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Veröffentlicht am 31.05.2022

Geniales Debüt – bitte mehr davon

Tanz in die Angst
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Eine Vergewaltigung im eigenen Haus traumatisiert Sophie so stark, dass sie kurz darauf Visionen ihrer vor vielen Jahren verstorbenen Mutter erlebt. Sie hat das Gefühl ihre Mutter will ihr nach so langer ...

Eine Vergewaltigung im eigenen Haus traumatisiert Sophie so stark, dass sie kurz darauf Visionen ihrer vor vielen Jahren verstorbenen Mutter erlebt. Sie hat das Gefühl ihre Mutter will ihr nach so langer Zeit noch etwas mitteilen und Sophie macht sich auf die Suche nach ihrer Vergangenheit, den Hintergründen ihres Todes und muss sich dabei erneut mit ihren tiefsten Ängsten und der eigenen Vergewaltigung auseinandersetzen. Kann sie der Ursache ihrer Visionen auf die Spur kommen und herausfinden, was ihre Mutter ihr mitteilen will?

Das Cover wirkt düster und fast unscheinbar, aber das darin versteckte Debüt ist wahrlich sensationell. Auf nicht mehr als 220 Seiten erleben wir eine vielfältige und gut ausgearbeitete Geschichte, die zwar mit Visionen gespickt aber dennoch nicht unrealistisch oder Science-Fiction-mäßig wirkt. Die Story zieht einen von der ersten Seite in den Bann, was auch auf den flüssigen Schreibstil der Autorin zurückzuführen ist, und lässt einen erst auf der letzten Seite wieder los - und zwar völlig verstört und schockiert.

Sophie als Hauptprotagonistin ist gut ausgearbeitet, sie ist authentisch, realistisch und man will sie oft einfach nur in den Arm nehmen, wenn sie wieder aus einer ihrer Visionen hochschreckt oder das Gefühl hat, dass jemand sie verfolgt.

Stellenweise hat es mich an „Verity“ von Colleen Hoover erinnert und oft fühlte ich mich auch genauso: man will es eigentlich gar nicht in allen Einzelheiten wissen, aber kann doch irgendwie nicht aufhören zu lesen.

Für dieses außergewöhnliche Buch gibt es von mir trotz fehlender – und (wie auch bei „Verity“) dringend notwendiger – Triggerwarnung eine Leseempfehlung einer tollen neuen Autorin! TOP!

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Veröffentlicht am 13.05.2022

Die Tür in ein neues Leben – ungewöhnliche Story mit Leseempfehlung

Perfectly Broken (Bedford-Reihe 1)
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Brooklyn verliert bei einem tragischen Unfall ihren Partner und kann auch ein Jahr danach kaum Fuß fassen. Daher zieht sie nach Bedford, einem kleinen Ort weit weg von Manchester und den traurigen Erinnerungen. ...

Brooklyn verliert bei einem tragischen Unfall ihren Partner und kann auch ein Jahr danach kaum Fuß fassen. Daher zieht sie nach Bedford, einem kleinen Ort weit weg von Manchester und den traurigen Erinnerungen. Zunächst scheint sie trotz Job und neuer Wohnung kaum Abstand zu den bisherigen Ereignissen nehmen zu können, doch dann tritt Chase in ihr Leben und eine gemeinsame Tür zwischen ihren Wohnungen wird zum Rettungsanker der beiden gebrochenen Seelen. Kann Brooke es schaffen, das Alte zurück zu lassen und sich ganz auf einen Neuanfang einlassen?

Das Buch war ein reiner Coverkauf, da der Klappentext zwar schön klingt, aber nicht viel von der Story preisgibt – und ich hab ihn dennoch nicht bereut. Der Schreibstil ist schön flüssig und der Perspektivenwechsel zwischen Chase und Brooklyn tut der Story wirklich gut und man taucht so schnell ein, dass man das Buch irgendwann nicht mehr zur Seite legen kann.

Ich brauchte etwas Zeit, um mit Brooke und ihren Eigenheiten klarzukommen, aber Chase war mir dafür sofort sympathisch und ich hab ihn schnell in mein Herz geschlossen (und auch nie mehr losgelassen, er ist einfach herzallerliebst).

Ohne zu spoilern kann ich nicht noch tiefer auf die Geschichte eingehen, jede/r von euch soll dieses Buch völlig unvoreingenommen lesen können und genauso reagieren, wie es diese Story verdient: mit Herzklopfen, mit offenem Mund, mit Tränen in den Augen und mit überraschtem Blick. Denn es ist viel mehr als einfach nur eine weitere Liebesgeschichte und war daher für mich ein echtes Lesehighlight.

