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Veröffentlicht am 10.02.2018

Realistische Liebesgeschichte mit zu einfach gelöstem Ende

Was wir auch tun
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Klappentext:
„Die 16-jährige Robin ist daran gewöhnt, ihren Willen durchzusetzen. Sie stammt aus einem gut behüteten Elternhaus, in ihrer Klasse ist sie beliebt und bei den Jungen gilt sie als unnahbar. ...

Klappentext:
„Die 16-jährige Robin ist daran gewöhnt, ihren Willen durchzusetzen. Sie stammt aus einem gut behüteten Elternhaus, in ihrer Klasse ist sie beliebt und bei den Jungen gilt sie als unnahbar. Umso erstaunter sind alle, als sie eines Tages mit dem Außenseiter und notorischen Schulschwänzer Alex zusammenkommt. Alex sieht auf eine dunkle, geheimnisvolle Art gut aus. Er ist cool, und trotzdem ist etwas Brutales an ihm, etwas Abschreckendes, daher ist er nicht gerade beliebt. Anfänglich gefällt Robin die schweigsame, undurchdringliche Art von Alex. Doch je länger sie ihn kennt, je mehr sie ihn wirklich mag, desto mehr stört es sie, ihm nicht näherzukommen.

Nur Jasper, Robins Exfreund, scheint plötzlich mehr über ihn zu wissen. Er lässt immer öfter Andeutungen fallen und macht seltsame Anspielungen. Schließlich bedrängt er Alex:
Jasper zwingt ihn zu einem Deal: Einen Abend mit Robin - im Austausch dafür, dass er niemandem Alex` gefährliches Geheimnis verrät.
Es wird ein Abend, der jeden der drei an ihre Grenzen führt. Ein Abend, der eine Spirale an Misstrauen und Verdächtigungen in Gang setzt, die in einer Katastrophe endet …“

Gestaltung:
Das Cover von „Was wir auch tun“ ist ein Besonderes und sticht aus der Menge heraus. Die unterschiedlichen Grautöne und das Schwarz lassen den pinken Titel und die kleinen pinken Blätter besonders gut zur Geltung kommen. Schön finde ich auch, dass dieses Cover dem anderen Roman von Marie Lucas „Zwischen Ewig und Jetzt“ ähnelt, sodass man gleich erkennt, dass beide Romane von ein und derselben Autorin stammen.

Meine Meinung:
„Was wir auch tun“ ist im Präsens geschrieben, wobei die Perspektive zwischen den drei Hauptfiguren Robin, Alex und Jasper immer wechselt. Die Perspektivwechsel werden jedoch nicht aus der Ich-Perspektive berichtet, sondern in der 3. Person. Dadurch lernt der Leser alle drei Figuren, deren Umfeld, Ansichten und Gedanken sowie Gefühle näher kennen. Schön fand ich es, dass man sich so ein eigenes Bild von den Charakteren erschaffen konnte, da auch ein wenig Freiraum für eigene Gedanken bestand.

Als ich den Roman begonnen habe zu lesen, musste ich mich jedoch zunächst ein wenig in das Buch „einfinden“. Der Schreibstil von Marie Lucas war für mich zunächst ungewohnt, da sie in sehr kurzen Sätzen schreibt, die oft auch ohne Artikel beginnen. Hat man sich jedoch erstmal daran gewöhnt, lässt sich „Was wir auch tun“ schnell und angenehm lesen.

Die Figuren waren mir alle auf eine gewisse Weise sympathisch, allerdings muss ich sagen, dass mir eine Nebenfigur mehr ans Herz gewachsen ist, als die Protagonisten. Die aus gutem Hause stammende Robin verliebt sich mit der Zeit in den mit Gewalt und in einer Hooligan-Gruppe aufgewachsenen Alex, der sie, trotz Schuldgefühlen, ebenfalls liebt. Robins Exfreund Jasper hingegen ist der „Störfaktor“ der sich anbahnenden Liebesbeziehung. Er kann seine Freundin nicht ziehen lassen und mischt sich in das Geschehen ein. Besonders gut gefallen hat mir die Vielschichtigkeit der Figuren. Sie ließen sich nicht einfach in eine Schublade einordnen, man konnte nicht von vornherein sagen, wer gut oder böse ist.

