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Veröffentlicht am 06.11.2021

Ein sehr trauriges Kapitel im Leben des Maarten S. Sneijder ...

Todesschmerz
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Im Klappentext steht, dass Sneijder diesmal vor seiner größten Herausforderung steht aber das scheint mir noch maßlos untertrieben, nachdem ich das Hörbuch beendet habe. Nicht nur, dass er gemeinsam mit ...

Im Klappentext steht, dass Sneijder diesmal vor seiner größten Herausforderung steht aber das scheint mir noch maßlos untertrieben, nachdem ich das Hörbuch beendet habe. Nicht nur, dass er gemeinsam mit seinem Team zwei Morde in Norwegen aufzuklären hat, es gibt auch Ärger in den eigenen Reihen. Ein sogenannter Maulwurf scheint das Bundeskriminalamt zu untergraben und schnell gibt es die ersten Toten unter den eigenen Kollegen. Eine Reise ins nordische Ausland, die zu Anfang ein wenig einem Abenteuer zu gleichen schien, wird zum Wettlauf mit der Zeit, wie immer haarscharf am Rande der Legalität vorbei …

Ein wenig ungewöhnlich für den schrulligen Außenseiter Maarten S. Sneijder, ist er doch diesmal mit einem Großaufgebot an Personal unterwegs um auf Verbrecherjagd zu gehen. Doch genau dieses scheint ihm zum Verhängnis zu werden. Immer wieder scheint er „a day late and a dollar short” und die von ihm vermeintlich entdeckten Spuren verlaufen im Sande. Schließlich fällt es ihm jedoch wie Schuppen von den Augen und er schlägt gnadenlos zurück …

Spannung pur hatte ich hier wie gewohnt vermutet und wurde auch nicht enttäuscht. Dennoch lässt mich dieser sechste Teil ein wenig zwiegespalten zurück. Sneijder verzettelt sich meiner Meinung nach ein wenig zu oft, was zu gewissen Länge hie und da führt. Tja und das Ende, ich weiß nicht ganz … hier war mir doch ein wenig zu viel Glück und Zufall mit im Spiel. Aber es wird wohl weitergehen mit Sneijder, Nemez und Co. und ich werde wieder mit von der Partie sein! Ich vergebe diesmal vier von fünf möglichen Sternen an Herrn Gruber und seinen unkonventionellen Ermittler.

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Veröffentlicht am 20.10.2021

Bella Italia ... ein spannender Besuch im (fiktiven) Örtchen Belmonte ...

Villa Fortuna
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Auch dieser zweite Teil der Belmonte Trilogie – der übrigens völlig unabhängig vom ersten gelesen werden kann - führte mich wieder ins sonnige Italien um diesmal Johanna, Gabriella, Teresa und natürlich ...

Auch dieser zweite Teil der Belmonte Trilogie – der übrigens völlig unabhängig vom ersten gelesen werden kann - führte mich wieder ins sonnige Italien um diesmal Johanna, Gabriella, Teresa und natürlich Michael kennenzulernen, der den Stein in Richtung Vergangenheit ins Rollen bringt. Er stellt sich Johanna bei seinem überraschenden Besuch als ihr Sohn vor. Eine Geburtsurkunde kann er vorlegen und ist fest davon überzeugt, vor seiner Mutter zu stehen. Doch diese bricht nicht Freudentaumel aus, denn ihr ist bewusst, dass er unmöglich der Junge sein kann, dem sie unter schweren Bedingungen Mitte der siebziger Jahre das Leben geschenkt hat. Gedanklich begibt sie sich zurück in das schreckliche Entbindungsheim im Allgäu, in das ihre Mutter sie verbannt hatte … die schmerzliche Vergangenheit muss Schritt für Schritt aufgedeckt werden.

Es ist ein trauriges Thema, das sich die Autorin Antonia Riepp – Krimilesern vielleicht besser bekannt als Susanne Mischke – zur Vorlage gemacht hat. Was sogar noch bis in die achtziger Jahre in diesen Einrichtungen für „gefallene Mädchen“ nicht nur mit den Schwangeren, sondern nach der Geburt auch mit ihren Babys getrieben wurde, lässt mir die Haare zu Berge stehen. Jeglicher Rechte beraubt, waren sie schlichtweg ausgeliefert.

