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Veröffentlicht am 23.07.2017

Der Farren Clan

Shutter Man
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Shutter Man von Richard Montanari

Ein tragischer Schicksalsschlag für das Städtchen Philadelphia in Amerika als Liam und Marie Farren sich 1941 entschlossen aus Irland auszuwandern. Hier ließen sie sich ...

Shutter Man von Richard Montanari

Ein tragischer Schicksalsschlag für das Städtchen Philadelphia in Amerika als Liam und Marie Farren sich 1941 entschlossen aus Irland auszuwandern. Hier ließen sie sich nieder und gründeten die gefürchtete Farren-Bande über viele Generationen hinweg. Nachkommen der Farrens beherrschen seitdem die Stadt, tyrannisieren, morden, sind Herrscher der Drogenszene bis in die Gegenwart. Selbstjustiz ist bei ihnen angesagt. In jüngster Zeit jedoch geschehen rätselhafte Morde, die von den Ermittlern nicht einzuschätzen sind. Die Leichen werden verunstaltet und verstümmelt aufgefunden.

Die Idee hinter diesem Thriller finde ich beachtenswert, jedoch fühlte ich mich beim Lesen mehr in einem Krimi als in einem Thriller.
Sehr spektakulär und brutal ist der Einstieg in „Shutter Man“ und ich bin gefesselt, allerdings konnte dieser Eindruck mich bis um Schluss nicht begleiten. Sprunghafte und unklare Handlungsszenen, die zeitweise eine enorme Konzentration fordern, auch viele Darsteller die gleich zu Beginn auftreten verwirren oft. Erst als die Spannung im Mittelteil durch viel Aufklärungsarbeit der Ermittler etwas nachlässt, beginnt sich für mich langsam ein Muster abzuzeichnen. Hätte man einige Passagen etwas kürzer gehalten und manches Detail nicht bis ins kleinste erklärt, die Spannung wäre so effektiver gewesen. Die Charaktere sind überwiegend böse und skrupellos, die der Ermittler weniger aussagekräftig. Ich vermisse bei „Shutter Man“ das wohlige Schauern beim Lesen, das Knistern zwischen den Zeilen, was ich bei einem Thriller voraussetze, wenigstens zeitweise.
Das Cover fällt auf jedem Büchertisch ins Auge, hält leider nicht ganz die versprochene rasiermesserscharfe Handlung. Da dies mein erster Roman von Richard Montanari ist, werde ich demnächst noch einen weiteren lesen um einen klareren Eindruck von seinen Büchern zu bekommen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Atmosphäre
  • Figuren
  • Handlung
  • Spannung
Veröffentlicht am 26.02.2017

zäh und wenig Krimi

Spreewaldtod (Ein-Fall-für-Klaudia-Wagner 2)
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Es ist Hechtfest im idyllischen Spreewalddorf Lübbenau, wo die Spreewaldgurken heimisch sind.
Der junge Vladi, Erntehelfer aus Rumänien, tanzt mit einem einheimischen Mädchen und das gefällt den Ansässigen ...

Es ist Hechtfest im idyllischen Spreewalddorf Lübbenau, wo die Spreewaldgurken heimisch sind.
Der junge Vladi, Erntehelfer aus Rumänien, tanzt mit einem einheimischen Mädchen und das gefällt den Ansässigen gar nicht. Es kommt zum Kampf und Vladi wird am nächsten Morgen tot im Fließ aufgefunden. Freunde von ihm hatten ihn nachts noch mit einem Unbekannten streiten hören, aber nicht darauf reagiert. Jetzt ist er tot. Kommissarin Klaudia Wagner, selbst noch belastet durch ihre Vergangenheit, wird an den Fall angesetzt und hat es mit verbohrten Einheimischen zu tun. Die Ermittlungen laufen nur schleppend und dann gibt es plötzlich noch eine weitere rumänische Leiche, erschossen, weil Klaudia zu spät reagierte. Handelt es sich um Fälle von Fremdenfeindlichkeit oder steckt da doch noch mehr dahinter.


Dieser Spreewaldkrimi hat mich anfangs gefesselt und meine Neugier geweckt. Die Ausdrucksweise ist allerdings dann immer weniger flüssig zu lesen und etwas gewöhnungsbedürftig und die Wortwahl manchmal etwas gekünstelt. Die Ermittlungen ziehen sich zäh durch den Krimi und halten leider keine Spannung parat. Die ständigen Rückblicke in Klaudias Ängste und Zweifel geben doch keine richtige Aufklärung was vor Monaten mit ihrem Leben passierte. Viellicht hätte man den Vorgänger zuerst lesen sollen. Als Kommissarin erschien sie mir oft inkompetent und träge in ihren ermittelnden Handlungen. Das Geschehen war wenig spektakulär und zieht sich schleppend durch das Szenario. Die Charaktere waren mir zu oberflächlich und wenig sympathisch. Ich hätte das Buch fast abgebrochen, hätte mich nicht das Schicksal der Rumänen interessiert.

