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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.07.2019

Anders als erwartet - und leider auch nicht ganz so gut wie erhofft.

Catwoman – Diebin von Gotham City
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MEINE MEINUNG:
„Wonder Woman“ von Leigh Bardugo zählt für mich noch immer zu den Highlights des letzten Jahres. Und das, obwohl ich zuvor noch nie irgendwas über die dortige Protagonistin in Erfahrung ...

MEINE MEINUNG:
„Wonder Woman“ von Leigh Bardugo zählt für mich noch immer zu den Highlights des letzten Jahres. Und das, obwohl ich zuvor noch nie irgendwas über die dortige Protagonistin in Erfahrung gebracht habe. Da ich aber „Gotham“, die Serie, sehr gerne mag, war ich umso gespannter was mich bei „Catwoman – Diebin von Gotham City“ erwartet und was die Queen der Autoren aus der Geschichte gemacht hat. Nachdem ich das Buch also zu Weihnachten bekam [danke an den besten Verlobten der Welt ♥], habe ich auch relativ zackig danach gegriffen und hab mich, zusammen mit Selina nach Gotham City gewagt. Wie es mir dort gefiel, welchen bekannten Figuren ich begegnen durfte und alles weitere erfahrt ihr jetzt. Viel Spaß ?

Der Einstieg besteht aus Selina’s Vergangenheit und nimmt doch einige Seiten in Anspruch. Wir lernen sie also zwei Jahre, bevor die eigentliche Geschichte startet, kennen und erfahren so einiges darüber, woher sie stammt; wie es um ihr familiäres Umfeld bestellt ist und wer sie war, bevor sie zu Catwoman wurde. Diese Form des Einstiegs in die Geschichte hat mir hier enorm gut gefallen. Es eröffnet ein ganz anderes Bild der Hauptfigur, als wir es gehabt hätten, wenn wir Selina erst als Holly kennengelernt hätten. Außerdem schufen schon die ersten Seiten eine riesige Portion Tiefgang und machten klar, dass sie keineswegs aus Lust und Laune heraus Diebstähle begeht sondern ein sehr driftiger Grund dahintersteckt. Dann kommt der Sprung in die Gegenwart und die Fragen, die noch offen bleiben, machten mich zusätzlich neugierig auf den weiteren Verlauf der Geschichte.

Selina als Protagonistin war eine kleine Herausforderung. Oder zumindest fällt es mir jetzt schwer, meine Gedanken zu ihr in Worte zu fassen. Auf der einen Seite mochte ich sie unheimlich gerne; ihre taffe, schlagfertige Art hat mich immer wieder zum Schmunzeln und Staunen gebracht und ihr freches Grinsen hat wunderbar zu ihr und zu Catwoman gepasst. Selina ist mutig und risikofreudig, gleichzeitig ist sie enorm intelligent und denkt ihre Pläne stets bis zum Ende, ehe sie damit beginnt und sie in die Tat umsetzt. Außerdem ist sie verantwortungsbewusst und loyal, zumindest den wichtigen Figuren gegenüber. Und all diese Eigenschaften für sich haben mich total beeindrucken können. Die Kombination aber wirkte auf mich nicht harmonisch. Es entstand keine Verbindung zwischen mir und ihr; kein Draht, ich fand sie nicht sympathisch und auch wenn sie ihre Rolle gut spielt und glaubhaft umsetzt, fehlte es mir an Authensität. Ich fieberte mit ihr mit, fühlte mit ihr mit und litt mit ihr; aber so richtig gemocht habe ich nicht. Es ist mir ein riesiges Rätsel, wie das zusammen passt, aber letzten Endes hat mich diese Chaos in meinem Kopf, das ich ihr gegenüber empfand, nicht mal richtig gestört.
Die Nebenfiguren gefielen mir dafür umso mehr. Poison Ivy war mir vor diesem Buch kein Begriff, aber nachdem ich sie kennenlernen durfte, war mir klar, dass diese verrückte Wissenschaftlerin genau das ist die Superhelden-Szene in Gotham braucht. Harley Quinn – eine meiner liebsten Figuren überhaupt, die so toll getroffen wurde von Sarah J. Maas, hat die Geschichte rund um Catwoman enorm bereichert. Und auch andere taten ihr übriges, um die Unterwelt der Stadt darzustellen.

Zum Schreibstil brauche ich wohl kaum etwas sgen. Ich habe Sarah J. Maas oben nicht umsonst als Queen der Autoren betitelt. Ich finde ihren Schreibstil total außergewöhnlich und würde ihre Art zu Schreiben sicher blind erkennen. Dabei kann ich nicht mal benennen, was ihn so anders macht. Ich hab wieder meine Zeit gebraucht um mich damit anzufreunden, doch danach ließ sich das Buch so schnell und trotzdem so atmosphärisch lesen, wie ich es selten erlebt habe. Diese Autorin schafft es, mit bloßen Worten eine Spannung zu erschaffen, und so detaillreiche Bilder der Kulisse, der Figuren, den Szenen, dass ich immer wieder, wenn ich das Buch weglegen musste, erstmal ein paar Sekunden brauchte, um aus dieser Welt wieder aufzutauchen. Für mich gehört Sarah J. Maas zu den besten Autoren, die ich jemals gelesen habe und mit „Catwoman“ macht sie da keine Ausnahme.
Ebenso gefiel mir die Gliederung, denn wir lesen nicht nur aus der Sicht von Selina, sondern auch aus einer zweiten Perspektive, die ich jetzt im Moment aber noch nicht namentlich nenne. Großes Kino – im wahrsten Sinne des Wortes.

