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Veröffentlicht am 25.04.2025

Spannend geht anders

Die Frauen von Helgoland. Windflüchterin
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Dora hat ihren Traumjob gefunden! Sie arbeitet seit einiger Zeit in einem Offshore-Windpark vor Helgoland. Sie genießt das Meer und die Freiheit, bis eines Tages ein Sturm aufzieht und sie von einem Windrad ...

Dora hat ihren Traumjob gefunden! Sie arbeitet seit einiger Zeit in einem Offshore-Windpark vor Helgoland. Sie genießt das Meer und die Freiheit, bis eines Tages ein Sturm aufzieht und sie von einem Windrad evakuiert werden muß. Was als Notfallübung kein Problem war, bereitet ihr jetzt blanke Angst. Dieses Gefühl hält lange an und als sie von Helgoland nach Hause zu ihrer Großmutter aufs Festland fahren will, kommt es zur nächsten Panikattacke. Dora ist nicht in der Lage, sich dem Ufer zu nähern. Das Schiff zu besteigen ist damit unmöglich. Dora fragt sich, was diese Angst ausgelöst haben kann. Ihre Großmutter Elsie könnte ihr den möglichen Grund erklären, doch sie schweigt zunächst beharrlich. Erst als Dora alte Familiengeheimnisse lüften kann, erhält sie Klarheit.

Der Roman "Windflüchterin - Die Frauen von Helgoland" versprach eine spannende Familiengeschichte. Doch ich war schwer enttäuscht. Thesche Wulff konnte mich mit ihrem Schreibstil nicht mitnehmen. Ich empfand weder Mitgefühl noch Sympathie für die Charaktere. Vor allem Großmutter Elsie wurde als verstockte alte Frau dargestellt - was ihr nicht gerecht wurde. Die Handlung ist stellenweise durchaus spannend und es könnte eine gute Geschichte daraus werden. Doch einige Stellen ziehen sich in die Länge. Deshalb braucht man beim Lesen viel Geduld. Schade, denn das Schicksal Helgolands und seiner Bewohner ist wirklich ein Thema, das eine gute Geschichte hergibt.

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Veröffentlicht am 06.04.2025

Solider Krimi mit Längen

Sylter Rivalen
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Eine Zirkusfamilie bietet von einem Schiff aus Erlebnisfahrten an. Während die Touristen sich auf einem Speedboot vergnügen, bedient sich jemand an ihren Brieftaschen. Der Verdacht fällt auf Jasper, der ...

Eine Zirkusfamilie bietet von einem Schiff aus Erlebnisfahrten an. Während die Touristen sich auf einem Speedboot vergnügen, bedient sich jemand an ihren Brieftaschen. Der Verdacht fällt auf Jasper, der auf dem Schiff jobbt. Ein Animateur will Aussagen zu den Diebstählen machen, wird jedoch ermordet. Wieder führt die Spur zu Jasper. Die Sylter Undercover-Ermittlerin Kari Blom muß in ihren Ermittlungen alles geben - ist Jasper doch ihr Stiefsohn.

"Sylter Rivalen" ist der 9. Syltkrimi von Ben Kryst Tomasson. Man trifft auf alte Bekannte. Kari Blom und die "Häkelmafia" sind mittlerweile aus meinem Lesejahr nicht mehr wegzudenken. Sie alle sind mir durch ihre sympathische Art sehr ans Herz gewachsen. Ein wenig gestört hat mich hier nur, daß zu viel von Karis Leben als Mutter in die Handlung einfliesst. Das sind Dinge, die mich schlichtweg nicht interessieren und auch nerven. Für die Ermittlungen sind sie ebenfalls nicht von Wert. Vielleicht ist dies auch der Grund, weswegen ich diesen Band nicht so spannend fand wie die vorherigen. Sylt wird jedoch wieder wunderschön beschrieben und man fühlt sich direkt dorthin versetzt. Auch die Idee, die diesem Krimi zugrunde liegt, ist interessant und hätte durchaus für Spannung sorgen können.

Ich hoffe sehr, daß der Autor mit dem nächsten Band wieder die Kurve hin zu einem spannenden Krimi bekommt!

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Veröffentlicht am 12.12.2024

Leider das Thema verfehlt

Der Rommé-Club ermittelt
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Die Freundinnen Evelyne, Rosa, Barbara und Ingrid treffen sich regelmäßig zum Romme spielen. Natürlich sind sie auch dem Klatsch und Tratsch in ihrem Heimatort Himmelrath sehr zugetan. Da ist die Aufregung ...

Die Freundinnen Evelyne, Rosa, Barbara und Ingrid treffen sich regelmäßig zum Romme spielen. Natürlich sind sie auch dem Klatsch und Tratsch in ihrem Heimatort Himmelrath sehr zugetan. Da ist die Aufregung groß, als der Verbandsbürgermeister Herbert Brandt ermordet wird. Ausgerechnet Barbaras Bruder Hannes Neffgen, Kommissar kurz vor der Pensionierung, soll den Fall aufklären. Da er aber nicht gerade als die Leuchte der Eifel bekannt ist, beschließen die vier Freundinnen, ihm bei den Ermittlungen hilfreich zur Seite zu stehen. Er darf nur nichts davon merken. Die Frauen decken dabei einige Spuren auf, von denen die Polizei keine Ahnung hat. Als dann aber die Wahrheit ans Licht kommt, sind alle total überrascht.

