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Veröffentlicht am 16.01.2023

Tolles Setting und ein starker Beginn, aber ansonsten nicht ganz überzeugend

Like Fire We Burn
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Zwei Jahre nach ihrer Trennung von Wyatt kehrt Aria in ihre Heimat zurück. Obwohl sie dachte, dass sie mit ihrer Vergangenheit und vor allem mit Wyatt abgeschlossen hat, treffen sie ihre Gefühle mit voller ...

Zwei Jahre nach ihrer Trennung von Wyatt kehrt Aria in ihre Heimat zurück. Obwohl sie dachte, dass sie mit ihrer Vergangenheit und vor allem mit Wyatt abgeschlossen hat, treffen sie ihre Gefühle mit voller Wucht. Denn noch immer empfindet sie etwas für Wyatt - und das er mit seiner kleinen Schwester im B&B einziehen muss, macht die Situation nicht besser..

Aria Moore kehrt nach zwei Jahren, die sie an der Brown University verbracht hat, in ihre Heimatstadt Aspen zurück, um ihre Mutter im Bed & Breakfast zu unterstützen. Zu Beginn mochte ich Aria noch ganz gerne, denn obwohl sie nach der Trennung von Wyatt noch sehr verletzt ist, zeigt sie auch immer wieder ihre humorvolle Seite. Allerdings muss ich leider zugeben, dass sich dieses Bild mit der Zeit immer mehr gewandelt hat, denn ihre Gedanken drehen sich gefühlt nur noch um Wyatt. Was mich daran allerdings vor allem gestört hat, waren ihre widersprüchlichen Handlungen, wodurch sie phasenweise unglaublich naiv wirkte.
Auch Wyatt Lopez war mir anfangs sympathisch, denn obwohl seine selbstbewusste Art manchmal etwas überheblich wirkt, ist er doch stets charmant. Er kümmert sich teils rührend um seine kleine Schwester und leidet sehr darunter, dass er seinen größten Traum vom Eishockey spielen in der NHL aufgrund einer Verletzung nicht nachkommen kann. Auch er ist phasenweise noch sehr in der Vergangenheit und seiner Trauer gefangen. Allerdings gab es auch immer wieder Momente, in denen er meiner Meinung nach total über reagiert hat und vor allem Dinge getan/gesagt hat, die für mich unverzeihlich wären.
Zu Beginn ist das Miteinander von Aria und Wyatt noch von jeder Menge verletzter Gefühle geprägt, wobei man auch eine gewisse Anziehung sowie vor allem eine tiefe Verbindung spüren konnte. Leider muss ich sagen, dass mir die Gefühle zwischen den beiden zu schnell viel zu viel wurden und dadurch nicht mehr ganz nachvollziehbar waren. Vor allem wurde mir hierbei das Hin und Her etwas zu anstrengend.

"Du bist das Schönste, was mein Herz zu bieten hat, Aria Moore." (Seite 250)

Neben Aria und Wyatt lernt man noch weitere Bewohner Aspens kennen, was mir gut gefallen hat. Gerade deren Clique hat die Geschichte immer wieder aufgemischt und ich freue mich schon mehr über die einzelnen Charaktere zu erfahren. Außerdem mochte ich Arias Mutter Ruth sowie Wyatts Schwester Camila sehr gerne, denn die beiden sind immer für Aria und Wyatt da.

