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Veröffentlicht am 22.10.2020

Magische Reise in fremde Welten

Strangeworlds - Öffne den Koffer und spring hinein! (Band 1)
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Felicity, genannt Flick (12) ist etwas genervt, als ihre Eltern ihr eröffnen ein kleines Häuschen im irgendwo gefunden zu haben, das sie sich mit ihren bescheidenen Mitteln leisten können und da ziehen ...

Felicity, genannt Flick (12) ist etwas genervt, als ihre Eltern ihr eröffnen ein kleines Häuschen im irgendwo gefunden zu haben, das sie sich mit ihren bescheidenen Mitteln leisten können und da ziehen sie in den Ferien hin! Nun sitzt Flick die ganzen Ferien über in der Pampa und darf auch meistens noch zu Hause auf ihren kleinen Babybruder Freddy aufpassen! Als sie endlich mal Zeit für sich hat, zieht sie los, um den Ort zu erkunden und entdeckt dabei das skurrile Reisebüro „Strangeworlds“. Als sie den Laden betritt, sieht sie der Inhaber Jonathan ebenso misstrauisch an, wie sie ihn. Ist der denn eigentlich schon erwachsen? Doch da geschieht etwas ganz erstaunliches: Durch Jonathans Lupe sieht sie die Magie im Raum schillern und Jonathan wird klar, dass Flick über ungeahntes Potenzial verfügt! Er verrät ihr, dass jeder der vielen Koffer, die sich dort stapeln, in eine andere Welt führt, sobald man in diesen steigt und den Koffer wieder schließt. Damit sie entscheiden kann, ob sie Mitglied in der geheimen Strangeworlds Gesellschaft werden will, nimmt er sie mit auf aufregende Reisen in unbekannte Welten. Doch irgendetwas stimmt hier nicht, beide spüren eine Bedrohung aufziehen.
Die Aufmachung des Buches finde ich hammerstark! Das Cover erinnert an die englischen Reisetruhen von Internatsschülern, oder Reisekoffern aus vergangenen Zeiten. Entsprechend sind auch die Seiten alle ein wenig künstlich ergraut und mit einem Lesebändchen kann man stilecht die jeweilige Stelle im Buch markieren. Wenn man das Buch liest und dann noch mal das Cover genauer betrachtet, wird man feststellen, dass es sich bei den dargestellten Aufklebern samt und sonders um Sticker von den jeweiligen Reisewelten handelt.
Etwas schade finde ich, dass der Klappentext in all seiner Kürze schon so viel verrät! Meine Jüngste wollte daraufhin gar nicht mehr mitlesen, weil sie meinte, dass wir solche Geschichten in der letzten Zeit schon x-mal gelesen hätten. Doch so ganz, wird der Klappentext diesem Abenteuer nicht gerecht und so sollte man diesen besser überspringen und sich nur von der Aufmachung verzaubern lassen. Allerdings habe ich mich schon zu Beginn sehr darüber aufgeregt, dass Flick in so jungen Jahren so viel Verantwortung aufgebürdet bekommt und so wenig Aufmerksamkeit im Gegenzug erhält. Das hat mich richtig traurig gemacht, vor allem, weil sie in Jonathan eine weitere einsame Seele auf der Suche, getroffen zu haben scheint. Jonathan ist auch etwas verschroben, während Flick vor allem neugierig und aufgeschlossen gegenüber jedem Abenteuer als Abwechslung zum Babybrei ist. Dabei erweist sie sich nicht nur als clever, sondern auch richtig mutig. Man kann ja nie wissen, was in fremden Welten so auf einen zukommt! Diese fremde Welten sind zwar aufregend, aber anfangs sind es so viele, in die sie reisen, das man schon etwas das Gefühl bekommt, dass die Geschichte sich ein wenig verzettelt, trotz der originellen Idee. Im letzten Drittel nimmt das Abenteuer deutlich an Fahrt und Fokus auf. Die Geheimnisse und Geschehnisse verdichten sich und nur gemeinsam können Flick und Jonathan sich und alle anderen retten. Doch damit ist erst ein Problem gelöst, das das Jonathan am meisten unter den Nägeln brennt, wartet noch immer auf sie und so können Leser gewiss sein, dass es nicht das letzte Abenteuer, dieser im Geheimnis verbundenen Freunde sein wird.
Der Schreibstil liest sich sehr flüssig und ich gut verständlich für Kinder von 10 – 12 Jahren. Es ist mir gut gelungen, mich in die Figuren einzufühlen. Ich gehe auch davon aus, dass der nächste Band rasanter starten wird, nachdem Flick nun die wesentlichen Grundzüge der Gesellschaft und ihrer Gabe kennengelernt hat!
Ich bedanke mich ganz herzlich bei der Lesejury und dem Baumhaus Verlag für diese coole Lese- und Bastelrunde!

