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Pantoffeltier

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.06.2025

Am Anfang interessant, in der Mitte ermüdend und am Ende dann viel zu kurz.

Teddy
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In den 1960er/1970er Jahren versucht die Amerikanerin Teddy, in Rom als Diplomatengattin neu anzufangen. Sie möchte eine brave Ehefrau sein, in der Gesellschaft angesehen und auf Empfängen charmant plaudern. ...

In den 1960er/1970er Jahren versucht die Amerikanerin Teddy, in Rom als Diplomatengattin neu anzufangen. Sie möchte eine brave Ehefrau sein, in der Gesellschaft angesehen und auf Empfängen charmant plaudern. Doch bald stellt sie fest, dass sie ihr Wesen nicht ändern kann, ihre Vergangenheit nicht abschütteln kann und ihr Mann seine eigenen Pläne mit ihr hat.

Eindringlich wird dargestellt, wie abhängig Frauen damals von ihren Männern waren. Teddy wird wie ein willensschwaches Kind behandelt und fällt immer wieder in diese Rolle zurück. Dies ist anfangs gut dargestellt und interessant, doch gerade die Mitte des Romans zieht sich endlos hin. Die Autorin gefällt sich in endlosen Erklärungen, wie antriebslos, kurzsichtig und naiv Teddy ist und wie sehr sie ihren Problemen ausweicht. Mit der Zeit hat es mich sehr ermüdet, davon zu lesen, wie Teddy in Selbstmitleid badet, und irgendwann konnte ich auch nicht mehr so viel Verständnis für sie aufbringen. Einzig die Schnipsel aus der Gegenwart haben mich bei der Stange gehalten. Von Anfang an weiß man, dass etwas Einschneidendes passiert ist, und man vermutet, dass Teddy eine unzuverlässige Erzählerin ist. Die Plottwists sind an sich prima und spannend, aber die Änderung in Teddys Verhalten war für mich nicht glaubwürdig, da vorher in epischer Breite berichtet wurde, wie sie immer und immer wieder in dieselben Muster fällt. Da hätte ich mir ein ausführlicheres Eingehen auf das, was wirklich passiert ist, gewünscht. Und auch das Ende lässt für mich zu viel offen.
Alles in allem kein schlechtes Buch, aber da wäre, meiner Meinung nach, mehr drin gewesen.

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Veröffentlicht am 31.05.2025

Einfache Lösungen klug vermarktet

Die LET THEM Theorie
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Mel Robbins vermarktet ihre Methode als supereinfach und lebensverändernd (und verwendet natürlich noch viele weitere grandiose Adjektive). Supereinfach ist sie, das stimmt. Ob mein Leben jedoch komplett ...

Mel Robbins vermarktet ihre Methode als supereinfach und lebensverändernd (und verwendet natürlich noch viele weitere grandiose Adjektive). Supereinfach ist sie, das stimmt. Ob mein Leben jedoch komplett umgekrempelt wird, wage ich zu bezweifeln.
Eine Person, die nur die ersten 60 Seiten des Buchs gelesen hatte, hat mir das Buch wärmstens empfohlen. Und tatsächlich, da waren auch schon die wichtigsten Erkenntnisse enthalten. Man kann sich beim Rest durchaus auf die für sich selbst relevantesten Themen konzentrieren, ohne viel zu verpassen.
Allgemein liest es sich tatsächlich sehr gut. Die Autorin erzählt viel aus ihrem eigenen Leben und bemüht sich, nahbar und sympathisch zu sein.

Ich bin aber wahrscheinlich etwas zu deutsch für dieses Buch, denn die Botschaften sind sehr in der amerikanischen Kultur verwurzelt und auch so aufbereitet. Ich war, angesichts der vollmundigenen Marketingversprechen, enttäuscht von der Banalität der Erkenntnisse und der ständigen Wiederholung von Dingen, die ich spätestens beim zweiten Mal Erklären verstanden hatte.

