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Veröffentlicht am 15.03.2021

Grandios!

Das Lied der Nacht
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Ich kann euch gar nicht sagen, ob ich hier die richtigen Worte finden werde, um zu beschreiben, wie grandios ich dieses Buch fand. Wenn man so viel liest wie ich, hat man manchmal das Gefühl, dass einen ...

Ich kann euch gar nicht sagen, ob ich hier die richtigen Worte finden werde, um zu beschreiben, wie grandios ich dieses Buch fand. Wenn man so viel liest wie ich, hat man manchmal das Gefühl, dass einen nichts mehr überraschen kann, doch dann greift man unerwartet zu einem neuen Fantasybuch und kann kaum glauben, was man dort eigentlich liest - denn "Das Lied der Nacht" ist eines dieser Bücher, die aus der Menge herausstechen und ein völlig neues Leseerlebnis bieten.

Es geht um den Wanderer Weyd und die Bardin Caer, die beide gegen die Schatten der Nacht kämpfen und eine Lösung suchen, wie diese besiegt werden können. Nachts herrscht eine Finsternis, wie sie keiner kennt. Kein Mond, keine Sterne am Himmel und jedes Geräusch ist verboten, bringt aber auch die Schatten näher. Mit Hilfe einiger ihrer Freunde suchen sie für sich und das Volk aus Schur Zuflucht bei dem Eisernen Baron, doch dieser hat nichts Gutes im Sinn.

Eine Geschichte wie diese ist mir bisher nicht begegnet und ich war nach dem Beenden des Buches erstmal sprachlos, was ich da eigentlich gelesen habe. Sie ist düster, sie ist brutal - und sie ist eventuell nicht für Jeden etwas, da einige Szenen so detailliert grausam beschrieben wurden, dass ich mir vorstellen kann, dass einige Leute in diesen Momenten ganz schön zu schlucken hatten. Für mich passten aber genau diese Szenen ins Geschehen, da sie damit eine Stimmung im Buch erschaffen haben, die einfach dafür sorgte, dass man weiterlesen wollte. Wenn man Fantasy liest, gerade auch Fantasy für Erwachsene, muss man auch mit gewissen Elementen rechnen, die in Jugendbüchern so niemals auftreten würden. Und gerade da die Autorin erwähnte, dass "Der Herr der Ringe" sie zu dieser Reihe inspiriert hat, war mir direkt klar, dass dieses Buch keine heile Welt zeigen wird.

Ich hatte zwar anfangs meine Probleme ins Buch zu finden, da mir die vielen unterschiedlichen Namen leichte Probleme bereitet haben - und auch nach dem Beenden des Buches kann ich mich noch immer nicht an die Namen und Zugehörigkeit erinnern - aber das war für mich bei der Geschichte auch nicht wichtig, da ich dennoch immer wusste, wo ich mich im Buch befand. Die Charaktere sind mir daher nicht nahe gekommen, ich habe keine wirkliche Bindung zu ihnen aufgebaut, aber das war beim Lesen meiner Meinung nach hier auch nur zweitranging, da es nicht um die Charaktere an sich ging sondern um das Problem mit den Schatten der Nacht. 

Ansonsten kann ich nur sagen, wie grandios ich den Schreibstil der Autorin fand. Diese Art eine Geschichte umzusetzen, ist mir bisher noch nicht begegnet und ich bin einfach begeistert davon, dass ich hier aus dem Schwärmen gar nicht mehr rauskommen kann. Sie nutzt Elemente, die Szenen noch spannender machen und uns Leser praktisch ans Buch fesseln. Vor allem aber die Szenenwechsel fand ich perfekt umgesetzt, so gab es zwischen den einzelnen Geschehen keine Absätze, sondern sie gingen einfach immer wieder ineinander über. Wurde erst von Weyd und Caer gesprochen, ging es im nächsten Satz um den Baron, kurze Zeit später zurück zu Weyd und Caer. Es ist schwer zu beschreiben, aber beim Lesen fand ich das einfach fantastisch um gesetzt.

Es ist schwer in Worte zu fassen, wie sehr ich dieses Buch geliebt habe. Es war einfach etwas komplett Neues und ich war gefangen von der Stimmung und dem Geschehen. Ich bin einfach total begeistert und kann es kaum erwarten zu erfahren, wie die Geschichte weitergehen wird. Ein Buch, das mir noch lange im Gedächtnis bleiben wird und für mich definitiv jetzt schon zu meinen Jahreshighlights zählt.