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Veröffentlicht am 20.10.2020

Wehmut mischt sich ins Lachen....

Die Ältern
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Die Pubertiere werden erwachsen, sie werden vernünftiger und reagieren immer seltener irrational. Da muss sich der Autor nach seinem Sinn und Zweck im Leben fragen, wenn sein Erziehungsauftrag erlischt! ...

Die Pubertiere werden erwachsen, sie werden vernünftiger und reagieren immer seltener irrational. Da muss sich der Autor nach seinem Sinn und Zweck im Leben fragen, wenn sein Erziehungsauftrag erlischt! Doch das ist nicht die einzige Veränderung. Nicht nur der Vernunftgrad des Nachwuchses steigt, auch die Lebensform von Land zu Stadt wird angepasst, mit erheblichen familiären Veränderungen. Außerdem hat die Corona-Pandemie auch vor „Die Ältern“ nicht halt gemacht. Diesmal ist es keine Live-Lesung vor Publikum, nein, es wird das komplette Buch eingelesen. Um die Live-Atmosphäre ein wenig zu ersetzen, werden dafür zwischen die Tracks Live-Mitschnitte aus dem Studio mit Jan Weiler und dem Aufnahmeteam eingespielt, um das Gefühl zu vermitteln, man wäre live bei der Aufnahme dabei und könne sogar seinen
Magen knurren hören! Anfangs ist Carla zwar erwachsen, wohnt aber noch zu Hause, dennoch spürt der im Home-Office schreibende Autor, dass sein Erziehungsauftrag schwindet und damit sein jahrelanges Selbstverständnis von seiner Unabkömmlichkeit und sei es auch nur als Taxifahrer. Selbst der erbitterte Kampf um den Lieblingsjoghurt im Kühlschrank könnte demnächst nur noch eine wehmütige Erinnerung sein. Darum muss der letzte gemeinsame Familienurlaub zelebriert und genossen werden, was allen gelingt, nur dem Vater nicht so recht.

