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Veröffentlicht am 14.08.2019

Einfach unfassbar gut!

BookLess 3. Ewiglich unvergessen
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Die Aufmachung

Ich weiß gar nicht, ob ich überhaupt etwas zu diesem Cover sagen muss. Es ist einfach wunderschön. Diese Farben und das, was darauf zu sehen ist ... auf jeden Fall der hübscheste Band der ...

Die Aufmachung

Ich weiß gar nicht, ob ich überhaupt etwas zu diesem Cover sagen muss. Es ist einfach wunderschön. Diese Farben und das, was darauf zu sehen ist ... auf jeden Fall der hübscheste Band der ganzen Reihe, obwohl auch die vorherigen Bände beide wunderschön sind!
Der Klappentext ist bei mir schon im Gedächtnis eingebrannt, so oft habe ich ihn durchgelesen, weil ich unbedingt dieses Buch lesen wollte - leider musste ich zuvor noch ein Leserundenexemplar lesen, also hab ich brav gewartet und nachdem ich dann auch das ausgeliehene Buch "Blackwood - Briefe an mich" gelesen hatte, konnte ich nicht länger abwarten.
Außerdem mag ich es, dass der Buchrücken zwar nicht ganz so stabil wie bei Paperbacks ist, aber trotzdem nicht so schnell Leserillen bekommt, denn die sehen bei Büchern einfach nur blöd aus, wenn ich das jetzt mal so sagen darf. Aber ich konnte sowieso noch nie verstehen, warum einige das ihren Büchern immer antun.


Inhaltsangabe

Als Lucy aus einer tiefen Bewusstlosigkeit aufwacht, weiß sie weder, wer sie ist, noch, wo sie sich befindet oder was geschehen ist. Noch immer nicht ganz erholt, findet sie heraus, dass sie angeblich die Verlobte des reichen Lord Beauforts sein soll, der jedoch auch als ihr Vater durchgehen könnte. Auch das große Herrenhaus weckt keinerlei Erinnerungen in Lucy, und sie fühlt instinktiv, dass irgendwas faul an der ganzen Sache ist. Nur weiß sie nicht, was.
Währenddessen versuchen Lucys Freunde Colin, Jules, Marie und Chris herauszufinden, was denn nun mit ihr und Nathan passiert ist, da es äußerst ungewöhnlich ist, kein Lebenszeichen der beiden zu erhalten. Die vier geraten öfter mal aneinander, weil jeder anderer Meinung ist, was zu tun ist, bis Colin schließlich einen Anruf von Nathans Vater Jonathan erhält, der Antworten für sie hat.
Als die Freunde erfahren, dass Lucy nach den tragischen Ereignissen in Edinburgh von einem von Batistes Hunden gebissen wurde und sich daraufhin ein tödliches Gift in ihrem Körper ausgebreitet hat, sind sie geschockt. Und ihren aufgewühlten Gemütern hilft es auch nicht, als Jonathan ihnen erklärt, dass Nathan seinen Großvater Batiste um Hilfe bitten musste, damit Lucy überlebt. Doch nun sind beide, Lucy und Nathan, in den Händen des Bundes, die eine ohne jegliche Erinnerungen und der andere völlig machtlos, etwas zu unternehmen.
Erst sieht es noch so aus, als ob sich Lucy tatsächlich wieder von ihrer tiefen Bewusstlosigkeit erholen würde, doch das hält nicht lange an. Ihre neugewonnene Freundin Klara fühlt sich verantwortlich für Lucy, doch als deren Freunde mit ihr in Kontakt treten und sie über die Machenschaften des Bundes aufklären, welchem Bastiste und Beaufort angehören, glaubt sie ihnen kein Wort. Erst, als Batiste damit anfängt, Lucy tagsüber zum "Lesen" für sich zu beanspruchen, schöpft sie einen Verdacht. Doch Lucy wurde von Batiste und Beaufort eingewickelt in ein Netz aus Lügen, und durch die merkwürdig riechende Kräutermixtur, die ihr verabreicht werden, können die Bücher nicht mehr zu ihr durchdringen.
Als Klara jedoch heimlich dafür sorgt, dass Lucy einen anderen Tee zu trinken bekommt und nicht mehr das Gift, das ihr verabreicht wird, erinnert sie sich plötzlich wieder an alles und fasst gemeinsam mit Klara, die eine Verbindung zu ihren Freunden darstellt, einen Fluchtplan.
Doch bleibt noch immer die Frage, was sie tun sollen, damit Nathan ebenfalls vor den wachsamen Blicken seiner Wächter entfliehen kann - und wie sie Kontakt zu ihm aufnehmen sollen, denn eins ist Lucy klar: sie wird fliehen, aber nur, wenn Nathan mitkommt ...


