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Veröffentlicht am 01.11.2016

Sehr stimmungsvoll ...

Das Weihnachtsdorf
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Die Geschichte:
Therese ist von ihrer Krebserkrankung genesen und wieder zurück in ihrem geliebten, kleinen Maierhofen. Die Weihnachtszeit steht vor der Tür und sie freut sich auf Stunden der Zweisamkeit ...

Die Geschichte:
Therese ist von ihrer Krebserkrankung genesen und wieder zurück in ihrem geliebten, kleinen Maierhofen. Die Weihnachtszeit steht vor der Tür und sie freut sich auf Stunden der Zweisamkeit mit ihrem Sam. Doch zunächst steht noch ein besonderes Event an: der erste Weihnachtsmarkt im Genießerdorf. Es werden Buden gezimmert, alles urig geschmückt und Greta ist wieder ganz vorn dabei, wenn es um die Auswahl der Stände und angebotenen Waren geht: kein billiger Kitsch, sondern nur Natürliches und Hausgemachtes.
Leider kann nicht jeder die weihnachtliche Vorfreude teilen: Christine wurde von ihrem Mann verlassen und ihr graut vor dem Fest. Und auch bei Rosi und Edy kriselt es irgendwie …

Meine Meinung:
Weihnachten steht schon fast wieder vor der Tür und wer noch nicht in der richtigen Stimmung ist, der ist es nach diesem Buch bestimmt.
Petra Durst-Benning hat wieder eine wundervolle Atmosphäre erschaffen, die den Leser sofort in ihren Bann schlägt. Das kleine Maierhofen mit seinen Genießerläden, die Landschaft drumherum und die bereits liebgewonnenen Bewohner sorgen dafür, dass man sich gleich wie zu Hause fühlt. Wer das erste Buch noch nicht kennt, dem würde ich auf jeden Fall raten, es zuerst zu lesen.
Im Fokus der Geschichte stehen wieder einige starke Frauen: Therese, die Wirtin, die gerade eine schwere Krankheit überstanden hat, die ihr bewusst gemacht hat, dass Arbeit nicht alles ist im Leben. Greta, die Werbefrau, die sich dem Stress der Stadt entzogen hat und in Maierhofen ihr Paradies gefunden hat. Christine, die Ex-Frau eines Geschäftsmannes, die erstmals alleine klarkommen muss und niemanden mehr zum verwöhnen hat. Rosi, die Kartoffelbäuerin, die sich um ihre schwierigen Eltern kümmern muss und nebenbei noch ein Geschäft aufbauen möchte.
Sie alle haben es nicht leicht, aber sie boxen sich durch und sie halten vor allem zusammen, immer nach dem Motto “Gemeinsam sind wir stark!”.
Das Zwischenmenschliche und die emotionalen Momente (ohne jedoch jemals kitschig zu werden) ergeben in Kombination mit dem ursprünglichen, genießerischen und ländlichen Ambiente eine so gelungene Gesamtkomposition, dass man das Buch gar nicht mehr weglegen möchte. Da es nicht unbedingt dick geraten ist, kann man es auch bestens in einem Rutsch lesen.
Am Ende finden sich wieder tolle Rezepte und Tipps der Hauptcharaktere, die es ermöglichen, dass man sich noch stärker mit ihnen verbunden fühlt. Einfach nachbacken oder -kochen bzw. dekorieren und Weihnachten kann kommen! Schade, dass wir nicht wirklich den Maierhofener Weihnachtsmarkt besuchen können …

Fazit:
Besinnliche, stimmungsvolle kleine Geschichte über Freundschaften, Liebe, Zusammenhalt und den ganz normalen Weihnachtswahnsinn … Eine tolle Fortsetzung von “Kräuter der Provinz”!

Veröffentlicht am 30.10.2016

Glasauge, sei wachsam!

Mord in der Mangle Street
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Die Geschichte:
In den Kriegswirren des Jahres 1941 blickt March Middleton auf ihr bewegtes Leben zurück. Sie beginnt ihre Erzählung mit ihrem Umzug nach London: 1882 nach dem Tod ihres Vaters reist sie ...

