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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.05.2017

Auf der Suche nach sich selbst

Ich, Eleanor Oliphant
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Eleanor Oliphanit ist 30 und arbeitet in einem Büro als Buchhalterin. Eleanor ist merkwürdig, weshalb sie niemanden hat. Ihr Alltag ist perfekt durchgeplant, was wenig Platz für neue Erfahrungen lässt. ...

Eleanor Oliphanit ist 30 und arbeitet in einem Büro als Buchhalterin. Eleanor ist merkwürdig, weshalb sie niemanden hat. Ihr Alltag ist perfekt durchgeplant, was wenig Platz für neue Erfahrungen lässt. Bis sie sich verliebt und anfängt, sich zu verändern.

Eleanor Oliphant ist ein faszinierender Charakter. Auf den ersten Blick ist sie wenig sympathisch und lässt einen des Öfteren kopfschüttelnd zurück. Durch ihre schonungslose Ehrlichkeit und ihre Art alles wörtlich zu nehmen stößt sie die Menschen in ihrer Umgebung schnell vor den Kopf, was nicht dabei hilft, Freunde zu finden. Einzig ihr Kollege Raymond, der sich von Eleanors Art nicht abschrecken lässt, findet nach und nach Zugang zu ihr.

Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, Eleanor auf ihrer Suche nach sich selbst zu begleiten. Ihre Abenteuer im Nagelstudio, beim Frisör oder auch beim Einkaufen von angesagteren Klamotten waren wirklich schön zu verfolgen. Zu sehen, wie sie nach und nach aus ihrem einsamen Leben herauskam, amüsierte und rührte mich.

Ein schöner Roman über die Entdeckung des Lebens. Ich bin ein Fan von Eleanor Oliphant!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Figuren
  • Erzählstil
  • Humor
  • Originalität
Veröffentlicht am 30.04.2017

Einfach und schnell kochen

Björn Freitag – Smart Cooking
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In seinem Kochbuch „Smart Cooking“ hat Björn Freitag laut Untertitel Gerichte zusammengestellt, deren Zubereitung einfacher nicht geht. Im Vorwort erklärt er, dass das Buch eine Sammlung von Lieblingsgerichten ...

In seinem Kochbuch „Smart Cooking“ hat Björn Freitag laut Untertitel Gerichte zusammengestellt, deren Zubereitung einfacher nicht geht. Im Vorwort erklärt er, dass das Buch eine Sammlung von Lieblingsgerichten enthält, die er selbst kocht, wenn er eigentlich keine Zeit zu kochen hat. Und auch ich habe einige Gerichte wiederentdeckt, die ich liebte, als meine Mutter sie mir gekocht hat, die mir selbst aber immer zu aufwändig waren. Die Rezepte enthalten immer eine Liste mit Basics, die man normalerweise im Haus hat (z. B. Zwiebeln, Öl, Knoblauch, Gewürze), und Zutaten, die man kaufen muss. Den Rezepten vorangestellt ist eine Basics-Liste, die man laut Björn Freitag immer im Haus haben sollte, wobei ich hier einige Dinge entdeckt habe, die bei mir noch nie zur Grundausstattung gehörten (z. B. Cashewkerne, Kokosessig oder dreierlei Kartoffeln [festkochend, mehligkochend, vorwiegend festkochend]). Da ich aber für jedes Gericht eine Einkaufsliste mache, stört das nicht.

Die Rezepte sind unterteilt in:
- Einfaches mit Fleisch
- Einfaches mit Geflügel
- Einfaches mit Gemüse
- Einfaches mit Fisch und Meeresfrüchten
- Einfache Suppen und Salate
- Grundrezepte

Alle Rezepte, die ich bisher nachgekocht habe, waren wirklich schnell und einfach zuzubereiten. Man benötigt wenige Küchengeräte und Zutaten und hat nach kurzer Zubereitungszeit ein leckeres Gericht auf dem Teller. Hier und da ändere ich etwas ab, weil ich Saucen etwas dicker mag, aber grundsätzlich bin ich mehr als überzeugt von diesem Buch. Einfach und gut.

Veröffentlicht am 24.04.2017

Bleibt anders!

Mein Leben, mal eben
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Anouk ist 13 und lebt mit ihren Müttern Miriam und Beatrix (MaMi und Matrix) in Hannover. Sie hat laut ihren eigenen Angaben das „Unnormal-Gen“, doch jetzt soll sich alles ändern: Ab sofort wird sie NORMAL, ...

Anouk ist 13 und lebt mit ihren Müttern Miriam und Beatrix (MaMi und Matrix) in Hannover. Sie hat laut ihren eigenen Angaben das „Unnormal-Gen“, doch jetzt soll sich alles ändern: Ab sofort wird sie NORMAL, hört Popmusik wie die andern und spielt Computerspiele. Weil ihr alter Laptop das Spiel nicht lädt, beginnt sie damit, ihre „Memoiren“ in die Tastatur zu hauen. Hier erzählt sie alles: Über ihre Mütter; über ihren Rocker-Vater; und über Lore und Moritz, die neu in der Klasse sind.

