Cover-Bild Der Mord des Jahrhunderts
15,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Irisiana
  • Genre: Sachbücher / Politik, Gesellschaft & Wirtschaft
  • Ersterscheinung: 05.03.2012
  • ISBN: 9783641072667
Paul Collins

Der Mord des Jahrhunderts

Der Fall Guldensuppe
Eine spannende und lebendige Geschichtsstunde mit faszinierenden Porträts der Zeitungsmogule Joseph Pulitzer und William Randolph Hearst

Über ganz New York verteilt werden die ordentlich abgetrennten Körperteile eines Mannes gefunden. Die Polizei tappt im Dunkeln. Weder Zeugen noch Motive noch Verdächtige bieten Anhaltspunkte.

Diese grausigen Funde im Juni 1897 sind der Beginn eines der mysteriösesten Mordfälle des 19. Jahrhunderts. Der Fall löst einen noch nie da gewesenen Medienzirkus aus, der die Geburtsstunde des Boulevardjournalismus ist.
Die Spuren führen Reporter und Polizisten in das deutsche Immigrantenmilieu und zu einer verhängnisvollen Dreiecksbeziehung. Doch handelt es sich bei der kopflosen Leiche wirklich um William Guldensuppe? Bis zum Schluss hält der historische Fall mit seinen überraschenden Wendungen die damalige Bevölkerung wie den heutigen Leser in Atem.

Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.09.2017

Die Geburt der Sensationspresse!

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Eine kopflose Leiche im Jahr 1897 lässt New York nicht los und die Ermittlungen der Polizei verlaufen im Sand. Die Journalisten hingegen haben Lunte gerochen und schlachten den Fall bis ins letzte Detail.

Die ...

Eine kopflose Leiche im Jahr 1897 lässt New York nicht los und die Ermittlungen der Polizei verlaufen im Sand. Die Journalisten hingegen haben Lunte gerochen und schlachten den Fall bis ins letzte Detail.

Die Sensationslust kennt keine Grenzen. Ein paar Journalisten machen sich selbst auf die Suche nach dem Killer. Diese Hetzjagd wird mehr und mehr eine medialen Schlammschlacht.

Diese „Show“ gipfelt im Konkurrenzkampf zwischen Joseph Pulitzer und William Randolph Hearst.

Es tauchen erstmals Groupies auf, Medien stapel sich und als es um das Identifizieren des Leichnams geht, beschäftigt sich die Jury insbesondere um dessen „eigentümliches“ Gemächt.

Thorne, der vermeintliche Mörder, wartet derweil auf seine Vollstreckung in Sing Sing.

Der eigentliche Mord tritt ein wenig in den Hintergrund und wird zur Geburtsstunde der Boulevardpresse.

Der brodelnde Machtkampf der damaligen Zeitungsmogule ist derart spannend, das man nur so über die Geschichte hinwegfegt.

John Collins hat ein kleines Meisterwerk geschaffen. Man wirft einen Blick auf die Boulevardpresse, die Macht der Medienmogule und eine völlig hilflose Polizei und muss feststellen, das sich seit 1897 nichts geändert hat.

Mit Anhängen und diversen Quellenverzeichnissen ausgestattet weckt das Buch natürlich die Neugierde und man recherchiert fleißig nach.

Im Jahr 2012 wahr ich selbst in Californien und habe mir Hearst Castle angesehen. Das seit dem Tod von Hearst im Jahr 1951 zu einem „kleinen“ Museum erwachte Castle ist die reinste Augenweide. In jeder Ecke endeckt man die Verrücktheit Hearsts und versteht dessen Lebenslust und Streitbarkeit.

Veröffentlicht am 17.11.2016

Der Jahrhundertmord

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Über ganz New York verteilt finden sich im Sommer 1897 Leichenteile. Die Polizei geht zunächst von einem Streich Medizinstudenten aus und schenkt dem Fall wenig Aufmerksamkeit. Reporter verschiedener New ...