Die Geschichte:
In den Kriegswirren des Jahres 1941 blickt March Middleton auf ihr bewegtes Leben zurück. Sie beginnt ihre Erzählung mit ihrem Umzug nach London: 1882 nach dem Tod ihres Vaters reist sie als 21-Jährige zu ihrem Patenonkel Sidney Grice in die Gower Street. Dieser verdient sein Geld als persönlicher Ermittler und hat sich damit schon einen besonderen Ruf erarbeitet.
Sein aktueller Fall dreht sich um den Mord an einer jungen Frau, der sehr rätselhaft ist. Der Ehemann der Toten hat das Verbrechen selbst gemeldet, aber er ist auch der einzige Verdächtige. March glaubt allerdings nicht an die Schuld des Mannes, ganz im Gegensatz zu Sidney – ein regelrechtes Duell entspinnt sich zwischen den beiden. Wer kann zuerst stichhaltige Beweise vorlegen, die die jeweilige Theorie unterstützen?

Meine Meinung:
Zunächst hat mich alles etwas zu sehr an Sherlock Holmes erinnert, auch die Tatsache, dass uns quasi die ganze Story aus Sicht von March im Rückblick erzählt wird. Aber mit der Zeit konnte ich mich mit dem Gedanken immer mehr anfreunden, denn Sidney Grice ist zwar ebenfalls ein meisterhafter Detektiv, aber in seinem Verhalten doch irgendwie ganz anders als Sherlock.
Sidney ist ein mürrischer und eher grob wirkender Kerl, dessen weicher Kern nur selten hervorblitzt. Doch wenn man weiß, wie man mit ihm umgehen muss, dann ist er durchaus erträglich. Dieses Kunststück gelingt March ziemlich schnell und auch Molly, sein Dienstmädchen, hält seine Launen mit stoischer Ruhe aus.

Nicht nur die Dialoge sind oftmals mit viel Ironie und Humor gewürzt, so dass das Lesen wirklich zum Vergnügen wird. Dazu trägt auch die lebendige Beschreibung der selten schönen Schauplätze und Szenerien bei, in denen sich die Figuren bewegen. Manchmal möchte man sich beinahe kratzen, wenn man liest, wie viel Ungeziefer im alten London unterwegs war. Sehr eindrücklich und auch recht blutig schildert der Autor uns auch die Tat- bzw. Fundorte der nicht wenigen Leichen. Trotzdem wirkt das Ganze vergleichsweise harmlos und kann auch von Lesern mit schwächerem Magen gut konsumiert werden.

Die vielen Wirrungen und falschen Spuren während der Ermittlungen sorgen immer wieder für Überraschungen, und das bis zum klärenden Epilog. Sehr gut fand ich auch, dass Sidney immer brav mit der Polizei zusammenarbeitet und der zuständige Inspektor trägt mit seinem Team auch zu einigen humorvollen Situationen bei.

Auch interessant und abwechslungsreich sind die immer wieder eingestreuten Informationen über die Vergangenheit von March Middleton, die zum Beispiel mit ihrem Vater im Krieg beeindruckende Dienste im Lazarett leistete.

Da dies der Auftakt zu einer neuen Reihe ist, dürfen wir uns bestimmt bald auf eine Fortsetzung freuen. Diese werde ich auf jeden Fall wieder lesen, da ich inzwischen den verschrobenen Sidney, die toughe March und einige andere Charaktere schon sehr in mein Leserherz geschlossen habe.

Fazit:
Sehr gut durchdacht und fesselnd erzählt – beste Krimiunterhaltung mit einem tollen Ermittler-Duo, das sich gern verbale Schlagabtausche liefert, die den Leser zum Schmunzeln bringen! Kann ich nur empfehlen!

Veröffentlicht am 30.10.2016

Kein Krieg mehr, aber auch kein Frieden ...

Wintergewitter
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Die Geschichte:
Kommissär Sebastian Reitmeyer ermittelt wieder, was allerdings im noch immer kriegsgeschädigten München des Jahres 1920 nicht immer einfach ist. Die hungernde, unzufriedene Bevölkerung ...