Umsetzung der Idee war dagegen nicht ganz ausgereift, meiner Meinung nach. Ich fand den Einstieg noch äußerst spannend, und auch nach dem Zeitsprung war ich noch sehr an die Seiten gefesselt. Doch mein Interesse an der Geschichte ließ dann immer mehr nach. Mir erschloss sich lange nicht, worauf alles abzielt; was es denn für Catwoman zu erreichen galt; was der Sinn ihres Handelns sein könnte. Es kommen zwar immer wieder spannende Szenen, die für sich auch Tempo und Rasanz mitbrachten, im Gesamtbild aber eher Wiederholungen mit kleinen Unterschieden darstellten. Natürlich brachten sie teilweise auch Erkenntnisse mit sich, aber so richtig mitreißen konnte mich der rote Raden hier nicht. Erst zum letzten Viertel hin ging mir dann das nötige Licht auf und ich verstand, was Selina vor hatte – und auch erst ab dem Moment war ich wieder voll dabei und konnte nicht so schnell lesen, wie ich voran kommen wollte. Das Finale brachte dann auch endlich die Action mit, die mir lange Zeit gefehlt hat: es wurde explosiv, gab einige überraschende Wendungen und dramatische Feuerwerk ließ mich den Atem anhalten.
Für war die Umsetzung also eher ein Auf und Ab, was die Spannungskurve betrifft; lange Zeit hatte ich lediglich riesige Fragezeichen im Kopf und hätte mir deshalb viel eher gewünscht, dass Catwoman’s Ziele aufgedeckt werden. So wäre die Spannung definitiv eher gegeben gewesen.

FAZIT:
„Catwoman – Diebin von Gotham City“ von Sarah J. Maas ist zwar grandios geschrieben und bringt riesiges Potential mit; konnte mich aufgrund fehlender Spannung und eher mäßiger Sympathie der Protagonistin gegenüber, lange nicht so begeistern wie „Wonderwoman“ es konnte. Nach langer Überlegung vergebe ich aber aufgrund des großartigen Finales und des Wow-Effekts bei den Schlag auf Schlag aufkommenden Überraschungen dann doch 4 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 19.07.2019

Ein guter Einstieg ins Dark Romance Genre

Blood & Roses - Buch 1
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MEINE MEINUNG:
Dieses Genre war mir, ehrlich gesagt, bis auf „Cold Princess“ von Vanessa Sangue [zählt das als Dark Romance?] komplett fremd – aber wer mich kennt, der weiß um meine Neugier. Besonders ...

MEINE MEINUNG:
Dieses Genre war mir, ehrlich gesagt, bis auf „Cold Princess“ von Vanessa Sangue [zählt das als Dark Romance?] komplett fremd – aber wer mich kennt, der weiß um meine Neugier. Besonders als die DR-Titel aus dem Festa-Verlag immer mehr Aufmerksamkeit auf Instagram bekamen, wollte ich auch endlich mal prüfen, wie mir solche Geschichten gefallen. Nun habe ich mit Callie Hart’s „Blood and Roses“ einen Einblick bekommen und möchte euch heute unbedingt erzählen, wie es mir gefallen hat; was ich zu bemängeln habe und alles was dazwischen liegt. Viel Spaß ♥

Vorweg: ich glaube, dass die Charaktere an sich, in solchen Geschichten eine eher untergeordnete Rolle einnehmen. Dass der Leser sie zwar mag und mit ihnen mitfiebern kann, sie aber niemals den Tiefgang verpasst bekommen, den man in anderen Büchern erwartet und antrifft. Mir persönlich war es hier auch gar nicht so wichtig, dass ich jede Ecke, jede Macke und jedes Detail unserer Figuren erfahre und kannte.
Jedenfalls: Dieses Buch kommt mit insgesamt sehr wenigen Figuren aus. Gerade die Nebenfiguren werden nur wenig beleuchtet und erhalten von der Autorin nur wenig Aufmerksamkeit. Muss definitiv nichts schlechtes sein; denn solange dafür mehr Augenmerk auf die wichtigen Charakteren gelegt wird, kann ich sehr gut damit leben und das ist hier der Fall.
Unsere beiden Protagonisten Sloane und Zeth kommen keineswegs zu kurz. Beide haben eine Geschichte, die sie erzählen und ihre Vergangenheiten sind nicht nur erwähnt worden, sondern auch tiefgründig und authentisch ausgearbeitet. In gewisser Weise fühlte ich mich aber an all die anderen Erotik-Bücher, die ich je gelesen habe, erinnert. Junges Mauerblümchen trifft auf bitterbösen Bad Boy. Diese Klischees waren erfüllt, doch im Gegensatz zu vielen anderen Charakteren aus anderen Geschichten waren mir Sloane und Zeh unglaublich sympathisch und, das wichtigste: sie handelten und dachten glaubhaft. Oftmals ist es pure Naivität, die da aus den jungen Dingern spricht; und das meist noch gepaart mit Dümmlichkeit und Kopflosigkeit. Sloane ist eine junge Frau, die weiß, was sie will; die ein Ziel vor Augen hat. Mit ihrem Job als Ärztin ist sie alles andere als unselbstständig und ich mochte sie deshalb nur umso mehr. Eine gesunde Portion Neugier machten sie in meinen Augen nur noch greifbarer und ich schloss sie von der ersten Sekunde an sehr ins Herz.
Zeth verkörperte natürlich alles, was ein Bad Boy Buch-Charakter brauch: groß, breit wie ein Schrank, muskulös wie ein UFC Kämpfer und ausgestattet mit einem Herz, so kalt wie Alaska. Bei ihm war tatsächlich so ziemlich jedes Klischee erfüllt und natürlich bringt auch er auch die dramatische Vergangenheit mit, die ihn zu dem gemacht hat, was er heute ist. Der einzige Unterschied zu anderen Bad Boys besteht wohl darin, dass er von Anfang an auch zeigt, dass er sehr wohl ein Herz hat. Zumindest seine Gedanken und Handlungen lassen darauf schließen – im Gegensatz zu seinen Worten, aber die Dialoge in dem Buch sind ohnehin oft sehr derb und gespickt mit Wörtern, die ich hier bewusst nicht nenne – dazu aber nachher nochmal mehr.
Auf alle Fälle traf auch Zeth voll und ganz meinen Geschmack, eroberte mein Herz und schaffte es, dass ich ihn trotz seiner ruppigen, stellenweise gewaltsamen Art sympathisch und tatsächlich sogar liebenswert fand. Lediglich der Beschützerinstinkt und diese herrische Ader, die besonders gen Ende dann bei ihm durchkommt, ruinierte mir das Bild des perfekten Protagonisten.

