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Veröffentlicht am 20.02.2017

Interessantes Setting, das leider nicht ganz hält, was es verspricht

Wir zwei in fremden Galaxien
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Der letzte Mensch, der noch auf der Erde gelebt hat, ist gestorben. Vor 84 Jahren sind 888 Menschen aufgebrochen, einem Signal nachzugehen, das von Epsilon Eridani kommt, 350 Jahre dauert der Hinflug, ...

Der letzte Mensch, der noch auf der Erde gelebt hat, ist gestorben. Vor 84 Jahren sind 888 Menschen aufgebrochen, einem Signal nachzugehen, das von Epsilon Eridani kommt, 350 Jahre dauert der Hinflug, mehr als eine Generation wird das Raumschiff nie verlassen.

Seren, Urenkelin der gerade Verstorbenen, steht kurz vor ihrem Abschluss, danach wird für sie bestimmt, welche Arbeit sie zu verrichten hat und wer ihr Lebenspartner sein wird, mit dem sie in vitro erzeugte Nachkommen bekommen wird, die Wissenschaft sorgt dafür, dass jeweils die Hälfte der gezeugten Kinder männlich und weiblich ist.

Seren tut sich schwer damit, die Regeln an Bord zu verstehen und zu akzeptieren, warum kann sie ihr Leben nicht selbst bestimmen? Warum soll sie mit jemandem ihr Leben verbringen, den sie nicht mag?

Als ich den Klappentext und die Leseprobe gelesen hatte, war ich vom Setting des Romans fasziniert, war gespannt, wie sich die Geschichte entwickeln würde und was man über die Hintergründe der Mission und vielleicht auch über andere Planeten erfahren würde bzw. welche Ideen die Autorin dazu hatte.

Der Roman lässt sich auch zunächst gut an, man erfährt Einiges über das Leben an Bord des Raumschiffes Ventura und über die Regeln, die das Leben der Besatzung bestimmen. Allerdings ist alles gefärbt durch Serens Meinungen und Emotionen, denn sie erzählt in Ich-Form, so dass man manche Dinge schnell hinterfragt. Ich mag die Ich-Form, man ist dadurch nahe am Geschehen, was hier noch durch den Präsens unterstützt wird, leider bleibt dadurch aber asuch Manches, was man über die Hintergründe wissen möchte, auf der Strecke. Was z. B. verspricht man sich von dem Signal, glaubt man wirklich, dass die Antwort in 700 Jahren noch jemanden auf der Erde interessiert. Ist wirklich alles so harmonisch auf der Ventura und Seren die Einzige, die rebelliert?

Natürlich kann der Leser verstehen, dass Seren lieber ein weniger fremd bestimmtes Leben hätte, obwohl man auch nachvollziehen kann, dass es bei einem Leben über so lange Zeit auf so beschränktem Raum, Regeln geben muss. Leider ist Seren nicht sehr sympathisch und im Laufe des Romans nervt sie immer mehr. Sie scheint nur ihre Sicht zu akzeptieren, handelt oft unüberlegt und ohne Rücksicht auf andere. Oft wirkt sie wie ein trotziges Kleinkind. Wirkliches Mitgefühl für sie konnte ich daher nicht entwickeln.

Die anderen Charaktere bleiben eher blass, was aber teilweise auch daran liegt, dass wir sie nur aus Serens Blickwinkel sehen und sie über die meisten wenig weiß oder gar nur Vorurteile hat. Über manche Menschen hätte man gerne mehr erfahren, vor allem über ihre Motive.

Leider liegt der Fokus des Romans sehr auf der Lovestory zwischen Seren und einem jungen Mann, der nicht für sie bestimmt ist. Ich hätte mir die Handlung des Romans, auch wegen des Klappentextes, etwas anders gewünscht, und als es endlich in die von mir gewünschte Richtung ging, mussten erst einmal Gefahren überwunden werden. Diese wirkten mir aber zu aufgesetzt, so dass die Spannung, die dadurch wohl erzeugt werden sollte, bei mit nicht ankam, so dass ausgerechnet das letzte Drittel für mich der uninteressanteste Teil des Romans ist – was aber sicher nicht jeder so sieht.

Gut, dass die Geschichte weiter gehen wird. Ich bin sehr gespannt darauf, was sich die Autorin einfallen lässt, und hoffe, dass der zweite Band meine Erwartungen mehr erfüllen wird und vielleicht endlich auch eine weitere Perspektive ins Spiel kommt. Außerdem wünsche ich mir weniger Liebesgeplänkel und mehr Tiefgang.