Veröffentlicht am 13.01.2017

Ich hätte mehr Spannung erwartet

Niemandsmädchen
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Niemandsmädchen von Eva-Maria Silber

Ein Thema, das immer wieder in den Medien auftaucht und uns alle angeht.
Eine Mutter, die, aus welchen Gründen auch immer, ihr Neugeborenes ablehnt, ja sogar tötet. ...

Niemandsmädchen von Eva-Maria Silber

Ein Thema, das immer wieder in den Medien auftaucht und uns alle angeht.
Eine Mutter, die, aus welchen Gründen auch immer, ihr Neugeborenes ablehnt, ja sogar tötet. Ihre Schwangerschaft ist ihr oft nicht einmal bewusst, meist bekommt nicht einmal jemand aus der Familie etwas davon mit.
Auch Christine bekommt nach einem Fahrradunfall ihre Tochter in einer Klinik, sie wusste nichts von ihrer Schwangerschaft. Im Krankenhaus fällt der Schwester die Lieblosigkeit und Abneigung der Wöchnerin gegenüber ihrem Neugeborenen auf und sie verständigt den behandelnden Arzt. Misstrauisch verschwindet Christina sofort mit ihrem Kind, das sie als Äffchen betrachtet und verschwinden lassen will. Alarmiert ziehen die Ärzte die Polizei hinzu und Kommissarin Adams und Staatsanwältin Zapatka jagen der Fliehenden hinterher um das Neugeborene vor der schrecklichen Zukunft zu retten. Und die Zeit läuft gegen die Ermittler. Auch die Evakuierung der umliegenden Ortschaften wegen der Gasaustritte aus den unterirdischen Reservoiren und die damit verbundenen Explosionen hindern erheblich am zügigen Auffinden des Säuglings. Eine verzweifelte Suche beginnt, in der sich die beiden so unterschiedlichen Frauen näher kommen.

Die Ankündigung und Beschreibung dieses seltenen Themas hat mich überaus fasziniert. Auch die Handlung war überraschend gut beschrieben. Es hätte mich fesseln können, wenn die Beweggründe von Christina ausgeprägter dargestellt worden wären. So hat sie mich nicht berührt und ich konnte ihr Verhalten nicht nachvollziehen. Für mich war in diesem Krimi bis zum Schluss wenig Spannung vorhanden. Etwas sympathischer wurde mir Kommissarin Adams, nachdem sie sich mit der Staatsanwältin etwas ausgesöhnt hatte. Das Eifersuchtsgetue stand ihr nicht gut zu Gesicht. Einzig das Neugeborene hatte mein absolutes Mitgefühl. Kaum auf der Welt und schon verloren. Die eingebaute Handlung mit den Gaskavernen überzeugte mich nicht in diesem Krimi, da sie quasi nur für die Verstopfungen der Straßen zuständig war und sonst keinen Einfluss auf das Ermitteln in dem Krimi hatte. Dafür hätte ich mir gewünscht wäre etwas intensiver und aufklärender auf das Thema Neonatizid eingegangen worden. Am echten Lesevergnügen haben mich letztendlich die häufigen Schreibfehler gestört. Deshalb vergebe ich leider nur 3 Punkte. Da dies der erste Fall von Kommissarin Adams ist werde ich auf den nächsten warten und ihn ins Auge fassen.

Veröffentlicht am 18.11.2016

typisch amerikanisch

I.Q.
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I.Q. von Joe Ide

Der Vorteil des Buches mich darauf neugierig zu machen war, dass die Leseprobe einen Teil mitten aus dem Geschehen herauspickte. Es ...

I.Q. von Joe Ide

Der Vorteil des Buches mich darauf neugierig zu machen war, dass die Leseprobe einen Teil mitten aus dem Geschehen herauspickte. Es war der interessanteste und spannendste Abschnitt vom Ganzen.
Inhalt:
I.Q. nennt man Isaiah Quintabe in den schwarzen Hoods von Los Angeles. Weil er ein Genie ist und weil er als eine Art Nachbarschaftsdetektiv ohne Lizenz den „kleinen Leuten“ zu ihrem Recht verhilft. Oder, wenn es schwierig ist, immerhin zu Gerechtigkeit, Genugtuung und Entschädigung. Zusammen mit seinem sidekick, dem schlagfertigen Gangsta Dodson, wird er wider Willen von dem Top-Rapper Murda One angeheuert, um Mordanschläge auf dessen Leben aufzuklären. Das führt ins finstere Herz des Rap-Business, wo sich jede Menge wunderliche und tödliche Gestalten tummeln: Gangsa Rapper, Bitches, Anwälte, Auftagskiller, Drogenbosse, Big-Business-Leute und Medienvolk.
Bald haben es I.Q. und Dodson mit verfeindeten Gangs, schießwütigen Narcos und gierigen Musikproduzenten zu tun. Gut, dass I.Q. ein Weltmeister der Deduktion ist, und gut auch, dass er notfalls genauso viel kriminelle Energien hat wie seine Widersacher. Oder noch mehr....

