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Veröffentlicht am 27.03.2020

Eine Geschichte über das Leben, die das Leben schreibt

C'est la fucking vie
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Klappentext
„Die 18-jährige Sanni hat bisher ein wildes, freies Leben geführt, bei dem Partys, Alkohol, Drogen und Sex auf der Tagesordnung standen. Mit dem Abitur in der Tasche interessiert es sie nicht, ...

Klappentext
„Die 18-jährige Sanni hat bisher ein wildes, freies Leben geführt, bei dem Partys, Alkohol, Drogen und Sex auf der Tagesordnung standen. Mit dem Abitur in der Tasche interessiert es sie nicht, was nach dem Sommer sein wird. Niko beschäftigt hingegen, wie er es seinen strengen Eltern rechtmachen kann. Doch trotz aller Unterschiede verbindet Sanni und Niko eine ganz besonders tiefe Freundschaft – die vor allem für Niko mehr als nur Freundschaft ist.
Alles ändert sich, als die beiden unverhofft miteinander im Bett landen. Zum ersten Mal konfrontiert Niko Sanni mit seinen Gefühlen und stellt sie vor die Wahl: Beziehung oder ein Ende der Freundschaft. Sanni ist hin- und hergerissen, empfindet sie doch auch mehr für Niko. Aber kann Sanni für die Liebe wirklich ihre Freiheit aufgeben?“

Gestaltung
Mir gefällt das Cover richtig gut, was vor allem am Kontrast zwischen den verspielt-süßen Blumen und dem knalligen „Fucking“ im Titel liegt. Dies wirkt gegensätzlich und passt trotzdem gut zueinander. Die blauen Blumen gefallen mir sehr, weil sie realistisch aussehen und durch die verschiedenen Blautöne auch Schattierungen entstehen. Davor fügt sich der Titel sehr schön ein, wobei sich das knallig pinke „Fucking“ abhebt.

Meine Meinung
An „C’est la fucking vie“ interessierte mich vor allem die Thematik des Buches, denn es geht um die besten Freunde Sanni und Niko, die recht unterschiedlich sind. Sanni ist unbeschwert und genießt ihr freies Leben. Niko hingegen möchte eine Freundin haben und es seinen Eltern rechtmachen. Auch ist er in Sanni verliebt. Als die beiden gemeinsam im Bett landen, stellt er sie vor die Wahl: entweder Sanni geht mit ihm eine Beziehung ein oder aber sie können nicht mehr befreundet sein. So muss Sanni sich entscheiden: kann sie sich auf Niko einlassen oder ist ihr ihre Freiheit wichtiger?

Sanni verkörpert wohl genau den Gedanken, den viele junge Menschen für die Zeit nach ihrem Schulabschluss haben: das Leben in vollen Zügen genießen. Feiern. Party machen. Nicht an Morgen denken. Da ich selber nie dieser Typ war, konnte ich mich mit Sanni zunächst nicht so wirklich anfreunden. Sie war mir zu sorglos und hat zu wenig an ihre Zukunft gedacht. Dafür aber regelmäßig an Sex und Partys. Ich fand es dann aber gut, dass sie durch Niko und die Wahl, vor die er Sanni stellt, ernster wurde. Sie hat auf einmal bemerkt, dass ihr Leben nicht nur aus Unbeschwertheit besteht, sondern dass auch Entscheidungen dazugehören.

Auf diese Weise zeigt „C’est la fucking vie“ dass Entscheidungen zum Leben dazugehören und dass man sich ihnen nicht einfach entziehen kann, auch wenn man es vielleicht möchte. Den Kopf wie ein Vogelstrauß einstecken hilft aber nichts, denn Sanni muss sich entscheiden, da sie Niko sonst so oder so verliert. Niko fand ich richtig toll. Er ist in meinen Augen ein ausgewogener Charakter, der zwar versucht, es anderen recht zu machen, der aber auch für sich einsteht, denn er mag Sanni. Darum stellt er sie vor die Wahl, anstatt seine Gefühle länger stillschweigend mit sich herumzutragen.

Besonders interessant war auch der Erzählstil, denn das Buch ist in der Ich- bzw. Du-Perspektive geschrieben. Aus Sannis Sicht wird erzählt was passiert, doch sie spricht Niko mitten im Erzähltext direkt an. Beispielsweise folgt auf eine wörtliche rede ein „sagst du“. Das fand ich beim Lesen zunächst etwas gewöhnungsbedürftig, weil es so außergewöhnlich ist. Aber mit der Zeit kam ich in einen Lesefluss herein und dann fand ich diese besondere Art zu erzählen echt spannend und cool.

