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Veröffentlicht am 30.06.2023

Lebendig und emotional erzählte Geschichte

Die Farben unserer Träume
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München 1965.
Anna ist 17Jahre, ihre Schwester Elsie ist auf den Tag genau 1 Jahr jünger.
Alles teilen die Schwestern, das Zimmer, den Beruf und auch den Geburtstag.
Während Elsie die Liebe zum Friseurhandwerk ...

München 1965.
Anna ist 17Jahre, ihre Schwester Elsie ist auf den Tag genau 1 Jahr jünger.
Alles teilen die Schwestern, das Zimmer, den Beruf und auch den Geburtstag.
Während Elsie die Liebe zum Friseurhandwerk mit ihren Eltern teilt und bereit ist den Salon einmal weiterzuführen verabscheut Anna den Beruf. Sie erlernt ihn nur, weil die Eltern es so bestimmen.
Eines Tages wird sie aus dem bürgerlichen Leben ausbrechen und ihr Glück als Künstlerin versuchen.
Malen geht Anna über alles, schon in der Schule hat sie ihr Talent von den Lehrern bestätigt bekommen.
Oft fragt sie sich warum sie so anders ist als die Eltern und die Schwester.
Als Anna an ihrem 18. Geburtstag erfährt, dass sie ein Findelkind ist bricht sie mit ihrer Familie und versucht sich zusammen mit dem Maler Clemens durchs Leben zu schlagen.

Lilli Beck gehört schon lange zu meinen liebsten Autorinnen.
Immer wenn ich ein Buch von der Autorin in die Hand nehme, ahne ich schon, dass ich ein neues Highlight in den Händen halte.
So auch mit ihrem neuen Roman „Die Farben unserer Träume“.

Lilli Beck erzählt sehr lebendig und emotional Anna’s Geschichte.
Die Geschichte beginnt 1948 als Anna in einem Korb vor den Friseursalon der Familie Sonnlechner gestellt wird.
Traudl Sonnlechner will das Kind sofort behalten da sie sich so sehr ein Kind wünscht.
Ihr Mann Xaver dagegen ist skeptisch.
Das Paar entschließt sich dann doch das Findelkind zu adoptieren.
Dann macht die Geschichte einen Zeitsprung und ist im Jahr 1965 angekommen.
Anna feiert ihren 17. Geburtstag und ihre Schwester die am gleichen Tag Geburtstag hat ihren 16. Geburtstag.
Man lernt die Familie nach und nach gut kennen.
Die Familie lebt nur für ihren Friseursalon. Die beiden Mädchen machen eine Ausbildung zur Friseuse und sollen einmal gemeinsam den Salon weiterführen.
Schnell spürt man beim lesen die Unterschiede zwischen Anna und Elsie.
Elsie mag den Beruf, sie mag es sich zu schminken, hübsch anzuziehen und die Harre perfekt gestylt.
Anna hingegen zieht am liebsten eine Jeans und ein Pullover oder Shirt an. Schminken und stylen tut sie sich nie.
Sie hasst es den Leuten die Haare zu waschen. Die Hände sind vom vielen Wasser und der Dauerwellenflüssigkeit oft gerötet.

Mir waren die Sonnlechner alle sympathisch auch wenn Xaver oft etwas streng wirkte.
Man muss dabei auch die Zeit berücksichtigen.

Im Verlauf der Geschichte lernt man auch Clemens kennen. Ein junger Maler aus reichem Elternhaus der den Konventionen des Elternhaus den Rücken gekehrt hat und versucht sich mit seinen Bildern über Wasser zu halten.
Auch Clemens ist ein sehr sympathischer Charakter.
Ich habe oft mit Anna und Clemens um ihre Zukunft gebangt.
Über jeden kleinen Erfolg habe ich mich mit ihnen gefreut.

Lilli Beck hat die 1960er Jahre in ihrer Geschichte sehr authentisch widergespiegelt.
Ob es die Songtitel oder die Studentenaufruhr ist, an vieles kann ich mich selbst noch gut erinnern.

Lilli Beck hat mich mit ihrem Roman „Die Farben unserer Träume“ auf eine unvergessliche Reise in die 1960er Jahre geschickt.
Mit ihrem flüssigen, leicht verständlichem Schreibstil hat sie mich wieder voll überzeugt.
Es ist für mich immer wieder ein großer Moment wenn ich einen neuen Roman von Lilli Beck in Händen halten darf.
Ich hoffe auf noch viele große Momente.

