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Veröffentlicht am 28.07.2025

Diffuser Magienebel

Glory of Broken Dreams (Devil's Dance 1)
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Inhalt: Die junge Charlotte erhält die Chance ihres Lebens, als sie als Varietétänzerin im sagenumwobenen Luxushotel Lichtenstein anfangen kann, einem berauschenden Ort voller Spektakel und Magie, zu dem ...

Inhalt: Die junge Charlotte erhält die Chance ihres Lebens, als sie als Varietétänzerin im sagenumwobenen Luxushotel Lichtenstein anfangen kann, einem berauschenden Ort voller Spektakel und Magie, zu dem nur die Reichen und Mächtigen Zutritt haben – und nun auch Charlie. Sie will auf den verzückenden Bällen tanzen, auf denen Wünsche wahr werden, denn für ihren geheimen Herzenswunsch ist sie bereit, jeden Preis zu zahlen. Doch für den Besuch der magischen Bälle braucht sie eine Begleitung – wie (un)glücklich, dass sie auf den schweigsamen Showboxer Willem trifft. Willem ergreift seine Chance, sich auf die lasterhaften Tanzbälle einzuschleusen. Denn er weiß, dass die Magie des Hotels diabolisch ist. Menschen verschwinden, wie einst sein Bruder, den er finden will. Auf den Bällen wird die große Liebe exzessiv gefeiert, doch endet stets in einer Tragödie. Willem muss alles riskieren, doch unter keinen Umständen sein Herz …


Ein Hotel wie aus den goldenen Zwanzigern, geheimnisvolle Flure, flüsternde Türen – und mittendrin zwei Figuren, die mich fasziniert, aber nie ganz eingefangen haben.

„Glory of Broken Dreams“ ist Teil 1 einer neuen Dilogie von Ruby Braun und hat mich anfangs sofort gepackt. Dieses schillernd-verblasste Hotel-Setting, die wechselnden Perspektiven zwischen William und Charlotte, das alles hatte etwas Unwirkliches, fast Magisches. Sogar der Buchschnitt ist ulkig – zerfasert, wie die Geschichte selbst. Und genau das wurde für mich leider zum Problem: Was zuerst wie ein spannender Nebel wirkte, wurde mit der Zeit einfach nur diffus.

Ich habe mich bemüht, William näherzukommen, weil er noch am greifbarsten war, aber er blieb so verschlossen, dass ich ihn kaum fassen konnte. Charlotte wiederum hätte mich vielleicht berühren können, doch ihr rücksichtsloser Drang nach Ruhm hat mich eher abgestoßen als mitgerissen. Ihre Liebesbeziehung mit William kam zudem für meinen Geschmack zu plötzlich, auch wenn die Anziehung vorher dargestellt wurde.

Am meisten mochte ich Wanda, Charlottes Schwester: stark, klug, loyal. Bei ihr hatte ich endlich das Gefühl, jemanden zu verstehen, allerdings blieb sie als Nebenfigur eher untergeordnet. Umso mehr freue ich mich, dass sie im zweiten Band eine größere Rolle spielen soll.

Was mich am meisten enttäuscht hat, war, dass das Geheimnisvolle nicht zu einem befriedigenden Ziel führte. Statt Antworten zu bekommen, fehlte mir der rote Faden, es wurde alles nur verworrener, bis ganz am Ende endlich etwas Aufklärung über die Magie ins Spiel kam – und dann kam der böse Cliffhanger.

Trotzdem: Irgendwas lässt mich nicht los. Vielleicht ist es genau dieses Unvollständige, das mich doch weiterlesen lässt. Ich hoffe sehr, dass Band 2 den roten Faden aufnimmt, mich endlich das große Ganze sehen und verstehen lässt.

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Veröffentlicht am 23.07.2025

Drama beim Senior Sunrise

The summer we kissed
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Inhalt: Es ist Senior Sunrise: Der gesamte Abschlussjahrgang trifft sich, um einen Tag – und die Nacht – am Strand zu verbringen. Für Natalia und Ethan ist es das erste Mal, dass sie sich wiedersehen. ...

Inhalt: Es ist Senior Sunrise: Der gesamte Abschlussjahrgang trifft sich, um einen Tag – und die Nacht – am Strand zu verbringen. Für Natalia und Ethan ist es das erste Mal, dass sie sich wiedersehen. Denn nach einem leidenschaftlichen Kuss in der Promnacht ist zwischen den beiden eigentlich besten Freunden nichts mehr, wie es war. Den ganzen Sommer über haben sie kein Wort miteinander gesprochen und jetzt – zwischen romantischen Sonnenuntergängen und knisterndem Lagerfeuer – versucht Natalia verzweifelt so zu tun, als wäre Ethan ihr egal, während der wiederum seinen Fehler unbedingt wiedergutmachen will.