Idee und Umsetzung

Dieses gesamte Buch hat mich einfach nur umgehauen. Ich meine - wow. Wirklich. Marah Woolfs Schreibstil hat mit ihren Büchern schon immer bewirkt, dass ich mich selbst vollkommen vergessen habe, aber so ... nein, das hatte ich glaube ich noch bei keinem ihrer Bücher. Und dabei gefallen mir alle von ihr so gut!
Okay, werden wir zumindest wieder etwas sachlicher. Die Idee der gesamten Geschichte wurde natürlich von den anderen beiden Bänden weiterverfolgt, aber nach dem zweiten Band hätte ich niemals gedacht, dass es so weitergeht. Diese Handlung ist einfach so spannend, dass ich sofort von der ersten bis zur letzten Seite vollkommen in diesem Buch abgetaucht war und mein Herz auch nach dem Beenden immer noch wie verrückt geklopft hat. Deswegen kann man hier wirklich von einem mitreißenden, faszinierenden und fulminanten Finale sprechen.
Der Schreibstil war, wie bereits erwähnt, super fesselnd, obwohl das Buch nicht aus der Ich-Perspektive geschrieben wurde, sondern von einem Er/Sie-Erzähler, und dann auch noch aus mehreren Sichtweisen, also zwischendurch war es Lucy, dann wieder Klara, dann Colin, Jules, Nathan, etc. Und erstaunlicherweise hat es mich dabei auch gar nicht gestört, dass über den jeweiligen Abschnitten nicht stand, aus wessen Sicht gerade erzählt wurde. Das fand ich wahrscheinlich nur umso besser, weil auch damit wieder ein gewisser Spannungsanteil zur Geschichte beigetragen wurde.
Am Anfang jedes Kapitels gab es zudem wirklich wunderschöne Zitate, die alle etwas mit Büchern zu tun hatten und deshalb auch elementar auf die BookLess-Saga übertragen werden konnten.
Vielleicht klingen meine ganzen positiven Worte jetzt so, dass das Buch in irgendeiner Art und Weise doch überzogen war, und vielleicht erweckt auch meine Inhaltsangabe diesen Anschein. Aber so war es nicht, überhaupt nicht. Ich finde, es wurde alles sehr gut und detailliert beschrieben und ich konnte mich sofort in Lucy hineinversetzen, als sie versucht hat, mehr über sich und ihr Leben herauszufinden, das sie ja vollkommen vergessen hatte. Und dabei hatte ich natürlich auch immer im Hinterkopf, dass Batiste und Beaufort ihr die ganze Zeit nur etwas vormachen und hab sie sozusagen in meinen Gedanken immer wieder dazu angespornt, sich endlich zu erinnern, damit sie bloß nicht weiter auf Batiste hört.
Auch die Charaktere und alle Handlungsweisen waren authentisch für mich, denn jeder hatte immer einen Hintergedanken, der so wichtig war, dass sich der Charakter bei jedem seiner Schritte danach richten musste, es gab also immer einen klaren Grund, weshalb wer was tat.
Und wo wir bereits bei den Charakteren sind: diese sind wirklich alle unterschiedlich, jeder hat andere Züge, die unterschiedlich groß ausgeprägt sind, und jeder hat Stärken und Schwächen, von manchen mehr und von manchen weniger. Selbst der unberechenbare Batiste hat in diesem Buch Schwächen bekommen, was mir noch mehr gefallen hat.
Action und Gefühle wurden auch in diesem Buch wieder wunderbar miteinander vereint, sodass es wirklich nie, nie, niemals langweilig wurde.
Wahrscheinlich könnte ich jetzt noch stundenlang weiter von diesem Buch schwärmen, aber ich glaube, ich konnte euch meine Meinung schon ganz gut mit dem Stück mitteilen, das ich hier geschrieben habe. Und da fällt mir auf, dass ich wirklich viel mehr in eine Rezension reinpacke, wenn mir das Buch dazu auch wirklich gut gefallen hat, aber das nur so am Rande als keine Information.