Dieses Buch ist auf gerade einmal 240 Seiten so vielfältig und doch vollkommen, wie es andere Bücher auf 500 Seiten manchmal nicht schaffen. Mir hat nichts gefehlt, es war nicht zu schnell abgehandelt oder nur oberflächlich angerissen, es passte einfach genauso wie es war.

„Perfectly Broken“ war mein erstes, aber definitiv nicht mein letztes Buch von Sarah Stankewitz – ein toller Auftakt zur Bedford-Reihe, der von mir eine uneingeschränkte Leseempfehlung bekommt!

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Veröffentlicht am 19.04.2022

Mehr als nur ein Roman – spannend und absolut zu empfehlen

Die Verschwundene
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Jane Bell hat eine schwere Zeit hinter sich und versucht als Hundesitter im Reichen-Viertel Thornfield Estate wieder Fuß zu fassen und lernt durch einen Beinaheunfall den Bauunternehmer Eddie Rochester ...

Jane Bell hat eine schwere Zeit hinter sich und versucht als Hundesitter im Reichen-Viertel Thornfield Estate wieder Fuß zu fassen und lernt durch einen Beinaheunfall den Bauunternehmer Eddie Rochester kennen. Doch die Gerüchteküche um seine vor 6 Monaten verschwundene Ehefrau Bea und deren beste Freundin Blanche kocht und Jane weiß nicht was sie glauben soll und wem sie wirklich trauen kann – und dann droht ihre Vergangenheit sie auch noch einzuholen. Kann sie dem Geheimnis um Bea Rochester auf die Spur kommen?

Durch das Cover und den Titel bin ich auf das Buch aufmerksam geworden und wollte es unbedingt lesen, auch wenn die bisherigen Rezensionen, die ich gesehen habe, eher durchmischt waren. Das Buch wird vom Verlag schlicht als „Roman“ bezeichnet aber ich finde, es ist viel mehr als das. Der Schreibstil ist toll und es lässt sich flüssig lesen, die Kapitel sind schön kurz und es passiert in jedem davon so viel, dass man einfach weiterlesen muss. Außerdem gibt es einige Spannungsmomente, die einen sogar kurz die Luft anhalten lassen – und über das Ende brauchen wir nicht reden, das war einfach nur gut umgesetzt.

Die Protagonisten haben allesamt ihre Geheimnisse und viele Gespräche bestehen aus reinen Lügen, das macht sie natürlich nicht wirklich sympathisch und liebenswert, dennoch wollte ich unbedingt wissen wie die Story weiter und am Ende ausgeht.

Der Perspektivenwechsel passt wirklich gut und beinhaltet auch Kapitel aus Sicht der Verschwundenen, wodurch man nach und nach etwas über die damaligen Vorkommnisse erfährt. Verdächtige gibt es genug, Klatsch und Tratsch sowieso und als die erste Verhaftung stattfindet, weiß man gar nicht mehr, was man glauben kann. Ein wirklich tolles Buch, das ohne blutig und brutal zu sein, spannend ist und eine Autorin von der ich gerne noch viel mehr lesen würde. Ich kann das Buch nur empfehlen!

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Veröffentlicht am 26.03.2022

Es ist nie zu spät für einen Neuanfang – berührende Story mit Leseempfehlung

Für immer und noch ein bisschen länger
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Anna ist eine begnadete Pianistin, doch der Tod ihres Verlobten zieht ihr den Boden unter den Füßen weg – und als dann auch noch die Kündigung ihrer Altbauwohnung als einziger Rückzugsort ins Haus flattert, ...

Anna ist eine begnadete Pianistin, doch der Tod ihres Verlobten zieht ihr den Boden unter den Füßen weg – und als dann auch noch die Kündigung ihrer Altbauwohnung als einziger Rückzugsort ins Haus flattert, begibt sie sich wohl oder übel auf die Suche nach einer neuen Bleibe. Die Besichtigung eines Zimmers in einer Rentner-WG ist nicht unbedingt ihre erste Wahl – nicht ahnend, dass der Umzug der Anfang von so viel Neuem ist und nicht nur ihr eigenes Leben sondern auch das ihrer Mitbewohner und Nachbarn positiv beeinflussen, bereichern und in die richtige Spur lenken könnte.

