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Veröffentlicht am 26.05.2018

1001 zauberhafter Wunsch

1001 zauberhafter Wunsch
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Beim Stöbern bin ich auf „1001 zauberhafter Wunsch“ von Ewa A. aufmerksam geworden und das schöne Cover sowie der interessant klingende Inhalt haben mir meine Entscheidung das Buch lesen zu wollen, leicht ...

Beim Stöbern bin ich auf „1001 zauberhafter Wunsch“ von Ewa A. aufmerksam geworden und das schöne Cover sowie der interessant klingende Inhalt haben mir meine Entscheidung das Buch lesen zu wollen, leicht gemacht.

Im Untertitel bezeichnet sich die Geschichte selbst als „romantisches Märchen“. Das trifft es wohl relativ gut.

In einen orientalisch anmutenden Setting lernt man die junge Bäckerstochter Shanli kennen. Das junge Mädchen hat er vor Kurzem seinen Vater verloren und eigentlich will sie nach dessen Tod die familieneigene Bäckerei weiterführen. Dieser Plan steht unter keinem guten Stern, da sie als Frau scheinbar kein Anrecht auf einen Platz auf dem Markt hat. Wie soll sie nun ihre Backwaren verkaufen?
Der Schah wird Zeuge von Shanlis heftiger Auseinandersetzung auf dem Markt mit den anderen Händlern und stellt ihr in Aussicht sie zur Hoflieferantin zu machen.
Shanli kann ihr vermeintliches Glück kaum fassen, ist sie doch schon seit Langem in den gutaussehenden Herrscher verliebt und als dann noch verkündet wird, dass der Schah auf Brautschau ist und jede junge Frau des Landes ihm ihre Hand antragen kann, sieht sie ihre Chance gekommen. Leider ist ihr das Glück nicht hold…weder ihre Backwaren noch ihre üppige Figur führen den Schah ernsthaft in Versuchung.

Shanli versinkt zuhause in Verzweiflung. Zufällig fällt ihr ein Erbstück ihres Vaters in die Hand und während sie ihre Figur mitsamt der äußeren Umstände verflucht und sich eine Veränderung wünscht, steht mit einem Mal ein Dschinn vor ihr. Auf den ersten heftigen Schock folgt die Erkenntnis, dass mit den Wünschen des Dschinn kein Ziel mehr unerreichbar scheint.
Und so begibt sich Shanli auf Bräutigamsschau, wild entschlossen die Hand des Schahs für sich zu gewinnen, ihre Figurprobleme hinter sich zu lassen und das alles mit einem eher widerwilligen und eingebildeten Dschinn im Schlepptau.

Es gibt Geschichten, die manchen einem eine Bewertung wirklich nicht gleich und genau so eine Geschichte ist „1001 zauberhafter Wunsch“ für mich.
Einerseits gibt es viele positive Seiten, so ist die Grundidee sehr charmant und das orientalisch-märchenhafte Setting schön gestaltet und beschrieben, was mir gut gefällt. Auch die Gestaltung der weiblichen Protagonistin, die mit ihrer üppigen Figur und den damit verbundenen Selbstzweifel ein aktuelles Thema aufgreift, hat mir recht gut gefallen.
Die Brautschau des Schahs besteht aus mehreren Prüfungen und diese bringen Abwechslung in die Geschichte. Dämonische Figuren aus der arabischen Märchenwelt sorgen für leichte Gruselmomente und Spannung. Der Humor in der Handlung, wenn auch oft leider etwas behäbig und mit dem Charme alter Herrenwitze, lässt beim Lesen schmunzeln.

Auf der anderen Seite ist die Geschichte mit ihrer Handlung in vielerlei Hinsicht sehr vorhersehbar und darunter leidet mitunter der Spannungsbogen, der so auch nicht durchgehend greift. Gerade bei dem romantischen Erzählfaden hat mich diese Vorausberechenbarkeit wirklich gestört.
Spannungsmäßig hat mich das Buch am meisten noch im letzten Drittel gepackt, wo es wirklich mal nicht abzusehen war, was als nächstes geschieht.