Fazit
„C’est la fucking vie“ ist eine Geschichte über das Erwachsen werden, über die Zeit nach dem Schulabschluss und darüber dass Entscheidungen zum Leben dazugehören. Mir gefiel diese Botschaft gut und auch der besondere Erzählstil des Buches hat mir gut gefallen, auch wenn ich mich erst daran gewöhnen musste. Zudem fand ich Niko ganz toll, da er für sich und seine Wünsche einsteht. Auch Sanni war interessant und nachdem ich sie erst nicht so mochte, bin ich schlussendlich doch mit ihr warm geworden.
4 von 5 Sternen!

Reihen-Infos
Einzelband

Veröffentlicht am 27.03.2020

Dieses Buch macht Mut und zeigt, dass man die Menschen akzeptieren sollte wie sie sind

Karly, Rocky und der große Schmutzky-Plan
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Klappentext
„Eine Geschichte über Mut, Anderssein und Geschlechterklischees - für Mädchen ab 10 Jahren.

Karly ist groß. Viel größer als alle in ihrer Klasse, Jungs eingeschlossen. Vor allem Draufgänger ...

Klappentext
„Eine Geschichte über Mut, Anderssein und Geschlechterklischees - für Mädchen ab 10 Jahren.

Karly ist groß. Viel größer als alle in ihrer Klasse, Jungs eingeschlossen. Vor allem Draufgänger Rocky reißt gerne vor den anderen Witze über sie. Da steht Karly im wahrsten Sinne des Wortes drüber – denn von oben hat man eindeutig den besseren Überblick! So entdeckt sie auch schnell, dass Rocky gar nicht der ist, der er vorzugeben scheint. Heimlich beobachtet sie ihn beim Tanzen – und wie gut er das kann! Aber Jungs und Tanzen? Das geht in den Augen der Leute gar nicht. Karly beschließt, ihm zu helfen und schmiedet im Schmutzky-Park um die Ecke einen grandiosen Plan. Denn sie weiß nur zu gut, wie das mit den Vorurteilen so ist …“

Gestaltung
Besonders auffällig ist das rote Band, das sich wie ein Banner über das Cover zieht und auf dem der Titel geschrieben steht. Mir ist es jedenfalls sofort ins Auge gestochen, weswegen ich auch als erstes den Titel gelesen habe. Dann erst habe ich mir die Zeichnung des Mädchens und des Jungens angesehen, die durch das rote Band turnen. Ich finde es hübsch, wie verwoben das Covermotiv ist und dass es eine Einheit darstellt. Auch hebt sich das Rot sehr stark von den Blau- und Gelbtönen ab.

Meine Meinung
Ich habe mich sehr gefreut, dass es eine neue Geschichte von Uticha Marmon gibt, denn ich habe von der Autorin bereits „Marienkäfertage“, „Als Opapi das Denken vergaß“ und „Josis wilde Welt“ gelesen. Alle drei Bücher mochte ich gerne, weswegen ich gespannt auf das neuste Werk der Autorin war, welches als Geschichte über Mut, Anderssein und Geschlechterklischees angeteasert wurde. Dies hat mich angesprochen, da ich solche Geschichten in Kinderbüchern immer spannend finde.

In „Karly, Rocky und der große Schmutzky-Plan“ geht es um Karly, die die Größte aus ihrer Klasse ist. Sie überragt wirklich alle und wird deswegen auch gerne mal geärgert. Vor allem Rocky hat Karly gegenüber fiese Kommentare parat. Aber Karly steht darüber und überblickt die Lage gekonnt, denn sie beobachtet Rocky beim Tanzen und nimmt ihn unter ihre Fittiche. Um ihm zu helfen, schmiedet sie im Schmutzky-Park einen Plan, denn das Klischee „Jungs tanzen nicht“ ist ein Vorurteil, dem Rocky entgegensteht…

Ich fand das Buch echt gut, wobei ich aber auch sagen muss, dass ich mir ein klein wenig mehr erhofft und erwartet habe. Ich hatte irgendwie mehr in Bezug auf die beworbenen Geschlechterklischees erwartet und nicht einfach nur den Stereotyp, dass es Jungs, die tanzen, schwer haben. Dennoch fand ich es gut, dass mit Rocky ein Charakter im Buch vorhanden ist, der einerseits versucht Stärke und Unnahbarkeit zu zeigen (indem er Karly ärgert), während er so aber gleichzeitig versucht seine weiche Seite zu verbergen. Ich finde, dass dies auf einfache Weise verdeutlicht, dass hinter jedem Menschen mehr steckt, als es zunächst den Anschein hat…

