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Muehlenkind

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.12.2020

Interessante Charaktere ermitteln in Thriller mit vielen Handlungssträngen…

Teufelskreis
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In diesem Thriller mit relativ hoher Sterberate und Personendichte ermitteln gleich zwei Ermittlerteams und das länderübergreifend. Während in Wien Jana Thal und Rainer Wielke zwei Tötungsdelikten nachgehen ...

In diesem Thriller mit relativ hoher Sterberate und Personendichte ermitteln gleich zwei Ermittlerteams und das länderübergreifend. Während in Wien Jana Thal und Rainer Wielke zwei Tötungsdelikten nachgehen müssen (und Rainer Wielke selbst in den Fokus der Ermittlungen gerät), bemühen sich in München Antje Söderstedt und Kollege um die Aufklärung der Ermordung des CEOs eines Big Players der Baubranche und des Verschwindens des bayrischen Innenministers… Nicht lange und es ist klar: (fast) alle Personen hatten irgendwie mit einem geplanten Bau-Großprojekt in Abu Dhabi zu tun, selbst die Entführung des Neffen von Janas Ex-Ehemann scheint mit allem in Verbindung zu stehen, ist dessen Vater doch Architekt und Planer des Projekts. Als sich dann auch noch ein Wirtschaftsjournalist einschaltet und dokumentiert, dass die Bilanz des Baubranchen-Riesen manipuliert wurde, ist der Wirtschaftskrimi perfekt. Hilfe erhält Jana Thal von völlig unerwarteter Seite – und das bringt nicht nur neuen Schwung in ihre beruflichen Ermittlungen…

„Teufelskreis“ ist ein Thriller mit vielen Haupt- und Nebenprotagonisten, mindestens ebenso vielen Haupt- und Nebensträngen und vielen unerwarteten Twists. Das verleiht dem Plot ein hohes Tempo, erfordert aber gleichzeitig auch einige Konzentration, allen Personen überall hin zu folgen und nichts zu verpassen. Insgesamt sehr ambitioniert konstruiert, mag die ein oder andere überraschende Wendung ein wenig zu viel des Guten sein. Trotzdem macht dieser Thriller richtig Spaß und hält in jeder Minute die Spannung hoch – auch und gerade, weil am Ende nicht für alles Aufklärung geleistet wird und viel Potential für den, hoffentlich bald folgenden, Nachfolger bleibt… Empfehlung? Absolut lesenswert!

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Veröffentlicht am 01.12.2020

Irmas Enkel, der 2. Weltkrieg und die deutsche Teilung… berührend und mitreißend erzählt…

Irmas Enkel
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Irma, ihre Tochter Helene und deren Kinder Annemarie, Alfred und Willi sind die Protagonisten des Romans „Irmas Enkel“, der deutsche Geschichte von der Zeit des 1. Weltkriegs bis in die 80er Jahre des ...

Irma, ihre Tochter Helene und deren Kinder Annemarie, Alfred und Willi sind die Protagonisten des Romans „Irmas Enkel“, der deutsche Geschichte von der Zeit des 1. Weltkriegs bis in die 80er Jahre des vergangenen Jahrhunderts umfasst. Hauptsächlich aber folgt der Leser Annemarie, kurz Anni, und ihren Erinnerungen durch die Kindheit auf dem Land in den 2. Weltkrieg, der sie nach kurzem Eheglück zur Witwe macht und zunächst kinderlos lässt. Weihnachten 1946 erinnert sich Anni an Vergangenes und entschließt sich zu einer neuen Heirat, die ihr jedoch keine neue Geborgenheit durch den Mann an ihrer Seite bietet, sondern die Härte ihres Lebens nur noch mehr steigert, ihr aber auch das ersehnte Kind, eine Tochter, schenkt. Die Teilung Deutschlands und neue politische Wirren stehen bald stellvertretend auch für die Kälte und die unüberbrückbar scheinenden Differenzen zwischen Anni und ihrer Tochter, die sich ein Leben jenseits der ländlichen Arbeit und der Nachkriegsentbehrungen ersehnt und dafür auch den Bruch mit ihrer Familie in Kauf nimmt.

