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Veröffentlicht am 27.06.2025

Wie ein Trostpflaster und eine wärmende Umarmung.

All the words we believe - Hearts of Paris
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Wie ein Trostpflaster und eine wärmende Umarmung.

Worte haben Macht – „𝐀𝐥𝐥 𝐭𝐡𝐞 𝐖𝐨𝐫𝐝𝐬 𝐰𝐞 𝐁𝐞𝐥𝐢𝐞𝐯𝐞“ erzählt eine emotionale Body-Positivity-Slow-Burn-Romance unter den Wundern von Paris.

Gleich an ihrem ...

Wie ein Trostpflaster und eine wärmende Umarmung.

Worte haben Macht – „𝐀𝐥𝐥 𝐭𝐡𝐞 𝐖𝐨𝐫𝐝𝐬 𝐰𝐞 𝐁𝐞𝐥𝐢𝐞𝐯𝐞“ erzählt eine emotionale Body-Positivity-Slow-Burn-Romance unter den Wundern von Paris.

Gleich an ihrem ersten Arbeitstag taucht Elodie mit einem Fleck auf der Bluse auf, verhaspelt sich bei der Vorstellungsrunde und bekommt zudem noch eine äußerst delikate Aufgabe. Doch sie darf es nicht verpatzen, denn die junge Frau braucht den Job bei dem beliebten Single-Magazin Le Clic dringend – hauptsächlich, um ihrer Katze Mimi die nötige Physiotherapie zu ermöglichen. Dass Aufreißer und Star-Kolumnist Klartext-Lucas ihren Blick wie magisch anzieht, dieser nicht der erwartete Playboy ist, von dem sie sich fernzuhalten geschworen hat, sie eng mit ihm zusammen- und sogar gemeinsam mit ihm ein Projekt erarbeiten muss, trägt nicht zu Elodies Gelassenheit bei … Dafür zu einem intensiven Kennenlernen, einem Offenlegen seelischer Wunden und einem Näherkommen, das von Anfang an zum Scheitern verurteilt ist – denn eine ernste, romantische Beziehung ist ein fristloser Kündigungsgrund …

Laurie Jixon schafft es, dass Mensch sich in der Geschichte wiederfindet, berührt und auf eine Reise mitgenommen wird, die tiefer geht, Wachstum bereithält, Akzeptanz und so viel Mut. Elodie, die vor Jahren nach einer schmerzlich gescheiterten Beziehung aus der Bretagne und nach Paris geflüchtet ist, um Journalismus zu studieren, hat es nie geschafft, Rèmis Worte, die sich in sie einbrannten wie Wunden, hinter sich zu lassen. Noch immer quält sie seine Abneigung gegen ihren Körper, verwehrt es ihr, sich zu verlieben. Sich selbst zu lieben. Sich zu berühren, ohne Ekel in den Spiegel zu sehen.
Klartext-Lucas, bekannt für seine Ehrlichkeit, frönt dem Single-Dasein genauso wie seine neue Kollegin. Seine Kolumnen, in denen der attraktive Redakteur ohne Tabus, ungeschönt, von seinem Sexleben schreibt, sind der Verkaufsschlager von Le Clic. Seine traumatische Kindheit lehrte ihn, dass nichts und niemand bleibt, Sicherheit nur ein Mythos ist, für den er keine Risiken eingeht – eine emotionale Bindung – außer zu seiner Schwester – kommt daher nicht infrage. Doch Elodie – mit den ständig Scham geröteten Wangen, der Schüchternheit und ihrer unverstellten Art – bringt seine Überzeugungen gefährlich ins Wanken – doch nichts darf seinen Job – sein Herz – gefährden …

,𝐄𝐬 𝐭𝐮𝐭 𝐦𝐢𝐫 𝐥𝐞𝐢𝐝, 𝐝𝐚𝐬𝐬 𝐝𝐢𝐫 𝐣𝐞𝐦𝐚𝐧𝐝 𝐞𝐢𝐧𝐠𝐞𝐫𝐞𝐝𝐞𝐭 𝐡𝐚𝐭, 𝐝𝐚𝐬𝐬 𝐦𝐚𝐧 𝐝𝐢𝐜𝐡 𝐧𝐢𝐜𝐡𝐭 𝐥𝐢𝐞𝐛𝐞𝐧 𝐤𝐚𝐧𝐧.'

