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Veröffentlicht am 19.02.2021

Wunderbare Lesemotivation

Leserabe - 1. Lesestufe: Luna und das fliegende Pferd
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Rezension von Franziska (11) zu „Luna und das fliegende Pferd“ von Anja Kiel, mit farbigen Illustrationen von Florentine Prechtel: Lunas nerviger kleiner Bruder Leon hat ihr geflügeltes Spielzeugpferd ...

Rezension von Franziska (11) zu „Luna und das fliegende Pferd“ von Anja Kiel, mit farbigen Illustrationen von Florentine Prechtel: Lunas nerviger kleiner Bruder Leon hat ihr geflügeltes Spielzeugpferd namens Stella mit einem blauen Stift bemalt, der nicht mehr ab geht. Jetzt ist Luna sauer, so sauer, dass sie gar nicht einschlafen kann. Plötzlich bemerkt sie, dass sich Stella bewegt. Es stellt sich heraus, dass Stella zu einem Treffen im Märchenwald muss, dass nur alle sieben Vollmonde stattfindet. Doch mit Leons Schmierereien kann sie sich dort nicht blicken lassen! Was sollen sie bloß tun? Mit persönlich gefällt in der Geschichte besonders gut, wie Luna und Leon Stellas Problem lösen, da es auch zeigt, dass Geschwister zusammenhalten können und manchmal auch müssen, selbst wenn sie sich sonst nervig finden. Außerdem finde ich es schön, dass Leon seinen Fehler wieder gut macht und somit Verantwortung für seinen Fehler übernimmt. Dafür opfert er sogar seinen liebsten Schatz. So lernen Kinder auch, dass man seine Fehler wieder gut machen muss. Dass andere Geschwister auch manchmal von einander genervt sind, ist auch tröstlich, da findet man sich als Leser wieder. Es beruhigt, wenn auch Buchhelden manchmal mit Geschwistern streiten. Auch die Bilder gefallen mir sehr gut. Sie sind hübsch und passend. Durch ihre fröhlichen Farben, machen sie gute Laune und erleichtern das Lesen. Besonders geeignet ist das Buch für Mädchen der 1. Lesestufe. Die Geschichte ist fantasievoll und der Text einfach zu verstehen und zu lesen. Die Schrift ist sehr groß und in Fibelschrift und pro Seite muss man immer nur ein bisschen lesen, der Rest wird von den bunten Illustrationen vervollständigt. Die Kapitel sind schön kurz und daher nicht so anstrengend. Am Ende eines jeden Kapitels kann man dann zur Belohnung, für den nächsten Leseerfolg in einem dafür vorgesehenen Feld einen hinten beiliegenden Leserabensticker aufkleben. Das finde ich eine tolle Motivation für Anfänger.

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Veröffentlicht am 16.02.2021

Die Hölle in den Wolken!

Amulett #4
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Emily, ihre Mutter und ihr Bruder, suchen mit ihren verbliebenen Freunden Hilfe beim Rat der Steinhüter auf der Stadt in den Wolken Cielis. Doch den Freunden wird der Zutritt verwehrt und nur Emily, ihre ...

Emily, ihre Mutter und ihr Bruder, suchen mit ihren verbliebenen Freunden Hilfe beim Rat der Steinhüter auf der Stadt in den Wolken Cielis. Doch den Freunden wird der Zutritt verwehrt und nur Emily, ihre Mutter und Navin dürfen in die Akademie eintreten, der Elfenprinz und sein Begleiter werden ins Verlies gebracht. Emily soll dort an einer Aufnahmeprüfung teilnehmen und bei Bestehen ein Platz im Wächterrat winken. Die übrigen Freunde sehe sich in der Stadt um und bemerken, dass hier etwas nicht stimmt. Die Menschen scheinen vor Angst wie gelähmt, doch was fürchten sie? Enzo und Leon kommt ein übler Verdacht und sie müssen mit ansehen, dass immer mehr Menschen verhaftet werden. Zum Glück ist die junge Aly bereit ihnen zu helfen, da sie ahnt, dass diese Fremden ihre letzte Chance auf Freiheit sind. Während auch Emily Zweifel kommen, genießt ihre Mutter die Annehmlichkeiten. Die Prüfung stellt sich als Kampf um Leben und Tod, Verrat und Freiheit heraus. Hier wird nicht mit fairen Mitteln gekämpft. Die Verlorenen, Cogsley und Miskit haben einen Steinhüter und alten Freund ihres verstorbenen Herren entdeckt. Es gelingt ihnen, ihn zu überzeugen, dass er in das Geschehen eingreifen und Emily beistehen muss.