Anouk ist toll. Ihre phantasievollen Gedanken und ihre lustig erzählten Alltagserlebnisse lassen einen das Buch mit einem permanenten Lächeln lesen. Weil Anouk so anders ist als ihre Klassenkameraden, kommt sie nicht so richtig an. Das soll sich ändern, als Lore neu in der Klasse ist, die sie gerne als Freundin haben will. Doch schnell merkt sie, dass es nicht so einfach ist, „normal“ zu sein, wenn man andere Interessen hat als alle anderen. Plötzlich hadert Anouk mit allem: damit zwei Mütter zu haben und keinen Vater, damit ihr Geld nicht für Klamotten sondern immer für Bücher und CDs auszugeben, damit sich nicht schminken zu können usw. Doch irgendwann erkennt sie, dass „anders“ sein gar nicht so verkehrt ist.

Ein schöner Jugendroman über das „Anderssein“ mit einer tollen Protagonistin, die man sofort ins Herz schließt. Ein tolles Buch mit einer tollen Botschaft: BLEIBT ANDERS!

Veröffentlicht am 20.04.2017

Gegen das Vergessen

Der letzte Überlebende
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Sam Pivnik erzählt die Geschichte seines Lebens. Mit 13 lebt er mit seiner Familie in dem polnischen Dorf Bedzin, als die Wehrmacht in Polen einmarschiert. Nach kurzer Zeit des Hoffens und Bangens wird ...

Sam Pivnik erzählt die Geschichte seines Lebens. Mit 13 lebt er mit seiner Familie in dem polnischen Dorf Bedzin, als die Wehrmacht in Polen einmarschiert. Nach kurzer Zeit des Hoffens und Bangens wird die Familie nach Auschwitz-Birkenau deportiert. Sam erzählt von den erlittenen Grausamkeiten, den Selektionen, Morden und dem systematischen Massenmord an unzähligen Menschen. Sam verliert seine Familie und erlebt Tag für Tag das Grauen, wenn neue Waggons mit Juden in dem Konzentrationslager ankommen. Doch Sam überlebt. Und er erzählt, was er er- und überlebte. Und er überlebte nicht nur das Konzentrationslager, sondern auch einen der berüchtigten Todesmärsche und den Angriff auf die „Cap Arcona durch die britische Armee.

In der Hauptsache führt das Buch einem jedoch die Grausamkeiten während der Judenverfolgung vor Augen und geht unter die Haut. Die Schilderungen von Sams unbeschwerter Kindheit, die Bilder seiner Familie, dann das Grauen und die Verluste in Auschwitz; obwohl ich schon viele Bücher über die Judenverfolgung und -vernichtung gelesen habe, ging mir Sams Geschichte besonders nah. Auch weil er einer der letzten Überlebenden ist und es wichtig ist, dass seine Erinnerungen für die folgenden Generationen erhalten bleiben.

Ein wichtiges Buch gegen das Vergessen!

Veröffentlicht am 15.04.2017

Vom Sterben und Überleben

Und dann steht einer auf und öffnet das Fenster
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Fred Wiener tritt seine erste Stelle als ehrenamtlicher Sterbebegleiter an. Er soll für die 60jährige Karle da sein, die unheilbar an Krebs erkrankt ist. Doch all sein erlerntes Wissen entpuppt sich als ...

Fred Wiener tritt seine erste Stelle als ehrenamtlicher Sterbebegleiter an. Er soll für die 60jährige Karle da sein, die unheilbar an Krebs erkrankt ist. Doch all sein erlerntes Wissen entpuppt sich als unbrauchbar, weil Karla anders ist: stark und nicht schwach, bestimmend und nicht bestimmbar. Fred muss lernen, mit der neuen Situation umzugehen … und lernt viel über sich und das Leben.

Ein tolles Buch über eine starke Frau, die ihr Leben selbstbestimmt lebte und auch beenden will. Das Sterben nervt sie und sie duldet keine Schwäche in ihrer Umgebung. Im Umgang mit Fred ist sie konsequent und streng, was ihn zur Verzweiflung bringt, weil er gut sein will in dem, was er tut. Als er seinem verschlossenen Sohn Phil erlaubt für Karla zu arbeiten, kommen sich auch Vater und Sohn wieder näher und Phil wird ein bisschen offener und erwachsener.

Ein tolles Buch über das Sterben, über den Umgang mit Sterbenden. Ein faszinierender Charakter, der einem das Sterben in Würde und zu den eigenen Bedingungen näher bringt. Ein schwieriges Thema toll umgesetzt.

Ein tolles Buch, das noch lange nachhallt!