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Veröffentlicht am 30.12.2020

Dieser Auftakt macht Lust auf mehr!

Wolfszeit
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Nachdem Tkemen des vermeintlichen Mordes am Kaiser bezichtigt wird, bleibt ihm nichts anderes übrig, als zu flüchten - stets Verfolger an seinen Fersen. Auf seiner Reise quer durch das gesamte Reich trifft ...

Nachdem Tkemen des vermeintlichen Mordes am Kaiser bezichtigt wird, bleibt ihm nichts anderes übrig, als zu flüchten - stets Verfolger an seinen Fersen. Auf seiner Reise quer durch das gesamte Reich trifft er nicht nur auf Kaya und Haku, die ihre Heimat verlassen haben, um sich als Erwachsene zu beweisen, sondern auch auf Elais, eine ausgestoßene Elfenmagierin, sowie auf Thea, eine Meisterdiebin.
Während sie immer tiefer ins Landesinnere vordringen, brauen sich tödliche Gefahren zusammen...

Bereits zu Beginn des Lesens haben mich die farbige Landkarte und tolle Illustrationen von Charakteren oder Schauplätzen begeistern können. Beides ließ mich auf eine vielversprechende und stimmige High-Fantasy Geschichte hoffen.

Auf den ersten Seiten wurden meine Erwartungen zunächst leider ein wenig enttäuscht. Ich hatte leichte Schwierigkeiten, alle Ereignisse mit einander in Verbindung zu bringen sowie voll und ganz in die neue Welt eintauchen zu können - und das trotz des sehr guten Schreibstils der Autorin (gerade Leser, die gerne Kampfszenen lesen, sollten sich davon überzeugen; Bjela Schwenk beschreibt diese fantastisch lebhaft!).
Nach und nach fiel mir dies allerdings immer leichter. Durch eine stetig ansteigende Spannungskurve und überraschende Wendungen konnte ich die Geschichte vor allem zum Ende hin nicht mehr aus der Hand legen, hätte nach dem Beenden von "Wolfszeit" gerne direkt mit dem zweiten Band weitergemacht.

Dazu haben sicherlich auch die facettenreichen Charaktere beigetragen, die ich mit zunehmenden Lesefortschritt wirklich liebgewonnen habe. Trotz mehrerer Protagonisten hatte ich stets das Gefühl - und das fehlt mir tatsächlich bei vielen Büchern - jeden einzelnen von ihnen gut zu kennen, jedem mehrere Charaktereigenschaften zuordnen zu können. Was ich an der Stelle noch einmal besonders betonen möchte, ist die Vielschichtigkeit jener Figuren. "Wolfszeit" handelt nicht von perfekten Helden, die die Welt alle ein Stückchen besser machen möchten. Jede Figur hat ihre Stärken und Schwächen, macht Fehler, entwickelt sich aber gerade dadurch bewundernswert weiter.

Alles in einem finde ich, dass es sich bei diesem Buch um den gelungenen Auftakt einer High-Fantasy Reihe handelt. Wer möglicherweise am Anfang die selben Startschwierigkeiten wie ich hat, sollte unbedingt dranbleiben. Es lohnt sich!
4/5 Sterne

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Veröffentlicht am 12.11.2020

Spannender Survival-Thriller mit leichten Schwächen

When we were lost
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Anstatt einige interessante Tage in der Natur Costa Ricas zu verbringen, strandet eine kleine Gruppe Schüler mitten im Dschungel. Nach dem Absturz ihres Flugzeuges überleben von den ursprünglichen 200 ...

Anstatt einige interessante Tage in der Natur Costa Ricas zu verbringen, strandet eine kleine Gruppe Schüler mitten im Dschungel. Nach dem Absturz ihres Flugzeuges überleben von den ursprünglichen 200 Insassen lediglich 19 Personen - zumindest vorerst, denn neben zahlreichen gefährlichen Tieren und einer unerbittlichen Hitze wird auch der Proviant zunehmends knapper...

Nach dem überaus vielversprechendem Klappentext und dem tollen Cover war ich wirklich neugierig auf die Geschichte. Ich habe auf eine packende Lektüre gehofft und wurde definitiv nicht enttäuscht.