Die Grundidee ist super und sehr hilfreich. Aber vieles habe ich im Laufe meines Lebens mit gesundem Menschenverstand schon gelernt: Wenn man einsam ist und sich Freunde wünscht, hilft es beispielsweise nicht, traurig daheim zu sitzen. Es kann stattdessen hilfreich sein, zu überlegen, wo man Gleichgesinnte treffen könnte, und aktiv Freundschaften zu pflegen. (Wow!) Mel geht über Unterschiede hinweg und verkauft das, was ihr geholfen hat, als absolute Wahrheit. Ich halte es in (Nord-)Deutschland aber für keinen guten Tipp, sich, um Kontakte zu knüpfen, neben fremde Leute im Café zu setzen und ein Gespräch zu beginnen oder einfach bei flüchtigen Bekannten an der Haustür zu klingeln.

Mel vertritt sehr stark die Idee der Eigenverantwortung für das eigene Leben. Das habe ich oft als durchaus positiv und bestärkend empfunden. Wir sollten viel weniger darauf geben, was andere denken könnten, und mehr versuchen, einfach unser Bestes zu tun. Allerdings fehlt mir – auch wenn Wochenbettdepression und Drogensucht kurz behandelt werden – der Hinweis, dass psychische Krankheiten existieren und es keine Schande ist, sich außerhalb von Selbsthilferatgebern Hilfe bei Expert:innen zu holen. Aussagen wie „Glück, Erfolg und Geld warten auf dich, wenn du dich ernsthaft bemühst.” (S. 163) oder „Du kannst das Leben haben, das du dir immer gewünscht hast. Du kannst Millionär werden.“ (S. 331) finde ich angesichts der aktuellen Lage in den USA in ihrer Absolutheit etwas schwierig.

Sei's drum. Ein paar nützliche Denkanstöße gibt es auf jeden Fall. Wer sich jedoch bereits näher mit Selbsthilferatgebern beschäftigt hat, wird wenig Neues finden. Mel Robbins vermarktet einfache Erkenntnisse als revolutionär (das sagt sie tatsächlich selbst), findet griffige Slogans und ist mit Podcasts, Reden und Tattoos offensichtlich omnipräsent in den USA. Ein paar Anregungen nehme ich mit, bei anderen lasse ich Mel einfach ihr Ding machen und mache meins. :) Und das ist im Grunde ja genau das, was die Autorin propagiert.

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Veröffentlicht am 26.04.2025

Als Tiger gesprungen und als Bettvorleger gelandet

Fischtage
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Die 16-jährige Ella lebt in Dortmund und wird vor allem von Wut angetrieben. Da ihre Eltern mit sich selbst, Drogen und Affären beschäftigt sind, macht sich Ella selbst auf die Suche nach ihrem ...

Die 16-jährige Ella lebt in Dortmund und wird vor allem von Wut angetrieben. Da ihre Eltern mit sich selbst, Drogen und Affären beschäftigt sind, macht sich Ella selbst auf die Suche nach ihrem Bruder, der eines Tages nicht mehr nach Hause kommt.

Die ersten Seiten des Buches sind kraftvoll geschrieben und die Autorin schafft es die Personen sehr treffend zu charakterisieren. Leider verliert sich der Reiz der rotzigen Sprache recht schnell. Mit dem eher fantastischen Element eines sprechenden Plastikfisches, den alle hören können und über den sich niemand wundert, geht dann auch der Realismus verloren. So richtig magisch wird es dann aber auch nie. Die Suche nach dem Bruder verläuft eher schleppend als spannend, und es tauchen allerlei skurrile Personen auf. Zwar werden viele Themen (Demenz, psychische Probleme, Vernachlässigung von Kindern, Drogen, Gewalt ...) angesprochen, jedoch nie tiefergehend abgehandelt. Es bleibt auf der lustig-skurrilen Ebene.
Das fand ich sehr schade, denn der Anfang war vielversprechend und auch die Auflösung, wo der verschwundene Bruder war, hat mir gefallen. Dem Buch fehlte jedoch der letzte Feinschliff, der es zu einem guten Buch gemacht hätte. So wirkt es, als hätte die Autorin selbst nicht so genau zu entscheiden vermocht, welche Art von Geschichte sie erzählen möchte.