Ein wenig irreführend ist der Titel dieses Romans schon, handelt er doch mehr von Anni denn von irgendeiner anderen Person, auch wenn parallel zu Annis Schicksal noch zwei weitere Frauenschicksale (das ihrer Schwägerin Lotte und der Vertriebenen Edith) detailliert (oft auch in Briefform) erzählt werden.
Trotzdem bleibt Irmas und Helenes Geist in Annis Welt und in ihrem Leben jederzeit spürbar, sind Annis tägliche Verrichtungen, ihre Einstellungen zu der Erde, die sie bestellt, der Kate, die sie bewohnt, dem Verzicht und der Selbstverleugnung ihres Daseins die gleichen wie die ihrer Mutter und Großmutter. Und sie stehen stellvertretend und exemplarisch für die ganze Kriegsgeneration Frauen, die unter Einsatz ihres Lebens, ihrer Arbeitskraft und dem Verzicht auf persönliches Glück durchlitten und durchlebten, wovon wir hoffen, dass es unseren Kindern auf ewig erspart bleibt: Krieg und Gewalt.
Zutiefst berührend, poetisch und mit großer erzählerischer Stärke (dabei aber ohne jede Sentimentalität) schildert Leandra Moor in diesem ruhigen, detailreich erzählten Roman das Schicksal einer Frau, in der so mancher Leser seine eigene Mutter oder Großmutter wiedererkennen wird. Zwar hätte dem Roman ein klein wenig mehr Korrektur gut getan, insgesamt mindert das aber nicht den Lesegenuss und den Eindruck, den dieses wundervolle Buch unweigerlich hinterlässt. Empfehlung? Unbedingt lesen!

(Ich habe dieses Buch als ebook gelesen, finde das Format hier aber nicht.)

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Veröffentlicht am 29.08.2020

Authentisch und ambitioniert – da schaut man schon mal über den Stil hinweg

Zweite Chance verpasst
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Alexander Wieser, 1977 geboren in Österreich, gerät nach einer ungeschützten und ungeliebten Kindheit auf die schiefe Bahn. Des ständigen gepeinigt werdens und Opfer seins im Zuhause wie in der Schule ...

