Flache Charaktere
A City of FlamesMeinung:
Vielen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar!
„Toller Tag, um sich vor Angst in die Hose zu machen, was?“, flüsterte mein zweitältester Bruder mir zu.
Das Cover gefällt mir persönlich ...
Meinung:
Vielen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar!
„Toller Tag, um sich vor Angst in die Hose zu machen, was?“, flüsterte mein zweitältester Bruder mir zu.
Das Cover gefällt mir persönlich wirklich gut. Es hat Anspielungen auf den Inhalt, ist etwas düster und doch ist es sehr passend.
Der Schreibstil der Autorin war etwas gewöhnungsbedürftig, aber irgendwann ging es dann halbwegs und ich kam gut voran. Geschrieben ist das Buch in der Ich-Perspektive von Nara, wodurch man sie am besten kennen lernt. Ich fand die Beschreibungen gut, allerdings blieben die anderen Charaktere außer ihr etwas blass.
Zu Beginn lernt man Nara kennen, die in einem kleinen Dorf lebt. Ihre Eltern wurden von einem Drachen getötet und nun hilft Nara mit, sich und ihre Bruder zu ernähren. Als es einen erneuten Drachenangriff gibt, hilft sie diesen zu fangen. Die Venatoren, die gerade in der Stadt waren sehen das und bieten ihr an, eine Ausbildung zu machen. Nara ist überglücklich, denn sie wollte schon immer eine Venatorin werden, während der Ausbildung allerdings, kommen ihr immer mehr Zweifel.
Der Einstieg in das Buch ist mir leicht gefallen, die Welt mochte ich sofort und es gab auch genügend Erklärungen, sodass man sich ausreichend auskennt. Mir hat die Dynamik sofort gefallen, dass es verschiedene Wesen gibt, manche Gut und manche Böse und dass die Venatoren die Beschützer der Menschen sind. Ich war also neugierig, wohin sich die Geschichte entwickeln würde.
Nara fand ich in Ordnung, wobei ich sie manchmal auch ziemlich anstrengend fand. Besonders, wenn sie irgendwas nicht wollte. Da verhielt sie sich wirklich wie ein kleines Kind, anders kann man es gar nicht sagen. Sie hatte Gefühlsausbrüche, Trotzanfälle, was es nicht einfach machte sie zu mögen. Allerdings hat sie sich in anderen Weisen zum Guten verändert, so glaubt sich nicht mehr blind alles, was ihr gesagt wird und schaltet selber ihren Verstand ein.
Dann gibt es noch Lorcan und den Goldenen Dieb, von dem ich den Namen nicht verraten will. Beide blieben sehr oberflächliche Charaktere und ich habe mich für keinen von ihnen so wirklich interessiert. Hin und wieder gab es gute Charakterezüge, aber insgesamt konnte ich von beiden die Handlungen nicht immer verstehen. Manche machten sie mir auch nur noch mehr unsympathisch.
Die Geschichte selbst fand ich in Ordnung, allerdings konnte sie mir nicht wirklich im Gedächtnis bleiben und manchmal war sie dann doch auch sehr klischeehaft. Zusammen mit Nara reist man in die Hauptstadt, wo sie die Ausbildung zur Venatorin macht, allerdings gab es nicht so wirklich viel an Ausbildung, weil sie immer wieder andere Dinge im Alleingang erledigt hat. Ich hätte gerne mehr von dieser Ausbildung gelesen, weil man dann sicher auch mehr über die verschiedenen Wesen erfahren hätte.
Soweit ich verstanden habe, spielt das Buch auch über mehrere Monate, was ich so gar nicht wahrgenommen habe. Die Szenen sind sprunghaft und plötzlich sind Wochen vergangen, man weiß nicht, was in dieser Zeit dazwischen passiert ist und offensichtlich ist es auch nicht wichtig. Trotzdem fand ich das etwas müßig, weil man kein Zeitgefühl hat und obwohl anscheinend viel Zeit vergeht man nicht das Gefühl hat, dass sich viel tut.
Es gibt auch eine Liebesgeschichte, die eher eine Dreiecksbeziehung ist. Das fand ich in diesem Buch aber gar nicht so schlimm, weil die Ausführung davon recht gut war. Es ist kein ewiges hin und her und am Ende ist auch klar, wen Nara lieber mag. Bei dem einen Love Interest konnte ich die Gefühle allerdings gar nicht nachvollziehen. Die waren plötzlich von beiden Seiten da, ohne, dass da vorher viel aufgebaut wurde. Vielleicht liegt es daran, dass die Charaktere keine Tiefe haben, aber die Beziehung zwischen den beiden fand ich einfach nur merkwürdig.
Gefallen haben mir aber die verschiedenen Wesen, es gibt nicht nur Drachen, sondern auch Rümen, Feen oder Wandler. Die Mischung war echt gut und ich hätte gerne noch mehr über die verschiedenen Arten gelernt.
An sich war die Idee von der Geschichte auch nicht schlecht, es gab lange einen Spannungsaufbau und irgendwann konnte man sich auch schon denken, was passieren würde, doch das Ende hält dann doch noch einige Überraschungen bereit. Zusammen mit Nara deckt man Geheimnisse auf und lernt vieles über die Venatoren. Ich gebe zu, dass mich manche Handlungsstränge wirklich beeindruckt haben und wären die Charaktere nicht so schwach, hätte das ein richtig gutes Buch werden können.
Das Ende selbst war spannend geschrieben, man wusste nicht, was einen noch erwartet und ich habe richtig mitgefiebert. Für mich war das Ende definitiv sehr stark.
Fazit:
Insgesamt war das Buch in Ordnung, es war kein Highlight, aber auch nicht super schlecht. Die Charaktere hätten alle mehr Tiefe vertragen können, Nara war oftmals nervig, was nicht wirklich geholfen hat und die Geschichte war teilweise sehr vorhersehbar. Das Ende hingegen war spannend und gut geschrieben, allerdings hat das Buch nicht genügend Eindruck hinterlassen, damit ich den zweiten Teil lesen würde. Von mir kriegt es 3 Sterne.