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Rebecca1493

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Veröffentlicht am 29.09.2017

Nicht unbedingt mein Fall gewesen

The Promise - Der goldene Hof
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Die Gestalter des Bastei Lübbe-Verlages haben einmal mehr ein kleines Kunstwerk geschaffen, das sofort meinen Blick angezogen hat. Da Elizabeth tatsächlich goldblonde Haare ihr Eigen nennt, hat es mir ...

Die Gestalter des Bastei Lübbe-Verlages haben einmal mehr ein kleines Kunstwerk geschaffen, das sofort meinen Blick angezogen hat. Da Elizabeth tatsächlich goldblonde Haare ihr Eigen nennt, hat es mir sofort noch eine Spur besser gefallen und es passt gleichzeitig sehr gut zur Überschrift „Der Goldene Hof“. Ich habe also rein gar nichts am Titelbild auszusetzen.

Inhaltsangabe und Cover hatten mich positiv auf die Geschichte eingestimmt, meine Erwartungen waren dementsprechend hoch angesiedelt. Welche Richtung die Erzählung nehmen würde, konnte ich allerdings nicht wirklich einschätzen.

Zu Beginn hatte ich einerseits leichte Schwierigkeiten mich an die etwas gestelzte Sprache zu gewöhnen, die die Protagonisten verwendeten und andererseits mit den vielen neuen Namen der Figuren, Schauplätze und Völker zu kämpfen. Eine kleine Karte zu Beginn des Buches wäre in diesem Falle vielleicht ganz nützlich gewesen. Nach einigen Seiten konnte ich dem Geschehen aber immer besser folgen und mich mit dem Schreibstil arrangieren. Vor allem die Beschreibungen der Umgebung bzw. der Schauplätze waren für mich ein Highlight des Buches.

Die Geschichte spielt in einer Welt, die mich an die Zeit des 18. oder 19. Jahrhunderts erinnert: der Adel hält die Zügel in der Hand, neue Kolonien werden besiedelt und unterschiedliche Religionsrichtungen spalten die Gesellschaft. Das Buch hat dementsprechend einiges mit einem historischen Roman gemeinsam bzw. kann als solches durchgehen.

Leider hat mich der Inhalt des Buches aber nicht in der Weise überzeugen können, wie ich es mir erhofft hatte. Natürlich soll die Geschichte nicht bereits innerhalb der ersten Seiten vorauszusehen sein, aber selbst nach circa 100 Seiten konnte ich nicht wirklich erahnen, wohin die Reise gehen würde. Mich hat die Erzählung einfach nicht von den Socken gehauen, sie plätscherte eher vor sich hin, um ab und zu durch einen kleinen Höhenpunkt unterbrochen zu werden. Erst zum Ende hin wurde eine gewisse Spannung greifbar, die mich ein wenig über die Längen hinwegsehen lassen konnte.

Dass es weitere Teile dieser Reihe geben wird, war mir zwar schon im Vorfeld klar gewesen, allerdings werden einige Geheimnisse der Freundinnen Elizabeths derart umschifft und offen gelassen, dass es praktisch unumgänglich ist. Vermutlich werde ich aber keinen weiteren Band lesen, ich bin einfach nicht überzeugt davon, dass mich Teil 2 besser unterhalten wird. Wirklich schade, denn in meinen Augen hatte die Idee für die Erzählungen durchaus Potenzial.

Fazit: Ich hatte mir deutlich mehr von dieser Geschichte erhofft. Für mich war einfach kein roter Faden erkennbar.

Veröffentlicht am 19.09.2017

Der Funke sprang nicht über

Soul Hunters
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Ein Schmetterling ziert das Cover eines Thrillers? Eher untypisch war der erste Gedanke, der mir dazu einfiel. Allerdings konnte durch diesen scheinbaren Widerspruch im Zusammenspiel mit der Inhaltsangabe ...

Ein Schmetterling ziert das Cover eines Thrillers? Eher untypisch war der erste Gedanke, der mir dazu einfiel. Allerdings konnte durch diesen scheinbaren Widerspruch im Zusammenspiel mit der Inhaltsangabe mein Interesse geweckt werden. Es wurde also alles richtig gemacht.

Bisher hatte ich kein Buch des Autors Gerd Ruebenstrunk gelesen und war dementsprechend neugierig wie er seine Idee einer Art "Liebesthriller" umsetzen würde. Gespannt war ich in diesem Zusammenhang vor allem auf Seelenverwandtschaft, die zwischen Jona und Hannah bestehen sollte, da die Geschichte in unserer Zeit spielt und sich zumindest nach den ersten Seiten nicht unbedingt als Roman mit Fantasyeinschlag zu erkennen gab.