Zwischen diesen drei Figuren gibt es im Verlauf der Handlung ein ständiges Hin und Her. Zuerst ist Robin mit Alex zusammen, dann wieder nicht, dann wieder doch, dann wieder nicht… Zwischenzeitlich schläft sie fast mit Jasper und ist sich ihrer Gefühle für ihn nie sicher, während er immer noch fest an die Liebe zwischen ihnen beiden glaubt. Für meinen Geschmack ist es zwischen den dreien ein wenig zu oft hin und her gegangen, sodass es irgendwann einfach schwierig wurde, ihnen zu folgen und noch klar trennen zu können, was eigentlich genau passiert. Als Leser verliert man ein wenig den Überblick und wartet eigentlich nur noch darauf, dass etwas Größeres (irgendeine Handlung oder Situation, die „das Fass zum überlaufen bringt“) passiert. Schön war an diesem Aspekt jedoch, dass die Liebesbeziehung zwischen Alex und Robin wirklich realistisch war, sich langsam angebahnt hat und nicht sofort alles „Friede Freude Eierkuchen“ war.

Lichtblick in dem ganzen Durcheinander war Jaspers bester Freund Hannes, der wie Jasper und Robin aus gutem Hause kommt. Eine wirklich sehr sympathische Nebenfigur. Er versprühte die ganze Zeit über Witz und Charme und sorgte so dafür, dass er mir besonders ans Herz gewachsen ist. Spannend war auch mitzuerleben, wie er erkennt, dass die Vorurteile Alex gegenüber, welcher aus der Hooligan Szene kommt und mit Gewalt sowie Schlägereien aufgewachsen ist, falsch sind. Die Annäherung zwischen Hannes und dem ihm fremden Milieu hat die unterschiedlichsten Aspekte über Hooligans und den Umgang mit Aggressionen näher beleuchtet und verdeutlicht, dass man auch mal „über den Tellerrand“ blicken sollte.

Spannend war auch dass im Prolog ein Feuer beschrieben wird, welches im späteren Handlungsverlauf wieder aufgegriffen wird. So schwebt der Prolog als düstere Vorahnung die ganze Zeit beim Lesen über der Handlung und man liest gespannt weiter, um herauszufinden, was es mit dem Brand auf sich hat.

Das Ende war meiner Meinung nach etwas zu schnell und zu einfach. Es gibt ein Happy End, so viel verrate ich, aber es passiert einfach nicht viel „Großes“ am Ende. Während der Lektüre hat sich bei mir die Erwartung eingeschlichen, dass es am Ende einen „großen Knall“ gibt, eine dramatische Wendung oder generell mehr Drama. Aber es wird alles auf ein paar Seiten gelöst und danach ist dann alles wieder gut, was meiner Meinung nach nicht so zu den in mir (durch die Handlung) geweckten Erwartungen passen wollte.

Fazit:
Eine schöne und vor allem realistische Liebesgeschichte mit bunten, vielschichtigen Charakteren. Als Leser kann man die Figuren nicht einfach in bestimmte Schubladen stecken, da man von ihnen immer wieder überrascht wird. Allerdings gibt es zwischen den Protagonisten ein wenig zu viel „Hin und Her“, während dann am Ende alles zu einfach und zu schnell gelöst wird, damit es ein Happy End geben kann.
Daher gibt es gute 3 von 5 Sternen!

Reihen-Infos: Einzelband

Veröffentlicht am 10.02.2018

Nett, aber mehr auch nicht

Unrivaled - Gewinnen ist alles
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Klappentext
„Mach diesen Sommer einen der Unrivaled-Clubs zum Hotspot der Stars, und sichere dir die Chance auf einen unglaublichen Geldgewinn!Drei sehr unterschiedliche Jugendliche folgen der Aufforderung ...

Klappentext
„Mach diesen Sommer einen der Unrivaled-Clubs zum Hotspot der Stars, und sichere dir die Chance auf einen unglaublichen Geldgewinn!Drei sehr unterschiedliche Jugendliche folgen der Aufforderung und hoffen auf die Erfüllung ihres größten Traums – aber sie ahnen nicht, wie hart das schimmernde Parkett wirklich ist, auf dem sie sich bewegen müssen.
Wie weit werden sie gehen, um zu gewinnen?“

Gestaltung
Der Sinn der Erdbeere erschließt sich mir leider nicht, da ich weder einen Zusammenhang zur Geschichte erkennen noch die Bedeutung der Farben erschließen kann. Was ich dafür schön fand, war dass der Name der Autorin und der untere goldene Teil in Gold geglänzt. Aber ich finde auch, dass der Autorenname etwas zu groß geschrieben ist und so mehr hervorsticht als der Titel. Der schwarze Hintergrund ist sehr elegant, gerade in Kombination mit dem Gold. Dazu kommt noch das schöne haptische Feeling, da das Buch aus einem Softtouch-Cover besteht.

