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Veröffentlicht am 22.06.2025

Süffisanten Anekdoten des Kuralltags

Geheimnisse in der Grünen Mark
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Ein sehr differenziertes Ermittler-Duo in einem verzwickten Mordfall, der mit süffisanten Anekdoten des Kuralltags in der damaligen Zeit für ein kurzweiliges Lesevergnügen sorgt. In Frohnleiten im Jahr ...

Ein sehr differenziertes Ermittler-Duo in einem verzwickten Mordfall, der mit süffisanten Anekdoten des Kuralltags in der damaligen Zeit für ein kurzweiliges Lesevergnügen sorgt. In Frohnleiten im Jahr 1897 wird der Allgemeinmediziner Titus auf einen verschollenen Kurgast aufmerksam gemacht und nach kurzer Suche wird dieser tot aufgefunden. Er hat kurz vorher seinen ehemaligen Klassenkameraden Franz in einer sonderbaren Situation wieder getroffen. Widerspenstig erklärt er sich bereit seinem ehemaligen Kameraden zu helfen. Die Antipathie der beiden Protagonisten sorgt dabei für eine unterhaltsame Reise durch die Kur-Welt in Frohnleiten auf der Suche nach den Tätern.

Untersuchungsrichter Franz ist ein leicht impulsiver Charakter, der durchaus schnell aufbrausend und manchmal etwas unbedacht in Situationen agiert. Titus dagegen wirkt wesentlich ruhiger und abgeklärter, auch wenn er manchmal emotional sehr unsicher agiert. Diese gute Mischung der beiden ermittelnden Personen sorgt für eine gute Abwechslung bei der Entwicklung der Story. Auch die Nebencharaktere sind gut gewählt und ich konnte für einige durchaus Sympathie entwickeln.

Der Schreibstil der Autorin ist mit einer Sprachfärbung der damaligen Zeit gewählt mit österreichischem Einschlag. An der ein oder anderen Stelle verwendet die Autorin Begrifflichkeiten, die in der heutigen Zeit so nicht mehr im allgemeinen Sprachgebrauch ihre Anwendung finden, aber für die Authentizität der Story habe ich das im Wesentlichen als korrekt empfunden.

Die Spannung der Erzählung ist gut und wer aufpasst kann eventuell auf die Täter kommen, ich habe es trotz Konzentration aber nicht geschafft. Sehr gut hat mir die allgemeine geschriebene Atmosphäre in der Geschichte gefallen. Ich konnte mir die Umgebung, sowie das allgemeine Verhalten und Handlungsgeschehen der Protagonisten ziemlichgut vorstellen. Ein zwei Turns hätte ich mir in der Geschichte noch gewünscht, aber das ist nur eine kleine Anmerkung, an der in sich sehr gut konstruierten, sehr schön erzählten und auch durchaus humorvollen Kriminalstory.

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Veröffentlicht am 01.06.2025

Mord im Bikermilieu

Prost, auf den Doktor
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Mit erneut viel Humor und einem interessanten Turn einer verdächtigen Person hat mich dieser Krimi wieder sehr gut unterhalten. Ein Mediziner wird nach einem Treffen mit Freunden einer Motorradgruppe tot ...

Mit erneut viel Humor und einem interessanten Turn einer verdächtigen Person hat mich dieser Krimi wieder sehr gut unterhalten. Ein Mediziner wird nach einem Treffen mit Freunden einer Motorradgruppe tot in dem Gasthaus Krause aufgefunden. Kommissar Tischer und sein Team nehmen sofort die Ermittlungen auf. Viele verschiedene Spuren führen zu unterschiedlichen Tatverdächtigen. Aber wer weiß vielleicht hatte der Arzt auch einem Patienten übel mitgespielt?

Eine humorvolle Suche nach den Tätern beginnt. Hauptkommissar Tischler genießt wieder das Leben, nachdem er im letzten Fall sehr an seine persönlichen Grenzen gehen musste. Doch dieser Fall ist wieder so ganz anders als die letzten Fälle. Gemeinsam mit Polizeihauptmeister Fink nimmt er die Ermittlungen auf. Gerade Polizeihauptmeister Fink erhält immer mehr Anteil an der Geschichte was mir persönlich sehr gut gefällt. Er schafft es mit seiner altklugen Art immer wieder für Lacher beim Lesen zu sorgen.

