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Veröffentlicht am 22.02.2018

t ein äußerst gelungenes Jugendbuch, sowohl für Fans des Steampunk Genres als auch solche, die es noch werden wollen

Das Mädchen mit dem Stahlkorsett
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Das Mädchen mit dem Stahlkorsett ist der erste Band der Steampunk Chronicles und, wie dieser Titel schon vermuten lässt, ein wirklich tolles Beispiel für ein gelungenes Jugendbuch des Steampunk Genres ...

Das Mädchen mit dem Stahlkorsett ist der erste Band der Steampunk Chronicles und, wie dieser Titel schon vermuten lässt, ein wirklich tolles Beispiel für ein gelungenes Jugendbuch des Steampunk Genres – das heißt, die Handlung ist zwar im viktorianischen Zeitalter angesiedelt, wird aber mit modernen und futuristischen technischen Erfindungen verknüpft, die eigentlich nicht in diese Zeit gehören – und eignet sich auch gut für Neulinge dieses Genres.
Die Autorin hat eine äußerst interessante Welt erschaffen und mit London einen perfekten Schauplatz dafür ausgewählt. Es macht Spaß die vielfältigen Erfindungen und Entwicklungen, die größtenteils – wie es eben dem Genre entspricht – nicht richtig zur der Zeit passen, zu entdecken und herauszufinden, was genau sich hinter bestimmten Bezeichnungen verbirgt.

Die Geschichte selbst ist sehr spannend gestaltet und bietet mehrere verschiedene Handlungsstränge, die aber alle gleichermaßen interessant sind. Zum einen geht es um die von Automaten durchgeführten plötzlichen Angriffe auf Menschen, hinter denen der so genannte Maschinist steckt. Er muss aufgehalten und sein, zu Beginn noch unbekannter, furchtbarer Plan vereitelt werden. Dazu müssen Finley, Griffin und der Rest der Truppe allerdings erst einmal in Erfahrung bringen, wer genau der Maschinist eigentlich ist.
Zum anderen geht es natürlich um Finley selbst, insbesondere die Tatsache, dass sich im Grunde zwei Personen in ihrem Körper befinden, die aber nicht miteinander harmonieren. Damit Finley nachts wieder ruhig schlafen kann und nicht immer wieder die Handlungen ihrer dunklen Hälfte ausbaden muss, müssen diese verschiedenen Seiten irgendwie miteinander in Einklang gebracht werden, wobei Griffin ihr helfen möchte. Hierzu müssen sie und Griffin allerdings zuerst herausfinden, was diese Zwiespältigkeit in Finley ausgelöst hat und stoßen dabei auf Geheimnisse aus der Vergangenheit, die nicht nur sie beide miteinander verbinden, sondern indirekt sogar mit dem Maschinisten zusammen hängen.
Außerdem spielen auch Finleys romantische Gefühle eine gewisse Rolle, zumal sie auf Grund ihrer gespaltenen Persönlichkeit natürlich mit Problemen verbunden sind. Denn während sich eine Seite von ihr immer mehr zu Griffin hingezogen fühlt, empfindet die andere etwas für den geheimnisvollen und zwielichtigen Jack Dandy, der in der Londoner Unterwelt alles andere als unbekannt ist.
Des Weiteren bringen auch die restlichen Figuren um Griffin, sowie deren Vergangenheiten und Fähigkeiten, alle eigene interessante Aspekte in die Handlung ein, die nach und nach näher beleuchtet werden.

