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Veröffentlicht am 27.04.2022

Kleinstadtromantik mit etwas überzogenen Figuren

Golden Hill Touches
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Worum geht’s?
Als Parker nach Jahren in den kleinen Ort Boulder Creek zurückkehrt, um die Ranch seiner Großeltern zurückzukaufen und eine Therapiestätte aufbauen möchte, freut das weder die Einwohner, ...

Worum geht’s?
Als Parker nach Jahren in den kleinen Ort Boulder Creek zurückkehrt, um die Ranch seiner Großeltern zurückzukaufen und eine Therapiestätte aufbauen möchte, freut das weder die Einwohner, noch seine Exfreundin so wirklich. Trotz alle des Gegenwindes hält Parker an seinen Plänen fest – und stößt dabei auf längst begraben geglaubte Gefühle.


Meine Meinung
Ich liebe Kleinstadtromantik, nicht nur wegen der Romantik, sondern auch wegen der absoluten Wohlfühlatmosphäre. Auch hier konnte mich die Landschaft Montanas direkt ins Setting transportieren, was beim Lesen wirklich tolle Bilder erzeugt hat.

Was mein Interesse dann ebenfalls hoch gehalten hat, waren der flüssige Schreibstil und die Zeitsprüngen, die Stück für Stück auch die Vergangenheit thematisiert haben. Das Erzähltempo hätte zwar stellenweise wirklich etwas höher sein dürfen, wenn man sich aber bewusst mit dem Ziel der Entschleunigung an diese Geschichte setzt, trägt das tatsächlich irgendwo auch noch zum Leseerlebnis bei.

Wirklich gut gefallen hat mir außerdem Parker als Protagonist. Seine Ideen und Ideale sowie die Fürsorglichkeit, mit der er sich um seine Schwester kümmert haben mich von Anfang an begeistert und ihn zu einer meiner liebsten Figuren gemacht. Dementsprechend schade fand ich es daher, dass die Rückblenden so lange keinen wirklichen Aufschluss darüber zulassen, warum die gesamte Stadt so eine starre Abwehrhaltung ihm gegenüber an den Tag legt. Hier hätte ich mir ein wenig mehr Klarheit und etwas weniger starre und überzogene Muster gewünscht, denn so richtig verstanden habe ich diesen Teil der Handlung ehrlich gesagt nicht.

Auch mit Clay konnte ich eher weniger etwas anfangen, denn in meinen Augen hat es ihr insbesondere im direkten Vergleich mit Parker irgendwie an Charakter gefehlt. Selbst manch eine Nebenfigur kam mir stellenweise interessanter vor als sie, was für eine Protagonistin meiner Meinung nach leider eine denkbar schlechte Ausgangslage ist.


Fazit
Wem so richtig der Sinn nach Feel Good- und Small Town Romance steht, der liegt mit diesem Buch goldrichtig. Ganz logisch kam mir die Aufbauschung des obligatorischen Dramas zwar ehrlich gesagt nicht vor, aber wenn man sich eher auf die Atmosphäre konzentriert, kann man beim Lesen wunderbar abschalten und ganz in der Geschichte versinken.

Dafür gibt es viereinhalb Bücherstapel von mir.

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  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.04.2022

Tierischer Kinderkrimi mit niedlichen Charakteren

Mitternachtskatzen, Band 1: Die Schule der Felidix (Katzenflüsterer-Fantasy in London für Kinder ab 9 Jahren)
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Worum geht’s?
Nova und Henry stolpern mitten hinein in das Abenteuer ihres Lebens, als sie ein Stipendium für die Schule der Felidix erhalten. Als wäre ihre Gabe, mit Katzen sprechen zu können noch nicht ...

Worum geht’s?
Nova und Henry stolpern mitten hinein in das Abenteuer ihres Lebens, als sie ein Stipendium für die Schule der Felidix erhalten. Als wäre ihre Gabe, mit Katzen sprechen zu können noch nicht genug, müssen sie auch noch gemeinsam mit ihren vierbeinigen Freunden dafür sorgen, dass die Katzenkönigin von England aus der Gefangenschaft der hinterhältigen Siamkatze Penelope befreit wird – und das ist keine leichte Aufgabe, auch nicht für Katzenversteher.


Meine Meinung
Als großer Katzenfan konnte ich natürlich fast gar nicht anders, als mich unglaublich auf das Erscheinen dieser Geschichte zu freuen. Die Idee fand ich wirklich niedlich, und spätestens der Klappentext hat dann sowohl die kleinen, als auch die großen Katzenfans bei mir zuhause auf den Plan gerufen.

Grundsätzlich hat mir die Umsetzung dieses Buches wirklich gut gefallen, auch wenn ich durchaus zugeben muss, dass mich der Einstieg zunächst ein wenig verwirrt zurückgelassen hat. Trotz der Anlage als Reihe hätte man hier ein wenig besser in das Setting einführen können, um insbesondere kleineren Lesern den Überblick zu erleichtern und keine Verwirrung aufkommen zu lassen.