Die Geschichte schafft es bis zum Schluss spannend zu bleiben. Ich hatte mich auf zwei Tatverdächtige festgelegt, um am Schluss festzustellen, dass diese beiden es nicht waren, was ein gutes Zeichen ist. Ich empfand die Story auch als nicht zu konstruiert und konnte dieser sehr viel abgewinnen. Der Schreibstil des Autors ist locker, leicht und humorvoll und sorgt für ein rundum schönes Leseerlebnis. Eine schön und humorvoll erzähltes weiteres Abenteuer von Kommissar Tischler, dass ich hier sehr gut empfehlen kann.

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Veröffentlicht am 01.06.2025

Das Theater des Grauens

Nachts am Askanischen Platz
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Auch dieser Fall vom Leo Wechsler hat mir sehr gut gefallen. Für mich ist es ähnlich wie bei Anne Sterns Hulda Gold ein Abtauchen in das historische Berlin.

Ein Toter im Sportgeräte-Schuppen eines Gymnasiums, ...

Auch dieser Fall vom Leo Wechsler hat mir sehr gut gefallen. Für mich ist es ähnlich wie bei Anne Sterns Hulda Gold ein Abtauchen in das historische Berlin.

Ein Toter im Sportgeräte-Schuppen eines Gymnasiums, direkt daneben befindet sich das “Theater des Grauens”. Leo Wechsler und seine Kollegen setzen alles daran, dem Leichnam einen Namen zu geben. Wer war der Tote und was hat die junge Russin damit zu tun, die nach Fjodor fragt?

Ein wieder überaus spannender Fall, der mich fesseln konnte. Dabei mag ich auch sehr die privaten Geschichten von Leo Wechsler und seinen Kollegen. Leos Sohn wird langsam erwachsen und geht seinen eigenen Weg, auch wenn dieser Weg dem Vater so gar nicht gefällt.

Das historische Setting ist von Susanne Goga wieder meisterhaft eingefangen worden. Berlin wird lebendig und wir tauchen ein in eine vergangene Welt. Die 20er Jahre werden lebendig, die Menschen müssen sich mit dem aufkommenden Nationalsozialismus auseinandersetzen, aber auch mit der Armut und Bedürftigkeit in der Bevölkerung. Das Sensationstheater passt von daher gut in die Zeit. Weitere Themen des Romans sind der 1. Weltkrieg, die Ostgebiete und die Migration aus diesen Gebieten sowie das Judentum.

Für mich wieder ein exzellent recherchierter Roman aus der Feder von Susanne Goga, wie gut, dass der nächste Fall schon bereit liegt.

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Veröffentlicht am 11.05.2025

Eigenbrötlerischer Ermittler in einem Waldkrimi

Jenseits der Baumgrenze
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Ein ruhiger Krimi mit “Waldfeeling”, der mit seinen Charakteren und seinen lustigen Momenten zu überzeugen weiß. Förster Arie Daamen glaubt seinen Augen kaum, als er eine menschliche Hand zwischen Holzstämmen ...

Ein ruhiger Krimi mit “Waldfeeling”, der mit seinen Charakteren und seinen lustigen Momenten zu überzeugen weiß. Förster Arie Daamen glaubt seinen Augen kaum, als er eine menschliche Hand zwischen Holzstämmen entdeckt. Eigentlich hoffte der etwas eigenbrötlerische Arie auf seinem Rundgang mit seinem Hund Vitali auf ein wenig Ruhe. Mit dieser ist es nach dem Fund definitiv vorbei. Die Leiche sorgt für Aufruhr in der so beschaulichen Gemeinde Moosach und Arie ist mittendrin.

Auf den ersten Blick wirkt Arie etwas unnahbar, doch das ändert sich im Laufe der Geschichte. Er hat den Wunsch nach freundschaftlichem oder familiärem Flair, aber gleichzeitig genießt er auch die Ruhe und das Zusammenleben mit seinen Hunden Vitali und Hermine. Als sehr interessanten Nebencharakter hat mir Tina Stadler von der Schreinerei Stadler gefallen. Sie versucht Arie immer wieder aus seiner Komfortzone herauszulocken. Arie kann dem nur schwer widerstehen, wobei das wesentliche Interesse an einer intensiveren Beziehung der beiden bisher immer von Tine kommt. Überhaupt wirkt Arie nicht wie der typische Frauenheld und doch schafft er es mit nur wenigen Gesten und Worten die Damen zu beeindrucken.