Der Schreibstil war für mich zunächst etwas gewöhnungsbedürftig, da Geschichten im Präsens nicht unbedingt meine liebsten sind (natürlich ist das Geschmackssache). Allerdings hatte ich diese kleine Startschwierigkeit relativ schnell überwunden. Positiv war für mich vor allem die Aufteilung des Buches: die einzelnen Tage als Kapitel zu wählen und diese noch einmal zu unterteilen, haben sehr dazu beigetragen, dass ich mich von den neuen Informationen nicht überrollt gefühlt habe. Die Abschnitte hatten in meinen Augen die genau richtige Länge. Dass allerdings manchmal nur schwer erkennbar war, ob aus Jona oder Hannahs Perspektive erzählt wurde, hat mich ein wenig gestört.

Insgesamt gefiel mir die Gestaltung der beiden Hauptpersonen sehr gut. Durch den Wechsel zwischen Jonas und Hannahs Sicht auf die Ereignisse (wenn auch Jona einen deutlich größeren Anteil hatte), war es möglich einen Einblick in deren Gedankenwelt zu bekommen. Aber trotz dieser Möglichkeit, konnte ich einfach keine Verbindung zu den Protagonisten aufbauen. Auch mit den übrigen Personen konnte ich auch im Verlauf nicht richtig warm werden. Beispielsweise ging mir das ständige "Alter,..." von Jonas Freund Chris gehörig auf den Zeiger. Natürlich weiß ich, dass dieses Wort sehr gerne von Jugendlichen benutzt wird, aber ich konnte es nicht in Einklang bringen, dass Chris einerseits als "Alleswisser" dargestellt wurde und andererseits fast jeden Satz mit dem vorher genannten Wort begonnen hat.

Die Stadt Brügge war mir vor dieser Geschichte zwar ein Begriff, allerdings waren meine Kenntnisse zum Ort des Geschehens eher spärlich. Deshalb fand ich die Idee des Autors einige besondere Wahrzeichen einfließen zu lassen prinzipiell keine schlechte Idee, allerdings waren die Beschreibungen zum Teil etwas zu viel des Guten. In meinen Augen ist es nicht notwendig den Namen jeder Straße oder Platzes einfließen zu lassen, denn dadurch wurde ich häufig vom eigentlichen Geschehen eher abgelenkt. Gefallen haben mir allerdings die Erzählungen der ein oder anderen Sage, die in das Buch eingeflossen sind. Diese wurden dosierter eingesetzt als die Benennung der Wahrzeichen der Stadt. Aber gewiss gibt es einige Leser, die das sehr zu schätzen wissen! Vielleicht wäre ein Plan der Stadt hilfreich gewesen.

Spannung war durchaus in der Geschichte vorhanden, allerdings waren mir gewisse Handlungsstränge zu konstruiert um mich wirklich überzeugen zu können. Der Funke konnte somit leider nicht auf mich überspringen.

Fazit: Zum Teil hatte das Buch mehr Ähnlichkeit mit einem Reiseführer als einem Thriller. Der Funke wollte einfach nicht zu mir überspringen.

Veröffentlicht am 02.06.2017

Guter Ansatz, mäßige Umsetzung

Die Wellington-Saga - Versuchung
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Die Gestaltung des Titelbildes ist gut geglückt: der rosafarbene Schriftzug auf weißem Grund stimmen den Leser auf eine Welt des Glamours und Luxus ein. Allerdings entfaltet das Cover seine Wirkung erst ...

Die Gestaltung des Titelbildes ist gut geglückt: der rosafarbene Schriftzug auf weißem Grund stimmen den Leser auf eine Welt des Glamours und Luxus ein. Allerdings entfaltet das Cover seine Wirkung erst bei näherer Betrachtung durch einen dezenten Goldschimmer, der es besonders edel wirken lässt.


Zunächst war ich etwas skeptisch als ich nach dem Lesen der Inhaltsangabe erkannt habe, dass es sich beim Autor dieses Liebesroman um einen Mann handelt. Bisher hatte ich nämlich noch keine derartige Geschichte aus der Feder des "starken" Geschlecht gelesen. Aber da ich das Thema des Buches ansprechend fand, wollte ich der ganzen Sache eine Chance geben.


