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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.03.2023

Mehr Krimi als Thriller

Schere, Stein, Papier
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Das Ehepaar Wright verbringt einen gemeinsamen Urlaub in den schottischen Highlands. Die Ehe steht bereits auf der Kippe und um zu retten, was eventuell nicht mehr zu retten ist, haben sie sich in einer ...

Das Ehepaar Wright verbringt einen gemeinsamen Urlaub in den schottischen Highlands. Die Ehe steht bereits auf der Kippe und um zu retten, was eventuell nicht mehr zu retten ist, haben sie sich in einer umgebaute Kapelle eingefunden.
Adam ist ein gesichtsblinder Drehbuchautor, der kaum vom Schreibtisch loskommt. Seine Frau Amelia arbeitet mit ausgesetzten Tieren und fühlt sich von ihrem Mann nicht wahrgenommen. Haben die beiden noch eine Chance oder stehen ihnen ihre verhängnisvollen Lügen im Weg?

Die Geschichte wird aus mehreren Perspektiven erzählt, hauptsächlich aus der von Amelia und Adam. Zwischenzeitlich mischen sich auch noch Briefe unter, die an jedem Hochzeitstag für Adam geschrieben wurden und die damaligen Ereignisse zusammenfassen.

Ich konnte nicht wirklich zu den beiden Protagonisten durchdringen, was es mir bis zum Ende schwer machte, mit den beiden mitzufühlen. Sie waren mir von Anfang an beide nicht sonderlich sympathisch, aber irgendwie vermute ich, dass genau das Feeneys Intention war. Wer von den beiden lügt, wenn doch beide offensichtlich etwas zu verbergen haben und man für keine der beiden Seiten Partei ergreifen will? Ihr Zusammenspiel hingegen hat mir echt gut gefallen. Man merkt, wie groß die Kluft zwischen den beiden ist, dass Misstrauen von beiden Seiten aus besteht und keinerlei Vertrauen mehr spürbar ist. Alles wird infrage gestellt und damit eine unangenehme Atmosphäre kreiert.

Spannungstechnisch hat mir die erste Hälfte des Buches wirklich gut gefallen. Die allgegenwärtige Bedrohung war hier am stärksten spürbar und das Misstrauen der beiden tat sein Übriges.
Die zweite Hälfte habe ich als deutlich schwächer empfunden. Das Misstrauen wuchs zwar, jedoch passierte nicht wirklich etwas, das mich einen anderen Weg einschlagen ließ. Vielmehr befand ich mich auf dem selben, inzwischen niedergetrampelten Pfad, der nichts Neues für mich bereit hielt.
Das Ende hingegen wurde nochmal überraschend, brachte Abwechslung und besänftigte mich ein wenig. Nichtsdestotrotz handelt es sich für mich hierbei nicht um einen Thriller, von dem ich deutlich mehr erwarte. Vielmehr ist es ein solider Krimi, dessen Handlung hin und wieder etwas gemächlicher ist.

Das Setting hat mir unwahrscheinlich gut gefallen. Genau so hab ich mir die schottischen Highlands vorgestellt! Einsam, weitläufig, viel Natur und aufgrund des schaurigen Wetters auch ein bisschen bedrohlich.

Der neue Thriller konnte mich nicht so sehr begeistern wie die übrigen, weswegen ich mit 3 Sternen zurückbleibe.

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Veröffentlicht am 22.02.2023

Nicht ausgeschöpftes Potenzial

Der Herzgräber
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Als sich Heather Evans Mutter das Leben nimmt, kehrt Heather in ihren Heimatort zurück. Zurück in die Stadt, in der sie nie wieder gehen wollte. Als sie den Nachlass ihrer Mutter durchschaut, findet sie ...

Als sich Heather Evans Mutter das Leben nimmt, kehrt Heather in ihren Heimatort zurück. Zurück in die Stadt, in der sie nie wieder gehen wollte. Als sie den Nachlass ihrer Mutter durchschaut, findet sie stapelweise Briefe. Briefe an einen verurteilten Serienkiller. Michael Reave wird beschuldigt zahlreiche Frauen auf grausamste Art und Weise getötet zu haben. Seit nun mehr 20 Jahren sitzt er nun schon seine Strafe in einem Hochsicherheitsgefängnis ab.
Doch jetzt ist eine weitere junge Frau getötet wurden. Der Tathergang zeigt Parallelen zu den Morden von Reaves. Als eine zweite Frau ermordet aufgefunden wird, entschließen sich Heather und Detective Parker zu einem folgenschweren Schritt: Heather soll Kontakt zu Reaves aufnehmen und mit ihm sprechen. Fragen stellen, auf die nur er die Antworten kennt.

