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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.09.2016

sehr kurzweilige Unterhaltung

Das muss Liebe sein
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Dieses Buch besticht durch ein schönes, peppiges Cover. Und auch in den einzelnen Kapiteln sind immer wieder Zeichnungen und Bilder eingefügt. Inhaltlich geht es um eine humorvolle Sichtweise auf das Heiraten ...

Dieses Buch besticht durch ein schönes, peppiges Cover. Und auch in den einzelnen Kapiteln sind immer wieder Zeichnungen und Bilder eingefügt. Inhaltlich geht es um eine humorvolle Sichtweise auf das Heiraten und die Ehe. Im Titel des Buches steckt das Wort "Pflegetipps" und vom Aufbau des Buches ist es ein bisschen wie ein Ratgeber aufgebaut. So finden sich in den Kapiteln einige Selbsttestanleitungen.
Das Buch ist leicht zu lesen und laut der Autorin muss man die Kapitel nicht strikt nacheinander lesen, sondern kann darin schmökern und für sich interessante Kapitel heraussuchen. Da die Kapitel in sich abgeschlossene Themengebiete behandeln, trifft diese Anleitung der Autorin zu.
Insgesamt fällt dieses Buch in die Kategorie "sehr sehr kurzweilige Unterhaltung". Dieses Buch ist nicht für Leute geeignet, die ernsthafte Ratschläge und Tipps in Sachen Ehe suchen, sondern vielmehr zur spaßigen Unterhaltung, wobei man über ein paar witzige Zitate lachen kann. Zur reinen Unterhaltung würde ich mir jedoch kein 352 Seiten langes Buch übers Heiraten und die Ehe kaufen. Zudem richtet sich das Buch eher an ein Frauenpublikum, das den passenden Ehemann sucht. Deshalb vergebe ich nur 2 Sterne.

Kurz und knapp:
Pluspunkte= viel Humor, interessante Studien, schöne Bilder
Minuspunkte= wofür soll das Buch gut sein? Fragwürdige Kombination von Vorurteilen, Humor und wissenschaftlichen Studien.

Ein paar Zitate:
- "Die Anwesenheit von einer Frau lässt den Adrenalinspiegel eines Mannes um acht Prozent steigen, zeitgleich kommt es zu Lähmungserscheinungen im Hirn, für Matheaufgaben braucht er in Gegenwart einer Frau deutlich länger." (S.25)
- "Schon per Definition sind Vernunftehen stabiler, weil sie um der Ehe willen geschlossen werden. Liebesehen 'nur' um der Liebe wegen." (S.225)

Veröffentlicht am 15.09.2016

Schlechte Qualität

Halbzeitküsse
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Zu meiner eigenen Schande muss ich gestehen, dass ich es nur bis zur Seite 77 geschafft habe zu lesen. Mir hat das Buch leider gar nicht gefallen.

Inhaltlich geht es um Lillian, die bei einem Boulevardmagazin ...

Zu meiner eigenen Schande muss ich gestehen, dass ich es nur bis zur Seite 77 geschafft habe zu lesen. Mir hat das Buch leider gar nicht gefallen.

Inhaltlich geht es um Lillian, die bei einem Boulevardmagazin arbeitet und eine Fußballmannschaft bei Championsleague-Spielen begleitet. Dabei verlieben sich sie und der Profifußballspieler Jamie in einander. Die einzelnen Kapitel sind dabei jeweils aus den Perspektiven von Lillian und Jamie geschrieben.

Zunächst einmal passt das Cover des Buchs nicht recht zum Inhalt. Dort geht es unter anderem nicht nur um ein sich küssendes Paar sondern um eine Journalistin und einen Fußballprofispieler. Auf dem Cover war davon nichts zu erahnen. Das schließt auch daran an, dass die Geschichte inhaltlich sehr schlecht ausgebaut ist. Im Fokus stehen eine Frau und ein Mann, die sich erst streiten und dann in einander verlieben. Die Geschichte um diese beiden Figuren herum ist im Grunde unrelevant für ihre Zuneigung und Liebe und daher sogar austauschbar. Denn andere Aspekte, die ihr Leben betreffen sind nur oberflächlich beschrieben und spielen keine weitere Rolle für die Handlung. Da es sich bei dem einen Hauptcharakter um einen Profifußballspieler handelt, könnte man meinen, dass auch das Fußballspielen, die Leidenschaft für diese Sportart, das Gefühl ein Teil einer Mannschaft zu sein, der Körper als Kapital, etc. eine Rolle spielen und thematisiert werden. Dadurch hätte die Geschichte mehr Tiefe bekommen. An manchen Textstellen hatte ich zunächst das Gefühl, dass die Autorin versucht nicht nur eine Liebeshandlung, sondern eine wirkliche Geschichte zu schreiben. Dort schriebt sie beispielsweise davon, dass Lillian's Eltern getrennt leben und es erst schwer für sie war zu verstehen, dass ihre Eltern nicht mehr zusammen leben wollen. Direkt daran schließt jedoch an, dass die Eltern einen sehr freundschaftlichen Umgang miteinander pflegen und es keinerlei Diskrepanzen mehr gebe. Zudem sei Lillians Bruder gerade mit einem VW Bus in Neuseeland auf reisen und überhaupt wird ihre Kindheit idealisiert. Der Versuch der Autorin der Geschichte mehr Tiefe zu verleihen, ist für den Leser folglich nur in Ansätzen zu erahnen.