In diesem Band heißt es Abschiednehmen, von dem Dasein als Eltern, in der Gewissheit bald überflüssig zu sein und daher zur Generation der Ältern zu mutieren, obwohl man sich selbst doch mind. 10 – 15 Jahre jünger fühlt, als der Ausweis es sagt. Bei uns sind Jan Weilers Pubertiere Teil der Familienurlaubskultur. Sie müssen einfach gemeinsam auf dem Weg in den Urlaub zelebriert werden. Doch nun standen wir vor demselben Problem wie diese Buchaufnahmen. Das neue Hörbuch ist erschienen, die Herbstferien stehen vor der Tür, doch keine Reise ist geplant, aufgrund des Infektionsgeschehens! Also schauten wir auf die Karte, um die Lieblingsverwandten mit dem Wohnort mit dem niedrigsten Infektionsgeschehen zu ermitteln und so zog es uns von der groben Nähe von Manderscheid ins nicht minder aufregende Erlangen, die perfekte Entfernung für dieses Hörbuch! Wir haben viel gemeinsam gelacht, auch wenn ein Pubertier plötzlich von starker Übelkeit befallen wurde und das Lachen nicht half. Dennoch entging ihr nicht, dass einige Pointen, wie die mangelnde Intelligenz von Carlas gut aussehendem Freund bereits im letzten Band ganz ähnlich thematisiert wurden, als auch die Studiomitschnitte leiser sind, als die eigentliche Lesung. Diese Tracks, die man auch überspringen kann, nahmen wir im Auto lediglich als Hintergrundrauschen wahr, mit vereinzelten Worteinspielungen. Hier ist die Balance der Lautstärke zwischen Lesung und Mitschnitt leider nicht geglückt. Die familiären Veränderungen im Hause Weiler beginnen mit Ende des ersten Tonträgers und haben uns mit Unglauben und Fassungslosigkeit getroffen. Das kann doch nicht wahr sein! Nun begleiten wir das Wohl und Wehe dieser Familie schon über viele Jahre und nun so was! Mein Göttergatte hat dies noch immer nicht verwunden und diskutiert mit mir noch immer über die Bedeutung. Wahrscheinlich fürchtet er ähnliche Einschnitte und lacht sich auch immer noch über die Vorstellung kaputt, wie Jan Weiler sich verzweifelt am Bein seines Sohnes Nick festklammert! Das kann ich mir lebhaft vorstellen und da auch bei uns ähnliche Szenen drohen könnten, versprach unsere Jüngste einfach wohnen zu bleiben, um uns den Schmerz zu ersparen. Zu schade, dass wir es nicht aufgenommen haben. Wie immer erzählt Jan Weiler aus seiner Familienerinnerungsschatzkiste mit viel Humor und hohem Wiedererkennungseffekt. Daher haben wir mit ihm gelacht, aber gleichzeitig auch über uns selbst. Dennoch beschleicht uns die Wehmut, wenn wir an den Zerfall dieses von uns so geliebten Familienverbundes denken.

Am Ende werden als Zugabe noch im Buch nicht veröffentliche Lieblingssätze des Autors aus seiner langjährigen Kolumne „Mein Leben als Mensch“ präsentiert. Diese sind zwar witzig, in ihrer Aneinanderreihung verlieren sie leider ein wenig an Glanz.

Jan Weiler hat noch immer seine sympathisch-selbstironische Art und seine angenehme Stimme behalten. Er vermag es, seine Pointen perfekt zu setzen. In seinen Zwischenszenen und seinen Sprachproblemen als Rheinländer finden wir uns selbst wieder und können daher auch kein Problem hören ;) Wir finden: Er kann's einfach! Daher hören wir ihn immer wieder gerne, auch das gleiche Hörbuch nochmal.

Möge die Pandemie hoffentlich bald ihr Ende finden und Live-Mitschnitte wieder möglich werden.

Kann es das nun wirklich gewesen sein, mit den Anekdoten aus dem Leben der Weilers? Wir wären sehr traurig, fürchten es aber schon....

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Veröffentlicht am 16.10.2020

Magisches Aschenputtel

Magic Tales - Verhext um Mitternacht
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Eine moderne, magischere Form des Aschenputtelmärchens, erzählt aus zwei Perspektiven:
Der junge Tristian ist der Sohn eines mächtigen Hexenmeisters gewesen, die Identität seiner Mutter nicht bekannt. ...

Eine moderne, magischere Form des Aschenputtelmärchens, erzählt aus zwei Perspektiven:
Der junge Tristian ist der Sohn eines mächtigen Hexenmeisters gewesen, die Identität seiner Mutter nicht bekannt. Als sein Vater als dunkler Magier der Blutmagie bezichtigt, im Schnellverfahren verurteilt und hingerichtet wird, ändert sich alles für ihn. Seine Stiefmutter und Stiefbrüder Chris und Noah verspotten ihn und demütigen ihn regelmäßig mit verbotenen magischen Streichen sogar in der Schule. Nur sein Hund Roger, der ihm noch von seinem Vater blieb und seine beste Freundin Mara, geben ihm Halt und Trost. Eines Tages taucht die schöne Austauschschülerin Ela aus Rom auf ihrer Schule auf und erstaunlicherweise erliegt sie nicht Chris und Noahs Charme, sondern interessiert sich für die schlaue Aussenseiterin Alex und den misstrauischen Tristan. Was er nicht weiß: Ela ist die Tochter einer mächtigen römischen Hexenfamilie, unterwegs in geheimer Mission, auf der Suche nach Dunkelhexen, die das anstehende Ritual, das die Einigkeit zwischen Menschen und Hexen garantiert, gefährden. Wie sehr wünschte sich Ela, dass in Tristan auch nur ein Funke Magie stecken würde, um ihr als Auserwählter als Partner beim Ritual beistehen zu können, doch er praktiziert nur Kampfkünste und verabscheut Magie!