Emily ist trotz ihres jungen Alters ausgesprochen mutig und entschlossen, dennoch hält sie nichts von Verrat und versucht mit fairen Mitteln der Falle zu entkommen. Denn natürlich trügt der Schein und die Herausforderungen, denen Emily sich stellen muss, werden immer waghalsiger. Es scheint nie eine Atempause zum Verschnaufen zu geben. Auch dieser Band geht mit hohem Tempo und viel Spannung weiter. Da bleibt keine Zeit für viele Worte, aber große, eindrucksvolle Illustrationen sagen oft mehr, als 1.000 Worte, vor allem, wenn es sich um unbekannte Gefahren handelt, für die es in unserer Welt noch gar keine Begriffe gibt. Unglaublich bildgewaltig erschafft Kazu Kibuishi die geheime Stadt, die in den Wolken vor den Blicken der Allgemeinheit verborgen wird. Doch nicht nur diese beeindruckt, auch die Schar der Verdammten, der Krieger für das Böse, die Fallen und das Innere der Akademie gleichen einer albtraumhaften Vision. Da vereinigen sich Bild, Geschichte und Text zu einem fantastischen Heldenabenteuer in einer anderen Dimension. Die junge Heldin und ihre ebenso unerschrockenen, wie ungewöhnlichen Begleiter reißen die jungen Leser mit und lassen mit Spannung die Fortsetzung erwarten. Dabei war es für uns ein absolutes Highlight, dass die verloren geglaubten Miskit und Cogsley endlich wieder auftauchen. Es waren unsere heimlichen Lieblinge und nun wieder voll dabei! Die zwei sind sehr witzig und eigentlich auch niedlich. Das finde ich sehr entspannend, da es ja ansonsten immer sehr schnell zur Sache geht. Die Kämpfe sind ebenso zimperlich, wie die Bösewichte, deren Anblick alleine schon ziemlich gruselig ist. Sehr spannend, dieser Kampf Gut gegen Böse, aber nicht unbedingt was für zarte Nerven ab 9/10 Jahren.

Auch dieser Band endet mit einem ebenso bildgewaltigen wie spannenden Cliffhanger, bei dem es Emily und ihren Freunden zukünftig nahezu möglich sein wird, einen Ausweg zu finden. Aber wir kennen ja Emily zum Glück besser und wissen, dass sie nie aufgibt für das Gute und ihre Rückkehr nach Hause zu kämpfen.

Nach der Ankündigung der Fortsetzung gibt es noch 2 Übersichtskarten mit einer Karte von Cielis und den Katakomben der Stadt. Sie sehen toll aus, aber da sie nicht angekündigt wurden, hatte ich nicht mit ihnen gerechnet und so habe ich sie erst entdeckt, nachdem es eigentlich schon zu spät war.

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Veröffentlicht am 15.02.2021

Der Sound der Alpha Cru

Alea Aquarius. Die Songs
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Mir haben die Lieder zu der Buchreihe Alea Aquarius sehr gut gefallen. Natürlich gab es meiner Meinung nach immer noch Dinge die man verbessern könnte. Jedoch sind die Songs so wie sie jetzt sind, einfach ...

