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Veröffentlicht am 26.06.2025

Wer ist der Große Calafati?

Der Totengräber und die Pratermorde (Die Totengräber-Serie 4)
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Mit “Der Totengräber und die Pratermorde” hat der Spiegel Bestseller- Autor Oliver Pötzsch den vierten Band seiner Totengräberserie um Inspektor Leopold von Herzfeldt aus dem Wiener Sicherheitsbüro und ...

Mit “Der Totengräber und die Pratermorde” hat der Spiegel Bestseller- Autor Oliver Pötzsch den vierten Band seiner Totengräberserie um Inspektor Leopold von Herzfeldt aus dem Wiener Sicherheitsbüro und den Totengräber Augustin Rothmayer vorgelegt.

Schauplatz ist diesmal Wien im Jahr 1896. Zwei Zauberer gastieren in der Stadt, der Amerikaner Banton, der im Ronacher Theater auftritt und der Grosse Bellini, der seine Kunst im Wiener Prater zeigt. Banton hat modernere Tricks, doch bei seinem spektakulärsten geht alles schief, die Jungfrau wird wirklich zersägt. Als kurz darauf sein Assistent stirbt, hat Inspektor Herzfeldt zwei Morde aufzuklären. Dabei kommt ihm immer wieder seine große und unglückliche Liebe Julia Wolf in die Quere, Journalistin beim Neuen Wiener Journal. Als Julia im Prater recherchiert, wird ihr das Gerücht zugetragen, dass immer wieder Mädchen verschwinden. Tatsächlich werden weitere Frauenleichen gefunden, es ist klar: Irgend jemand, hinter vorgehaltener Hand genannt der Große Calafati, zieht hier im Hintergrund die Fäden. Hängen die vielen Mordfälle zusammen?

Im Wien der Jahrhundertwende wird die Kriminalistik gerade zur faktenbasierten Wissenschaft, die Wiener Medizinische Schule ist weltberühmt. Leopold von Herzfeldt schwört auf die Tatortanalyse und die Daktyloskopie, der am Wiener Zentralfriedhof beschäftigte Totengräber Augustin Rothmayer experimentiert mit Fliegen und Maden, um die Liegezeit von Leichen bestimmen zu können. Dabei arbeitet er mit Professor Hofmann vom gerichtsmedizinischen Institut zusammen und schreibt mit Herzfeldt an einem Buch. Doch die seltsam verkleideten Frauenleichen geben weiterhin Rätsel auf.

Mit “Der Totengräber und die Pratermorde” zeichnet Oliver Pötzsch ein genaues Bild des historischen Wien, wobei der Wiener Prater die Hauptrolle spielt. Er ist ein Kosmos für sich und die Budenbesitzer stehen der Polizei skeptisch gegenüber. Sie machen Streitigkeiten lieber untereinander aus. Dementsprechend schwierig gestalten sich die Ermittlungen, erst als Julia unter falschem Namen eine Stellung in einem Zirkus annimmt, kommt sie an mehr Informationen. Doch weiß sie nicht schon zuviel und ist ihr Leben noch sicher?
Neben der spannenden Kriminalhandlung beschreibt der Autor sehr gut die sozialen Hintergründe und Entwicklungen der damaligen Zeit. Wien ist im Umbruch, neue technische Errungenschaften halten Einzug. Teile Wiens sind bereits elektrifiziert, bewegte Bilder auf der Leinwand faszinieren und ängstigen die Menschen gleichermaßen. Wenige Autos fahren, viele Menschen sind überzeugt, dass sich diese neumodischen Erfindungen nicht lange halten werden. Eine neue Sportart, das Fußballspiel, wird immer beliebter.

Julia, eine Frau, die ihre Unabhängigkeit und ihren Beruf schätzt, lebt mit ihrer gehörlosen Tochter Sisi in einem Untermietzimmer, Armut und Reichtum existieren nebeneinander. Inspektor Herzfeldt, der jüdische Wurzeln hat, wird mit Vorurteilen, Beleidigungen und Hass wegen seiner Religion konfrontiert, auch seitens seiner Kollegen. Antisemitismus ist allgegenwärtig. Augustin Rothmayer ist ein menschenscheuer Typ, der wissenschaftliche Erkenntnisse über die Leichen, mit denen er täglich zu tun hat, gewinnen will. Liebevoll kümmert er sich um seine Pflegetochter Anna, die bei ihm eine Lehre macht. Doch Anna ist dem Fußballspiel verfallen und Rothmayer nicht sehr geübt im Umgang mit jungen Mädchen. Auch alle weiteren Charaktere sind zeittypisch und authentisch dargestellt und ermöglichen den Einblick in eine Welt hinter dem Praterrummel.