Des Weiteren sind auch die Charaktere an sich sehr schwach ausgebaut. Bei einem Liebesroman ist auf den ersten Blick klar, dass es mindestens zwei Hauptfiguren gibt, die im Zentrum der Geschichte stehen. Dies ist auch hier der Fall. Auffallend ist jedoch, dass alle Nebenfiguren nur sehr schemenhaft beschrieben sind und kaum zur Geltung kommen. Diese Figuren wirken wie Schatten, die so vor sich hin durch die Geschichte dümpeln ohne wirklich zu existieren oder Konturen aufzuweisen. Aber auch an den beiden Hauptfiguren Lillian und Jamie ist Kritik zu üben. Zwar werden diese beiden ausführlicher beschrieben, jedoch bleiben sie dennoch zwei austauschbare Hüllen ohne Persönlichkeit und Charakter, deren einziges Ziel darin besteht sich zu verlieben. Lillian wird zum Beispiel als schön und attraktiv beschrieben, ohne, dass sie es jedoch selbst wirklich so wahrnimmt, eine naive Vorstellung; sie ist eine Blondine und arbeitet bei dem Magazin „VIP and Style“. Auch die Dialoge, besonders zwischen den beiden Hauptfiguren sind sehr flach und unreif. Hierfür ein Beispiel: „Wenn Sie es genau wissen wollen, finde ich Sie so sympathisch wie einen kampfbereiten Pitbull.“ (S. 37) Ich halte es für sehr unreif, dass ein Profifußballer eine derartige Formulierung gegenüber einer Journalistin verwendet, mit der er bisher kaum etwas zu tun hatte und die er gerade zum dritten mal kurz trifft.

Der erste Satz des ersten Kapitels lautet: „Für mich gibt es nur zwei Sorten von Männern.“ (S. 7). Dies ist ein schlechter Beginn für eine Geschichte, da er nichts erzählt. Stattdessen trieft er nur so vor Vorurteilen, Klischees, Unreife und wirkt unauthentisch. Auch im weiteren Verlauf der Geschichte bleibt das Niveau auf diesem Level. Neben der Liebesgeschichte von Lillian und Jamie ist das Gegenüberstehen von Frauen und Männern ein Thema. Fortwährend werden die beiden Geschlechter von der Autorin gegenübergestellt und in einseitige, teilweise sexistische Formen gepresst und agieren somit ausschließlich in ihrem Rollenformat. Damit erschafft die Autorin nicht nur schlecht ausgebaute Charaktere, sondern welche, die sich hauptsächlich über ihr soziales Geschlecht definieren und kaum wirklich eine wahre Person darstellen. So werden Frauen hier mit den Attributen wie schwach, nicht durchsetzungsfähig und fachlich inkompetent dargestellt. Auch die Protagonisten werden mit stark geschlechtsbezogenen Adjektiven beschrieben: Für Lillian – zerbrechlich, zierlich, schlank, weiche Stimme, schön, volle Lippen, süß, wunderschön, engelsgleich. Für Jamie: heiß, groß, sexy, lässig, volle Lippen, geheimnisvoll, berauschend, sanft. Im Grunde ist dies kein Fauxpas. Jedoch sollten die Charaktere dann tiefgründiger ausgelegt sein und diese Themen in der Geschichte aktiv behandelt werden, sodass die Figuren nicht allein auf diese Themen reduziert werden.

Ein kleiner formaler Fehler, der mich beim Lesen gestört hat, war, dass der Roman nicht im Blocksatz abgedruckt worden ist.