Nachdem ich in den letzten Monaten unglaublich viele positive Stimmen zu der Winter Dreams-Reihe von Ayla Dade gehört habe, war ich super gespannt, was mich erwartet. Um ehrlich zu sein habe ich allerdings zwei Anläufe gebraucht, um mit Like Fire We Burn warm zu werden. Ich habe das Buch nämlich vor ein paar Monaten schon mal begonnen und nach wenigen Seiten wieder abgebrochen, weil es mir irgendwie zu melancholisch war. Dafür konnte mich die Geschichte bei meinem zweiten Anlauf umso mehr in den Bann ziehen und sie hat eine regelrechte Sogwirkung auf mich ausgeübt, sodass ich gerade die erste Hälfte des Buches innerhalb kürzester Zeit verschlungen habe. Das lag vor allem auch am Schreibstil von Ayla Dade, denn dieser ist locker leicht, bildlich und oftmals auch poetisch. Dabei wird die Geschichte abwechselnd aus Arias und Wyatts Sicht erzählt, was ich immer sehr gerne mag. Allerdings muss ich zugeben, dass der poetische Schreibstil mich in manchen Passagen beim Lesen doch etwas abgelenkt hat und gerade bei den Gedankengängen der Protagonisten manchmal etwas unauthentisch gewirkt hat. So kam meiner Meinung nach auch die Emotionalität, die mich gerade zu Beginn abholen konnte, im Verlauf des Buches etwas abhanden. Zwar kam es immer wieder zu schönen und auch atmosphärischen Momenten, aber eben auch zu einigen Wiederholungen, die vor allem durch die fehlende Kommunikation zwischen den beiden Protagonisten zustande kam. So gab es leider auch oftmals langatmige Szenen, während sich die Ereignisse an anderen Stellen fast überschlagen haben. Letztendlich konnte mich die Geschichte nach einem starken Beginn leider nicht so abholen, wie ich es mir gewünscht hätte.

Pluspunkte hat Like Fire We Burn hingegen mit dem Setting gesammelt, denn dieses war wirklich zum Wohlfühlen. Nicht nur Aspen mit seinen teils etwas eigenwilligen Einwohnern, sondern vor allem auch die Beschreibung der umliegenden Natur konnte mich total überzeugen. Ich freue mich schon sehr, dorthin zurückzukehren.

"Unter uns, von allen Seiten umgeben von bewaldeten, verschneiten Bergen, darüber nur der azurblaue, sternenübersäte Nachthimmel, leuchtet unsere Kleinstadt in warmgoldenen Tönen. Das Zentrum scheint am hellsten, eine warme Lichtersonne, und von ihr aus abgehend viele kleinere, weit auseinanderstehende Fleckchen." (Seite 422)

Das Cover des Buches gefällt mir unglaublich gut. Durch die kräftigen Farben in Verbindung mit den goldenen Elementen hat es meiner Meinung nach schon fast etwas gemütliches an sich.

Like Fire We Burn ist eines dieser Bücher, die ich so gerne lieben wollte, aber nicht konnte. Der Beginn sowie das Setting in Aspen haben mir echt gut gefallen, aber leider kamen im Verlauf der Geschichte doch immer mehr Kritikpunkte hinzu. Dennoch möchte ich die Reihe weiterverfolgen und hoffe, dass mich die weiteren Bände mehr überzeugen können.

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  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.12.2022

Leider nicht überzeugend

Spanish Love Deception – Manchmal führt die halbe Wahrheit zur ganz großen Liebe
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Als Aaron sich anbietet, Lina zu der Hochzeit ihrer Schwester zu begleiten, ist sie wenig begeistert von dieser Idee. Doch als das Event immer näher rückt, bleibt ihr keine andere Option und so machen ...

Als Aaron sich anbietet, Lina zu der Hochzeit ihrer Schwester zu begleiten, ist sie wenig begeistert von dieser Idee. Doch als das Event immer näher rückt, bleibt ihr keine andere Option und so machen sich die beiden auf den Weg nach Spanien. Ob das so eine gute Idee war?

Catalina Martín, geboren und aufgewachsen in Spanien, habe ich zu Beginn als einen sehr lebensfrohen, aber auch temperamentvollen Charakter wahrgenommen. Sie lebt seit einigen Jahren in New York und arbeitet hart für ihre Ziele. Leider muss ich zugeben, dass mich Lina nach und nach immer häufiger genervt hat. Sie redet oftmals drauf los, ohne vorher nachzudenken, verletzt dabei ihre Mitmenschen und ist sehr dickköpfig. Vor allem wirkt sie aber durch ihr Verhalten anderen und insbesondere Aaron gegenüber phasenweise wahnsinnig kindisch und ich konnte es absolut nicht nachvollziehen.
Aaron Blackford hingegen war mir nach anfänglichen Schwierigkeiten eigentlich ganz sympathisch - auch wenn er neben Lina meiner Meinung nach etwas blass blieb. Zu Beginn wirkte er auf mich sehr verschlossen und unterkühlt, wodurch ich ihn nicht so ganz greifen konnte. Nach und nach wurde das aber zum Glück besser und Aaron entpuppte sich als sehr ehrgeizig, charmant und zuvorkommend, weswegen ich mich mehr als einmal gefragt habe, warum Lina sich so abweisend ihm gegenüber verhält.
Dadurch, dass ich leider mit den Charakteren nicht hundertprozentig warm geworden bin und sich zwischen den beiden nur sehr langsam mehr entwickelt hat, blieben für mich auch die Gefühle etwas auf der Strecke. Dieser Eindruck hat sich nur noch verstärkt, als sich die Beziehung ab einem bestimmten Punkt viel zu schnell von Fake Dating zu einer richtigen Beziehung entwickelt hat und dabei fast schon zu kitschig wurde.

