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Veröffentlicht am 16.08.2019

Alikis Weg

Ein Lied von Liebe und Verrat
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Im Klappentext des Romans heißt es:

Griechenland 1945. Der Krieg ist vorbei, die junge Aliki und ihre Freunde Takis und Stelios haben überlebt. Aber ihre Heimat und ihre Familien haben sie verloren. ...

Im Klappentext des Romans heißt es:

Griechenland 1945. Der Krieg ist vorbei, die junge Aliki und ihre Freunde Takis und Stelios haben überlebt. Aber ihre Heimat und ihre Familien haben sie verloren. Geblieben ist ihnen ein selbst gebautes Schattentheater, das sie allabendlich zum Leben erwecken. Mitten im Chaos der Nachkriegszeit zaubern sie damit ein Lächeln auf die Gesichter ihrer Zuschauer. Das gemeinsame Schicksal schweißt die drei Jugendlichen zusammen, doch Misstrauen und Eifersucht drohen ihre Freundschaft zu zerstören.

Das Buch führt uns ins Griechenland gleich nach dem zweiten Weltkrieg.
Überall gibt es noch Spuren der Zerstörung, auch in den Herzen der Menschen.
„Die Vernunft hatte die Welt verlassen, wie es schien, und all die Tausende von verlorenen Seelen mit sich genommen.“ Der Satz spiegelt etwas von den Erfahrungen der Menschen wieder.
Zu ihnen gehören Aliki, Takis und Stelios, die mit einem selbst gebauten Schattentheater den Menschen etwas Freude und Vergessen schenken. Sie sicheren so ihr Überleben.
Das Leben ist auch für die drei jungen Leute hart und fasst schon unbarmherzig. Aliki muss oft zwischen den jungen Männern vermitteln, wenn sie um ihre Liebe buhlen.

Das Buch ist in Kapitel gegliedert, die sich an den Kassettenaufnahmen von Aliki orientieren. Als letztes "Klageweib" ihres Dorfes sollten eigentlich ihre Klagelieder aufgenommen werden. Die rücken in den Hintergrund wenn Aliki völlig emotionslos von ihrem Leben und Alltag erzählt. Scheinbar hat sie sich einen Schutzmechanismus angeeignet.

Der Autor hat dem Buch so eine eigene Note verpasst. Neben den Erzählungen der jungen Frau berichtet er detailliert von den grausamen Erlebnissen seiner Protagonisten. So entsteht ein zwiespältiges Bild: die emotionslosen Erzählungen Alikis auf der einen Seite und daneben die emotional anrührenden Berichte über die Kriegserlebnisse.
Der Stil des Buches ist manchmal ein wenig zäh, dann wieder emotional und mitreissend. Dazu tragen auch die eingefügten Zitate und Gedichte bei.
Gegenwart und Vergangenheit greifen im Buch sehr gut ineinander.
Themen wie Verrat, Eifersucht und Neid laufen mit. Das Buch schlägt zwar leise Töne an, aber es hat eine klare, deutliche Sprache.

Veröffentlicht am 14.08.2019

Romane schreiben

Romane schreiben
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Das Cover ist Programm und weißt auf den Inhalt und die Struktur der Buches hin.

Im klappentext heißt es dazu:

Endlich loslegen und seine Geschichte erzählen!

Ihnen brennt schon lange eine Geschichte ...

Das Cover ist Programm und weißt auf den Inhalt und die Struktur der Buches hin.

Im klappentext heißt es dazu:

Endlich loslegen und seine Geschichte erzählen!

Ihnen brennt schon lange eine Geschichte unter den Nägeln, die Sie endlich aufs Papier bringen möchten, aber Sie wissen nicht, wie Sie anfangen sollen?
Sie haben einen Kurs in Kreativem Schreiben belegt und möchten Ihre Kenntnisse vertiefen?
Egal, ob Sie ganz zu Beginn stehen oder Sie schon Schreiberfahrungen gesammelt haben: Gustav Ernst und Karin Fleischanderl begleiten Sie von den ersten Schreibversuchen, über den Aufbau einer komplexen Dramaturgie, bis hin zum Feinschliff
Ihrer Texte.
Hat Sie die Faszination des Schreibens erst einmal gepackt, werden
diese Fragen Sie bestimmt beschäftigen:
Wie plane ich meinen Roman?
Worauf muss ich bei der Erzählperspektive achten?
Wie baue ich Handlung und Spannung auf?
Wie gelingen mir lebendige Dialoge?
Wie finde ich meinen individuellen Schreibstil?
Wie bringe ich das Schreiben in meinem stressigen Berufsleben und Familienalltag unter?
Wie werde ich endlich meine Schreibblockade los?
Vom ersten Satz bis zum fulminanten Finale - so gelingt der Spannungsbogen!

