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Veröffentlicht am 30.07.2023

Mo Celta 3 - Tschernobyl damals und heute

Overkill - Tod der Schwalben
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Mo Celta nimmt an einem Austauschprogramm teil um nach ihrer Schwester zu suchen. Zusammen mit Hauptmann Bojko soll sie schon bald den Mord an Janik Kanyukov aufklären, den Sohn des russischen Ex-Ministers. ...

Mo Celta nimmt an einem Austauschprogramm teil um nach ihrer Schwester zu suchen. Zusammen mit Hauptmann Bojko soll sie schon bald den Mord an Janik Kanyukov aufklären, den Sohn des russischen Ex-Ministers. Kanyukov misstraut den ukrainischen Behörden aber und beauftragt den russischen Polizisten Alexej Markow mit der Aufklärung. Die Ermittler sehen schon bald den Zusammenhang mit dem Mord an Janiks Mutter am Tag der Katastrophe in Tschernobyl 1986 und ahnen auch bald wer dahinterstecken könnte. Doch schon bald gibt es weitere Tote in der Nähe von Tschernobyl und überall wird eine präparierte Schwalbe hinterlassen.

Das Cover des Buches ist wieder ein echtes Meisterwerk des Genres, das nicht nur perfekt zum Buch passt, sondern auch durch seine Hingucker-Qualitäten überzeugt, das einem das Buch gleich in die Hand nehmen lässt. Zudem passt es auch exzellent zu den Vorgängerbänden.

Der Schreibstil der Autorin ist wie immer ausgezeichnet; Orte und Charaktere werden bildhaft dargestellt.

Wie schon mehrmals hat sich Astrid Korten wieder eines realen Themas angenommen und hat es in einen hervorragenden Plot eingebaut. Neben dem Thriller erfährt man so auch viel über die Ukraine, den derzeitigen Angriffskrieg Russlands, Tschernobyl 1986 und die heutige Lage dort. Insgesamt ist das Buch hervorragend recherchiert und bietet viel mehr als den Thriller-Plot.

Die Spannung beginnt auf der 1. Seite und endet wirklich erst ganz zum Schluss ohne dass sie dazwischen auch nur ein klein wenig absinkt. Und das obwohl man den Täter eigentlich schon früh zu haben scheint - wenn auch nicht physisch.

Dazu ist das Buch durch das Thema sehr hart und emotional, doch wie gesagt, leider auch in vielen Dingen real und hat eine hohe Authentizität für den Leser.

Mo Celta hat (wie schon in Teil 1) eigentlich nur eine Nebenrolle, auch wenn es auch ein wenig um ihre Schwester geht.

Letztendlich gibt es dann doch die eine oder andere Überraschung mit denen wohl nicht viele gerechnet haben.

Mit der Verlagsschrift hatte mein Reader so seine Probleme mit der Lesbarkeit, aber mit Änderung der Schrift ließ sich dies schnell beheben.

Fazit: Spannender Thriller mit tragischem, realem Hintergrund. 5 von 5 Sternen

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Veröffentlicht am 24.07.2023

Sara Rattlebag 2 - Späte Vergeltung

Der Tote im Schafspelz
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Sara Rattlebag hat sich in Sidbury eingelebt. Doch plötzlich taucht ihr Ex-Freund Nathan wieder auf. Ihr Verhältnis zu Ortsvorsteher Cedric ist etwas abgekühlt und ihr Vater ficht das Testament an. Doch ...

Sara Rattlebag hat sich in Sidbury eingelebt. Doch plötzlich taucht ihr Ex-Freund Nathan wieder auf. Ihr Verhältnis zu Ortsvorsteher Cedric ist etwas abgekühlt und ihr Vater ficht das Testament an. Doch plötzlich wird der örtliche Postbote James Henning, der auch ein Mitschüler von Cedric war, auf der Schafweide neben Saras Haus erschossen aufgefunden. Der mürrische Inspektor Webster ist über Saras Einmischungen nicht erfreut. Vor allem da es bald weitere Tote gibt. Sara und der Krimiclub ermitteln trotzdem.

Das Cover gefällt mir ausgezeichnet und passt perfekt zum Vorgängerband.

Der Schreibstil der Autorin ist hervorragend; Orte und Charaktere werden bildhaft dargestellt.

Der Plot ist gut aufgebaut; die Spannung ist das ganze Buch sehr hoch. Ein wenig subtiler Humor ist ebenfalls wieder dabei.