Die Figuren sind es auch, die dieses Jugendbuch zu etwas ganz besonderem machen. Sie sind alle sehr unterschiedlich und ihre jeweils ganz eigene, großartige, faszinierende Art macht sie zu eigenständigen Charakteren, die man einfach gern haben muss.
Das betrifft nicht nur die facettenreiche Finley und den überaus reichen und mächtigen Griffin, der sich, zum Glück, häufig gar nicht so verhält, wie man es von einem Mann seines Standes erwartet, sondern auch die extrem intelligente Emily, den scheinbar stets mies gelaunten Sam, den charmanten Amerikaner Jasper, Griffins Gedanken lesende Tante Cordelia und den undurchschaubaren Jack Dandy. Jeder von ihnen trägt in irgendeiner Form zur Handlung bei und macht die Geschichte einzigartig. Das gilt nicht nur für ihre besonderen Fähigkeiten, deren Ursache es noch herauszufinden gilt, sondern auch für ihre Persönlichkeiten, sodass man auf keinen von ihnen in den folgenden Bänden, in denen man sie hoffentlich noch besser kennen lernt, verzichten möchte!
Vor allem die tiefen Beziehungen, sei es nun Freundschaft, Verwandtschaft oder Liebe, zwischen den Figuren untereinander kommen besonders gut zur Geltung und sind ebenfalls sehr unterschiedlich gestaltet. Positiv hervorzuheben ist auch, dass die Autorin gerade den romantischen Beziehungen genügend Zeit gibt um sich langsam zu entwickeln und nichts überstürzt, wodurch sie wesentlich glaubwürdiger und authentischer werden.

Der Schreibstil der Autorin ist sehr fesselnd und einfach fantastisch. Teilweise ist er sehr modern gehalten, wie es für ein Jugendbuch üblich ist, teilweise verwendet sie aber auch ein eher der viktorianischen Zeit entsprechendes Vokabular.
Durch die vielen verschiedenen Perspektiven – einmal sogar die des Maschinisten selbst – rückt die Autorin fast alle Figuren mal in den Mittelpunkt und gewährt somit einen tieferen Einblick in die Gedanken und Gefühle verschiedener Charaktere, was natürlich zum besseren Verständnis ihrer Handlungen beiträgt.

Der Handlungsstrang um den Maschinisten ist am Schluss des Buches anscheinend abgeschlossen, dafür deutet sich auf den letzten Seiten schon ein neuer an, der zusammen mit einigen anderen Aspekten viel Potenzial für die Fortsetzung bietet, die hoffentlich nicht mehr allzu lange auf sich warten lässt.


FAZIT

Das Mädchen mit dem Stahlkorsett ist ein äußerst gelungenes Jugendbuch, sowohl für Fans des Steampunk Genres als auch solche, die es noch werden wollen, und kann in allen Bereichen überzeugen. Die Handlung ist spannend, die Charaktere sind unheimlichsympathisch sowie facettenreich und sogar an ein wenig Romantik mangelt es nicht. Die Fortsetzung wird man sich daher auf keinen Fall entgehen lassen, insbesondere da einen die Autorin nach London dann nach New York zu entführen scheint.

Veröffentlicht am 22.02.2018

ein wahrhaft grandioses Debut

Die Bestimmung
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Die Bestimmung ist ein unheimlich fesselnder Jugendroman, der sich trotz seiner Länge von fast fünfhundert Seiten total schnell lesen lässt. Die dystopische Zukunft, die Veronica Roth kreiert hat, ist ...

Die Bestimmung ist ein unheimlich fesselnder Jugendroman, der sich trotz seiner Länge von fast fünfhundert Seiten total schnell lesen lässt. Die dystopische Zukunft, die Veronica Roth kreiert hat, ist interessant und in vielerlei Hinsicht unterscheidet sich diese Welt sehr von der uns bekannten, in manchen Punkten aber auch nicht. Besonders die fünf Fraktionen, die teilweise sehr unterschiedlich sind, teilweise aber auch viel gemeinsam haben, sind sehr faszinierend. Eigentlich wurden sie geschaffen um weitere Kriege zu verhindern, aber auch sie können auf Dauer keinen Frieden bewahren und auf Abwege kommen. Vor allem die Tatsache, dass Mitglieder unterschiedlicher Fraktionen keinen engen Kontakt zueinander haben sollen, trägt nicht gerade zum Frieden bei, sondern vergrößert nur die Kluft zwischen ihnen.
Manche Fraktionen, insbesondere Ferox und Altruan, lernt man sehr gut kennen, über andere, z.B. Amite, erfährt man dagegen leider nur sehr wenig. Hoffentlich werden die restlichen Fraktionen in den Fortsetzungen dann näher beleuchtet.
Faszinierend sind auch die verschiedenen Charaktere, die wirklich sehr facettenreich sind, insbesondere Beatrice bzw. Tris, wie sie sich bei den Ferox nennt, Four, Eric, Tris’ Eltern und Caleb. Viele von ihnen sind, gerade zu Beginn der Handlung, wirklich schwer zu durchschauen und vor allem die Mitglieder von Tris’ Familie sind des Öfteren für eine Überraschung gut.