Callie Hart hat sich für die wohl am besten passende Sprache entschieden: die, von der derberen Art. Denn wenn ein Buch von Drogen, Sex, Gewalt und Co. handelt, erwarte ich keinen poetischen Schreibstil. Ich will dieses „Dark“, das schon im Genre-Namen steckt, auch beim Stil zu spüren bekommen und in diesem Fall ist es der Autorin absolut gelungen, mich damit abzuholen und mich zu überzeugen. Ich kam sehr schnell voran, die Story ließ sich zügig, ja beinah in Windeseile lesen und trotzdem entstand eine packende Atmosphäre dabie. Es wird kein Blatt vor den Mund genommen – es wird kurz und knackig beschrieben. Auch die erotischen Szenen waren auf den Punkt: heiß, sexy und teilweise sogar obszön; aber nur das passte nunmal zur eigentlichen Story. Und wie oben bereits kurz angedeutet, waren auch die Dialoge untereinander zwar ruppig und derb, aber keineswegs niveaulos.
Und ganz wie ich es mir wünschte, erzählten beide Protagonisten. So erfahren wir nicht nur, was Sloane durch den Kopf geht; was sie tut und denkt, sondern bekommen auch einen Einblick in Zeth’s Gefühlswelt und in sein Privatleben, was eben dann dafür sorgte, dass er nicht nur der ‚arschige‘ Mistkerl war, sondern sich auch für gewisse Dinge verantwortlich fühlte und dem auch nachkam.

Der Klappentext verrät ja doch recht wenig, was innerhalb dieser 176 Seiten passiert. Also war alles, worauf ich mich vorbereiten konnte, dass es sich um Dark Romance handelt und dass Sloane etwas tun wird, auf das sie nicht stolz sein wird. Meine Neugier war groß, meine Hoffnungen hoch und als ich dann anfing zu lesen, wurde ich gleich sehr positiv überrascht – denn es beginnt genau so, wie ich es mir gewünscht hatte: ohne große Einleitung, dafür mit einer Menge Kribbeln. Wir treffen natürlich direkt auf Sloane, die kurz davor steht, das zu tun, auf das sie später nicht stolz sein wird. Diese erste Szene umfasst nicht viele Seiten und ist trotzdem fesselnd; macht einfach Lust auf mehr. Außerdem können wir uns gleich ein eigenes Bild von der Protagonistin machen. Nach dieser ersten Einstiegsszene begleiten wir Sloane noch wenige Zeilen lang, ehe dann ein Zeitsprung von ca. 2 Jahren geschieht und wir quasi in ein ganz neues Leben der Hauptfigur eintauchen.
Mir gefiel der Aufbau der Geschichte enorm gut. Es beginnt spannend und mit einer gehörigen Portion Erotik, wird dann ein kleines bisschen ruhiger um die Charaktere besser kennen zu lernen, ehe die dunklen Gestalten der Stadt ins Spiel kommen, und steigert sich dann zum großen Finale hin. In erster Linie überzeugte mich wohl die Tatsache, dass es neben dem Sex tatsächlich auch eine mitreißende und neugierig machende Handlung gab und ich genügend Stoff fand, um richtig mitfiebern zu können. Jetzt rückblickend war es sogar eher der „Thriller“-Aspekt, der hier überwiegte und der mich begeisterte und der Erotik-Anteil war zwar da, nahm aber nicht so viel Raum ein wie erwartet. Lediglich am Schluss kam nochmal eine Szene, die sehr heiß und sehr speziell war und die doch sehr detailliert und intensiv beschrieben wurde – die aber gleichzeitig auch eine Menge zur Aufklärung der Geschichte beitrug. Ich jedenfalls wurde durch diesen Schluss enorm neugierig auf Band 2 gemacht und freue mich zu erfahren und vor allem mitzuerleben, was Sloane und Zeth noch so erleben werden und wie die Geschichte letztlich endet.

FAZIT:
„Blood and Roses“ von Callie Hart war im Groben und Ganzen betrachtet ein gelungener Einstieg in das Genre. Mir gefielen sowohl die Figuren wie auch der Schreibstil sehr gut; und auch die Handlung konnte mich fesseln. Man muss sich einfach darauf gefasst machen, dass es derber zugeht; sowohl in Bezug auf die Storyline als auch auf die Sprache. Ich fühlte mich gut unterhalten, hatte ein paar (wenige) schöne Lesestunden und kann nichts finden, was mich großartig gestört hätte. Letzten Endes konnte es mich aber auch nicht gänzlich vom Hocker hauen, aber ich bin definitiv gespannt auf Band 2 und freue mich darauf. Ich vergebe insgesamt 4 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 19.07.2019

Ich liebe diese Atmosphäre!

Magisterium - Der Schlüssel aus Bronze
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MEINE MEINUNG:
Nach Band 1 und 2 war für mich ziemlich schnell klar, dass ich unbedingt am Ball bleiben möchte und erfahren will, wie es weitergeht mit Callum & Co. Besonders nachdem ich Band 2 noch stärker ...