In „All the Words we Believe“ werden wir mit unseren Makeln konfrontiert, mit Hass und den Vorurteilen der Gesellschaft, mit Fatshaming und mit Charakteren, die uns an ihren puren Selbstzweifeln, an ihren Ängsten und bewegenden Erfahrungen teilhaben lassen. Es war so leicht, Elodie, die Befangenheit, die sie ihrem Körper gegenüber empfindet, die Sorge vor Häme und Bewertungen, zu verstehen – und sich selbst zu erkennen. Ebenfalls aufgegriffen und stimmig, auf interessante Weise integriert, werden der (offene) Umgang mit Sexualität und die Enttabuisierung dieser sowie das Singleleben. Elodies aufrichtige Liebe zu Mimi, der Wunsch, mit ihrer Arbeit etwas zu bewirken, und der Mut, den sie mehr als einmal beweist, während sie Komfortzonen überschreitet, sind nur wenige Beispiele, die sie zu einer wunderbaren Protagonistin machen. Nahbar – und authentisch.
Genauso einfach war es, sich in Lucas zu verlieben – immer dann, wenn er Professionalität und Distanz fallen lässt. Bisher Ungesagtes ausspricht. Der Verlauf ist ein Auf und Ab, angefüllt mit Unsicherheiten und falschen Glaubenssätzen – Jixon lässt all das, die sensiblen, aktuellen, realen Themen, intensiv mitklingen. Sanft und eindringlich erzählt die Autorin von einer Liebe, die weder perfekt noch einfach, nicht geradlinig oder immer zu sehen ist: jener zu sich selbst.

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Veröffentlicht am 05.06.2025

Tiefgründig, emotional und durch und durch wunderbar

Rebel of the Light
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Ich saß wochenlang an dieser Rezension und bin noch immer nicht zufrieden – aber so viel:
Die Autorin weiß mit Worten umzugehen, mit ihnen lebendige Bilder zu zeichnen; weiß, wie eine ausdrucksstarke ...



Ich saß wochenlang an dieser Rezension und bin noch immer nicht zufrieden – aber so viel:
Die Autorin weiß mit Worten umzugehen, mit ihnen lebendige Bilder zu zeichnen; weiß, wie eine ausdrucksstarke Geschichte auf Papier zu bringen ist, eine, die mit sachten Tönen bewegt.

„Rebel of the Light“ verbindet Romantik und Humor mit der harschen Realität und Alltagskämpfen. Erzählt von Selbstfindung- und zweifeln, von Loslassen und Ängsten, von tiefen Narben und der Frage »Was wäre, wenn …« – wenn man endlich liebt, wagt, lebt … sich einmal selbst an erster Stelle sieht.

Karla Eklund gibt in ihrem neuen Roman – leider wahre – Einblicke in zwei Berufsfelder, die für die Funktion der Gesellschaft unerlässlich sind, zeigt den Druck, die Vorurteile. Auch spielt die Autorin mit dem allgemein akzeptierten Bild des Mannes – denn August Konz ist der Korrekte, der Sensible. Der, der auch mal weint, errötet und um Worte tanzt. Als Joe in sein Leben, in seine sterile Katalogwohnung tritt, bringt sie Chaos. Das bestmögliche Chaos. Außen und innen. Wirbelt Gefühle auf, fängt Gedanken ein. Doch das Leben hat schon zu oft gezeigt, wie unbeständig es ist und wie fragil Sicherheit, wie leicht ein Herz zu brechen.