Polo hatte ich bisher kaum Beachtung geschenkt, sodass ich ziemlich froh war, dass einerseits am Ende der Erzählung in einem kurzen Anhang die Grundzüge des Spiels erläutert wurden und andererseits der Protagonist Alejandro selbst ein paar Regeln erklärt. Da ich Pferde und den Reitsport an sich faszinierend finde, habe ich mich sehr darauf gefreut das Buch zu lesen und wurde in dieser Hinsicht nicht enttäuscht. Man merkt von der ersten Seite an, dass es dem Autor Nacho Figueras ein besonderes Anliegen ist, die Begeisterung für diese Sportart an seine Leser zu vermitteln. Zumindest bei mir ist es ihm durchaus gelungen!
Er beschönigt nichts, übt durchaus (v.a. mittels Alejandro) Kritik am Sport für die eher Privilegierten, zeigt aber auf, woher der Sport kommt und seine Anfänge genommen hat.


Auch die Charaktere fand ich über weite Strecken authentisch und es hat mir Spaß gemacht, sie durch ihre Höhen und Tiefen zu begleiten, auch wenn die ein oder andere Szene etwas zu konstruiert war, vor allem zum Ende hin. Es blieben einfach zu viele Sachverhalte ungeklärt, die man ungeachtet der Tatsache, dass es einen Folgeband geben wird, hätte auflösen können.


Ebenfalls gestört hat mich die Übersetzung: eigentlich müsste man doch in der Schule gelernt haben, dass im gesprochenen Deutsch Perfekt und nicht das Imperfekt genutzt werden sollte. Außerdem kamen einige Worte etwas gestelzt daher, u.a. "Gelocke" statt einfach Locken zu schreiben. Und leider sind mir einige Male zusätzlich Schreibfehler aufgefallen, die meines Erachtens in einem Buch dieser Kategorie nichts zu suchen haben! Alles in allem haben mich die erwähnten Fehler stark in meinem Lesefluss eingeschränkt - sehr schade!


Fazit: In meinen Augen ein hervorragender Blick hinter die Kulissen des Polosports und damit ein gelungener Ansatz! Allerdings wurde der Lesefluss durch einige seltsam anmutende Übersetzungen gestört  und v.a. zum Ende hin war die Erzählung etwas überhastet. Da wäre mehr drin gewesen!

Veröffentlicht am 04.04.2017

Sommerkrimi für Zwischendurch

Mord in San Vincenzo
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Krimiautorin Francesca hat die Nase voll: Ihr Freund hat mit einer Jüngeren angebandelt und mit dem Schreiben klappt es auch nicht so recht. Als hätten ihre Verwandten ihre Verzweiflung gespürt, wird sie ...

Krimiautorin Francesca hat die Nase voll: Ihr Freund hat mit einer Jüngeren angebandelt und mit dem Schreiben klappt es auch nicht so recht. Als hätten ihre Verwandten ihre Verzweiflung gespürt, wird sie kurzerhand nach San Vincenzo, einer kleinen Stadt im Herzen der Toskana, eingeladen, um ihre Tante nach einer Verletzung bei der Leitung ihres Hotels zu unterstützen. Kaum dort angekommen überschlagen sich die Ereignisse: Signor Pierini, Besitzer der hiesigen Strandbar, wird ermordet aufgefunden. Francescas Neugier ist sofort geweckt und sie beginnt zusammen mit ihren Verwandten Nachforschungen anzustellen - sehr zum Missfallen von Commissario Monte.

Als großer Fan der Toskana, eine Region in Italien, der ich schon so manchen Besuch abgestattet habe, musste ich natürlich sofort zugreifen als ich das Cover des Buches gesehen habe. Wirklich eine wunderschöne Kulisse, die auf der Titelseite dargestellt wird.

Insgesamt hat mich der Schreibstil der Autorin überzeugen können: Über weite Strecken wurde die Geschichte sehr flüssig erzählt. Die Dialoge waren allerdings einige Male etwas steif, so würde man normalerweise nicht miteinander sprechen. Etwas irritiert hat mich auch, dass es keine Unterteilungen innerhalb des Buches gegeben hat bis auf gelegentlich vorkommende Absätze. Dadurch konnte ich als Leserin manchmal nur schwer erkennen, wann die eine Szene zu Ende und die andere begonnen hat.

Das Buch wird aus der Sicht der Kriminalautorin Francesca erzählt, die eigentlich aus Florenz stammt (übrigens auch eine wunderschöne Stadt, die über kurze Strecken Schauplatz des Krimis wird). Sie ist eine lebenslustige, engagierte Persönlichkeit, die gerne den Ton angibt und sich von niemandem, auch nicht von Monte, vorschreiben lässt, was sie zu tun und zu lassen hat. Ihre forsche Art bringt sie mehr als einmal in Schwierigkeiten, was mir immer wieder ein Schmunzeln entlocken konnte.