Mitternacht ist der Moment, an dem die Kräfte der Magie schwinden und nur sehr mächtige Hexen es vermögen ihre Illusionen aufrecht zu erhalten. Nein, Aschenputtel ist nicht um Mitternacht in Gefahr, Mitternacht betrifft alle Hexen und sofern diese magische Kleidung tragen, könnte dies peinlich für sie werden....

Klassische Märchen neu zu erzählen, in einem anderen Kontext ist gerade sehr populär und Aschenputtel/Cinderella/Cendrillion ist eines der bekanntesten und beliebtesten Märchen, so daß man seine Strukturen schnell wieder erkennt. Daher liegt dann der Spaß im Wiedererkennen und in einer guten Erzählung und interessanten neuen Varianten, sofern sie geboten werden.

Hier sind z. B. die Rollen vertauscht: Tristan ist nicht der Prinz in der schimmernden Rüstung, sondern der verstoßene Sohn, des verstorbenen Hausherren, der von seiner Stiefmutter und seinen Stiefbrüdern regelmäßig gedemütigt wird. Er wurde aus seinem Zimmer verbannt, in den Keller. Da er über keinerlei Magie zu verfügen scheint, wird er verspottet und durch verbotene magische „Streiche“ in der Schule lächerlich gemacht... Ela ist keine Prinzessin, aber die Tochter einer mächtigen römischen Hexenfamilie und die für das Ritual Auserwählte. Das ist vor allem ein böses Omen, denn diese große Ehre, könnte sie auch leicht das Leben kosten, weshalb sie zu ihrem eigenen Schutz bislang vor der Öffentlichkeit ferngehalten wurde und erst beim großen Hexentreffen zur Erneuerung des Bannes in die Hexengesellschaft eingeführt werden soll.
Es gibt hier keine Schichtunterschiede wie Adel und Gesindel, es geht um Hexen, Wissende (Menschen, die Magie immerhin sehen können) und Unwissende (die meisten Menschen).

Beide fühlen sich auf Anhieb zu einander hingezogen und durch ihre Herkunft aber auch durch scheinbar unüberwindbare Gräben getrennt. Aber nein, wir wechseln nicht zu Romeo und Julia, immerhin ist dies ein modernes Märchen ab 13 Jahren. Beide umgibt ein Geheimnis, doch nicht beide wissen davon.... Das finde ich sehr interessant gemacht, wobei die Neugierde auch immer wieder geschickt gesteigert wird. Wer ist Tristans Mutter und warum ist sie geheim und warum ist er nicht magisch? Zum Teil werden die Rätsel gelöst, aber zum Teil auch nicht. Ein „Warum“ lässt mich noch immer grübeln, da finde ich die Erklärung nicht so logisch.