Die wohl interessanteste Figur, neben der Protagonistin, ist der geheimnisvolle Four. Er ist sehr vielschichtig und zeigt immer wieder eine andere Seite von sich. Er ist sehr intelligent, aber hat, trotz der Härte, die er manchmal ausstrahlt, ein gutes Herz.

Tris selbst ist von Anfang an sehr sympathisch. Durch die Ich-Perspektive ist man ihr sehr nahe und fühlt sich mit ihr verbunden. ‚Unbestimmt’ zu sein mag in ihrer Welt zwar negativ belastet sein, sie und die anderen Unbestimmten machen allerdings besonders deutlich, dass ein Mensch niemals nur eine Eigenschaft in sich trägt, sondern immer mehrere vereint, die teilweise miteinander verschmelzen oder auch unterschiedlich stark ausgeprägt sein können. Kein Mensch ist vollkommen und daher kann auch niemand alle Ideale einer Fraktion erfüllen, zumal manche Traditionen – z.B. dass die Altruan sich nur alle paar Monate im Spiegel anschauen dürfen – nur schwer Sinn ergeben.
Man kann gut verstehen, dass es ihr schwer fällt eine Fraktion zu wählen, denn wer möchte schon mit sechzehn entscheiden, wie das ganze restliche Leben verlaufen soll oder sogar seine Familie verlassen, obwohl man nur einen tieferen Einblick in das Leben der Fraktion erhalten hat, in der man wegen der Eltern aufgewachsen ist, und nicht wirklich viel über das innerhalb der anderen weiß?
Im Endeffekt hat Tris aber wohl die richtige Wahl getroffen, denn auch wenn das Leben bei den Ferox sehr hart und gefährlich sein kann, ist es dafür nicht so voller Entbehrungen wie das der Altruan und sie wächst an den Herausforderungen. Sie entwickelt sich weiter und wird stärker. In der Angstlandschaft möchte man zwar nicht unbedingt in ihrer Haut stecken, aber Tris hat nun mal nicht den leichtesten Weg gewählt und beweist damit allein schon viel Mut. Außerdem ist sie sehr willensstark, was vermutlich die Hauptursache dafür ist, dass sie so gefährlich für die Anführer ist, die natürlich lieber willenlose, schwache Mitglieder wollen, die sie einfach kontrollieren können. Doch Tris mag zwar klein und schwach aussehen, aber innerlich ist sie eine sehr starke Persönlichkeit und einen ziemlich ausgeprägten Beschützerinstinkt.

Letzteres gilt aber wohl auch für Four, was vielleicht auf ihre gemeinsame Verbindung zu den Altruan zurückzuführen ist. Ihre Beziehung zueinander sorgt für einen gewissen Anteil an Romantik in der Geschichte und ist durch ihre langsame Entwicklung, die ihre Lebe wesentlich glaubwürdiger macht, sehr schön zu beobachten.

Die Handlung ist durchgängig sehr spannend. Zum einen durch Tris’ Erlebnisse bei den Ferox und die Frage, ob sie die Initiation schafft und zum anderen durch die Konflikte bzw. Unruhen zwischen den Altruan und den Ken, die sich schließlich immer weiter zuspitzen.
Der eigentliche Höhepunkt kommt sehr überraschend und überrumpelt den Leser regelrecht, weil man einfach noch nicht so schnell mit diesem Verlauf gerechnet hat. Das Ende ist zwar kein richtiger Cliffhanger, aber immer noch so offen gehalten, dass man die Fortsetzung kaum erwarten kann. Potenzial für den zweiten Band gibt es auf jeden Fall genug und obwohl man Spekulationen darüber anstellen kann, was dann passieren wird, kann man sich trotzdem keine genaue Vorstellung davon machen, wie es wirklich weiter geht, weil die Möglichkeiten nahezu unbegrenzt sind.