Aber richtig gut gefallen hat mir die Mobbingthematik und die Aufarbeitung dieses Themas, denn Karly ist eine Protagonistin, die sich Kommentaren und Sprüchen über ihre Größe entgegen sieht. Anders als andere lässt sie sich davon aber einfach nicht unterkriegen und auch nicht großartig einschüchtern, was ich wirklich beeindruckend fand, denn während andere tief verletzt wären und sich zurückziehen würden, steht Karly über allem. Sie hat einen großartigen Gerechtigkeitssinn und geht meiner Meinung nach richtig toll mit dem Mobbing um.

Ich finde, dass man hier wirklich schön lernen kann, wie man mit Mobbing umgehen sollte und so ist Karly ein schönes Vorbild für Kinder. Außerdem ist „Karly, Rocky und der große Schmutzky-Plan“ in meinen Augen ein echtes Mutmachbuch, das Kindern, die auch geärgert werden, meiner Meinung nach Hoffnung gibt und zeigt, dass es oftmals Vorurteile sind, die einer menschlichen Meinung zugrunde liegen und nicht unbedingt die Person an sich bewertet wird. Karly steht für mehr Akzeptanz und dass jeder Mensch so respektiert werden sollte, wie er ist.

Fazit
Auch wenn ich bezüglich der beworbenen Geschlechterklischees etwas mehr erwartet habe, konnte mich „Karly, Rocky und der große Schmutzky-Plan“ überzeugen. Die Geschichte ist kurzweilig und liest sich schnell weg. Dabei gibt es aber schöne Botschaften und wichtige Themen. Gerade das Thema Mobbing wird hier auf spannende Weise verarbeitet, denn durch Protagonistin Karly wird gezeigt, wie man mit Hänseleien umgehen kann und dass man eigentlich jeden Menschen so akzeptieren sollte wie er ist. Meiner Meinung nach hat Uticha Marmon hier ein wunderschönes Mutmachbuch geschaffen!
4 von 5 Sternen!

Reihen-Infos
Einzelband (?)

Veröffentlicht am 24.03.2020

Etwas vorhersehbar, aber das Ende ist eine Wucht

Ashes and Souls (Band 2) - Flügel aus Feuer und Finsternis
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Klappentext
„Eine Liebe für die Ewigkeit?
Mila befindet sich mitten im ewigen Kampf zwischen Licht und Schatten. Ihre große Liebe Asher versucht alles, um sie aus den Fängen des grausamen Rólan zu befreien. ...


Klappentext
„Eine Liebe für die Ewigkeit?
Mila befindet sich mitten im ewigen Kampf zwischen Licht und Schatten. Ihre große Liebe Asher versucht alles, um sie aus den Fängen des grausamen Rólan zu befreien. Doch Rólan ist nicht der Einzige, der Milas Kräfte für sich nutzen will. Um sich selbst und ihre Freunde zu beschützen, macht sie sich auf die Suche nach dem Ursprung ihrer Gabe. Und was sie dabei herausfindet, bedroht nicht nur ihre gemeinsame Zukunft mit Asher, sondern auch das Schicksal der gesamten Welt.

Seit Jahrhunderten hat sich Asher aus den Problemen der Ewigen herausgehalten. Doch dann ist Mila aufgetaucht. Unsterblich hat er sich in das Mädchen mit den besonderen Kräften verliebt. Aber sowohl die Seite der Dunkelheit als auch die des Lichts sind hinter ihr her. Asher bleibt nichts anderes übrig, als sich einzumischen, denn für Mila würde er alles tun: Für sie bittet er sogar seinen Bruder Elarian um Hilfe. Selbst ein Bündnis mit seinen Feinden geht er für sie ein. Für Mila würde er die gesamte Welt ins Chaos stürzen – aber wird das ausreichen?“

Gestaltung
Ich bin so ein großer Fan des Covers und freue mich, dass das Motiv von Prag und dem Flügel auch für den zweiten Band übernommen und nur gespiegelt wurde bzw. die Skyline der Stadt leicht verändert wurde. Dabei gefallen mir nach wie vor die Rauchschwaden, die von der Stadt aufsteigen, richtig gut. Auch finde ich es schön, dass die beiden Cover, wenn man sie nebeneinander legen, ein Gesamtbild ergeben und sich die Flügel nebeneinander ergänzen. Die Farbgebung dieses Bandes finde ich auch sehr hübsch, weil sie intensiver und auffälliger ist.

