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Veröffentlicht am 25.06.2018

Menominee - Indianer und die Wächter der Nacht

Abenteuer an der Lübecker Bucht - Lilly, Nikolas und die Fledermäuse
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Lilly und ihr Bruder Nikolas machen zusammen mit ihren Eltern in Scharbeutz an der Ostsee Urlaub. Schon am ersten Tag lernen die beiden in einem Kinderclub andere Kinder kennen und da das Motto „Indianer“ ...

Lilly und ihr Bruder Nikolas machen zusammen mit ihren Eltern in Scharbeutz an der Ostsee Urlaub. Schon am ersten Tag lernen die beiden in einem Kinderclub andere Kinder kennen und da das Motto „Indianer“ lautet, sind schnell die Ostsee-Indianer gegründet.

Lediglich der Sohn ihrer Vermieterin verhält sich etwas seltsam. Mal spielt er mit ihnen und ist ausgelassen, doch dann ist er wieder in sich gekehrt und abweisend. Hat er etwas zu verbergen? Oder hat er einfach nur Heimweh? Immerhin ist er erst vor kurzen von Amerika nach Deutschland gezogen.

Lilly und Nikolas genießen ihren Urlaub, doch dann geraten sie in eine wichtige Mission. Ein Investor will eine alte Fischerkate am Strand abreißen, um dort ein Hotel zu errichten. Doch in der Kate leben Fledermäuse, die es zu schützen gilt. Können die Kinder die Fledermäuse retten, ehe der Abrissbagger kommt?

Die Autorin Kerstin Groeper ist mir schon recht lange bekannt. Ihre Bücher zu Indianern wurden für mich zu einer wichtigen Quelle, um das Leben von den Ureinwohnern näher kennenlernen und besser verstehen zu können.

Zusammen mit der Kinderbuchautorin Steffi Bieber-Geske begleitet Kerstin Groeper die Geschwister Lilly und Nikolas bei ihrem Urlaub an der Ostsee und lässt sie den Jungen Raven kennen lernen, einen Halb-indianer vom Stamme der Menominee.

Die Geschichte dreht sich dabei nicht nur um einen Urlaub an der Ostsee, bei der viele Ausflugsziele genannt und indirekt empfohlen werden, sondern auch um Fledermäuse und ihre Rettung vor einem skrupellosen Investor. Sind die ganzen Ausflüge der Kinder mit ihren Eltern in die nähere Umgebung von Scharbeutz sehr interessant, so kommt erst recht Spannung auf, als Lilly und Nikolas bemerken, dass ihre Hilfe zur Rettung von Fledermäusen und ihren Babys gefragt ist.

Nun wurde das Buch von zwei verschiedenen Autorinnen geschrieben. Da mir der Schreibstil von Kerstin Groeper schon bekannt ist, konnte ich nicht zuletzt daran feststellen, welche Teile sie geschrieben hat. Auch sind die Teile von Steffi Bieber-Geske etwas einfacher in der Sprache und vom Satzbau. Diese Unterschiede hat meine Tochter nun nicht wahrgenommen.

Meine große Tochter ist gerade 7 Jahre alt geworden und geht in die 1. Klasse. Natürlich konnte sie das Buch noch nicht komplett alleine lesen. Doch es interessierte sie, so dass wir es letztlich zusammen gelesen haben. Abwechselnd. Sie ein Stück, dann ich wieder, wobei ich wohl den Löwenanteil übernommen habe.

Die Geschichte fand sie sehr interessant, vor allem, da sie selbst derzeit einige Berührungspunkte mit Fledermäusen hat (in der Schule, aber auch im Sportverein). In dem Buch wird einiges zu Fledermäusen erzählt und man lernt auch viel Neues. Die Ausflugsziele fand sie nicht so spannend, wohl weil sie diese noch nicht gesehen hat. Hier habe ich mir eher einige Notizen gemacht, sollten wir mal wieder in diese Region fahren und Urlaub machen.

Was meiner Tochter noch gut gefallen hat, war der Indianerjunge Raven. Seine Herkunft, wie auch seine Geschichte zu den Fledermäusen und den Wächtern der Nacht haben sie sehr interessiert.