FAZIT

Mit Die Bestimmung ist Veronica Roth ein wahrhaft grandioses Debut gelungen, das einfach rundum perfekt ist. Es ist ein Serienauftakt, dessen Fortsetzung man nach der letzten Zeile kaum noch erwarten kann. Das Buch bietet dem Leser wirklich alles, was er sich von diesem Buch erhofft hat, wenn es die Erwartungen nicht sogar noch übertrifft!

Veröffentlicht am 22.02.2018

ein spannender Thriller für Jugendliche

VIRALS - Nur die Tote kennt die Wahrheit
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Auch im zweiten Teil der Serie um die vier Virals begibt sich die Clique wieder auf eine Mission, die viel gefährlicher wird als zunächst angenommen. Denn die Freunde sind nicht die einzigen, die auf der ...

Auch im zweiten Teil der Serie um die vier Virals begibt sich die Clique wieder auf eine Mission, die viel gefährlicher wird als zunächst angenommen. Denn die Freunde sind nicht die einzigen, die auf der Suche nach Anne Bonnys Schatz sind und ihre Gegenspieler sind wesentlich gieriger, aber vor allem skrupelloser als die Jugendlichen. Sie schweben mehrfach in Lebensgefahr und sind erneut dabei sämtliche Regeln zu brechen.
Die Piratengeschichte, welche auf wahren Begebenheiten basiert, und die Schatzjagd sind äußerst interessant gestaltet und nicht so unrealistisch, wie man zunächst glauben mag. Zum einen ist ihre Suche auch mit vielen Rückschlägen verbunden und zum anderen handelt es sich bei dem Rudel nun einmal nicht um normale Jugendliche. Man begleitet die Gruppe wirklich gern auf ihrem Abenteuer und kann wieder gemeinsam mit ihnen rätseln, Mutmaßungen anstellen und schließlich das Puzzle zusammensetzen.
Kathy Reichs gelingt es scheinbar mühelos die Spannung konstant aufrecht zu erhalten und den Leser immer wieder aufs Neue zu fesseln. Indem sie die recht kurzen Kapitel häufig mit einem kleinen Cliffhanger enden lässt, zwingt sie den Leser praktisch dazu weiter zu lesen bis das irgendwann mal nicht der Fall ist – und solche Stellen sind eher selten.
Ferner schafft sie es den geschichtlichen Hintergrund nie langweilig werden zu lassen, sondern für Jugendliche interessant aufzubereiten und zu schildern, sowie die Neugier des Lesers zu wecken, sodass man sogar selbst ein wenig nachforschen möchte um herauszufinden, was alles tatsächlich der Wahrheit entspricht.

Das Ende ist aufregend, aber trotzdem wieder schön in sich abgeschlossen – ein Cliffhanger ist auch gar nicht nötig um den nächsten Teil freudig zu erwarten. Die Auflösung ist toll und ganz anders als erwartet, insbesondere was den Schatz betrifft.

Neben der Schatzjagd stehen im zweiten Teil außerdem noch die Virals selbst und ihre Fähigkeiten im Vordergrund. Abgesehen davon, dass sie sie natürlich weiterhin geheim halten müssen, wollen sie auch mehr darüber herausfinden. Sie wollen lernen sie zu kontrollieren und erfahren, was für Nebenwirkungen sie haben könnten. Des Weiteren bemerken sie gewisse Unterschiede, was das Potenzial ihrer Fähigkeiten betrifft, so kann Tory zum Beispiel am besten riechen, Hi hat die besten Augen, Shelton das beste Gehör und Ben ist körperlich am stärksten. Sie müssen wissen, wie sie die Schübe auslösen können, aber auch, wie man sie verhindert.
Dieser Aspekt der Handlung wird im zweiten Teil natürlich noch nicht abgeschlossen und wird im dritten Band hoffentlich erneut aufgegriffen und noch näher beleuchtet. Es gibt mit Sicherheit noch vieles, was die Virals nicht über ihre Fähigkeiten wissen.