Meine Meinung
Was soll ich sagen? Ich würde mich nicht als großen Allyson Noel-Fan bezeichnen, aber da ich schon einmal in den ersten Band ihrer „Evermore“-Reihe reingelesen hatte, wusste ich zumindest, dass mir ihre Art zu schreiben gefiel. Er ist flüssig und schnell zu lesen aufgrund der nicht zu langen Sätze und der recht einfach gehaltenen Sprache. Auch in „Unrivaled“ konnte ich diese Besonderheit ihres Schreibstiles ausmachen, allerdings war es das dann für mich auch schon an Besonderheiten.

Die Geschichte war für mich einfach mittelmäßig. Ich fand die Handlung und die Geschehnisse einfach insgesamt ziemlich eintönig. Es gab nichts, das mich fesseln konnte, weil das gewisse Etwas fehlte. Ich wurde nicht dazu angeregt und motiviert, beim Lesen am Ball zu bleiben und über die Geschehnisse nachzudenken. Zu Beginn war ich erst etwas überrascht über die Figurenfülle, aber diese sondierte sich dann recht schnell und legte sich auf drei Hauptfiguren fest: Aster, Tommy und Layla.

In der Glamour-Glitzer-Welt tummelt sich viel Zwietracht und vor allem der eigene Profit steht im Vordergrund, dabei hätte ich jedoch gedacht, dass es durchaus auch den ein oder anderen Streit, viele Intrigen und ein interessantes Machtspiel geben würde, aber bis auf einen Mord am Ende, gab es für mich nicht viel Spannendes, das mich mitgerissen hätte. Auch die Figuren konnten mich nicht vollends überzeugen, da sie mich einfach nicht erreicht haben. Ihre Lebensgeschichten waren dafür einfach nicht besonders genug, da es Geschichten sind, die Viellesern des Öfteren in Büchern begegnen.

Aber zu sagen, dass mir das Buch nicht gefallen hätte, wäre auch zu viel. Es war einfach eins dieser Bücher, das man liest, zur Kenntnis nimmt und dann beiseite legt. Es war weder gut noch schlecht, sondern einfach eine solide Leistung, die aber zu mehr nicht gereicht hat. Vor allem da mir auch das Ende einfach nicht gefallen wollte, muss ich aber sagen, dass aus diesem Buch definitiv mehr hätte gemacht werden können. Gerade der Mord bietet so einiges an Potenzial (das vielleicht im Folgeband ausgeschöpft wird?).

Das Ende war für mich einfach zu schnell und abrupt. Einerseits fehlte die Spannung, da es nicht einmal einen finalen Showdown oder eine große Überraschung gab. Andererseits konnte ich überhaupt nicht nachvollziehen, wieso die drei Hauptfiguren, die zuvor im Zwietracht standen, am Ende auf einmal an einem Strang gezogen haben. Tommy, Layla und Aster hatten vorher echte Differenzen und schwupps, als hätte jemand mit den Fingern geschnipst, verstanden sie sich wieder blendend? Das kann ich mir nicht wirklich vorstellen und es war mir einfach viel zu gekünstelt. Ich fand das Ende im Vergleich zu all den Spannungen in den Beziehungen, die zuvor im Handlungsverlauf entstanden waren, sowieso viel zu positiv (in Anbetracht dessen, was die Figuren einander alles angetan hatten). Es war zu viel Happy End.

Fazit
Alles in allem fand ich „Unrivaled – Gewinnen ist alles“ unterhaltsam und nett, aber zu mehr hat es bei mir nicht gereicht. Der Schreibstil der Autorin sorgt dafür, dass man das Buch schnell durchlesen kann, aber die Handlung kann nicht wirklich fesseln. Gerade das Ende war mir dann auch zu schlagartig und hinsichtlich des Miteinanders der Figuren zu positiv, wenn man bedenkt, dass sie vorher alle zerstritten waren.
3 von 5 Sternen!

