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Veröffentlicht am 07.09.2018

Für mich hat einfach das Gesamtpaket nicht ganz gestimmt

Im Turm
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Thomas Senlin, seines Zeichens Schuldirektor eines kleinen Küstenstädtchens, macht sich mit seiner frisch angetrauten Frau Marya auf in die Flitterwochen. Der Turm zu Babel soll es werden, ein Bauwerk ...

Thomas Senlin, seines Zeichens Schuldirektor eines kleinen Küstenstädtchens, macht sich mit seiner frisch angetrauten Frau Marya auf in die Flitterwochen. Der Turm zu Babel soll es werden, ein Bauwerk das seines Gleichen sucht. Ein architektonisches Meisterwerk, erbaut vor langer Zeit und noch nicht beendet. Bestehend aus unzähligen Ringreichen die mit Abenteuer, Entspannung oder intellektuellen Herausforderungen locken. Ein Aufenthalt in den Bädern soll es für den ängstlichen Lehrer und seine Angetraute sein, doch dann verschwindet Marya und Thomas bleibt nichts anderes übrig als den Aufstieg auf den Turm zu wagen. Und er merkt schnell, dass sein verehrter Turm statt der Wiege der Menschheit eher deren Abfluss ist...

Puh, mit diesem Buch verbinde ich gute und negative Aspekte. Zunächst bin ich der Meinung dass der Klappentext irreführend ist. Ich hatte in den Ringreichen auf jeden Fall Fantasy erwartet. Magische Reiche, Monster, Magie etc. Der einzige Fantasy-Aspekt ist jedoch die Existenz des Turmes selbst - nix mit Monster und Magie. Das hat mich sehr sehr enttäuscht und auch ein wenig geärgert.
Gut, kann passieren und muss Nichts heißen. Mein zweites Problem hieß Thomas Senlin. Gute Güte ist der Mann feige, verweichlicht und prüde. Ein verkniffener Lehrer wie er im Buche steht. Ich kann mit solchen Charakteren nur schwerlich was anfangen, vor allem wenn ich eh schon ein wenig enttäuscht bin vom Plot. Seine zögerliche, vorsichtige und teils jammerige Art hat es nicht unbedingt besser gemacht. So einem Weichei durch die Ringreiche des Turms von Babel zu folgen ist echt eine Herausforderung. Noch dazu ist er wahnsinnig naiv und gutgläubig und oft konnte ich nur mit dem Kopf schütteln. Natürlich macht er im Laufe des Buches eine kleine Entwicklung durch, der Weg dahin ist aber wirklich anstrengend für den Leser. Interessant waren die Ringreiche selbst und die menschlichen Abgründe die dort zum Vorschein kamen. Jedes Reich hat seine eigenen Probleme hinter der Fassade versteckt die man selbst ergründen muss. Besonders gut gefallen haben mir all die Menschen die Thomas auf seinem Weg trifft. Ihre Geschichten und Schicksale und was der Turm aus ihnen gemacht hat waren sehr interessant und für mich das Beste an diesem Roman.
Mir hat einfach das Gesamtpaket des Buches nicht so gefallen wie es das hätte können. Das mag sicherlich auch zu einem Teil an meinen falschen Erwartungen liegen. Innovativ ist der Plot rund um den Turm von Babel und seine Ringreiche samt Karte und all die Luftschiffe und mechanischen Errungenschaften allemal und wenn man sich auf einen schwierigen Protagonisten einlassen kann hat der Turm sicherlich das Zeug zum Highlight.

Leider hatte ich durch den Klappentext falsche Vorstellungen vom Buch die sich im fehlenden Fantasy-Aspekt gezeigt haben. Auch der Protagonist ist mehr als gewöhnungsbedürftig und hat mich mehr als einmal mit den Augen rollen lassen. Highlight für mich waren die Ideen hinter den Ringreichen und die Geschichten der Menschen, die Thomas Senlin auf seinem Weg durch den Turm trifft. Diese waren innovativ und mitreißend. Für mich hat einfach das Gesamtpaket nicht ganz gestimmt, ich kann das Buch jedoch Fans von Low-Fantasy auf jeden Fall empfehlen und besonders Lesern, die sich auch auf schwierige Protagonisten einlassen können. Für mich ein Kandidat für eine Fortsetzung? Eher unwahrscheinlich obwohl es sich dennoch flüssig lesen lies als ich einmal eingestiegen bin.