Verdächtigen darf man schon mal mehrere Personen, wenn man allerdings etwas nachdenkt, dann kann man den Täter und das ganze Geschehen schon relativ früh lösen, vor allem wenn man gerne Krimis liest. Allerdings bleiben die genauen Beweggründe und anderes trotzdem im Dunkeln und man checkt es eigentlich erst mit den Protagonisten.

Die Community rund um Sara Rattlebag hat mir hervorragend gefallen, daher freue ich mich auf weitere Teile über diese Personen.

Dass die Geschichte aus der Sicht von Sara geschrieben ist, war ebenfalls gut gewählt, da man so gleich eine Beziehung aufbauen konnte.

Fazit: Cosy Crime aus Deutschland, der in England spielt und ein Highlight dieses Genres ist. 5 von 5 Sternen

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Veröffentlicht am 21.07.2023

Nechyba 9 - Zwei Tage im März 1933

Zerrüttung
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Der pensionierte Ministerialrat und vormalige Oberinspector Josep Maria Nechyba ist 1933 zunehmend beunruhigt, als zuerst das Parlament ausgeschalten wird und Dollfuß autoritär zu regieren beginnt. Zudem ...

Der pensionierte Ministerialrat und vormalige Oberinspector Josep Maria Nechyba ist 1933 zunehmend beunruhigt, als zuerst das Parlament ausgeschalten wird und Dollfuß autoritär zu regieren beginnt. Zudem wird nur einen Tag später die NSDAP in Deutschland stärkste Partei. Der nationalsozialistische Terror kommt auch nach Österreich.

Das Cover ist wieder perfekt gelungen. Es zeigt die Pallas Athene von Gustav Klimt, die auch vor dem österreichischen Parlament zu sehen ist. Damit passt es perfekt zum Buch, aber auch zu den bisherigen Bänden um Nechyba.

Nechyba, der kaffeetrinkende, zeitungslesende, teilweise mürrische Mann, der gerne politisiert, kocht und ißt, ist mir ja schon als Oberinspector ans Herz gewachsen. Und jetzt noch mehr, da er jetzt Rapid-Fan ist.

Der Schreibstil des Autors ist ausgezeichnet - die Charaktere als auch die Orte werden hier perfekt beschrieben, sodass man sich ein Bild von Wien um das Jahr 1933 vorstellen kann. Dazu gehört natürlich auch eine sehr gute Recherche dazu.

Ansonsten ermittelte Nechyba ja immer (außer in einem Kochbuch); hier ist er allerdings schon in Pension und hat damit keinen Fall zu bearbeiten. Und trotzdem folgt man Nechyba seinen gewohnten Gang, der aber in diesem Buch nur um die politische Lage 1933/1934 geht.

Das Buch beginnt mit einem Namensregister von allen realen Personen und einigen Kurzinfos.

Das Buch wird aus Sicht von 4 Personen erzählt, wovon 3 davon ihre Sicht der Politik von sich geben, während sie Zeitung lesen - vornehmlich die Arbeiterzeitung und die Kronen-Zeitung.

So bekommt man Zeitungsartikel zu lesen, die am Ende des Buches auch durch QR-Codes original in der Zeitung nachgelesen werden können.
Vor den QR-Codes und als Fußnoten am Seitenende sind österreichische Wörter ins hochdeutsche übersetzt, sodass man das Buch auch als Leser aus Deutschland gut lesen kann. Für mich als Österreicher war es allerdings nicht notwendig.

Dazu verstecken sich im Buch auch einige leckere Rezepte und es gibt natürlich auch das eine oder andere Schicksal - unter anderem auch von Verwandten des Autors.

So wird reale Geschichte mit Fiktion vermixt und das ganze auf Zeitungsartikeln aufgebaut. Wie das gemacht wird, ist einfach genial.

Schade nur, dass dies wohl der letzte Band um Nechyba bleiben wird.

Fazit: Geschichte in eine Geschichte verpackt. 5 von 5 Sternen

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Veröffentlicht am 18.07.2023

Vulkane 2 - Montagne Pelée/Martinique

Alle Feuer der Hölle
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Der deutsche Frachtschiffkapitän Leonhard Mahler kommt 1902 auf die Karibikinsel Martinique um ein paar Geschäfte mit Zucker und Rum zu machen. In St. Pierre, dem Paris der Karibik, angekommen, macht er ...