Für ihre Clique war Joe einst die Unerschrockene, die Laute und Wilde. Und für Kai schon immer die eine. Selbstverständlich. Ein Hafen, der ihn auffängt, wenn sein Schiff untergeht. Doch Johanna Ziegler hat sich verändert, will mehr als in Jugendjahren schwelgen, Bier benebelt mittendrin sein und Parolen grölen. Mit August fühlt sie sich endlich richtig, angekommen, dabei ist sie Feuer, wo er Wasser ist. Aber kann er gegen harte Resignation, wellenartige Traurigkeit und fälschlich gezischte „Nicht gut genug“’s ankommen? Gegen ein kindliches Versprechen, dessen Verantwortung noch immer schwelt?

Als die Welten der punkigen Krankenpflegerin und jene des überkorrekten Wachtmeisters kollidieren, leidenschaftliche Überzeugungen und strikte Prinzipien aufeinander treffen, verändert sich für die ungleichen Mittzwanziger alles – doch der Alltagswahnsinn, Risiken und verankerte Verhaltensweisen, Glaubenssätze und Gewohnheiten lassen sich nicht so einfach abschütteln – egal, wie beharrlich die Schmetterlinge fliegen …

Mit Sanftheit, Feingefühl und Poesie führt uns die Autorin in und durch eine emotionale Geschichte, in der weder überbordender Kitsch noch dramatische Übertreibungen, dafür eine Menge Wahrheiten und People-Pleaser zu finden sind, solche, die sich selbst vergessen haben, von Erwartungen und der Monotonie verschluckt, von Sorgen erdrückt werden. Wir lernen Johanna und August kennen, bekommen Einblicke in Vergangenes, in Pflicht und falsche Schuld. Es war bewegend, unter Joes Schichten zu dringen, ihre Zweifel zu fassen. Mehrfach überkam mich der Drang, diese starke Person in den Arm zu nehmen, sie den Klauen einer toxischen Freundschaft zu entreißen und mitten hinein in August Arme zu schubsen.
Aufregung und kribbelige Vorfreude begleiten die sich intensivierende Verbindung, das oft überraschende, unbeholfene Kennenlernen. Weder der Gesetzeshüter noch das Punk-Girl waren glatt und fehlerfrei, ganz im Gegenteil. Karla zeichnete sie mit Ecken und Kurven, gab ihnen – zu – gute Herzen, verlorene Träume und leise bröckelnde Mauern. Dies sorgte dafür, dass es leicht war, zu verstehen, sich selbst in Angst und Gedanken wiederzufinden. Die verschiedenen Nebenfiguren, diverse Konflikte und Probleme waren perfekt dosiert und das Dresdner Setting mit etlichen Details inszeniert.

Eklund reißt gesellschaftliche und politische Missstände an, erzählt von Trauma, Gewalt und Veränderungen, von Wachstum, und kreist dabei eine intensive Slow-Burn-Liebe ein, eine, die nah geht. Obgleich Wehmut und Melancholie, Fluchtdrang und Lebensangst allgegenwärtig sind, eine sich anbahnende Bedrohung zwischen den Zeilen schwelt, eine unberechenbare Konstante, Herzschmerz und Traurigkeit, hält „Rebel of the Light“ auch Witz, spritzige Dialoge und Wohlfühlaugenblicke bereit. Verströmt Wärme. Momente, die aufatmen und seufzen, gar lächeln lassen.
Ein Roman, der nachklingt und sich festsetzt.

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Veröffentlicht am 24.05.2025

Mystisch. Mitreißend. Woods.

Die Geschichtensammlerin
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Nachdem mich „Der verschwundene Buchladen“ nachhaltig begeisterte, konnte ich „Die Geschichtensammlerin“ kaum erwarten. Evie Woods führt uns in das abgelegene Dorf Thornwood, Westirland – um das sich seit ...