Meine Meinung
Hach, was hab ich mich gefreut, dass es mit „Ashes and Souls“ nun endlich weiter geht! In „Flügel aus Feuer und Finsternis“ geht Mila ihrer Gabe genauer auf den Grund, denn sowohl die Seite des Lichts als auch die Seite der Dunkelheit sind hinter ihr her. Sie ist noch immer Gefangene von Rólan und Milas Geliebter Asher setzt alles daran, sie aus Rólans Fängen zu befreien. Doch das was Mila über ihre Gabe herausfindet, stellt nicht nur ihre Zukunft mit Asher in Frage, sondern ist auch für das Schicksal der Welt entscheidend…

In diesem Band wird der Kampf zwischen Licht und Dunkel weitergeführt, denn Mila sollte als Mensch nicht die Gabe besitzen, die sie aber nun einmal hat. Daher soll dieser „Fehler“ beseitigt werden und so entspinnt sich wieder ein Geflecht aus verschiedenen Auseinandersetzungen, was ich ziemlich spannend war. Diesbezüglich muss ich aber leider auch sagen, dass ich die Handlung manches Mal etwas vorhersehbar empfand.

Dies lag daran, dass sich leichte Parallelen zu den Geschehnissen des ersten Bandes entdecken ließen, die wiederum beim Lesen das Gefühl weckten, als würde sich manches wiederholen. Zum Glück gab es aber durch Ashers Bruder Elarian Abwechslung! Asher setzt wirklich alles daran, Mila zu beschützen und so bittet er sogar Elarian um Hilfe. Hierdurch kommt dann frischer Wind in die Geschichte, die mir sonst zu vorhersehbar verlaufen wäre.

Besonders gut gefiel mir, dass die Auflösung um Milas Gaben und den Grund ihrer Besonderheit, am Romanende erfolgte. Die Erkenntnis war spannend gestaltet und gut in die Geschichte verwoben. Vor allem weil ich beim Lesen darauf brannte, mehr zu erfahren und mich doch ganz bis zum Schluss gedulden musste. So blieb es in meinen Augen wirklich bis zur letzten Seite spannend. Auch fand ich das Ende authentisch und greifbar, denn es stellte mich zufrieden. Es ist nicht zu perfekt, sodass ich mir gut vorstellen konnte, dass alles diesen Verlauf nimmt.

Fazit
Der Abschlussband der „Ashes and Souls“-Dilogie hat mir insgesamt gut gefallen, wobei ich die Handlung stellenweise etwas vorhersehbar empfand. Dennoch konnte Asher mich mit seiner Liebe für Mila und seinen Taten überzeugen. Vor allem sein Bruder bringt auch frischen Wind mit sich. Das Ende war für mich das Highlight von „Flügel aus Feuer und Finsternis“, denn die Spannung schraubt sich bis zur letzten Seite immer höher und dann folgt die Auflösung, auf die ich so brannte. Hier gefiel mir vor allem wie authentisch und echt alles endete, denn das Ende stimmt zufrieden, auch wenn nicht alles so rund läuft, wie man zunächst denkt...
4 von 5 Sternen!

Reihen-Infos
1. Ashes and Souls – Schwingen aus Rauch und Gold
2. Ashes and Souls – Flügel aus Feuer und Finsternis

Veröffentlicht am 23.03.2020

Etwas zu kitschig, aber trotzdem gut

Das Licht von tausend Sternen
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Klappentext
„Als sie Ashton zum ersten Mal in die Augen sieht, stellt er Harpers Welt völlig auf den Kopf. Doch egal wie stark ihr Herz auch klopfen mag, sie kann sich nicht auf einen Flirt mit Ashton ...