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Veröffentlicht am 25.12.2024

Etwas tendenziöse Biographie

Wallis Simpson
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Über Wallis Simpson, die Frau, die angeblich dafür sorgte, dass König Edward abdankte, wusste ich vor der Lektüre dieses Buches wenig. Mir war nur zu Ohren gekommen, dass sie ähnlich viel Hass auf sich ...

Über Wallis Simpson, die Frau, die angeblich dafür sorgte, dass König Edward abdankte, wusste ich vor der Lektüre dieses Buches wenig. Mir war nur zu Ohren gekommen, dass sie ähnlich viel Hass auf sich zog wie heutzutage Meghan. In diesem Buch hatte ich auf eine differenzierte Betrachtung von Wallis und Edward gehofft. Diese Hoffnung hat sich leider nicht komplett erfüllt.

Sowohl Wallis, als auch Edward kommen nicht besonders gut weg. Es mag belegbar sein, dass die beiden sehr schwierige Charaktere waren, aber ein bisschen mehr Verständnis statt bissiger Seitenhiebe hätte ich mir schon gewünscht. Es wird sehr deutlich, dass die Autorin die beiden nicht besonders schätzt und einige Bewertungen und Interpretationen fand ich nicht überzeugend belegt.
Am Anfang hatte ich einige Probleme reinzukommen. Es beginnt mit der Hochzeit des Paares und man wird direkt mit einer Vielzahl an Namen von Personen und Orten konfrontiert, die zumindest ich nicht zuordnen konnte. Es wird dann zum Glück im zweiten Kapitel chronologisch erzählt und man findet sich besser zurecht.
Insgesamt habe ich schon einiges gelernt (vor allem, dass das Königshaus ganz schön schwierige Persönlichkeiten heranzieht, die sich mit ähnlich neurotischen Personen umgeben), bin aber Wallis nicht so richtig nahe gekommen.

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Veröffentlicht am 15.12.2024

Becoming Loretta Darling

Not your Darling
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Die Engländerin Margaret möchte unbedingt Maskenbilderin werden und geht dafür nach Hollywood. Mit mehr oder weniger lauteren Mitteln schlägt sie sich durch und erfindet sich als Loretta Darling neu.

Es ...

Die Engländerin Margaret möchte unbedingt Maskenbilderin werden und geht dafür nach Hollywood. Mit mehr oder weniger lauteren Mitteln schlägt sie sich durch und erfindet sich als Loretta Darling neu.

Es geht flott los. Loretta schlägt sich mit einer Mischung aus Glück, Schlagfertigkeit und manipulierter Kosmetik durch. Die Leichtigkeit funktioniert gut, die schwereren, tiefgreifenden Themen für mich persönlich nicht so. Lorettas schwere Vergangenheit wird in wenigen Sätzen abgehakt und die Lösung gegen missbräuchliche Männer ist nun ja, radikal aber kann Machtstrukturen in der Realität kaum brechen.
Die Figuren sind recht oberflächlich und klischeehaft gezeichnet. Es gibt die Prostituierte mit dem goldenen Herzen, den schönen aber sprunghaften Filou, den nicht so gut aussehenden, aber guten Mann, den fiesen Vergewaltiger in Machtposition, den väterlichen Mentor, das liebe Naivchen... Das fand ich sehr schade, da es so wenig Überraschungen und Figurenentwicklung gibt.
Insgesamt netter Roman mit einem Hauch Hollywood-Flair. Liest sich gut nebenbei ohne Überraschungen oder tiefe Erkenntnisse zu bieten.

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