Kadota seziert mit dem Skalpell ihre Arbeit und ihr Wirken in der Medizin in allen Facetten
Emotional FemaleDer große Traum von Yumiko Kadota ist es, in der Plastischen Chirurgie zu arbeiten. Mit viel Fleiß, Engagement und Wissbegierde beginnt sie ihr Studium als Ärztin in Australien.
Doch wie steinig der Weg ...
Der große Traum von Yumiko Kadota ist es, in der Plastischen Chirurgie zu arbeiten. Mit viel Fleiß, Engagement und Wissbegierde beginnt sie ihr Studium als Ärztin in Australien.
Doch wie steinig der Weg dorthin ist, und ob sie diesen Traum Wirklichkeit werden lassen kann, kann man nur erahnen. Mit ungeschönten Worten und interessanten Einblicken in ihre Ausbildung bis hin zur Arbeit in den Krankenhäusern als Assistenzärztin gibt sie Einblick, was wirklich im Gesundheitssektor geschieht.
Mich haben ihre Beschreibungen, die Tagebucheinträgen zum Teil ähnelten, mitgerissen. Ich finde das Thema Medizin an sich sowieso sehr spannend. Zuerst ist man geblendet, denn der Beruf als Arzt ist hochangesehen. Nicht jede/r schafft es, und wer scheitert, wird schief angesehen. Dabei wird oft vergessen, wie schwierig es ist, einen dieser begehrten Plätze zu erhalten und diese dann auch so auszufüllen, wie es die Elite der Medizin erwartet. Schließlich sollen nur gut ausgebildete Mediziner auf die Patienten losgelassen werden, was natürlich auch sinnvoll und im Interesse der Allgemeinheit ist. Was ist jedoch, wenn eine Frau sich sexuellen Belästigungen, Mobbing und schleichend dem Burnout entgegenstellen muss?
Aus dieser Perspektive erzählt Kadota von ihren Erfahrungen als asiatische Medizinstudentin, und später als Assistenzärztin.
Sie ist eine, wie ich finde, erstklassige Ärztin, die mit ihrem Geschick schon bald zur Spezialistin für Handchirurgie wird. Zudem geht sie gefühlsbetont mit ihren Patienten und den Angehörigen um.
Frauen haben offenbar zu viele Gefühle, wird ihnen gern nachgesagt, und sind daher nicht so objektiv wie Männer. Dabei findet es doch, wie ich glaube, jeder angenehm, einen Arzt zu haben, dem man vertrauen kann. Und das Reden wird oft in den Patientenzimmern vernachlässigt. Wenn nur der Patient spricht und öfter nachfragen muss, umso schlimmer.
Ihr Buch zeichnet ihren Triumph-, Leidens- und Wiederauferstehungsweg vieler Stationen ihres Berufs- und Privatlebens nach.
Als Betrachterin ihrer Welt, in der sie sich so viele Jahre bewegt hat, verfällt man selbst zwischen Aufregung, Wut, Bitterkeit, aber auch Hoffnung.
Wenn niemand darüber schreibt, woher sollen wir dann wissen, was hinter den Türen der OP-Säle und in den Notaufnahmen wirklich passiert?
Das männliche Rollenbild, das viele Jahre als normal galt, wird stark angekratzt. Und von Kadota so ins Rampenlicht gerückt, was nicht jedem gefallen dürfte.
Ich finde, dass ihr ein spannender und lebensbejahender Abriss ihrer Zeit in der Medizin gelungen ist. Und ihr Leben im Danach hört sich mehr als gut an. Denn wo Schatten ist, ist auch immer Licht.