Ich habe lange überlegt, wie ich den Roman bewerten soll, immerhin hat er mich einigermaßen gut unterhalten und mein Interesse geweckt. Ich vergebe daher hoffnungsvolle 3 Sterne, aber noch keine Leseempfehlung (erst mal sehen, was Band 2 bringt).

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Atmosphäre
  • Charaktere
  • Gefühl
  • Originalität
Veröffentlicht am 04.02.2017

Kann nicht mit Band 1 mithalten

Provenzalische Geheimnisse
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Eine zickige Braut, die ständig Änderungswünsche hat, ein Bräutigam, der sich mit dem Bruder der Braut nicht versteht, eine Wette, die zu einem Toten führt, den zu Lebzeiten kaum jemand mochte, und ein ...

Eine zickige Braut, die ständig Änderungswünsche hat, ein Bräutigam, der sich mit dem Bruder der Braut nicht versteht, eine Wette, die zu einem Toten führt, den zu Lebzeiten kaum jemand mochte, und ein Dorfpolizist, der gerne bei Mordfällen ermittelt, obwohl das seine Befugnisse überschreitet, und der außerdem mit seinem Privatleben beschäftigt ist … Pierre Durand ermittelt in seinem zweiten Fall.

Wieder entführt uns Sophie Bonnet in die Provence, die selbst wieder eine größere Rolle einnimmt, nicht nur was Essen und Trinken angeht, wir erfahren auch viel über die Natur, über Naturschutz und über das Jagen, die beiden letzten Themen werden ausführlich und nicht uninteressant behandelt. Leider bleibt der Kriminalfall dadurch etwas auf der Strecken und der Roman hat deutliche Längen, ja, streckenweise langweilt er sogar. Dazu kommt noch Pierres Privatleben, seine Probleme mit der Renovierung seines Bauernhauses, Annäherungen und Missverständnisse innerhalb seiner Beziehung zu der Köchin Charlotte Berg, und seine berufliche Situation, viel Stoff in einem eher kurzen Roman von 350 Seiten.

Neben einer spannenden Krimihandlung fehlte mir dieses Mal auch der Humor, der im ersten Band noch gelegentlich durchblitzte, sich hier aber kaum noch bemerkbar macht. Gut gefallen hat mir allerdings, dass man einige Dorfbewohner besser kennen lernt, vor allem Giséle vom Bürgermeisteramt, die dieses Mal eine gute Figur macht.

Nachdem ich den ersten Band als Ebook gelesen habe, hatte ich dieses Mal ein Printexemplar. Dieses enthielt eine Karte und mehrere Rezepte, ein schöner Bonus. Wie im ersten Band gibt es auch wieder ein Glossar, das die französischen Begriffe aufgreift.

Der erste Band konnte mich noch überzeugen, der zweite Band hat nun für mich den Schlussstrich unter die Reihe gesetzt, weitere Bände werde ich wohl nicht mehr lesen, obwohl ich schon gerne wissen möchte, wie sich Pierres Leben weiterhin gestaltet. Dafür aber die Romane lesen zu müssen, darauf habe ich dann doch keine Lust.

Leider gelingt es dem zweiten Band der Krimireihe nicht mich zu fesseln, so dass ich hiermit die Reihe beenden werde. Von mir gibt es knappe 3 Sterne. Wer mit meinen Kritikpunkten leben kann und die Provence mag, könnte vielleicht Gefallen an der Reihe finden – vor dem zweiten Band sollte man aber den ersten lesen.

Veröffentlicht am 21.01.2017

Trifft nicht ganz meinen Geschmack

Die rote Löwin
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1205: Als die heimatliche Burg von Wenden überfallen wird, verlieren Rubina, Runja genannt, und ihr Bruder Waldemar nicht nur ihre Heimat, sondern auch ihre ganze Familie. Sie reisen nach Magdeburg, in ...

1205: Als die heimatliche Burg von Wenden überfallen wird, verlieren Rubina, Runja genannt, und ihr Bruder Waldemar nicht nur ihre Heimat, sondern auch ihre ganze Familie. Sie reisen nach Magdeburg, in der Hoffnung, dort bei Verwandten aufgenommen zu werden. Doch der Onkel jagt sie davon und sie müssen sich selbst durchschlagen. Schließlich landen sie beim Domdekan Laurenz, der hofft, sie für seine – unlauteren – Zwecke nutzen zu können. Runja ist seit dem Verlust ihrer Familie nur auf eines aus: Rache. Durch Laurenz scheinen sich nun Möglichkeiten dafür zu ergeben.