Fazit:
- unrealistisch
- unauthentisch
- naive Vorstellungen
- voll von Klischees, Sexismus, Vorurteilen, Oberflächlichkeit
- flache Dialoge
- keine ausgeschmückte Geschichte, eher eine „Liebeshandlung“ mit zwei Figuren
- inhaltlich und vom Schreibstil schlechte Qualität
- nicht spannend
- vorhersehbare Handlungen/ Ende
- deshalb insgesamt 1 von 5 Sternen

Veröffentlicht am 15.09.2016

Gehört nicht in die Kategorie Literatur

Das Gesicht der Anderen
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Der Beginn des Buches war sehr viel versprechend. Denn die ersten 30 Seiten waren sehr spannend geschrieben und ich war neugierig wie Magaretes Schicksal wohl weiter verlaufen würde und was der Mann auf ...

Der Beginn des Buches war sehr viel versprechend. Denn die ersten 30 Seiten waren sehr spannend geschrieben und ich war neugierig wie Magaretes Schicksal wohl weiter verlaufen würde und was der Mann auf dem Hochsitz mit seinem Sohn noch für eine Rolle spielen würde. Bis dahin erwartete ich, dass Themen wie der Umgang mit einem entstellten Gesicht, im Leben für etwas kämpfen, Werte, Menschenwürde und Leid thematisiert werden würden. Mit dem Zitat "Wie viel Leid kann ein Mensch ertragen?" (S. 39) war dieser Themenbereich im Buch abgedeckt, bzw. wurde höchsten nicht ernsthaft und realistisch angesprochen. Meine zweite Erwartung war, dass diese Geschichte auch ein wenig eine Verschwörungsgeschichte, bzw. ein wenig Krimi oder Thriller sein könnte. Dem war jedoch nicht so. Ich muss zugeben, dass ich dieses Buch in kein Genre einordnen kann. Zugeben musst ich dann feststellen, dass die Ausgangssituation, dass der Vater Magarete unbeabsichtigt in Gesicht schießt eher unrealistisch ist und keinen Sinn macht, wenn die Geschichte auf diesem Ereignis nicht weiter aufbaut. Der Autor hätte daraus weiterspinnen können, dass die Pistole gelinkt war oder jemand andres absichtlich eine Patrone hineingelegt hätte usw. Des Weiteren finde ich es fragwürdig, dass Magarete mit ihrem entstellten Gesicht, bzw. mit Maske vergewaltigt wird. Dies wird dann noch dadurch getoppt, dass ein 36 Jahre älterer Musiker sich zu ihr hingezogen fühlt, wobei er sein Wesen später dahin verändert, dass er sich vor Magaretes Entstellung ekelt und möchte, dass sie stets die Maske trägt. Schließlich verführt er auch noch das Hausmädchen Sonja und betrügt Magarete damit, wobei noch zu nennen ist, dass er es sehr genießt, dass er auf Kosten Magaretes leben kann. Die detaillierten Beschreibungen über das entstellte Gesicht und solche Beschreibungen wie, dass Magarete ihre Emotionen durch die Kopfhaltung ausdrückt, regen den Leser zum Nachdenken an bzw. erzeugen ein flauen Gefühl bei diesem. Ferner halte ich es für absurd, dass ein Mädchen, dem von ihrem Vater ins Gesicht geschossen wird danach die Waffenfirma der Familie übernimmt und aktiv leitet! Zusammenfassend gesehen wirkt die Geschichte sehr konstruiert und nicht ausreichend durchdacht, sowie nicht ganz realitätsnahe. Denn ein Mädchen, das von ihrem Vater aus Versehen entstellt wird, dessen Eltern sich umbringen, das Vergewaltigt wird, in Isolation lebt, von ihrem Liebhaber betrogen wird, dass alle Menschen, die ihr nahestehen zum Schluss verliert, das kann diese ganzen Belastungen nicht in solchem Maße aushalten und wie in der Geschichte leben, jedenfalls kann ich mir das nicht vorstellen. Zum Ende hin, muss auch gesagt werden, dass Magarete von Innen hässlich wird. Total abgedreht fande ich dann den letzten Satz: "Ich erwarte ein Kind." (S.288). Ebenso bizarr erscheint es mir, dass ihrem Vergewaltiger und dem Hausmädchen ins Gesicht geschossen wird, sie so etwas überlebt und schließlich ihrem Liebhaber in Notwehr in den Kopf schießt. Auch verstehe ich den Titel "Das Gesicht der Anderen nicht". Geht es hierbei um ihr Gesicht oder um die Gesichter der anderen Menschen, die sie blöd anstarren und in welchen Zusammenhang steht er Titel mit der Aussage des Buches, vor allem, was ist die Aussage des Buches? Das einzig Positive, das ich dem Buch abringen kann, ist, dass man nie weiß wie die Geschichte weiter geht, man kann die Handlungen der Figuren nicht vorausahnen.