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Veröffentlicht am 30.04.2020

Unerwiderte Liebe

Die Tochter der Bettlerin
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Zum Inhalt:
Täglich muss Anna mit ihrer Mutter auf die Straße gehen, um zu betteln, damit diese sich die nächste Flasche Alkohol besorgen kann. Kein nettes Wort hat die Mutter für ihre Tochter übrige, ...

Zum Inhalt:
Täglich muss Anna mit ihrer Mutter auf die Straße gehen, um zu betteln, damit diese sich die nächste Flasche Alkohol besorgen kann. Kein nettes Wort hat die Mutter für ihre Tochter übrige, selbst wenn diese etwas Geld erbettelt. Als ihre Mutter und deren Freund Anna zur Prostitution zwingen wollen, verschwindet sie. Durch eine glückliche Fügung landet Anna als Magd im Hause derer zu Trenck und verliebt sich in Friedrich von der Trenck. Dieser steht in der Gunst des Königs, ist regelmäßig Gast an dessen Tafel und ein hochgeachteter Offizier der Garde du Corps. Was der König nicht weiß ist, dass Friedrich sich unsterblich in dessen Schwester verliebt hat. Doch hat diese Liebe eine Chance?

Meine Meinung:
Bildreich und detailliert beschreibt die Autorin die verschiedenen Schauplätze und schafft es, die Atmosphäre der Zeit einzufangen, sodass man sich als Leser ins Berlin von 1747 zurückversetzt fühlt. Ebenso schafft sie es, alle Personen mit einer eigenständigen Persönlichkeit mit Ecken und Kanten und für sie treffende Charaktereigenschaften auszustatten.

Da wäre Anna, die es wirklich nicht leicht hat. Für ihre Mutter ist sie nur nützlich, wenn sie Geld und Alkohol ranschafft, ansonsten wird Anna von ihr nur beschimpft und niedergemacht. Außerdem ist Anna sehr naiv, was wohl damit zu tun hat, dass sie noch recht jung ist. Ich hatte oft das Gefühl, Anna will einfach nur das Gute in anderen Personen sehen. Dies wird ihr aber immer wieder zum Verhängnis. Dennoch ist sie eine tapfere junge Frau, finde ich, die es schafft immer wieder eine Lösung für ihre Probleme zu finden. Einzig ihre Vernarrtheit in Friedrich konnte ich nicht nachvollziehen. Sie weiß im Grunde, dass ihre Liebe nicht erwidert wird und sie nicht zusammenkommen werden, rennt ihm aber dennoch weiterhin hinterher. Dadurch steht sie ihrem Glück oftmals selbst im Weg.

Friedrich von der Trenck habe ich gar nicht gemocht. Er ist eingebildet, skrupellos und nur auf seinen Vorteil aus. Ein bisschen Demut und Menschlichkeit hätte dem Kerl bei allem, was ihm passiert, nicht geschadet.

Leider gibt es in der Geschichte einige Widersprüche und das manchmal sogar auf zwei darauffolgenden Seiten, was mich dann doch ziemlich gestört hat. Außerdem gibt es für meinen Geschmack zu viele Abschnitte, die meiner Meinung nach für die Handlung unwichtig sind und nur zur Vermittlung von historischen Fakten dienen. Dadurch zog sich die Geschichte und war leider nicht sehr spannend.

Fazit:
Eine Geschichte über zwei Personen, deren Wege sich zufällig kreuzen und sich dadurch vor allem das Leben von Anna verändert. Denn egal wie sehr ihr Verstand ihr sagt, dass Friedrich und sie keine Chance haben, ihr Herz sagt ihr etwas anderes, wodurch sie nicht nur einmal in Schwierigkeiten gerät.

Die Autorin schafft es uns mit bildreichen Beschreibungen, das Berlin von 1747 vor Augen zu führen. Leider gab es im Laufe der Geschichte einige Widersprüche und meiner Meinung nach zu viele für die Handlung nicht relevante Abschnitte, wodurch mich die Geschichte einfach nicht packen konnte.

Veröffentlicht am 13.03.2020

Brücke in die Unterwelt

Cassardim 1: Jenseits der Goldenen Brücke
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Zum Inhalt:
Nach außen wirkt Amaia wie ein ganz normales sechzehnjähriges Mädchen, doch das ist sie nicht. Denn Amaia ist vor kurzem gerade zum achten Mal sechzehn geworden. Ebenso wie ihre ganze Familie ...