Die Sprache des Buches, das flott und spannend zu lesen ist, ist oft sehr Wienerisch, wer Wiener Schimpfworte noch nicht kennt, wird sein Repertoire hier wirklich bereichern können, auch wenn manche Bezeichnungen heute nicht mehr geläufig sind. Zur besseren Verständlichkeit gibt es ein Glossar und ein Personenverzeichnis, das den Überblick erleichtert. Das Milieu und die historischen, baulichen und architektonischen Gegebenheiten sind lebendig und exakt geschildert. Um die Vorstellungskraft zu unterstützen, bietet das Buch auf der Rückseite des vorderen Buchumschlages eine Karte der historischen Wiener Innenstadt und des Praters. So ist “Der Totengräber und die Pratermorde” ein gelungener historischer Kriminalroman, der echtes Wiener Flair um die Jahrhundertwende bietet. Und der Große Calafati? Es ist eigentlich eine überlebensgroße Figur in der Mitte des Praters, die einen Chinesen darstellt und vor der sich die Kinder auch heute noch fürchten.

Mein Fazit:
Oliver Pötzsch hat einen lebendigen, gut lesbaren und sehr spannenden Kriminalroman geschrieben, der Wien um die Jahrhundertwende hervorragend beschreibt und es den Lesenden leicht macht, in die damalige Atmosphäre und Kultur einzutauchen. Das Verschwinden junger Mädchen war keineswegs ungewöhnlich, sehr gut gefallen hat mir, dass die eigentlichen Verbrechen nicht sensationslüstern dargestellt werden, man aber das Grauen der Situation deutlich spüren kann. Diesen actionreichen historischen Kriminalroman empfehle ich sehr gerne weiter und bewerte ihn mit verdienten fünf Sternen.

Noch ein Tipp für alle, die sich für Kriminalgeschichte interessieren: Das Kriminalmuseum im zweiten Wiener Gemeindebezirk kann ich wirklich empfehlen.

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Veröffentlicht am 06.06.2025

Hartes Leben- raue See: Ein mitreißender historischer Roman

Der Ruf des Horizonts
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Mit “Der Ruf des Horizonts” hat die Bestseller-Autorin Jaane Jansen den zweiten Band ihrer Ostfriesland Saga vorgelegt. Auf dem Cover ist Sventje abgebildet, der Hauptcharakter des Romans, die sich heimlich ...

Mit “Der Ruf des Horizonts” hat die Bestseller-Autorin Jaane Jansen den zweiten Band ihrer Ostfriesland Saga vorgelegt. Auf dem Cover ist Sventje abgebildet, der Hauptcharakter des Romans, die sich heimlich überlegt, ob ihr Leben vielleicht in anderen Bahnen und in der Ferne verlaufen könnte.

Die Geschichte beginnt in Borkum im Jahr 1780. Sventje, Mutter von vier Kindern und mit Lian, einem Walfänger, verheiratet, ist glücklich. Ihr Mann, der sonst für Jahre zur See gefahren ist, ist zu Hause, sie kann den Unterhalt der Familie als Seifensiederin bestreiten. Nur Tammo, ihr ältester Sohn, kann seine Beine nicht bewegen, ohne dass eine Ursache bekannt wäre. Trotzdem, Sventje ahnt, dass das Glück nicht ewig dauern wird. Tatsächlich nützt der Bader des Dorfes den Aberglauben der Menschen aus, denn er bezeichnet es als Teufelszeug, sich zu waschen. Was Sventje am Anfang nicht ernst nimmt, soll ihr fast zum Verhängnis werden.

Im Rückblick auf das Jahr 1749 wird der Grund offenbar, wieso Sventje, das ehemalige Findelkind, und Lian so innig verbunden sind. Lian hat als Kind Sventje gefunden, aufgezogen wurde sie von Schwester Johanna, einer Nonne. Doch in Sventjes Kindheit gab es noch einen Freund, Valentin von Halversberg, der seit Langem Sventje heimlich und hoffnungslos liebt. Auch hat er ihr und ihrer Familie schon oft geholfen, ohne dass Sventje davon wusste. Durch Schwester Johanna kommt ein lange gehütetes Familiengeheimnis ans Licht, Lian und der Gutsherr haben eine besondere Verbindung. Und Valentin wird alles tun, um Sventje weiter zu helfen.