Das Buch bietet im vorderen Bereich eine farbige Karte mit den wichtigsten Ausflugszielen, die Lillys und Nikolas´ Familie in ihren Urlaub ansteuern. Der Text selbst ist kindgerecht gehalten, schwierige oder unbekannte Begriffe wurden gleich im Text noch erklärt. Was uns beiden sehr gut gefallen hat, sind die vielen Illustrationen. Mal ist nur der Buchrand farbig gestaltet, dann ist ein kleines Bild im Text eingebaut und lockert so die Geschichte etwas auf bzw. visualisiert sie. Manchmal ist sogar eine ganze Seite illustriert.

Fazit:
Uns beiden hat das Buch sehr gut gefallen. Die Reihe um Lilly und Nikolas kannten wir bisher noch nicht, aber ich denke, wir werden bestimmt noch das eine oder andere Buch aus dieser reihe uns zulegen. Immerhin erhält man hier eine spannende Geschichte, in die sich ein kleiner Reiseführer mit vielen interessanten Tipps eingeschlichen hat.

Veröffentlicht am 20.06.2018

"Om mani padme hum"

Höhenrauschsaison
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Die junge Ärztin Clementine ist etwas gefrustet. Männermäßig ist Flaute und ihre Zwillingsschwester bittet sie mal wieder in einem sehr netten Ton, um die Versorgung ihrer Katze. Aber Clementine liebt ...

Die junge Ärztin Clementine ist etwas gefrustet. Männermäßig ist Flaute und ihre Zwillingsschwester bittet sie mal wieder in einem sehr netten Ton, um die Versorgung ihrer Katze. Aber Clementine liebt das Tier und so kommt sie dem Fütterungsbefehl schnell nach. Als Clementine in der Wohnung ihrer Schwester nicht nur die Katze, sondern auch eine tote Frau vorfindet, ändert sich ihr Leben schlagartig. Plötzlich muss sie vor zwei Russen fliehen und um ihr eigenes Leben fürchten.

Alexej ist Auftragskiller und bekommt seinen nächsten Auftrag zugewiesen. Er soll eine gewisse Clementine töten. Warum? Darüber schweigt sich sein Auftraggeber aus. Fakt ist, es muss etwas Schlimmes gewesen sein.

Clementine hat sich als Ärztin zur Besteigung des Mount Everest gemeldet. Doch nicht nur sie ist mit dabei. Auch Alexej ist als Bergsteiger vor Ort. Beide kennen sich schon von einer heißen Liebesnacht, in der sie noch nicht ahnten, dass sie ganz andere Dinge miteinander verbinden.

Der Ladythriller verfügt über kurze Kapitel mit Perspektivenwechsel. Das heizt das Lesetempo ungemein an. Schnell hat man sich eingefunden in den Thriller, bei dem auch ein Hauch Erotik nicht vergessen geht. Durch die kurzen Kapitel, die Zeitangaben, welche ich besonders liebe, wird man dazu animiert, schnell noch ein weiteres Kapitel zu lesen.

Clementine und Alexej sind zwei starke Charaktere, die sich im Laufe der Geschichte immer weiter entwickeln. Der Schreibstil der Autorin macht es möglich, sich nicht nur in die Protagonisten einzufühlen, sondern sie auch voneinander zu unterscheiden. Jeder hat seine eigenen Ecken und Macken und wird ganz individuell und glaubhaft gezeichnet.

Die Geschichte selbst braucht nicht lange, um Fahrt auf zu nehmen. Kaum hat man Clementine kennen gelernt, muss man auch schon um ihr Leben bangen.

Fazit:
Ein spannender Thriller mit vielen Verwicklungen, einem Hauch Erotik und einer überraschenden Wendung am Ende.

Veröffentlicht am 18.06.2018

Abenteuer mit D´Artagnan in Paris

Henry Smart 2. Götteragent im Einsatz
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Nach seinem Urlaub in Deutschland, ist Henry froh, wieder in San Francisco zu sein. Bayreuth war einfach zu anstrengend und aufregend. Immerhin wurde er plötzlich als Agent engagiert. Aber nicht von irgendwem, ...