MEINE MEINUNG:
Nach Band 1 und 2 war für mich ziemlich schnell klar, dass ich unbedingt am Ball bleiben möchte und erfahren will, wie es weitergeht mit Callum & Co. Besonders nachdem ich Band 2 noch stärker fand als den Auftakt war ich umso neugieriger auf den dritten Teil der Reihe. Jedenfalls bin ich inzwischen auch damit durch und kann euch heute meine Meinung dazu liefern. Falls ihr Band 1 + 2 noch nicht kennt, solltet ihr an dieser Stelle wohl besser nicht weiterlesen; ich versuche zwar stets nicht zu spoilern, doch gerade in Bezug auf die beiden Vorgängerbände kann ich das nicht gewährleisten. Falls ihr die anderen Teile aber kennt, dürft ihr gern dran bleiben und ich wünsche euch viel Spaß bei der Rezension. ♥

Auch in diesen Band steigen wir wieder kurz vor Beginn des neuen Schuljahrs in die Geschichte ein – dieses Mal jedoch unmittelbar bevor Callum und seine Freunde ans Magisterium zurückkehren. Da jedoch nicht der Unterricht bevorsteht, sondern etwas ganz anderes, fand ich den Sprung in die Geschichte sehr erfrischend und obwohl es Parallelen gibt zu seinen Vorgängern, auch neu und erfinderisch. Das Autorenduo hat sich hier bewusst dafür entschieden, den Einstieg etwas anders zu gestalten, als in Band 1 + 2 und auch die Art von Spannung, die hier prompt ins Spiel kommt, unterscheidet sich deutlich von dem, was wir als Leser der Vorgänger, bereits kennenlernen durften. Mir persönlich gefiel der Einstieg noch besser; wurde vom Geschehen noch mehr mitgerissen und sah in diesem Anfang noch mehr Potential. Ich war zugegebenermaßen sehr überrascht von dem Mut der beiden Autorinnen, denn schon auf den ersten Seiten gibt es einen Plot, der es in sich hat und den Verlauf der restlichen Geschichte maßgeblich beeinflusst.

Bereits in Band 1 + 2 habe ich bemängelt, dass ich Call oftmals ein wenig zu kopflos fand, was seine Aussagen betraf. Immer wieder gab er „Zeugs“ von sich, das mich dazu brachte, die Augen zu verdrehen und zu denken „das hat er jetzt nicht gesagt, oder?“. Denn in den meisten Fällen fand ich ihn äußerst sympathisch und nett, lediglich unterbrochen durch seine verbalen Aussetzer. Auch dass er vieles bzw. dass er quasi alles auf sich projeziert und oft sehr von sich eingenommen scheint, hinderte mich daran, ihn als perfekten Protagonisten zu betiteln. In Band 3 verschwanden diese Probleme nicht; aber ich spürte dennoch eine Entwicklung und somit Besserung, und das machte bereits einiges aus. Logisch; die drei Freunde werden älter und somit auch reifer und verloren einiges von ihrer Naivität; aber es sind nach wie vor junge Teenager, die ein gewisses Maß an Kindlichkeit definitiv brauchten und auch hatten.
Callum glänzte wieder durch Mut, Loyalität und Ehrlichkeit, durch unerbittlichen Kampfgeist und durch seinen Sinn für Gerechtigkeit. Manchmal schweifen seine Gedanken in etwas seltsame Richtungen; doch zum Glück war das eher die Seltenheit in diesem dritten Band. Ich mochte ihn einfach gerne, deutlich mehr als in den Vorgänger-Bänden und ich schloss ihn nun ein für alle Mal ins Herz. Über seine kleinen Macken konnte ich hier auch wesentlich besser hinwegsehen – oder sie fielen mir nicht so stark auf; das ist natürlich auch möglich.
Tamara war jedoch weiterhin mein liebster Charakter! Sie hatte einfach alles, was ich mir von guten Protas wünsche: humorvoll, empathisch und genau so mutig und loyal wie Call. Sie begeisterte mich immer wieder durch ihre Intelligenz und ihr Engagement, ihre Bodenständigkeit und ihr überaus großes Talent, Zeichen richtig zu deuten und Pläne ordentlich auszuarbeiten. Rein vom Gefühl her hätte sie auch eine astreine Erwachsene sein können und das imponierte mir.
Der dritte im Bunde, Aaron war wieder gewohnt undurchsichtig und geheimnisvoll. Schon in der Rezension zu Band 2 hatte ich angemerkt, dass er zwar ein sehr guter Freund für die zwei anderen Teenies war, ich aber keine Ahnung hatte, ob ich ihm vertrauen konnte – daran hat sich nichts geändert. Ich möchte ihn als Freund sehen; als treuen Begleiter von Callum; aber ich bin mir nach wie vor nicht sicher, ob er nicht doch ein Geheimnis hütet, das allen noch gefährlich werden könnte.
Ansonsten treten in Band 3 auch noch einige neue Figuren auf, die mir soweit alle gut gefallen haben. Besonders gut fand ich, wie das Autorenduo den Leser mit dem ein oder anderen Charakter auf völlig falsche Fährten lockte – bei mir gelang das jedenfalls wunderbar und ich war unglaublich überrascht, wie sehr ich mich in so manchem geirrt hatte.

Atmosphärisch, düster und geheimnisvoll. Diese drei Worte beschreiben den Stil der beiden hochkarätigen Autorinnen nahezu perfekt. Wieder war ich von dem Lese-Feeling absolut gefangen und fühlte mich regelrecht mitgerissen und direkt unter die Erde ins Magisterium versetzt. Dazu kommt, dass ich die Stimme von Oliver Rohrbeck einfach genial finde und so passend für die Geschichte rund um Callum und Co. Ich glaube, dass es gerade Stil, Sprache und Sprecher war, was mich so enorm an das Buch gefesselt hat. Wieder hatte ich permanent ein klares Bild der Geschehnisse vor Augen und hatte überhaupt kein Problem damit, mir alles vorzustellen und mich fallen zu lassen. Großartig! Wirklich großartig!