Zuerst erschienen auf: https://cat-buecher-welt.blogspot.com/2018/09/rezi-im-turm-babel-bd-1-josiah-bancroft.html

Veröffentlicht am 22.02.2018

Ein tolles und unterhaltsames Buch aus der "Bücher über Bücher-Sparte

Die unsichtbare Bibliothek
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Willkommen in der Bibliothek. Dem einzig wahren Knotenpunkt zwischen den Welten und dem Hort der wertvollsten Bücher aller Zeiten. Der Ort an dem die Sprache gelehrt wird und von dem aus Bibliothekare ...

Willkommen in der Bibliothek. Dem einzig wahren Knotenpunkt zwischen den Welten und dem Hort der wertvollsten Bücher aller Zeiten. Der Ort an dem die Sprache gelehrt wird und von dem aus Bibliothekare aller Stufen zu ihren noblen Missionen in den Parallelwelten aufbrechen.
Irene ist eine dieser Bibliothekarinnen, aufgewachsen in der Bibliothek und geschult in der Sprache. Zusammen mit ihrem neuen Lehrling Kai wird sie auf eine Mission in eine Version des viktorianischen Londons geschickt um eine spezielle Ausgabe der Märchen der Gebrüder Grimm besorgen.
Allerdings ist diese Aufgabe alles andere als harmlos und die beiden müssen sich nicht nur vor grausamen Elfen, sondern auch vor allerlei Ränke und einem geheimnisvollen Verräter in Acht nehmen…

Das Buch lässt mich unschlüssig zurück. Es gab richtig interessante und spannende Aspekte, aber auch Darstellungen und Abläufe im Buch, welche mich nicht so ganz überzeugen konnten.
Begeistert war ich von der Bibliothek und all ihren Aspekten. Begonnen bei der Sprache, einer Art magischen Zauberformel die sich auf die Natur der Dinge bezieht und erlernt werden kann – sich aber auch verändert wie die uns bekannte Sprache, bis hin zu der Verbindung der Bibliothek zu den einzelnen Agenten und deren Leben. Eine wie ich finde sehr innovative Idee, von der ich leider allerdings noch gerne mehr erfahren hätte. Sehr vieles bleibt entweder im Dunkeln oder kam mir sehr kompliziert vor. Das Worldbuilding hätte gerne noch etwas ausführlicher sein können.
Sehr gut gefallen hat mir auch die Parallelwelt die wir kennenlernen und die ein wenig in Richtung Steampunk ging.
Ein wenig Schwierigkeiten hatte ich mit Irene als Protagonistin. Sie ist sehr kontrolliert, sehr kühl und sehr analytisch in ihrem Charakter. Diese Charakterzüge kenne ich auch von mir selbst – sie sorgen aber dafür dass Irene eine eher unnahbare Heldin bleibt. Diese starke und kontrollierte Umgangsweise mit Problemen und schwierigen Situationen ist auf der anderen Seite aber auch ein sehr cooles und spannendes Merkmal an ihr. Es würde mich interessieren zu erfahren was zu dieser Entwicklung in ihrem Charakter geführt hat – denn auch über sie und ihre Vergangenheit erfahren wir nur Bruchstücke.
Sympathischer war mir da ihr „Lehrling“ Kai. Er ist recht offen und locker in seiner Art, aber ihr werdet noch merken dass sich bei ihm auch noch etwas unter der Oberfläche versteckt. Als Team haben die beiden auf jeden Fall gut zusammen gepasst.
Was die Spannung angeht wird im Buch doch das ein oder andere geboten, durch Irenes kühle Erzählweise wird dies allerdings immer ein wenig gedämpft, hier hätte ich mir mehr Drama gewünscht. Ansonsten waren mir ein paar Dinge doch manchmal zu kompliziert erklärt und ich muss die für mich doch erkennbare Anzahl an Rechtschreibfehlern ein wenig mokieren, hier erwarte ich einfach eine bessere Kontrolle.
In der Gesamtheit konnte mich das Buch auf jeden Fall gut unterhalten, es zählt allerdings nicht unbedingt zu meinen Lieblingsreihen im Bereich der „Bücher über Bücher“. Ob ich die Reihe weiter verfolgen werde steht noch nicht fest.