Auch ihre Verwandten habe ich ins Herz geschlossen. Sie entsprechen dem Stereotyp einer typisch italienischen Familie, die es nicht lassen kann sich in die Angelegenheiten der jungen Francesca einzumischen. Dass sie immer noch Single ist, können sie nicht fassen. Sehr amüsant waren vor allem die Kurzgeschichten von Onkel Pepe und der Whatsapp-Dialog der Familiengruppe.

Sehr positiv war für mich die Tatsache, dass ich als Leserin nicht wirklich erahnen konnte, wer der Täter war. Immer wieder wurde ein weiteres Geheimnis rund um Francescas Familie und die übrigen Charaktere der Geschichte gelüftet, das man so nicht erwartet hatte. Allerdings ist in meinen Augen der dritte Mord etwas untergegangen.

Fazit: Insgesamt ein Krimi, der nicht nur ernst sondern auch heiter ist und damit ausgezeichnet zur Region Toskana passt - Sommerlektüre für zwischendurch.

Veröffentlicht am 04.04.2017

Zahlenfanatiker Tom auf der Suche nach der Liebe seines Lebens

Ausgerechnet wir
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Zahlen und Fakten stellen den Lebensmittelpunkt von Tom dar. Warum dann nicht auch die Traumfrau mithilfe der Algorithmen der Singleplattform mit dem klangvollen Namen Eins plus 1 finden? Sein Vorhaben ...

Zahlen und Fakten stellen den Lebensmittelpunkt von Tom dar. Warum dann nicht auch die Traumfrau mithilfe der Algorithmen der Singleplattform mit dem klangvollen Namen Eins plus 1 finden? Sein Vorhaben scheint perfekt aufzugehen, als ihm Lisa mit einer Übereinstimmung von 94% vorgeschlagen wird. Obwohl Tom von Natur aus eher schüchtern ist, verabredet er sich nach kurzer Zeit zu einem Blind Date. Als er allerdings zu diesem erscheint, wartet dort entgegen seiner Erwartungen keine junge Frau, sondern seine potenzielle Schwiegermutter in spe, die Lisa an den Mann bringen möchte…

Vorweg erst einmal ein großes Lob für die Wahl des Covers und des Titels. „Ausgerechnet“ passt wunderbar zu einem Buch, dessen Protagonist täglich mit Zahlen jongliert und nicht auf das Chaos vorbereitet ist, das er durch die Suche nach seiner Traumfrau plötzlich entsteht. Das Titelbild hat mich als Leserin direkt angesprochen und ich wollte direkt erfahren, worum es geht.

Das Buch selbst ist in recht viele Kapitel, mit zum Inhalt passenden Überschriften unterteilt. Entgegen meiner Befürchtung, dass mich diese Unterteilungen im Lesefluss stören würden, waren die einzelnen Teile und die Headlines eher ein Highlight. Die Überschriften waren zum Teil wirklich sehr amüsant oder haben mir im Nachhinein ein Schmunzeln entlocken können.

Im Mittelpunkt steht natürlich ganz klar Tom, ein eher menschenscheuer Mann, in dessen Leben es einen klaren Frauenüberschuss gibt: Drei Schwestern, ausschließlich Nichten, fast immer eine Chefin usw. Sein Vater ist Kleinkrimineller und hat schon vor Jahren die Familie verlassen. Aber man merkt als Leser, dass die Hauptperson an seinem Vater hing und gerne schon in der Kindheit selbstbewusster aufgetreten wäre. Durch seine unbeholfene Art tritt Tom in jedes erdenkliche Fettnäpfchen, was die Annäherung an eine Frau natürlich deutlich erschwert und mir stellenweise leider etwas zu konstruiert erschien. Trotz dieser Tatsache war es schön, Toms Verwandlung vom Zahlennerd, den kaum einer seiner Mitmenschen wahrnahm, hin zu einem selbstbewussteren Mann.

Was mir besonders gut gefallen hat, waren die z.T. sehr witzigen Äußerungen und Wortwitze der Protagonisten. Viele Sätze waren doppeldeutig zu verstehen und dadurch sehr amüsant.

Das Ende des Buches ist meiner Ansicht nach gelungen und nicht vorhersehbar, was eine willkommene Abwechslung für mich darstellte.

Fazit: Ein Buch, das witzig und tiefgründig ist und sich über weite Strecken flüssig lesen lässt. Durchaus empfehlenswert.