Nachdem mich „Der verschwundene Buchladen“ nachhaltig begeisterte, konnte ich „Die Geschichtensammlerin“ kaum erwarten. Evie Woods führt uns in das abgelegene Dorf Thornwood, Westirland – um das sich seit Jahrhunderten Mythen ranken, die auch heute noch festverwurzelt sind …

1910/1911
Anna Butler kann ihre Begeisterung, dem Amerikaner Harold Griffin-Kraus bei seiner Arbeit unter die Arme greifen zu dürfen, nur schwer verbergen. Der Fremde sammelt verschiedene Folklore und Mythen, möchte die hiesigen Geschichten erfahren und mit Ortsansässigen sprechen. Anna, die den abschätzigen DorfbewohnerInnen bekannt und des Gälischen mächtig ist, begleitet ihn und erfährt auf diese Weise selbst so einiges mehr. Gerade die Legende um das Thornwood House, welches 1882 erbaut wurde und in dem sich schreckliche Ereignisse zugetragen haben sollen, zieht das Interesse von Harold an. Um dem Gemäuer Platz zu machen, musste damals ein uralter Weißdornbaum weichen, etwas, das mit großem Unglück und dem Zorn des „Guten Volkes“ verbunden ist. Anna, die ihre Zeit mit dem charmanten, gebildeten Fremden in einem Tagebuch festhält, wird diese Wochen niemals vergessen...

2010/2011
Nach der Trennung von ihrem Mann will Sarah Harper in ein Flugzeug nach Boston steigen, doch landet die von Schmerz gezeichnete Frau – benebelt von zu viel Whiskey und einer skurrilen Schlagzeile – an einem regnerischen Morgen in Irland. Überrascht von ihrem plötzlichen Aufenthaltsort und nicht in der besten mentalen Verfassung, mietet Sarah das Butler's House – ein süßes Cottage in einem urigen Dorf. Als sie des Nachts dem gewohnheitsmäßigen Drang, eine Runde laufen zu gehen, nicht widerstehen kann, stößt sie nicht nur auf einen Esel, sondern auch auf ein altes Tagebuch … Worte, die sie aus Trauer und Lethargie reißen, ihr einen Weg weisen.

Mit „Die Geschichtensammlerin“ hat Evie Woods erneut bewiesen, dass sie eine dichte, mystische und nachhallende Handlung konzipieren kann, von der es sich nur schwer lösen lässt.
Sarah, die seit „der Sache“ regelmäßig mit Verzweiflung, Scham und Schuld ringt, sich im Alkohol verliert, wird von den Einheimischen Thornwoods herzlich aufgenommen und findet durch diese und die Chance, sich mit sich selbst und ihrem Verlust auseinanderzusetzen, langsam zurück ins Leben und den Mut, Unaussprechliches endlich in Worte zu fassen. Getrieben von den Erlebnissen der jugendlichen Bäuerin, die ebenfalls einst das Butler's House ihr Heim nannte, sucht die Künstlerin nach mehr als dem, was auf Zeilen gebannt wurde. Woods durchbricht die Gegenwart rege mit den Erzählungen von Anna – greift die damaligen Gegebenheiten und Konventionen, die Neugierde und Euphorie des Mädchens authentisch auf, spickt die Vergangenheit jedoch auch mit etwas Dunklem. Einem Hauch von Magie, einer Bedrohung, die auch ein Jahrhundert später unübersehbar in der Luft schwebt.

Sowohl Anna und Harald als auch Sarah und Oran, der ebenfalls eine tiefere Verbindung zu dem alten Cottage und den Legenden des Dorfes hat, wurden greifbar und echt, mit ihrem eigenen Schmerz und der Art, diesem zu ent- oder über ihn hinwegzukommen, gezeichnet. Auch finden sich einige Nebencharaktere, die die Story bereichern. Es war aufregend, die Figuren und ihre Leben kennenzulernen, im Damals und Heute durch das Örtchen zu streifen und sich stets zu fragen, was real ist – und sein könnte. Viele Momente und Wahrheiten gehen nah, öfter überrascht Woods, treibt das Tempo kontinuierlich hoch, um uns atemlos zurückzulassen – dabei ist „Die Geschichtensammlerin“ kein actionreicher Roman, jedoch reich an Ereignissen, die mitfiebern lassen, Emotionen, die wehtun, und Geheimnissen, deren Ergründung das Interesse nicht abflauen lassen. Umspielte das Geschehen eine einnehmende, oft schwere Atmosphäre, Wehmut gepaart mit melancholischen Zügen, lichtet sich im Verlauf die Tristesse, schafft Platz für Neues – und die mahnende Erinnerung, Fehler nicht zu wiederholen …

Im Herbst wartet bereits der nächste Roman der Autorin und ich freu’ mich auf eine Reise nach Paris!