Reihen-Infos
1. Unrivaled – Gewinnen ist alles
2. eine Fortsetzung ist wohl in Planung

Veröffentlicht am 10.02.2018

Geisterbesetzung mit unzusammenhängenden Szenen

Spirit - Du gehörst mir
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Klappentext
„Du gehörst mir, ganz und gar mir ...

Traumstimmen, Visionen – Alan und Aimee verbindet ein dunkles Geheimnis. Vom ersten Tag ihrer Begegnung an fühlen sie sich zueinander hingezogen. Und ...

Klappentext
„Du gehörst mir, ganz und gar mir ...

Traumstimmen, Visionen – Alan und Aimee verbindet ein dunkles Geheimnis. Vom ersten Tag ihrer Begegnung an fühlen sie sich zueinander hingezogen. Und vom ersten Tag an kommt es zu mysteriösen Vorfällen. Als ob ihnen etwas Böses auf den Fersen wäre. Doch dann machen sie eine schockierende Entdeckung: Nicht sie werden verfolgt, sondern Courtney, Aimees beste Freundin. Und es gibt nur eine Möglichkeit, sie zu retten: Sie müssen den Dämon, der von ihr Besitz ergriffen hat, austreiben …“

Gestaltung
Wohl am allerbesten an der Gestaltung gefällt mir der Hintergrund. Ein Wald, ein See bzw. Fluss und dann das blaue, eisig wirkende Schimmern, das sich um Covervorder- und rückseite sowie Buchrücken zieht. Zentral auf der Covervorderseite ist ein schwebendes Mädchen in einem Kleid, das wirkt, als sei es eine Comiczeichnung oder Computeranimiert. Durch das Schweben, das Flattern des Kleides und die Körperhaltung samt Gesichtsausdruck wirkt das Mädchen als sei es Besessen. Dies bezieht sich sehr schön auf die Geschichte, ebenso wie das Blau und der Fluss/See. Den Ausdruck des Mädchens finde ich sehr gruselig, was mir sehr gefällt.

Meine Meinung
Von der Gestaltung weiß ich, was ich halten soll: sie gefällt mir recht gut, aber vom Inhalt bin ich etwas verwirrt. Ich weiß nicht, wie ich diesen Roman wirklich einschätzen soll. Die Idee der Besessenheit durch einen Geist ist nichts neues, darum habe ich eigentlich auch nichts Großartiges erwartet, aber was ich hier bekommen habe, hat mich irgendwie vor den Kopf gestoßen. Ich weiß gar nicht, wo ich beginnen soll.

Zunächst zu den Charakteren: Einerseits sind die beiden Protagonisten, Aimee und Alan durchaus sympathisch. Aber andererseits sind sie meiner Meinung nach etwas flatterhaft. Alan kommt neu in die Stadt, da er der Cousin von Aimees bester Freundin Courtney ist. Schon nach gut 50 Seiten sind Aimee und Alan einander verfallen (warum auch immer, es war einfach urplötzlich so und das musste man akzeptieren) , sodass Aimee ihrem langjährigen Freund Blake schnell den Laufpass gibt. Aber das ist gar nicht mal das, was die beiden in meinen Augen so flatterhaft gemacht hat. Vielmehr waren es ihre Gespräche, ihre Handlungen und ihr Miteinander. Nie wurde ein Thema ausdiskutiert oder zu Ende besprochen, stattdessen „hüpften“ sie von einem Problem zum nächsten.

Ich habe beide Figuren als Leser gut kennen lernen können, da die Geschichte abwechselnd aus der Sicht von Aimee und Alan erzählt wird. Jedes Mal wechselte also die Ich-Perspektive von ihr zu ihm. Es war dabei auch sehr leicht, die Erzähler voneinander zu unterscheiden, was ein Pluspunkt ist. Auch dass unten auf der Seite immer der Name des aktuellen Erzählers stand, gefiel mir, da man so nur zum Seitenrand sehen musste, falls man sich einmal nicht sicher war, wer erzählt. Doch fiel mir hier an mancher Stelle auf, dass das Autorenduo nicht darauf geachtet hat, welche Figur was weiß. Manchmal kam es nämlich vor, dass Alan in seinem Erzählabschnitt schon etwas wusste, das er noch gar nicht hätte wissen können, da es Aimee gerade zuvor in ihrem Abschnitt erst passiert war und sie noch keinen Austausch darüber gehabt hatten (es sei denn, dieser wurde nur einfach nicht erwähnt…).

