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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.02.2017

Eine ungewöhnliche Freundschaft

Weit weg ist anders
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Ich war wirklich gespannt, was mich bei diesem Buch erwartet. Der Schreibstil hat mich ja schon in der Leseprobe überzeugt - irgendwie ein bisschen eigenwillig, aber trotzdem sehr flüssig und schön zu ...

Ich war wirklich gespannt, was mich bei diesem Buch erwartet. Der Schreibstil hat mich ja schon in der Leseprobe überzeugt - irgendwie ein bisschen eigenwillig, aber trotzdem sehr flüssig und schön zu lesen.

Herausstechend sind natürlich die zwei Protagonistinnen Edith und Christel, die gegensätzlicher nicht sein könnten. Edith hat die Berliner Schnauze und man hat das Gefühl, sie kann andere Menschen nicht leiden - was wahrscheinlich auch der Wahrheit entspricht :) Trotzdem hat mir ihre unkonventionelle Art sehr gut gefallen, auch wenn ich wahrscheinlich nicht die Geduld mir ihr gehabt hätte wie Christel. Die ist ein echter Nordkopp und so liebeswert, wie man es sich nur vorstellen kann - leider steht sie aber nicht wirklich auf eigenen Beinen bzw. lässt sich sehr bevormunden. Ihr könnt euch vorstellen, dass es sehr lustig wird, wenn die beiden Gegensätze aufeinander treffen.

Sehr gut gefallen hat mir, dass auch die Gedankenwelt der zwei Damen gut herübergebracht wurde. Man erfährt so häppchenweise, wie die zwei zu dem wurden, was sie sind - jeder hat einen Schicksalsschlag verkraftet und mit den Kindern ist auch nicht alles so, wie es sein soll. Auch wenn ich noch nicht so alt bin (zum Glück :D ), zeigt das Buch doch, dass man auch im hohen Alter so manches Abenteuer erleben kann.

Im Gegensatz zum Rest des Buches ist der Schluss richtig rührend. Ein Happy End im eigentlichen Sinne gibt es nicht, dennoch ist der Schluss passend und lässt den Leser mit einem weinenden und einem lachenden Auge zurück.

Mir hat das Buch einige sehr schöne Lesestunden beschert! Vier Sterne!

Veröffentlicht am 06.02.2017

Realistisches Horror-Szenario

NOW Du bestimmst, wer überlebt.
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Zugegeben: Auf den ersten 100 Seiten habe ich mir mit diesem Buch richtig schwer getan. Ich kam irgendwie nicht so richtig rein. Das lag daran, dass nicht nur die Perspektiven, sondern auch die Zeit (vor ...

Zugegeben: Auf den ersten 100 Seiten habe ich mir mit diesem Buch richtig schwer getan. Ich kam irgendwie nicht so richtig rein. Das lag daran, dass nicht nur die Perspektiven, sondern auch die Zeit (vor oder nach NOW) gewechselt wird. Da fiel es mir sehr schwer, einen roten Faden zu erkennen. Außerdem gab es doch einige technische Details, die ich relativ kompliziert fand bzw. wurden diese genau erläutert - das hätte ich gar nicht gebraucht.

Dann aber nimmt das Buch Fahrt auf und ich konnte es kaum noch aus der Hand legen. Dieses Horror-Szenario, das aufgebaut wurde, ist einfach zu realistisch. Das liegt auch daran, dass es eben nicht so weit weg ist, wie man es von Dystopien kennt. Denn der Start von NOW liegt gerade mal 10 Jahre in der Zukunft. Außerdem wird vieles angesprochen, was heute schon möglich ist - und umso realistischer ist das Buch.

Der Schreibstil ist alles in allem sehr angenehm zu lesen - bis auf einige Passagen, die wirklich für meinen Geschmack zu technisch waren. Hier habe ich dann einfach mal ein bisschen überflogen :D

Spannung kommt auch durch die verschiedenen Perspektiven auf. Man lernt verschiedene Figuren lieben und hassen - und fiebert natürlich dementsprechend mit. Wer nach einer Liebesgeschichte, wie man sie auf den Jugenddystopien kennt, sucht, ist hier aber an der falschen Adresse. Romantik wird nicht unbedingt großgeschrieben.

