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Veröffentlicht am 15.09.2016

"Warum TTIP nur den Konzernen nützt - und uns allen schadet"

Die Freihandelslüge
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"Warum TTIP nur den Konzernen nützt - und uns allen schadet"
(Buchuntertitel)

Hier einige Aussagen und Zitate zum Inhalt des Buches:

"Im Kern geht es darum Konzerninteressen in Gesetze zu gießen …
Politik ...

"Warum TTIP nur den Konzernen nützt - und uns allen schadet"
(Buchuntertitel)

Hier einige Aussagen und Zitate zum Inhalt des Buches:

"Im Kern geht es darum Konzerninteressen in Gesetze zu gießen …
Politik kann man ... definieren als die Durchsetzung wirtschaftlicher Zwecke mit Hilfe der Gesetzgebung." (S. 10)

So wird das TTIP bspw. in den Patent- und Datenschutz eingreifen.

Es werden Marktzugangsverpflichtungen gefordert, die bspw. bei der Trinkwasserversorgung die kommunale Einflussnahme aushebelt.

Das Abkommen zielt darauf den freien Handel zu fördern; deshalb sind viele TTIP-Protagonisten der Ansicht, dass Regeln grundsätzlich schlecht seien und jede weggeräumte Regel eine Wohltat sei.

Bei dem Freihandelsabkommen geht es darum, die nichttarifären Handelshemmnisse zu beseitigen:
"Qualitätsstandards als Handelshemmnisse - das ist TTIP in drei Worten." (S. 42)

"TTIP ist ein Konjunkturprogramm ohne Investitionen! Und das heißt, es ist nichts anderes als ein Sparprogramm: Die EU-Regierungen helfen den Konzernen, Geld zu sparen.'" (S. 65)

"... führt unweigerlich zu der Frage, welchen Sinn ein Freihandelsabkommen mit einem Partner haben soll, der die Dinge am liebsten ganz für sich allein entscheidet." (S. 222)

Meine Meinung:
Dieses Sachbuch ist sehr verständlich geschrieben und es wurden wirklich viele interessante Informationen zusammengetragen, die so über die Tageszeitung, die Abendnachrichten und Ähnliches nicht geliefert werden.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Es dient nur vordergründig dem Wohle der Menschen.

T.R.O.J.A. Komplott
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Es dient nur vordergründig dem Wohle der Menschen.

Inhalt:
Der 21-jährige Nico ist das jüngste Nachwuchstalent des FBI. Er wird mit einem Geheimauftrag betraut. Seine Zielperson ist die 20-jährige Beta.
Die ...

Es dient nur vordergründig dem Wohle der Menschen.

Inhalt:
Der 21-jährige Nico ist das jüngste Nachwuchstalent des FBI. Er wird mit einem Geheimauftrag betraut. Seine Zielperson ist die 20-jährige Beta.
Die Story spielt in der (nahen?) Zukunft.
Jeder Bürger trägt Nanobots in seinen Körper, die seine Gesundheitswerte überwachen. Gesundheit ist oberste Bürger-Pflicht. Daraus folgert sich konsequenter Weise, dass, sollten die Gesundheitswerte abweichen, der jeweiligen Person natürlich Nahrungsvorschriften gemacht werden.
Allerdings ergeben sich mit den Nanobots noch ganz andere Überwachungsmöglichkeiten. Mit Hilfe der Nanobots kann nämlich alles, was eine Person über seine Augen sieht, in Realtime via Satellitendatenabfrage in einer FBI-Geheimabteilung mitgesehen und somit die jeweilige Person vollkommen überwacht werden.

Hint: "Nanobot" ist eine Wortkreation aus "Nanotechnologie" und "Roboter".

Meine Meinung:
Was mir im Nachhinein ehrlich gesagt nicht so gut gefallen hat, war, dass der Autor am Anfang des Romans die Geschichte so inszenierte, als ob Beta sich keinen Reim auf die Ereignisse hätte machen können; aber mit ihrem Hintergrund hätten ihr die Zusammenhänge sofort klar sein müssen.

Die Story zeigt plausibel, dass sobald eine Technologie machbar ist, sie auch verwendet - und zwar gegen die Menschen benutzt wird.

Absoluter Pluspunkt:
Der Roman ist sehr, sehr spannend geschrieben und sehr flüssig zu lesen.

Auch wenn der Roman ein paar Schwächen hat, so würde ich ihn doch nicht nur als Jugendroman einstufen, sondern könnte mir vorstellen, dass auch Erwachsene Gefallen an der Story finden können.

Und:
Die medizinisch-technische Idee hinter dem Roman, fand ich absolut genial; und gar nicht so unrealistisch.