Tatsächlich kommt das Unglück, wie es Sventje geahnt hat. Sie wird von den Dörflern verfolgt, Lian ist auf See und gerät im Laufe des inzwischen ausgebrochenen Krieges zwischen England und Holland in Kriegsgefangenschaft. Wieder gelingt es Valentin mit einer List, Lian zu befreien und Sventje und ihrer Familie Unterschlupf auf seinem Gut zu gewähren. Doch ruft in der Ferne nicht schon der Horizont?

Besonders hervorheben muss man, dass Jaane Jansen ihren Charakteren wirklich Tiefe gibt. Die Schicksale der einzelnen Figuren sind nicht nur in historische Zusammenhänge gebettet, sondern auch die Persönlichkeiten und Charakterzüge hervorragend ausgearbeitet. So ist es leicht, in die Lebenswelt der damaligen Zeit einzutauchen und sich den Menschen verbunden zu fühlen. Alle genannten Protagonisten bestechen durch Stärke und Menschlichkeit, ohne jedoch ihrem Schicksal, das viele Prüfungen bereit hält, entrinnen zu können. Sventje tut alles für ihre Familie, unterstützt wird sie dabei von ihrer Freundin Fenna, einer Hebamme. Trotzdem ist die Zeit nicht reif für neue Ideen. Lian ist ein liebender Ehemann, der in seinen Logbüchern jeden Tag einen Brief an Sventje schreibt und ihr von seinen Gedanken und Gefühlen berichtet. Valentin von Halversberg hat sich beinahe damit abgefunden, sein Leben allein und kinderlos zu verbringen, denn seine Liebe zu Sventje kann unmöglich erfüllt werden.

Mit “Der Ruf des Horizonts” hat Jaane Jansen einen beeindruckenden historischen Roman vorgelegt. Sie ist eine großartige Erzählerin, die ihre Geschichten rund um akribisch recherchierte historische Fakten baut. Das Buch ist angenehm zu lesen und schildert das Geschehen so eindrücklich, dass Kopfkino beim Lesen entsteht. Auch ohne Band eins der Ostfriesland Saga zu kennen, kann man das Buch gut lesen und kommt problemlos in die Geschichte hinein. Eine große Hilfe ist das Personenverzeichnis, das dem eigentlichen Text vorangesetzt ist. Wer jedoch die früheren Zusammenhänge und Schicksale der Protagonisten kennen lernen will, dem sei Band eins wärmstens ans Herz gelegt. Im Nachwort zu Band zwei legt die Autorin die geschichtlichen Zusammenhänge offen, mein Tipp wäre, dieses noch vor dem eigentlichen Text zu lesen. “Der Ruf des Horizonts” ist nach meiner Meinung einer der besten Romane, die das ausgehende achtzehnte Jahrhundert zum Thema haben. Daher eine absolute Leseempfehlung von mir und verdiente fünf Sterne.

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Veröffentlicht am 05.06.2025

Neues über ein schwieriges Thema

Histaminintoleranz aus einem völlig neuen Blickwinkel
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“Histaminunverträglichkeit unter einem völlig neuen Blickwinkel” von Dirk Schweigler ist ein gelungenes Kompendium dieser so vielfältigen und auch oft verkannten Abbaustörung.

Der Autor, selbst ein ehemalig ...

“Histaminunverträglichkeit unter einem völlig neuen Blickwinkel” von Dirk Schweigler ist ein gelungenes Kompendium dieser so vielfältigen und auch oft verkannten Abbaustörung.

Der Autor, selbst ein ehemalig Betroffener, legt klar, dass man zuerst nach den Ursachen der Krankheit suchen sollte, denn auch heute noch ist es so, dass manche Ärzte zwar den Begriff schon gehört haben, aber oftmals nicht wissen, welche Auswirkungen und Konsequenzen beispielsweise die Verordnung bestimmter Medikamente, Röntgenkontrastmittel und Narkotika hat. Daher gibt es am Ende des Buches auch eine Liste, welche Medikamente Histaminliberatoren sind - sie sitzen also Histamin frei- oder den Gegenspieler des Histamin, die DAO hemmen.