Da im vorherigen Teil der Geschichte noch einige Fragen offen geblieben sind, vermutete ich einiges an Zündstoff in diesem dritten Band. Dazu kam der große Knall beim Einstieg, der Ruder ebenfalls nochmal herum riss und eine Menge Action, Tempo und Spannung versprach. Und genau das war es auch, was uns in diesem dritten Teil erwartet: jede Menge Überraschungen und Wendungen an den richtigen Stellen; interessante und aufklärende Passagen und ein Protagonisten-Trio, das der Geschichte jede Menge Leben einhauchte. Ich war wieder sehr mitgerissen und total ans Geschehen gefesselt und fand die einzelnen Plots wirklich gut ausgedacht, ausgearbeitet und noch besser platziert. Immer wieder wurde ich als Leser auf falsche Fährten gelockt; nur um anschließend völlig überrumpelt von den entsprechenden Auflösungen zu werden. Dennoch war meine Begeisterung in Band 2 einfach größer; und ich kann einfach nicht in Worte fassen, warum. Vielleicht, weil das Tempo hier in „Der Schlüssel aus Bronze“ ein wenig langsamer wirkte – als würde alles mit angezogener Handbremse geschehen. Vielleicht auch, weil ich in Band 2 den Ablauf einfach eine Nuance besser und interessanter fand. Dennoch kam auch in diesem dritten Band zu keiner einzigen Sekunde Langeweile auf – es gab ständig neue Erkenntnisse für die drei Hauptfiguren und sie hatten wieder ein fulminantes Schuljahr zu bewältigen. Das Ende konnte dem Ende des Vorgängers dann auch nicht gänzlich das Wasser reichen; war aber auch keineswegs schlecht, sondern einfach weniger explosiv. Alles in allem eine sehr gelungene Ausführung der Geschichte, nur eben kein absolutes Highlight, wie ich es mir erhofft hatte.

FAZIT:
„Magisterium – Der Schlüssel aus Bronze“ von Cassandra Clare und Holly Black ist eine rund herum stimmige, mitreißende Geschichte, die ihren Vorgängern in nichts nachsteht. Es war wieder rasant, actionreich und voller Überraschungen. Dazu kam der weiterhin sehr düstere, geheimnisvolle und vor allem atmosphärische Schreibstil und der unglaublich grandiose Sprecher. Leider aber gefiel mir Band 2 der Reihe eine Nuance besser. Nichts desto trotz freue ich mich wie ein kleines Kind auf Band 4 der Reihe und kanns kaum erwarten, ihn endlich in ungekürzter Form hören zu können und zum Glück ist es am 28.01.2019 schon soweit. Jedenfalls gibt’s von mir für den dritten Band wohl verdiente und passable 4 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 19.07.2019

Gutes Grundkonzept, leider etwas langsam erzählt

Alles, was du fürchtest
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MEINE MEINUNG:
Endlich mal wieder ein Thriller! Das war mein erster Gedanke, als ich dieses Buch begonnen habe. Es ist definitiv einige Zeit her, seitdem ich einen richtigen Thriller für Erwachsene gelesen ...

MEINE MEINUNG:
Endlich mal wieder ein Thriller! Das war mein erster Gedanke, als ich dieses Buch begonnen habe. Es ist definitiv einige Zeit her, seitdem ich einen richtigen Thriller für Erwachsene gelesen habe und umso größer war die Vorfreude und umso gespannter war ich auf die Geschichte rund um Kate und ihren Cousin. Außerdem habe ich bereits viel Gutes über Peter Swanson gehört, insbesondere von Padi von Padilovesbooks; und auch wenns jetzt nicht ihr Lieblingsbuch „Die Gerechte“ von dem Autor wurde, war ich enorm neugierig und wollte mir einfach ein eigenes Bild vom Stil und der Geschichte machen. An dieser Stelle möchte ich mich auch nochmal beim blanvalet-Verlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars bedanken – die Freude war riesig, als es ganz unerwartet ankam. Nun aber zu meiner entgültigen Meinung. Viel Spaß ♥