Geschildert wird die Geschichte, wie schon der erste Teil, aus der Sicht von Tory, die den Leser sogar direkt anspricht und ihm noch einmal kurz die wichtigsten Geschehnisse aus dem Vorgänger zusammenfasst. Daneben gibt es in paar einzelne, aber leider sehr kurz gehaltene, Kapitel aus diversen anderen Perspektiven, die kleine Einblicke in Erlebnisse gewähren, die Tory noch entgehen, die man aber nicht immer sofort der richtigen Person zuordnen kann, was dadurch zusätzlich für Spannung sorgt.

Tory ist wieder sehr sympathisch und man kann sehr gut mit ihr mitfühlen. Das gilt natürlich auch für Shelton, Hi und Ben. Man fiebert mit dem Quartett mit und hofft inständig, dass sie den Schatz finden und das LIRI retten können damit die Truppe nicht auseinander gerissen wird und Tory ihr neues zu Hause nicht schon nach so kurzer Zeit wieder verlassen muss.

In der Fortsetzung gibt es zudem noch eine schöne, wenn auch nur indirekte, Begegnung mit Temperence Brennan, was vor allem den Fans der TV-Serie und/oder der Thrillerreihe für Erwachsene gefallen dürfte.


FAZIT

Mit dem zweiten Teil von Virals ist der Autorin Kathy Reichs wieder ein spannender Thriller für Jugendliche gelungen, der alle Erwartungen erfüllt und eigentlich keine Wünsche offen lässt. Lediglich Romantik sucht man vergeblich, aber daran fehlte es schon in der Fortsetzung und das ist auch nicht schlimm, denn diese bieten schon genügend andere Jugendbücher. Es ist schön zur Abwechslung mal einen Roman zu lesen, der auch gut ohne Liebesgeschichte auskommt und sich dadurch sehr gut für beide Geschlechter eignet.

Veröffentlicht am 22.02.2018

eine sehr fesselnde post-apokalyptische Geschichte, die man ab einem gewissen Punkt nicht mehr aus der Hand legen kann

Starters
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In Starters entführt die Autorin Lissa Price ihre Leser in eine post-apokalyptische Welt, die interessant und erschreckend zugleich ist. Der Umstand, dass in ihr nur noch sehr junge und extrem alte Menschen ...

In Starters entführt die Autorin Lissa Price ihre Leser in eine post-apokalyptische Welt, die interessant und erschreckend zugleich ist. Der Umstand, dass in ihr nur noch sehr junge und extrem alte Menschen existieren, wäre für sich allein genommen noch gar nicht so schlimm, das Verhalten der meisten Enders ist es dagegen schon. Sie regieren das Land und missbrauchen die jungen Leute für ihre Zwecke. Teilweise versklaven sie sie regelrecht, wenn sie keine älteren Verwandten mehr haben, die sich für sie interessieren. Es ist eine wirklich grausame Vorstellung, dass die Enders sich den Starters gegenüber so rücksichtslos benehmen anstatt sich um sie zu kümmern, nachdem erstere ihre Kinder und letztere ihre Eltern verloren haben.
Viele Waisen sind ganz auf sich allein gestellt und auf der Flucht vor den Marshals, die sie in Heime stecken würden oder schlimmeres. Die Starters dürfen weder wählen noch arbeiten, wodurch ihnen jede Chance genommen wird auf legalem Weg für sich selbst und gegebenenfalls ihre Geschwister zu sorgen. Außerdem werden sie nicht nur all ihrer Rechte, sondern durch Enteignungen sogar ihrer eigenen Elternhäuser beraubt.

Umso erstaunlicher ist es, wie tapfer Callie in dieser brutalen Welt durchhält nachdem sie und ihr Bruder so behütet aufgewachsen sind. Sie ist eine tolle, aber vor allem auch sehr starke Hauptfigur, die sich wegen ihres ausgeprägten Verantwortungsgefühls aufopferungsvoll um ihren kleinen Bruder Tyler kümmert. Die Liebe zu ihrem Bruder lässt sie nicht nur alles überstehen, sondern macht sie auch sehr sympathisch und sorgt dafür, dass man die ganze Zeit mit ihr mitfiebert.