"Wir kriegen das hin", erklärte er selbstbewusst. Wir. Dieses einfache Wort aus drei Buchstaben hallte ein wenigen lauter in meinen Ohren wider als der Rest. (Seite 270)

Neben Lina und Aaron lernt man kaum weitere Personen kennen. Rosie, Linas Arbeitskollegin und Freundin, war mir eigentlich ganz sympathisch, denn sie war nicht nur immer für Lina da, sondern hat sie auch immer wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Auch die anderen Kollegen von Lina und Aaron mochte ich bis auf eine Ausnahme ganz gerne. Genau so sah es mit Linas Familie aus, die die Geschichte immer wieder aufgelockert haben.

Kaum ein Buch wurde in den letzten Wochen und Monaten in den sozialen Medien so gehypet wie Spanish Love Deception, weshalb ich umso gespannter war wie mir die Geschichte rund um Lina und Aaron gefällt. An sich hat sich Elena Armas' Schreibstil sehr angenehm lesen lassen. Allerdings hat sie viele Szenen auch sehr detailreich beschrieben, wodurch man sich zwar gut in die Geschichte hineinversetzen konnte, aber es auch phasenweise sehr langatmig wurde. Gerade auf den ersten 200 Seiten hatte ich das Gefühl, dass die Geschichte einfach nicht voran kommt und sich Linas Gedankengänge bzw. auch bestimmte Themen wiederholen. Nachdem dann endlich der eigentliche Plot und damit die Reise nach Spanien eingesetzt hat, wurde es zum Glück etwas besser. Ich mochte hier vor allem die Atmosphäre bei Linas Familie, wodurch es den ein oder anderen humorvollen Moment gab, aber man als Leser auch mehr zu Linas (und auch Aarons) Vergangenheit erfahren hat. So wurde auch das ein oder andere tiefgründigere Thema mit eingebracht, was ich so nicht erwartet hätte. Allerdings muss ich auch zugeben, dass mich die Geschichte nie so ganz mitreißen konnte, was vermutlich nicht nur an der langen Einleitung lag, sondern auch an dem aufkommenden Drama gegen Ende, welches für mich nicht so ganz passend war. Außerdem wurde die gesamte Geschichte nur aus Linas Sicht erzählt. So hatte man zwar einen guten Einblick in ihre (teils sehr ausschweifenden) Gedankengänge, aber manchmal hätte ich auf diese Weise auch gerne mehr zu Aaron und seine Gefühle erfahren.

Die Gestaltung des Covers finde ich eigentlich ganz schön und es freut mich, dass das englische Originalcover übernommen wurde. Vor allem mag ich es, dass sich die einzelnen Elemente auch bei den Kapitelanfängen wiederfinden.

Insgesamt konnte mich Spanish Love Deception leider nicht so ganz von sich überzeugen, denn es passiert nicht nur sehr wenig auf den knapp 540 Seiten, sondern ich wurde auch nicht so ganz mit Lina und Aaron warm. Dennoch mochte ich den Schreibstil der Autorin ganz gerne, weswegen ich wahrscheinlich zu einem weiteren Buch von ihr greifen würde.

  • Einzelne Kategorien
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Veröffentlicht am 31.12.2021

Leider das bisher schwächste Buch von Karen M. McManus

You will be the death of me
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Nachdem sich die einst besten Freunde Ivy, Mateo und Cal aus den Augen verloren haben, treffen sie sich eines Morgens auf dem Parkplatz der Carlton High School und beschließen, den Tag gemeinsam zu verbringen. ...