Die Geschichte wird in zwei Zeitsträngen erzählt. Die Rückbelnden helfen, das Wesen und die Taten von Reaves zu verstehen und setzen nach und nach Teile eines riesigen Puzzles zusammen.

Heather war für mich keine Parade-Protagonistin. In meinen Augen fehlte es ihr stark an Tiefe. Sie war ungewöhnlich naiv erzählt, obwohl sie eine erwachsene Frau darstellen sollte. Ich konnte leider keinen wirklichen Draht zu ihr aufbauen, da sie bis zum Ende sehr ungreifbar und teilweise auch nicht nachvollziehbar handelte.
Reave hingegen hat mir viel besser gefallen. Wahrscheinlich, weil er sich mysteriös und unglaublich psychopathisch gibt. Auch wenn auch er sehr platt und stereotypisch erzählt wurde, hat er Spannung in die Handlung gebracht.

Anfangs musste ich mich wirklich durch die Geschichte quälen. Irgendwann wurde sie jedoch immer spannender und machten mir Lust auf mehr. Das Ende hingegen enttäuschte ein wenig, da es sehr schnell und fast schon hektisch erzählt wurde. Einige Ereignisse waren vorhersehbar, andere schwieriger nachzuvollziehen. Der angekündigte Showdown hätte für mich noch ein wenig spektakulärer ausfallen und langsamer erzählt werden können, um zum Rest des Buches zu passen.

Trotz allem war es ein solider Thriller, der mit einigen Spannungselementen auf sich wartete.

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Veröffentlicht am 08.02.2023

Seichter als erwartet

Das Sanatorium
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Die gerade beurlaubte Detective Inspectorin Elin Warner reist gemeinsam mit ihrem Verlobten Will in die Schweiz, um die Verlobung ihres Bruders in einem abgelegenen Luxushotel zu feiern. Die Location könnte ...

Die gerade beurlaubte Detective Inspectorin Elin Warner reist gemeinsam mit ihrem Verlobten Will in die Schweiz, um die Verlobung ihres Bruders in einem abgelegenen Luxushotel zu feiern. Die Location könnte nicht ungewöhnlicher sein, denn das jetzige Luxushotel war eins ein Sanatorium. Als Laure, die Verlobte von Isaac, plötzlich verschwindet, scheint alles aus den Fugen zu geraten, denn kurz darauf wird die erste Leiche gefunden. Aufgrund eines Schneesturms und einer Lawine ist es der örtlichen Polizei unmöglich, die Ermittlungen vor Ort aufzunehmen. Elin ist daher auf sich allein gestellt und beginnt, zu ermitteln.

Ich bin sehr gut in die Geschichte reingekommen und hatte richtig Lust auf die Handlung, da der Klappentext und auch das erste Kapitel sehr vielversprechend waren.

Doch bald wird klar, dass die Protagonistin mit ihren ganz eigenen Dämonen zu kämpfen hat und zeitweise dadurch sehr anstrengend wird. Sie ist zwar sehr detailreich gezeichnet und wirkt dadurch relativ authentisch, aber es fiel mir schwer, eine Bindung zu ihr aufzubauen. Auf der einen Seite ist sie unglaublich instabil und voller Ängste, auf der anderen Seite stürzt sie sich aber allein in die Ermittlungen, lehnt jegliche Hilfe ab und scheint unbesiegbar zu sein. Das erzeugte für mich ein dermaßen großes Delta, dass es mir schon den Wind aus den Segeln nahm.

Das Setting an sich und die einzelnen Spannungsmomente waren toll erzählt, keine Frage. Aber der Aufkleber auf dem Buch, der „Hänsehaut pur“ versprach, bewahrheitete sich für mich leider nicht. Stattdessen rann die Geschichte so vor sich hin, war gezeichnet durch unsere unbesiegbare Protagonistin und auch das Ende konnte mich nicht wirklich überzeugen, sondern gab mir einen relativ enttäuschenden Dämpfer.

Der Schreibstil hingegen hat mir sehr gut gefallen. Er erzeugt Bilder, plätschert vor sich hin und den Leser:innen wird somit ermöglicht, sich voll und ganz auf die Geschichte einzulassen.

Ich bin zwiegespalten, was das Buch betrifft. Das Setting und der Anfang waren so vielversprechend, aber hier wurde Potenzial verschenkt, dass so offensichtlich an die Tür klopfte, dass es mich wundert, nicht genutzt worden zu sein. Schade.

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Veröffentlicht am 30.01.2023

Verschenktes Potenzial

The First Lie
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Paul und Alice scheinen das perfekte Paar mit einer Bilderbuchehe zu sein. Bis Paul eines Tages nach Hause kommt und Alice blutüberströmt neben einer Leiche eines Unbekannten vorfindet. Sie behauptet, ...