Michael ist ebenfalls ein sehr toller Charakter, vor allem weil er sich während Callies Abwesenheit genauso hingebungsvoll um Tyler kümmert, obwohl er gar nicht mit ihnen verwandt ist. Trotz der Sympathie für Michael kann man aber auch nachempfinden, warum sich Callie später dann so zu Blake hingezogen fühlt.

Von den Enders lernt man leider nur Helena Winterhill, Callies Mieterin, etwas genauer kennen, dafür ist sie aber eine sehr interessante Figur. Trotz ihrer Pläne, mit denen sie Callie in große Schwierigkeiten bringt, ist sie bei weitem nicht so unsympathisch wie fast alle anderen Enders, die keinerlei Respekt vor der Jugend haben. Ganz im Gegenteil, für die Liebe zu ihrer Enkelin und die Gefahren, die sie für sie auf sich nimmt, kann man sie nur bewundern.

Nach der kurzen Einführung in die Zukunftsvision der Autorin ist der Handlungsverlauf sehr spannend gestaltet. Insbesondere nach den Blackouts, also den Phasen, in denen die Mieterin Callies Körper gesteuert hat, wenn Callie nicht weiß, was sie während dieser Zeit getan hat, wird Callie immer wieder vor neue Herausforderungen und noch mehr Fragen gestellt, deren Beantwortung über Leben und Tod vieler Menschen entscheiden könnten. Neben dem Schutz ihres Bruders geht es nämlich vor allem um die Frage, ob das Verfahren der Body Bank wirklich so harmlos ist, wie sie es den Spendern weismachen will oder ob die Anschuldigungen von Mrs. Winterhill der Wahrheit entsprechen und sie verantwortlich für den Tod bzw. das spurlose Verschwinden vieler Spender ist.

Die Idee, alten Menschen wieder zu jungen Körpern zu verhelfen, ist zwar nicht einzigartig, aber dennoch etwas besonderes. Der Wunsch nach erneuter Jugend und Vitalität ist sogar durchaus verständlich. Junge Menschen bzw. Körper wie Autos zu mieten und auch nur wie solche zu behandeln, ist dagegen schon irgendwie pervers. Umso verwerflicher ist es, dass die Body Bank die größtenteils ausweglosen Situationen vieler Starters so schamlos für ihre Gier nach Geld ausnutzt, obwohl die Enders selbst auch mal jung waren und vielleicht sogar Kinder hatten.

Der Schluss des Romans ist zwar nicht direkt offen gehalten, macht aber in jedem Fall deutlich, dass die Geschichte an dieser Stelle noch nicht zu Ende ist. Die kleinen Anspielungen auf den weiteren Verlauf sorgen zusätzlich dafür, dass man sich die Fortsetzung auf keinen Fall entgehen lassen wird.


FAZIT

Starters erzählt eine sehr fesselnde post-apokalyptische Geschichte, die man ab einem gewissen Punkt nicht mehr aus der Hand legen kann und die einen auch nach der letzten Seite noch beschäftigt. Die schreckliche Zukunftsvision von Lissa Price ist nicht nur interessant gestaltet, sondern regt zum Nachdenken an und bietet auch für Fans des Genres noch neue Facetten.

Veröffentlicht am 22.02.2018

ein wundervolles Kinderbuch voller Magie und Abenteuer

Laqua - Der Fluch der schwarzen Gondel
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Laqua – Der Fluch der schwarzen Gondel ist eine fantastische Geschichte mit einer tollen, düsteren Atmosphäre, die sich allerdings merklich an ein etwas jüngeres Publikum richtet als Faunblut, Ascheherz ...