Doch trotz der harten Kost liest sich der Roman flüssig, die Handlung ist stimmig und es macht Spaß in dem Buch abzutauchen. Wie schon im ersten Band, erstreckt sich auch dieser zweite Teil über mehrere Jahrzehnte, doch durch die Überschriften beim Start eines jeden Kapitels, kann man den verschiedenen Handlungssträngen mühelos folgen.

Ich freue mich jetzt schon auf den dritten und somit letzten Teil der Reihe, der mit dem Titel „Santo Fiore“ im April nächsten Jahres erscheinen soll. Von mir gibt es verdiente vier von fünf Sternen.

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Veröffentlicht am 12.10.2021

Eine spannende Reise in die Vergangenheit ...

Das Collier der Königin
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Wir bewegen uns in diesem Roman der sympathischen Autorin aus Österreich in zwei Welten. In der Gegenwart treten Lea und Elias in den Vordergrund, die durch eine besondere Fügung Bekanntschaft machen. ...

Wir bewegen uns in diesem Roman der sympathischen Autorin aus Österreich in zwei Welten. In der Gegenwart treten Lea und Elias in den Vordergrund, die durch eine besondere Fügung Bekanntschaft machen. Seit gut zweihundert Jahren befindet sich ein wertvolles Collier im Besitz von Leas Familie und dieser Schatz soll innerhalb der Familie nur an die Erstgeborenen weitergegeben werden. Leas Tante Gloria, die sich vor vielen Jahren von der Familie lossagte, tut dies bereits zu Lebenszeiten. Selbst kinderlos geblieben, fällt die Kette ihrer Nichte Lea zu, überbracht durch Elias, den Enkel ihrer besten Freundin. Elias, seines Zeichens Historiker und dadurch neugierig auf die Vergangenheit des Schmuckstücks, ist schnell Feuer und Flamme für die Jagd nach der Wahrheit und so gehen die Beiden schließlich auf eine spannende Entdeckungsreise.

In der Vergangenheit dominiert Isabelle, die Tochter eines Goldschmieds, die zu Zeiten der französischen Revolution im Jahr 1794 ihren Vater verliert und anschließend ein Baby Einzug in ihr Leben findet. Es ist nicht ihr eigenes, sondern wird ihr von einem fremden Soldaten in die Obhut gegeben. Noch ahnt sie nicht, welch nobler Geburt das kleine Wesen, das sie Julie nennt, ist. Es folgen beschwerliche Jahre, geprägt durch Angst und Hunger, doch Isabelle kämpft um ihr Leben und das der kleinen Ziehtochter. Wird sie irgendwann ihr Glück finden?

Begeistert haben mich in diesem Roman die Schauplatzbeschreibungen. Sei es im Paris der heutigen Zeit oder der Vergangenheit, stets fühlte ich mich wie live dabei gewesen zu sein und meine Neugier auf diese Stadt, die ich schon viel zu lange nicht mehr besucht habe, ist wieder gewachsen. Wer weiß, vielleicht führt mich bald mal wieder eine Reise dorthin? Ganz wunderbar gezeichnet fand ich auch die Person der mutigen Isabelle, die so einige Hürden in ihrem Leben nehmen musste aber nie ihren Kampfgeist verlor. Nicht ganz so warm wurde ich dagegen mit Lea. Immer wenn ich glaubte, mich jetzt doch mit ihr angefreundet zu haben, verfiel sie wieder in ihre Rolle als liebestoller oder manchmal bockiger Teenager, die ihr mit ihren knapp dreißig Jahren so gar nicht zu Gesicht steht. Aber, es ist wohl wie im wahren Leben, mit dem einen kann man gut und mit dem anderen eben nicht so. Dennoch waren die Beiden, Lea und Elias, ein gutes Gespann und haben den Spannungsbogen in der Gegenwart aufrechterhalten. Ich freue mich sehr, dass ich dieses Buch in einer interessanten Leserunde genießen durfte und vergebe für „Das Collier der Königin“ solide vier von fünf Sternen. Für einen Spin-Off oder einen zweiten Teil wäre ich auf jeden Fall zu haben!

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Veröffentlicht am 04.10.2021

Sophia ... eine starke Frau ...