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Veröffentlicht am 29.06.2023

Spannender Krimi

Akte Nordsee - Der Teufelshof
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Covertext:
Anwältin Fentje Jacobsen ist auf die Hochzeit ihres Freundes aus Kindertagen eingeladen. Als eine Nachbarin am nächsten Morgen das frisch vermählte Paar auf dem Hof der Familie aufsuchen will, ...

Covertext:
Anwältin Fentje Jacobsen ist auf die Hochzeit ihres Freundes aus Kindertagen eingeladen. Als eine Nachbarin am nächsten Morgen das frisch vermählte Paar auf dem Hof der Familie aufsuchen will, findet sie die Eltern des Bräutigams ermordet, den Sohn schwer verletzt vor. Nur die Schwiegertochter konnte sich retten.
War es ein Überfall oder ein Familiendrama? Als die Polizei Letzteres vermutet, will Fentje die Unschuld ihres Freundes beweisen. Dabei trifft sie auf den Journalisten Niklas John, der im Interesse der überlebenden Ehefrau ganz eigene Ziele verfolgt.

„Der Teufelshof“ ist nach „Am dunkeln Wasser“ der 2. Band der „Akte Nordsee“ von Eva Almstädt.
Die Autorin hat schon mit ihrer „Kommissarin Pia Korittki“ große Erfolge gefeiert.

Das Ermittlerduo ist außergewöhnlich. Eine Anwältin und ein Journalist.
Die Anwältin Fentje Jacobsen lebt und arbeitet auf einem Bauernhof auf der Halbinsel Eiderstedt. Sie ist Single aus Überzeugung.

Der Journalist Niklas John lebt in einem Penthouse in St. Peter-Ording.
Er liebt den Flair von St. Peter-Ording.
Landleben ist nicht so sein Ding.

Fentje war zu Gast bei der Hochzeit eines Freundes. Einen Tag nach der Hochzeit sind dessen Eltern tot und er schwer verletzt.
Von seiner Frau fehlt jede Spur.
Fentje nimmt sich dem Fall an und trifft dabei wieder auf den Journalisten Niklas John.
Beide sind mir sympathisch, beide haben ihre Stärken, beide wollen den Fall aufklären.
Dabei gehen sie getrennt voneinander vor.

Die Leserinnen begleiten Fentje und Niklas bei der Suche nach Täter und Tatmotiv.
Bei der Suche nach dem Täter kommt so einiges über die Familie ans Licht was bisher unbekannt war.
Aber auch Anna hat ihre verborgene Seite.
Es gibt einige Verdächtige, auch unter den Hochzeitsgästen.

Eva Almstädt versteht es Spannung aufzubauen und im Laufe der Geschichte immer weiter zu steigern.
Ich hatte beim lesen einige Verdächtige die ich immer wieder verworfen habe.
Die Autorin baut immer wieder Wendungen in die Geschichte ein so, dass man als Leser
in dem wahren Täter nicht auf die Spur kommt.

Wie man es von Eva Almstädt gewohnt ist beschreibt sie Land und Leute sehr eingehend.
Es ist wie eine kleine virtuelle Reise zu den Handlungsorten.

„Der Teufelshof“ ist wieder ein spannender Krimi mit einem außergewöhnlichen Ermittlungspaar.
Ich würde mich freuen wenn die Reihe weitergeht.

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Veröffentlicht am 28.06.2023

Was für ein toller Debütroman

So weit der Fluss uns trägt
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Am Fuße der Berge Colorados strömt der Gunnison River an einer alten Pfirsichfarm vorbei. Hier lebt in den 1940ern die 17-jährige Victoria mit ihrem Vater und ihrem Bruder in rauer Abgeschiedenheit. Doch ...

Am Fuße der Berge Colorados strömt der Gunnison River an einer alten Pfirsichfarm vorbei. Hier lebt in den 1940ern die 17-jährige Victoria mit ihrem Vater und ihrem Bruder in rauer Abgeschiedenheit. Doch der Tag, an dem sie dem freiheitsliebenden Wil begegnet, verändert alles. Bald ist Victoria gezwungen, das Leben, das sie kennt, aufzugeben und in die Wildnis zu fliehen. Dort muss sie ums Überleben kämpfen – um ihr eigenes und um das ihres ungeborenen Kindes. Als sie endlich die Kraft findet, neu anzufangen, droht der Fluss, alles zu zerstören, was ihrer Familie seit Generationen ein Zuhause war.
Ein lebenskluger Roman über unsere Verbindung zur Natur, über Familie und die Stärke einer Frau, die Unglaubliches erlebt und doch niemals den Mut verliert.

„So weit der Fluss und trägt“ ist der Debütroman von Shelley Read.
Dieses Buch hat mich total begeistert.
Es ist ein Roman der von der Handlung wie von der Sprache gewaltig daherkommt.