Der erste Blick ins Buch erfreut mein Herz: Eine farbige Karte (die ich allerdings während des Lesens kaum bemühen musste), ein Personenverzeichnis, in dem die, relativ wenigen, historischen Persönlichkeiten gekennzeichnet sind, und das man getrost vor der Lektüre durchlesen kann, denn es spoilert nicht, und eine Zeittafel, die von 805 bis 1207 für die Geschichte wesentliche Daten auflistet. Im Anhang findet sich neben einem Nachwort des Autors ein Glossar – insgesamt eine perfekte Ausstattung für einen historischen Roman.

Der Start ins Buch erweist sich als atemlos – nicht nur für Runja und Waldemar, sondern auch für den Leser. Die Geschwister werden erst von Wölfen, dann von Wenden gejagt, erzählt wird das in einer Art, die den Leser ebenfalls rasant durch das Geschehen führt und sich sogar in Worten ausdrückt „Als würde der Wald den Atem anhalten“ (S.13) – der also auch! Hier hatte ich das erste Mal das Gefühl von unrealistisch, Wölfe, die, zumal am Tag und im Frühjahr, Menschen jagen? Auch später hat mich dieses Gefühl öfter überfallen, sowohl bei Runjas Entwicklung und ihren Handlungen, als auch bei Laurenz Taten, und zwar zunehmend. Wobei es sein mag, dass ein Gottesmann solche Macht hat und tun und lassen kann, was er will, aber hier fragt man sich dann doch, warum niemand Fragen stellte, warum sich alle manipulieren ließen bzw. die Manipulationen nicht merkten, und warum es nicht wenigstens Gerüchte gab. Die Badehausszene dagegen, die der Autor meint, seinen Lesern erklären zu müssen, habe ich nicht in Frage gestellt, wer sich nur ein bisschen für das Mittelalter interessiert, hat entsprechende zeitgenössische Zeichnungen schon öfter gesehen.

Mir gefällt die Erzählweise, in der abwechselnd Runjas und Laurenz' Geschichte erzählt wird. Runjas Erzählstrang behält dabei in meinen Augen die Atemlosigkeit bei, während bei Laurenz alles etwas behäbiger wirkt. Insgesamt gefällt mir Thomas Ziebulas Erzählweise, sie ist sehr anschaulich, das Kopfkino springt an.

Mit Runja bin ich von Anfang an nicht warm geworden, ich fand einfach keinen Bezug zu ihr, sie hat mein Herz nicht berührt. Schön wäre es, so glaube ich, gewesen, sie erst einmal in ihrem normalen, glücklichen Leben kennen gelernt zu haben. Ihre Verantwortungsgefühle ihrem jüngeren Bruder gegenüber und ihre Rachegelüste kann ich durchaus nachvollziehen, nicht aber, die Art, wie sie sie auslebt, offenbar ist sie nicht in der Lage nachzudenken, sie lässt sich wie eine Marionette führen, stellt nichts in Frage und handelt bevor sie denkt. Hin und wieder wäre es auch sinnvoll gewesen, sich auszusprechen, Möglichkeiten hätte es gegeben. Irgendwann habe ich mich auch gefragt, warum sie nicht einfach Laurenz tötet, das wäre die Lösung vieler Probleme gewesen ...

Laurenz, der Antagonist, erschien mir lange der interessantere Charakter, auch wenn er als machthungriger, intriganter, über Leichen gehender und pädophiler Geistlicher schon fast zu sehr Klischees bedient. Leider driftet auch sein Handeln immer mehr ab, auch bei ihm scheint das Denken immer weniger zu werden.

Interessant finde ich die Einführung eines geheimen Ordens, Dagomar von Bamberg, ein Mitglied dieses Ordens, ist ebenfalls ein recht interessanter Charakter, über dessen Hintergründe ich gerne mehr gelesen hätte.

Runjas Liebesgeschichte mit Pirmin von Paris (wie immer verrät der Klappentext viel zu viel!) konnte ich nicht so ganz nachvollziehen. Gut, ein junges Mädchen verliert ihr Herz an einen schönen Mann, gut, Runja ähnelt sehr seiner verstorbenen Frau – aber reicht das? Hier wird, wie eigentlich im ganzen Buch (z. B. Laurenz' Verwicklungen mit den Wenden), die Geschichte zu verkürzt erzählt – ist halt so, Punkt. Das Ende des Romans wird dadurch noch unglaubwürdiger, mir erscheint es sowieso unpassend.

Zarte Gemüter sollten einen Bogen um den Roman machen, es gibt eine ganze Reihe sehr blutiger und explizit erzählter Szenen.