Etwas enttäuscht war ich allerdings vom Ende: Das kam nämlich mehr als plötzlich. Wenn ich ehrlich bin, habe ich bis 20 Seiten vor Schluss noch mit einer Fortsetzung gerechnet. Aber dann geht alles Schlag auf Schlag und dabei kommen mir einige offene Fragen definitiv zu kurz.

Insgesamt konnte mich das Buch - aber vor allem auch die Idee dahinter - überzeugen. Deswegen gibt es von mir 4 Sterne!

Veröffentlicht am 04.02.2017

Schöne Geschichte fürs Herz

Maybe Someday
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Endlich mal wieder ein Buch von Colleen Hoover, das mich begeistert hat, nachdem ich doch in der letzten Zeit etwas enttäuscht wurde :)
Das liegt vor allem daran, dass mit Sydney mal wieder eine Hauptfigur ...

Endlich mal wieder ein Buch von Colleen Hoover, das mich begeistert hat, nachdem ich doch in der letzten Zeit etwas enttäuscht wurde :)
Das liegt vor allem daran, dass mit Sydney mal wieder eine Hauptfigur am Start war, die klug und selbstbewusst ist - und nicht so naiv, wie es beispielsweise in "Zurück ins Leben geliebt" der Fall war.
Sydney erlebt Enttäuschungen, rappelt sich aber wieder auf und macht weiter, so gut sie kann. Das hat mir gut gefallen.
Auch ihr männlicher Gegenpart Ridge war sehr interessant, und dass nicht nur aufgrund seiner Taubheit. Überhaupt hat seine Behinderung den Reiz des Buches ausgemacht, da man doch wenig darüber nachdenkt, wie es ist, nichts zu hören. Hoover hat es gut umgesetzt, uns Leser an seiner geräuschvollen Welt teilnehmen zu lassen.
Gut gefallen hat mir, dass die Geschichte immer abwechselnd aus den Perspektiven der Beiden geschrieben ist, ohne dass sich der Inhalt doppelt.
Auch super war mal wieder der Schreibstil - da muss man einfach weiterlesen.
Natürlich ist die Geschichte etwas vorhersehbar, hält aber trotzdem einige Überraschungen bereit. Gestört hat mich nur, dass es zwischendurch einige Längen gibt. Vor allem das Ende, die letzten 80 Seiten, haben sich dann doch ganz schön gezogen.
Insgesamt hat mir das Buch aber gut gefallen!

Veröffentlicht am 21.01.2017

Wenn sie genau wissen, wo du dich befindest...

Alleine bist du nie
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Verursacht der Klappentext bei euch auch so eine Gänsehaut wie bei mir? Der Gedanke, dass jemand ein Foto von dir veröffentlicht, ist ja schon schlimm, aber dass du auch noch in Gefahr bist... Mich hat ...


Verursacht der Klappentext bei euch auch so eine Gänsehaut wie bei mir? Der Gedanke, dass jemand ein Foto von dir veröffentlicht, ist ja schon schlimm, aber dass du auch noch in Gefahr bist... Mich hat dieser Gedanke richtig gefesselt und weil ich das Londoner U-Bahn-Netz wie meine Westentasche kenne, war das Buch für mich ein richtiger Lesegenuss. Denn die Protagonistin Zoe ist nicht die Einzige, die in den Kleinanzeigen auftaucht... Mehr kann ich leider nicht verraten.

Das Buch ist aus der Ich-Perspektive von Zoe geschrieben, dass hat mir sehr gut gefallen. Man erlebt ihre Anspannung und ihre Ängste richtig mit, man spürt das Herzklopfen und fiebert mit ihr mit. Ebenfalls im Mittelpunkt steht die Polizistin Kelly, die eigentlich nur bei Diebstählen in der U-Bahn ermittelt, aber dann doch etwas Großes hinter diesen Anzeigen und Fotos der Frauen entdeckt. Man erfährt abwechselnd etwas über die Beiden, so hat man als Leser immer beide Seiten parat: Die des Opfers und die der Ermittler. Das ist gut gelungen. Ab und zu kommt aber der Täter selbst zu Wort, anfangs wirkt es noch wie eine Rechtfertigung - was aber natürlich trotzdem extrem zur Spannung beträgt.