Fazit

Ich muss schlussendlich sagen, dass mich selten ein Buch so dermaßen umgehauen hat wie dieses hier. Und besonders den Buch-Liebhabern unter euch möchte ich diese Reihe wirklich ans Herz legen, denn sie vereint in sich so viel Liebe zu Büchern, dass ich insgeheim gern in Lucys Haut stecken würde, egal durch welche Höhen und Tiefen sie gerade geht.

Veröffentlicht am 02.11.2023

Ein richtig gutes Special Adventure

Warrior Cats - Special Adventure. Graustreifs Versprechen
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Endlich mal wieder ein Special Adventure, das mich wirklich noch mal überraschen konnte! In der Hauptreihe hat man wenig davon erfahren, was Graustreif während seiner Abwesenheit vom DonnerClan getan hat; ...

Endlich mal wieder ein Special Adventure, das mich wirklich noch mal überraschen konnte! In der Hauptreihe hat man wenig davon erfahren, was Graustreif während seiner Abwesenheit vom DonnerClan getan hat; nur, dass er sich auf einer Reise zu sich selbst befindet.

Graustreif zieht nicht alleine los, was ich sehr erfrischend fand. Zusammen mit Dornenkralle sowie drei jüngeren Kriegern des DonnerClans verlässt er das Lager, um sich über einige Dinge klarzuwerden. Die Entscheidung von Fliegenbart und Schnappzahn, die sie treffen bezüglich der Frage, ob sie im DonnerClan bleiben wollen oder was sie sonst tun sollen, hat sich für mich etwas zu „einfach“ erledigt. Klar, die beiden sind jung und wahrscheinlich kurzentschlossen, aber ich hätte gerne auch ein bisschen mehr über deren gedanklichen Prozess erfahren.

Dornenkralle zieht auf eigenen Wegen los – wer weiß, vielleicht bekommen wir ja demnächst auch ein Special Adventure (oder ein Short Adventure) über ihn? Ich würd’s auf jeden Fall sofort lesen!

Zurück bleiben Graustreif und Schnipskralle, die gemeinsam in die Berge ziehen, zum Stamm des eilenden Wassers. Dort lebt Graustreifs älterer Sohn mit seiner Familie. Das Wiedersehen mit Sturmpelz fand ich prima, und ich habe auch einige Eigenschaften an ihm entdeckt, die ich früher sofort Graustreif zugeordnet hätte. Außerdem fand ich es auch sehr schön, Graustreifs Zwiespalt zu sehen: Sollte er seinem Clan helfen, oder bei seinem Sohn bleiben? Wo liegt nach Feuersterns und Millies Tod überhaupt seine Treue?

Natürlich hält es Graustreif nicht lange in den Bergen, denn sein Clan braucht Hilfe, und er hat eine Idee, wie er eventuell den Kontakt zum SternenClan wieder aufbauen könnte. Dazu reist er ganz allein los, zurück in den Alten Wald, den die Clans vor langer Zeit verlassen haben. Die Katzen, die er dort auf der Reise und natürlich auch in seinem ehemaligen Zuhause trifft, waren mal mehr und mal weniger wichtig für den Verlauf der Handlung. Auf jeden Fall fand ich die Idee des KriegerClans super, bestehend aus einigen Hauskätzchen, die Geschichten von den einst in diesem Territorium lebenden Clans gehört haben und ihnen ein wenig nacheifern.