Ela und Tristan sind sehr sympathisch, interessanter fand ich aber fast die zwiespältigeren Personen Alex und Chris. Ela hat aufgrund ihrer Bestimmung kein ganz unbelastetes Verhältnis zu ihrer Schwester Gloria, die auch immer wieder ins Zentrum dieser Geschichte drängt. Durch die zahlreichen Personen, sollte man also durchaus genau hinhören. Fanny Bechert mag ich als Sprecherin für Ela sehr gerne. Sie klingt jung, dynamisch und bisweilen verletzlich. Allerdings hätte ich mir einen zweiten, männlichen Sprecher für Tristan gewünscht. Da ich Hörbücher immer nebenbei höre, brauche ich einen deutlichen akustischen Reiz und nur die Erwähnung des Perspektivwechsel kann leicht mal überhört werden, so dass ich dann etwas verwirrt war, weil Ela und Tristan gleich klingen. Das ist nicht unangenehm und mir deutlich lieber, als jemand der mit schlecht verstellter Stimme spricht, aber gerade für Hörer, die zum Einschlafen oder nebenbei hören, nicht wirklich deutlich genug.

Dennoch hat mir das Hörbuch gut gefallen. Es war abwechslungsreich, mit erfrischenden Ideen, spannenden Zwischenereignissen und einem großen Showdown mit anschließender glücklicher Auflösung. Was will der magische Märchenfan ab 13 mehr? Seufz!

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Veröffentlicht am 15.10.2020

Konzept mit Potenzial

Rund um die Welt mit Fuchs und Schaf. Konichiwa
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Das erste Bilderbuch basierend auf der erfolgreichen Fox & Sheep-App und dem Spotify-Podcasts:
Fox und Sheep leben auf dem Land, in einem gemütlichen Bauernhaus, mit Bauerngarten und fruchtbaren Apfelbäumen. ...

Das erste Bilderbuch basierend auf der erfolgreichen Fox & Sheep-App und dem Spotify-Podcasts:
Fox und Sheep leben auf dem Land, in einem gemütlichen Bauernhaus, mit Bauerngarten und fruchtbaren Apfelbäumen. Von dort aus beliefern sie mit ihrer eigenen kleinen Eisenbahn die ganze Welt mit ihren Hofprodukten: Marmelade, Wollsocken, Gürkchen, Apfelkompott und -saft... Eines Tages erhalten sie einen Großauftrag Apfelpunsch aus Osaka, der drittgrößten Stadt Japans. Wie aufregend! Eifrig begeben sie sich an die Arbeit, um rechtzeitig vor Weihnacht wieder zurück in ihrem gemütlichen Häuschen sein zu können. Doch bis dahin liegt noch eine abenteuerliche Reise durch fremde Länder, mit fremden Sprachen vor ihnen.

Meine Tochter (11) liebt Bilderbücher und ihr hat die Geschichte sehr gut gefallen. Besonders die Versprecher vom Fuchs fand sie sehr witzig, sowie das Apfelpunsch-Rezept, das bei uns genau zur Apfelernte kommt. Außerdem meinte ihre Freundin letztens „Ich kann ein Wort Chinesisch: „Konichiwa!“ - „Konichiwa, ist doch Japanisch“. Tja, Lesen bildet ;) Sowohl die Postkarte, als auch die Weltkarte in der „Schatz-Tasche“ am Ende fand sie prima, allerdings fehlten ihr die Landesbezeichnungen: „Wo ist denn nun Japan?“ - „Meinst Du echt? So klein!?“, tja, ich denke, das war Japan, aber kann ich sicher sein? - Die Illustrationen sind aber schön!