Alexander Wieser, 1977 geboren in Österreich, gerät nach einer ungeschützten und ungeliebten Kindheit auf die schiefe Bahn. Des ständigen gepeinigt werdens und Opfer seins im Zuhause wie in der Schule überdrüssig, vollzieht er die Kehrtwende und wird vom Opfer zum Täter. Durchtrainiert und gewaltbereit, schließt er sich den falschen Leuten an und randaliert und schlägert was das Zeug hält. Zwar kann er seine Ausbildung als Automechaniker beenden, doch stürzt ihn die falsch empfundene Loyalität zu seinem Vater, geboren aus dem verzweifelten Verlangen nach Liebe und Anerkennung, in große finanzielle Schulden und so sieht er sich gezwungen, bis zu vier Jobs gleichzeitig nachzugehen. Schließlich weiß er sich nicht mehr anders zu helfen, als sich mittels Kriminalität die notwendigen finanziellen Mittel zur Schuldenbegleichung zu besorgen.
Es kommt, wie es kommen muss: er wird verhaftet. Eine erste Verurteilung zu einer Bewährungsstrafe bleibt ungenutzt, weil ihn die finanzielle Bestrafung erneut mit hohen Schulden belastet, aber auch, weil er die Falschheit seines Tuns noch immer nicht wahrnehmen will. Weiterhin bleibt er seinem Weg der Kriminalität verhaftet. So erfolgt eine erneute Verhaftung, die dieses Mal nicht mehr mit einer Bewährungsstrafe endet. Glücklicherweise ist da seine Freundin Conny, die sich nach kurzer Besinnungspause und Neuorientierung gemeinsam mit den beiden Kindern entschließt, ihm eine Chance zu geben und emotionalen Halt zu bieten.
Und Alexander Wieser nützt diese dritte Chance in seinem Leben in vielerlei Hinsicht: Da ist zum einen das Reflektieren über Ursache und Wirkung, die schlussendlich zu der Erkenntnis führt, dass es nicht sinnvoll ist, weiterhin ein Opfer der Umstände zu sein und die Verantwortung für sein verkorkstes Leben einzig anderen zuzuweisen. Da ist auch seine Haltung, die ihm selbst im Gefängnis Freundschaften ermöglicht, ihn Schwierigkeiten aus dem Weg gehen und Toleranz auch jenen entgegenbringen lässt, die aus der Gesellschaft ausgestoßen sind. Da ist zum anderen die Bereitschaft, Hilfe anzunehmen: von Therapeuten, Psychologen, seiner Beziehungspartnerin und auf seine innere Stimme zu hören, die eigentlich ein ganz anderes Leben will, was ihm sogar die Sympathie einiger Wärter einbringt. Und so geht er nach seiner Entlassung einen neuen Weg, der anfänglich steinig ist und ihn immer wieder an seine Grenzen bringt, schlussendlich aber dazu führt, dass Alexander Wieser eine berufliche Entwicklung durchlebt, die ihm ermöglicht innerhalb der nächsten Jahre seine Schulden zu begleichen und seiner Familie vorzustehen. Seine Liebe und tief empfundene Verbundenheit zu seiner Familie lässt ihn Verantwortung übernehmen, seine Vergangenheit und die Entwicklung seiner Persönlichkeit aber wecken in ihm den Wunsch, seine Erfahrungen weiterzugeben, Präventionsarbeit und Hilfe denen zu leisten, die Gefahr laufen, ähnlich abzustürzen wie er.

„Zweite Chance verpasst“ ist kein literarisches Meisterwerk, aber das will dieses Buch auch nicht sein. Das nur 132 Seiten starke Büchlein ist eine Aufzeichnung von Erlebtem und Gegenwärtigem und oft vor allem zwischen den Zeilen stark. Alexander Wieser bleibt in manchem vage, er wird nicht zum Voyeur des Handelns und Leids seiner Gefängniskollegen, sondern konzentriert sich auf sich, und hätte man sich manchmal auch ein wenig mehr Details, z. B. hinsichtlich der Therapiearbeit oder seiner Beziehung zu den Wärtern, auch vielleicht zu seiner beruflichen und privaten Entwicklung (z. B. im Hinblick auf seine Schwester) und seinem Innenleben in dieser Zeit gewünscht, so bleibt die Absicht des Autors immer sichtbar: er will bewusst machen und Möglichkeiten aufzeigen, die jenseits der Kriminalität verlaufen, die zur Persönlichkeitsentwicklung von Menschen beitragen und die motivieren, den eigenen Weg zu gehen, auch wenn er steinig scheint und das tut er ambitioniert, mit ganzem Herzen und vor allem sehr authentisch.
Lesenswert!

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Veröffentlicht am 21.08.2020

Weniger wild und freudig, als vielmehr zutiefst menschlich...

Wilde Freude
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Als bei Jeanne, 39-jährige Buchhändlerin in Paris, im Zuge einer Routineuntersuchung der Verdacht auf Brustkrebs entsteht, der sich kurze Zeit später durch eine Biopsie bestätigt, bricht ihre ohnehin nicht ...

Als bei Jeanne, 39-jährige Buchhändlerin in Paris, im Zuge einer Routineuntersuchung der Verdacht auf Brustkrebs entsteht, der sich kurze Zeit später durch eine Biopsie bestätigt, bricht ihre ohnehin nicht heile Welt endgültig zusammen.

Kraft findet sie in der Bekanntschaft mit drei starken Frauen, die ein nicht minder schwieriges Schicksal zu tragen haben. Sie bieten Jeanne Orientierung in einer Lebensphase, in der ihr egoistischer Ehemann sie sich selbst und ihrem Schicksal überlässt, der Verlust ihres Kindes ihr erneut bewusst wird und sie in einer tiefen Woge des Selbstmitleids unterzugehen droht.