Zu der Handlung gibt es auch ziemlich viel zu sagen. Ich möchte mich allerdings auf ein paar Aspekte beschränken. Es war von Anfang an klar, dass Courtney diejenige ist, die vom Geist besessen ist. Dann kamen jedoch noch einige weitere mysteriöse „Übernatürliche-Aspekte“ hinzu: Alan, der als Indianer in der Geisterwelt wandeln kann, Aimee, die heilen kann und Zukunftsträume hat und der Geist von Aimees toter Mutter, die im Haus umherspukt. Diese ganzen Aspekte haben bei der 411 Seiten langen Geschichte immer wieder eine Rolle gespielt. Doch es erschien mir eher so, als wäre alles lose miteinander verbunden worden und nicht zu einem „festen Päckchen geschnürt“ worden. Meiner Meinung nach hätte man einiges einfach kürzen können, da es für den roten Faden unnötig war. Zudem dauert es wirklich lange, bis das Problem, welches von vorneherein offensichtlich und klar ist, aufgelöst wird.

Auch gestört haben mich die vielen Dinge, die unkommentiert und unaufgeklärt in der Luft stehen gelassen werden. Der Geist, der Courtney besetzt, wird der Flussmann genannt. Nie wird erklärt woher er kam und warum er sein Unwesen treibt. Nie wird klar und deutlich gesagt, warum er Courtney besetzt. Nie wird auch nur ansatzweise erwähnt, warum er seinen Narren an Aimee gefressen hat (dies wird aber mehrmals angedeutet, da der Flussmann schon bereits an ihrer Mutter reges Interesse zeigte). Auch der Leitsatz aus Aimees Traum „Du gehörst mir, ganz und gar mir“ wurde nicht wirklich aufgegriffen und erläutert. Auch die vielen anderen Geisteraspekte, wie plötzlich schwebende Messer wurden meist einfach im Raum stehen gelassen. Natürlich ist mir klar, dass solche geisterhaften Dinge nicht erklärt werden können, aber ein wenig mehr Hintergrundinformationen wären schön gewesen.

Vor allem haben die Figuren diese übernatürlichen Ereignisse meiner Meinung nach einfach viel zu schnell akzeptiert und einfach hingenommen. Manch ein plötzlich Auftauchender Schriftzug auf Bildern wurde einfach nur einmalig beschrieben (als die Handlung passierte) und danach nie wieder aufgegriffen. Da frage ich mich doch als Leser, warum die Autoren sich überhaupt die Mühe gemacht haben, diese Szene zu schreiben, wenn sie im Nichts verläuft. Diese Zusammenhanglosigkeit trat auch schon zu Beginn der Handlung auf, als zwischendurch immer wieder Erinnerungen an Aimees Mutter, eine Seance oder Alans Weg zum Geisterwandler beschrieben wurden. Diese Erinnerungsfetzen wurden einfach nur in die Geschichte geworfen und waren für mich zu wenig verbunden mit den Gesprächen der Figuren oder der Handlung.

Fazit
Die Handlung in „Spirit“ ist durchaus spannend, auch wenn die Idee hinter der Geschichte nicht besonders neu ist. Sie ist in sich stimmig, ist konsequent durchgezogen und auch abgeschlossen worden. Allerdings gibt es zwischendurch Szenen, die von den Autoren nie wieder aufgegriffen wurden. Sie waren weder für den Grundkonflikt notwendig noch für die Auflösung des Problems wichtig. Meiner Meinung nach dienten sie nur dazu, ein wenig „grusel“ in die Geschichte zu bringen, was mir besser gefallen hätte, wenn diese Szenen in engerem Zusammenhang zur Geschichte gestanden hätten. Das Ende schließt die Handlung zwar rund ab, aber viele Dinge wurden einfach nicht aufgeklärt und im Raum stehen gelassen.
3 von 5 Sternen!

Reihen-Infos
Einzelband

Veröffentlicht am 10.02.2018

Prolog und Ende rätselhaft – Geschichte jedoch super!

Sommernachtstraum
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Klappentext
„Shakespeares ›Sommernachtstraum‹ als Schultheaterprojekt! Voller Vorfreude stürzen sich Ben und seine Schüler in die Proben. Hermia liebt Lysander, Helena will Demetrius, Oberon straft Titania, ...