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Veröffentlicht am 23.05.2025

Eine Ode an Lyrik und Sehnsucht.

Wie Worte auf beschlagenen Scheiben
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„Wie Worte auf beschlagenen Scheiben“ ist der poetische, nachtschwarze Weg hin zu einer tröstenden Umarmung. Ist die Zeit, die es braucht, um Wunden zu sehen, anzunehmen, zu versorgen. Das Finden zu sich ...

„Wie Worte auf beschlagenen Scheiben“ ist der poetische, nachtschwarze Weg hin zu einer tröstenden Umarmung. Ist die Zeit, die es braucht, um Wunden zu sehen, anzunehmen, zu versorgen. Das Finden zu sich selbst.

Ella Bergmanns einstiger Traum ist zum Greifen nah: Für ihren Debütroman hat sie mit ihren Gänsehaut-Texten nicht nur eine berüchtigte Marketingfirma gewonnen, sondern auch den perfekten Verlag gefunden! Nur dass Ella über die Monate immer mehr zu Lalott wurde, aufhörte, dieses Projekt, das ihr aus den Händen gerissen wird, als IHRE Herzensangelegenheit zu fühlen. Genau wie der Social-Media-Account, auf dem zwar Tausende ihre bewegenden, lyrischen Zeilen lesen, kommentieren, teilen, jedoch nie die echte, reine Autorin sehen, ist das geplante Buch nur noch ein Anker. Der einzige Halt, der Ella blieb, seit sie vor einem halben Jahr so vieles, einen Teil ihrer selbst, verloren hat. …
Dass Poesie stets Raum zur Interpretation schafft, ist unvermeidlich, aber stillschweigend ignoriert Lalott Probleme, verletzt an Stellen, die doch endlich heilen sollten.

Jonah Reed ist der angesehenste Lektor des edaVerlags und genauso begeistert wie das gesamte Team, als dieser einen zukunftsträchtigen Auftrag an Land zieht. Doch als Jonah das Exposé der gefeierten Lyrikerin in Händen hält, ihr zum ersten Mal gegenübersteht, überkommen ihn Zweifel. Denn statt strahlender Leidenschaft findet er nur ein blasses Abbild, eine junge Frau, die von Resignation und einer unsichtbaren Schwere niedergedrückt zu werden scheint. Gefangen in einem Pseudonym, gezeichnet von unsagbarer Trauer.
Dass LitA Bromberg ihrer Klientin rege über den Mund fährt, selbst Luft abfängt, bestärkt seinen niederschmetternden Eindruck. Dabei sind Lalotts deepe Lyrics für viele Menschen Trost und Halt. Fragmente, die Welten füllen. Herzen brechen.
Jonah will Ella, ihre Wahrheit, kennenlernen, will das Bestmögliche für ihr Debüt, und riskiert bei diesem Versuch so viel mehr als nur seinen Ruf und das Sprungbrett, welches diese Veröffentlichung für den edaVerlag sein könnte.

Jennifer Ebbinghaus und Marie Döling haben mit „Wie Worte auf beschlagenen Scheiben“ ein ganz besonderes, eindringliches Werk erschaffen, das mit Wortgewalt, poetischer Sprache und einer Fülle von Emotionen tief trifft, laut nachklingt. Ausdrucksstark, echt, angefüllt mit verschiedenen Nuancen aus Schmerz und Trauer, beängstigenden Abgründen und zarter, leiser Hoffnung.
Die LeserInnen bekommen ausreichend Raum und Gelegenheit, in die Protagonisten einzudringen, sie kennenzulernen und ihre Reaktionen, die Zweifel und Gefühlsstürme zu verstehen. Sowohl Ellas unbewusst selbst erschaffenes Gefängnis, das durch Erwartungen, Druck und Bevormundung stetig enger wird, ihr die Stimme raubt, sie verblendet und als Zuschauerin zurücklässt. Wie auch Jonah, dem es von Treffen zu Treffen schwerer fällt, Professionalität und Grenzen zu wahren, der sich nicht von Lalotts Farce blenden, sich aber von Ellas Zerbrechlichkeit gefangen nehmen, von ihrer Poesie faszinieren lässt.
Diese wortverliebten Menschen wurden mit zahlreichen Facetten und Eigenheiten bestückt, mit Hintergründen und Wünschen, mit Leben.
JedeR für sich und beide gemeinsam schleichen sich ins Herz. Unauskratzbar.