Zum Inhalt:
Nach außen wirkt Amaia wie ein ganz normales sechzehnjähriges Mädchen, doch das ist sie nicht. Denn Amaia ist vor kurzem gerade zum achten Mal sechzehn geworden. Ebenso wie ihre ganze Familie altert sie langsamer als normale Menschen. Auch sonst geschehen merkwürdige Dinge in ihrer Familie. Gibt es da doch die „Macht der Worte“, mit denen ihre Eltern sie und ihre Geschwister beeinflussen. Denn sie alle sollen Personen, Geschehnisse und Dinge durch die „Macht der Worte“ vergessen. Doch Amaia hat einen Weg gefunden, der Manipulation ihrer Eltern immer mehr zu entgehen. So weiß sie noch von dem Gefangenen, der sich bei ihnen im Keller befindet und für sie später zum Retter in der Not wird. Denn als Amaia und ihre Familie angegriffen werden, ist der Gefangene Namens Noár ihre einzige Chance den Angreifern zu entgehen und Amaia muss feststellen, dass ihre Familie noch viel mehr Geheimnisse verbirgt, als sie gedacht hat.

Meine Meinung:
Bildreich beschreibt die Autorin die verschiedenen Gebiete in Cassardim, sodass man das Gefühl hat mit Amaia und ihren Geschwistern durch diese zu streifen. Dabei hat mir besonders gefallen, mit wie viel Liebe zum Detail die Autorin die einzelnen Gebiete von Cassardim beschreibt, die zum Teil nicht unterschiedlicher sein können. Jedes ist ein wichtiger Teil der Unterwelt, die Cassardim nun mal ist, und erfüllt seinen Zweck, ebenso wie die Wesen, die darin leben. Auch bei diesen hat die Autorin viel Fantasie bewiesen und lässt sie ebenso wie die Gebiete selbst vor den Augen der Leser zum Leben erwachen.

Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht von Amaia. Damit bekommen wir einen guten Einblick in ihren Charakter, erleben mit, wie Cassardim allgemein, seine Bewohner und die Geschehnisse auf sie wirken. Was es in ihr auslöst, als sie ihr bisheriges Zuhause verlassen muss und erfährt, wer sie und ihre Geschwister in Wirklichkeit sind. Dabei muss ich sagen, dass Amaia mir zwar sympathisch war, mir aber ihr eigener Antrieb gefehlt hat. Oft wirkte es einfach, als wenn Amaia eher von außen zum Handeln gezwungen wird, als das sie selbst die Dinge in die Hand nimmt. Auch schien mir die Entwicklung, die sie eigentlich durchmacht, zum Ende hin einfach wie aus Geisterhand da zu sein und war somit meiner Meinung nach kein fortlaufender Prozess. Was mich dann doch beides ziemlich gestört hat.

Noár ist geheimnisvoll und als Leser ist einem nicht immer ganz klar, was für ein Spiel er wirklich spielt. Da er mich mit seinem widersprüchlichen Auftreten aber teilweise an Figuren aus anderen Büchern erinnert hat, hatte ich recht früh eine Vermutung, wie man sein Auftreten nehmen muss und auf wessen Seite er letztendlich wirklich steht. Was aber nicht unbedingt schlimm war, denn ganz sicher, was ich mir dennoch nie.

So bildreich und mit Liebe zum Detail die Autorin die Landschaft beschreibt, umso blasser wirkten die Figuren auf mich. Gerade bei Amaia hätte ich mir mehr Tiefe gewünscht.

Fazit:
Eine fantasievolle Geschichte bei der die Autorin bildreich und mit Liebe zum Detail die verschiedenen Gebiete in Cassardim vor den Augen des Lesers lebendig werden lässt. Leider fehlte mir bei der Protagonistin Amaia oftmals der eigene Antrieb die Dinge in die Hand zu nehmen, der Wunsch etwas an der Situation zu ändern. Vielmehr wurde sie meiner Meinung nach viel zu oft von außen zum Handeln gezwungen und auch ihre Entwicklung erschein mir kein fortlaufender Prozess zu sein, sondern war zum Ende der Geschichte hin einfach da.

Veröffentlicht am 10.03.2020

Eine Geschichte über die erste große Liebe, Freunde und Depressionen

Sweet Sorrow
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Zum Inhalt:
Charlie Lewis hat es nicht leicht. Denn nach der Trennung seiner Eltern muss er, im Gegensatz zu seiner Schwester, weiterhin bei seinem depressiven Vater leben. Außerdem droht ihm noch ein ...