Graustreif selbst macht eine tolle charakterliche Entwicklung durch, die seinem Alter auch angemessen ist, wie ich finde. Er ist sehr nachdenklich und hat einige Dinge mit sich selbst auszumachen, und in gewisser Weise helfen ihm dabei auch die Hauskätzchen des KriegerClans. Ich wäre ja mal gespannt, ob der KriegerClan in anderen Büchern zukünftig noch mal Erwähnung findet – ich würde es sehr begrüßen!


Fazit

Mir hat „Graustreifs Versprechen“ richtig gut gefallen, es wäre sogar fast ein Highlight geworden! Ich fand es trotz verhältnismäßig wenig Action (auch wenn es trotzdem einige Situationen gab) immer spannend und hab es sehr genossen, mal in die Gedanken des nun alt gewordenen besten Freundes von Feuerstern abzutauchen.

Veröffentlicht am 02.11.2023

Verdient große Beachtung!

Das Lied der Krähen
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Wer zuerst die Serie „Shadow and Bone“ auf Netflix gesehen hat, darf sich nicht verwirren lassen. In der Serie wurden die Ereignisse aus der Grisha-Trilogie und der Krähen-Dilogie nämlich stark ineinander ...

Wer zuerst die Serie „Shadow and Bone“ auf Netflix gesehen hat, darf sich nicht verwirren lassen. In der Serie wurden die Ereignisse aus der Grisha-Trilogie und der Krähen-Dilogie nämlich stark ineinander verwoben, in den Büchern sind es aber zwei eigene und voneinander unabhängige Geschichten, die bloß im gleichen von Leigh Bardugo erschaffenen Universum spielen.

Zeitlich spielt „Six of Crows“ (oder auf Deutsch: „Das Lied der Krähen“) nach der Grisha-Trilogie. Die Sonnenkriegerin Alina Starkov hat sich bereits geopfert und den Dunklen besiegt, und Nikolai sitzt auf dem Zarenthron. Die Handlung ist jedoch nicht in Ravka angesiedelt, sondern in Ketterdam, einer auf der einen Seite wohlhabenden und auf der anderen Seite düsteren Stadt, in der sich die zwielichtigen Gestalten nur so tummeln.

Eine dieser Gestalten ist Kaz Brekker, genannt „Dirtyhands“. Er erledigt die Drecksarbeit im Barrel und hat einige „Gehilfen“ um sich herum geschart. Unter anderem Jesper, der mit seinen Revolvern kein Ziel jemals verfehlt. Und Inej, die mit ihrer lautlosen Art bereits als „Phantom“ bekannt ist.

Für den besonders gefährlichen Auftrag, Bo Yul-Bayur aus dem bestgesicherten Gefängnis des Kontinents – dem Eistribunal – zu befreien, benötigt Kaz jedoch die Hilfe von drei weiteren Personen: Nina, eine Grisha; Wylan, ein junges Supergenie; und Matthias, ein Grisha-Jäger aus Fjerda. Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht der einzelnen Crew-Mitglieder. Nur Wylan bekommt seinen Auftritt erst im zweiten Teil der Dilogie.

Der Plot ist sehr komplex, aber in sich schlüssig ausgearbeitet. Ich bewundere die Autorin für dieses geniale Werk! Eine Menge Action-Szenen sorgen für die Spannung, die sich am vermeintlichen Höhepunkt entlädt, nur um am Ende in einem gewaltigen Cliffhanger noch einmal aufgegriffen zu werden.