Shanli ist einerseits ein sympathischer Charakter, aber ihr Selbstmitleid, ihre schnippische Art und ihre naive Begriffstutzigkeit haben mich leider ziemlich genervt. Im Lauf der Handlung gewinnt sie zwar etwas an Charme, aber so wirklich hat sie mein Leserherz nicht für sich gewinnen können. Überhaupt bleiben sowohl sie wie auch der Dschinn, der Schah und die restlichen Figuren recht eindimensional und wenn eine Wandlung bzw. Entwicklung zu beobachten ist, dann ging mir diese entweder zu flott oder nicht glaubhaft genug über die Bühne.

Aber nun möchte es auch nicht übertreiben mit meinen kritischen Anmerkungen, da ich die Geschichte im Großen und Ganzen ja doch gerne gelesen habe. Es war eben ein etwas durchwachsenes Lesevergnügen und dafür gibt es von mir 3 Bewertungssterne!

Veröffentlicht am 18.05.2018

Art Hunter - Gestohlenes Herz

Art Hunter - Gestohlenes Herz
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Beim Stöbern bin ich auf die „Art Hunter“-Reihe von Alia Cruz aufmerksam geworden. Die Inhaltsangabe hat mich ein klein wenig an die „Schattengänger“-Reihe von Christine Feehan erinnert, die ich sehr gerne ...

Beim Stöbern bin ich auf die „Art Hunter“-Reihe von Alia Cruz aufmerksam geworden. Die Inhaltsangabe hat mich ein klein wenig an die „Schattengänger“-Reihe von Christine Feehan erinnert, die ich sehr gerne lese bzw. gelesen habe und so war der erste Teil „Gestohlenes Herz“ der Reihe schnell auf den Reader geladen.

Christophe Ledoux ist Mitglied der Art Hunter. Hinter dieser Bezeichnung verbirgt sich eine Gruppe Männer, die im Auftrag einer Sicherheitsfirma in Museen einbricht, Kunstgegenstände entwendet und damit Sicherheitslücken aufdeckt, die die Firma anschließend schließen kann. Gemeinsam ist den Männern nicht nur eine kriminelle Vergangenheit als Kunstdiebe sondern auch, dass sie alle über spezielle Fähigkeiten verfügen, z. B. die Kraft zu heilen oder sich schneller als das menschliche Auge zu bewegen. Im Gegenzug für ihre Tätigkeit im Auftrag der Sicherheitsfirma hält diese ihre schützende Hand über die Männer und verhindert, dass sie als Forschungsobjekte in irgendwelchen Laboren enden.

Der neuste Auftrag führt Christophe undercover als Wachmann in den Louvre, da es Hinweise darauf gibt, dass die Mona Lisa gestohlen werden soll. Im Museum begegnet Christophe der Touristenführerin Claire und sofort besteht eine Verbindung zwischen Beiden. Rasch kommen sich beide näher und während die Emotionen hochkochen, zieht im Hintergrund ein geheimnisvoller Puppenspieler die Fäden und hat nichts Gutes für die Art Hunter und Claire, die ihm unerwartet im Weg steht, im Sinn.

Das Setting der Geschichte verspricht jede Menge Spannung, was die Handlung nur teilweise halten kann. Die Figuren, allen voran Christophe und Claire sind grundsätzlich sympathisch gezeichnet, schaffen es aber nicht mich zum Mitfiebern und Bangen zu bringen. Die romantischen Gefühle zwischen den beiden Hauptfiguren waren mir zu schnell auf dem höchsten Level und haben mich leider nicht glaubhaft überzeugt.

Die Fähigkeiten der Art Hunter, die u. a. den „Puppenspieler im Hintergrund“ auf den Plan rufen werden für meinen persönlichen Geschmack zu nebensächlich abgehandelt, obwohl sie doch mit eine der Hauptzutaten der Geschichte sind.

Als Einstieg in eine neue Reihe ist „Gestohlenes Herz“ recht nett zu lesen, wenn es mich auch unschlüssig zurücklässt, ob ich die Reihe – die inzwischen vier Bücher umfasst – weiterverfolgen soll.

3 Bewertungssterne gibt es von mir!

Veröffentlicht am 10.05.2018

Feuer der Versuchung

Feuer der Versuchung
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Mit „Feuer der Versuchung“ startet die MacCarrick-Brothers-Reihe von Kresley Cole. Bisher umfasst die Reihe drei Bücher und jeder Band widmet sich einem anderen Bruder. Ich gehe mal davon aus, dass es ...