Nachdem sich die einst besten Freunde Ivy, Mateo und Cal aus den Augen verloren haben, treffen sie sich eines Morgens auf dem Parkplatz der Carlton High School und beschließen, den Tag gemeinsam zu verbringen. Doch damit sind sie nicht die Einzigen, denn in Boston treffen sie auf Boney, einem Mitschüler und schon bald finden sich die drei mitten in einer Ermittlung wegen Mordes wieder.

Ivy ist eine sehr engagierte Schülerin an der Carlton High School und tut alles dafür, um endlich aus dem Schatten ihres Bruders Daniel herauszutreten. Dabei ist ihr Handeln allerdings auch von einigen Selbstzweifeln geprägt und sie nimmt sich vieles sehr zu Herzen. Dennoch verliert sie nie ihren Mut und bleibt sich selbst treu.
Mateo ist ein totaler Familienmensch. Für seine Mutter und seine Cousine würde er alles tun, weswegen er neben der Schule auch noch zwei Jobs nachgeht. Er kümmert sich nicht nur um seine Mitmenschen, sondern kann auch sehr stur sein, sodass er sich von Nichts abbringen lässt und der ein oder andere Spruch unter die Gürtellinie geht.
Cal ist eher ein Einzelgänger und der kreative Kopf der drei, denn er liebt Kunst und vor allem Comics. Er hat ein super Verhältnis zu seinen beiden Vätern und bekommt von ihnen jede Menge Unterstützung. Dennoch fühlt er sich auch manchmal einsam, sodass er auch immer wieder Ablenkung sucht und sich in die ein oder andere Sache verrennt.
Die drei Charaktere waren früher die besten Freunde und obwohl sie sich zwischendurch aus den Augen verloren haben, merkt man doch eine gewisse Vertrautheit zwischen ihnen. Allerdings stehen auch viele unausgesprochene Dinge sowie verletzte Gefühle zwischen ihnen, sodass das ein oder andere Gespräch aus dem Ruder läuft. Dennoch merkt man auch, dass die drei immer für einander da sind, wenn es darauf ankommt.

"Wir machen alle Fehler, oder? Und die meisten Fehler passieren, weil wir uns über die möglichen Konsequenzen unserer Taten nicht im Klaren sind. Wenn wir es wären, würden wir nie tun ... was auch immer ... wir getan haben." (Seite 213)

Neben den drei Hauptcharakteren gibt es auch noch einige "Nebencharaktere", die eine mehr oder weniger große Rolle spielen. Dabei handelt es sich nicht nur um die Familienangehörigen der drei, sondern auch um sämtliche Mitschüler und auch Lehrkräfte. An dieser Stelle möchte ich euch auch gar nicht zu viel verraten, denn am besten macht ihr euch selbst ein Bild von den Verhältnissen in Carlton.

Letztes Jahr habe ich die Bücher von Karen M. McManus für mich entdeckt, weswegen ich mich schon auf ihren neuen YA-Thriller You will be the death of me gefreut habe. Der Einstieg in die Geschichte ist mir erstmal etwas schwer gefallen, obwohl sich der Schreibstil von der Autorin wieder gewohnt angenehm lesen lässt. Mir kam der Anfang irgendwie total langatmig vor, obwohl man sich dadurch auch einen ersten guten Überblick über die einzelnen Charaktere und die Verhältnisse in Carlton verschaffen konnte. Nach und nach wurde die Geschichte dann immer spanender und es wurden immer mehr Geheimnisse von und rund um die Charaktere aufgedeckt. Hierbei hat es mir wieder total gut gefallen, dass die Geschichte abwechselnd aus der Sicht von Ivy, Mateo und Cal erzählt wurde. Denn meistens endete das Kapitel natürlich genau dann, wenn man wieder etwas Neues rausgefunden hat. Unterbrochen wurde die Geschichte dabei zudem von den Nachbildungen von YouTube-Videos zweier Mitschüler von Ivy, Mateo und Cal.
Allerdings muss ich auch sagen, dass die ganzen Geschehnisse für mich etwas überladen gewirkt haben und das behandelte Thema nicht so ganz in das Setting gepasst hat - insbesondere, wenn man bedenkt, dass die drei noch auf die High School gehen. So ist es mir auch teilweise etwas schwer gefallen, die aufgedeckten Verbindungen nachzuvollziehen und doch wollte ich das Buch kaum aus der Hand legen. Die Auflösung am Ende ging mir dann auch einen Ticken zu schnell, obwohl sie, wie nicht anders von Karen M. McManus gewohnt, extrem spannend war.