Den Ausschnitt der Leseprobe fand ich aus diesem Thriller am bemerkenswertesten. Der Rest hat mich nicht komplett überzeugen können. Actionreich ohne Zweifel, doch den Nervenkitzel habe ich vermisst.
Ständige Rückblenden in die Vergangenheit von I.Q. wieso er selbst im kriminellen Milieu landete, haben zwar seine Motivationen erklärt, in diesem Thriller aber die eigentliche Handlung in den Hintergrund gedrängt. Auch die sich ständig wiederkehrenden Ausdrücke wie Gagsta, Mutherfucka, Bitches waren nicht meine Sprache. Viele verwirrende Namen und Begriffe die eigentlich m.E. nichts mit der Handlung zu tun hatten, haben mich etwas verwirrt. Der Lesefluss war auch deshalb gelegentlich gestört, weil ich viele Wörter erst nachschlagen musste. I.Q. ist flott geschrieben, jedoch in einer Ausdrucksweise, die mir persönlich nicht wirklich liegt. Die meisten Charaktere der Handelnden blieben für mich oberflächlich dargestellt. Auch wieso sich I.Q., trotz seiner brillanten Intelligenz, sich von Dodson hat dermaßen herunterziehen lassen, blieb mir unverständlich. Schockierend für mich ist allerdings der Einblick in ein soziales Milieu, das teilweise so kriminell und gewalttätig in Amerika wirklich realistisch ist.
Es ist ein typischer amerikanischer Thriller, actionreich, gewalttätig und ein bisschen verrückt. Es ist für mich ein vollkommen neues und auch beachtenswertes Thema in einem Thriller, aber etwas verworren und durcheinander für mich als Leser.

Veröffentlicht am 24.10.2016

nicht ganz ausgereift

Am Abgrund seiner Seele
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Am Abgrund seiner Seele von Dania Dicken
Der Titel, der so verheißungsvoll nach einem Psychothriller klingt, kann aber nicht wirklich mit Spannung aufwarten.
Auf dem Universitätsgelände ...

Am Abgrund seiner Seele von Dania Dicken
Der Titel, der so verheißungsvoll nach einem Psychothriller klingt, kann aber nicht wirklich mit Spannung aufwarten.
Auf dem Universitätsgelände von East Anglia in Norwich werden in letzter Zeit immer wieder junge Studentinnen gleichen Typs brutal vergewaltigt.
Psychologiestudentin Andrea möchte später im Beruf als Profilerin bei der Polizei mitarbeiten und versucht sich schon mal an diesem Fall. Sie arbeitet ein akzeptables Profil für die Ermittlung aus. Trotzdem bleibt die Polizei erfolglos. Als Andrea auf dem Campus den Täter auf frischer Tat überrascht, kann sie ihn durch tatkräftiges Eingreifen vom Opfer verscheuchen, sieht sich jedoch plötzlich selbst in größter Gefahr. Ihre Befürchtung, er wird nicht mehr nur bei Vergewaltigungen bleiben, bestätigt sich. Die erste Leiche im Sumpf wird gefunden, nackt, gefesselt, geknebelt und brutal missbraucht. Vergeblich wird der Täter anhand Andreas erweitertem Profil gesucht. Aber der Täter brennt jetzt darauf sie in seine Fänge zu bekommen und seine Gewaltfantasien freien Lauf zu lassen. Er hinterlässt blutige Botschaften für sie an den Opfern und per Post. Ab sofort steht sie unter permanentem Polizeischutz. Auch Andreas Freund Gregor ist entsetzt über die Gewalt des Täters und versucht sie mit aller Macht zu beschützen. Doch der Täter weiß von der Bedrohung und hebelt sie aus
Am Abgrund seiner Seele ist mein erstes Buch von Dania Dicken, ich bin etwas enttäuscht.
Die Leseprobe und die ersten Seiten des Thrillers beginnen relativ spannend und vielversprechend und sind locker geschrieben. Doch immer öfter werden die Sätze holpriger und sind nicht wirklich flüssig zu lesen. Nach und nach habe ich dabei eher das Gefühl einen Jugendthriller in der Hand zu haben, durch den Schreibstil und die Dialoge. Kaum ist ein Funke Spannung zu ahnen, wird dieser sogleich im nächsten Satz durch unnötige Erklärung abgebaut. Zum Ende kommt mir das Ganze eher wie eine Erzählung vor, aus Sicht von Andrea und auch aus Sicht des Täters. Alle Personen haben auf mich einen seltsam kindischen Eindruck gemacht. Die Geschichte wirkt eher unrealistisch und weltfremd. Potenzial ja, muss aber noch an vielen Ecken gefeilt werden.