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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.06.2025

Wohlfühlroman mit leichten Abzügen

Ein Sommer an der Schlei
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Hanna reist nach der Trennung von Ehemann Ben und dem Tod ihres Vaters mit ihrem alten Golden Retriever Balu an die Schlei. Dort will sie im alten Wochenendhaus der Familie entspannen. Doch die Rosenzüchterin ...

Hanna reist nach der Trennung von Ehemann Ben und dem Tod ihres Vaters mit ihrem alten Golden Retriever Balu an die Schlei. Dort will sie im alten Wochenendhaus der Familie entspannen. Doch die Rosenzüchterin Ella und Bootsbauer Thies mischen ihr Leben neu auf. Thies will ihr unbedingt etwas zeigen, was ihrem Vater gehört hat. Hanna macht sich daran, das letzte Geheimnis ihrer Familie zu lüften. Und merkt dabei, daß man immer neu anfangen kann.

Inken Bartels hat mit "Ein Sommer an der Schlei" einen sommerlichen Wohlfühlroman geschrieben, der bei mir jedoch leider das Handicap aufweist, daß mir Hanna sofort unsympathisch war. Zu Beginn ist sie einfach zu gedankenlos, was auf Kosten ihres Hundes geht. Und das direkt in mehreren Punkten. Dazu ihre schon fast an Depressionen erinnernde Art - meine Abneigung gegen sie hat sich bis zum Schluß nicht mehr gelegt. Ein weiterer ganz dicker Minuspunkt geht an die Autorin: Hunde können nicht über die Haut schwitzen. Also ist die Szene zu Beginn mit dem verschwitzten Hunderücken einfach Schwachsinn! Die Handlung birgt einige Überraschungen und Hanna erlebt hier Höhen und Tiefen, die sie neu formen. Natürlich ist der größte Teil der Handlung vorhersehbar - was bei diesem Genre dazugehört. Inken Bartels schreibt locker-leicht, beschreibt die Dorfbewohner und die Region absolut authentisch. Man fühlt sich wie selbst in Urlaub, wenn man die Beschreibungen auf sich wirken läßt. Um dieses Gefühl zu verstärken, kann man die am Buchende platzierten Rezepte ausprobieren!

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Veröffentlicht am 29.05.2025

Weist einige Längen auf

Der Junge, der Rache schwor
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In der Nachbarschaft der Journalistin Kajsa Coren wird ein älteres Ehepaar brutal ermordet. Kajsa, die eigentlich gerade über Mißbrauch in Kinderheimen recherchiert, beschäftigt sich näher mit den Morden. ...

In der Nachbarschaft der Journalistin Kajsa Coren wird ein älteres Ehepaar brutal ermordet. Kajsa, die eigentlich gerade über Mißbrauch in Kinderheimen recherchiert, beschäftigt sich näher mit den Morden. Dabei bekommt sie den Verdacht, daß die Mißbrauchsfälle und die Morde im Zusammenhang stehen. Je mehr sich der Verdacht erhärtet, desto näher kommt Kajsa dem Täter. Zu nahe...

"Der Junge, der Rache schwor" ist der Auftakt einer Krimireihe von Trude Teige. So ganz überzeugen konnte mich das Buch nicht. Was nicht daran lag, daß das Thema nicht spannend gewesen wäre. Ein brutaler Doppelmord, dazu die Recherchen in Bezug auf die Kinderheime und ein mysteriöser Mann, der Kajsa beobachtet und aus seiner Sicht schreibt, all dies hatte durchaus Potential. Aber ich hatte Probleme mit Kajsa selbst. Ihre privaten Probleme nahmen mir zu viel Platz ein und ihr ständiger Weinkonsum, den sie vor ihrem Ehemann versteckte, machte sie mir auch nicht sympathischer. Dies erzeugte Längen, die völlig überflüssig waren und meinen Lesefluss störten. Vom Schreibstil her ist das Buch jedoch gut lesbar, so daß ich es dennoch nicht wirklich schlecht fand. Nur als richtig fesselnd empfand ich es nicht.

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Veröffentlicht am 27.04.2025

Zwischendurch etwas langatmig

The Surf House
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Das Model Bea flieht vor ihrem Job aus einem Hotel in Marrakesch. Prompt verläuft sie sich dort in den Gassen und wird von zwei Männern ausgeraubt und bedrängt. Zu Hilfe kommt ihr Marnie, die zusammen ...

Das Model Bea flieht vor ihrem Job aus einem Hotel in Marrakesch. Prompt verläuft sie sich dort in den Gassen und wird von zwei Männern ausgeraubt und bedrängt. Zu Hilfe kommt ihr Marnie, die zusammen mit ihrem Freund Ped das Surf House betreibt. Als Marnie von einem der Männer gewürgt wird, greift Bea zu Marnies Messer und ersticht den Mann. Da Bea nun ohne Reisepass und Bargeld da steht, nimmt Marnie sie mit ins Surf House. Dort fühlt Bea sich wohl - bis sie Gerüchte über eine verschwundene Urlauberin hört, deren Bruder sie verzweifelt sucht. Für Bea stellt sich die Frage, ob ihr neues Paradies wirklich so paradiesisch ist...