Die Liebesgeschichte ist zärtlich, intensiv, slow burn – nichts anderes würde passen –, hält Konflikte, Uneinigkeiten und Kribbeln, Reflexion und Erkenntnisse, Loslassen und Abschied bereit. Zusätzlich treffen wir in diesem dichten, Mitgefühl auslösenden New Adult Roman auf unterschiedliche Nebenfiguren, die ausreichend Raum bekamen, sich entfalten und wirken konnten. Neben Jonahs speziellem, dynamischen Freundeskreis sorgen das Verlagsteam – in dessen Arbeit und die (Tücken der) Buchbranche wir hier und da Einblick bekommen – für Abwechslung und Found-Family-Vibes.
Als Thüringerin war es außerdem ein Fest für mich, dass die Story im kulturellen Weimar spielt – die Literaturstadt wurde mit so viel Liebe zum Detail und Gemütlichkeit gezeichnet, dass ich es kaum erwarten kann, bewusst auf den Spuren von Ella & Jonah zu wandeln.
Worte nehmen eine gewichtige Rolle ein – nicht nur die sorgfältig gewählten, mit denen uns die Autorinnen diese gewichtige, bedeutsame Geschichte erleben lassen, nicht nur jene, mit denen Ella ihr Innerstes nach außen kehrt, oder mit denen sich Jonas einen Safe Place schafft, sondern auch die des Dichters Goethe. Das ganze Buch war eine Ode an die Lyrik. An Verlust und Sehnsucht.

Obgleich der Verlauf hauptsächlich von Melancholie und Wehmut durchtränkt ist, von Tragik, gab es auch Liebe. Freundschaft. Veränderung. Den Glauben an Neuanfänge und Licht, selbst wenn es regnet. Gab es auch Spaß – die Leipziger Buchmesse, die Leidenschaft um Cosplaying, um Welten erschaffen, fügte sich perfekt in diesen Plot. Dass wir auf den letzten Seiten mit Spannung und Intrigen, mit endlich Aufstehen, für sich Einstehen, konfrontiert werden; mit sich selbst finden, ungeahnten (Weiter)Entwicklungen und mit gezielt getroffenen Entscheidungen lässt mich meine Einleitung, dass es sich hierbei um ein außergewöhnliches Buch handelt, nur wiederholen.

Jennifer Ebbinghaus und Marie Döling beendeten ihren poetisch-modernen Roman so, wie es nicht besser hätte sein können – nasse Wangen, Herzschmerz-Augenblicke, Luft anhalten. Einfach fühlen.

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Veröffentlicht am 22.05.2025

Saskia Louis: wie nach Hause kommen.

Love and Hockey: Lilly & Austin
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Es sollte nur ein One-Night-Stand werden. Doch sie konnten einander nie vergessen.
Zehn Jahre später treffen Künstlerin Lilly und der Captain der 𝐋.𝐀. 𝐇𝐚𝐰𝐤𝐬 erneut aufeinander – um ihrer Nacht auf ganz ...