Der Handlungsort ist Colorado, die Heimat von Shelley Read.
Ihre Beschreibung der Handlungsorte, der rauen Natur und der schönen Landschaft lässt erkennen wie sehr die Autorin ihre Heimat liebt.

Victoria Nash lebt mit ihrem Vater und ihrem Bruder auf einer Pfirsichfarm. Sie lernt Wil kennen und lieben.
Doch auf tragische Weise verliert sie Wil.
Victoria ist schwanger, zur Geburt geht sie ganz alleine in die Berge.
Doch sie merkt, dass sie das Kind nicht alleine aufziehen kann und entschließt sich dazu es wegzugeben.
Victoria kehrt zurück zu ihrem Vater.
Kurz darauf erliegt der einer Lungenentzündung.
Wieder einmal muss Victoria sich von einem geliebten Menschen trennen.
Es scheint ihr Schicksal zu sein.
Victoria widmet nun ihre ganze Kraft ihren geliebten Pfirsichbäumen.
Jedes Jahr bringen sie die beliebten und süßen Coloradopfirsiche hervor.
Bis zu dem Zeitpunkt als die Regierung ihr das Land abkaufen will.
Ein großer Staudamm soll entstehen und das Land überflutet werden.
Victoria willigt unter der Bedienung ein, dass sie ihre Pfirsichbäume mitnehmen kann.
An einem anderen Ort versucht sie die Bäume wieder zum Leben zu erwecken.

Shelley Read erzählt die Geschichte in einer schönen Art und Weise. Ich konnte das Buch schon nach wenigen Seiten nicht mehr aus der Hand legen.
Ihre Charaktere sind sehr lebendig.
Besonders Victoria habe ich schnell ins Herz geschlossen.
Die Beschreibung der rauen Landschaft ist einfach grandios. Ich habe mir immer wieder Bilder im Internet anschauen müssen um die Landschaft zu verinnerlichen.
Interessant fand ich auch die Informationen zum Pfirsichanbau.
Die warmen Tage und kalten Nächte in Colorado lassen die Früchte besonders süß werden.
Der Bau des Staudamms ist Realität. Tatsächlich musste die Ansiedlung Iola einem Staudamm weichen.

„So weit der Fluss uns trägt“ ist ein grandioses Erstlingswerk von Shelley Read. Eine Autorin die ich mir merken werde.

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Veröffentlicht am 28.06.2023

Interessante Romanbiografie

Greta Garbo (Ikonen ihrer Zeit 9)
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Covertext:
Greta ist 15, als sie eine heißbegehrte Stelle in einem Stockholmer Kaufhaus ergattert. Ein Glücksgriff, denn das Geld ist knapp in ihrer Familie, und Greta muss arbeiten, anstatt zur Schule ...

Covertext:
Greta ist 15, als sie eine heißbegehrte Stelle in einem Stockholmer Kaufhaus ergattert. Ein Glücksgriff, denn das Geld ist knapp in ihrer Familie, und Greta muss arbeiten, anstatt zur Schule zu gehen. Doch was sie nun verdient, will sie in ihre Zukunft investieren: in eine Schauspielausbildung. Tatsächlich besteht sie die Aufnahmeprüfung an der renommierten Schauspielakademie des Königlichen Dramatischen Theaters. Bald wird ein bekannter Regisseur auf die junge Frau aufmerksam. Fasziniert von ihrer Präsenz und Ausstrahlung gibt er ihr eine Hauptrolle: Es ist der Beginn ihrer sagenhaften Filmkarriere. Doch kann die glitzernde Welt Greta wirklich glücklich machen?

„Greta Garbo - Die einsame Göttin von Kristina Lüding erzählt aus dem Leben der Filmikone Greta Garbo.

Die Geschichte startet 1990 in New York.
Aber nach ein paar Seiten geht es zurück in das Jahr 1921 nach Stockholm.
Jetzt fängt die Geschichte der großen Greta Garbo richtig an. Die Leserinnen begleiten Greta Garbo von 1921 bis 1941.
Greta stammt aus einer ärmlichen Familie und musste schon mit 15 Jahren arbeiten gehen um Geld zu verdienen.
Ihr gelang der Aufstieg von der kleinen Verkäuferin zur großen Filmikone.
Als Leser
in ist man bei den Anfängen der Schauspielerin dabei. Erst Schauspielschule, dass Theater und später Film.
Greta Garbo war eine der wenigen Schauspielerinnen die das Spagat vom Stummfilm zum Tonfilm geschafft haben.
In Hollywood machte sie große Karriere. Doch 1942 hat sie sich völlig zurückgezogen.