Die Handlung der Geschichte ist insgesamt als eher ruhig temperiert zu beschreiben, ohne dass diese zu irgendeinem Zeitpunkt langweilig wird. Die vielen humoristischen Aspekte des Tiroler Landlebens, als auch die persönlichen Konflikte von Arie mit der Chefinspektorin Salzhaller sorgen für stetige Unterhaltung.

Der Schreibstil der Autorin ist gut lesbar und ich konnte mich sehr gut in diese von Wald und ländlich beschriebene Umgebung hineinfinden. Ein wenig mehr Ermittlungen hätte ich mir vielleicht noch gewünscht, aber dies schmälert nicht die zahlreichen “Fallstricke” der Autorin mit dessen Auflösung ich überrascht wurde. Ich hatte mich auf eine andere Person als Täter oder Täterin eingeschossen.

Ein rundum gut erzählter Krimi mit einem persönlichen Hauptcharakter. Ich würde gerne noch einmal einen Fall von Arie lesen und als Dackelfan habe ich Hermine jetzt schon in mein Herz geschlossen!

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Veröffentlicht am 27.04.2025

Der Cancan im Schatten von Kunst und Liebe

Montmartre - Licht und Schatten
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Ein Roman der sich mit der Kunst in einem besonderen Viertel von Paris beschäftigt. Zwei Frauen deren Lebensverhältnisse unterschiedlicher nicht sein könnten werden am selben Tag geboren und wissen in ...

Ein Roman der sich mit der Kunst in einem besonderen Viertel von Paris beschäftigt. Zwei Frauen deren Lebensverhältnisse unterschiedlicher nicht sein könnten werden am selben Tag geboren und wissen in ihrer Kindheit noch nicht, inwieweit sich ihre Wege kreuzen werden. Die Geschichte wird abwechselnd erzählt und somit lernen die Lesenden sowohl Elise Lambert als auch Valérie Dumas näher kennen. Elise entdeckt das Tanzen für sich, während Valérie die Malerei liebt. Das Leben in Montmartre ändert sich mit der Zeit und beide Frauen werden mit der harten Realität konfrontiert. Werden sie es schaffen ihre Träume zu verwirklichen. Beide Hauptcharaktere sind sehr starke Persönlichkeiten. Elise treibt neben ihren Träumen vom Tanz die Sorgen um ihre Familie mit sich herum. Valérie kämpft gegen eine sehr konservative Mutter an und auch gegen die Standesdenke der damaligen Zeit. Denn dass Frauen zeichnen möchten, war damals unter dem Gesellschaftsdenken undenkbar. Sehr vielfältig sind die zahlreichen Nebencharaktere dieser Handlung. Am einprägsamsten waren dabei Louise Weber, die Freundin von Elise und Startänzerin des Cancans, sowie der Kunstmaler Henri de Toulouse-Lautrec hier nur Henri genannt. Gerade Henri war für mich besonders, da er die stärkste männliche Figur für mich in dieser Geschichte war. Er ist auf der einen Seite ein sehr tragischer Charakter, auch wenn er in seinem Verhalten neben Licht leider auch manchmal Schatten wirft. Ich mochte ihn in vielen Punkten manchmal schockierte mich aber auch sein verhalten.

Die vielen historischen Persönlichkeiten wie z. B. Vincent van Gogh, Paul Gaugin etc. sorgen zusätzlich für viel Abwechslung in der Handlung. Der Schreibstil der Autorin ist sehr einprägsam und sehr gut lesbar. Die Handlung weist Zeitsprünge auf, denen man aber sehr gut Folge leisten kann. Mir persönlich hat der dritte, vierte und fünfte Teil etwas besser gefallen als die ersten beiden Teile. Dies kann aber auch daran liegen, dass mir die beschreibenden Ereignisse um die Kunstmaler-Szenerie näher war als die Ereignisse der Tanzkultur, welche schwerpunktmäßig in den ersten beiden Teilen vorkommt.

Was eine absolute Stärke des Buches ist, sind die hautnahen Beschreibungen des “Flairs von Montmartre”. Man taucht als lesende Person tief in das Künstlerleben ein und ich konnte mir die Handlung und das Setting so bildlich vorstellen. Die tragischen Schicksale und die positiven Wendungen sorgen für ein gutes Gesamtbild beim Lesen. Ich bin angetan von dem ersten Teil und freue mich schon auf den zweiten Band. Ich bin gespannt, inwieweit die beiden Frauen die anstehenden Probleme meistern werden, weil leicht wird es für beide nicht werden, dies verrät das teilweise überraschende Ende.

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