Profilbild von sabrina_sbs

sabrina_sbs

Lesejury Star
offline

sabrina_sbs ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit sabrina_sbs über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.09.2017

Interessanter 3. Fall

Wildeule
0

Gesine, die ehemalige Kommissarin und aktuelle Friedhofsgärtnerin, ermittelt in ihrem dritten Fall. Eigentlich hätte es eine gewöhnliche Beerdigung sein sollen, aber Gesine fallen die offenen Scharniere ...

Gesine, die ehemalige Kommissarin und aktuelle Friedhofsgärtnerin, ermittelt in ihrem dritten Fall. Eigentlich hätte es eine gewöhnliche Beerdigung sein sollen, aber Gesine fallen die offenen Scharniere an dem Sarg auf. Sie wagt einen Blick hinein und siehe da – anstelle einer älteren Frau liegt darin ein Bestatter, der mit den örtlichen Bestattern im Clinch liegt. Schnell ist Gesines Freund, der Bestatter Hannes im Fokus der Ermittlungen.

Nach Kaninchenherz und Fuchskind, war ich sehr gespannt auf den dritten Fall der außergewöhnlichen „Ermittlerin“ und ich wurde nicht enttäuscht. Es ist ein ruhiger Krimi und trotzdem spannend, jedoch irgendwie einen Tick schwächer als die beiden Vorgänger. Irgendwie war mir die Geschichte teilweise etwas simpel gestrickt vorgekommen, zumindest im Vergleich mit den Vorgängern. Besonders interessant finde ich die Ausführungen zu verschiedenen giftigen Pflanzen. Hier waren es gefühlt weniger Notizen dieser Art, als bei Kaninchenherz und Fuchskind, aber immerhin gab es sie. Sie gehören nun mal zu Gesine… Der Schreibstil ist gewohnt flüssig und leicht lesbar, aber das Hin und Her zwischen Gesine und Hannes ist echt stellenweise etwas nervig.

Trotz Kritik empfehle ich das Buch mit seinem in sich geschlossenen Fall weiter, jedoch würde ich empfehlen die Reihe komplett zu lesen, sonst kann man Gesine wohl häufiger nicht ganz verstehen. Ich bin schon auf den nächsten Teil gespannt.

Veröffentlicht am 30.08.2017

Interessante Geschichte

Der Club
0

Hans verliert sehr früh seine Eltern, ist ein Außenseiter und hat alles andere als einen leichten Start ins Leben. Auch seine Tante Alex ist keine große Hilfe, doch sie wird mit einer Bitte seinem Leben ...

Hans verliert sehr früh seine Eltern, ist ein Außenseiter und hat alles andere als einen leichten Start ins Leben. Auch seine Tante Alex ist keine große Hilfe, doch sie wird mit einer Bitte seinem Leben eine ganz neue Wendung geben. Plötzlich ist Hans nicht mehr der eigentümliche Boxer, sondern voll akzeptiert in einer Gruppe angesehener Männer. Durch Hans „Ermittlungen“ stellt sich die Frage, ob er in so einem Club und von solchen Männern überhaupt anerkannt werden möchte…

Hans, der aus der Ich-Perspektive erzählt, hatte mich sofort in seinen Bann gezogen. Der Autor schafft es seine Qualen durch den Verlust der Eltern perfekt zu inszenieren und auch die Versuche sich zu integrieren sind anschaulich und berührend. Auch die weiteren Erzähler konnten mich weitgehend überzeugen und durch die verschiedenen Perspektiven, wird es eigentlich auch nie langweilig. Interessant fand ich auch die Beschreibungen rund ums Boxen. Es ist kein richtiger Krimi, enthält aber einige Elemente, die für eine gewisse Spannung sorgen. Interessanter fand ich jedoch noch die Entwicklung, die Hans vom Außenseiter zum Mann vollzogen hat während Ermittlungen in einem solchen elitären Kreis wie dem Pitt-Club. Ob solche Machenschaften in der Elite tatsächlich vorkommen und die Frage, ob man das Falsche tun darf, um das Richtige zu erreichen, haben mich nach der Lektüre noch eine ganze Weile beschäftigt.

Eine Geschichte, die mich jetzt nicht komplett vom Hocker gehauen hat, zumal ich mit vielen Vermutungen genau ins Schwarze getroffen habe. Trotzdem habe ich die Geschichte und ihren Stil weitgehend interessant gefunden, denn sie bot einiges zum Nachdenken und war unter dem Strich recht kurzweilig.

Veröffentlicht am 21.08.2017

Interessante Autobiografie

Gegen alle Regeln
0

Absolut schonungslos und teilweise wirklich dramatisch schildert die Autorin ihre Schicksalsschläge, Ängste, Sorgen und Nöte. Sie muss nicht nur den schlimmen Verlust eines Kindes verkraften, auch ihre ...

Absolut schonungslos und teilweise wirklich dramatisch schildert die Autorin ihre Schicksalsschläge, Ängste, Sorgen und Nöte. Sie muss nicht nur den schlimmen Verlust eines Kindes verkraften, auch ihre Ehe ist alles andere als ein Kinderspiel. Ihre Partnerin hat große Probleme, teilweise werden diese erst nach und nach in ihrer Tragweite deutlich, sodass es spannend bleibt und ich vergaß immer und immer wieder, dass es sich hier nicht um Fiktion handelt, sondern um echte, extrem mutige Trauerbewältigung vor Publikum.