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Veröffentlicht am 03.03.2021

Eine tolle Fortsetzung für Groß und Klein

Flüsterwald - Der verschollene Professor (Flüsterwald, Staffel I, Bd. 2)
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Viel zu lang mussten wir nun auf das nächste Abenteuer von Lukas und seinen Freunden warten, denn nach dem spannenden ersten Band war ich für meinen Teil schon etwas traurig, dass es zu Ende war. Daher ...

Viel zu lang mussten wir nun auf das nächste Abenteuer von Lukas und seinen Freunden warten, denn nach dem spannenden ersten Band war ich für meinen Teil schon etwas traurig, dass es zu Ende war. Daher war ich sehr glücklich, als es hieß, es kommt ein zweiter Teil und natürlich stand für mich direkt fest, dass ich ihn lesen muss. 

In diesem Band geht es um die Suche nach dem verschollenen Professor, der vor Lukas Familie in dem neuen Haus gewohnt hat. Dieser ist Ellas Großvater und natürlich möchte sie Lukas und seinen Freunden bei der Suche helfen, denn sie macht sich große Sorgen. Doch auch in diesem Band lauern wieder große Gefahren, denen sich die ungleichen Freunde stellen müssen, denn der Flüsterwald birgt nicht nur Gutes und so steht den Freunden ein Kampf nach dem Anderen, ein Rätsel nach dem anderen bevor, die es zu lösen gibt- ob sie es schaffen werden und Ellas Großvater unbeschadet nach Hause holen können?

Auch dieser Band der Reihe hat mir wieder wahnsinnig gut gefallen, auch wenn mein Herz für den Reihenauftakt minimal höher schlägt - was aber auch an den vielen neuen Eindrücken liegen kann, denn davor war ja noch keiner von uns im Flüsterwald unterwegs außer der Professor. Aber dennoch hatte ich auch hier wieder enorm viel Spaß am Lesen. Ich habe mit den Protagonisten gebangt, gehofft. Ich war mit ihnen am verzweifeln und suchen, am rätseln und kämpfen und habe ihnen alle Daumen gedrückt, die ich habe, dass sie auch diese Reise unbeschadet überstehen werden. Es war ein spannendes Abenteuer, sehr actionreich und doch kamen auch die Emotionen nicht zu kurz. 

Die Charaktere haben mir wieder sehr gefallen, aber vor allem Rani, der kleine Menok, hat es mir angetan. Er scheint nicht der hellste Stern am Himmel zu sein und doch meint er alles immer nur gut - auch wenn er gern die Tatsachen verdreht. Aber das bringt eine gute Brise Humor in die Geschichte und ohne ihn würde ganz schön was fehlen.

Neu auf dieser Reise war Ella, die ich anfangs etwas...anstrengend fand, aber im Laufe des Geschehens nicht mehr wegdenken wollte. Sie ist unglaublich schlau und ich denke, dass vor allem Lukas mehr als einmal ziemlich aufgeschmissen gewesen wäre, hätte er Ella nicht an seiner Seite gehabt. Sie hat sich ihren festen Platz in dieser Geschichte hart erkämpft und ich hoffe sehr, dass sie ihn auch weiterhin behalten wird, denn Ella und Lukas geben neben ihren Freunden aus dem Flüsterwald ein gutes Gespann ab.

Der Schreibstil von Andreas Suchanek ist wieder wundervoll leicht und doch spannend, dass neben den Kindern auch wir Erwachsenen unseren Spaß am Lesen haben. Mein kleiner 8-jähriger Nachbar konnte es kaum erwarten, dass ich das Buch endlich beende und er mit seiner Mama wieder in den Flüsterwald reisen kann - also auch bei Kindern Freude pur :)

Ich kann dieses Buch wirklich jedem ans Herz legen, der auch gern mal ein Kinderbuch zwischendurch liest, denn es macht sehr viel Spaß und wird auch nicht langweilig. Es ist die perfekte Mischung für Groß und Klein.

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Veröffentlicht am 24.02.2021

Wie erwartet ein gelungener Kriminalroman

Ohne Schuld
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Durch meine Oma bin ich vor einigen Jahren auf die Autorin Charlotte Link aufmerksam geworden und als mir dann eine Kollegin mein erstes Buch von ihr zum Geburtstag geschenkt hat, war es direkt um mich ...