In erster Linie dreht sich alles um Kate Priddy, einer jungen Frau, die in der Vergangenheit bereits einiges schlimmes erleben musste und deshalb durchaus so ihre Probleme mit sich herum trägt. Als sie die Chance bekommt, für ein halbes Jahr in die Wohnung ihres Cousins Corbin in Boston zu ziehen, nimmt sie all ihren Mut zusammen und bricht ihre Zelte vorrübergehend in London ab und lässt sich auf das Angebot ein.
Kate glänzte in erster Linie durch ihre enorme Unsicherheit, die greifbar und sehr glaubwürdig rüber kam, die aber gleichzeitig auch für eine gewisse Distanz zwischen mir und ihr sorgte. Bei Kate wusste ich nie so recht, ob sie gerade träumte, ob sie wach war, ob sie halluzinierte oder ob sie schlicht und ergreifend verrückt wurde aber trotz all ihren Schwächen, ihren Fehlern und ihren Problemen beneidete ich sie zutiefst. Ihr Mut und ihr starker Wille waren beeindruckend und ich verwette alles darauf, dass es nicht viele Menschen gibt, die in so einer Situation so handeln würden bzw. so gehandelt hätten, wie Kate es tat. Peter Swanson hat mit dieser Frau eine unglaublich interessante Persönlichkeit geschaffen, und gerade gen Ende war die Entwicklung von Kate unglaublich realistisch und echt und mehr als gelungen. Zahlreiche Details über und aus ihrem Leben rundeten sie dann gänzlich ab. Mich störte auch dieses Distanz nicht; im Gegenteil; dadurch dass ich sie einfach nicht so recht einschätzen konnte, fieberte ich umso mehr mit und war dementsprechend neugierig, was denn nun Wahn, Traum und was Realität war.
Corbin, den man durchaus auch als Protagonist bezeichnen kann, gefiel mir ebenfalls sehr gut. Auch er war sehr undurchsichtig und nicht großartig sympathischer als Kate; aber mindestens genau so interessant. Er hatte einige Facetten, viele, fast unzählige Probleme und Macken, aber auch einiges, was man durchaus mögen konnte an ihm. Besonders der Teil über seine Vergangenheit hat mich maßlos entsetzt, schockiert, sprachlos gemacht – aber auch genau so sehr gefesselt.
Für mich waren die Charaktere in der Geschichte wirklich gut ausgearbeitet und dargestellt. Peter Swanson legt nicht viel wert darauf, seine Figuren liebenswert und überaus sympathisch zu gestalten, dafür sind sie interessant und vielschichtig, mit jeder Menge Details und Informationen ausgestattet, was mich viel mehr überzeugen konnte als jede Form von Sympathie. Genau so erging es mir mit den Interaktionen untereinander. Die Gespräche waren weder besonders eingehend noch besonders ausschweifend – kein Dialog dauert länger als gefühlte 2 Minuten und trotzdem nahm ich dem Autor jede Silbe, die er seine Charaktere sagen ließ, komplett ab.
Nebenfiguren gab es tatsächlich auch, die trugen jetzt aber keinen wesentlichen Teil zur Geschichte bei. Die wichtigen Randcharaktere bekamen genug Aufmerksamkeit, um sie nicht zu vergessen und um sie nicht gleich zu durchschauen. Für mich waren die Figuren alles in allem zwar kein absolutes Highlight, aber ich fand sie wirklich gelungen und hab im Groben und Ganzen nichts zu bemängeln.

Auf den Schreibstil war ich dabei besonders gespannt. Gerade Padi hat immer wieder davon geschwärmt und natürlich wuchs meine Neugier dadurch ins Unermessliche. Leider aber wurde ich doch ein kleines bisschen enttäuscht. Peter Swanson schreibt keineswegs schlecht, das will ich damit gar nicht sagen; viel mehr störte mich die fehlende Atmosphäre. Natürlich war es spannend und mitreißend, aber war das eher der Handlung zu verdanken, als dem Stil. Ich vermisste dieses Gefühl von Atemlosigkeit beim Lesen; von sprachlichem Tempo. Viel eher kam es mir so vor, als würde alles so vor sich hindümpeln und gar nicht richtig voran kommen, weil sich der Autor mit sehr viel Nebensächlichkeiten beschäftigt, die letztlich nichts für die Geschichte tun. Dennoch muss ich aber auch betonen, dass ich zügig voran kam und es keinerlei Verständnis-Probleme gab. Das Buch hat sich flüssig und leicht lesen lassen und war detailliert – beinah zu detailliert – dargestellt und ausgearbeitet. Desweiteren muss ich positiv anmerken, wie das Buch gegliedert war. Wir lesen sehr viel aus Kate’s Sicht, aber nicht nur! Auch andere Figuren wie zum Beispiel Corbin oder Alan bekommen ihre Passagen. Das gefiel mir sehr gut, besonders weil sich der Autor für die dritte Person entschieden hat. Gleichzeitig liegt hier aber auch noch ein kleiner Kritikpunkt begraben: dadurch, dass wir eben aus Kate’s Sicht bereits viel erfahren, gibt es immer wieder Dopplungen, die der Geschichte das Tempo rauben. Das heißt: wir lesen etwas aus Kate’s Sicht, springen dann zu Corbin, dessen Sicht aber von früher stammt und wir uns erst wieder dem Punkt, an dem Kate’s Sicht endet, annähern müssen. Das hat sich stellenweise doch etwas gezogen, wenngleich es natürlich auch Tiefe in das Geschehen brachte.

Bevor ich irgendwas zur Handlung sage, möchte ich eins vorweg erwähnen: wer einen temporeichen, atemlosen Thriller erwartet mit schockierenden Wendungen und Twists, die einen regelrecht umhauen; der ist hier falsch. Wer sich aber einen Thriller wünscht, der fesselt und psychologisch gut recherchiert und ausgearbeitet ist; der mitfühlen möchte; der Angst haben will, der sollte sich „Alles was du fürchtest“ doch mal genauer anschauen. Peter Swanson erzählt die Geschichte sehr ruhig, setzt eher auf Details als auf Action und haucht der Handlung eher durch interessante Aspekte als durch Tempo Spannung ein. Mir persönlich war schon relativ früh klar, wer wo seine Finger im Spiel hatte und gen Mitte des Buches wusste ich dann auch schon, wer letzten Endes der Täter war. Grundsätzlich beinah ein No-Go in einem Thriller; doch wenn dabei etwas so interessant und spannend erzählt wird, dann ist für mich die Aufklärung der Geschichte mitunter der unwichtigste Punkt. Viel mehr Wert lege ich dann auf den Weg dorthin. Ist der gut ausgearbeitet, spannend und eventuell sogar noch gruselig, dann ist das um so vieles mehr wert als jede schockierende Auflösung. Hier gilt also ganz klar, dass Weg ist das Ziel und diesen Weg hat Peter Swanson sehr spannend und mitreißend gestaltet, hat sowohl den psychologischen Aspekt als auch die Polizei-Arbeit nicht außer acht gelassen und so alles bedient, was ich erwartet und mir gewünscht hatte. Das Finale konnte tempomäßig aber einiges wieder wett machen. Die fulminante Schlüssel-Szene, in der sich endlich alles auflöste, war enorm gut dargestellt und ließ mich stellenweise sogar den Atem anhalten. Da kam dann das, was ich zuvor vermisst hatte und stimmte mich doch noch versöhnlicher und ließ meine Enttäuschung über die fehlende Geschwindigkeit doch etwas abflachen.