Der deutsche Frachtschiffkapitän Leonhard Mahler kommt 1902 auf die Karibikinsel Martinique um ein paar Geschäfte mit Zucker und Rum zu machen. In St. Pierre, dem Paris der Karibik, angekommen, macht er mit seinem Team nicht nur außergewöhnliche Begegnungen, sondern sieht auch, dass Asche immer wieder vom Vulkan Mount Pelée die Stadt bedeckt. Da Wahlen anstehen, beschließen der Gouverneur und der Bürgermeister eine Expertenkommission zu bilden, ob der Vulkan zur Gefahr werden kann. Doch die Kommission besteht nicht wirklich aus Experten und so beschließt die Kommission unter Leitung eines Naturkundelehrers zusammen mit den Politikern, dass keine Gefahr vom Vulkan ausgeht. Selbst als umliegende Ortschaften zerstört werden, glauben alle, dass St. Pierre sicher ist. Ein verhängnisvoller Fehler.

Das Cover ist zwar einfach gemacht; ist aber nichtsdestotrotz detailreich und absolut passend zum Genre und dem Buch. Und gerade das macht es zu einem echten Hingucker. Auch zum 1. Teil ist die Verbindung deutlich sichtbar.

Der Schreibstil des Autors ist, wie bei allen seinen bisherigen Büchern, ausgezeichnet; Charaktere und Orte werden bildhaft dargestellt.

Zudem ist das Buch auch wieder hervorragend recherchiert. Der Autor, der bisher durch die Falkenburg-Reihe, aber auch durch Thriller, aufzeigen konnte, zeigt hier nochmal eine ganz andere Seite seines Könnens. Zwar spielt auch die Falkenburg-Reihe im historischen Rahmen, aber ist trotzdem eher ein Abenteuerroman, als dieses Buch, das persönliche Schicksale in den Kontext einer Katastrophe bringen - ähnlich wie James Cameron im Film "Titanic".

Wie gewohnt ist am Ende auch wieder erklärt, was Fakt ist/war. Dazu gibt es auch einige Abbildungen.

Ein großes historisches Ereignis wird hier mit ein paar fiktionalen Personen und dazugehöriger Geschichte großartig miteinander verbunden.

Gegenüber dem 1. Vulkan-Buch über den Krakatau, der natürlich sehr bekannt war, war ich mir über diesen Vulkan kaum im Klaren.

Fazit: Historischer Roman, der voll zu überzeugen weiß. Klare Leseempfehlung und 5 von 5 Sternen

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Veröffentlicht am 12.07.2023

Falsche Mythen der Technik und Naturwissenschaften

Beliebte Technik-Irrtümer
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Unser Alltag ist voll von Fehlinformationen, Halbwahrheiten, Ungenauigkeiten und Missverständnissen zu technischen und naturwissenschaftlichen Fragen. 165 Mythen dieser Art geht der Autor in diesem Buch ...

Unser Alltag ist voll von Fehlinformationen, Halbwahrheiten, Ungenauigkeiten und Missverständnissen zu technischen und naturwissenschaftlichen Fragen. 165 Mythen dieser Art geht der Autor in diesem Buch nach und erklärt, warum sie nicht /oder nicht mehr) der Wahrheit entsprechen.

Das Cover erscheint unscheinbar, ist aber doch passend, wenn man genau hinschaut.

Der Schreibstil des Autors ist ausgezeichnet.

Am Anfang der Kapitel/Abschnitte steht immer eine Aussage, die falsch ist; also ein Mythos, den viele glauben. Danach wird erklärt, warum die Aussage falsch ist und teilweise auch, warum sie so in unseren Köpfen ist. Dabei wird das ganze mit einfachen Worten verständlich beschrieben.

Dabei sind die 165 Fragen nicht nach Themen oder ähnlichem gegliedert, sondern sind rein zufällig.

Am Ende sind dann alle Mythen aus dem Buch als Inhaltsangabe zum Nachschlagen aufgelistet.

Viele der Aussagen waren mir definitiv bekannt und auch warum sie nicht wahr sind; einige gab es aber doch, die mich überraschen konnten.

Und dann gab es nich die Antwort zum Mythos "Nachtstrom", die wahrscheinlich in Deutschland richtig sein mag, in Österreich aber definitiv nicht.

Das Buch ist hervorragend recherchiert und ich könnte mir vorstellen, dass es noch viele solcher Irrtümer gibt, die der Autor aufklären kann.

Fazit: Flache Mythen auf interessante Weise erklärt und richtig gestellt. 5 von 5 Sternen

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