Einzig der Anfang des Buches zieht sich meines Erachtens ein wenig, was unter anderem daran liegt, dass die Kapitel doch teilweise schon arg lang sind. Spätestens ab der Hälfte war es mir dann aber doch unmöglich, das Buch noch aus der Hand zu legen. Und auch wenn man die Serie auf Netflix bereits gesehen hat, bleibt der Plot spannend und nicht so leicht vorherzusehen, wie man vielleicht annehmen könnte. Das liegt daran, dass in der Serie vieles geändert wurde und somit nur wenige grundlegende Parallelen zu den Büchern vorhanden geblieben sind.


Fazit

Auch wenn ich die Grisha-Trilogie bereits sehr gern mochte, hat „Das Lied der Krähen“ dem Ganzen meiner Meinung nach noch mal die Krone aufgesetzt. So ein komplexer Plot und so viele unerwartete Wendungen, dann dazu noch die fantastische Ausarbeitung der einzelnen Charaktere … für mich wirklich ein Werk, das große Beachtung verdient!

Veröffentlicht am 02.11.2023

Manchmal unter der Gürtellinie

Boyfriend Material
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Irgendwie fällt es mir bei dieser Rezension ziemlich schwer, einen Anfang zu finden, der dem Buch angemessen ist. Es ist sehr vielseitig und spielt mit Gesellschaftskritik, einer großen menge Humor und ...

Irgendwie fällt es mir bei dieser Rezension ziemlich schwer, einen Anfang zu finden, der dem Buch angemessen ist. Es ist sehr vielseitig und spielt mit Gesellschaftskritik, einer großen menge Humor und manchmal auch nicht unbedingt sympathischen Charaktereigenschaften. Also lasst uns doch mit dem Humor beginnen.

Luc, der Protagonist der Geschichte, ist ein sehr humorvoller Mensch. Er beherrscht den britischen Humor wirklich fabelhaft – tatsächlich gab es allerdings ab und zu auch mal einige Anekdoten, die ich nicht verstanden habe; vermutlich, weil mir der britische Humor ebenso fremd ist wie der norddeutsche. Das meiste war aber auch für mich verständlich und hat mir das ein oder andere Mal ein Schmunzeln entlockt.

Mit ihrem Humor, den sie in die gesamte Geschichte eingebaut hat, macht sich Alexis Hall auch über große Themengebiete der heutigen Gesellschaft lustig. Vegetarismus, Queerfeindlichkeit, Doppel-Nachnamen, die Oberschicht und so weiter und so fort. Alles wird in Witze verpackt, mal mehr und mal weniger offensichtlich. Bitte nicht falsch verstehen: die Autorin macht sich keinesfalls lächerlich über diese Themen. Sie nutzt die Aktualität der Themen, um ihre Leserinnen zu unterhalten, und das auf sehr geschickte Art und Weise.

Luc war mir vom Grundsatz her schon sympathisch. Dennoch ist mir nicht entgangen, dass er einen Typ Mensch darstellt, der eben auch kontrovers ist – nicht nur schwarz oder weiß. So hält er beispielsweise nichts von unüberdachtem Vegetarismus, Selbstkasteiung und bestimmten Gesellschaftsgruppen, ist aber gleichzeitig auch sehr authentisch, weil ich viele seiner Züge und viele Ansichten auch in meinem persönlichen Umfeld schon gesehen habe. Manche seiner „Witze“ waren dennoch meines Erachtens das ein oder andere Mal schon tief unter der Gürtellinie, auch wenn ich verstanden habe, dass die Autorin genau diese Reaktion bei ihren Leser
innen hervorrufen wollte, indem sie Luc nun mal so gestaltet hat, wie er ist.

Oliver war mir tatsächlich etwas sympathischer als Luc, auch wenn er natürlich ebenfalls Fehler (gemacht) hat, die ich mal mehr und mal weniger gut nachvollziehen konnte. Er versteckt sich hinter einer Fassade, die Luc ins Bröckeln bringt. Kein Wunder, dass das für alle Beteiligten irgendwie Probleme nach sich zieht.