Bei der Tradition des Senior Sunrise, Briefe an sich selbst zu verfassen, lassen die beiden ihren Gefühlen endlich freien Lauf. Ganz anonym natürlich. So wie alle anderen in ihrer Klasse. Aber dann weht der Wind einige der Briefe über den gesamten Strand. Plötzlich sind Ethan und Natalia gezwungen zusammenzuarbeiten, um die verlorenen Zettel und damit auch die brisanten Geheimnisse, die diese bereithalten, zu finden, bevor jemand anderes es tut. Schließlich soll niemand von ihren Gefühlen füreinander erfahren ...



"The Summer We Kissed" hat mich vor allem mit seiner fast durchgehend melancholischen Stimmung überrascht. Wer hier eine leichte Sommerromanze voller unbeschwerter Momente erwartet, könnte enttäuscht werden — denn die Geschichte bleibt überwiegend bittersüß und nachdenklich. Mir persönlich haben an einigen Stellen ein paar heitere, leichtere Passagen gefehlt, um die Schwermut der beiden Hauptfiguren Natalia und Ethan etwas aufzulockern.

Die wechselnden Perspektiven zwischen den beiden Protagonisten haben mir dafür sehr gut gefallen. Sie geben einen intensiven Einblick in die Gedankenwelt beider Figuren. Gleichzeitig sorgten sie dafür, dass ich mir oft an den Kopf fassen musste, weil sie sich selbst so sehr im Weg standen und aneinander vorbei redeten, was gefühlt 80 % der Handlung bestimmte. Die restlichen 20% des Romans waren dafür umso niedlicher und sorgten für kleine, wohltuende Momente.

Den Schreibstil empfand ich als angenehm leicht und flüssig zu lesen, sodass ich den Roman schnell ausgelesen hatte. Für die Zielgruppe ist "The Summer We Kissed" definitiv ein schönes Sad-Summer-Buch - Fans von prickelnden, leichten Sommermomenten werden eher enttäuscht.

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Veröffentlicht am 29.06.2025

Holmes-artig, aber trotzdem enttäuschend

Holmes & Moriarty
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Inhalt: London, 1889: Sherlock Holmes und Dr. Watson werden von einem jungen Schauspieler engagiert, um einem seltsamen Fall nachzugehen. Zu seinen Aufführungen kommen jeden Tag dieselben Zuschauer – jedoch ...

Inhalt: London, 1889: Sherlock Holmes und Dr. Watson werden von einem jungen Schauspieler engagiert, um einem seltsamen Fall nachzugehen. Zu seinen Aufführungen kommen jeden Tag dieselben Zuschauer – jedoch immer in anderen Verkleidungen. Zur gleichen Zeit läuft Professor Moriarty und Sebastian Moran die Zeit davon: Sie werden für einen mysteriösen Mord verantwortlich gemacht und müssen untertauchen.

Eine unsichtbare Hand zieht das Netz um die beiden verfeindeten Genies Holmes und Moriarty immer enger. Schnell wird klar, dass es hier um weit mehr geht als sie. Werden die beiden über ihre Schatten springen und zusammenarbeiten können, oder ist die Welt dem sicheren Untergang geweiht?

Mit seinem Kriminalroman Holmes&Moriarty versucht der Autor Gareth Rubin in große Fußstapfen zu treten. In wechselnden Kapiteln wird die Handlung aus Sicht der jeweiligen Gehilfen (Watson für Sherlock Holmes und Moran für Prof. Moriarty) wiedergegeben. Während ich Watson abgöttisch liebe, empfand ich Moran als unnötig brutal und wurde bis zum Schluß nicht warm mit ihm. Dennoch ist der Autor in der Tat sehr nah an den Stil von Arthur Conan Doyle gekommen. Die Art von Sherlock Holmes, die Herangehensweise an Ermittlungen, der dem Zeitalter angemessene Sprachstil und das Setting entsprachen überwiegend dem Original. Dies begeisterte mich und weckte das "Holmes-Fieber" in mir. Meine Begeisterung wurde jedoch durch den im Hintergrund liegenden Fall getrübt. Die Aufklärung war etwas hektisch, die Hintergründe erschienen mir zu unrealistisch und warum unbedingt Moriarty mit an Bord sein musste, kann ich mir auch im Nachgang nicht erklären. Deshalb konnte mich der Roman auch vom Spannungsbogen her nicht so recht abholen. Dank des hohen Erzähltempos und Sherlocks Art konnte ich den Krimi dennoch schnell weglesen. Ich wäre definitiv gespannt auf einen weiteren Sherlock-Roman des Autors, dann aber hoffentlich mit realistischerem Input!