Nach seinem Urlaub in Deutschland, ist Henry froh, wieder in San Francisco zu sein. Bayreuth war einfach zu anstrengend und aufregend. Immerhin wurde er plötzlich als Agent engagiert. Aber nicht von irgendwem, sondern vom Götterchef Wotan höchstpersönlich.

Nun heißt es für Henry wieder, die Schulbank drücken. Was er auch mit Freuden macht. Ist es doch wesentlich ruhiger und vor allem sicherer. Aber dann taucht Hilda, die Walküre, in seiner Klasse als angeblich neue Mitschülerin auf. Henry ahnt, dass da mehr dahinter steckt und ehe er es sich versieht, ist er auch schon auf dem Weg nach Paris, um dort keinen geringeren als D´Artagnan zu treffen und dem Zwerg Albernich ein weiteres Mal das Nibelungengold vor der Nase wegzunehmen.

Der zweite Band mit Henry Smart schließt an den ersten an und man hat fast das Gefühl, zwischen Teil 1 und Teil 2 ist gar keine große Zeit vergangen. Schnell war ich wieder in der Geschichte drin, traf auf alte Bekannte, historische Persönlichkeiten und berühmte Schauplätze in und unter Paris.

Henry muss mit Hilda und Siegfried dieses Mal nach Paris und dort das Nibelungengold aufspüren. Als Leser darf man die drei und die Norne Urd natürlich begleiten. Dabei lernt man ein klein wenig Paris kennen, die Kunstschätze und ihre historische Bedeutung. Auch auf D´Artagnan und seine drei Musketiere trifft man.

Der Schreibstil ist flüssig und dem jüngeren Leser merklich angepasst. Aber auch als erwachsener Leser hat man hier seine Freude, da man viele Anspielungen besser versteht und sich von dem Witz der Dialogen tragen lassen kann.

Die Geschichte ist sehr spannend, für erwachsene Leser sind die Lösungen manchmal ein wenig zu schnell und einfach, vieles vorhersehbar, doch gerade für junge Leser ist dies perfekt. Die rätseln mit, machen sich selbst Gedanken und können die Lösung sehr gut nachvollziehen. Die Zankereien und Kabbeleien zwischen Henry, Hilda und Siegfried tragen das ihre dazu bei.

Henry ist kein typischer Held, sondern ein ganz normaler Junge ohne besondere Kräfte oder Fähigkeiten, der einfach nur überleben will. Genau das macht ihn so sympathisch. Er hat Ecken und Kanten, zeigt auch mal Schwäche und ist einfach nur liebenswert.

Ein kleiner Fehler hat sich in die Geschichte eingeschlichen. Die zitierte Szene aus Star Wars war nicht in Episode I, sondern erst in Episode IV zu finden. Aber das fällt sicherlich nicht weiter auf. Wichtig ist, der Plan hat letztlich geklappt, so oder so.

Fazit:
Ein weiteres Abenteuer mit Henry Smart und den göttlichen Helden, bei dem es hoch her geht, Köpfchen gefragt ist, man etwas über die Geschichte, aber auch Paris lernt und bei dem dennoch Spannung und auch ein wenig Romantik nicht zu kurz kommen. Ich bin jetzt schon gespannt, wann Wotan seinen Agenten Henry Smart das nächste Mal zu einem Einsatz schicken und wo dieser dann sein wird.

Veröffentlicht am 07.06.2018

Für Elise

Von Elise
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Gerade ging die Beziehung von Valerie Mollwitz in die Brüche und sie freut sich schon auf eine neue Stellung als zweite Konzertmeisterin in Paris. Weit weg von München und ihrem Exfreund. Doch schnell ...

Gerade ging die Beziehung von Valerie Mollwitz in die Brüche und sie freut sich schon auf eine neue Stellung als zweite Konzertmeisterin in Paris. Weit weg von München und ihrem Exfreund. Doch schnell wird klar, ihre neue Vorgesetzte ist ein Drachen und ihr alles andere als wohlgesonnen. Da findet Valerie ein Tagebuch in ihrem alten Sofa. Es gehörte wohl ihrer Urgroßtante Elise, einer jungen Pianistin, die sich in den Konzertmeister Karl verliebte. Doch die Liebe wird auf eine harte Probe gestellt als kurz darauf der erste Weltkrieg ausbricht.