Der geschichtliche Hintergrund ist interessant, der Thronstreit zwischen Philipp von Schwaben und Otto IV, die Probleme mit den slawischen Völkern, sehr gut gefällt mir auch das Hintergrundwissen, das man erhält, z. B. über das Domkapitel. Gut gelungen auch die Verknüpfung des Geschehens mit dem Brand Magdeburgs Zunächst nimmt dieser historische Hintergrund einigen Raum ein, verliert er sich dann aber leider mehr und mehr, „Action“ tritt mehr und mehr in den Vordergrund.

Leider hat mich der Roman enttäuscht. Es war mein erster historischer des Autors, bisher kannte (und liebte) ich nur seine Geschichten aus dem Fantasybereich, die er unter den Namen Jo Zybell und Tom Jacuba veröffentlicht hat. Thomas Ziebula und seinen historischen Romanen werde ich daher auf jeden Fall noch eine zweite Chance geben.

Ich vergebe knappe drei Sterne, vor allem wegen der umfangreichen Ausstattung und des interessanten historischen Hintergrundes, der mich dazu brachte, mich weiter mit dem historischen Geschehen zu befassen. Die Geschichte an sich konnte mich leider nicht überzeugen.

Veröffentlicht am 03.12.2016

War leider nicht ganz nach meinem Geschmack

Skulduggery Pleasant 1 - Der Gentleman mit der Feuerhand
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Als ihr Onkel Gordon stirbt, wird die 12jährige Stephanie seine Erbin, nichts ahnend, dass das Erbe mehr für sie bereit halten wird, als das der Familie bekannte Vermögen. Mehr oder weniger zum Nachlass ...

Als ihr Onkel Gordon stirbt, wird die 12jährige Stephanie seine Erbin, nichts ahnend, dass das Erbe mehr für sie bereit halten wird, als das der Familie bekannte Vermögen. Mehr oder weniger zum Nachlass gehört z. B. auch Skulduggery Pleasant, Gordons alter Freund, der sich als lebendes Skelett herausstellt und zudem Detektiv ist. Einen Detektiv kann Stephanie gut gebrauchen, denn jemand ist hinter ihr her und verlangt nach einem Schlüssel.

Schon lange hatte ich von den Romanen um den eigenartigen Detektiv gehört und schon lange wollte ich einmal einen davon lesen – endlich bin ich nun dazu gekommen und mit Band 1 in die Reihe eingestiegen.

Die Idee eines so unglaublichen und merkwürdigen Detektives gefällt mir ausgesprochen gut und Skulduggery hatte schon einige Vorab-Plus-Punkte bei mir erlangt, leider hat die Lektüre des Romans meine Erwartungen nur zu Teil erfüllt. Zwar gefällt mir vor allem Stephanie als Protagonistin sehr gut, sie ist sehr pfiffig, mutig und abenteuerlustig, und lässt sich nicht abhalten, an der Lösung des Rätsel mit beitragen, und auch Skulduggery gefällt mir, er ist humorvoll und herrlich skurril. Es gibt noch einige weitere skurrile und auch interessante Charaktere, die mir gut gefallen und die wahrscheinlich zur Stammbesetzung der Reihe gehören, in deren Verlauf man hoffentlich ein bisschen mehr über sie erfährt.

Weniger gut gefällt der Antagonist, er ist zu sehr Klischee, wirkt ansonsten recht blass und seine Motivation erschließt sich mir nicht ganz. Noch weniger gefällt mir, dass der Roman viel zu viele Kampf- und Actionszenen beinhaltet, es geht von einer Gefahr in die nächste. Ich kann mit Kampfszenen meistens wenig anfangen, diese hier konnte ich auch nicht immer nachvollziehen, sie erschienen mir ziemlich wirr. Wirr und nicht immer logisch fand ich auch öfter mal die Geschichte an sich, hin und wieder habe ich den roten Faden verloren.

In den humorvollen und in den ruhigeren Passagen mag ich den Roman gerne, dort glänzt der Autor mit Beschreibungen und Dialogen. Leider gibt es aber auch die anderen Passagen, die mir nicht so recht gefallen wollen, so dass ich nur 3 Punkte vergebe. Skulduggery erhält aber auf jeden Fall noch eine zweite Chance von mir,mindestens einen weiteren Band werde ich noch lesen. Eine Leseempfehlung gibt es auch: Wen meine Kritikpunkte nicht stören, wer sogar Gefallen an vielen Actionszenen hat und zusätzlich gerne skurrile und außergewöhnliche Charaktere mag, sollte einen Versuch mit diesem besonderen Detektiv machen.