"When we were lost" beginnt mit einer kurzen Schilderung des sogenannten "Schmetterlingseffekts", sodass erstmals düstere Vorahnungen auftauchen und das Interesse des Lesers geschürt wird. Und bereits nach einigen wenigen weiteren Seiten ist der Leser mitten im Geschehen gefangen. Alles passiert Schlag auf Schlag, und ehe man sich versieht, ist das Unglück bereits geschehen. Auch die weiteren Ereignisse lassen kaum eine kurze Atempause zu und es geht stets zackig weiter.
Ich finde, dass dieses Erzähltempo optimal zum Buch gepasst hat. Es schuf eine besondere Atmosphäre und erschien teilweise schon fast wie ein aufwendiger Kinofilm. Gepaart mit dem simplen und präzisen Schreibstil fiel es mir sehr leicht, sich die einzelnen Szenen optimal vorzustellen. Und so habe ich die Lektüre binnen weniger Stunden förmlich verschlungen.

Positiv anmerken möchte ich an dieser Stelle auch die schöne Ausarbeitung der Nebencharaktere. Nach dem Flugzeugabsturz lernt man Stück für Stück die gesamte Gruppe kennen, wird dabei allerdings nicht mit irrelevanten Details überflutet, sondern erhält einen angenehmen Einblick in die einzelnen Persönlichkeiten. Ich konnte ihre Gedanken, Gefühle und Reaktionen gut nachvollziehen und fand sie durchaus authentisch.
Problematischer war dies jedoch bei dem Protagonisten Tom. Am Anfang wurde er wie der typische Außenseiter geschildert, isolierte sich bewusst von den anderen, wandelte sich dann urplötzlich aber zur Anführergestalt. Er war mir bis zum Schluss ein Rätsel und ich hatte einige Schwierigkeiten mit ihm.

Nichtsdestotrotz würde ich diese Lektüre für einige mitreißende Lesestunden weiterempfehlen, wenn sie auch nichts Tiefgründiges ist - gute Unterhaltung für Zwischendurch eben. Ich kann mir diesen Roman von Kevin Wignall gerade deswegen auch toll als Kinofilm vorstellen und bin gespannt, was uns in dieser Hinsicht noch erwartet!
4/5 Sterne

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Veröffentlicht am 25.09.2020

Spannender und interessanter historischer Roman - wunderbar zum Abschalten geeignet!

Schicksalssterne
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Als der Offizier Julius eines Tages auf die Bankierstochter Mia stößt, verstehen sich beide auf anhieb. Die Liebe zu Pferden verbindet sie und schon bald verlieben sie sich ineinander. Aus Angst, Julius ...

Als der Offizier Julius eines Tages auf die Bankierstochter Mia stößt, verstehen sich beide auf anhieb. Die Liebe zu Pferden verbindet sie und schon bald verlieben sie sich ineinander. Aus Angst, Julius könne kurz vor dem ersten Weltkrieg eingezogen und Mia auf Grund ihrer jüdischen Abstammung Schikanen ausgesetzt werden, entschließen sich beide, Deutschland gemeinsam den Rücken zuzukehren. In Neuseeland wagen sie mit einer Pferdezucht einen Neuanfang. Doch während der Krieg um sie herum tobt, wird das Ehepaar der Spionage bezichtigt und interniert. Ein kräftezehrender Überlebenskampf beginnt - nicht nur für Julius und Mia, sondern auch für ihr erfolgreiches Gestüt...

Nachdem ich zahlreiche, nahezu ausschließlich gute Kritik über die Autorin Sarah Lark gehört und gelesen habe, war ich umso neugieriger auf meinen ersten Roman von ihr. Und sie hat mich nicht enttäuscht.
Bereits zu Beginn des Buches sind mir die zahlreichen exakten Ausführungen ins Auge gesprungen. Der Leser wird ausführlich in das Deutschland vor dem ersten Weltkrieg eingeführt, lernt erst Julius und anschließend Mia sehr gut kennen bevor die eigentliche Handlung einsetzt. Manch einem mag dies zwar nicht zwingend notwendig erscheinen, ich persönlich mochte diese Möglichkeit zur allumfassenden Orientierung jedoch sehr gerne.
Erst nach mehreren Kapiteln verlagert sich die Handlung nach Neuseeland. Der Fokus von "Schicksalssterne" wird deutlich auf das dortige Geschehen gelenkt. Überaus authentisch und realistisch werden die Probleme, auf die die beiden Protagonisten stoßen, sowie ihre Eindrücke und Erfahrungen, welche sie mit der Zeit sammeln, geschildert. Besonders schön fand ich dabei vor allem, dass man auch als Pferdelaie keine Verständnisschwierigkeiten hatte. Das liegt zum einen daran, dass Fachbegriffe zumeist näher erörtert wurden, zum anderen daran, dass die Handlung auch zahlreiche andere Aspekte in sich vereint.
Bei all der Fülle an Eindrücken hätte ich mir jedoch gerne einen stärkeren Bezug zu Neuseeland gewünscht. Denn die Geschichte hätte sich fast problemlos in einem anderen Land abspielen können, so wenig Bezug wurde zum Schauplatz geschaffen.