Die Geschichte:
Kommissär Sebastian Reitmeyer ermittelt wieder, was allerdings im noch immer kriegsgeschädigten München des Jahres 1920 nicht immer einfach ist. Die hungernde, unzufriedene Bevölkerung ist gespalten und die Parolen der rechtsextremen Gruppierungen werden immer lauter … die Vorboten des Zweiten Weltkriegs sind bereits deutlich spürbar. Sebastian will den Tod einer jungen Frau aufklären, die im Filmmilieu unterwegs war. Dabei werden ihm allerdings von seinem Vorgesetzten alle möglichen Steine in den Weg gelegt, denn offensichtlich verkehrte das Opfer in Kreisen, die besonderen Schutz genießen.
Mit diversen Einbrüchen und Diebstahlsdelikten soll er von seinen unerwünschten Nachforschungen abgehalten werden. Doch Sebastian kann sehr hartnäckig sein, wenn er Ungerechtigkeit wittert und einige seiner Kollegen sind glücklicherweise auf seiner Seite.
Bei seinen Ermittlungen stößt er bald auf Gerti Blumfeld, eine Bekannte der Toten. Ohne es zu ahnen, befindet sich diese bereits ebenfalls in größten Schwierigkeiten. Und auch Sebastian legt sich mit den falschen Leuten an und muss einiges einstecken …

Meine Meinung:
Auf diese Fortsetzung habe ich mich schon sehr gefreut, denn mit Sebastian Reitmeyer und einigen seiner Kollegen würde ich auch gerne zusammenarbeiten. Eine tolle Truppe, die auf der richtigen Seite steht, die zusammenhält und die mutig genug ist, um sich auch abseits des regulären Dienstweges zu bewegen. Polizeischüler Rattler ist auch wieder mit von der Partie: ein echt pfiffiger junger Kerl, der immer tolle Ideen hat und die Ermittlungen oft entscheidend voranbringt.
Sebastian leidet noch immer unter seinen Kriegserlebnissen, das lässt die Autorin gekonnt in die Handlung einfließen und er wirkt dadurch noch lebendiger und authentischer. Auch die anderen Charaktere sind gut gezeichnet und haben die nötige Tiefe, um mit ihnen mitzufiebern.

Die konfliktgeladene Atmosphäre des kriegsgeschädigten Landes ist auf jeder Seite des Buches deutlich spürbar. Der tägliche Umgang miteinander ist von Misstrauen und Angst geprägt, die Inflation, Wohnungsnot und die schlechte Nahrungsmittelversorgung tun ihr Übriges.
Angelika Felenda hat ihre Krimihandlung geschickt mit interessanten Informationen und persönlichen Schicksalsgeschichten verknüpft, so dass wir am Ende eine vielschichtige Story genießen dürfen, die den Leser zu fesseln weiß.
An Spannung fehlt es auch nicht, denn es wird zuweilen brenzlig für Sebastian. Außerdem sorgen überraschende Wendungen für die richtige Krimiunterhaltung. Am Ende löst sich alles stimmig auf und nur wenige Fragen bleiben unbeantwortet. Hoffentlich dürfen wir uns bald über eine Fortsetzung der Reihe freuen.

Fazit:
Ein spannender Krimi mit einem wirklich sympathischen Ermittler und einem hohen Maß an Authentizität, der den Leser direkt die erschreckende Nachkriegsatmosphäre der Zwanzigerjahre entführt. Sehr empfehlenswert!

Veröffentlicht am 27.10.2016

Unheimlich eindrücklich ...

Der Angstmann
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Die Geschichte:
Wir befinden uns im umkämpften Dresden in den letzten Monaten des Zweiten Weltkriegs. Kriminalinspektor Max Heller versucht, in diesen Wirren noch für Ordnung zu sorgen. Er ist auf der ...

Die Geschichte:
Wir befinden uns im umkämpften Dresden in den letzten Monaten des Zweiten Weltkriegs. Kriminalinspektor Max Heller versucht, in diesen Wirren noch für Ordnung zu sorgen. Er ist auf der Spur eines skrupellosen, brutalen Frauenmörders, der immer während des Fliegeralarms zuschlägt. Als er der Lösung schon sehr nahe ist, geht ein furchtbarer Bombenhagel auf die Stadt nieder und Max ist mittendrin …

Meine Meinung:
Zunächst möchte ich den Sprecher Heikko Deutschmann für seine bestens betonte, angenehme Lesung loben. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, ihm zu lauschen.