Mit „Feuer der Versuchung“ startet die MacCarrick-Brothers-Reihe von Kresley Cole. Bisher umfasst die Reihe drei Bücher und jeder Band widmet sich einem anderen Bruder. Ich gehe mal davon aus, dass es bei einer Trilogie bleiben wird.

Courtland MacCarrick ist als Söldner in Andorra unterwegs und nachdem er seinen Feinden in die Hände gefallen ist, gelingt es ihm nur mit knapper Not und schwer verletzt zu entkommen, in dem er sich in einen reißenden Fluss stürzt.

Am Flussufer findet ihn Annalia, die ihn zu sich nach Hause holt und gesund pflegt.

Annalia gehört einem alten Adelsgeschlecht aus Kastilien an und sie versucht sich aus den aktuell in Andorra tobenden Kämpfen heraus zu halten. Doch ausgerechnet der Anführer der Mörderbanden, General Pascal hat ein Auge auf die schöne Spanierin geworfen und als es ihm gelingt ihren Bruder gefangen zu nehmen, scheint er alle Trümpfe in der Hand zu halten.

Die junge Frau ist verzweifelt und es scheint als könne ihr nur noch ein hitzköpfiger, ungehobelter Highlander helfen, der verbotene Gefühle in ihr weckt.

Courtland MacCarrick hat sich geschworen niemals einer Frau sein Herz zu schenken. Es liegt ein Fluch auf seiner Familie und seine Brüder und er haben geschworen, dass die Familie und damit auch der Fluch mit ihrer Generation enden soll. Doch eine heißblütige spanische Ladybringt ihn erstmals in starke Versuchung. Kann er widerstehen?

Ich liebe die „Immortals after Dark“-Reihe von Kresley Cole und war gespannt auf ihre – für mich erste – historische Liebesgeschichte.

Der Schreibstil kommt gewohnt leichtfüssig und verständlich daher, so liest sich das Buch in relativ kurzer Zeit weg.
Die Charaktere, allen voran Court und Annalia sind sympathisch gestaltet und es hat mir gefallen, wie zwischen den Beiden die sinnbildlichen Fetzen fliegen.
Das Setting mit Andorra hat mich neugierig gemacht und es hätte mich interessiert, ob es tatsächlich ein Mal in der Geschichte schottische Söldner in diesem Teil der Erde gab. Darüber verrät das Buch allerdings nichts.
Der Gegenspieler in Form von General Pascal und seinen Schergen erscheint leider austauschbar. Überhaupt hat mich dieser Aspekt der Geschichte nicht so gut unterhalten wie erhofft, da dieser Handlungsstrang willkürlich und wenig durchdacht erscheint. Es resultiert daraus Gefahr für Annalia und so kann Court sich als Beschützer beweisen, aber so richtig schlüssig ist mir dieser Aspekt der Handlung nicht erschienen. Auch gibt es einige zeitliche und örtliche Sprünge in der Handlung, die sich recht abrupt gestalten, da teilweise innerhalb von einem Satz der Schauplatz wechselt und man das im ersten Moment im Lesefluss gar nicht so richtig realisiert. Das macht das Ganze etwas holprig und fordert meine Konzentration in besonderem Maße.

Für mich war "Feuer der Versuchung" ein etwas durchwachsenes Lesevergnügen. Nichtsdestotrotz bekommen die anderen beiden Bände auch meine Aufmerksamkeit und ich bin gespannt, wie sich die anderen MacCarrick-Brüder entwickeln.

3 Bewertungssterne bekommt der historisch angehauchte Liebesroman von mir.

Veröffentlicht am 08.05.2018

Vicious Love

Vicious Love
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Eine Buchverlosung hat mich auf die neue Reihe "Sinners of Saint" von L. J. Shen aufmerksam gemacht. Bei der Verlosung selbst hatte ich kein Glück, aber der erste Band der Reihe "Vicious Love" durfte trotzdem ...

Eine Buchverlosung hat mich auf die neue Reihe "Sinners of Saint" von L. J. Shen aufmerksam gemacht. Bei der Verlosung selbst hatte ich kein Glück, aber der erste Band der Reihe "Vicious Love" durfte trotzdem bei mir einziehen.