Sehr gut gefallen wiederum haben mir die einzelnen Charaktere. Über 592 Seiten verteilt machte jeder von ihnen eine spannende Entwicklung durch, die ich sehr interessiert mitverfolgt habe. Besonders mochte ich, dass sie nicht klar und deutlich in das typische Schwarz-Weiß Schema eingeteilt wurden. Selbst augenscheinlich "böse" Figuren bekamen glaubwürdige Motive zugesprochen und nicht selten wusste ich nicht so recht, wie ich diese denn nun einordnen sollte.

Alles in einem finde ich, dass es sich bei dieser Lektüre um einen äußerst spannenden historischen Roman handelt, der sich wunderbar zum Abschalten eignet. Trotz eines kleinen Kritikpunktes würde ich ihn weiterempfehlen und vergebe
4/5 Sterne.

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Veröffentlicht am 30.08.2020

Ein gelungener Auftakt, der vor allem nach dem ersten Drittel überzeugen konnte

Die Köchin von Castamar
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Spanien, 18. Jahrhundert: Die junge Clara Belmonte erhält überraschenderweise eine Stelle als Hilfsköchin am Hof von Castamar. Über zahlreiche Umwege gelingt ihr ein schneller Aufstieg in der Hierarchie ...

Spanien, 18. Jahrhundert: Die junge Clara Belmonte erhält überraschenderweise eine Stelle als Hilfsköchin am Hof von Castamar. Über zahlreiche Umwege gelingt ihr ein schneller Aufstieg in der Hierarchie und schon bald wird auch der Herzog auf sie aufmerksam. Inmitten von tödlichen Intrigen bahnt sich eine zarte Liebesgeschichte an. Doch schnell brodelt die Gerüchteküche und Clara muss künftig auf jeden ihrer Schritte genauestens achtgeben...

Der Einstieg in diesen historischen Roman hat mir zugegebenerweise einige Probleme bereitet. Nach dem Erfolg des Autors in Spanien waren die Erwartungen vielleicht ein wenig zu hoch. Denn ich fühlte mich nahezu ein wenig erschlagen von der Fülle an verschiedensten Eindrücken und Informationen. Ich habe mich zuvor noch nie eingehend mit dem gesellschaftlichen Leben im Spanien des 18. Jahrhunderts beschäftigt und hatte daher Schwierigkeiten, mit den vielen Titeln zurechtzukommen. Erschwert wurde mir der Einstieg ferner durch zahlreiche Figuren. Zwar habe ich mich nach etwas weniger als dem ersten Drittel daran gewöhnt, jedoch habe ich den Eindruck, dass mir ein kurzes Personenverzeichnis enorm bei der Orientierung geholfen hätte.

Nachdem diese Hürde jedoch erst einmal überwunden war, ging es steil bergauf. Fernando J. Múñez hat es geschafft, mich mit seiner überaus bildgewaltigen Sprache vollkommen in seinen Bann zu ziehen. Ich habe mich über das gesamte Buch hinweg gefühlt, als wäre ich selbst mitten im sonnigen Spanien angelangt. Die unglaubliche Vielfältigkeit und Diversität an kulinarischen und gesellschaftlichen Eindrücken gelingt dem Autor hervorragend und ich bin auch nach dem Lesen immer noch völlig fasziniert davon.

Auch die Geschichte an sich hat es mir angetan. Historische Details wurden sehr gut eingearbeitet und zahlreiche überraschende Intrigen sorgen für einen konstant ansteigenden Spannungsbogen. Hinzu kommen eine sanfte, sich langsam anbahnende Liebesgeschichte und interessante Charaktere.