Ich bin etwas zwiegespalten. Ich habe das Gefühl, dass etwas zu viel auf einmal gewollt wird, der Fokus schwenkt mir zu oft. Erst der Bauernhof, wahrscheinlich für Neulinge der Reihe, so wie wir und die Eisenbahn, die aber später kaum noch Erwähnung findet, wohl aber ein zentraler Bestandteil der Reihe ist und die wunderbare Ausstattung, die aber den Inhalt nicht so wirklich widerspiegelt. Superschön finden wir die Weltkarte, die hinten eingelegt ist und ein eigenes Staufach hat, eine wunderbare Idee, aber noch schöner hätten wir es gefunden, wenn zumindest Japan benannt worden wäre. So waren wir uns etwas unschlüssig, als wir Osaka suchten, da sie ja wirklich nicht kartografisch korrekt ist. Die Reise wird angerissen, aber irgendwie Potenzial ungenutzt gelassen, wahrscheinlich um die Zielgruppe nicht zu überfordern. Es hätte mir dennoch gefallen, wenn dann etwas mehr Wissen mit der Reise vermittelt worden wäre, oder diese ganz gestrichen. Es ist für Dreijährige z.T. echt relativ viel Text. Die meisten Kinder in diesem Alter können sich nicht so lange am Stück konzentrieren. Die Illustrationen sind hinreißend und sprechen sowohl Jungs und Mädchen an und bieten jede Menge zu entdecken.
Das Apfelpunschrezept ist eigentlich eine tolle Mitmach-Idee, aber nicht unbedingt mit Dreijährigen, selbst wenn sie motorisch in der Lage sein sollten, Äpfel klein zu schneiden, dürfte ihnen das Durchhaltevermögen für 2 kg Äpfel gemeinsam mit einem Elternteil fehlen...
Die Geschichte ist zwar schön, lustig und unterhaltsam, aber irgendwie bleibt bei mir das schale Gefühl zurück, dass da noch mehr ginge. Denn, was antwortet man auf „Konichiwa“? Oder wie verabschiedet man sich? So hatte ich die Erwartung, dass man etwas mehr Einblick in japanische Besonderheiten bekommt, aber es sind vor allem die grellen Lichter der Stadt. Meine Tochter fragte mich sehr erstaunt: ist das wirklich so, gibt es da sonst nichts? Doch ein Schloss wird noch erwähnt... ich musste aber einräumen, dass die grellen Neonlichter bei Nacht, nicht nur für Osaka typisch sind, sondern auch für Tokio und andere japanische Großstädte. Es ist schön Bewusstsein bei den Kindern zu schaffen, dass fremde Länder mehr als eine bedeutende Stadt besitzen, aber so ganz wird die Bedeutung hier nicht deutlich. Sie hätten genauso gut nach Tokio fahren können.
Für 3 Jährige ist es mir einfach zu umfangreich und für Ältere hätte ich mir ausgereiftere Infos gewünscht – aus Elternsicht, denn meiner Tochter gefällt die Geschichte ja uneingeschränkt, mit Ausnahme der fehlenden Bezeichnung in der Karte.

Ein interessantes Konzept mit Ausbaupotenzial. Hier sollen Kinder beim Lesen durch eigene Handlungen mit einbezogen werden. Es wurde mit Eltern gemeinsam entwickelt, aber vielleicht hätte man noch Erzieherinnen einbeziehen können.

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Veröffentlicht am 04.10.2020

Entdecke, was in Dir steckt!

Captain Underpants Band 1
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Diese Geschichte schildert aus erster Hand, wie es George und Harold ergeht, wenn sie gerade keine Dogman-Comics erfinden. Sie sind die Witzbolde der Schule und um keinen Streich verlegen. Dem gestrengen ...

Diese Geschichte schildert aus erster Hand, wie es George und Harold ergeht, wenn sie gerade keine Dogman-Comics erfinden. Sie sind die Witzbolde der Schule und um keinen Streich verlegen. Dem gestrengen Schulleiter Herrn Krupp sind sie ein Dorn im Auge. Ständig bringen sie sein geordnetes Schulregime durcheinander und kopieren heimlich ihre dämlichen Captain Underpants Comics auf dem Kopierer seiner Sekretärin! Noch hat er sie dabei nicht erwischt, aber das wird ihm schon noch gelingen. Bis dahin kassiert er gnadenlos alles ein, was diese Zwei unerlaubterweise mit in die Schule bringen. Der Verzweiflung nahe installiert er vor dem großen Football-Spiel ein ausgeklügeltes Überwachungssystem, mit dem die Schandtaten der Freunde auf Video (ja, VHS!) festgehalten werden! Mit dieser Bandaufnahme erpresst der Schulleiter von Harold und George vorbildliches Verhalten in der Schule und Frondienste, wie sein Auto zu waschen, seine Schuhe zu putzen..... Lange halten die Beiden das nicht durch und starten einen Gegenangriff! Dabei erleben sie die Überraschung ihres Lebens: Herr Krupp verwandelt sich in Captain Underpants und gemeinsam müssen sie die Welt retten!