Ein Buch, dessen Idee ein wenig durch zu wenig Hintergrundwissen verloren geht und bei der die Protagonistin für eine etwas kühle Atmosphäre verantwortlich ist. Dennoch ein tolles und unterhaltsames Buch aus der "Bücher über Bücher-Sparte" das uns in eine Welt der Parallelwelten und magischen Werke entführt, in der wir auf jede Menge interessante Gegebenheiten treffen.
PS: Wer neugierig ist warum hier so viele fett gedruckte Wörter vorkommen muss einen Blick ins Buch werfen ;=)

Zuerst erschienen auf: http://cat-buecher-welt.blogspot.de/2018/02/rezi-die-unsichtbare-bibliothek-die.html

Veröffentlicht am 19.01.2018

Ein unterhaltsamer Happen für Zwischendurch mit gut gelungenen und sympathischen jungen Charakteren

Der Asteroid ist noch das kleinste Problem
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Die Welt wird untergehen...
Zumindest ist sie auf dem besten Weg dorthin seit ein Asteroid entdeckt wurde, der mit großer Geschwindigkeit genau auf sie zuhält und in wenigen Wochen frontal auftreffen wird.
Um ...

Die Welt wird untergehen...
Zumindest ist sie auf dem besten Weg dorthin seit ein Asteroid entdeckt wurde, der mit großer Geschwindigkeit genau auf sie zuhält und in wenigen Wochen frontal auftreffen wird.
Um die Katastrophe zu verhindern wird ein Team aus den klügsten Köpfen ihrer jeweiligen Fachbereiche gebildet, darunter auch der 17-jährige Yuri aus Moskau - seines Zeichens Physiker mit dem Bereich Antimaterie. Dummerweise ist er nicht nur der Jüngste unter seinen Kollegen, seine Theorien sind auch nicht unbedingt anerkannt und daher hat er es schwer sich durchzusetzen - dabei kann er die Erde retten wenn ihm nur alle zuhören würden. Und dann ist da noch Luna, das Hippie-Mädchen mit dem grünen Glitzer-Lidschatten, das ihm zeigt, wie schön das Leben außerhalb von Universität und Erdenrettung sein kann. Kann Yuri sich durchsetzen oder endet alles in einem großen Knall?

Das Buch hat mich durch seine Leichtigkeit und seine jugendlich-flapsige Art aus meiner Flaute nach "Wintersong" gezogen. Dabei mochte ich vor allem Yuri mit seiner unbeholfenen Art. Als Physikgenie war Yuris Kindheit alles andere als gewöhnlich und dadurch ist er von seiner ganzen Art her eine Mischung aus genialem Erwachsenen und einem Teenager, der unbedingt die Liebe erleben will, sich heimlich aus Hotelzimmern stielt und manchmal einfach nur amerikanische Flüche lernen möchte. Diese Kombination ist anfangs sehr lustig und machte ihn mir als Charakter sehr sympathisch, im weiteren Verlauf des Buches hätte ich mir manchmal aber etwas mehr Ernst in manchen Situationen gewünscht. Stellenweise driftete das Buch ein wenig zu sehr ins Absurde/Überspitzte ab und das hat mich manchmal ein wenig genervt. Luna als Hippie-Mädchen mit ihrer offenen und lockeren Art war mein Highlight. Sie nimmt das Leben wie es kommt und das nicht ohne dabei nicht ihr eigenes Päckchen zu tragen zu haben. Ihre positive Art hat mich doch irgendwie aus meinem eigenen Loch geholt und ich wünscht ich hätte ihre Zuversicht. Als Charakter ist sie eine echte Bereicherung die auch aus dem steifsten Physiker endlich einen lebenslustigen Teenager zaubern kann. Auch ihr Bruder hatte es mir echt angetan. Die Charaktere in der Geschichte waren für mich wirklich gut gelungen. Aber ich mochte auch die Story rund um die Rettung der Welt vor dem heranrasenden Asteroiden, die Konzepte und Ideen, die Streitereien und wie Yuri versuchen muss sich durchzusetzen. Seine Probleme was das Thema Anerkennung betrifft und welche Schwierigkeiten er dadurch durchstehen muss waren gut umgesetzt, allerdings gibt es manche etwas fragwürdigen Situationen, bei denen ich nicht so sicher bin ob ich die Handlung gutheißen kann. Alles in allem war die Geschichte auf jeden Fall unterhaltsam, die Charaktere sympathisch und die Storyline soweit lustig und kurzweilig. Das Buch ist jetzt kein Highlight am YoungAdult/Jugendbuch-Himmel, aber ich kann sie euch dennoch empfehlen wenn ihr etwas lustig-jugendliches für Zwischendurch sucht.