Zu Beginn hatte ich meine Probleme mit dem Stil und dem Geschehen. Jeder hat sein Päckchen zu tragen, dachte ich, und wenn man doch recht erfolgreich als Autorin/Redakteurin quasi in der ganzen Welt rum tingeln kann, auf der Suche nach interessanten Themen, dann kann es ja so schlimm nicht sein (die Fehlgeburt natürlich ausgenommen, denn das passiert zwar leider auch häufig, aber das muss der Horror sein) – weit gefehlt! Die Schilderungen nehmen auch plötzlich Fahrt auf, sodass ich das Buch nicht mehr weglegen wollte. Da ist nicht nur der steinige Karrierestart Thema, es sind auch interessante Recherchen, Genderfragen und natürlich das außergewöhnliche Privatleben der Autorin verarbeitet. Auch hier zog sich die chronologische Erzählung manches Mal ein wenig arg in die Länge, aber dann kam doch irgendein Knaller (meist ein Tiefpunkt), sodass es nicht langweilig wurde.

Die Einordnung als Sachbuch finde ich etwas unglücklich, aber die Autobiografie mit dieser Frau und ihren Geschichten, konnte mich trotzdem überzeugen.

Veröffentlicht am 10.08.2017

Außergewöhnliche Ermittlungen während der Ferien...

Bretonisches Leuchten
0

Kommissar Dupin steht ein Strandurlaub an der Bretagne bevor. Keine Arbeit, ausschlafen und ausspannen – ganze zwei Wochen. Klingt himmlisch?! Für den Normalbürger vielleicht, aber für den umtriebigen ...

Kommissar Dupin steht ein Strandurlaub an der Bretagne bevor. Keine Arbeit, ausschlafen und ausspannen – ganze zwei Wochen. Klingt himmlisch?! Für den Normalbürger vielleicht, aber für den umtriebigen Kommissar ist es der blanke Horror. Der Höhepunkt des Tages ist das Abendessen, bis gewisse mysteriöse Vorgänge die Idylle stören und sogar Menschen in Gefahr geraten. Heimlich startet Dupin seine ganz speziellen Ermittlungen, von denen seine Frau nichts erfahren soll.

Mir gefiel sowohl das Setting (gewöhnlich langweilen mich längere Beschreibungen der Umgebung extrem, hier war es noch in Ordnung), als auch der ungewöhnliche „Fall“, bei dem man fast bis zum Ende komplett im Dunklen tappt. Die heimlichen Ermittlungen, die nicht nur vor der Frau verborgen werden müssen, sind mal was anderes, zumal sich der Kommissar fast ohne die gängigen Methoden durchschlagen muss. Dazu darf er offiziell auch nicht ermitteln – aber eine Möglichkeit findet sich, wenn man nur will und Dupin will, denn nichts erscheint ihm schlimmer als ein Strandtag.
Die verschiedenen Gerüchte, die im beschaulichen Ort kursieren, die möglicherweise lauernde Gefahr für jeden, weil niemand weiß, wo die Motive des Täters/der Täter liegen.

Es war mein erstes Buch und trotzdem kam ich recht gut rein in die Geschichte und könnte mir auch vorstellen die Reihe weiterzuverfolgen.


Veröffentlicht am 02.08.2017

Hat mich nachdenklich gestimmt...

Sieh mich an
0

Wie ist es, wenn man ein „Etwas“, einen Knoten in der Brust entdeckt, aber keinem verrät? Lässt sich das Leben ganz normal weiterleben? Genau das versucht Katharina, die uns einen Tag in ihrem Leben mitnimmt. ...

Wie ist es, wenn man ein „Etwas“, einen Knoten in der Brust entdeckt, aber keinem verrät? Lässt sich das Leben ganz normal weiterleben? Genau das versucht Katharina, die uns einen Tag in ihrem Leben mitnimmt. „Eigentlich“ ist sie eine „normale“ Mutter und Ehefrau in den 40ern mit allen möglichen Problemen und einer Vergangenheit, doch jetzt ist nichts mehr, wie es vorher war…
Die Idee hat mir sehr gefallen, aber der Schreibstil war mir über weite Strecken zu sachlich und emotionslos. An vielen Stellen empfand ich das passend, an anderen hat mich das sehr befremdet. Auch haben mir die handelnden Personen, insbesondere die Erzählerin, nicht wirklich zugesagt. Da ist die extrem schwierige Tochter, die möglicherweise ADHS hat, der dagegen aalglatte Sohn, das mangelnde Vertrauen zum Ehemann und der, auf den ersten Blick, fragwürdige Umgang mit der (möglichen) Krankheit und dem Sterben. Mitten in all den Ängsten, die die Erzählerin verständlicherweise hat, mucken auch noch Haustiere, Elektrogeräte und Nachbarn. Andererseits hat mich die Geschichte auch nicht losgelassen, gerade die Rückblicke hatten es sehr in sich und mein Mitgefühl mit Katharina wuchs, obwohl ich manches immer noch nicht ganz nachvollziehen konnte und sie mir suspekt blieb. Die Angst verändert und ich denke, wer sie noch nicht am eigenen Leib in dieser Gestalt kennenlernen musste, kann es auch nicht ganz verstehen, besonders manche Sache, die zum Finale hin mit Katharina „passiert“.
Ich denke, dass sich etliche Frauen früher oder später in der Geschichte wiederfinden können und vergebe daher, trotz aller Kritik, vier Sterne, denn die Geschichte hat mich nachdenklich gestimmt, lässt mich nicht wirklich los und die Idee war einfach sehr gut, wenn ich auch manches an der Umsetzung nicht ganz gelungen fand.