Mir haben die Lieder zu der Buchreihe Alea Aquarius sehr gut gefallen. Natürlich gab es meiner Meinung nach immer noch Dinge die man verbessern könnte. Jedoch sind die Songs so wie sie jetzt sind, einfach super. Schon nach dem ersten Hören bekam ich von so manch einem Lied einen Ohrwurm und machte meine Familie damit wahnsinnig. Das Einzige was mich störte war Tess Stimme. Ich habe mir Tess immer nur mit französischem Akzent vorstellen können. Glücklicherweise passt der Rest der Stimme zu Tess, die im Buch immer als Rockröhre beschrieben wird. Von den anderen Stimmen war ich richtig begeistert. Vor allem die Stimme von Sammy fand ich großartig. Sie hörte sich einfach nach dem neun jährigen Jungen mit ganz viel Fantasie und Freude am Leben an. Vor allem im Song Drachenherz wird dies überdeutlich. Auch die Stimmen von Alea und Lennox fand ich sehr gut. Sie haben perfekt miteinander harmoniert und klangen gemeinsam wunderbar. Auch als Solo-Stimmen klangen sie einfach magisch. Vor allem Lennox mit seinem Lied „ Straßenjunge“. In diesem Lied konnte ich den Schmerz aus Lennox Vergangenheit praktisch am eigenen Leib spüren. Doch auch Aleas Stimme verzauberte mich förmlich, während „ Hinterm Wasserfall“. Von Bens Stimme war ich ebenfalls begeistert. Besonders sein Lied „ Kämpf weiter“ fand ich richtig gut. Ich spürte von Anfang an die Entschlossenheit sich mit Haut und Haaren für den Schutz des Meers einzusetzen. Im Buch ist das auch nicht anders. Solche starken Gefühle in einem Lied rüberzubringen stelle ich mir jedoch schwer vor. 
Es war auf jeden Fall schön zu hören wie die Charaktere aus Alea Aquarius gesungen haben. Wenn man selbst das Buch liest oder das Hörbuch hört, ist das mit den Liedern ja immer so eine Sache, wenn man während man ein Buch liest, plötzlich zu singen anfängt, schauen einen alle seltsam an. Beim Hören eines Hörbuchs ist es auch schwer mitzusingen. Vor allem wenn man bedenkt, dass nicht der gesamte Liedtext im Buch zu finden ist. Da ist es schon schöner noch die Lied-CD zu besitzen. Außerdem sieht einen niemand seltsam an, wenn man gemütlich in seinem Zimmer sitzt und Musik hört. Da ist man weitgehend ungestört und kann sogar mitsingen wenn einem danach ist. Für den Fall gibt es von manchen Songs sogar eine Karaoke Version. Um sich von der Alea Aquarius Welt in ihren Bann ziehen zu lassen. Schon das CD-Cover wirkt magisch wie die Alpha Cru zusammen musiziert und einen allein dadurch eine ganz besondere Aura in den Bann zieht. In einigen Lieder singen auch alle gemeinsam und klingen wirklich wie ein eingespieltes Team, eben die Alpha Cru! Die Lieder sind sehr unterschiedlich, mal mehr nachdenklich, mal ruhiger, mal fetziger oder mitreißender. Durch die deutschen Liedtexte kann man schneller mitsingen, vor allem weil sie im Booklet abgedruckt sind. Booklet und Cover passen genau zu denen der Buchreihe, genau wie die Songs mit ihren Texten! Wer auf deutschen Rock-Pop steht ist hier genau richtig. Ich hoffe, dass euch die Lieder ebenso verzaubern wie mich.

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Veröffentlicht am 13.02.2021

Ein Leben ohne Freund ist möglich, aber sinnlos!

Der Happaflapp reist in den Müthenwald
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Happaflapps leben seit ungefähr 4 Millionen Jahren unentdeckt auf einem sehr, sehr hohen Berg. Sie erinnern etwas an Drachen und können wie sie Feuer spucken und fliegen. Im Herbst jedoch fliegen sie nach ...

Happaflapps leben seit ungefähr 4 Millionen Jahren unentdeckt auf einem sehr, sehr hohen Berg. Sie erinnern etwas an Drachen und können wie sie Feuer spucken und fliegen. Im Herbst jedoch fliegen sie nach Osten, sofern sie denn Fliegen können. Diejenigen die es bis dahin noch nicht gelernt haben, bleiben dann alleine zurück. So geht es auch einem kleinen Happaflapp, dessen Flügel zwar groß genug sind, aber irgendwie will es mit dem Fliegen und dem Feuer spucken nicht so recht klappen. Er sitzt einsam auf seinem hohen Felsen und schaut in die Tiefe und die Ferne und ihm fällt ein, dass ihm mal jemand sagte, dass man mit einem Freund weniger alleine sei und alles viel schöner sei. Ja, einen Freund, das wäre, was er bräuchte, doch was ist das? Woran erkennt man ihn? Und wo findet man ihn? Also unternimmt er das Unvorstellbare, er steigt von seinem Berg und macht sich auf die Suche nach dem Müthenwald, in dessen Herzen es wohl auch einen Freund geben soll. Unter dem Felsen im Gebüsch raschelt es und Bär Tatz stolpert über das kleine Wesen, das sich sehr fürchtet. Oh, einen Namen wie der Bär, hätte es auch gerne! Drum nennt Tatz ihn fortan Flapp und gemeinsam begeben sie sich auf die abenteuerlich aufregende Suche nach einem Freund im Müthenwald!

Auf ihrer Suche treffen Flapp und Tatz auf ganz unterschiedliche Tiere und Geschöpfe. Einige schließen sich ihnen an, andere helfen ihnen weiter, oder lassen sich von ihnen helfen. Flapp ist unglaublich froh, nicht alleine unterwegs auf der Suche nach einem Freund zu sein. Gemeinsam hat man gleich weniger Angst und kann über das Erlebte reden! Es ist so schön gemeinsam zu lachen, zu staunen, zu erzählen, zu schweigen und zu kuscheln....

