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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.06.2025

Grab unter Palmen

The Surf House
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Nachdem Bea nach einem misslungenen Modeljob in Marrakesch das Handtuch wirft und spontan eine Auszeit nehmen möchte, wird sie auf der Straße ausgeraubt und steht plötzlich ohne Geld und Pass da. Ohne ...

Nachdem Bea nach einem misslungenen Modeljob in Marrakesch das Handtuch wirft und spontan eine Auszeit nehmen möchte, wird sie auf der Straße ausgeraubt und steht plötzlich ohne Geld und Pass da. Ohne hat sie keine Chance zurück nach Hause in London zu reisen und nimmt daher dankbar das Angebot von Marnie an, die ihr gegen die Angreifer zur Hilfe gekommen ist.
Zusammen fahren sie Richtung dem kleinen Surfhotel am Strand, das Marnie mit ihrem Freund betreibt und Bea einen Job übernehmen kann.
So verlockend dies alles klingt, merkt Bea spätestens vor Ort, dass die paradiesische Idylle täuscht.
Sie erfährt von Savannah, die vor einiger Zeit auch im Surfhaus gewohnt hat und plötzlich spurlos verschwunden ist. Zudem besteht die Gefahr, dass ein korrupter Polizist einen Vorfall in Marrakesch auffliegen lässt und schlussendlich wird auch noch ein toter Hotelgast am Strand angespült.

Obwohl durchweg eine leicht unterschwelligen Bedrohung zwischen den Zeilen mitschwingt, ist das Buch spannungstechnisch sehr weit von einem Thriller entfernt. So ganz ohne Nervenkitzel und Gänsehautmomente, passt es eher in die Kategorie Spannungsroman. Der liest sich zumindest flüssig und dank gelegentlichem Perspektivwechsel von Bea in der Gegenwart hin zu Savannah in der Vergangenheit. Trotzdem hat mich die Story nicht sonderlich vom Hocker holen können, da hatte ich mehr erwartet.
Ganz okay für zwischendurch, aber für eingefleischte Thrillerfans eher eine Enttäuschung.

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  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.06.2025

Zum in die Luft gehen

Atmosphere
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Taylor Jenkins Reid schickt uns LeserInnen wieder in ein neues Universum - Nein, diesmal tatsächlich in DAS Universum! 🚀
🏳️‍🌈
Anfang der 1980er Jahre sind Frauen bei der NASA noch regelrechte Exotinnen ...

Taylor Jenkins Reid schickt uns LeserInnen wieder in ein neues Universum - Nein, diesmal tatsächlich in DAS Universum! 🚀
🏳️‍🌈
Anfang der 1980er Jahre sind Frauen bei der NASA noch regelrechte Exotinnen und trotzdem hat es Joan Goodwin zusammen mit zwei anderen Frauen geschafft und darf in naher Zukunft als Astronautin das Weltall erobern. Sie begegnet ihrer großen Liebe, von der jedoch keiner erfahren darf. Während die Vorbereitungen auf ihre erste Mission laufen, sorgt ihre Schwester Barbara für jede Menge Aufregung, da sie ihre mütterlichen Pflichten für Tochter Frances allzu gerne und spontan auf Joan abwälzt.
🏳️‍🌈
Die Autorin bewegt sich diesmal in dem weiten Kosmos der NASA, über Astronauten, Raumfahrt und geht dabei so tief in die Materie, als wäre sie selbst jahrelang eins der Crew-Mitglieder gewesen. Jedoch war es mir persönlich ein wenig zu viel, deshalb bin ich zeitweise aus Mangel an technischem Verständnis ausgestiegen. Bei der Liebesgeschichte wollte der richtige Funke leider nicht so wirklich überspringen, vor allem das Ende hatte eindeutig an Bodenhaftung verloren - Rosarote Wolken inklusive.
Trotzdem bin ich von emotionalen Ausbrüchen nicht verschont geblieben. Denn Joan kämpft verzweifelt für ihre Nichte Frances, die unter dem Egoismus ihrer eigenen Mutter zu leiden hat und die Frau schafft es wirklich, dass man eine Buchfigur abgrundtief zu hassen beginnt. Für mich der stärkste Part der Geschichte, die mich übrigens sehr an die Biografie der berühmten US-Astronautin Sally Ride erinnert hat.
🏳️‍🌈
Auch wenn mich Taylor Jenkins Reid dieses Mal keine Begeisterungsstürme bei mir auslösen konnte, feiere ich sie dennoch dafür, dass sie sich wieder einmal bewusst für eine queere Hauptprotagonistin entschieden hat!
Von mir gibt es deshalb auf jeden Fall eine Leseempfehlung!