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Veröffentlicht am 03.06.2025

Lass sie und Lass mich

Die LET THEM Theorie
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Die Autorin Mel Robbins präsentiert in ihrem neuesten Ratgeber die "Let them"-Theorie, bei der der/die AnwenderIn bei Problemen, Ärgernissen, Streit oÄ im 1. Schritt "Lass sie, ..." anwendet, um Abstand ...

Die Autorin Mel Robbins präsentiert in ihrem neuesten Ratgeber die "Let them"-Theorie, bei der der/die AnwenderIn bei Problemen, Ärgernissen, Streit oÄ im 1. Schritt "Lass sie, ..." anwendet, um Abstand zur Situation zu gewinnen (z.B. Lass sie unfreundlich sein) und im 2. Schritt "Lass mich, ...", um Handlungsspielraum zu generieren (z.B. Lass mich die Unfreundlichkeit ignorieren und den Laden verlassen). Die Tipps sind simpel, der Sprachstil einfach gehalten und der Text mit angenehm vielen Beispielen gespickt. Ich persönlich habe das Prinzip schnell verstanden, in der Umsetzung bei sehr schwierigen Themen empfinde ich es aber schwer anzuwenden, weil es eine Form der rationalen Begegnung eines emotionalen Problems ist. Hier braucht man entweder sehr viel Übung oder ein weiteres Mittel, um starke Emotionen loslassen zu können. Ich fand den Ratgeber sehr interessant und entdecke mich nun öfter im Alltag, "Lass sie" und "Lass mich" anzuwenden und bei kleinen Dingen funktioniert es wirklich sehr gut. Die von der Autorin versprochene allumfassende Lösung ist es meiner Meinung aber nach nicht ;) Zudem empfand ich es beim Lesen manchmal als anstrengend, dass sie mit ihrer "amerikanischen Sicht auf die Dinge" zum Übertreiben neigt. Das Buch hätte für meinen Geschmack auch 100 Seiten weniger haben können, da es viele Wiederholungen gibt.

Fazit: Ich konnte mir einige Informationen herausziehen, das Rad neu erfunden hat die Autorin aber nicht.

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Veröffentlicht am 30.05.2025

Zwanghafte Selbstoptimierung und echtes Ghosting

Ghosted
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Nachdem Emily sang- und klanglos von ihrem Freund Andy sitzen gelassen wurde, hat sie sich umso mehr in die Arbeit des Projekts "Emily 2.0" gestürzt. Sie möchte erfolgreicher, schöner, klüger und einfach ...

Nachdem Emily sang- und klanglos von ihrem Freund Andy sitzen gelassen wurde, hat sie sich umso mehr in die Arbeit des Projekts "Emily 2.0" gestürzt. Sie möchte erfolgreicher, schöner, klüger und einfach besser werden. Mit ihrem perfektionistischen Wahn nach dem "Better me" übertreibt sie es jedoch ein bisschen und erleidet fast einen Nervenzusammenbruch als auf einer Party in ihrer Wohnung der Strom ausfällt. Entgegen ihres gedanklichen Weltuntergangsszenarios sehen ihre Freunde das jedoch ganz gelassen und regen an, mittels Ouija-Brett eine Runde Geister anzurufen. Als der Name ihres Ex Andy auf dem Brett erscheint, denkt Emily ihre beste Freundin würde sich einen Scherz erlauben - doch im Nachgang erfährt Emily, dass Andy sie gar nicht geghostet und sitzen gelassen hat: Er ist tatsächlich gestorben und kehrt als Geist zurück, um mit ihr gemeinsam herauszufinden, was zu seinem Tod geführt hat.

"Ghosted" von Rosie Mullender ist eine RomCom, die entfernt an den Film "Ghost - Nachricht von Sam erinnert". Ich persönlich hatte Schwierigkeiten, mit der Protagonistin Emily warm zu werden, die sich in ihrem Selbstoptimierungswahn verliert und oftmals sehr unsympathisch und gestresst wirkte. Ihr liebenswerter Exfreund Andy, der als Geist wiederkehrt, und Emilys beste Freundin Zoe mit ihrer direkten, sarkastischen Art waren mir da wesentlich sympathischer. Besonders Andys Szenen waren unglaublich lustig und herzerwärmend - so einen Menschen hätte man zu gerne in seinem Freundeskreis. Neben Emilys Arbeit sowie ihrer zwanghaften Selbstoptimierung und den damit verbundenen Szenen ließen nicht nur romantische Szenen mit Prickeln vermissen, sondern auch die Ermittlungen etwas in den Hintergrund rücken, was ich mir anders gewünscht hätte. Zum Ende hin fügen sich die verschiedenen Stränge jedoch passend zusammen und die letzten Kapitel haben mich sehr abholen können. Insgesamt hätte ich mir aber mehr Witz und eine zeitnahere Veränderung bei Emily gewünscht - so fehlte mir leider der locker-flockige sowie auch der romantische Anteil einer RomCom.

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