Gemeinsam durchleben die Frauen die notwendigen Chemotherapien und Bestrahlungen und damit einhergehenden Nebenwirkungen und Einschränkungen, leiden und lachen gemeinsam und schmieden einen Plan, der aberwitzig ist im wahrsten Sinne des Wortes.

Sorj Chalandons Buch lässt mich ambivalent und ein wenig ratlos zurück.

Da ist einmal seine Sprache: messerscharf, wunderschön schlicht, jeder Satz sitzt, vieles bleibt unausgesprochen, schwingt aber mit, steht zwischen den Zeilen, das erste Mal seit langem habe ich wieder mit Bleistift angestrichen…

Die Charaktere: nicht immer lässt sich die Persönlichkeit einer/s Ich-Erzählers/-in so klar erfassen wie in Jeannes Fall. Auch die anderen Frauen lassen keine Fragen offen, bleiben nicht schemenhaft und sind nicht schwarz-weiß gezeichnet, sondern widersprüchlich und dadurch zutiefst menschlich. Zwar habe ich mit keiner dieser Frauen wirklich viel Sympathie empfunden – außer vielleicht mit der starken Brigitte -, aber ich musste sie auch nicht „suchen“, um mir ein Bild von ihnen zu machen, sie waren tatsächlich auf jeder Seite päsent.

Der Plot – und hier wird es schwierig für mich. Anfänglich habe ich mich gefragt, was mich tatsächlich stört, denn eigentlich ist es ein hervorragendes Buch. Inzwischen ist mir aber klar, woran es – für mich – liegt: Es ist von allem zu viel, zu viel Schicksal für jeden einzelnen. Jede dieser Frauen hat nicht nur ihre Krebserkrankung zu bewältigen, was an sich schon reichen würde, weil der Krebs sie mitten aus dem Leben reißt. Hinzu kommen die jeweiligen Vergangenheiten, die als Hypotheken mit sich getragen werden.
In Jeannes Fall ist da beispielsweise der Verlust eines (schwerbehinderten) Kindes, erst im Verlauf des Buchs wird angedeutet, das der Schmerz hierüber direkt unter der Oberfläche lauert. Umso fragwürdiger wird ihr Festhalten an der Ehe mit einem Mann, der sich ausschließlich um sich zu drehen scheint, mit dem keine Kommunikation möglich ist. Eine Ehe, in der zwei Menschen alleine leben mit dem unverarbeiteten Verlust eines Kindes … und man fragt sich, warum Jeanne diese Ehe nicht schon längst hinterfragt hat, warum dazu eine Brustkrebserkrankung notwendig war. Ähnlich erging es mir mit den Schicksalen der anderen Frauen, bei jeder von ihnen habe ich mich immer gefragt: Aber warum?
Und dann auch noch ein Raubüberfall…

Fazit: Nicht wilde Freude, so scheint mir, ist der Beweggrund für das Handeln der Frauen, sondern der Mut der Verzweiflung und das Gefühl, nichts mehr zu verlieren zu haben. Und was das Lachen der Lebenslust sein soll, mutet zuweilen eher hysterisch an. Dieses Buch hat, so schön es auch geschrieben ist, für mich nicht die „Hymne an die Freude“ (Madame) sichtbar gemacht, sondern mich sehr viel mehr traurig und betroffen zurückgelassen.
Gleichwohl ist ‚Wilde Freude’ ein schönes und wirklich sehr lesenswertes Buch, wenn man davon ausgeht, dass es auch anders laufen kann, als der Klappentext verspricht.

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Veröffentlicht am 09.08.2020

Atemloses Erstlingswerk von einem, der sich auskennt

#CrashTag
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So richtig viel Spaß hat Fritz Graber, Reporterlegende der Neuen Frankfurter Zeitung, nicht mehr an seinem Job. Ehemals Garant für Spitzenjournalismus, ist die Stätte seines Wirkens, nicht zuletzt aufgrund ...