Durch meine Oma bin ich vor einigen Jahren auf die Autorin Charlotte Link aufmerksam geworden und als mir dann eine Kollegin mein erstes Buch von ihr zum Geburtstag geschenkt hat, war es direkt um mich geschehen. Ich fing an ihre Bücher nach und nach zu kaufen und zu lesen und verliebte mich einfach in ihre Art zu schreiben. So war es für mich auch keine Frage, dass ich auch ihr neuestes Werk "Ohne Schuld" lesen möchte.

Im Nachhinein stellte ich erst fest, dass es schon der dritte Band der Fälle von Kate Linville und Caleb Hale ist, jedoch kann man "Ohne Schuld" auch unabhängig davon lesen - habe ich auch getan, da mir dieser Fakt nicht bewusst war :) Natürlich sind wahrscheinlich einige Entscheidungen der Protagonisten nachvollziehbarer, wenn man die Vorgeschichte zu ihnen kennt, jedoch werden Ereignisse aus der Vergangenheit immer mal wieder aufgegriffen und so lässt sich der Bezug zum Geschehen schnell herstellen.

Zwei Schicksale - auf grausame Weise miteinander vereint und doch scheint die Opfer nichts zu verbinden. Zu beginn der Geschichte wird völlig unerwartet auf eine Frau im Zug geschossen, zwei Tage später fällt eine andere Frau mit dem Fahrrad über ein im Wald gespannten Draht - auch hier fällt im Nachhinein ein Schuss - beides mit der gleichen Tatwaffe. In diesem Fall gilt es die Verbindung zwischen den beiden ungleichen Frauen herzustellen und zu erfahren, wer der Täter ist - denn auch die Ermittlerin Kate Linville gerät in Gefahr und findet sich plötzlich mitten im Geschehen wider.

Von Seite Eins an war ich gefangen von der Geschichte. Der Prolog des Buches spielt 13 Jahre vor der eigentlichen Handlung und scheint auf den ersten Blick über den Großteil des Buches in keinem Zusammenhang mit dem Geschehen 2019 zu stehen. Aber dieser Auftakt macht es direkt spannend und so war ich mitten im Fall gefangen, habe mit gefiebert und mitgelitten. Es ist einfach wieder so grandios geschrieben, dass ich traurig war, als nach knapp 540 Seiten plötzlich nichts mehr kam und das Buch erzählt ist. 

Was mir persönlich gefallen hat, waren die kurzen Erzählpassagen, die immer wieder zwischen den einzelnen Kapiteln auftauchten. Anfangs wusste man auch nicht, wer dort spricht, wer uns seine Geschichte erzählt. Ist es der Täter? Oder ein Opfer? Wer spricht dort zu uns? Es ergab nach und nach aber immer mehr Sinn und ich fand diese Zwischeneinwürfe unglaublich gut angebracht, denn man rätselte immer weiter über die ganzen Verbindungen im Buch und wusste lange nicht, um wen genau es hier wirklich geht und aus welchen Beweggründen diese Person gehandelt hat. 

Zu den Charakteren konnte man nicht so starke Bindungen aufbauen wie in anderen Büchern, aber für mich ist das in diesem Genre auch nicht so wichtig. Hier steht für mich der Fall an erster Stelle und wenn der gut durchdacht und gut aufgebaut ist, dann kann es dennoch ein tolles Buch werden - und Charlotte Link hat das geschafft. Ich kann ihre Charaktere zwar teilweise einschätzen, aber habe keine direkte Verbindung zu ihnen aufgebaut. Aber wie bereits erwähnt, das ist für mich vollkommen in Ordnung, da es nichts an der Spannung des Buches geändert hat. 

An sich lese ich nicht so gern Kriminalromane, da mir meist das gewisse "Etwas" fehlt, jedoch hatte ich bei Link's Werken damit noch nie Probleme, denn durch den sehr bildhaften Schreibstil der Autorin hält sich das gesamte Buch über eine Spannung aufrecht, dass man das Buch nicht aus der Hand legen mag. "Ohne Schuld" ist für mein Empfinden zwar anders als die Bücher, die ich bisher von der Autorin gelesen habe, aber dennoch nicht weniger spannend - ich habe es von der ersten bis zur letzten Seite sehr gemocht und werde mir nun auch die ersten beiden Fälle von den Ermittlern holen. Von mir gibt es hier eine klare Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 04.02.2021

Toller Abschluss

Asche im Licht (Das Geheimnis der Schwingen 2)
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Nachdem ich den ersten Band "Feuer im Schatten" dieser wundervollen Dilogie praktisch inhaliert habe, stand für mich außer Frage, dass ich auch den zweiten Band der Reihe unbedingt lesen muss und konnte ...

