. Daher kommt auch der Buchtitel „Dear Martin“. Es ist aber kein reiner Briefroman - die Briefe sind nur kurze Einschübe.

Nic Stone zeigt eindrücklich, dass es leider immer noch enorme Konflikte auf diesem Gebiet gibt, die wir gemeinsam lösen müssen, egal welche Hautfarbe wir haben.

★★★★☆