Es sollte nur ein One-Night-Stand werden. Doch sie konnten einander nie vergessen.
Zehn Jahre später treffen Künstlerin Lilly und der Captain der 𝐋.𝐀. 𝐇𝐚𝐰𝐤𝐬 erneut aufeinander – um ihrer Nacht auf ganz besondere Weise zu huldigen …

Endlich wieder zurück zu den strammen Burschen der L.A. Hawks – dieses Mal geht es um Austin Fox, der es sich heute, endlich geschieden und überzeugter Single, zur Aufgabe gemacht hat, nicht nur ein vernünftiger und skandalfreier Spieler, sondern auch rund um die Uhr für seine Kameraden da zu sein und stets einen Platz in seinem riesigen Haus für diese zu haben. Ein adäquater Ersatz für die kinderreiche Familie, die Fox nicht vergönnt war.
Als plötzlich ein Mädchen vor der Halle auftaucht, das eine vage Ähnlichkeit mit einem Menschen aufweist, den der Eishockeyspieler im ersten Moment nicht greifen kann, ändert sich alles – neben Unglauben und einer leisen Begeisterung schwillt in Fox unbändige Wut. Tiefer Zorn.

Ein Jahrzehnt hat Lilly Adams es vermieden, zurück in ihre Heimat zu gehen, hat sich in Venedig auf ihre Kunst konzentriert, sich weiterentwickelt und als alleinerziehende Mutter eine wunderbare Tochter großgezogen.
Nun, wieder in L. A., beharrt Delfina, die einzige Person, die um die Identität ihres Vaters weiß, darauf, diesen endlich kennenzulernen. Nie hätte Lilly zu hoffen gewagt, dass der verlogene Typ, der damals wortlos aus ihrem Bett verschwunden ist, so aufrichtig enttäuscht, verletzt und sauer sein würde.
Neben Romantik und einer Menge Humor warten in diesem sechsten Teil verhärtete Fronten, Missverständnisse und natürlich auch unwiderstehliche Eishockey-Jungs. In diesem Sinne möchte ich erwähnen, dass viele Spieler der L.A. Hawks präsent integriert sind, Raum einnehmen und aufgrund Eigenheiten und Marotten herrlich witzige Situationen erschaffen. Zeitgleich untermauert Louis den Found-Family-Trope mit diesem warmherzigen Team ungemein. Bad Boys? Fehlanzeige!
Ebenfalls typisch für Bücher der Autorin: Die Protagonistin ist eigenständig, schlagfertig und unbeeindruckt von Ruhm und Geld. Lilly hat die letzten Jahre gekämpft, für sich, ihre Leidenschaft und ihr Kind. Auch jetzt ist sie nicht bereit, einzuknicken, egal, wie oft Fox sie mit Blicken, in denen unausgesprochene Vorwürfe und Wehmut liegen, erdolcht. Dass dieser Mann nicht nur das Herz von Del in rasender Geschwindigkeit gewinnt, sondern auch Lilly an so viele verdrängte Empfindungen erinnert, bringt die Glasbläserin gehörig durcheinander.
Austin geht in seiner neuen Rolle augenblicklich auf, es war zuckersüß, ihn und Del dabei zuzusehen, wie sie sich kennenlernen, wie er Verantwortung übernimmt und ein echter Daddy wird. Um Lilly kommt er hierbei nicht herum, auch nicht um die einstige, nie erloschene Anziehung. Wären da nicht seine stänkernde Exfrau, Fox' Misstrauen und Lillys Sorge, ihre Sonne zu verlieren.

Saskia Louis führt uns in ihrem locker-flockigen, direkten und gefühlvollen Ton durch die Geschichte, die nicht nur mit Lillys bester Freundin Daisy ein Easter Egg für Fans der Autorin bereithält.
Wir lernen die Protagonisten, ihre Hintergründe, Zweifel und Ängste genau kennen, und es ist so leicht, sich in die beiden hineinzuversetzen, ihren Ärger zu verstehen und Teil der Familienzusammenführung zu werden. Auch Delfina kam mit ihrem kindlichem Charme wunderbar zur Geltung und sorgte für einige Schmunzler.
Obgleich größtenteils auf überzogenes Drama verzichtet wird, gab es spannende Entwicklungen, innige Augenblicke, Spice und Witz.
Für mich eine rundum gelungene Romance und, wie jedes Buch von Louis, eine Art Coming-home-and-feel-good.

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