Nachdem ich den ersten Band "Feuer im Schatten" dieser wundervollen Dilogie praktisch inhaliert habe, stand für mich außer Frage, dass ich auch den zweiten Band der Reihe unbedingt lesen muss und konnte es kaum erwarten, endlich mit dem Lesen zu starten, denn ich hatte Sehnsucht nach Sascha und ihren Freunden. Auf der anderen Seite wollte ich aber gar nicht mit dem Lesen beginnen, denn das hieße, dass die Reihe ihr Ende findet und ich wirklich Abschied nehmen muss. Auf dieses war ich noch nicht vorbereitet, ich wollte nicht, dass es endet, aber wie alles Schöne - man muss irgendwann Abschied nehmen. Wenn dieser dann so wundervoll ist wie der von "Asche im Licht", dann kann man damit ganz gut leben.

Dieser zweite Band schließt direkt an seinen Vorgänger an und zeigt somit deutlich von Beginn an noch immer die innere Zerrissenheit von Sascha. Denn obwohl nun das Geheimnis um ihre Person gelüftet ist, weiß sie nicht, wie die anderen Königreiche darauf reagieren werden. Als dann auch noch Colin verschwindet, sieht sie keinen anderen Weg als ihn zu suchen und stößt dabei auf ein Geheimnis, welches alles ändern wird.

Wie auch im vorigen Band ist Sascha für mich ein unglaublich starker Charakter. Wo andere an der Last der Krone zu Grunde gehen würden, zieht sie noch Stärke heraus und gibt einfach niemals auf. Sie ist keine typische Königin, verhält sich anders, als man von ihr erwartet und sie setzt sich für all das ein, was ihr am Herzen liegt - egal, wie die Konsequenzen daraus aussehen mögen. Sie ist eine Königin mit Herz und auch wenn es auf den ersten Blick so scheinen mag, dass sie ihr Königreich und dessen Bürger im Stich lässt, merkt man, dass sie das alles eigentlich nur tut, um allen zu helfen und sie wieder zu einen.

Ich muss sagen, dass mir Colin im ersten Band einiges sympathischer war, er hat sich in diesem zweiten Teil anders verhalten und anders entwickelt, als ich es mir erhofft hatte. Manche seiner Entscheidungen konnte ich zwar durch die Situation, in der er sich befand, nachvollziehen, allerdings fand ich diese dennoch nicht immer gut. Denn anstatt er einfach mal mit jemandem darüber gesprochen hätte, handelte er und dachte nicht weiter darüber nach, was daraufhin passieren könnte.

Sascha hat mit Bastian, Caspar und Rogan auch wunderbare Freunde an ihrer Seite, die uns Lesern immer wieder zeigen, wie wichtig Freundschaft ist und wie weit man seine Freunde unterstützen kann, ohne Bedingungen daran zu knöpfen. Diese Charaktere zeigen uns, wie wichtig es ist, Freunde zu haben, auf die man sich verlassen kann, die immer hinter uns stehen und uns auffangen, wenn wir selbst einmal vom Weg abgekommen sind. Es sind so tolle Charaktere, bei welchen ich mich unglaublich auf das Wiedersehen gefreut hatte und es sind Freunde, die man sich im eignen Leben selbst auch wünschen würde. Großartige, authentische Charaktere, die man in anderen Geschichten manchmal vergeblich sucht.

Was mich hier besonders gefreut hat, war zu sehen, wie Sascha und ihre Familie plötzlich mehr zusammengewachsen ist. Sie haben zueinander gehalten und sich gegenseitig gestützt, sie sind stärker aus dem Lüften des Geheimnisses herausgetreten und haben gelernt, worauf es wirklich im Leben ankommt. Gerade Saschas Vater hat eine Wandlung durchgemacht, bei welcher man sofort gemerkt hatte, welche Last von ihm abgefallen ist. Man spürte, wie sehr es ihm Leid getan hat, was er Sascha ein Leben lang aufgebürdet hatte und dass er nicht weiß, wie er das jemals wieder gut machen sollte. Sascha und ihre Familie zeigen perfekt, wie wichtig Zusammenhalt ist und dass man immer darauf vertrauen sollte, dass die eigene Familie hinter einem steht.

Auf den Inhalt selbst möchte ich an dieser Stelle gar nicht eingehen, denn es würde zu sehr die Spannung kaputt machen - ihr sollt es ja schließlich alle selbst noch lesen ;) Aber für mich war es ein gelungener Abschluss dieser Dilogie. Mein Herz gehört zwar einen Ticken mehr dem ersten Band, aber dennoch habe ich auch hier wundervolle Lesestunden verbracht, ich habe Aurelia immer mal wieder verflucht und ich habe mit Sascha gelitten. Es war eine Achterbahnfahrt der Gefühle, durchweg spannend und ein Abschluss, der zwar weh tut, aber mich dennoch glücklich zurück lässt.