Klappentext
„Shakespeares ›Sommernachtstraum‹ als Schultheaterprojekt! Voller Vorfreude stürzen sich Ben und seine Schüler in die Proben. Hermia liebt Lysander, Helena will Demetrius, Oberon straft Titania, und die Feenkönigin liebt plötzlich einen Esel: willkommen in Shakespeares Sommernachtstraum! Während die Theatertruppe versucht, der verschlungenen Verwechslungskomödie um verwirrte Liebespaare Herr zu werden, geraten die Liebesgeschicke aller Beteiligten ziemlich durcheinander: Struppi liebt Mireille, Mary Jane will Ben und Bens Freundin trifft sich heimlich mit Mireilles Vater. Bald weiß niemand mehr, wer eigentlich gerade in wen verliebt ist …“

Gestaltung
Das Cover gefällt mir sehr gut, da ich sowohl die Schriftart des Titels sehr schön finde als auch die Farbwahl. Der Gesamteindruck ist einfach stimmig. Das Muster aus Blumen, Blättern und Herzen, welches in hellen grün und türkis bzw. blau und mit Farbverlauf gehalten ist, strahlt eine passende Wirkung aus. Es erinnert mich an den Wald und passt somit perfekt zum „Sommernachtstraum“. Durch das dunkle Blau im Hintergrund werden Muster und Titel auch sehr schön hervorgehoben.

Meine Meinung
Neugierig gemacht auf dieses Buch hat mich eine Rezension einer Bloggerin, die das Ende als rätselhaft umschrieb. Das hat mein Interesse geweckt, sodass ich herausfinden wollte, was an dem Ende so mysteriös ist. Und nun nach dem Lesen des Buches verstehe ich eindeutig, was sie meinte. Auf den letzten 20 Seiten geschieht etwas, das den Leser erstaunt und mit wilden Spekulationen zurücklässt. Keine Sorge, die Geschichte ist abgeschlossen und das Ende ist auch zufriedenstellend, aber danach passiert etwas, das mir vorkam, wie ein Traum und von dem ich mir nicht sicher bin, was es genau zu bedeuten hatte. Einerseits finde ich das gut, weil das Ende so noch einigen Spielraum für Diskussionen offen lässt, andererseits fühle ich mich aber auch ein wenig verwirrt.

Verwirrt war ich jedoch öfter beim Lesen, denn in „Sommernachtstraum“ stellt Tanya Lieske Shakespeares bekanntes Werk als Schulaufführung dar. Ich hatte schon immer einmal vor Shakespeares Geschichte zu lesen und werde es nun auch definitiv bald tun, da ich die Irrungen und Wirrungen, die er in seinen Texten darstellt, sehr amüsant und unterhaltsam finde. Solche Irrungen und Wirrungen finden sich auch in Tanya Lieskes Roman. Die Schüler, die Shakespeares Stück als Schulaufführung inszenieren sollen, verlieben sich hals über Kopf ineinander. Dabei gibt es die unterschiedlichen Paarungen und die Gefühle spielen verrückt. Jungs markieren ihr Revier, Mädchen streiten miteinander, kurz: die Pubertät ist in vollem Gange.

Ähnlich wie in Shakespeares Werken spielen auch hier Sprache und Andeutungen eine große Rolle. Meist wird nicht klar gesagt, was die verschiedenen Figuren im Leben für Probleme haben. Sie werden angedeutet und der Leser muss selber erkennen, was dahinter steckt. Erzählt wird durchgängig in der 3. Person Singular, wobei die Figuren unterschiedlich in den Fokus gerückt werden. Unterteilt ist die Geschichte in verschiedene Akte, die jeweils einen Monat umfassen (so ist der erste Akt der Januar, der Zweite der Februar usw.). Pro- und Epilog stellen eine Ausnahme dar, da hier ein Gespräch zwischen Shakespeare und seiner Figur aus dem Sommernachtstraum Oberon geschildert wird.

Und das ist es auch, was mich verwirrt hat. Für mich kam vor allem beim einleitenden Prolog nicht klar heraus, ob ich die Schulaufführung nun als eine Art von Oberon geschriebenes Theaterstück interpretieren soll oder wie ich es sonst zu verstehen habe. Nach dem Prolog finden Oberon und Shakespeare nämlich auch in der Geschichte um die Schüler immer wieder in Fußnoten Eingang in die Geschichte. Sie streuen Zwischenbemerkungen ein, die durchaus amüsant waren, mich manchmal aber auch verwirrt haben. Dieser ganze Rahmen war für mich wirklich merkwürdig und ich habe den Eindruck, dass ich ihn nicht ganz fassen und verstehen konnte. Für mich hätte am Anfang oder am Ende klarer herauskommen müssen, was es nun mit Shakespeare und Oberon auf sich hat (hat Oberon das Stück rund um die Schüler für Shakespeare geschrieben? Ich bin mir einfach nicht sicher).