Fazit: Spannender Roman.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Wunderbare Gruselgeschichte für Kinder ab ca. 7 Jahren zum Vorlesen oder Selberlesen.

Schurkenstraße 7
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Wunderbare Gruselgeschichte für Kinder ab ca. 7 Jahren zum Vorlesen oder Selberlesen.

Inhalt:
Weil Linas Eltern einen neuen Job haben, muss die 10-Jährige mit ihren Eltern umziehen: Sie ziehen in die ...

Wunderbare Gruselgeschichte für Kinder ab ca. 7 Jahren zum Vorlesen oder Selberlesen.

Inhalt:
Weil Linas Eltern einen neuen Job haben, muss die 10-Jährige mit ihren Eltern umziehen: Sie ziehen in die Stadt Würgelsheim an der Graus in die Schurkenstraße 7.
Aber leider gibt es weit und breit keine anderen Kinder in der Nachbarschaft.
Sondern die anderen Bewohner der Schurkenstraße sind alle etwas „seltsam“ und gruselig und Lina hat irgendwie den Eindruck, als ob sie eigentlich nichts Gutes im Sinn haben würden.
Aber schon bald kommt sie mit Wendelin, dem Jungen, der vor ihr in der Schurkenstraße 7 gewohnt hat, in Kontakt.

Meine Meinung:
Der Schreibstil der Autorin hat mir sehr gut gefallen; er hat Niveau und ist dennoch nicht zu anstrengend.
Eine bildhafte Sprache und die Beschreibungen von Details kommen ebenfalls nicht zu kurz, so dass die Phantasie der Leser / Zuhörer wunderbar angeregt wird.
Beispiel (Kennenlerngespräch mit der seltsamen Nachbarin):
„Die Frau lachte tief und gurgelnd. […] Sie schnaubte und Lina wäre nicht überrascht gewesen, wenn eine Rauchwolke aus den Nüstern dieser Frau gestoben wäre.“ (S. 19)

Die Länge der Kapitel ist im Durchschnitt etwa 10 Seiten; also für mein Empfinden eine angenehme Länge, so dass man gerne immer weiter liest.

Dabei sind in dem Buch viele größere und kleinere Schwarz-Weiß-Zeichnungen eingefügt.
Diese finde ich ebenfalls sehr gelungen; nicht kleinkindhaft aber auch nicht zu gruselig.
Kompliment.

Fazit: Sehr gutes Kinderbuch.

Veröffentlicht am 15.09.2016

"Wann, wenn nicht jetzt? Wo, wenn nicht hier? Wer, wenn nicht wir?"

Schlossplatz, Berlin
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"Wann, wenn nicht jetzt? Wo, wenn nicht hier? Wer, wenn nicht wir?" (Bucheingangszitat)

Inhalt:
Ein Roman über den Politikbetrieb ab der Entstehung einer grandiosen Idee eines Mega-Projektes.

Auszug ...

"Wann, wenn nicht jetzt? Wo, wenn nicht hier? Wer, wenn nicht wir?" (Bucheingangszitat)

Inhalt:
Ein Roman über den Politikbetrieb ab der Entstehung einer grandiosen Idee eines Mega-Projektes.