Klappentext
„Als sie Ashton zum ersten Mal in die Augen sieht, stellt er Harpers Welt völlig auf den Kopf. Doch egal wie stark ihr Herz auch klopfen mag, sie kann sich nicht auf einen Flirt mit Ashton einlassen. Denn jeden Abend schlüpft sie aus ihrem sorglosen Studentenleben in die Rolle der fürsorglichen Schwester, die sich um ihren autistischen Bruder kümmert. Harper hat keine Zeit für Abenteuer, für Spontaneität, für Kompromisse. Und doch erobert Ashton nach und nach ihr Herz. Zum ersten Mal ist ihr etwas wichtiger als ihre Familie – und plötzlich steht Harper vor der wohl schwersten Entscheidung ihres Lebens …“

Gestaltung
Das Cover gefällt mir persönlich richtig gut, was vor allem an der Idee liegt, das Cover schwarz zu gestalten, dabei jedoch ein Liebespaar drauf zu zeichnen. Dies erinnert ein wenig an diese Kratzbilder, bei denen bunte Motive freigekratzt werden müssen. Dazu passend sind das Paar, der Name der Autorin sowie ein Teil des Titelschriftzugs mit bunt schimmernder Folie versehen, die silber-bunt glänzt. Wenn das nicht mal ein cooler, besonderer Effekt ist!

Meine Meinung
Ich muss gestehen, dass mich zunächst das Cover magisch angezogen hat. Als dann auch der Inhalt mehr als verlockend klang, war für mich klar, dass ich „Das Licht von tausend Sternen“ unbedingt lesen muss. In dem Buch geht es um Harper, die sich um ihren autistischen Bruder kümmert und deswegen keine Zeit für Abenteuer oder die Liebe hat. Dann lernt sie jedoch Ashton kennen und verliebt sich Hals über Kopf in ihn. Wird sie weiterhin für ihre Familie da sein oder sich für sich selbst entscheiden?

Besonders gut dargestellt fand ich Harpers kleinen Bruder. Ich habe schon mit autistischen Kindern zusammengearbeitet und jedes Kind ist individuell und anders. Diesbezüglich war ich gespannt auf die Umsetzung und Darstellung des Autismus. Nach dem Lesen kann ich nun sagen, dass ich fand, dass es der Autorin gelungen ist, die autistischen Züge authentisch und realistisch zu vermitteln. In meinen Augen ermöglicht das Buch einen Blick auf ein Leben mit einem autistischen Bruder, das ich nah an der Realität empfand.

Auch gut wurde der Zwiespalt von Harper dargestellt, denn einerseits ist da ihre bedingungslose, aufopferungsvolle Liebe für ihre Familie. Andererseits verliebt sie sich aber in Ashton und möchte auch mal egoistisch sein und an sich denken. Dies stürzt sie in eine Art Gewissenskonflikt, den Leonie Lastella sehr realistisch und für den Leser gut nachvollziehbar umgesetzt hat.

Die Handlung war in meinen Augen einerseits romantisch, andererseits aber auch etwas kitschig. Für meinen Geschmack manchmal zu kitschig. Ich konnte auch einige Entwicklungen sehr früh erahnen und deswegen fehlte mir stellenweise der Überraschungseffekt. Dennoch war die Geschichte aber süß, da mir Ashton sehr gut gefallen hat und auch die Chemie zwischen ihm und Harper sehr stimmig war. Die beiden haben sich schön ergänzt.

Sowohl Harper als auch Ashton haben jeweils ein Päckchen zu tragen und dabei gefiel es mir besonders, dass er auf der einen Seite verständnisvoll auf Harpers Situation reagiert hat, auf der anderen Seite hat er aber auch nicht aufgegeben. Das war sehr süß. Ich fand auch gut, dass durch die Erzählweise Einblicke in beide Charaktere möglich waren, da aus der Sichtweise von beiden Figuren erzählt wird. So konnte man beide gut verstehen, da man in beide eintauchen konnte.

Fazit
„Das Licht von tausend Sternen“ ist eine süße, für meinen Geschmack etwas zu kitschige Liebesgeschichte, die aber für gute Unterhaltung sorgt. Die Figuren sind authentisch und auch die Darstellung des Autismus von Harpers Bruder fand ich gelungen. Mir gefiel die Chemie zwischen den beiden Hauptfiguren und dass ich in beide Charaktere durch deren Sichtweisen eintauchen konnte.
4 von 5 Sternen!

Reihen-Infos
Einzelband

Veröffentlicht am 22.03.2020

Hat tolle Grundzüge, weist aber auch Kritikpunkte auf

The Grace Year
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Klappentext
„„Niemand spricht über das Gnadenjahr. Es ist verboten.“

In Garner County heißt es, dass junge Frauen die Macht besitzen, Ehemänner aus ihren Betten zu locken und Jungen in den Wahnsinn zu ...