Ein unterhaltsamer Happen für Zwischendurch mit gut gelungenen und sympathischen jungen Charakteren. Begleitet Yuri auf seinem schwierigen Spagat zwischen Rettung der Welt (bei der er sich erst einmal gegen die "Erwachsenen" durchsetzen muss) und dem Weg und den Bedürfnissen eines nicht ganz normalen Teenagers, der einfach nur die Liebe kennenlernen will und lernen möchte wie die Amerikaner fluchen. Kein Highlight, aber ein kurzweiliges Lesevergnügen und auf jeden Fall auch für Jüngere geeignet.


Zuerst erschienen auf: http://cat-buecher-welt.blogspot.de/2018/01/rezi-der-asteroid-ist-noch-das-kleinste.html

Veröffentlicht am 13.01.2018

Schade um den schönen Schreibstil und die tolle Grundidee der Erlkönig-Ballade

Wintersong
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Zunächst muss ich an dieser Stelle ein großes Lob für den wirklich schönen Schreibstil aussprechen. Wunderbar märchenhaft, ja fast schon poetisch und irgendwie sanft und feinfühlig. Dieser war für mich ...

Zunächst muss ich an dieser Stelle ein großes Lob für den wirklich schönen Schreibstil aussprechen. Wunderbar märchenhaft, ja fast schon poetisch und irgendwie sanft und feinfühlig. Dieser war für mich wirklich ein Highlight und daher bin ich umso trauriger dass ich mit dem Rest nicht so viel anfangen konnte. Auch die Stimmung mochte ich gerne: ein wenig düster, ein wenig gruselig und irgendwie im Stil der alten und ursprünglichen Märchen, richtig gut gelungen.
Probleme bereitet hat mir allerdings z.B. die Tatsache dass ich es persönlich als "zu Deutsch" empfunden habe. Wisst ihr was ich damit meine? Ich hatte schon meine Schwierigkeiten mit den Namen und dem Schauplatz in den bayrischen Wäldern. Ich weiß nicht ob manche das nachvollziehen können, ich habe zu Büchern die zu nahe "an meiner Realität" spielen immer so eine Hass-Liebe. Gut, hätte man sich vielleicht ein wenig denken können, immerhin ist die originale Ballade ja von Goethe - ich habe bei einer amerikanischen Autorin einfach andere Ansätze erwartet.
Mein größtes Problem war jedoch das Hauptthema und das ist in diesem Fall die Musik. Die Musik hat für alle Protagonisten einen großen Stellenwert in deren Leben und dies wird durchgängig im Plot deutlich. Dazu muss ich sagen, dass ich mich in dem Bereich wenigstens einigermaßen auskenne. Für andere muss dies noch anstrengender sein - trotz musikalischem Glossar am Ende des Buches. Gefühlt dreht sich das Buch nur um das Thema Musik, verpackt in einem leichten märchenhaften Geschnörkel mit ein bisschen Grusel, Eifersucht und dem Ego der Protas. Gut, hier könnte man auch wieder sagen: das Buch heißt ja "Wintersong". Davon konnte ich leider nicht ableiten was sich dahinter verbirgt und mir persönlich war das ständige Thema Musik leider zu überlagern und irgendwann einfach nur lästig. Dazu mochte ich bis zur Abbruchstelle wirklich keinen der Protagonisten und mir war deren Entwicklung einfach irgendwann egal. Interessant war dann zwar noch die Ankunft in der Unterwelt, ich hatte aber einfach keine Ambitionen weiterzulesen.
Schade um den schönen Schreibstil und die tolle Grundidee der Erlkönig-Ballade.

Zuerst erschienen auf: http://cat-buecher-welt.blogspot.de/2018/01/abgebrochen-wintersong-die-erlkonig.html

Veröffentlicht am 08.09.2017

Die Liebesgeschichte verbannt die Magie für mich zu sehr in den Hintergrund

Mystic Highlands 1: Druidenblut
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Ronas größter Wunsch ist es, einmal in das Land ihrer Vorfahren zu reisen - das geheimnisvolle und wilde Schottland. Der Traum scheint wahr zu werden als sie einen Brief ihres Cousins samt Flugticket findet, ...

