Der Cancan im Schatten von Kunst und Liebe
Montmartre - Licht und SchattenEin Roman der sich mit der Kunst in einem besonderen Viertel von Paris beschäftigt. Zwei Frauen deren Lebensverhältnisse unterschiedlicher nicht sein könnten werden am selben Tag geboren und wissen in ...
Ein Roman der sich mit der Kunst in einem besonderen Viertel von Paris beschäftigt. Zwei Frauen deren Lebensverhältnisse unterschiedlicher nicht sein könnten werden am selben Tag geboren und wissen in ihrer Kindheit noch nicht, inwieweit sich ihre Wege kreuzen werden. Die Geschichte wird abwechselnd erzählt und somit lernen die Lesenden sowohl Elise Lambert als auch Valérie Dumas näher kennen. Elise entdeckt das Tanzen für sich, während Valérie die Malerei liebt. Das Leben in Montmartre ändert sich mit der Zeit und beide Frauen werden mit der harten Realität konfrontiert. Werden sie es schaffen ihre Träume zu verwirklichen. Beide Hauptcharaktere sind sehr starke Persönlichkeiten. Elise treibt neben ihren Träumen vom Tanz die Sorgen um ihre Familie mit sich herum. Valérie kämpft gegen eine sehr konservative Mutter an und auch gegen die Standesdenke der damaligen Zeit. Denn dass Frauen zeichnen möchten, war damals unter dem Gesellschaftsdenken undenkbar. Sehr vielfältig sind die zahlreichen Nebencharaktere dieser Handlung. Am einprägsamsten waren dabei Louise Weber, die Freundin von Elise und Startänzerin des Cancans, sowie der Kunstmaler Henri de Toulouse-Lautrec hier nur Henri genannt. Gerade Henri war für mich besonders, da er die stärkste männliche Figur für mich in dieser Geschichte war. Er ist auf der einen Seite ein sehr tragischer Charakter, auch wenn er in seinem Verhalten neben Licht leider auch manchmal Schatten wirft. Ich mochte ihn in vielen Punkten manchmal schockierte mich aber auch sein verhalten.
Die vielen historischen Persönlichkeiten wie z. B. Vincent van Gogh, Paul Gaugin etc. sorgen zusätzlich für viel Abwechslung in der Handlung. Der Schreibstil der Autorin ist sehr einprägsam und sehr gut lesbar. Die Handlung weist Zeitsprünge auf, denen man aber sehr gut Folge leisten kann. Mir persönlich hat der dritte, vierte und fünfte Teil etwas besser gefallen als die ersten beiden Teile. Dies kann aber auch daran liegen, dass mir die beschreibenden Ereignisse um die Kunstmaler-Szenerie näher war als die Ereignisse der Tanzkultur, welche schwerpunktmäßig in den ersten beiden Teilen vorkommt.
Was eine absolute Stärke des Buches ist, sind die hautnahen Beschreibungen des “Flairs von Montmartre”. Man taucht als lesende Person tief in das Künstlerleben ein und ich konnte mir die Handlung und das Setting so bildlich vorstellen. Die tragischen Schicksale und die positiven Wendungen sorgen für ein gutes Gesamtbild beim Lesen. Ich bin angetan von dem ersten Teil und freue mich schon auf den zweiten Band. Ich bin gespannt, inwieweit die beiden Frauen die anstehenden Probleme meistern werden, weil leicht wird es für beide nicht werden, dies verrät das teilweise überraschende Ende.