FAZIT:
„Alles was du fürchtest“ von Peter Swanson ist ein sehr interessanter Thriller mit einer gut durchdachten Thematik und sauber recherchierten Elementen. Der Schreibstil liest sich dabei flüssig und leicht, schafft aber nur wenig Atmosphäre. Die Charaktere dagegen sind sehr fein ausgearbeitet, besitzen eine Vielzahl an Details und vielfältige Vergangenheiten, wodurch sie als Personen alle an Tiefgang gewinnen und dementsprechend greifbar und authentisch wirken. Einziger Kritikpunkt meinerseits ist sie ruhige Erzählweise des Autors, was mich zwar nie wirklich langweilte, aber doch stellenweise für eine gewisse Trockenheit sorgte. Ansonsten absolut lesenswert! Ich werde mir definitiv noch mehr von Herrn Swanson anschauen. Von mir gibts letzten Endes 4 Sterne.

Veröffentlicht am 19.07.2019

heimelige Atmosphäre - ganz große Gefühle! Das ist Redwood Love

Redwood Love – Es beginnt mit einem Kuss
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MEINE MEINUNG:
Der erste Band dieser Serie hat mir schon unglaublich gut gefallen. Ich konnte zwar diesen enormen Hype nicht gänzlich nachvollziehen, aber begeistert hat mich die Geschichte rund um Avery ...

MEINE MEINUNG:
Der erste Band dieser Serie hat mir schon unglaublich gut gefallen. Ich konnte zwar diesen enormen Hype nicht gänzlich nachvollziehen, aber begeistert hat mich die Geschichte rund um Avery und Cade trotzdem. (» hier « gelangt ihr zur Rezension zu Band 1). Da wir unseren jetzigen Protagonisten schon im Vorgänger kennenlernen durften und ich ihn dort schon sehr sympathisch und interessant fand, war ich umso neugieriger auf Flynn’s eigene Geschichte. Also ließ ich gar nicht viel Zeit vergehen und schnappte mir dieses Buch hier. Die Meinungen darüber sagen entweder, es ist noch besser als Teil 1, oder aber sie sagen, es wäre eine Nuance schwächer – kurz um: alle finden es toll und deshalb waren meine Erwartungen entsprechend hoch. Heute kann ich euch meine endgültige Meinung liefern und wünsche euch dabei viel Spaß ♥

Kelly Moran hat schon mit dem ersten Band eine völlig neue Welt erschaffen: ein kleines Fleckchen Idylle in Oregon, an dem man sich wohlfühlen und zu Hause fühlen kann. Schon in Redwood Band 1 verliebte ich mich Hals über Kopf in dieses Örtchen und wollte partout nicht in die Realität zurückkehren. Für mich ist es auch genau das, was diese Bücher ausmacht: die Naturverbundenheit, die Idylle und der enorme Wohlfühlfaktor Alles an Redwood strahlt Ruhe aus, Friedlichkeit und Zusammengehörigkeit und das nahm mich von der ersten Sekunde an vollkommen mit. So war es auch im zweiten Band der Redwood Reihe: schon beim Einstieg fühlte ich mich, als würde ich nach langer Abwesenheit endlich wieder nach Hause kommen. Man kann sich, auch dank des angenehmen Schreibstils der Autorin, so herrlich leicht fallen und treiben lassen, muss weder miträtseln noch großartig nachdenken sondern nur mitfühlen und genießen; und fühlt sich rund herum geborgen. Kelly Moran schreibt dabei sehr flüssig, eher einfach aber trotzdem emotional und gefühlvoll und keineswegs platt. Um eine solch heimelige Wohlfühl-Atmosphäre zu schaffen, braucht man das nötige Feingefühl und das war hier deutlich erkennbar. Die einzelnen Szenen waren mitreißend und detailliert dargestellt, schön ausgearbeitet und die Beschreibungen weder zu weitläufig noch zu knapp. Alles in allem hat Kelly Moran hier einfach ein unsagbares Talent bewiesen und die Geschichte rund um Flynn und Gabby total schön verpackt und zu Papier gebracht.