Der Blick der Autoren richtet sich in erster Linie auf den Österreichischen Markt, was in der Natur der Sache liegt.
Nichtdesto trotz sind viele der Tipps, besonders für Anfänger des Metiers, sehr lesenswert. Auch "alte Hasen" finden hier noch einmal eine andere Perspektive, um auf ihr Manusskript zu schauen.

Der Ratgeber setzt korrekte Kenntnisse der Orthografie, die Handhabung von Syntax und Zeitformen voraus und handelt sie im Ratgeber eher kurz ab.
Ein weiteres Kapitel machen die Gratwanderung zwischen Kunst und Kitsch deutlich.
Schnell kristallisiert sich heraus, dass die beiden Autoren Wert auf niveauvolle Weise des Schreibens legen.
Im Alltag ist es sicher wichtig, die Frage "wieviel Zeit kann ich für mein Buch erübrigen? zu klären. Will ich wirklich mein Hobby zum Beruf machen? Fragen, die sich sehr früh stellen und auf die ich, als angehende Schriftstellerin, ein Antwort geben muss.
Das Buch ist in verschiedene Schwerpunktthemen gegliedert, die eine große Bandbreite dessen berühren, was die Herstellung guter Literatur ausmacht.
Hilfreich sind die weiterführenden Adressen und Literaturverweise.

Veröffentlicht am 13.08.2019

Das Unfassbare anschauen

Das Unfassbare begreifen
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Der Klappentext

Als christliche Therapeutin war die Autorin selbst zunächst unwissend und überfordert, als ihr bizarre Formen der Gewalt in christlichen Kreisen begegneten. Leicht verständlich werden ...

Der Klappentext

Als christliche Therapeutin war die Autorin selbst zunächst unwissend und überfordert, als ihr bizarre Formen der Gewalt in christlichen Kreisen begegneten. Leicht verständlich werden Trauma, Traumafolgen, Hilfsangebote und biblische Zusammenhänge erklärt. Dabei gibt die Autorin das Wissen weiter, das sie selbst gerne früher gehabt hätte, und geht auch auf das Phänomen der Rituellen Gewalt und Dissoziativer Identitäten ein.
Interessierte sollen verstehen, wie Täter vorgehen und welche Formen der Gewalt es auch unter Christen gibt. Psychoedukativ und mit vielen praktischen Beispielen, wird das Unfassbare begreifbar gemacht: eine Hilfe für Betroffene, Täter und Gemeinden aus christlicher Perspektive.

Die Autorin geht mit diesem Buch einen mutigen Schritt in Richtung der Öffnung gegenüber dem schwierigen Thema der Gewalt und Mißbrauch in christlichen Einrichtungen.
Dabei schaut sie auf ihre eignen Erfahrungen in der Arbeit mit Betroffenen, und versucht aus der Perspektive einen etwas komplexeren Blick auf die Thematik zu geben.
Für die Aufarbeitung in den entsprechenden Gemeinden stellte die Autorin den Zusammenhang zu Schriftstellen her, die zum Erarbeiten von Lösungsvorschlägen herangezogen werden können.
Auf dem Weg durch die einzelnen Kapitel des Buches hatte ich manchmal das Gefühl, das die Grenzen zwischen der spirituell - geistigen Ebene und den irdischen Gegebenheiten etwas verschwamm.
Insgesamt gesehen will das Buch für die gegebene Thematik sensibilisieren und Lösungsimpulse aufzeigen. Die jeweilige Situation vor Ort gibt sicher den zu begehenden Weg vor.

Veröffentlicht am 13.08.2019

Wo komme ich her

Waldstettener G`schichten
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Das Cover gibt den Blick auf einen verwilderte Garten und auf das Schloss frei. Es ist ansprechend gestaltet und führte die Leser ins Geschehen ein.

Im Klappentext heißt es: Völlig unerwartet erbt Gloria ...

Das Cover gibt den Blick auf einen verwilderte Garten und auf das Schloss frei. Es ist ansprechend gestaltet und führte die Leser ins Geschehen ein.

Im Klappentext heißt es: Völlig unerwartet erbt Gloria das Schloss ihrer Ahnen, doch es ist baufällig und liegt am Ende der Welt. Gloria verliebt sich in das alte Gemäuer.
Waldstetten hat zwar nicht viel zu bieten, aber es gehört zur Modellregion für das Bedingungslose Grundeinkommen, und ein Einkommen könnte Gloria gut brauchen, denn die Kunstgeschichtlerin ist seit Längerem auf Jobsuche.
Gemeinsam mit Freund Daniel zieht sie ins Schloss, kämpft gegen bröckelndes Mauerwerk, den wenig entgegenkommenden Bürgermeister, den Argwohn der Waldstettener und fragt sich bald: Was war los mit meinen Vorfahren? Welche Geheimnisse verbergen sich hinter den alten Schlossmauern?