"The Surf House" von Lucy Clarke fängt grandios spannend an. Man erlebt Bea in einer Notsituation, aus der sie zwar gerettet wird, sich ihre Lage aber sehr verschlechtert. Ihre Not ist hier deutlich spürbar und da Bea in dieser Geschichte Sympathieträgerin ist, würde man ihr gern helfen. Die anderen Charaktere sind absolut nicht einzuschätzen. Marnie, Ped und Aiden konnte ich lange Zeit charakterlich nicht einordnen, es war nur klar, daß Aiden etwas auf der Seele drückt. Polizist Momo spielt hier von Beginn an die unsympathische Rolle. Man weiß wirklich nicht, wem man hier trauen kann. Es dauert sehr lange, bis man die Charaktere durchschaut. Leider hält die anfängliche Spannung nicht kontinuierlich durch. Zum Mittelteil des Buches sackt die Spannung rapide ab, um am Ende noch einmal eine rasante Steigerung zu erfahren. Für mich lebte dieses Buch streckenweise lediglich durch die wunderbaren Beschreibungen Marokkos, dem Strand, den Wellen und dem Thema surfen. Der eigentliche Thriller wurde dabei tatsächlich manchmal zur Nebensache.

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Veröffentlicht am 25.04.2025

Spannend geht anders

Die Frauen von Helgoland. Windflüchterin
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Dora hat ihren Traumjob gefunden! Sie arbeitet seit einiger Zeit in einem Offshore-Windpark vor Helgoland. Sie genießt das Meer und die Freiheit, bis eines Tages ein Sturm aufzieht und sie von einem Windrad ...

Dora hat ihren Traumjob gefunden! Sie arbeitet seit einiger Zeit in einem Offshore-Windpark vor Helgoland. Sie genießt das Meer und die Freiheit, bis eines Tages ein Sturm aufzieht und sie von einem Windrad evakuiert werden muß. Was als Notfallübung kein Problem war, bereitet ihr jetzt blanke Angst. Dieses Gefühl hält lange an und als sie von Helgoland nach Hause zu ihrer Großmutter aufs Festland fahren will, kommt es zur nächsten Panikattacke. Dora ist nicht in der Lage, sich dem Ufer zu nähern. Das Schiff zu besteigen ist damit unmöglich. Dora fragt sich, was diese Angst ausgelöst haben kann. Ihre Großmutter Elsie könnte ihr den möglichen Grund erklären, doch sie schweigt zunächst beharrlich. Erst als Dora alte Familiengeheimnisse lüften kann, erhält sie Klarheit.

Der Roman "Windflüchterin - Die Frauen von Helgoland" versprach eine spannende Familiengeschichte. Doch ich war schwer enttäuscht. Thesche Wulff konnte mich mit ihrem Schreibstil nicht mitnehmen. Ich empfand weder Mitgefühl noch Sympathie für die Charaktere. Vor allem Großmutter Elsie wurde als verstockte alte Frau dargestellt - was ihr nicht gerecht wurde. Die Handlung ist stellenweise durchaus spannend und es könnte eine gute Geschichte daraus werden. Doch einige Stellen ziehen sich in die Länge. Deshalb braucht man beim Lesen viel Geduld. Schade, denn das Schicksal Helgolands und seiner Bewohner ist wirklich ein Thema, das eine gute Geschichte hergibt.

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Veröffentlicht am 06.04.2025

Solider Krimi mit Längen

Sylter Rivalen
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Eine Zirkusfamilie bietet von einem Schiff aus Erlebnisfahrten an. Während die Touristen sich auf einem Speedboot vergnügen, bedient sich jemand an ihren Brieftaschen. Der Verdacht fällt auf Jasper, der ...

Eine Zirkusfamilie bietet von einem Schiff aus Erlebnisfahrten an. Während die Touristen sich auf einem Speedboot vergnügen, bedient sich jemand an ihren Brieftaschen. Der Verdacht fällt auf Jasper, der auf dem Schiff jobbt. Ein Animateur will Aussagen zu den Diebstählen machen, wird jedoch ermordet. Wieder führt die Spur zu Jasper. Die Sylter Undercover-Ermittlerin Kari Blom muß in ihren Ermittlungen alles geben - ist Jasper doch ihr Stiefsohn.

"Sylter Rivalen" ist der 9. Syltkrimi von Ben Kryst Tomasson. Man trifft auf alte Bekannte. Kari Blom und die "Häkelmafia" sind mittlerweile aus meinem Lesejahr nicht mehr wegzudenken. Sie alle sind mir durch ihre sympathische Art sehr ans Herz gewachsen. Ein wenig gestört hat mich hier nur, daß zu viel von Karis Leben als Mutter in die Handlung einfliesst. Das sind Dinge, die mich schlichtweg nicht interessieren und auch nerven. Für die Ermittlungen sind sie ebenfalls nicht von Wert. Vielleicht ist dies auch der Grund, weswegen ich diesen Band nicht so spannend fand wie die vorherigen. Sylt wird jedoch wieder wunderschön beschrieben und man fühlt sich direkt dorthin versetzt. Auch die Idee, die diesem Krimi zugrunde liegt, ist interessant und hätte durchaus für Spannung sorgen können.

Ich hoffe sehr, daß der Autor mit dem nächsten Band wieder die Kurve hin zu einem spannenden Krimi bekommt!

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