Über ganz New York verteilt finden sich im Sommer 1897 Leichenteile. Die Polizei geht zunächst von einem Streich Medizinstudenten aus und schenkt dem Fall wenig Aufmerksamkeit. Reporter verschiedener New Yorker Tageszeitungen sind da aber ehrgeiziger und der Polizei alsbald mehr als nur eine Nasenlänge voraus. Schon bald stellt sich heraus, dass es sich bei der kopflosen Leiche, die inzwischen zusammengesetzt im Leichenschauhaus ihrer Identifizierung harrt, um ein Mordopfer handeln muss. Wer ist der Tote? Wer tötet einen Mann, zerteilt ihn dann in Teile und verteilt diese über New York? Und vor allem: Wo ist der Kopf abgeblieben?

Paul Collins zeichnet die Geschehnisse vom Mord bis zum Ableben der Hauptcharaktere und ein wenig darüber hinaus. Dabei zeigt er bildhaft die Medienlandschaft des ausgehenden 19. Jahrhunderts und beginnenden 20. Jahrhunderts. Vor dem Hintergrund von CSI Methoden, Leichenbeschauern 1897 über die Schulter zu schauen amüsierte zum einen und zum anderen weckte es einen tiefen Respekt in mir, mit wie viel Einsatz Menschen zur damaligen Zeit zu ihren Ergebnissen kamen und mit einfachsten Mitteln, sehr viel Schweiß und Köpfchen Puzzleteile zusammensetzten.

Im Anhang finden sich peinlich genau alle verwendeten Quellen aufgeführt und das Buch macht Lust darauf sich selbst noch einmal den Fall zu beschäftigen.

Einziges Manko für mich war der Bucheinband. Unter dem Schutzumschlag fand sich ein schön gestalteter Bucheinband, der viele Schlagzeilen der damals rivalisierenden Zeitungen enthielt. Diese Schlagzeilen verraten allerdings nicht nur die Verdächtigen, sondern auch die Schuldigen sowie die verhängten Urteile. Somit wusste ich schon vor Abschluss des ersten Kapitels wer zu welcher Strafe verurteilt wurde – sehr schade. Der Fall Guldensuppe mag in Amerika bekannt sein, dass dies vielleicht keinen Abbruch für das Lesevergnügen bedeutet, aber in unseren Breiten trifft dies nicht zu.

Empfehlung: Schutzumschlag drauflassen. ?

Veröffentlicht am 15.09.2016

Der Mord des Jahrhunderts

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Mit „Der Mord des Jahrhunderts“ hat Paul Collins ein Buch geschaffen was nicht vielen Autoren gelingt. Er hat ein historisches Buch geschrieben was auf Tatsachen beruht und Ende des 19 Jahrhunderts passiert ...

Mit „Der Mord des Jahrhunderts“ hat Paul Collins ein Buch geschaffen was nicht vielen Autoren gelingt. Er hat ein historisches Buch geschrieben was auf Tatsachen beruht und Ende des 19 Jahrhunderts passiert ist. Zudem behandelt er nicht nur einen schweren Mordfall und dessen Lösung sondern auch wie die Boulevardpresse geschaffen wurde. Da sich mehrere Zeitungen gegenseitig ausstechen wollen und immer mehr ihre Nase in den Fall Guldensuppe stecken als die eigentlichen Ermittler.
Im Jahr 1897 werden in New York mehrere Leichenteile gefunden. Die Identifizierung des Toten gestaltet sich allerdings schwierig da man seinen Kopf nie gefunden hat. Doch schon schnell kommt die Presse dahinter wer es ist. Obwohl die Polizei lange im Dunkeln tappt, sind es Journalisten die die ersten Hinweise auf die vermeidlichen Mörder finden. Durch ihre verschiedenen Artikel und Ansichten über den Fall entfacht in New York ganz schnell ein Zeitungskrieg.
Collins hat dieses Buch sehr gut recherchiert. Auch wenn der Mord zum Teil in den Hintergrund gerät und der Krieg zwischen den Zeitungen und Journalisten im Mittelpunkt steht hat Collins einen tollen Mittelweg gefunden um beide brisante Themen aufzunehmen und umzusetzen. Streckenweise war das Buch dann doch etwas schwer zu lesen aber man wird am Ende nicht enttäuscht. Alles in allem ein tolles Buch aus dem man noch was lernen kann.