Frank Goldammer hat einen wunderbar lebendigen, leicht zu lesenden Schreibstil. Seine Charaktere sind sehr authentisch und Max Heller war mir auch gleich absolut sympathisch.
Er ist ein ehrlicher, gewissenhafter Mann, der in den schweren Zeiten immer versucht, so gut wie möglich klar zu kommen. Regimetreue, verblendete Vorgesetzte, magere Essensrationen und die ständige Angst vor Bombenangriffen machen das Leben von Max und seiner Frau nicht leicht. Hinzu kommt noch die Sorge um ihre beiden Söhne, die in den Krieg ziehen mussten.
Auch in den anderen Figuren steckt eine große Liebe fürs Detail, so dass man immer ein lebendiges Bild vor Augen hat: sowohl von den Charakteren als auch von den teils wirklich gruseligen Schauplätzen.

Der Autor versteht es vorzüglich, uns die Schrecken des Krieges nahe zu bringen. Nicht nur im Verhalten der Menschen, in ihrem Misstrauen, ihrer übertriebenen Vorsicht drückt sich das aus, sondern vor allem auch die Szenen, in denen Max durch die Ruinen irrt, sind sehr eindrücklich und mitreißend.
Die Rahmenhandlung ist genial inszeniert und die Ermittlungen, die nach der Machtübernahme durch die Sowjettruppen immer mehr zur persönlichen Obsession von Max werden, fügen sich zu einem wunderbaren Ganzen.

Die Auflösung hat mir sehr gut gefallen, sie war stimmig und wurde begleitet von einem kleinen Happy End für Max, nicht nur in beruflicher Hinsicht. Es deutet einiges darauf hin, dass wir uns auf weitere Abenteuer mit Max Heller freuen dürfen!

Fazit:
Ein absolut fesselnder, spannender Krimi, der schon allein durch die Szenerie, in der sich alles abspielt, für Gänsehaut sorgt. Eindrücklich und atmosphärisch, einfach toll!

Veröffentlicht am 22.10.2016

Sehr authentisch ...

Mörderisches Monaco
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Die Formel 1 macht Station in Monaco und das ist natürlich jedes Jahr ein Highlight für Zuschauer und Fahrer. Doch dieses Mal wird das Event von einem furchtbaren Verbrechen überschattet: die Frau, der ...

Die Formel 1 macht Station in Monaco und das ist natürlich jedes Jahr ein Highlight für Zuschauer und Fahrer. Doch dieses Mal wird das Event von einem furchtbaren Verbrechen überschattet: die Frau, der Sohn und sogar der Hund eines bekannten Rennfahrers werden überfallen und niedergeschlagen.
Kommissarin Coco Dupont kommt gerade erst an im Fürstenstaat und wird sofort an den Schauplatz des Verbrechens gerufen. Als der Junge auf dem Weg ins Krankenhaus stirbt, wird ein Mordfall daraus ... so hat sich Coco ihren beruflichen Neustart nicht vorgestellt.
Zusammen mit ihrem Kollegen Henri Valeri versucht sie, den Täter zu finden. Dabei gerät sie selbst in größte Gefahr ...

Der Schreibstil von Jule Gölsdorf ist einfach toll zu lesen: lebendig, atmosphärisch und alles wirkt sehr authentisch. Die Schauplätze werden prima beschrieben und wenn man die Gegend selbst kennt, dann macht das Lesen sowieso noch mehr Spaß: wie ein kleiner Urlaub.

Die Ermittlungsarbeiten nehmen den Großteil des Buches ein und sie werden sehr glaubwürdig beschrieben. Einige falsche Spuren sorgen für Überraschungen, aber am Ende klärt sich alles stimmig auf.
Nur der Bichon, der sich im Ärmel eines stehenden Menschen verbeißt, war etwas zweifelhaft ... aber die Kleine ist wohl zuerst aufs Sofa gesprungen. :D

Ein sehr gelungener Reihenauftakt, der im privaten Bereich der Ermittler noch einige Fragen offen lässt, die hoffentlich im Folgeband geklärt werden. Ich freu mich schon sehr drauf! :)