Das Cover des Buches ist wieder eher schlicht gehalten und doch passt es perfekt zu den anderen Büchern der Autorin. So haben ihre Bücher auf jeden Fall einen Wiedererkennungswert.

You will be the death of me war für mich leider das bisher schwächste Buch von der Autorin und es konnte mich trotz der teils sehr spannenden Story nicht so ganz von sich überzeugen. Dennoch freue ich mich schon auf weitere Bücher der Autorin!

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Veröffentlicht am 30.09.2021

Wenn der Plan nicht aufgeht..

Wen immer wir lieben (Immer-Trilogie, Band 1)
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Nachdem ihre kleine Schwester Nika fast schon wieder auf einen Bad Boy reingefallen ist, verfolgt Lina einen Plan. Sie sucht sich den perfekten Herzbrecher auf Tinder aus und möchte deren Prinzip beweisen. ...

Nachdem ihre kleine Schwester Nika fast schon wieder auf einen Bad Boy reingefallen ist, verfolgt Lina einen Plan. Sie sucht sich den perfekten Herzbrecher auf Tinder aus und möchte deren Prinzip beweisen. Doch dann scheint nichts mehr so, wie sie es sich eigentlich gedacht hat..

Lina war mir zu Beginn mit ihrer verrückten Art eigentlich noch recht sympathisch und ich habe ihre Idee mit dem Bad Boy-Prinzip als recht spannend empfunden. Leider hat sich das doch ziemlich schnell geändert, denn die Studentin, die neben der Uni noch für ein Magazin schreibt, hat mich irgendwann mit ihren Aktionen einfach nur noch genervt. Sie hat ehrgeizig an ihrem Plan festgehalten, was ja prinzipiell eine gute Charaktereigenschaft ist, aber mir in diesem Kontext einfach too much war. Vor allem hat Lina dabei einfach so sehr in Schubladen gedacht und war dadurch sehr festgefahren in ihrer Meinung. Obwohl sie gegen Ende noch eine tolle, wenn auch sehr späte und abrupte Entwicklung durchgemacht hat und man die Gründe für ihr Verhalten nachvollziehen konnte, wurde ich doch nie so ganz mit ihr warm.
Mit Ben sah es hingegen ganz anders aus. Er war zu Beginn noch etwas verschlossen, aber nach und nach hat er sich als ein richtig toller Charakter entpuppt, der das Herz am richtigen Fleck trägt. Er ist einfühlsam, sehr charmant und hat die Geschichte mit seiner humorvollen Art immer wieder aufgelockert. Neben Lina ist Ben allerdings leider etwas blass geblieben, was ich sehr schade fand, denn seine Ansichten waren teilweise richtig interessant und er hat mich das ein oder andere Mal zum Nachdenken angeregt.
Ich muss ehrlich gestehen, dass ich oftmals einfach nicht nachvollziehen konnte, was Ben an Lina findet und warum er so an ihr festhält. Dennoch finde ich es gut, dass sich die Beziehung dadurch in einem authentischen Tempo entwickeln konnte, obwohl mir dabei auch etwas die Gefühle gefehlt haben.

Ich spürte, wie das Herz in seiner Brust heftiger gegen meine Hand pochte, und auch mein Herzschlag beschleunigte sich. Sie schlugen im Gleichtakt. Zwei Herzen - wie eins. (Seite 301)

Nachdem Lina ja nicht ganz so mein Fall war, mochte ich ihre Schwestern umso mehr. Nika und Kaia waren beide auf ihre eigene Art und Weise tolle Charaktere und ich freue mich schon auf deren Geschichten. Vor allem aber hat mir die Beziehung zwischen den Schwestern total gefallen. Auch Linas beste Freundin und Mitbewohnerin Emma mochte ich total gerne, obwohl ich nicht so ganz verstanden habe, warum sie Lina so lange in ihrem Vorhaben unterstützt hat. Etwas schade fand ich, dass man von Bens Familie und Freunden nicht so viel mitbekommen hat.