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  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.05.2025

Teenie-Dramen

The summer we kissed
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Zwischen den beiden besten Freunden Natalia und Ethan herrscht nach einem ereignisreichen Kuss in der Promnacht totale Funkstille.
Bis sich auf dem „Senior Sunrise“ erneut begegnen. Doch anstatt miteinander ...

Zwischen den beiden besten Freunden Natalia und Ethan herrscht nach einem ereignisreichen Kuss in der Promnacht totale Funkstille.
Bis sich auf dem „Senior Sunrise“ erneut begegnen. Doch anstatt miteinander zu reden, offenbaren sie ihre wahren Gefühle lieber in einem Brief an sich selbst, der mitsamt allen anderen Zetteln ihres Abschlussjahrgangs in einem Einmachglas landet. Zumindest bis ein Windstoß einige der Zettel über den Strand fliegen lässt und Natalia und Ethan unter allen Umständen verhindern wollen, dass der jeweils andere
von den brisanten Geheimnissen erfährt.

Obwohl sie sich ohne Worte verstehen, sind sie ihren Gefühlen füreinander vollkommen blind und daher sorgen vor allem die unausgesprochenen Wahrheiten im Verlauf des Buches immer wieder für jede Menge Drama und Missverständnissen zwischen ihnen.
Neben den schönen Summer-Vibes, lebt die Geschichte in erster Linie von reichlich emotionalem Chaos und bringt so die von Unsicherheit und Überforderung geprägte Gefühlswelt von Teenagern im Übergang zum Erwachsenwerden ziemlich authentisch rüber.
Wer also gerne auf eine nostalgisch-emotionale Achterbahnfahrt durch eine sommerliche Teenie-Romanze mit viel Herzschmerz und Friends-to-Lovers-Trope einlassen möchte, kommt hier auf jeden Fall auf seine Kosten.

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Veröffentlicht am 17.04.2024

Das gewisse Etwas fehlt

Weil ich an dich glaube – Great and Precious Things
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Afghanistanveteran Camden Daniels ist nach seinem Militärdienst unerwartet in seine Heimatstadt zurückgekehrt. Eigentlich wollte er Alba nie wieder betreten und vor allem ein Aufeinandertreffen mit Sullys ...

Afghanistanveteran Camden Daniels ist nach seinem Militärdienst unerwartet in seine Heimatstadt zurückgekehrt. Eigentlich wollte er Alba nie wieder betreten und vor allem ein Aufeinandertreffen mit Sullys Verlobter, Willow, vermeiden. Sein an Alzheimer erkrankter Vater hat in um Hilfe bei der Durchsetzung seiner Interessen zurück nach Hause gebeten, kann sich aber bei Camden’s Ankunft schon längst nicht mehr daran erinnern. Stattdessen hat er bei seinem Anblick sofort wieder im Kopf, dass Cam Schuld am Tod seines Bruders Sully trägt und so sorgt die Rückkehr in erster Linie für Skepsis und Gerede unter den Bewohnern der Kleinstadt. Nur Willow scheint sich über das Wiedersehen zu freuen, obwohl er gerade ihr gegenüber fest in einem widersprüchlichen Gefühlschaos steckt.