Der Autor geht genau darauf ein, welche Ursachen diese Störung haben könnte, welche Mineralien und Spurenelemente eventuell fehlen, mit welchen Tests man herausfinden kann, woraus die Störung resultiert und weist besonders auf die Bedeutung der Darmgesundheit in diesem Zusammenhang hin. Für die Lesenden ist besonders wichtig, dass tabellarisch zusammengefasst ist, welche Lebensmittel Histamin enthalten, so dass man darauf besser verzichten sollte und worauf es bei den einzelnen Tests ankommt, um dieser Störung auf den Grund zu gehen. Doch es gibt nicht nur Ernährungstipps- wobei ich anfügen möchte, hier macht die Dosis das Gift- sondern auch der Einfluss von Hormonen oder die Belastung mit Schwermetallen wird erklärt. Und natürlich der Lebensstil- auch Stress kann, meistens unter Anderem, eine Ursache sein.

Insgesamt ist das Buch gut und verständlich geschrieben, bietet Nichtbetroffenen einen ausführlichen Überblick über das Beschwerdebild- das mag dazu beitragen, Betroffene besser zu verstehen- und selbst wer sich schon lange mit dem Thema beschäftigt hat, findet neue und vor allem wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse. Daher ist das Buch ein guter Ratgeber und eine kompakte, aber doch ausführliche Zusammenfassung, die ich gerne weiterempfehle.

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Veröffentlicht am 03.06.2025

Genial witzig und manchmal traurig: Ein Roadtrip der Gefühle

Maybe this is how it starts
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Mit “Maybe this is how it starts” hat die bekannte Autorin Sarah Adler eine Romcom geschrieben, in der man nicht nur einen Roadtrip durch die USA, sondern auch durch viele Gefühlsfacetten erlebt.

Diese ...

Mit “Maybe this is how it starts” hat die bekannte Autorin Sarah Adler eine Romcom geschrieben, in der man nicht nur einen Roadtrip durch die USA, sondern auch durch viele Gefühlsfacetten erlebt.

Diese auf zwei Zeitebenen erzählte Geschichte behandelt eigentlich ein ernstes Thema, das aber durch die komischen Seiten dieser Reise in den Hintergrund tritt. Millie, einst ein Kinderstar und auch heute noch bekannt, will von Washington DC nach Miami fliegen. In ihrem Rucksack: Drei Löffelchen Asche ihrer Freundin Rose, die im Alter von achtundneunzig Jahren verstorben ist und die erst kurz vor ihrem Tod von ihrer großen Liebe Elsie erzählt hat. Das ist achtzig Jahre her, aber Millie will Elsie finden und sie mit Rose vereinen- Liebe, die den Tod überdauert. Denn daran glaubt die Romantikerin Millie ganz fest, auch wenn sie in ihrer früheren Beziehung mit Josh ausgenutzt wurde. Als Millies Flug gestrichen wird, steigt sie zu Hollis ins Auto, einem zynischen und verschlossenen Schriftsteller, der seine Schreibblockade mit einer Woche Sex in Miami beenden möchte. Nun folgt ein von Pannen begleiteter Roadtrip quer durch die USA, wobei Millie erkennt, dass Hollis versucht, die Fassade des unbeteiligten Egoisten aufrecht zu erhalten, aber beginnt, Gefühle in Millie zu investieren. Obwohl er Millie bei ihrem Vorhaben unterstützt, Rose und Elsie zu vereinen, hält er Beziehungen und die ewige Liebe für ein Gerücht, würde er sich nicht immer mehr zu Millie hingezogen fühlen.

Sarah Adler lässt Millie in der Gegenwart und der Ich-Form ihre Geschichte erzählen. Sie ist eine junge Frau, die fast naiv immer das Beste von den Menschen annimmt, fest an die ewige Liebe glaubt und es daher als ihre Mission betrachtet, Rose und Elsie, die sich während des Krieges innig geliebt haben, zusammen zu bringen. Während der Fahrt beginnt sie, Gefühle für Hollis zu entwickeln, ist sich aber unklar, welche das sind. Ist “mögen” denn auch “lieben”? Und was ist dann Freundschaft? Trotzdem kommen sich Millie und Hollis sehr nah, einige Szenen im Buch sind very spicy. Für junge Leser und Leserinnen werden aber auch die Regeln für Sex klar definiert: Es ist immer in Ordnung “nein” zu sagen. Das Buch ist für Lesende ab sechzehn Jahren empfohlen.

Hollis ist der anfangs abweisende und oberflächlich wirkende Typ, der sich aber während der Reise als freundlicher Helfer herausstellt und Millie in ihrem Anliegen nach Kräften unterstützt. So entsteht erst langsam das Bild eines einfühlsamen Mannes, der sich lange Zeit weigert, zu seinen Gefühlen zu stehen.