Dieses Buch kommt nicht ohne Drama aus. Tatsächlich gibt es sogar ziemlich viel Drama. Und trotzdem habe ich mich beim Lesen einfach wohlgefühlt – obwohl ich mich manchmal auch sehr über Luc oder andere Charaktere aufgeregt habe. Wenn ein Buch solche Reaktionen hervorruft, dann ist es auf jeden Fall einen Platz im Bücherregal wert. Vor allem aber finde ich, dass es trotz meiner Kritik eigentlich nichts daran auszusetzen gibt, denn meine Kritik bezieht sich meist auf Lucs Eigenschaften und Handlungen, aber da diese das Buch erst zu dem machen, was es ist, kann ich das Buch selbst gar nicht kritisieren. Keine Ahnung, ob das irgendwie verständlich ausgedrückt ist, ich hoffe es jedenfalls.


Fazit

Von mir gibt es nur deshalb einen halben Punkt Abzug, weil es manchmal etwas weniger unter der Gürtellinie hätte bleiben können, wenn Luc gesprochen hat. Manche seiner Aussagen wurden für mich einfach nicht ausreichend revidiert, während andere wirklich hinterfragt wurden. Von daher von mir nur einen halben Stern Abzug.

Veröffentlicht am 02.11.2023

Ein mehr als würdiges Finale

Warrior Cats - Das gebrochene Gesetz. Licht im Nebel
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Wie der Klappentext schon anteasert, lassen in diesem Buch viele bekannte Gesichter ihr Leben. Teilweise sind diese Tode unwiederbringlich, denn einige liebgewonnene Charaktere verschwinden einfach … im ...

Wie der Klappentext schon anteasert, lassen in diesem Buch viele bekannte Gesichter ihr Leben. Teilweise sind diese Tode unwiederbringlich, denn einige liebgewonnene Charaktere verschwinden einfach … im Nichts. Ohne jegliche Chance auf Rückkehr. Ohne in die ewigen Jagdgründe des SternenClans eintreten zu können. Nicht einmal als Geister sind sie noch vorhanden, es ist ein endgültiger Tod, den es so in dieser Form nur selten in den bisherigen Büchern der Reihe gab.

Allein schon die Idee des Autorinnenteams, den Wald der Finsternis dieses Mal auf der Seite der Guten mitkämpfen zu lassen, um ein noch schlimmeres Übel als Tigerstern und Co. aufzuhalten, finde ich grandios. In diesem Buch bekommen Charaktere aus dem Wald der Finsternis eine Hintergrundgeschichte, die sie nahbarer und authentischer macht. Sie werden nicht mehr bloß Schwarz und Weiß dargestellt, sondern sind ebenso Katzen, die geliebt haben, ihrem Clan treu ergeben waren, aber eben auch Fehler gemacht haben. Vor allem das Schicksal von Schlagstein und Wacholderkralle hat mich tief getroffen, ganz zu Schweigen von Schneeschopf.

Tatsächlich würde ich mir irgendwann einmal ein Short oder Special Adventure über Schneeschopf und Dunkelstreif wünschen. Die beiden hätten sicherlich eine Menge zu erzählen! Und vor allem bei Dunkelstreif interessiert mich auch ein bisschen, wie sein Innerstes von nur einer einzigen Katze so verdorben werden konnte …

Die Hauptcharaktere bleiben natürlich auch in diesem Band wieder Wurzelquell, Stachelfrost und Schattenhelle. Alle drei habe ich im Laufe der Staffel sehr in mein Herz geschlossen, und ich bin irgendwie stolz auf die Erins, dass es dieses Mal keine klassische verbotene Liebesgeschichte mit Happy End gibt … aber mehr verrate ich nicht 😉

Besonders freue ich mich jetzt auf die achte Staffel, die hoffentlich ebenso einen großen Fokus auf die einzelnen Charaktere legt wie es in dieser der Fall war.


Fazit

„Licht im Nebel“ ist ein mehr als würdiges Finale für die siebte WarriorCats-Staffel. Da haben sich die Erins wieder richtig ins Zeug gelegt!