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Veröffentlicht am 18.01.2021

Ein gefühlvolles Abenteuer

Wie man den Wind aufhält
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Manchmal begegnet man durch Zufall einem Buch, welches auf den ersten Blick zwar wunderschön aussieht, aber bei welchem man sich nicht vorstellen kann, was für eine Geschichte uns Leser auf den einzelnen ...

Manchmal begegnet man durch Zufall einem Buch, welches auf den ersten Blick zwar wunderschön aussieht, aber bei welchem man sich nicht vorstellen kann, was für eine Geschichte uns Leser auf den einzelnen Seiten begegnen wird. So wusste ich auch hier nicht, ob es eher eine ernstere Geschichte werden wird oder etwas Lockeres für Zwischendurch. Und auch jetzt, nachdem ich es beendet habe, kann ich noch nicht wirklich sagen, wo ich es zuordnen würde.

Wir begleiten Delsie, ein junges Mädchen, welches bei ihrer Großmutter in Cape Cod lebt, nachdem ihre Mutter sie eines Tages dort zurückließ. Es sind Sommerferien und wie jedes Jahr freute sich Delsie darauf diese mit ihrer Freundin Brandy zu verbringen, die den Sommer mit ihren Eltern immer dort verbringt. Doch Brandy ist nicht mehr die Gleiche und mit ihrer neuen Freundin Tressa kommt Delsie so gar nicht klar - fühlt sich ausgegrenzt und wird gemobbt. In Ronan, der erst kürzlich zu seinem Vater zog, findet sie einen neuen Freund und lernt, auf wen sie sich im Leben scheinbar wirklich verlassen kann.

Delsie ist ein fröhliches und glückliches junges Mädchen, was das Leben lebt und jeden Tag so nimmt, wie er eben kommt. Doch als ihre Freundin Annie sie für ein Theaterstück fragt, wie es ist eine "Waise" zu sein, fängt sie an zu grübeln und versucht immer mehr herauszufinden, was damals geschehen ist und warum sie denn eigentlich bei ihrer Großmutter lebt. Im Verlauf der Geschichte fängt sie immer öfter an zu zweifeln und hinterfragt alles, was um sie herum geschieht. Doch sie merkt auch, trotzdem ihr ihre Mutter fehlt, dass sie genug Leute um sich hat, die sie so lieben wie sie ist. Menschen, die ohne mit der Wimper zu zucken, alles stehen und liegen lassen würden, um Delsie zu helfen.

Diese Geschichte behandelt viele wichtige Themen, ernste Themen wie Mobbing, Ausgrenzung - auch wie es ist seine Eltern zu verlieren, als "Waise" aufzuwachsen. Es handelt von Freundschaft, von Verlust und Vertrauen und ist auf eine lockere Art und Weise erzählt, dass man einfach nur durch die Seiten rast und sich Delsie immer mehr verbunden fühlt. Es ist toll Delsie und Ronan dabei zuzusehen, wie sie gemeinsam die Höhen und Tiefen des Lebens meistern und trotz unterschiedlicher Ansichten eine gemeinsame Lösung finden und immer zusammen halten. Auch wenn es an manchen Stellen sehr bedrückend sein konnte und sich die Tränchen nicht immer zurückhalten ließen, gab es auch viele Momente, in denen ich mich für Delsie freuen konnte und in welchen ich ein Lächeln auf den Lippen hatte.

Es ist ein wundervolles Buch, an welchem ich wirklich nichts aussetzen kann. Auch wenn es vielleicht kein Highlight ist und das wirklich große Drama ausbleibt, die Geschichte einen angenehmen Verlauf hat und nicht wir andere Bücher des Genres einen sich groß aufbauenden Spannungsbogen hat, ist es dennoch ein Buch, welches mich überzeugen konnte. Ein Buch, welches ich unglaublich gern gelesen habe und welches mich dazu bringt mir auch weitere Geschichten der Autorin anzuschauen. Es ist kein Buch für Zwischendurch, es ist ein Buch, für welches man sich Zeit nehmen sollte, aber welches dennoch locker erzählt ist. Ein Buch, welches gelesen werden sollte, denn es lohnt sich schon allein dafür, Delsie auf ihrem Weg zu begleiten.

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