Zum Inhalt:
Charlie Lewis hat es nicht leicht. Denn nach der Trennung seiner Eltern muss er, im Gegensatz zu seiner Schwester, weiterhin bei seinem depressiven Vater leben. Außerdem droht ihm noch ein schlechter Schulabschluss, der ihn seine gute Zukunft kosten könnte. Vollkommen überfordert mit der Situation, flüchtet er die meiste Zeit in den Ferien aus seinem Elternhaus und fährt durch die Gegend. So lernt er eines Tages durch Zufall Fran Fisher kennen und möchte unbedingt ein Date mit ihr. Doch Fran stellt eine Bedingung. Bevor sie überhaupt darüber nachdenkt mit Charlie auszugehen, soll dieser bei der Aufführung von Romeo und Julia der Fünf Faden Tief Theatergenossenschaft, einer Laientheatergruppe, mitmachen. Wird Charlie darauf eingehen?

Meine Meinung:
Als Leser erleben wir die Handlung der Geschichte durch Charlies Augen. Wodurch wir einen guten Einblick in seine Gefühlswelt bekommen und schnell merken, wie viele Selbstzweifel und Zukunftsängste Charlie plagen und wie überfordert er mit der Krankheit seines Vaters ist. Immer wieder versucht Charlie sein Bestes zu tun, um ein Stück Alltag in sein und das Leben seines Vaters zu bringen, aber seine Bemühungen reichen oft dennoch nicht aus.
Charlie tat mir einfach nur leid, denn mit sechzehn Jahren sollte er das, was er stemmen muss, nun wirklich nicht stemmen müssen.

Ich finde, dem Autor ist mit Charlie eine vielschichtige Figur gelungen, die nicht nur ihre Ecken und Kanten, Schwächen und Stärken, sondern neben positiven auch negative Charaktereigenschaften hat, die gerade in den Situationen mit seinem Vater, aber auch seinen vermeidlichen Freunden deutlich werden.

Alle Figuren wurden vom Autor ausreichend beschrieben, sodass ich mir alle gut vorstellen konnte. Die Figuren haben dabei ihre kleinen Schwächen, aber auch Stärken und Charaktereigenschaften, die sie einzigartig machen. Ebenso beschreibt der Autor die Schauplätze bildreich, sodass ich sie vor Augen hatte und er schafft es auch, über die ganze Geschichte hinweg eine gewisse melancholische Stimmung aufkommen zu lassen.

Leider muss ich sagen, dass die Geschichte trotz der interessanten Themen für mich nur so vor sich dahinplätscherte. Was auch daran liegen mag, dass ich mich bei einigen Stellen gefragt habe, ob das, was Charlie uns erzählt wirklich so wichtig für das Verständnis der Geschehnisse ist. Meiner Meinung nach nämlich nicht und so wirkten diese Stellen einfach nur langatmig und langweilig auf mich.

Fazit:
Eine Geschichte über die erste große Liebe, wahre und falsche Freunde, Depressionen und die Auswirkungen, die diese auf die Person selbst und deren Angehörige hat. Leider plätscherte die Handlung meiner Ansicht nach nur so vor sich hin, weswegen die Geschichte mich einfach nicht in ihren Bann ziehen konnte.

Veröffentlicht am 05.02.2020

Konnte mich nicht überzeugen

Draussen
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Zum Inhalt:
Ein Leben auf der Hut, den Kontakt mit Menschen vermeidend und oft sogar abseits jeglicher Zivilisation im Wald, das ist das Leben von Cayenne, ihrem Bruder Joshua und deren Anführer Stephan. ...

Zum Inhalt:
Ein Leben auf der Hut, den Kontakt mit Menschen vermeidend und oft sogar abseits jeglicher Zivilisation im Wald, das ist das Leben von Cayenne, ihrem Bruder Joshua und deren Anführer Stephan. Denn sie müssen eins verhindern, nämlich von den Menschen, die sie töten wollen, entdeckt zu werden. Um ihren Gegnern überlegen zu sein, lehrt Stephan Cayenne und Joshua Kampftechniken und wie man in der Natur überlebt. Doch Cayenne wird diesem irgendwann überdrüssig. Sie möchte das Leben eines normalen Teenagers leben. Schließlich ahnt sie nicht, dass sie bald alles, was Stephan ihr und ihrem Bruder beigebracht hat, brauchen wird. Ihre Widersacher sind ihnen nämlich auf den Fersen.