Die Geschichte, die sich entwickelt, kann man aufgrund des Klappentextes gar nicht erahnen. Sie is sehr komplex und spannend, man ist gefesselt und will nicht aufhören zu lesen. Dazu trägt auch der überaus angenehme Schreibstil bei.

Allerdings gab es auch einige Dinge, die mich etwas enttäuscht haben. Es werden doch einige Sachen ausführlich beschrieben, die gar nichts mit der eigentlichen Geschichte zu tun haben. Ich habe immer darauf gewartet, dass da noch was kommt, was aber nicht der Fall war. Das war unnötig.
Leider werden auch die fälschen Fährten, auf die der Leser gelockt werden soll, zu plump gelegt. Ich bin nicht darauf reingefallen und ich denke, das passiert den wenigstens, die regelmäßig Krimis und Thriller lesen. Da ist man dann zu aufmerksam :)
Aber am schlimmsten: Das Ende. Das ganze Buch ist wirklich super und ein Pageturner, die letzten 50 Seiten haben das für mich aber kaputt gemacht. Denn zum einen kommt es nicht überraschend, zum anderen wirkt es sehr konstruiert und auch etwas willkürlich. Das ganze Buch kommt ohne das detailreiche Schildern blutiger Gewalt aus - man hatte den Eindruck, die Autorin wollte das jetzt am Ende aufholen. Sehr schade!

Nichtsdestotrotz wurde ich sehr gut unterhalten, ich habe das Buch genossen und hatte das ein oder andere Mal Gänsehaut. Deswegen gibt es von mir - trotz misslungenem Schluss - 4 Sterne und eine Leseempfehlung für alle, die mal einen etwas anderen Thriller lesen wollen.

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Veröffentlicht am 13.01.2017

Liebe, Spannung und ganz viele Bücher

Jane Austens Geheimnis
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Ich habe zwar noch kein einziges Buch von Jane Austen gelesen (Schande auf mein Haupt), aber die Filme fand ich sehr schön, deswegen hat mich der Titel des Buch sofort angesprochen.

Der Aufbau ist sehr ...

Ich habe zwar noch kein einziges Buch von Jane Austen gelesen (Schande auf mein Haupt), aber die Filme fand ich sehr schön, deswegen hat mich der Titel des Buch sofort angesprochen.

Der Aufbau ist sehr gut gemacht: Man wechselt zwischen der Gegenwart und Jane Austens Zeit um 1796 hin und her. Man verfolgt also zwei Perspektiven, die der Protagonistin Sophie und der der berühmten Autorin.
Anfangs war mir nicht bewusst, wie die beiden Handlungsstränge zusammengeführt werden sollen, ohne das es holprig wird. Das ist der Autorin aber wunderbar gewonnen, so dass das Buch wirklich ruhig rund wird.

Die Sprache ist sehr schön und ein echter Lesegenuss. Man merkt einen Unterschied in den Dialogen, je nachdem, in welcher Zeit man sich gerade befindet. Auch werden immer wieder Passagen aus den Austen-Büchern zitiert - die ich jetzt auch endlich mal lesen muss.

Sophie ist eine sympathische Protagonistin, die allerdings auch ein bisschen naiv wirkt. Das fand ich etwas schade, da sie sonst sehr rational und mit viel Kampfeslust handelt. An einigen Stellen wirkte sie auch nicht wie eine junge Frau im Jahr 2016, sondern etwas "eingestaubter". Trotzdem musste man sie mögen - alleine wegen ihrer Liebe zu Büchern.

Am Ende wird es nochmal richtig spannend und die Ereignisse überschlagen sich. Hier hätte es für meinen Geschmack noch etwas ausführlicher sein dürfen. Leider ist es auch etwas vorhersehbar, was aber gut zur Geschichte passt.

Insgesamt hat mir die Geschichte rund um Sophie und ihre Liebe zu Jane Austen sehr gut gefallen. Deswegen gibt es von mir 4 Sterne!