Die Geschichte der Schulafführung an sich mit den verschiedenen Charakteren, den unterschiedlichen Erlebnissen der Schüler und den ganzen Liebeswirrungen, hat mir hingegen richtig gut gefallen. Gerade die Andeutungen der Probleme mancher Schüler fand ich super, da ich als Leser sofort wusste, was Sache ist, obwohl es nie klar im Text angesprochen wurde. So erhielt der Text auch noch einmal mehr Tiefgang, da Probleme wie Magersucht, Alkoholismus, Selbstmord und viele andere Themen angesprochen wurden. Hier wurde dann der Umgang der jungen Menschen mit den schweren Schicksalsschlägen dargestellt ohne den Bezug zur Schulaufführung zu verlieren. Toll gemacht!

Probleme hatte ich nicht nur mit der Rahmenhandlung um Oberon und Shakespeare, sondern manchmal auch mit der Sprache. Es wurden einige Wörter verwendet, die ich nicht kannte und die mir altertümlich vorkamen oder aus einem anderen Land/Dialekt kamen. Nachdem einmal vom Matura (das kannte ich) die Sprache war, habe ich die starke Vermutung, dass österreichische Begriffe in den Text eingeflossen sind. Diese musste ich dann meist googlen.

Fazit
Ich finde, dass Tanya Lieskes „Sommernachtstraum“ keine leichte Lektüre ist. Dies liegt jedoch nicht an den Themen und dem Inhalt, sondern vielmehr an manchen sprachlichen Begriffen und an der Rahmenhandlung. Für mich ist einfach nicht deutlich herausgekommen, was genau es mit Shakespeare und Oberon auf sich hatte. Die Geschichte des Schulstückes hat mir jedoch sehr gut gefallen, da sie sich flüssig lesen lies und die Handlung verständlich war (im Gegensatz zum Prolog und Epilog).
3 von 5 Sternen!

Reihen-Infos
Einzelband

Veröffentlicht am 10.02.2018

Keine Charakterentwicklung, kein Ausweg, keine Gefühle

Solitaire
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Klappentext
„Die sechzehnjährige Tori Spring hat das Gefühl, dass sie sich zwischen Weltschmerz, Erfolgsdruck, dem Zwang, ihre Zukunft planen, sich selbst finden und jetzt eigentlich die beste Zeit ihres ...

Klappentext
„Die sechzehnjährige Tori Spring hat das Gefühl, dass sie sich zwischen Weltschmerz, Erfolgsdruck, dem Zwang, ihre Zukunft planen, sich selbst finden und jetzt eigentlich die beste Zeit ihres Lebens haben zu MÜSSEN, verliert. Dass sie kurz davor ist, zu zerbrechen an der Gleichgültigkeit der Welt. Dass sich daran auch im neuen Jahr nichts ändern, dass wieder nichts passieren wird. Und dann passiert doch etwas: Tori trifft auf Michael Holden. Eigentlich verkörpert Michael mit seinem Enthusiasmus und der schwarzen Hipster-Brille all das, was Tori verachtet, und dennoch ist sie fasziniert von seiner überschäumenden Lebensfreude und seiner Neugier auf die Welt. Und es gibt Solitaire, eine anonyme Schülergruppe, die seit Kurzem Toris Schule in Atem hält. Anders als alle anderen fragt Tori sich, was und wer wirklich hinter Solitaire steckt.“

Gestaltung
Meiner Meinung nach hat das Cover etwas ganz faszinierendes. Ich mag vor allem die Farben. Da sie vor allem Pastelltöne aufweisen, habe ich den Eindruck ein Aquarellbild zu betrachten statt eines Fotos. Die schwebenden Zauberwürfel sehen dabei so als, als würden sie von dem Mädchen mit dem Schirm zu ihrer Position in der Luft gebracht, da sie ihre eine Hand hoch hält. Alles in allem ein sehr interessantes Cover!