Meine Meinung:
Im Verlauf der Geschichte lernen wir die Protagonistin Cayenne, ihren Bruder Joshua und Stephan, ebenso wie den Antagonist immer besser kennen. Wir bekommen einen Einblick in das Innenleben von Cayenne und dem Antagonist und können so gut nachvollziehen was beide antreibt so zu handeln, wie sie es tun. Dabei hätte ich mir gewünscht, dass die Figuren vielschichtiger sind. Sie haben zwar ihre Stärken und Schwächen, sind meiner Meinung nach aber in ihrer Rolle gefangen. Das Mädchen, das sich ein normales Leben und Freiheit wünscht, der Mann, der unbedingt etwas wieder gutmachen will und der Böse, der nur auf seinen Vorteil aus ist und alle manipuliert, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Gerade dies hat dazu geführt, dass ich mit keiner der Figuren richtig warm wurde. Ansonsten wurden die Figuren von den beiden Autoren ausreichend beschrieben, sodass man sie sich, ebenso wie die Schauplätze, gut vorstellen konnte.

Leider muss ich sagen, wollte bei mir von Anfang bis Ende kaum bis keine Spannung aufkommen. Es gibt zwar ein paar Stellen, bei denen bei mir ein Hauch von Spannung aufkam, dieser war aber genauso schnell wieder verpufft, wie er gekommen war.

Die Grundidee hinter der Geschichte und die behandelten Themen fand ich an sich interessant, dennoch waren es meiner Meinung nach doch ein paar Themen zu viel, die die Autoren in der Geschichte ansprechen wollten. Zudem schneiden sie einige an, die dann aber im weiteren Verlauf der Handlung keine Rolle mehr spielen. Noch ein weiterer Punkt, wieso mich die Geschichte einfach nicht packen konnte.

Fazit:
Eine Geschichte mit einer interessanten Grundidee und Themen. Leider fand ich die Figuren zu sehr in ihren Rollen gefangen. Zudem wollte bei mir kaum Spannung aufkommen und die Autoren haben meiner Meinung nach doch ein paar Themen zu viel in die Geschichte einbauen wollen, was leider dazu führte, dass sie mich einfach nicht mitreißen konnte.

Veröffentlicht am 04.09.2019

Auftrag der Fantasyreihe "Söhne und Töchter des Feuers"

Das kalte Blut (Söhne und Töchter des Feuers)
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Zum Inhalt:
Als sich die beiden Geschwister Ksilian und Qwotilia die toten Eishexen anschauen wollen, erfahren sie etwas Unglaubliches. Bei zwei der drei Dämonen handelt es sich um Frauen, die vor Jahren ...

Zum Inhalt:
Als sich die beiden Geschwister Ksilian und Qwotilia die toten Eishexen anschauen wollen, erfahren sie etwas Unglaubliches. Bei zwei der drei Dämonen handelt es sich um Frauen, die vor Jahren aus der Stadt entführt wurden. Fortan fragt sich Ksilian, ob seine und Qwotilias Mutter noch leben könnte. Denn auch sie wurde von den Eishexen entführt. Von dem Wunsch getrieben seine Mutter wiederzufinden, bricht er mit seiner Schwester Qwotilia in den eisigen Norden auf.

Meine Meinung:
Mit seinem lockeren Schreibstil zieht der Autor den Leser in eine Geschichte über Sagen und Mythen und lässt mit seinen detaillierten Beschreibungen eine fantastische Welt vor dessen Augen entstehen. Ich hatte jedenfalls alles bildlich vor Augen. Man merkt deutlich wie viel Mühe und mit welcher Liebe zum Detail der Autor an die Geschichte gegangen ist. So werden nicht nur alte Sagen, die Ksilian und Qwotilia erzählt wurden, als sie noch ganz klein waren, Leben eingehaucht und beide finden sich plötzlich inmitten eines Kriegs wieder, sondern viele magische Wesen halten ihren Einzug in die Geschichte.
Leider muss ich sagen, so sehr mich die Beschreibungen der Figuren, Handlungsorte und der magischen Wesen gefallen haben, kam bei mir erst im letzten Drittel der Geschichte richtig Spannung auf und ich konnte ab da mit den Protagonisten mitfiebern. Dies mag vielleicht auch daran liegen, dass dies er erste Band einer Reihe ist, in dem man erst einmal mit den Sagen und Mythen, sowie den einzelnen magischen Wesen und deren Verbündete vertraut gemacht wird. Ebenfalls schade finde ich, dass einem die Gefühlswelt der einzelnen Figuren doch meist verschlossen bleibt, da auf diese kaum eingegangen wird. Ebenso hätte ich mir gerade die Protagonisten facettenreicher gewünscht.

Fazit:
Eine Geschichte über zwei Geschwister, die unwissentlich zwischen die Fronten eines Krieges geraten, in der man die Liebe zum Detail des Autors spürt, die mich aber leider erst im letzten Drittel wirklich in ihren Bann ziehen konnte.