Gabby und Flynn harmonieren absolut perfekt zusammen und agieren auf einer Ebene miteinander, die dermaßen schön und einnehmend ist, dass es kaum vorstellbar ist, dass es so etwas wirklich geben kann. Die Chemie zwischen den beiden ist greifbar und so herzerwärmend – einfach wunderschön ausgearbeitet und dargestellt. Allgemein gefielen mir die Dialoge, sowohl zwischen Gabby und Flynn auch als in Kombination mit anderen Charaktern unsagbar gut und waren einerseits sehr humorvoll, gleichzeitig aber auch emotional und authentisch. Besonders angetan hat es mir, wie schon in Band 1, die kleine Hailey, also Avery’s 8-jährige Tochter. Kelly Moran hat das Mädchen, das an Autismus leidet, sehr echt und glaubhaft dargestellt und ihre Behinderung gut ausgearbeitet. Natürlich gefielen wir auch Avery und Cade wieder total, ebenso wie Drake – ich glaube, mein Herz schlägt nach wie vor für ihn mit seiner schweigsamen aber so liebenswert grummeligen Art.
Nun aber zu den zwei Hauptakteuren hier: Gabby ist eine absolut bemerkenswerte Persönlichkeit. Ich war immer wieder erstaunt, wie aufopferungsvoll und selbstlos sie handelt, und das alles mit einer Selbstverständlichkeit, die einen sprachlos macht. Gabby hat ein Herz aus Gold, ist mitunter eine der liebenswertesten Charakteren, die ich jemals kennenlernen durfte und überzeugte mich auf ganzer Linie. Ihr Auftreten ist selbstsicher, offen und stets positiv und sie trägt ihr Herz definitiv auf der Zunge. Ehrlichkeit, Tierliebe und Glaubwürdigkeit rundeten sie für mich dann gänzlich ab. Außerdem gefiel es mir sehr gut, dass hinter der stets offen zur Schau getragenen gute Laune doch auch noch etwas steckt, das tiefer geht. Denn so perfekt, wie sich Gabby’s Leben hier jetzt anhört, ist es nicht. Sie hat genau so ihr Päckchen zu tragen, wie alle anderen und hat damit manchmal ganz schön zu kämpfen. Aber ebenfalls ausgewogen und auf glaubhafter Ebene.
Dann kam mein Sorgenkind, Flynn O’Grady. Er war, genau wie seine Brüder, überaus sympathisch und attraktiv. Seine Behinderung in Form der Gehörlosigkeit, an der er seit der Geburt leidet, war genau so wie der Autismus von Hailey sehr gut eingefangen und absolut realistisch dargestellt. Mir gefielen auch die Aspekte, in denen erklärt wurde, was ihm in bestimmten Momenten wirklich fehlte, wie beispielsweise bei der Musik, bei der er nur leichte Vibrationen wahrnahm. Es wurde also gut thematisiert und in Worte gefasst. Ich mochte Flynn auch, keine Frage. Ich gönnte ihm sein Glück von ganzem Herzen und hatte keinerlei Probleme, mitzufühlen und mitzufiebern, aber – und jetzt kommt das große Aber: Flynn ging mir stellenweise auch gehörig auf die Nerven. Ich verstehe, dass er von gewissen Selbstzweifeln geplagt wird; das ist nur verständlich. Aber dieses immerwährende „sich selbst schlecht machen“ war irgendwann to much. Er war eine Seele von Mensch; eine Persönlichkeit, der ich im wahren Leben auf freundschaftlicher Basis meine Welt zu Füßen legen würde – aber dass er sich und Gabby mehrfach ziemlich vor den Kopf stößt, ging mir auf den Keks. Das war unnötig. Oder zumindest hätte ich mir gewünscht, dass das nicht so oft passiert. Die ersten 2-3x warr es noch völlig legitim, aber dann wurde es doch zu viel. Ansonsten aber kann ich sagen, dass er wirklich eine Seele von Mann war, der so fernab von Bad Boy war, dass es mir fast Angst machte – aber ich mochte ihn; ich mochte ihn so unglaublich gerne.

Zur Idee an sich brauche ich wohl nichts mehr sagen; denn wer die Rezension zu Band 1 gelesen hat, der weiß bereits, dass ich es toll finde, diese drei Brüder, die allesamt Tierärzte sind, auf ihrem Weg zur großen Liebe begleiten zu können. Das war in Band 2 und somit bei Flynn nicht anders. Seine Geschichte schaffte es auch prompt, mich in ihren Bann zu ziehen und Gabby tut ihr übriges, um mich an die Seiten zu fesseln. Die beiden sind zu Beginn noch „nur“ Arbeitskollegen und beste Freunde und so langsam muss sich Flynn eingestehen, dass er vielleicht doch zu seinen tiefer gehenden Gefühle zu ihr stehen sollte – tut er aber nicht. Während der ersten Hälfte ist es quasi ein stetiges Hin und Her ala „ja ich will sie“ .. „nein ich bin nicht gut genug, nein ich will unsere Freundschaft nicht gefähren“ .. „ja aber ich habe Gefühle für sie“ usw. Das war, wie oben bereits erwähnt, echt anstrengend und hielt mich auch ein wenig auf. Ein Glück, dass eben auch andere Faktoren eine wichtige Rolle spielten, wie beispielsweise das große Stadtfest und die Vorbereitungen für ein gewisses anderes Event; die lockerten den Lesefluss oftmals auf und stimmten mich wieder milder. Obwohl ich damit nicht sagen möchte, dass ich tierisch genervt war vom Geschehen oder gar wütend – es war nur einfach manchmal to much, was die Flatterhaftigkeit der Protagonisten betrifft. Desweiteren fehlte mir der Schlüssel-Moment, der in jeder Geschichte die große Wende bringt. Da war hier eher ein fließender Übergang und ich war zugebenermaßen echt überrascht, als es dann plötzlich ganz anders war, ohne dass jemand darüber gesprochen hätte oder dergleichen. Dafür stellte sich dann nach der erste Hälfte absolute Besserung ein und ich konnte endlich wieder komplett und ohne Vorbehalte mitfiebern, mitfühlen und mich wohlfühlen. Natürlich war der Ablauf der zweiten Hälfte wieder ähnlich wie bei anderen New Adult Geschichten, aber das störte mich keineswegs. Besonders gen Ende wurde es ungemein ergreifend und berührend und der Schluss trieb mir tatsächlich mal wieder die Tränen in die Augen. Das kann Kelly Moran einfach: die Abschlussszene war großartig und wirklich nicht zu toppen.

FAZIT:
„Redwood Love 2 – Es beginnt mit einem Kuss“ von Kelly Moran konnte mich, alles in allem, leider nicht so überzeugen, wie der erste Band es tat; und trotzdem kann ich nicht behaupten, dass es mir nicht gefallen hätte. Es gab die ein oder andere Szene, die es meiner Meinung nach nicht gebraucht hätte; und Flynn als Protagonist hätte gut und gern ein wenig weniger flatterhaft sein; aber alles in allem war es wieder eine schöne Liebesgeschichte, deren Ende mich absolut überzeugte und zu Tränen rührte. Vn mir gibts deshalb trotzdem eine Leseempfehlung und lieb gemeinte 4 von 5 Sternen.