Tante Adelheid´s Schloss, ein unterhaltsamer Gesellschaftsroman entführt uns nach Österreich, ins Waldviertel. Die hier verwendeten Ortsnamen sind der Kreativität der Autorin entsprungen.
Sehr gut kreiert und ins Wort gefasst ist das alte Schloss und seine Umgebung. Der Leser wird mit ins Geschehen hineingenommen.
Die Protagonistin, ihres Zeichens Kunstgeschichtlerin, ist eine junge Frau, die wenig positive Zukunftsaussichten hat, als sie das Schloss erbt. Zusammen mit ihrem Freund stellt sie sich den daraus resultierenden Herausforderungen. Sie möchte so auch mehr über ihre Vergangenheit erfahren.
Die Autorin hat die weiteren Charaktere dem vorgegebenen Rahmen entsprechend eingefügt. Dabei entstanden sehr eigenwillige, aber auch sehr sympathische Personen. Der Stil beschreibt die Einzelnen so plastisch, das im Kopf dazu Bilder entstehen.
Das Buch ist leicht zu lesen und lädt auch immer wieder zu schmunzeln ein.Die eingestreuten Begriffe im österreichische Dialekt tragen zur Athmosphäre des Buches bei.
Wie und ob es Gloria gelingt im Schloss und im Dorf Fuss zu fassen, das erfahren Sie im Buch.

Veröffentlicht am 10.08.2019

Was tun wenn....

Ultimatum
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Das Cover des Buches weist auf einen der Orte des Geschehens hin - das Kanzeleramt. In der Mitte prangt der Titel.

Alarm im Kanzleramt!

Berlin im Herbst 2019: Der Ehemann der Kanzlerin wird gekidnappt. ...

Das Cover des Buches weist auf einen der Orte des Geschehens hin - das Kanzeleramt. In der Mitte prangt der Titel.

Alarm im Kanzleramt!

Berlin im Herbst 2019: Der Ehemann der Kanzlerin wird gekidnappt. Die Entführer stellen unerfüllbare Forderungen. Eine deutsche Regierung lässt sich nicht erpressen. Oder doch? Die Entführer meinen es ernst, senden eine abgetrennte Hand ins Polizeirevier. Der Machtapparat ist in Schockstarre, de Bodt schafft es allerdings, Dr. Süß zu befreien. Aber das Katz-und-Maus-Spiel hat gerade erst angefangen. In Frankreich wird die Gattin des Präsidenten entführt … Kommissar Eugen de Bodt und sein Team stehen vor einer fast unlösbaren Aufgabe.
Soweit der Klappentext.

Christian von Ditfurth nimmt die Leser, im fünften Band, mit auf eine futuristische Reise zu den Ereignissen, die zum Einsatz von Kommissar Eugen de Bodt und seinem Team führen.
Dabei scheint der Autor inhaltlich auf Erfahrungen, wie die Entführung von Hans Martin Schleyer zurückzugreifen. Damals stellte sich die Frage nach der Erpressbarkeit des Staates in der Realität.
Thematisch ist der Roman sehr breit gefächert - genannt seien hier nur die Geheimdienste oder die Sicherheit von Atomkraftwerken. All dies lässt den Thriller zu einem komplexen Werk werden, das auch zum Nachdenken über die Zusammenhänge in unserer doch sehr komplizierten Welt anregt.

Der Autor, selbst Historiker und Kenner der Berliner Politszene, startet mit einem rasanten Tempo in das Geschehen.
Schon bald weitet sich die Krise aus. Frankreich wird durch die Entführung der Präsidentengattin involviert. Ausserdem sterben weltweit russische Diplomaten bei unterschiedlichen Anschlägen.
Das Miteinander der Protagonisten entwickelt sich zu einem rasanten Schlagabtausch, bei dem kaum Zeit zum Atemholen bleibt. Es entwickeln sich mehere Handlungsstränge, die es zu verfolgen gilt. Die ständig wechselnden Perspektiven der Handlung tragen auch zum hohen Spannungsbogen teil.
Dabei bleibt dem Kommissar genug Zeit in gewohnter Manier mit seinen Kollegen zu frotzeln. Er registriert sogar noch rechtzeitig die ihn anfliegende Idee, um Professor Süss aus den Fängen seines Intimfeindes zu befreien.
Die Charaktere sind der Handlung entsprechend sehr gut entwickelt. Anklänge an die aktuelle Politik scheinen immer wieder auf.
Die stückweise minimalistisch anmutende Sprache, die manchmal abgehackte Sprechweise vermitteln ein immer rasanter werdendes Tempo.
Der Schluß des Politthrillers kommt etwas abrupt daher. Die Idee war zwar schon einige Zeit mitgelaufen, aber dass sie so wichtig wurde, kam unerwartet.
Zum Schluß bleibt mir zu sagen: Es ist eine rasante Lektüre für gemütliche Sommerlesestunden.