Das Cover zu „Für immer und noch ein bisschen länger“ hat mich sofort angesprochen und ich liebe es, wenn Bücher einen Wiedererkennungswert haben – denn auch die anderen Bücher von Barbara Leciejewski haben ein ähnlich gestaltetes Cover. Der Klappentext weckt das Interesse des Lesers, ohne dass man erahnt, wie liebevoll und bereichernd die Geschichten hinter den WG-Mitbewohnern gestaltet sind.

Alle Protagonisten – natürlich auch Michel – sind mir schnell sympathisch geworden und man schließt sie mit all ihren Eigenheiten schnell ins Herz, und durch den flüssigen Schreibstil wirkt alles so realistisch, dass man sich selbst schnell als ein Teil der WG fühlt und die Seiten nur so an einem vorbeifliegen.

Das Buch umfasst die Lebensgeschichten, Sorgen und Ängste aller Protagonisten und ist dadurch etwas ganz Besonderes: Liebe, Trauer, Angst, Sehnsucht, Verlust, Reue und ganz viel Gefühl werden in diesem Buch transportiert und es entsteht eine gute Balance, jeder Emotion wird genügend aber auch nicht zu viel Raum gegeben.

Die Geschichte der einzelnen WG-Bewohner hat mich wirklich berührt, auch ihre eigene Entwicklung zu sehen war wundervoll. Ich wollte das Buch gar nicht aus der Hand legen und war traurig als es dem Ende zuging, denn die Geschichte könnte noch ewig so weitergehen und ich würde mich unendlich freuen, wenn ich das Zusammenleben dieser besonderen Menschen weiterhin begleiten dürfte. „Für immer und noch ein bisschen länger“ war mein erstes, aber definitiv nicht mein letztes Buch von Barbara Leciejewski und bekommt von mir eine Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 10.03.2022

Akzeptanz der Diversität und Mut zur Veränderung – absolutes Lesehighlight

Mr. Parnassus' Heim für magisch Begabte
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„Mr Parnassus Heim für magisch Begabte“ fällt zuallererst durch das bunte Cover auf, an dem wohl kaum jemand vorbei kommt, ohne das Buch in die Hand genommen zu haben. Wie gut es zur Story passt, zeigt ...

„Mr Parnassus Heim für magisch Begabte“ fällt zuallererst durch das bunte Cover auf, an dem wohl kaum jemand vorbei kommt, ohne das Buch in die Hand genommen zu haben. Wie gut es zur Story passt, zeigt sich dann im Laufe des Lesens und das schätze ich sehr, wenn man sich Gedanken zum Cover gemacht hat und es nicht einfach nur auffällig ist. Der Klappentext tut dann sein übriges und auch ich hab mich dann an dieses Buch gewagt, obwohl es nicht meinem bevorzugten Genre entspricht.

Ich musste nur wenige Seiten lesen, um tief einzutauchen in diese liebenswürdige Geschichte und es hat nicht lange gedauert, da habe ich auch schon Linus, Arthur und die Kinder im Marsyas-Waisenhaus ganz fest in mein Herz geschlossen.

Der Schreibstil ist wunderbar, die Handlung nicht unbedingt vorhersehbar und zeitweise sogar spannend. Und auch wenn ich noch 1000 Sätze mehr dazu schreiben würde, könnte es nicht annähernd gut beschreiben, wie viele verdeckte und offensichtliche Botschaften dieses Buch für einen Selbst, für das eigene Leben und Tun bereithält. Es erzählt unter anderem von Hoffnung, Träumen, Mut und Akzeptanz verpackt in einer zuckersüßen Geschichte und ist einfach nur wundervoll. Man muss es einfach selbst lesen und erleben.

Vor diesem Buch war mir TJ Klune kein Begriff und ich als Nicht-Fantasy-Leserin hätte ohne die vielen Empfehlungen und „Jahreshighlight“-Bekundungen wohl auch nicht dazu gegriffen. Eine Fehlentscheidung wie sich ziemlich schnell herausgestellt hat, denn dieses Buch ist das besonderste, aussagekräftigste und liebenswürdigste, das ich in letzter Zeit – vielleicht sogar jemals – gelesen habe. Und es könnte nicht besser in diese schwere Zeit passen, denn es lässt einen entfliehen an einen Ort, an dem zwar auch nicht alles einfach oder besser ist, aber an dem am Ende doch alles einen Sinn hat, Mut belohnt wird und das Gute die Oberhand gewinnt. Absolutes Highlight und unbedingte Leseempfehlung!

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