Michael Engler erzählt die Geschichte sehr liebevoll und einfühlsam, da für die junge Zielgruppe ebenso wie für den kleinen Flapp so vieles im Leben und auf der Welt noch neu, aufregend und auch etwas einschüchternd ist. Sie brauchen Hilfe und müssen sich ihre Umwelt erklären lassen und erkunden. Daher können Sie sich gut mit dem kleinen Fantasiewesen identifizieren und sich gleich noch dabei an den vielen fantasievollen Gestalten wie den Wickelmützen, dem Lachdrachen oder den Schirmschläfern erfreuen. Das ist aufregend und auch witzig. Man weiß ja schließlich nie, was man vom Unbekannten erwarten kann! Auch erkennt man dabei, dass etwas, was den einen stört, für andere total praktisch sein kann! Dabei ist der Weg das Ziel, doch das zu erkennen brauchen die Reisegefährten eine ganze Weile. Immerhin hat ihnen ja bislang niemand erklärt, was das ist, was sie da suchen. Da es eine Vorlesegeschichte ist, können auch ein paar kompliziertere Begriffe vorkommen, denn wer schon gut vorlesen kann, kann sicherlich Zusammenhänge oder Unbekanntes auch gut für kleine Ohren erklären und so wächst auch der Wortschatz beim Kuscheln und Vorlesen.

Die Illustrationen von Barbara Scholz sind wieder unglaublich schön. Sehr liebevoll und fantasiereich lässt sie die aufregende Welt um und im Müthenwald sichtbar werden. Um schon so richtig in Stimmung zu kommen ehe es überhaupt los geht, hat sie in die Umschlagklappen eine Übersichtskarte gemalt, in der auch alle wichtigen Wesen dieses Abenteuers zu sehen sind, sogar mit Namen. Die liebevolle Gestaltung wird von einem schönen praktischen, roten Lesebändchen abgerundet. Da nimmt man das Buch gerne immer wieder zur Hand, um es noch einmal vorzulesen. Dabei sind die einzelnen Abenteuer-Etappen in übersichtliche Kapitel unterteilt, die man gerade für junge Zuhörer einzeln zum Einschlafen vorlesen kann...

Eine Geschichte mit Herz und Humor, über Mut, Freundschaft und Zusammenhalt, die jungen Zuhörern und ihren Vorlesern ans Herz wachsen wird!

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Veröffentlicht am 11.02.2021

Spannender Auftakt!

Internat der bösen Tiere
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Noel erfährt bei der Trennung seiner „Eltern“ dass seine Mutter nicht seine Mutter, sondern seine Tante ist. Sie haben ihn adoptiert und entgegen der Namensgebung seiner Mutter, Christian getauft. Diese ...

Noel erfährt bei der Trennung seiner „Eltern“ dass seine Mutter nicht seine Mutter, sondern seine Tante ist. Sie haben ihn adoptiert und entgegen der Namensgebung seiner Mutter, Christian getauft. Diese hat ihren Sohn, kurz nach der Geburt, zu Weihnachten vor 13 Jahren, ihrer Schwester in die Hand gedrückt und ist seither verschwunden. Der Vater ist gänzlich unbekannt und die Adoptiveltern, so sehr sie sich ein Kind gewünscht haben, völlig überfordert. Nun hat ihm sein ehemals bester Freund aus Eifersucht auch noch einen üblen Streich gespielt, den Noel aus Ungeschicktheit und Pech in eine Katastrophe verwandelt hat. Nun droht er auch noch von der Schule zu fliegen und nimmt Reißaus! Ein Hund hatte sich ihm in den Weg gestellt und mitgeteilt, dass er nachmittags zum Containerhafen kommen solle. Irgendwie begegnet er in der letzten Zeit vielen Tieren, die ihn zu etwas auffordern und sie sind nicht immer nett! Er versteckt sich in einem Überseecontainer und erhält Gesellschaft von einer Ratte, die ihm zeigt, wie er auf dem Frachter überlebt und ihm mitteilt, wann er über Bord springen soll, denn diese Reise soll ihn zu seiner Bestimmung bringen: das Internat der bösen Tiere.