Veröffentlicht am 09.10.2016

Band 1 war deutlich besser

His Dark Materials 2: Das Magische Messer
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Der 12jährige Will ist auf der Flucht und landet dabei in einer anderen Welt. Dort trifft er Lyra, die aus einer weiteren Welt stammt und nach Antworten sucht. Die Welt, in der sich beide treffen, scheint ...

Der 12jährige Will ist auf der Flucht und landet dabei in einer anderen Welt. Dort trifft er Lyra, die aus einer weiteren Welt stammt und nach Antworten sucht. Die Welt, in der sich beide treffen, scheint von Kindern bewohnt – und von Gespenstern, die von Kindern nicht wahrgenommen werden, aber für Erwachsene eine große Bedrohung sind.

In Lyras Welt sind derweil der Aeronaut Lee Scoresby und die Hexe Serafina Pekkala ebenfalls auf der Suche nach Antworten.

Der zweite Teil der Trilogie setzt nicht direkt am Vorgängerband ein, sondern führt zunächst einen neuen Protagonisten ein: Will, der anscheinend in unserer bekannten Welt lebt. Will hat früh lernen müssen, seinen Mann zu stehen, sein Vater, ein Forschungsreisender, ist schon seit Jahren verschwunden, seine Mutter psychisch instabil.

Schon beim Vorgänger hatte ich Anfangsschwierigkeiten, und es dauerte etwas, bis der Band mir Lesefreude beschwerte. Auch „Das magische Messer“ machte es mir nicht leicht – und leider hielt sich das bis zum Ende. Lyras Welt hat mir gut gefallen, Philip Pullman hat sie mit viel Phantasie ausgearbeitet und bildreich von ihr erzählt. Die beiden neuen Welten sind weniger gut ausgearbeitet, nun, unsere eigene Welt kennen wir, da war das auch nicht weiter nötig. Die Welt der Gespenster allerdings blieb mir fremd und es fehlte mir an Hintergründen. Gut, dass manche Szenen in Lyras Welt spielen und mit Lee und Serafina altbekannte Charaktere auftreten. Lyra, die nun nicht mehr der Mittelpunkt der Geschichte ist, der Fokus liegt meines Erachtens mehr auf Will, ist mir immer noch nicht wesentlich sympathischer geworden. Wirklich interessante Charakterneuzugänge gibt es in diesem Roman eigentlich nur einen, jemand, den man eigentlich tot wähnte und der sogar eine doppelte Überraschung ist. So tolle Charaktere wie der Bär Iorek fehlen in diesem Band.

Die Geschichte selbst erscheint mir verworren und mit erheblichen Längen, wodurch ich mehr als einmal dazu verführt wurde, quer zu lesen, Philip Pullman erzählt sehr ausschweifend, so dass man dadurch nicht unbedingt etwas verpasst. Wirkliche Spannung kam bei mir nur selten auf, doch hin und wieder hat mich eine Szenenfolge doch gepackt, z. B. als Lyra das Alethiometer gestohlen wird und Will es mittels eines raffinierten Tricks zurückholen will.

Lange habe ich überlegt, welche Botschaft Philip Pullman mit dem Roman vermitteln will. Kirchenkritik? Kritik an Machtausübenden? Sozialkritik? Klar ist, dass die Kirche in Lyras Heimat eine verheerende Rolle inne hat, sie hat die Macht in Händen, bestimmt die Gesetze und handelt selbst sehr zweifelhaft. Wollte Pullman Machtausübung an sich kritisieren, warum bedient er sich dann der Kirche als kritisiertem Machtinhaber? Der Roman ist ein Jugendbuch (laut Verlag ab 12 Jahre geeignet) und ich finde es sowieso schon sehr düster und brutal für ein solches, dazu noch diese Botschaft macht es für mich nicht mehr für jüngere Jugendliche geeignet. Religion ist ein schwieriges Thema, wie ich finde und dieser Roman scheint mir nicht geeignet, sich damit auseinanderzusetzen.

Der Roman hat mich nach dem spannenden und phantsievollen ersten Band enttäuscht. Pullman erzählt weniger phantastisch, dafür immer verworrener, worunter auch die Spannung leidet. Trotzdem werde ich die Trilogie zu Ende lesen, vielleicht überrascht mich ja der dritte Band positiv. Für Band 2 gibt es 2,5 Sterne, die ich, wie immer aufrunde, aber keine Leseempfehlung. Ob die gesamte Trilogie empfehlenswert ist, entscheide ich nach dem Lesen des Abschlussbandes.