Der Roman von Birgit Zimmermann "Der Rommeclub ermittelt" kommt als Kriminalroman daher. Leider spielt der Mord aber nur eine untergeordnete Rolle. Es gibt so viele Nebenschauplätze, daß man vom eigentlichen Thema immer wieder abgelenkt wird. Es geht zu oft um Beziehungen, deren Krisen und - ganz wichtig - um die Suche nach einem Mann fürs Leben. Ab und zu wird dann behauptet, daß eine Frau auch ohne Mann glücklich sein kann. Die krampfhafte Suche nach dem Traummann stellt diese Behauptung aber sofort wieder in Frage. Daß die vier Damen nicht mehr ganz jung sind, die älteste ist zarte 84 Jahre alt, macht die Sache nicht gerade interessanter. Außerdem fand ich die Frauen nicht übermäßig sympathisch. Ich könnte mir nicht vorstellen, mit ihnen befreundet zu sein.

Es ist eigentlich schade, so eine Chance vertan zu haben, denn ein Eifelkrimi könnte bestimmt reizvoll und spannend sein.

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Veröffentlicht am 26.09.2024

Hat mich nicht voll überzeugt

Das Dickicht
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Juha Korhonen wird von seiner Vergangenheit eingeholt. Zu Beginn seiner Laufbahn beim LKA Hamburg ermittelte er mit bei einem Fall eines entführten Jungen, der in einer Kiste im Wald vergraben wurde. Damals ...

Juha Korhonen wird von seiner Vergangenheit eingeholt. Zu Beginn seiner Laufbahn beim LKA Hamburg ermittelte er mit bei einem Fall eines entführten Jungen, der in einer Kiste im Wald vergraben wurde. Damals kam jede Hilfe zu spät. Nun steht er mit seinem Kollegen Lucas "Lux" Adisa erneut vor einem Entführungsfall, der frappierende Ähnlichkeiten zum damaligen Fall aufweist. Bei den Ermittlungen entdecken Juha und Lux Ungereimtheiten in der Akte des damaligen Falles. Damals hat der Täter Selbstmord begangen. Jedoch hat der leitende Ermittler bis zu seinem Tod weiterermittelt. Juha und Lux kommen der Wahrheit immer näher.

Mit "Das Dickicht" legt das Autorenduo Nikolas Kuhl und Stefan Sandrock ihren Debütroman vor. Mich hat das Buch ein wenig enttäuscht. Das Buch beginnt spannend - keine Frage. Doch dann kommt irgendwann der Punkt, wo der Spannungsbogen rapide absackt. Hier braucht es dann Geduld, denn zum Ende hin steigt er wieder an. Dieses Absinken hatte bei mir auch viel damit zu tun, daß gefühlt Juhas Vergangenheit von Kindheit an viel zu viel Platz einnahm. Ein wenig Privatleben mag ich in Krimis immer gern, hier war es aber definitiv zu viel. Auch die Dialoge zwischen Juha und Lux kamen mir manchmal zu gezwungen auf witzig gemacht vor. Was mich jedoch am meisten gestört hat ist, daß dieser Krimi in Hamburg spielt, dies aber nicht richtig thematisiert wird. Ja, die Köhlbrandbrücke und zwei Kneipen auf St. Pauli werden erwähnt- das ist aber auch schon alles. Der Rest ist austauschbar und könnte überall spielen. Gefallen hat mir der Schreibstil der Autoren. Sie schreiben leicht verständlich und passend. Vom Stil her harmonieren sie sehr gut miteinander.

Hier hatte ich mir mehr versprochen - als Debüt ist das Buch aber trotzdem gut und läßt für eine Fortsetzung auf Steigerung hoffen!

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Veröffentlicht am 01.09.2024

Nicht so spannend wie gewohnt

Fake – Wer soll dir jetzt noch glauben?
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Patrick Dostert freut sich auf einen freien Tag, als noch vor dem Frühstück die Polizei bei ihm und seiner Frau Julia klingelt. Damit ändert sich sein Leben von Grund auf. Er soll drei Tage zuvor eine ...

Patrick Dostert freut sich auf einen freien Tag, als noch vor dem Frühstück die Polizei bei ihm und seiner Frau Julia klingelt. Damit ändert sich sein Leben von Grund auf. Er soll drei Tage zuvor eine Frau mißhandelt und entführt haben. Für die Tatnacht hat Patrick ein Alibi, doch der Zeuge ist spurlos verschwunden. Erschwerend kommt hinzu, daß die beste Freundin des Opfers ihn schwer belastet und ein Video auftaucht, in dem er in einer eindeutigen Situation zu sehen ist. Patrick kommt in Haft, denn einem Video kann man trauen - oder doch nicht?

Arno Strobel hat seinem Buch direkt zwei Titel gegeben. Eine Variante heißt "Fake", die andere "Fakt". Und dies weist schon darauf hin, wohin die Reise hier geht. Hier spielt er damit, wie leichtgläubig die Welt geworden ist und macht deutlich, wie gefährlich es ist, der Technik mehr zu vertrauen, als einem Menschen. Arno Strobel versteht es, den Leser immer wieder durch falsche Spuren in die Irre zu leiten und ihn glauben zu lassen, jetzt hätte er die Wahrheit herausgefunden. Bis man wieder merkt, daß alles Fake war. Dadurch wird Spannung erzeugt, die für mich leider immer wieder durch Einblendungen von Patrick, der im Gefängnis seine Geschichte aufschreibt, oder aus Sicht des Anwaltes geschrieben wurden, unterbrochen wird. Denn diese Kapitel haben mich leider gelangweilt. Die Charaktere Patrick und Julia wirken hier sehr blass, sie hätten mehr Eigenheiten haben können. Einen Bezug zu ihnen konnte ich leider nicht aufbauen. Der Schreibstil ist gewohnt locker und leicht, durch die kurzen Kapitel hat man das Buch auch sehr schnell gelesen. Ein gutes Buch von Arno Strobel, aber bei weitem nicht sein bestes!

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