Klappentext
„„Niemand spricht über das Gnadenjahr. Es ist verboten.“

In Garner County heißt es, dass junge Frauen die Macht besitzen, Ehemänner aus ihren Betten zu locken und Jungen in den Wahnsinn zu treiben. Um diese Kräfte zu verlieren, werden sie für ein Jahr in die Wildnis verbannt. Wer zurückkommt, wird verheiratet oder ins Arbeitshaus geschickt. Aber es kommen nie alle lebend zurück.
Nur in ihren Träumen ist Tierney James frei, umgeben von Rebellinnen. Doch als ihr Gnadenjahr beginnt, spürt sie erst, wie tief verwurzelt der Hass ist. Denn nicht die Natur oder die tödlichen Wilderer, die ihnen auflauern, sind die größte Gefahr. Es sind die Mädchen selbst.“

Gestaltung
Das wahre Highlight des Covers ist die Spotlackverzierung des Titels, der Blume und des Blutstropfen, denn diese Elemente schimmern in rotem Metalliclook, wodurch sie sich optisch sehr schön vom Cover abheben. Vor allem die intensive rote Farbe sorgt für die Betonung dieser Coverelemente. Ansonsten ist die Gestaltung eher schlicht durch die weißen und beigefarbenen Töne. Die Ranken erzeugen eine gewisse Tiefe, da sie auf verschiedenen Ebenen zu sehen sind.

Meine Meinung
Der Einstieg in die Geschichte ist meiner Meinung nach gut gelungen, denn ich war sofort gefesselt von dem Weltentwurf und der Handlung. Dies machte ich daran fest, dass ich teilweise geschockt oder tief bewegt vor dem Buch saß und die Seiten anstarrte, nicht ganz glauben konnte, was ich da gelesen habe. Ich fand es total heftig, wie sich die Gesellschaft hier entwickelt hat. Wie Frauen hier behandelt werden ist ganz schön krass. Ich fragte mich beim Lesen ja, ob die Autorin eventuell von Me too oder ähnlichen Debatten inspiriert wurde und diese Strömungen in ihrer Geschichte aufgegriffen hat.

Toll fand ich, dass mit Tierney ein Mädchen als Protagonistin vorhanden ist, welches das System hinterfragt. Das nachdenkt. Das nicht so handelt, wie das System sie indoktriniert hat. Vor allem dass ihr Vater sie so erzogen hat, rechne ich ihm hoch an. Gleichzeitig ist Tierneys Weg so natürlich auch schwer und hart, da die meisten anderen eben nicht so sind wie sie. Da muss sie einen starken Charakter haben, um das durchzuhalten. Und den hat sie auch, denn Tierney lässt sich trotz vieler harter Hürden und Gefahren nicht unterkriegen.

Etwas oberflächlich blieb für meinen Geschmack die Liebesbeziehung. Zeitlich gesehen entwickelt sie sich zwar über Monate hinweg, was ich als positiv empfand, aber trotzdem konnte sie mich nicht komplett von sich überzeugen. Dies lag meiner Meinung nach vor allem am männlichen Love Interest und seiner plötzlichen Entwicklung. Er verändert sich und sein Wesen von Grund auf, weil er sich in Tierney verliebt hat, was mich persönlich einfach gestört hat, weil es irgendwie nicht so recht passte. Auch fand ich es schade, dass die große Frage nach dem Warum es das Gnadenjahr gab nicht aufgeklärt wurde.

Beim Lesen ärgerte mich immer wieder, wie die Mädchen/Frauen miteinander umgehen. Ich fand es erschreckend mit eigenen Augen zu lesen, wie in dem Buch miteinander umgegangen wird, obwohl alle im selben Boot sitzen. Diesbezüglich fand ich es gut, dass sich im Buch eine Art Rebellion entwickelt, wobei ich diese gerne noch genauer verfolgt hätte und mehr davon mitbekommen hätte. Dennoch konnte mich die Geschichte gerade mit den letzten Seiten überraschen und aus den Latschen hauen, weil hier einige unvorhersehbare Entwicklungen auf den Leser warten.

Fazit
Insgesamt hat „The Grace Year“ viele gute Züge, aber auch kleinere Kritikpunkte. Für mich war dies beispielsweise dass der männliche Charakter sich sehr stark aufgrund der Liebe verändert hat und dass dies recht oberflächlich abgehandelt wurde. Auch fand ich es schade, dass das „Warum“ nicht geklärt würde. Dafür gibt es in der Geschichte einen spannenden und vor allem schockierenden Weltentwurf und viele Wendungen, die mich beim Lesen eiskalt erwischt haben.
4 von 5 Sternen!

Reihen-Infos
Einzelband (?)