Die Farben der Schönheit – Sophias Triumph (Sophia 3)
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In diesem dritten und somit letzten Teil der Trilogie um die geführten „Puderkriege“ geht es diesmal weniger um die beiden Größen der Schönheitsindustrie Elizabeth Arden und Helena Rubinstein als um unsere ...

In diesem dritten und somit letzten Teil der Trilogie um die geführten „Puderkriege“ geht es diesmal weniger um die beiden Größen der Schönheitsindustrie Elizabeth Arden und Helena Rubinstein als um unsere Protagonistin Sophia. Somit hätte der Titel „Sophias Triumph“ auch nicht besser gewählt worden sein.

Trotz aller Bemühungen, bei Miss Arden Fuß zu fassen und Karriere zu machen, wird Sophia eine Führungsrolle nicht gewährt. So kehrt sie schließlich zu Helena Rubinstein zurück, die ihr ein Studium zahlt aber sie dadurch auch um ihre Unabhängigkeit bringt. Wenigstens ihr privates Liebesglück scheint sie in dem gutaussehenden Darren gefunden zu haben, doch dunkle Wolken ziehen sich mittlerweile am Himmel zusammen. Ein Krieg in Europa und eine Konfrontation mit ihrer eigenen Vergangenheit scheinen unausweichlich …

Es hat mir auch diesmal wieder viel Spaß gemacht, die ehrgeizige und zugleich sympathische Sophia zu begleiten. Es hat mir imponiert, wie sie sich unter anderem für ihre Freundin Henny eingesetzt hat aber auch ihre berufliche Strebsamkeit beeindruckte mich. Der Roman an sich war wieder sehr flüssig geschrieben, so dass er mir viele schöne Hörstunden präsentierte. Lediglich die Sprecherin Karoline Mask von Oppen fand ich durch ihre oft sehr pathetische Art des Vortragens zeitweise sehr anstrengend, weswegen ich ein Sternchen abziehen muss. Alles in allem vergebe ich für das Finale dieser Trilogie vier von fünf Sternen.

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Veröffentlicht am 20.09.2021

Ein bullernder Ofen, ein duftendes Brot und dann kam der Krieg ...

Trümmermädchen
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Obwohl der Roman im Jahr 1941 seinen Anfang nimmt – also mitten im tobenden Zweiten Weltkrieg – scheint für die junge Anna fast noch alles in Ordnung zu sein. Sie hat Glück, denn sie darf mit Onkel Matthias ...

Obwohl der Roman im Jahr 1941 seinen Anfang nimmt – also mitten im tobenden Zweiten Weltkrieg – scheint für die junge Anna fast noch alles in Ordnung zu sein. Sie hat Glück, denn sie darf mit Onkel Matthias und Tante Marie direkt neben der warmen Backstube wohnen, aus der es nicht nur gut riecht, sondern auch noch himmlisch schmeckt. Die Regierung hat Matthias unabkömmlich gestellt, schließlich versorgt er die hungrigen Menschen mit Brot und Brötchen. Doch allmählich gehen dem Führer die Soldaten aus und so wird auch Matthias schließlich eingezogen und an die russische Front geschickt. Wie soll es nur weitergehen? Eins scheint sicher, es geht bergab! Getrieben von Hunger, Mut und einer unerschütterlichen Portion Ehrgeiz hat Anna es sich schnell auf die Fahne geschrieben, Marie, den kleinen Karl und sich selbst über die Runden zu bringen. Aus Verzweiflung begibt sie sich diesseits der Legalität … wird die Familie es schaffen?

Die Autorin Lilly Bernstein, vielen besser bekannt unter ihrem echten Namen Lioba Werrelmann, ist selbst Bäckerstochter und kann so wunderbar ihre Erfahrungen in den Roman einfließen lassen. Auch zeichnet sie ein sehr authentisches Bild vom kriegsgebeutelten Köln in den späten Kriegsjahren. Fast scheint es, als hätte sie selbst Hunger und Kälte erleiden müssen. So weit so gut aber dennoch kann ich an dieser Stelle leider nicht die volle Punktzahl vergeben. Der Schreibstil erscheint mir für einen Roman für Erwachsene doch recht einfach und mehr auf ein jüngeres Publikum zugeschnitten. Alles in allem ein eindringliches Buch, das von mir deshalb vier von fünf Sterne erhält.

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