Gut gemacht waren nichtsdestotrotz die Charaktere, sowohl die mit zwei, als auch die mit vier Beinen. Henry hätte zwar gerne noch ein paar Seiten mehr einnehmen dürfen, im Großen und Ganzen kann man hier aber auch einfach Potenzial für Teil zwei sehen.

Ergänzt durch gelungene Illustrationen wird nicht bloß die Handlung zu einem spannenden Leseerlebnis, das am liebsten gar nicht mehr hätte aufhören müssen. Nicht nur mir hat es Spaß gemacht, Nova und ihre Freunde bei der Suche nach der Katzenkönigin zu begleiten, und dementsprechend außer Frage steht natürlich auch bereits jetzt, dass Teil zwei ebenfalls auf die Leseliste wandern wird.


Fazit
Nicht nur Katzenfans erleben hier ein wunderschöne Geschichte, die jede Menge Lesespaß verspricht und dabei über den gesamten Handlungsverlauf hinweg wirklich gut unterhält. An einiger Stelle hätte man eventuell noch ein wenig an der Logik feilen können, für ein Kinderbuch stellt das in meinen Augen aber noch keinen absoluten Negativpunkt dar.

Dafür gibt es viereinhalb Bücherstapel von mir.

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Veröffentlicht am 15.02.2022

Spannende Urban Fantasy im Herzen Berlins

Berlin Monster - Nachts sind alle Mörder grau
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Worum geht’s?
Für Privatdetektivin Lucy verwandelt sich ein simpler Suchauftrag schon bald in ihren schlimmsten Albtraum. Eigentlich liegt ihr das Aufspüren mystischer Kreaturen als auf übernatürliche ...

Worum geht’s?
Für Privatdetektivin Lucy verwandelt sich ein simpler Suchauftrag schon bald in ihren schlimmsten Albtraum. Eigentlich liegt ihr das Aufspüren mystischer Kreaturen als auf übernatürliche Fälle spezialisierte Ermittlerin im Blut, doch als sie bei ihrem neuesten Fall mitten hinein in einen düsteren Kriminalfall stolpert, stellt sich ihr ganzes Leben auf einmal auf den Kopf.


Meine Meinung
Auch wenn ich mittlerweile wirklich gerne querbeet im Fantasygenre unterwegs bin, greife ich doch immer wieder zur Urban Fantasy und freue mich über gelungene Vermischungen von bekannten Welten und mystischen Elementen. An dieser Geschichte hat mich insbesondere das Setting eines übernatürlichen Berlins gereizt, denn die Grundidee klang ausgesprochen innovativ und spannend. Bei so hohen Erwartungen hatte ich da fast schon Angst, von der Umsetzung enttäuscht zu werden – und wurde zum Glück vom Gegenteil überzeugt.

Die Mischung aus Krimi und Fantasy bleibt durchweg lesenswert und wird interessant erzählt, was es praktisch nicht möglich macht, das Buch aus der Hand legen zu wollen. Hin und wieder gibt es zwar kleinere Längen, die meinen Lesefluss mitunter ein wenig gehemmt haben, im Großen und Ganzen hat mich die Geschichte aber einfach zu sehr begeistert, um mich daran übermäßig lange aufhängen zu wollen.

Protagonistin Lucy ist in meinen Augen ein spannender Charakter, deren Gestaltung durchaus Lust darauf macht, sie auch in den weiteren Bänden der Reihe begleiten zu wollen. Ihre Art ist vielleicht ein wenig gewöhnungsbedürftig, aber gleichzeitig machen diese Ecken und Kanten sie auch zu einer authentischen Figur, die eben perfekt zur Geschichte passt und dafür sorgt, dass keine Langeweile aufkommen kann.

Als Auftakt zu einer neuen Urban Fantasy – Reihe leistet dieses Buch auf jede Fall wirklich gute Arbeit, um neugierig auf weitere Geschichten im Setting des magischen Berlins zu machen. Ein wenig mehr Einführung in den Weltenbau wäre vielleicht noch schön gewesen, aber da sich die Reihe noch im Aufbau befindet, werden die Folgebände das sicherlich noch ausgleichen können.


Fazit
Für Fantasyfans hat Kim Rabe hier eine wirklich vielversprechende Reihe begonnen, die mit einem spannenden Setting und interessanten Figuren punkten kann. Mich konnte das auf jeden Fall davon überzeugen, die Reihe weiterverfolgen und Protagonistin Lucy bei ihrem nächsten Fall begleiten zu wollen.

Dafür gibt es viereinhalb Bücherstapel von mir.

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Veröffentlicht am 01.02.2022

Nette Kindergeschichte mit Tiefgang

Die ganze Wahrheit (wie Mason Buttle sie erzählt)
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Worum geht’s?
Mason Buttle ist ein herzensguter Junge, der keiner Fliege etwas zuleide tun könnte. Einzig mit dem Lesen hat er so seine Probleme, was seine Mitschüler zum Anlass nehmen, um ihn zu hänseln. ...