Um ehrlich zu sein habe ich sehr sehr lange gebraucht, um so richtig mit der Geschichte warm zu werden. Das lag keines Falls am Schreibstil von Michelle Schrenk, denn dieser hat sich sehr angenehm lesen lassen, sondern eher an Lina und ihrem Verhalten. Dennoch gab es auch immer wieder humorvolle, sehr atmosphärische und wunderschöne Momente, die mich zwischendurch immer wieder total in den Bann gezogen haben. Dabei hat mir vor allem Nürnberg als Setting total gut gefallen. Allerdings wurden mir selbst diese tollen Momente oftmals durch Linas anschließendes Verhalten kaputt gemacht, wodurch sich die Geschichte das ein oder andere Mal im Kreis gedreht hat. Schade fand ich dabei auch, dass die gesamte Geschichte nur aus Linas Sicht erzählt wurde, wodurch man einen guten Einblick in ihre Gedanken bekommen hat, wobei diese dadurch nicht unbedingt nachvollziehbarer wurde. Hin und wieder hätte ich mir allerdings gerne einen Einblick in Bens Gedanken gewünscht. Trotzdem kam irgendwann endlich der Punkt, an dem mich die Geschichte immer mehr in den Bann ziehen konnte und ich Linas Verhalten doch etwas besser nachvollziehen konnte. Vor allem hat es mir gefallen, wie Michelle Schrenk letztlich mit den ganzen Vorurteilen aufgeräumt hat und den Leser so auch zum Nachdenken anregt.

Er schnitt mir das Wort ab. "Das ist Vergangenheit. Dinge passieren, manche bedeuten etwas, andere nicht. Aber ich bin mir sicher, sie alle bringen uns im Leben weiter." (Seite 304)

Das Cover des Buches gefällt mir total gut - vor allem, weil ich die Farbgestaltung echt gerne mag. Besonders schön finde ich auch, dass sich die Gestaltung teilweise auch innen weiterzieht und es immer wieder schöne Handletterings zu entdecken gibt.

Insgesamt konnte mich der Auftakt der neuen New Adult-Reihe von Michelle Schrenk leider nicht ganz überzeugen, was vor allem an der Protagonistin Lina und ihrem Verhalten lag. Dennoch mochte ich den Schreibstil sowie das Setting des Buches, weswegen ich der Reihe wohl nochmal eine Chance geben werde.

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Veröffentlicht am 19.09.2021

Nettes Buch für Zwischendurch mit tollen Momenten, aber auch gewöhnungsbedürftigen Charakteren

Wiedersehen mit Lucky
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Josie ist gerade mit ihrer Mutter in ihre Heimatstadt Beauty zurückgekehrt und verfolgt einen geheimen Plan, denn sie möchte nach ihrem Abschluss zu ihrem Vater an die Westküste ziehen. Doch dann trifft ...

Josie ist gerade mit ihrer Mutter in ihre Heimatstadt Beauty zurückgekehrt und verfolgt einen geheimen Plan, denn sie möchte nach ihrem Abschluss zu ihrem Vater an die Westküste ziehen. Doch dann trifft sie auf Lucky, ihrem besten Freund aus der Kindheit..