Nach über 10 Jahren begegnet Emilia LeBlanc an einem für sie wirklich bescheidenen verlaufenden Tag ausgerechnet Baron Spencer, genannt Vicious, ihr persönlicher Albtraum von der Highschool.

Emilias Eltern arbeiten als Dienstboten für Vicious Eltern. Und eigentlich bemüht sich Emilia um ein gutes Verhältnis zum Sohn der Arbeitgeber, aber von der anderen Seite schlägt ihr vom ersten Augenblick Abneigung, sogar Hass entgegen. Als sie sich dann noch auf eine Beziehung zum besten Freund von Vicious einlässt, eskaliert die Situation endgültig.

10 Jahre sind inzwischen vergangen...Vicious hat mit seinen Freunden aus Schultagen ein erfolgreiches Unternehmen auf die Beine gestellt und ist ein erfolgreicher Anwalt.
Emilia lebt mit ihrer lungenkranken Schwester in New York und dieser gilt auch ihre ganze Sorge. Sie schuftet sich bei zwei Jobs ab, vernachlässigt ihre eigenen Zukunftspläne und kommt finanziell doch fast nicht über die Runden.

Ein Blick aufeinander reicht aus, um die negativen Gefühle der Vergangenheit ans Tageslicht zu befördern, aber auch eine gegenseitige Anziehung lässt sich nicht leugnen...

Der Buchinhalt versprach eine düster angehauchte Liebesgeschichte mit starken Emotionen. Ohne jetzt zu negativ erscheinen zu wollen, aber so wirklich viel ist von diesem Versprechen nach dem Lesen des Buchs nicht übrig geblieben und mir ging das alte Sprichwort meiner Großmutter: "Nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird." durch den Kopf.

Die Geschichte an sich ist solide aufgebaut und der gut verständliche Schreibstil der Autorin nimmt mich als Leserin mit und versteht es mich zu unterhalten.
Weniger gut haben mir leider die Figuren gefallen, allen voran die Hauptcharaktere Vicious und Emilia. Beide Figuren konnten mich emotional nur bedingt packen. Vicious soll als gefühlloser Mistkerl mit sozio- und psycopathischen Zügen daher kommen, was in der Umsetzung aber mehr schlecht als Recht gelingt. Selbstverständlich hatte er schwere Zeiten und in seinem Besitzanspruch gegenüber Emilia sowie im Rachegedanken seinem Vater und der Stiefmutter gegenüber überschreitet er manche Grenze, aber das macht ihn für mich noch nicht zu dem unmenschlichen Antihelden, den er wohl eigentlich darstellen soll.
Emilia ist im direkten Vergleich mit ihrem männlichen Gegenpart ein liebes, stellenweise naives Mädchen, dass leider bis auf ganz wenige starke Momente recht blaß bleibt.

Tja, da hat die Verpackung leider mehr versprochen als der Inhalt schlußendlich liefern konnte. Von mir gibt es dafür 3 Bewertungssterne.

Veröffentlicht am 28.04.2018

Die Leidenschaft des Viscounts

Die Leidenschaft des Viscounts
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Nachdem mir der erste Teil der „Hell & Sin“-Reihe von Christi Caldwell gut gefallen hatte, habe ich mich auch schnell zum Lesen des 2. Bandes „Die Leidenschaft des Viscounts“ entschlossen.

In diesem 2. ...

Nachdem mir der erste Teil der „Hell & Sin“-Reihe von Christi Caldwell gut gefallen hatte, habe ich mich auch schnell zum Lesen des 2. Bandes „Die Leidenschaft des Viscounts“ entschlossen.

In diesem 2. Teil geht es u. a. um Ryker Black und dieser ist der älteste Bruder von Helena aus dem ersten Teil „Die Küsse des Marquis“. Man kann beide Bücher unabhängig voneinander lesen.