So konnte mich vor allem die Protagonistin Clara begeistern. Ich mochte die Ambivalenz ihrer Persönlichkeit sehr gerne und habe mich gefreut, sie bei ihrer Reise quer durch Castamar begleiten zu dürfen - auch, wenn bei ihr (wie auch bei den anderen Figuren) der Fokus wohl eher nicht auf tiefgängig gezeichneten Hintergründen lag.

Nichtsdestotrotz mochte ich diesen Roman überaus gerne und bin gespannt, wie es mit Clara, dem Herzog und den gefährlichen Verschwörungen weitergeht. Wer Interesse an einer packenden Reise und detaillierten kulinarischen Eindrücken hat, für den ist "Die Köchin von Castamar" sicher ein passendes Buch.
4/5 Sterne

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Veröffentlicht am 07.08.2020

Spannender und interessanter Fantasyroman in Briefform

Wenn die Nacht stirbt und dein Herz aufhört zu schlagen
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Als Read gebrandmarkt wird, verändert sich ihr gesamtes Leben schlagartig. Als junge Hexe stößt sie im neuen Internat auf Gleichgesinnte. Doch bereits nach kurzer Zeit schwebt etwas Gefährliches in der ...

Als Read gebrandmarkt wird, verändert sich ihr gesamtes Leben schlagartig. Als junge Hexe stößt sie im neuen Internat auf Gleichgesinnte. Doch bereits nach kurzer Zeit schwebt etwas Gefährliches in der Luft. Kann das etwa mit Reads Ankunft zusammenhängen? Als immer mehr Mitschüler von einem Moment auf den anderen spurlos verschwinden, muss sie handeln...

Der Einstieg in die Geschichte erfolgt durch einen überaus fesselnden Prolog. In diesem wird die Behandlung angeblicher Hexen im Mittelalter und die damit verbundenen extremen Foltermethoden näher thematisiert. Schockiert, aber dennoch neugierig wird der Leser zurückgelassen und erste Spannung erzeugt.

Dazu trägt auch der tolle Schreibstil bei. Die Mischung aus locker, modern und jugendlich, aber dennoch irgendwie gefestigt, empfinde ich als wirklich gelungen und passend zur Geschichte. Einzig ein wenig erzwungen wirkende Wortsynonyme haben mich während einiger Passagen auf dem Konzept gebracht - abgesehen davon jedoch erzeugt der Schreibstil einen sehr angenehmen Lesefluss.

Die Geschichte, welche sich hinter dem Buchdeckel verbirgt, erschien mir an sich nicht unbedingt neu: Ein junges Mädchen, welche plötzlich magische Fähigkeiten innehat, in ein spezielles Internat zieht, ihre große Liebe findet und dort allerhand Abenteuer erlebt. Diese Konstellation habe ich bereits öfter gelesen und doch ist die Art und Weise, wie Lisa Lamp sie mit anderen Elementen kombiniert, einzigartig. So finden neben den typischen Fantasyelementen auch kurze Ausschnitte aus historischen Hexenverbrennungen immer wieder ihren Platz im Geschehen - nicht zu vergessen die interessante Briefform, deren Hintergrund erst nach und nach aufgedeckt wird. All dies wird gepaart mit erschreckend authentischen und nahegehenden, emotionalen oder aber actiongeladenen Szenen.
Leider bleibt durch das stramme Erzähltempo einiges an Tiefgang auf der Strecke. Einiges wurde mir zu oberflächlich angerissen und ich habe mir oft gewünscht, mehr über ein bestimmtes Thema oder eine Passage zu erfahren.

Ähnlich erging es mir auch bei den Charakteren. Sie waren für mich sehr realistisch geschildert - gar keine Frage. Aber durch die oben erwähnte, mangelnde Tiefe kam für mich leider nur eine schwache Verbindung zu ihnen zustande, was sehr schade ist. Denn es gab die ein oder andere Figur, die ich wirklich interessant fand. Neben der Protagonistin Read war das vor allem ihre anfängliche Gegenspielerin Nicole.

Nach der Leseprobe zum Folgeband jedoch bin ich überzeugt davon, dass sich dies bessert und einige (Hintergrund-)Fragen geklärt werden. Ich freue mich auf die Fortsetzung und hoffe auf weitere magische und ebenso spannende Lesestunden!
4/5 Sterne

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