Worum geht’s?
Mason Buttle ist ein herzensguter Junge, der keiner Fliege etwas zuleide tun könnte. Einzig mit dem Lesen hat er so seine Probleme, was seine Mitschüler zum Anlass nehmen, um ihn zu hänseln. Als dann plötzlich sein Freund Calvin verschwindet, hat Mason ein großes Problem – denn es ist noch gar nicht so lange her, da verunglückte auch sein bester Freund Benny auf mysteriöse Weise.


Meine Meinung
Nach dem Lesen des Klappentextes war ich mir ehrlich gesagt nicht ganz sicher, was für eine Geschichte ich hier eigentlich erwarten sollte. Die Idee klang zwar spannend, wie die Umsetzung dann aber gleichzeitig auch Kinder ansprechen sollte, war mir auf den ersten Blick nicht so ganz ersichtlich.

Was mir am Hörbuch zunächst einmal wirklich gut gefallen hat, war der Sprecher. Seine Intonation passt ausgesprochen gut zum Buch und hat es mir beim Zuhören wirklich leicht gemacht, aufmerksam zu bleiben.

Die Verarbeitung von emotional anspruchsvollen Themen fand ich hier wirklich gut gelöst, da die Erzählperspektive von Mason die Möglichkeit bietet, sich an seine durchaus individuelle Weltsicht zu gewöhnen und man als Leser bzw. Zuhörer so langsam aber sicher seine Art der Verarbeitung der Ereignisse miterlebt. Emotional war das auf jeden Fall wirkungsvoll, mein einziger kleiner Kritikpunkt besteht daher eigentlich auch tatsächlich bloß aus einem kleinen Meckern an den doch recht häufigen Wiederholungen. Hier hätte man zumindest andere Formulierungen finden können, denn ein kleines bisschen gezogen hat sich das Buch stellenweise so nämlich leider doch.


Fazit
Auch wenn das Thema emotional sicherlich ein wenig belastend sein kann, fand ich die Umsetzung hier auch für Kinder wirklich gelungen. Sowohl die Geschichte, als auch das Hörbuch an sich haben mir gut gefallen, weshalb es definitiv an meine Patenkinder weiterwandern darf.

Dafür vergebe ich viereinhalb Bücherstapel.

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Veröffentlicht am 16.01.2022

Spannende Urban Fantasy

Hard Liquor – Der Geschmack der Nacht
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Worum geht’s?
Tycho mag vielleicht wie eine halbwegs normale Studentin wirken, doch sobald sie Alkohol zu sich nimmt, entwickelt sie Superkräfte und sorgt in New York für Ordnung – mehr oder weniger zumindest, ...

Worum geht’s?
Tycho mag vielleicht wie eine halbwegs normale Studentin wirken, doch sobald sie Alkohol zu sich nimmt, entwickelt sie Superkräfte und sorgt in New York für Ordnung – mehr oder weniger zumindest, denn ihre Gewaltexzesse gegenüber zwielichtigen Typen bringen sie schon bald in Gefahren, die ihre ohnehin schon nicht besonders helle Welt noch weiter verdunkeln.


Meine Meinung
Marie Graßhoff habe ich als Autorin bereits vor einiger Zeit für mich entdeckt, weshalb ich mich natürlich auf jede Neuerscheinung aus ihrer Feder freue. Auch bei diesem Buch wurde ich definitiv nicht enttäuscht, was die Vorfreude auf den nächsten Teil der Reihe jetzt schon aufkommen lässt.

Der Schreibstil ließ sich wirklich angenehm lesen und hat es mir gemeinsam mit dem Aufbau des Spannungsbogens sehr leicht gemacht, die Geschichte nur so zu inhalieren. Ein wenig schade fand ich dabei allerdings, dass der Klappentext so viel der Handlung bereits vor dem Lesen preisgibt. Spannend blieb das Buch zwar trotzdem, doch nicht jeden Entwicklung kam wirklich so überraschend, wie sie theoretisch hätte sein können.

Zu Beginn der Geschichte habe ich mich außerdem recht schwer damit getan, die einzelnen Figuren einzuschätzen. Beim Lesen war ich daher mitunter ein wenig vorsichtig, was meine Gefühle den einzelnen Charakteren gegenüber anging, mit dem weiteren Verlauf der Handlung haben sich aber trotzdem insbesondere für Tycho Sympathien in den Vordergrund gestellt.

Wirklich gut gefallen hat mir außerdem, wie problemlos hier Action und gedankliche Entwicklungen miteinander verbunden wurde. Tycho als Protagonistin fand ich so recht schnell sehr authentisch, was beim Lesen unglaublich viel Spaß gemacht und der Geschichte gleichzeitig die nötige Ernsthaftigkeit verliehen hat, um auch emotional ansprechend zu sein.


Fazit
Wer spannend gemachte Urban Fantasy mit frischen Elementen mag, dem wird dieses Buch auf jeden Fall richtig gut gefallen. Dem Klappentext würde zwar eine Überarbeitung ganz gut tun, langweilig wird die Geschichte aber trotzdem definitiv nicht.

Dafür gibt es viereinhalb Bücherstapel von mir.

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  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Fantasy