Die Covergestaltung und Farbschnitt sind wie gewohnt, ein wunderschöner Hingucker und auch die Thematik in der Story geht weit über eine simple Liebesgeschichte hinaus. Es dreht sich neben dem dem Umgang mit Trauer und Verlust, um Kriegserfahrungen und vor allem die Auswirkungen der Alzheimer-Erkrankung und die Patientenverfügung von Camden’s Vater.
Das Ganze wirkt jedoch sehr konstruiert, mit konservativen Moralvorstellungen und bedient dabei vor allem die typisch amerikanischen Kleinstadt-Klischees. Der Hauptprotagonist ist auch hier wieder ein selbstloser, starker Held in Militäruniform, allerdings auch depressiv und mit einem therapiewürdigem Aggressionsproblem, was mich jedoch nicht unbedingt stört.
Auch der Schreibstil der Autorin ist wie gewohnt, locker und flüssig und die Seiten fliegen nur so dahin. Insgesamt vermisse ich bei diesem Buch aber einfach diese besondere Magie, mit der mich Rebecca Yarros sonst so sehr gefangen nimmt.

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Veröffentlicht am 25.03.2024

Reale Fiktion

Das andere Tal
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Die 16-Jährige Halbwaise Odile soll nach dem Willen ihrer Mutter eine Laufbahn als Conseil einschlagen und so begleiten wir Odile zunächst abwechselnd zwischen Schule, ihrer Freizeit, die sie mit ihren ...

Die 16-Jährige Halbwaise Odile soll nach dem Willen ihrer Mutter eine Laufbahn als Conseil einschlagen und so begleiten wir Odile zunächst abwechselnd zwischen Schule, ihrer Freizeit, die sie mit ihren Freunden verbringt und einem herausfordernden Auswahlverfahren. Während sie anfängt, für ihren Freund Edme romantische Gefühle zu entwickeln, bekommt man außerdem einen Einblick in ihre außergewöhnlichen Lebensumstände. Sie wohnt in einem Tal, dessen Grenzen eingezäunt sind und gesichert werden, die verhindern sollen, dass Besucher ungehindert zwischen ihrem und den zwei anderen Tälern wandeln und so Einfluss auf das weltliche Geschehen nehmen können. Denn bei den Tälern östlich und westlich von ihrem, spielt sich das Leben in dem selben Dorf nur um 20 Jahre zeitversetzt ab. Daher darf ausschließlich im Trauerfall eines der anderen Täler besucht werden. Als Edme eines Tages verschwindet, scheint sein Schicksal also besiegelt.
Im zweiten Teil des Buches ist Odile bereits 36 Jahre alt und der Weg den sie inzwischen gegangen ist, ist ein gänzlich anderer.

Dieses Buch hat mir in in vielerlei Hinsicht einiges abverlangt. Von Beginn an entwickelte sich die Handlung nicht nur vollkommen anders, als ich es ursprünglich erwartet habe und hat außerdem immer wieder neue Fragen aufgeworfen, sowie beim Lesen jeder einzelnen Zeile volle Konzentration erfordert. Es ist nämlich keine Geschichte, die sich einfach nebenbei und zwischendurch liest.
Man muss sich auf die Atmosphäre und den sehr philosophisch anmutenden Charakter einlassen können, um in dieser zweifellos einzigartigen Erzählung anzukommen. Bei mir haben sich die eingelegten Lesepausen jedes Mal gerecht, in dem ich dadurch den Faden in dieser vielschichtigen Handlung, insbesondere bei Zeitsprüngen und Ortswechseln immer wieder verloren habe und ständig das Gefühl hatte, etwas überlesen zu haben.
Der Autor fordert seine Leserschaft übrigens nicht nur indirekt auf, sich auf ein philosophisches Gedankenexperiment einzulassen, sondern hat mich auch mittels seines sehr bildhaften Schreibstils zwischenzeitlich an meine persönlichen Grenzen gebracht. Gerade die Szenen, die eine körperliche Züchtigung von Schülern beschrieben, waren kaum zu ertragen.

Leider ist es am Ende kein Buch für mich, dennoch möchte ich an dieser Stelle auch nicht davon abraten, sondern bin mir sicher, dass andere Lesende das Potential dieser Geschichte anders wahrnehmen werden.

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