Paul und Alice scheinen das perfekte Paar mit einer Bilderbuchehe zu sein. Bis Paul eines Tages nach Hause kommt und Alice blutüberströmt neben einer Leiche eines Unbekannten vorfindet. Sie behauptet, von einem Einbrecher überrascht worden zu sein und diesen in Notwehr getötet zu haben. Paul, der gerade dabei ist, der jünste Richter aller Zeiten zu werden, hat Angst, seine Karriere in Gefahr zu bringen. Daher beschließt er, die Leiche loszuwerden.

Die Geschichte wird abwechselnd aus Alice und Pauls Sicht erzählt. Zwischendurch werden auch ein paar Kapitel aus der Sicht der Ermittlungen eingestreut, welche sich auf verschiedenen Zeitebenen abspielen – der Vergangenheit und der Gegenwart.

Die Charaktere waren für mich allesamt blass. Die Ermittler waren sowieso im Hintergrund und steuerten nur eine Reihe von Namen bei, die mir bis zum Schluss nichts sagten und in denen ich keinerlei Wiedererkennungswert fand.
Doch ebenso sind die beiden Protagonisten sehr flach. Ich konnte keinerlei Beziehungen zu ihnen aufbauen, da sowohl ihre Charaktere an sich relativ unsympathisch sind noch die Beziehung zueinander wirklich Sinn ergibt. Ich würde sogar so weit gehen, dass die Charaktere die Geschichte gebremst haben. Eine rasante Erzählweise blieb aus, da man sich nonstop der depressiven Stimmung und der unlogischen Handlungen der beiden konfrontiert sieht.
Auch Nebencharaktere wie die Sekretärin handelten komplett nicht nachvollziehbar und fügten ihren Teil zur konstruierten und wenig glaubhaften Story bei.

Auch sonst konnte die Geschichte für mich nicht wirklich mit Spannung glänzen. Stattdessen zogen sich irrelevante Erzählungen und Details stark in die Länge, anstatt in die Tiefe zu gehen und Bedrohung aufzubauen oder Spannung zu erzeugen.

Ich hab mir vom Klappentext und der Genreeinteilung weitaus mehr versprochen. Ich war auf eine rasante Geschichte eingestellt, die mich verschiedene Wahrheiten infrage stellen lassen würde. Bekommen habe ich ein nicht ganz schlüssiges Drama, das depressiver nicht sein könnte.

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Veröffentlicht am 07.08.2023

Feuerteufel

COLD CASE - Das gebrannte Kind
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Bereits vier Menschen sind in einer Serie von Bränden getötet worden. Alles weist darauf hin, dass der Täter immer derselbe ist. Er entfernt zunächst die Brandmelder, kennzeichnet dann die Häuser mit Ziffern ...

Bereits vier Menschen sind in einer Serie von Bränden getötet worden. Alles weist darauf hin, dass der Täter immer derselbe ist. Er entfernt zunächst die Brandmelder, kennzeichnet dann die Häuser mit Ziffern – und legt Feuer. Als eine Frau einen Anschlag überlebt und berichtet, dass im Haus Musik zu hören war, während das Feuer wütete, ist Kommissarin Tess Hjalmarsson alarmiert. Dieses Detail kennt sie von einem ihrer ersten Mordfälle, der sie bis heute verfolgt, denn dieser Fall wurde damals nicht aufgeklärt. Tess und ihr COLD-CASE-Team nehmen die Ermittlungen auf und suchen unter Hochdruck nach dem Brandstifter. Denn das tödliche Spiel mit dem Feuer geht weiter ...

Ich bin relativ schwer in die Geschichte gestartet, weil ich dummerweise mit dem 3. Band angefangen habe anstatt mit dem ersten. Somit fehlten mir einfach Hintergrundinfos, die zum Verständnis wahrscheinlich relativ „wichtig“ gewesen wären. Die vielen verschiedenen Personen, ihre Konstellationen untereinander und all die Hintergründe waren mir ein wenig zu viel und relativ undurchsichtig. Das beeinträchtigte meinen Lesefluss leider enorm.

Die Charaktere waren größtenteils sehr blass und mir fehlte ein Aufschlagpunkt, um sie nahbarer und anfassbarer zu machen. Natürlich erfährt man Einiges von Tess Privatleben, jedoch war mir das Verhältnis im Vergleich zu den Ermittlungen fast schon zu viel. Vor allem da es bei mir seinen Zweck nicht erfüllen konnte und ich der Protagonistin dadurch nicht näher gekommen bin.

Die Handlung ist relativ schnell vorhersehbar & hat nur ein paar kleinere Wendungen gestreut, von denen ich mir gerne mehr gewünscht hätte. So bestand das Buch größtenteils aus Längen, die die Charaktere für mich nicht füllen konnten.

Ein netter Krimi für zwischendurch, bei dem mir aber leider die Tiefe fehlte.

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