Kristina Lüding lässt die große Garbo noch einmal lebendig werden.
Unterhaltsam erzählt sie aus dem Leben von Greta Garbo und unterfüttert ihre Geschichte mit interessanten Informationen der Filmikone.
Die Autorin hat Realität und Fiktion zu einer untrennbaren Geschichte verwebt.
Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und gut verständlich.
Kristina Lüding hat mir die Schauspielikone, die ich vom Hörensagen kenne näher gebracht.

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Veröffentlicht am 03.02.2024

Spannender Plot, schönes Setting

Apfelmädchen
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Covertext:
Ein unglaubliches Verbrechen erschüttert die nordschwedische Stadt Boden: Eine Lehrerin, die keine Feinde zu haben scheint, wird ermordet aufgefunden. Noch dazu hat der Täter ihren Leichnam ...

Covertext:
Ein unglaubliches Verbrechen erschüttert die nordschwedische Stadt Boden: Eine Lehrerin, die keine Feinde zu haben scheint, wird ermordet aufgefunden. Noch dazu hat der Täter ihren Leichnam brutal inszeniert: Zwei dicke Nägel wurden durch die Hände der Toten getrieben; sie selbst hängt an einem Deckenhaken, als ihr Ehemann sie entdeckt. Kriminalkommissarin Idun Lind muss herausfinden, warum es zu der schrecklichen Tat kam. Zusammen mit ihrem eigenbrötlerischem Partner Calle Brandt taucht Idun tief in eine schockierende Familiengeschichte ein – und bringt sich damit selbst in höchste Lebensgefahr …

„Apfelmädchen“ von Tina N. Martin ist der erste Band der Thriller-Reihe „Kommissarin Lind ermittelt“ aus Schweden.

Im Mittelpunkt stehen die zwei Ermittler Idun Lind und Calle Brand.
Kriminalkommissarin Idun Lind arbeitet in der Abteilung für Kapitalverbrechen im nordschwedischen Luleå.
Sie ist eine toughe Ermittlerin die so schnell nicht schreckt.
Mit ihrem Kollege Calle Brand arbeitet sie gut zusammen.
Calle Brand fällt durch seine roten Haare und seine Tattoos auf.
Er hat eine etwas ruppige Art aber ein gutes Herz.
Nach kurzer Zeit stößt Kriminalkommissar Tareq Shaheen als Verstärkung hinzu.
Er kommt aus Stockholm und leitet dort die Abteilung Kapitalverbrechen. Taraq ist ein elegant gekleideter Mann mit einem schwarzen Vollbart. Idun Lind lehnt Tareq erst einmal ab muss sich aber den Anweisungen fügen und mit ihm zusammenarbeiten.

Die Geschichte hat zwei Erzählstränge.
In der Gegenwart sind die Leserinnen bei den Ermittlungen dabei.
Eine Frau wird ermordet aufgefunden.
Das Opfer hängt an der Decke und Nägel sind durch ihre Hände getrieben.
Idun Lind und ihr Partner Calle Brand ermitteln in diesem Fall.
Auf der Suche nach dem Täter und dem Motiv geraden sie selbst in Gefahr.

Der zweite Erzählstrang führt die Leser
innen in die Vergangenheit.
Die Rückblenden decken eine tragische Familiengeschichte auf und haben auf dem ersten Blick nichts mit den Ermittlungen zu tun.
Doch langsam fügen sich die Rückblenden in die Geschichte ein.

Auch wenn man durch die grausame Tat gleich mitten im Geschehen ist, lässt Tina N. Martin ihre Geschichte in einem ruhigen Tempo beginnen. Man hat genug Zeit die Protagonisten kennenzulernen.
Stück für Stück wird das Tempo gesteigerte so, dass es zwischenzeitlich so spannend ist, dass man beim lesen die Luft anhält.
Die einzelnen Szenen werden von der Autorin so beschrieben, dass man sie sich gut vorstellen kann.
Mit ihren Ermittlern hat die Autorin tolle Charaktere geschaffen. Idun Lind finde ich besonders sympathisch.
Es macht Spaß zu rätseln wer der Täter ist aber auch als ich einen Verdacht hatte war mir das Motiv bis zum Ende unklar.

Der Schreibstil von Tina N. Martin ist gut verständlich.
Die Autorin baut gut Spannung auf, die sie im Laufe der Geschichte dann auch noch stetig steigert.

„Apfelmädchen“ ist ein spannender Thriller, der zweite Band „Gewittermann“ liegt schon zum lesen bereit.

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