Anfangs mussten wir uns erst einmal einhören, da mit einem kurzen Rückblick begonnen wird, bei welchem man die Protagonisten noch nicht kennt und man sich über die Geschehnisse im Skilager wundert. Wir haben uns aber auch über Noels Verhalten gewundert, bis wir erfuhren, dass er irgendwie anders ist und er selbst nicht so genau weiß, woran es bei ihm liegt. Weder zu seinen Klassenkameraden, noch zu seinen vermeintlichen Eltern findet er einen Draht. Er sieht sich selbst als Einzelgänger und manchmal kommt es ihm so vor, als habe sich alles gegen ihn verschworen. Andernfalls hätte für ihn der Befehl des Hundes sich am Containerhafen einzufinden auch sicherlich nicht attraktiv geklungen. Kaum ist er ein blinder Passagier auf einem Frachtschiff, stellen ihm sich die Probleme der Realität. Er hat Hunger und Durst und nichts mitgenommen, auch keine erwähnenswerten Geldsummen. Das finde ich sehr gut, denn auch wenn Noel wirklich kein normaler Junge ist, wie man nach und nach immer mehr feststellt, so fände ich es dennoch pädagogisch unklug, könnte man die Überfahrt auf dem Containerschiff romantisieren. Doch ehrlich, diese Beschreibung lädt nicht zum Nachmachen ein! Es ist rau, gefährlich und absolut ungemütlich. Durch die Ungewissheit, was ihn am Ziel erwartet, ist schon die Überfahrt spannend, doch zum Glück ist die Ratte recht gesprächig und verrät schon so einiges, was den Hörer sehr gespannt das Ziel der Reise erwarten lässt. Es geht auf ein geheimes Internat mitten im Meer, auf verschiedenen Inseln, die einige auch „die Inseln der bösen Tiere“ nennen. Das klingt ja schon mal gruselig, aber als Noel dort ankommt, ist er absolut fasziniert und fühlt sich endlich angekommen. Leider ist das nicht zwingend der Fall, denn das Internat nimmt nicht jeden und so muss er erst mal eine Aufnahmeprüfung bestehen, die ausgesprochen gefährlich ist!
Ich hatte etwas Sorge, ob ich es so gut finde, wenn meine Töchter sich ausgerechnet mit den Bösen solidarisieren, aber die Sorge kann ich Eltern nehmen: Noel ist nicht böse, er ist anders und weiß nicht warum. Auch auf den Inseln machen alle nur seltsame Andeutungen, die er überhaupt nicht einordnen kann. Er steckt mitten in der Pubertät, der klassischen Phase der Identitätskrisen und Selbstfindung und zu allen Problemen mit den Hormonen (ja, hübsche Mädchen kommen auch vor), kennt er seine Eltern nicht und kann die merkwürdigen Vorkommnisse um ihn herum überhaupt nicht einordnen. Gemeinsam sind wir mit ihm auf eine Reise ins Ungewisse gestartet. Schon alleine die Temperaturen auf See haben uns mit ihm mitschlottern lassen.

Noel ist ein verschlossener Typ, aber nicht unsympathisch. Einige der fiesen Aktionen seiner Mitschüler aus der normalen Schule verurteilt er ganz klar und dass ihm immer wieder Dinge vorgeworfen werden, die er gar nicht begannen hat, lässt einen sich richtig mit ihm verbrüdern. Wir haben es ihm von Herzen gewünscht, dass er die Aufnahmeprüfung schafft!

Allerdings mussten wir auf den im Cover angekündigten Leoparden ganz schön lange warten! Er kommt tatsächlich vor, seine genaue Rolle wird aber erst zum Schluss klar und wahrscheinlich wird seine Rolle in den kommenden Bänden wachsen und Noel wird wohl auch endlich richtige Freunde finden, wie es sich zum Schluss andeutet. Wir sind also schon sehr gespannt auf seine Entwicklung.

Gina Mayer ist nicht nur eine erfolgreiche Kinderbuchautorin z.B. mit der Reihe um den magischen Blumenladen, sondern auch eine Krimiautorin. Beide Leidenschaften verbindet sie hier sehr geschickt zu einer spannenden Abenteuer-Internatsreihe für ganz besondere Schüler. Und haben nicht Leser und Schüler ab 10 Jahren nicht ohnehin oft das Gefühl, anders zu sein als ihre Mitschüler? Hier fühlen sie sich verstanden.

Jonas Minthe klingt jung und frisch und man nimmt ihm den 13 – jährigen im Gefühlschaos gut ab, auch wenn er nicht nach Stimmbruch klingt. Er baut gekonnt Spannung auf und lässt seine Gefühle durchklingen, wie Verunsicherung, Verstocktheit und bisweilen echte Panik! Meine Töchter finden es super, dass er altersmäßig nach Ihresgleichen klingt und nicht wie ein auf jung getrimmter Erwachsener. Das verleiht ihm in ihren Ohren eine hohe Authentizität. 

Zum Glück ist die Fortsetzung schon erschienen, da müssen wir nicht lange rätseln wie es weiter geht!

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