So richtig viel Spaß hat Fritz Graber, Reporterlegende der Neuen Frankfurter Zeitung, nicht mehr an seinem Job. Ehemals Garant für Spitzenjournalismus, ist die Stätte seines Wirkens, nicht zuletzt aufgrund der neuen Geschäftsführung, in die bedeutungslose Mittelmäßigkeit abgerutscht.
Und so verbringt Fritz, Steve McQueen Fan und einsamer Wolf mit Sehnsucht nach Nähe, trotz Kündigungsdrohung seine Zeit am Arbeitsplatz lieber damit, auf der Internet-Seite "#CrashTag.com" verunglückten High-Class-Oldtimer-Boliden nachzuspüren. In einer nicht so fernen Zukunft, in der autonome Fahrzeuge auf extra für sie eingerichteten Fahrspuren und Service-Roboter in der Fast-Food-Filiale um die Ecke zum Alltagsbild gehören, folgt Fritz seinem Instinkt auf die Spur eines internationalen Wirtschaftskomplotts, bei dem es um Milliarden und bald auch um sein Leben geht. Die Jagd nach Fakten führt ihn aus Deutschlands Bankenhauptstadt Frankfurt nach Asien und zurück, vor allem aber wieder zu sich selbst...

Hier schreibt einer, der offensichtlich weiß, wovon er spricht. Die Städtebeschreibungen sind detailliert, die Liebe zu den Oldtimern ist mehr als offensichtlich. Asien rückt nahe und auch dies nicht zufällig, wie die Autorenbiografie den Leser wissen lässt.

Der Protagonist mag nicht jedermanns Sympathie erringen, soll er aber wahrscheinlich auch gar nicht. Um Everybodys darling zu sein, ist dieser Fritz Graber zu eckig, zu widersprüchlich in sich, zu bequem und zu ewig gestrig. An Altem und Altbewährtem haftend, verweigert er sich - manchesmal auch durchaus hilfreichen - Neuerungen und ist so fortwährend auf die Hilfe anderer angewiesen. Für alles hat er seinen "Mann", sei es für Internetrecherche, zu Schrauberfragen, als "Ausputzer"... irgendjemand steht immer an Fritzens Seite. Und so lernt man einen bunten Kosmos originell gezeichneter Persönlichkeiten kennen, die das eine und andere Mal durchaus zum Schmunzeln veranlassen.

Der atemlosen Hatz der Handlung folgt die atemlose Sprache. Sind die Dialoge und die Sprache der handelnden Personen durchaus aus dem Leben gegriffen, lassen die inneren Monologe und Dialoge des ergrauten Fast-Nicholas-Cage-Doubles Fritz Graber den Leser manchesmal doch ein wenig ratlos zurück. Zu häufig enden Sätze im unvollendeten Nirgendwo... und man fragt sich, wie es wohl hätte weitergehen sollen... oder was der Autor eigentlich sagen wollte...
Auch aus dem Plot selbst ergibt sich die eine oder andere inhaltliche Frage, die aber mit ein wenig Fantasie selbst beantwortet werden kann und daher zu vernachlässigen ist.
Wirklich ärgerlich sind hingegen mannigfaltige Kommata- und Trennungsfehler (diese wohl dem Satz geschuldet) wie auch fehlende Artikel, die aufgrund der Häufigkeit einem flüssigen Folgen der Handlung schaden und immer wieder ablenken.
Ganz und gar ärgerlich ist ein Klappentext, der falsche Namen nennt und eine irreleitende Darstellung der Handlung abbildet...
Dies alles mindert aber letztendlich nicht die Qualität eines Buches, das zwar nicht große Literatur ist, aber doch einen erheblichen Unterhaltungswert hat... und nichts anderes wollte Martin Brückner mit seinem Erstlingswerk vermutlich leisten.
Daher: Lesenswert, für alle, die schnelle Handlungen und schnelle Autos mögen und originell-skurril gezeichnete Figuren!

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