Josie liebt es zu fotografieren und ist in den letzten fünf Jahren mit ihrer Mutter von Stadt zu Stadt gezogen. Nun ist sie zurück in Beauty und hat eine genaue Vorstellung davon, wie ihr Leben in den nächsten Monaten aussehen soll. Dafür arbeitet sie ehrgeizig und lässt sich auch von fiesen Mitschülern nicht abbringen. Allerdings muss ich auch sagen, dass Josie in ihrem Auftreten oftmals sehr kindisch und naiv gewirkt hat und zu oft auf sämtliche Gerüchte gehört hat. Das hat es mir echt schwer gemacht, mit ihr so richtig warm zu werden. Oftmals konnte ich ihre Handlungen so einfach nicht nachvollziehen. Dennoch macht sie meiner Meinung nach eine ganz gute Entwicklung durch und lernt vor allem für ihre Fehler einzustehen.
Während Josie oftmals ein offenes Buch ist, hat Lucky am Anfang eher geheimnisvoll und verschlossen gewirkt. Aber je mehr man hinter seine Fassade blicken konnte, desto mehr merkt man, was für ein toller Mensch Lucky ist. Er ist immer für andere da, handelt dabei sehr selbstlos und auch einfühlsam. Dabei erkennt man auch, dass Lucky durch seine Vergangenheit sehr gebeutelt ist. Allerdings muss ich auch sagen, dass manche seiner Handlungen - vor allem in Bezug auf Josie - manchmal doch etwas übertrieben waren.
Gerade weil Josie und Lucky vor fünf Jahren abrupt auseinander gerissen worden und vor allem auf Luckys Seite noch viel Wut vorhanden ist, war es umso schöner mitzuverfolgen, wie sie sich immer weiter annähern. Vor allem die kleineren Streitereien haben die Geschichte immer wieder aufgelockert und meiner Meinung nach hat sich das Ganze in einem authentischen Tempo entwickelt.

"Wie kräftig sich Luckys Körper unter meinen Armen anfühlt... irgendwie ist er wie der Junge, den ich früher kannte, aber auch sehr anders. Vertraut, aber fremd. Ich halte mich noch ein bisschen fester." (Seite 120)

Aber nicht nur Josie an sich kam mir etwas komisch vor, sondern um ehrlich zu sein ihre gesamte Familie. Trotzdem war es auch schön mit anzusehen, wie sie als Familie immer mehr zusammen wachsen und vor allem lernen, miteinander zu reden. Luckys Familie hingegen war mir von Beginn an sympathisch, denn sie sind zwar ein bunter, etwas verrückter Haufen, aber trotzdem immer füreinander da.

Um ehrlich zu sein, ist mir der Einstieg in die Geschichte etwas schwer gefallen. Das lag nicht nur daran, dass ich so meine Probleme mit Josie hatte und mir ein gewisser Fluch einfach zu oft erwähnt wurde, sondern auch am Schreibstil von Jenn Bennett, an den ich mich erstmal etwas gewöhnen musste. Dieser ist nämlich sehr detailreich, wodurch die Autorin allerdings im weiteren Verlauf der Geschichte auch eine tolle Atmosphäre erzeugen konnte, wodurch man sich alles sehr bildlich vorstellen konnte. Dabei wurde die gesamte Geschichte aus Josies Sicht erzählt, was ich auf der einen Seite gut fand, da man so ihre Beweggründe hautnah mitbekommen hat, aber auf der anderen Seite hätte ich mir ab und zu auch gerne einen Einblick in Luckys Gedankenwelt gewünscht. Die Autorin hat es meiner Meinung nach geschafft viele schöne und atmosphärische Momente zu kreieren, bei denen ich das Lesen total genossen habe. Allerdings haben sich die Ereignisse ab einem bestimmten Zeitpunkt förmlich überschlagen, sodass man teilweise gar nicht mehr wusste, was man überhaupt glauben sollte. Dadurch hat das Ende auf mich leider auch etwas unrund gewirkt und das ein oder andere Thema ist dabei offen geblieben, da alles sehr schnell ging. In dieser Hinsicht hätte ich mir noch das ein oder andere Kapitel mehr gewünscht, um die Ereignisse besser nachvollziehen zu können.

Das Cover finde ich wunderschön sommerlich gestaltet und es stellt meiner Meinung nach einen tollen Bezug zur Geschichte her. Aber auch die Innengestaltung hat mir sehr gut gefallen, denn mit jedem Kapitel wurde auch eines der Schilder beschrieben, dass Josie fotografiert hat und oftmals auch Schauplatz in demjenigen Kapitel war.

Insgesamt ist Wiedersehen mit Lucky für mich ein nettes Buch für zwischendurch, das zwar einige schöne Momente und eine tolle Atmosphäre bereit hält, aber auch gewöhnungsbedürftige Charaktere aufweist. Dennoch wird es wohl nicht mein letztes Buch von der Autorin gewesen sein.

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