Laqua – Der Fluch der schwarzen Gondel ist eine fantastische Geschichte mit einer tollen, düsteren Atmosphäre, die sich allerdings merklich an ein etwas jüngeres Publikum richtet als Faunblut, Ascheherz usw. Das ist nicht negativ, aber man sollte es vor dem Lesen besser wissen, damit man kein All-Age erwartet und dann vielleicht enttäuscht wird.
Der Schreibstil von Nina Blazon lässt sich flüssig lesen und ist im Prinzip genau so gut wie gewohnt, nur eben ein wenig kindgerechter als sonst. So werden z.B. bestimmte Begriffe oder Fremdwörter einmal kurz erklärt bzw. übersetzt.
Es gelingt ihr immer wieder Gegenwart und Vergangenheit geschickt miteinander zu verbinden. Mit Venedig und seinen vielen Kanälen und historischen Gebäuden hat sie ferner einen wahrlich perfekten Schauplatz für diese tolle Geschichte ausgewählt.

Geschildert wird die Handlung hauptsächlich aus der Sicht von Kristina. Daneben gibt es jedoch auch ein paar Szenen aus der Perspektive des geheimnisvollen, dunklen Gondoliere, der es aus irgendeinem Grund auf Sara abgesehen hat, die sich schon gestalterisch von allen anderen Abschnitten abheben.

Dass das Buch eher für Kinder gedacht ist, merkt man vor allem an den beiden Hauptfiguren Kristina und Jan, denn die sympathischen Geschwister sind gerade mal elf und neun Jahre alt. Deshalb sind sie jedoch noch lange nicht auf den Kopf gefallen oder wissen sich nicht zu helfen. Eher im Gegenteil, die Beiden müssen nämlich ganz schön viel Mut beweisen und haben einige knifflige Rätsel zu lösen.

Aber nicht nur den beiden Protagonisten gelingt es sich die Sympathie des Lesers zu sichern, sondern auch ihrer Tante Sara, dem jungen Venezianer Luca sowie vielen anderen Nebenfiguren, von denen jede auf ihre eigene Art liebenswert ist. Insbesondere die verschiedenen interessanten Charaktere der unterschiedlichen Altersgruppen, von der kleinen Pippa bis zur alten Nonna, machen das Buch auch für ältere Leser lesenswert, sofern sie nichts dagegen haben ein Kinderbuch zu lesen und sich von einer Familiengeschichte verzaubern zu lassen.

Schon in den ersten Kapiteln kreiert die Autorin eine sehr geheimnisvolle Stimmung und weckt damit die Neugier des Lesers. Wer ist der Dunkle? Was will er von Sara? Diese Fragen werden gleich zu Beginn aufgeworfen, jedoch erst ganz zum Schluss beantwortet, sodass das Interesse konstant aufrechterhalten wird.
Die Handlung nimmt dann bald richtig an Fahrt auf und wird immer spannender. Gemeinsam mit Kristina, Jan und Luca geht man dem Fluch und der Legende auf den Grund, will erfahren, was damals vor so vielen Jahren in der Lagunenstadt wirklich geschehen ist und herausfinden, ob man die armen Pezzis von ihrem andauernden Pech befreien kann.
Am Ende bietet Nina Blazon dem Leser eine tolle Auflösung und schließt die Geschichte in sich ab, sodass man nicht ewig auf eine Fortsetzung warten muss.

Außerdem gibt die Autorin ihren jungen Lesern noch eine wichtige Botschaft mit auf den Weg: Freundschaften und eine Familie, die immer zusammen hält, sind viel wichtiger als Geld und Erfolg.


FAZIT

Laqua – Der Fluch der schwarzen Gondel ist ein wundervolles Kinderbuch voller Magie und Abenteuer, das sich gleichermaßen für Jungs und Mädchen eignet, auch wenn es überwiegend aus Kristinas Blickwinkel erzählt wird, da auf Romantik größtenteils verzichtet wird. Es ist eine perfekte Lektüre für die angestrebte Zielgruppe, wobei auch ältere Leser durchaus ihre Freude daran haben können, und sorgt nicht nur für Spaß sondern auch dafür, dass der Leser sich mit der Frage beschäftigt, was im Leben eigentlich wirklich von Bedeutung ist.