Ronas größter Wunsch ist es, einmal in das Land ihrer Vorfahren zu reisen - das geheimnisvolle und wilde Schottland. Der Traum scheint wahr zu werden als sie einen Brief ihres Cousins samt Flugticket findet, der sie einlädt die Familie besuchen zu kommen. Doch ihre Eltern sind absolut dagegen und verbieten ihr die Reise unter Nachdruck. Doch Rona kann nicht widerstehen und findet sich ein paar Wochen später in Schottland wieder und wird dort fortan von ihrem durchaus "heißen" Cousin auf einer Reise quer durch die Highlands begleitet. Doch irgendetwas scheint komisch zu sein, seltsame Dinge ereignen sich und Rona hat das Gefühl langsam aber sicher verrückt zu werden. Bildet sie sich alles nur ein?

Grundsätzlich muss ich sagen dass mir das Buch ganz gut gefallen hat. Der Schreibstil war soweit angenehm, die Seiten sind nur so an mir vorbeigerauscht und die Atmosphäre war stimmig.
Ich mochte es, wie ich die Orte wiedergefunden habe die ich selbst erst vor Kurzem im Urlaub besucht hatte - ein klein wenig mehr Landschaftsbeschreibungen wären noch schön gewesen, einfach um noch mehr das tolle Gefühl der Highlands einzufangen und ein deutlicheres Bild zu schaffen für Leute die noch nicht dort waren.
Die Charaktere waren soweit ebenfalls sympathisch. Rona ist ein kleiner Sturkopf, wild und noch ein wenig naiv, jedoch nicht allzu tollpatschig um dadurch den Leser zu nerven. Ich mochte sie gerne, auch wenn ich finde dass sie sich doch ein wenig schnell verliebt hat.
Sean mochte ich auch gerne, er war aber schon zu geheimniskrämerisch und auch stellenweise doch ein wenig verantwortungslos, gerade weil er genau wusste was vor sich geht und daher doch vorsichtiger hätte handeln können. Bei beiden hatte ich einfach das Gefühl: Liebe = rationales Denken verabschiedet sich ins Nirwana, das ist nicht immer so ganz mein Fall.
Was ich schwierig finde ist der magische Aspekt an der Geschichte.
Dieser bleibt gut 3/4 der Geschichte sehr sehr im Hintergrund und wird nur immer ein klein wenig angedeutet bevor da am Ende mal was zum Vorschein kommt. Das war unheimlich schade und ich verstehe die Stimmen die dem Buch daher nicht ganz so viel abgewinnen können.
Da bei Dark Diamonds ja magische Bücher verlegt werden, erwarte ich dann dementsprechend auch eine magische Geschichte voller Druidentum, Runen, Mystik und Rituale. Das ist hier praktisch nicht vorhanden und wird durch die (durchaus süße) Liebesgeschichte völlig in den Hintergrund verbannt.
Damit wurde meiner Meinung nach sehr viel Potential verschenkt und ich kann mir vorstellen das sich dass im nächsten Band ändern wird. Ich bin allerdings noch nicht so sicher ob ich die Reihe weiter verfolgen soll. Übrigens: Wenn im 2. Band der Spitzname "Frechdachs" auch nur annähern so oft vorkommt wie im 1., dann werf ich den Reader stockvoll an die Wand und das Buch kann mich kreuzweise. Ich finde ja Kosenamen ganz süß, aber wenn einer so einen Text flutet wie dieser dann rollen sich mir die Nägel hoch!! Absolutes NoGo!

Ein angenehmer Schreibstil und sympathische Charaktere können leider nicht das Fehlen des erwarteten magischen Themas des Buches wettmachen. Die Liebesgeschichte verbannt die Magie für mich zu sehr in den Hintergrund und die Druidenthematik gerät zu einer Randnotiz. Sehr viel verschenktes Potential im ersten Band der auf den Nachfolger hoffen lässt. Dennoch angenehm zu lesen wenn nicht so viel Wert auf die Magie gelegt wird.
Persönlich ist mir die übermäßige Verwendung eines Kosenamens aufgestoßen - ich kann es nicht leiden wenn Wörter dermaßen inflationär verwendet werden.

*Reziexemplar

Zuerst erschienen auf: http://cat-buecher-welt.blogspot.de/2017/09/rezi-druidenblut-mystic-highlands-bd-1.html