Ryker Black hatte es in seinem Leben noch nie einfach. Als Bastard schon kurz nach der Geburt verstoßen ist er in den Straßen Londons aufgewachsen und hat zu fast jedem Zeitpunkt seines Lebens um selbiges kämpfen müssen.
Inzwischen hat er sich in den Halbschatten von Londoners Unterwelt einen Ruf erarbeitet, betreibt er mit seinen Brüdern eine Spielhölle, ist finanziell abgesichert und darf seit Neustem sogar einen Adelstitel tragen. Auf Letzteres bildet sich Ryker nicht wirklich etwas ein und so ist er nur widerwillig bereit auf einem Ball seiner Schwester Helena zu erscheinen.

Lady Penelope Tidemore stammt aus einer adligen, wenn auch durch zahlreiche Skandale ihrer Geschwister inzwischen etwas weniger angesehenen, Familie. In ihrem tiefsten Herzen ist Penelope eine Träumerin und sehnt sich nach einer großen romantischen Liebe. Durch die Skandale ihrer Geschwister desillusioniert unternimmt sie alle Anstrengungen eine sittsame junge Dame zu sein und hofft auf dem Londoner Heiratsmarkt eine passende Partie zu machen.

Der Zufall und ein Missgeschick führen Ryker und Penelope in einer kompromittierenden Situation zusammen. Eine Heirat scheint der einzige Ausweg und Penelope findet sich bald in einer Welt wieder, die nicht nur ihren ausgeprägten Sinn für Abenteuer anspricht.

Die Autorin Christi Caldwell hat ein Händchen für historische Liebesromane, die sich etwas abseits von dem im Genre üblichen Mainstream bewegen und das hat mich schon bei dem für mich ersten Roman „Die Küsse des Marquis“ aus ihrer Schreibfeder sehr angesprochen. Meine Erwartungen an „Die Leidenschaft des Viscounts“ waren dementsprechend recht hoch. Es wäre nun unfair zu sagen, dass meine Erwartungen enttäuscht wurden, aber komplett erfüllt haben sie sich leider auch nicht.

Einerseits punktet die Geschichte mit toll ausgearbeiteten Charakteren, allen voran die beiden Hauptfiguren.

Ryker ist auf den ersten Blick ein sehr verschlossener Protagonist und man weiß ihn anfangs nicht richtig zu fassen. Erst durch Penelope bekomme ich als Leser eine Chance hinter die raue und harte Schale von Ryker zu schauen. Die junge Frau, die er eher widerwillig heiratet, stellt ihn vor große Herausforderungen und er kann es selbst nicht so wirklich fassen, wie sehr sie ihm unter die Haut geht. Dieses Erstaunen und die Wandlung bzw. das Öffnen von Ryker sind schön und glaubhaft beschrieben. Auch das daraus Konflikte mit den anderen Brüdern resultieren, die diese Wandlung skeptisch bis misstrauisch verfolgen, ist toll in die Handlung eingearbeitet.

Penelope ist das komplette Gegenteil von einer hübschen aber hohlköpfigen Debütantin der Londoner Adelsgesellschaft und weiß trotz ihres jugendlichen Alters ziemlich genau wo sie hin will. Vor Herausforderungen weicht sie nicht zurück und zur Not geht sie auch mal mit dem Kopf durch die Wand. In das Etablissement ihres Manns fügt sie sich rasch ein, ist neugierig und von der Wunschvorstellung der Männer um sie herum, die sie am liebsten mit Stickarbeiten in ihrem Zimmer einschließen würden, hält sie mal gar nichts und macht das auch mehr als deutlich.

Ein geschäftlicher Konkurrent bringt etwas Spannung in die Geschichte, wobei dieser Handlungsstrang für meinen persönlichen Geschmack viel zu oberflächlich und nur halbherzig ausgearbeitet daher kommt.

Ich hätte gerne auf das dramatische Ereignis im letzten Drittel des Buches verzichtet und dafür mehr darüber gelesen, wie sich die von Penelope angestoßenen Veränderungen im Geschäftsbetrieb von Ryker auswirken. Da war für mich Potenzial vorhanden, dass der Geschichte einen interessanten Kick gegeben hätte und das leider nicht ausgeschöpft wurde.
Auch das Ende kam für mich etwas zu abrupt. Es hätte mich sehr interessiert, welche Art von Leben Ryker und Penelope in der Zukunft führen und so hätte ich mich über einen kleinen Epilog gefreut.

Für die etwas unrunden Aspekte der Geschichte gibt es von mir 3 Bewertungssterne.