Meine Meinung
Ich denke, dass die meisten von uns sich sehr gut in die Protagonistin Tori hineinversetzen können. Denn wer hat nicht in seiner Jugend oder anderen Lebensphasen einmal eine sehr niederschmetternde Zeit durchlebt, in welcher man am liebsten alles stehen und liegen gelassen hätte, um sich in seinem Bett zu verkriechen. Pessimismus und einen Hang ins Depressive kennt vermutlich jeder von uns. Daher liefert Tori hervorragendes Identifizierungspotenzial für Leser jeglicher Altersklassen!

In „Solitaire“ trifft der Leser auf Tori, einem Mädchen im Teenageralter, die eine Vorliebe für schwarze Kleidung, den Pessimismus und generell die Schwarzseherei hat. Tori ist sehr depressiv und melancholisch. Da sie gleichzeitig auch die Erzählstimme des Romans ist, ist es nicht verwunderlich, dass sich ihre Melancholie hier widerspiegelt. Ich hatte eigentlich erwartet, dass ich von ihrer Geschichte berührt werde. Ich war auch voll darauf eingestellt, dass mich dieser Roman traurig machen könnte. Aber irgendwie habe ich gar nichts gefühlt. Tori transportiert nur ihre negative Einstellung zu allem und ansonsten leider keinerlei Gefühle.

Diese „alles ist mir egal“-Einstellung hat mich irgendwann an den Rand der Verzweiflung gebracht, weil es keinerlei Entwicklung in Toris Charakter gibt. Hatte ich zu Beginn noch den Gedanken, dass Tori am Ende des Romans vielleicht aufwacht oder wenigstens ein klein wenig an Gefühlen und Emotionen empfindet, so musste ich doch feststellen, dass sie keinerlei Entwicklung durchgemacht hat. Am Ende des Romans ist sie genauso depressiv wie zu Beginn auch. Gut, es mag zwar realistisch sein, dass die psychische Erkrankung einer Depression nicht so mir nichts dir nichts geheilt werden kann, aber wenigstens ein klein wenig positive Erlebnisse oder Empfindungen hätten nicht geschadet.

Selbst als schließlich die mysteriöse Gruppierung „Solitaire“ an Toris Schule ihr Unwesen treibt und nicht nur harmlose Streiche spielt, lässt sich unsere Protagonistin nicht aus ihrem vegetativen „Alles egal“-Rhythmus reißen. Wenn an einer Schule voller Teenager und junger Menschen plötzlich eine Gruppe auftaucht, die sogar lebensbedrohliche Streiche spielen, dann kann man doch auch bei depressiven Menschen eine Gefühlsregung erwarten, oder etwa nicht? Zumindest ein Gefühl von Angst oder Schockiertheit. Aber nicht so bei Tori. Die geht einfach nach Hause und legt sich in ihr Bett. Ist ja egal, was da in der Schule abgeht und ob es einen persönlich betrifft oder nicht.

Alice Oseman hat hier vermutlich den Zeitgeist vieler (amerikanischer) Jugendlicher eingefangen und somit einen Nerv getroffen. Schade finde ich jedoch, dass sie nicht versucht, einen Ausweg aus dem Teufelskreis der Depressionen aufzuzeigen. Aber vermutlich ist ihr dies nicht gelungen, da sie selber noch viel zu sehr in der Rolle des pessimistischen, depressiven Teenagermädchens feststeckte (immerhin war sie erst 17 Jahre alt, als sie „Solitaire“ schrieb) und selber vielleicht noch keinen Ausweg kennt. Dabei hätte sie am Ende so schön Möglichkeiten aufzeigen können, mit Depressionen umzugehen.

Fazit
Der Debütroman der sehr jungen Alice Oseman beschäftigt sich mit dem Thema Depression, doch leider schafft „Solitaire“ es nicht, mich emotional zu berühren, da die Protagonistin Tori aufgrund ihrer pessimistischen Art keinerlei Gefühlsregungen empfindet, die sie auf uns Leser übertragen könnte. Vor allem hätte ich mir eine Entwicklung in dieser Figur gewünscht und dass am Ende mögliche Auswege oder Arten des Umgangs mit Depressionen aufgezeigt werden, da dies ein ernstzunehmendes Thema ist, das heutzutage immer mehr Menschen betrifft. Zwar mag es realistisch sein, dass Tori von Anfang bis Ende melancholisch ist, da es kein Wundermittel gibt, das aus der Depression hilft. Aber dennoch wäre ein kleiner Hoffnungsschimmer am Ende des Horizontes ein wünschenswertes Ende gewesen.
3 von 5 Sternen!

Reihen-Infos
Einzelband