Auszug aus dem Kapitel "Wie die Badelandschaft in Rödels Kopf entstanden ist":
"Selbstverständlich hält das Leben und erst recht eine ganztägige oder sogar mehrtägige Kreisbereisung dem Wahnsinn unzählige Chancen bereit. Rödel könnte auch am gleichen Tag, aber erst später verrückt geworden sein; Rödel wurde am Abend seiner Kreisbereisung verrückt, Rödel wurde am Stammtisch verrückt, Rödel wurde verrückt als er sich reden hörte, als er sich das immer gleiche Zeug reden hörte, als er den Obstbrand lobte, den er nicht mochte, mit dem Obstbrand anstieß und den Obstbrand trank. Glas für Glas spürte Rödel das Anwachsen des Schmerzes im Kopf. Er saß da, und fühlte sich wie ein Schwamm, vollgesogen mit Straßenkilometern, örtlichen Bieren und Schnäpsen, dazu das immer gleich Ja und Aber, dazu die immer gleichen Einwände, die immer gleiche Lustlosigkeit, warum das alles nicht geht, warum sich nichts ändern soll, nicht bei uns, nicht hier, bei den anderen schon, bei uns nicht. Wir fahren in die Zukunft mit angezogener Handbremse. Während Rödel an dem Stammtisch saß, ist es ihm plötzlich egal gewesen, das ganze Parteiprogramm, die Politik, die Ordnung der Argumente, auf die er sonst achtet, die großen Ziele, die ihm sonst so wichtig sind, und alles andere auch. Ein Gedanke, ein Wort, Zugerufenes, da war sie, da ist die Badelandschaft aufgetaucht, da stand sie vor ihm in seinem Kopf. Rödel erfand sich eine Welt. In Rödel entstand ein prächtiges Bild. Ein Bild voller Freude, so heiter wie rein, so bunt wie unbeschwert. Rödel redete wie ehedem, er benahm sie wie zuvor. Rödel klopfte auf Schultern, er nickte den Leuten zu und erhob sein Glas. Sein Körper ergab sich und versank mit den anderen im Dunst der Alkoholseeligkeit des Abends. Rödels Gefühl jedoch begann zu schweben. Eine Badelandschaft musste her. Eine Badelandschaft seitwärts des Schlossplatzes, im Herzen Berlins, eine Badelandschaft von internationalem Rang. Eine Badelandschaft wie es noch keine gab, nicht in Deutschland und nirgendwo sonst. Vor Rödels Augen entstand ein Bild, das in der Tat vergeblich seinesgleichen suchte. Rödel sah eine prächtige Schwimmhalle, ein von achtundvierzig Säulen getragenes Gebäude, bekrönt mit einem Dach aus gelbem Glas, das sich per Knopfdruck öffnen ließ, darin ein Becken mit blau-weiß gemustertem Boden, in dem das Wasser still und erwartungsvoll funkelte. ... Während Rödel am Abend seiner Kreisbereisung am Stammtisch saß und freundlich Leuten zunickte, die er nicht kannte und nie kennen würde, stand er im Geiste zwischen den Säulen des von ihm zu schaffenden Schwimmbades. Rödel trank und träumte sich seiner Zeit voraus." (S. 26 und 27)

Meine Meinung:
Sprachlich grandios - anspruchsvoll; jedoch zuweilen etwas holprig zu lesen.

Fazit:
Dieser Roman kleidet den "Politikerwahnsinn", mit dem ihm eigenen Denken im "großen Maßstab", in Worte.

Veröffentlicht am 15.09.2016

"Ich brauche keinen Arzt. Ich brauche die Polizei."

Ohne jeden Zweifel
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"Ich brauche keinen Arzt. Ich brauche die Polizei."
(Zitat von der Umschlaginnenseite)

Inhalt:
Daniels Mutter kommt völlig überstürzt zu ihm, um ihm zu überzeugen, dass sie einem Verbrechen auf der Spur ...

"Ich brauche keinen Arzt. Ich brauche die Polizei."
(Zitat von der Umschlaginnenseite)

Inhalt:
Daniels Mutter kommt völlig überstürzt zu ihm, um ihm zu überzeugen, dass sie einem Verbrechen auf der Spur ist und ihr Mann (Daniels Vater) versuche sie zum Schweigen zu bringen.
Daniels Vater erklärt ihm, dass seine Mutter Hilfe braucht und am besten in die Psychiatrie eingeliefert werden sollte.
Daniel fühlt sich zwischen seinen Eltern hin- und hergerissen.
Wem soll er glauben? Wem gilt seine Loyalität?
Und er stellt sich die Frage, ob er seine Eltern wirklich kennt.

Hint: Die "einzige" Handlung des Romans sind quasi die Schilderungen der Mutter, was sie erlebt und welche Befürchtungen sie hat.

Meine Meinung:
Der Roman ist sehr, sehr spannend geschrieben.
Natürlich habe ich beim Lesen mitgerätselt:
Worauf läuft es hinaus? Was ist wahr? Was kann wahr sein?

Der Autor hat ein wunderbares Talent nachvollziehbar zu beschreiben, was jemanden antreiben kann, wenn es um Lebenslügen geht, um den Schönen Schein zu wahren - auch innerhalb der Familie.
"Ich hatte Gewohnheit für Verstehen gehalten und geglaubt, die gemeinsam verbrachten Stunden wären ein Maßstab dafür, wie gut ich sie kannte." (S 150)

Und meiner Meinung nach, hat der Autor eine wunderbare Beobachtungsgabe und Talent Situationen zu beschreiben.
Beispielsweise über einen Besuch im Seniorenheim:
"Das Zimmer selbst war unpersönlich. In zwei Stunden hätte man es für jemand anderen herrichten können. Das war kein Heim. Es war ein Ort für die Durchreise - ein Wartezimmer zwischen Leben und Tod." (S. 178)

Das Ende hat mich sehr berührt und zum Weinen gebracht.

Fazit:
Großes Kompliment an den Autor für diesen sehr gut aufgebauten Roman.