Meine Tochter war zuerst etwas enttäuscht: Das ist ja gar kein Comic! Tja, das war wohl mit der ersten epischen Geschichte gemeint. Es gibt wirklich zusammenhängende Sätze! Ja, es ist diesmal mehr Text, aber es ist weiterhin alles schön bunt, mit viel Action, Spaß und Abenteuer und natürlich den Original Fliporamas von Dav Pilkey! Man könnte nun argumentieren, dass die Geschichte albern, übertrieben, pädagogisch zweifelhaft u.ä. sei, aber seien wir ehrlich, wer ein Kind zu Hause hat, das kein Buch lesen will, freut sich wirklich über alles, was das Kind liest! Außerdem ist Kinderhumor echt anders, alberner, aber das heißt ja nicht dass er schlechter ist und gibt es ein schöneres Geräusch als Kinderlachen? Eben! George und Harold sind keine Musterschüler und machen ständig Blödsinn, bisweilen schießen sie über das Ziel hinaus, aber das wird ihnen dann auch schon selbst bewusst. Aber kindergefährdend sind diese Abenteuer nicht, sie dienen jetzt nicht wirklich der Erleuchtung, aber Spaß ist wichtiger und Lesevergnügen zu bereiten, ist unschlagbar. Außerdem erzählt der Autor, wie er diese Geschichte als Schulkind erfand und dass in diesem Buch auch viel authentisches und autobiografisches von ihm steckt. Sein Schulleiter konnte seine Streiche und Zeichnungen auch nicht leiden und hat ihm immer wieder Strafen aufgebrummt. Letztendlich hat er dennoch nicht nur den High School Abschluß geschafft, sondern auch das College besucht und ist nun erfolgreicher Autor. Also liebe Eltern, nicht verzweifeln, glaubt an die Kids, sie gehen schon ihren Weg, dass heißt aber nicht, dass man nicht hinschauen soll, was sie tun, oder sie alles gewähren lässt....

Meine Tochter fand diese irren Abenteuer witzig! Ihr ist natürlich klar, dass das alles völlig unrealistisch ist, aber das mindert den Spaß ja nicht. Ich finde, dass es sicherlich bessere Zeichner gibt als Dav Pilkey, aber es ist auch kein hochwertiger Kunstband, zum angeberisch rumliegen lassen, es ist es Buch, das Spaß am Lesen wecken soll, weil es so anders ist, als die üblichen Bücher. Das stimmt, das ist hier gegeben. Es ist von der Schriftgröße her kein Erstlesebuch, aber es ist mindestens genauso bunt und noch mehr illustriert. Zwischen den Illus sind dann auch tatsächlich Textzeilen, auf einigen Seiten mehr, auf anderen weniger, damit die Lesemuffel sich nie überfordert fühlen. Meine Tochter hat altmodische Eltern und kennt daher noch VHS-Kassetten, aber einige Kinder werden da wohl überfordert sein. Technisch ist dies aber wirklich mit Digitalaufnahmen nicht möglich. Ein modernerer Schulleiter hätte die Aufnahmen sofort in eine Cloud hochgeladen, aber dann würde diese Geschichte einfach nicht funktionieren. Es muss tatsächlich eine körperliche Aufnahme sein, die man auch wieder an sich bringen kann, außerdem ist dem Autor wahrscheinlich genau das passiert, damals als VHS Gang und Gäbe war...

Eine Geschichte die Jungsträume von Superhelden und Abenteuern wahr macht und nebenbei zum Lesen motiviert. Sie zeigt, was in einem stecken kann, auch wenn man völlig unterschätzt wird, man sollte daher bloß nie aufhören an sich zu glauben!

Dav Pilkey ist für seine Verdienste um die Leseförderung in Amerika mehrfach ausgezeichnet worden u.a. mit dem Caldecott Preis.

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