Das Buch gliedert sich in zwei Zeitschienen. Zum einen begleitet der Leser 2014 Valerie Mollwitz, zum anderen Elise, die im Jahr 1914 begann, ein Tagebuch zu schreiben. Beide Personen sind sehr plastisch herausgearbeitet. Sowohl Valerie als auch Elise sind starke Frauen ihrer Zeit und haben einige Schicksalsschläge zu überwinden.

Das Buch macht mir den Einstieg leicht, vor allem, da ich Tagebucheinträge und Geschichten auf zwei Zeitebenen sehr mag. Dem ganzen Buch wohnt ein gewisser feiner Zauber inne, der nicht zuletzt von der Liebe zur Musik herrührt.

Es ist eine ruhige, aber dennoch sehr aufwühlende Geschichte. Die berührt und einen in sich fängt. Auch Tage nach den letzten Seiten, klingt die Geschichte immer noch nach und wer kennt nicht das berühmte Stück „Für Elise“, welches mir während des Lesens immer im Ohr leise mitsummte.

Fazit:
Ein schönes Buch über zwei Frauen, die vielen trennt, aber auch einiges verbindet und die beide versuche, ihr Schicksal zu meistern ohne daran zu zerbrechen.

Veröffentlicht am 05.06.2018

Alltagsgeschichten für Kinder

Superstarke Geschichten vom Größerwerden
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Bücher, in denen Bilderbücher gesammelt aufgelegt werden, sind bei uns im Haus gerne gesehen. Dieses Buch umfasst vier Geschichten von drei Autorinnen:
1. Rundherum und hin und her – Zähneputzen ist nicht ...

Bücher, in denen Bilderbücher gesammelt aufgelegt werden, sind bei uns im Haus gerne gesehen. Dieses Buch umfasst vier Geschichten von drei Autorinnen:
1. Rundherum und hin und her – Zähneputzen ist nicht schwer – Katja Burkard
2. Niko geht in den Kindergarten – Sabine Cuno
3. Hannahs Lieblingshose – Charlotte Habersack
4. Das ist meins! – Sabine Cuno

Die erste Geschichte befasst sich mit dem Zähne putzen. Katharina findet dies nämlich total langweilig und blöd, bis eines Morgens Kaschu, der mutigste Drache der Welt vor ihr steht. Doch wo kam er her?
Katharina bemerkt bald, dass Kaschu eigentlich ihre Drachen-Zahnbürste ist und dringend ihre Hilfe braucht.

In der zweiten Geschichte geht Niko in den Kindergarten. An seiner Seite seine beste Freundin Sofia. Gemeinsam meistern sie den Kindergartenalltag und bieten den Kindern eine Menge Unterhaltung und einiges zum Lernen (z.B. wann darf ich über eine Ampel gehen?).

Eltern kennen das. Jedes Kind hat ein Lieblingsteil, aus dem man ja nicht herauswachsen und das nie in die Wäsche darf. Sonst ist das Geschrei da. So ist es auch bei Hannah, denn ihre Lieblingspiratenhose muss dann doch mal in die Wäsche.

Anna bekommt von Oma Leih ein ganz besonders hübsches Papier geschenkt. Doch Anna mag nicht mit ihrem Bruder teilen und daraufhin geht das schöne Papier kaputt. Tags drauf erfährt Anna, wie viel Freude teilen machen kann.

Allen Geschichten wohnt ein gewisser Zauber inne und die schönen Illustrationen sorgen dafür, dass die Kinder sich die Geschichten nach dem Lesen auch selbst noch einmal erzählen können. Einfache, kindgerechte Sätze sorgen für Aufmerksamkeit, die Bilder unterstützen das Ganze. Uns gefällt das Buch sehr gut, vor allem meiner kleinen Tochter (3) hat es der kleine Zahnputzdrache angetan.

Fazit:
Ein tolles Buch, das man immer wieder zur Hand nimmt, egal ob als Erwachsener zum Vorlesen oder als Kind, um die tollen Bilder zu betrachten und weitere Details zu entdecken. Wir werden gewiss noch eine ganze Weile Spaß mit dem Buch haben.