“Maybe this is how it starts” ist ein manchmal schräger, manchmal tiefsinniger Liebesroman, der humorvoll erzählt, wie sich die Protagonisten Millie und Hollis im Lauf der Reise verändern. Neben spritzigen und witzigen Dialogen steht natürlich die Frage im Vordergrund: “Gibt es die ewige Liebe, die den Tod überdauert?” Die Story bietet gelungene Unterhaltung und ist durchaus spannend, denn man möchte es Millie gönnen, dass ihr Roadtrip, um Elsie zu finden, nicht vergebens war. Und da Millie und Hollis ausgeprägte Charaktere sind, finden sich neben mancher skurrilen Szene immer wieder berührende Gedanken und tiefe Gefühle.

Das Buch ist angenehm und leicht zu lesen, der Schreibstil flüssig und abwechslungsreich. Gute Unterhaltung bieten die erfrischend frechen Dialoge. Manchmal spricht Millie die Lesenden direkt an, das macht es leicht, in das Geschehen einzutauchen und die Gefühle und Handlungen der Protagonisten nachzuvollziehen. Damit hat Sarah Adler einen sehr gelungenen und unterhaltsamen Roman geschrieben, den ich gerne weiterempfehle und der fünf Sterne wirklich verdient hat.

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Veröffentlicht am 01.06.2025

Spicy words and burning hearts

Literally Love 3. Paperweight Hearts
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“Hass oder Liebe, oder geht beides”?
Diese Frage werden sich die Lesenden von “Paperweigt Hearts”, dem dritten Band der Literally Love Trilogie stellen. Die Autorin Tarah Keys hat mit ihrer New-Adult Romance ...

“Hass oder Liebe, oder geht beides”?
Diese Frage werden sich die Lesenden von “Paperweigt Hearts”, dem dritten Band der Literally Love Trilogie stellen. Die Autorin Tarah Keys hat mit ihrer New-Adult Romance wieder ein tolles Buch vorgelegt, das nicht nur Witz und hintergründige Dialoge bietet, sondern immer auch über den schmalen Grat zwischen Wahrheit und Lüge, Zuneigung und Rivalität balanciert.

Schon das Cover und der farbig illustrierte Buchschnitt machen das Buch zu einem Eyecatcher. Das ist besonders gelungen, da die Verlagsbranche, aber auch die Arbeit von Literaturagenturen immer wieder Thema sind und Tarah Keys der Kunstgriff gelungen ist, ein Buch im Buch zu schreiben. Die Geschichte hat es in sich: Chelsea, Programmdirektorin beim Verlag Plots&Pieces ist eine toughe Geschäftsfrau, Nolan Rowes ein erfolgreicher Literaturagent. Ihre gegenseitige Abneigung sitzt tief, Chelsea hat Nolan den Job weggeschnappt. Und obwohl die Beiden dauernd streiten, können sie einander im Literaturbetrieb nicht aus dem Weg gehen. Um dieses zwiespältige Verhältnis auf die Spitze zu treiben, schließen sie eine Wette ab: Kann Fake Dating zu echten Gefühlen führen? Verloren hat, wer sich zuerst in den Anderen verliebt. Wer wird hier in Verlangen entbrennen, so heftig, dass er oder sie die Wette verloren gibt? Die Nominierung für den selben Literaturpreis stachelt ihre Rivalität zusätzlich an.

In Paperweight Hearts hat die Autorin Tarah Keys zwei beeindruckende Hauptcharaktere geschaffen, die einander anfänglich in Zynismus und Schlagfertigkeit in nichts nachstehen. Doch mit der Zeit- ohne dass Nolan und Chelsea es wahrhaben oder einander zugestehen wollen- tritt echtes Begehren in ihre Beziehung. Einige spicy Szenen lassen erahnen, wie schwer es ist, Begehren zu verleugnen und sich doch so stark zum Anderen hingezogen zu fühlen. Doch immer, wenn man glaubt, dass echte Romance im Spiel ist, versuchen Chelsea und Nolan, Distanz zu schaffen. Denn keiner will die Wette verlieren.

Dieser mit Witz und Charme geschriebene Roman bietet durch kurze Kapitel wirkliches Lesevergnügen. Besonders gelungen sind die humorvollen Kapitelüberschriften, die darauf Bezug nehmen, dass sie aus dem Kapitelplan zu Paperweight Hearts von Tarah Keys entstammen. Auch in anderen Szenen wird die Verlagsbranche mit Augenzwinkern dargestellt, aber junge Leser*innen ab 16 Jahren werden über diese zusätzlichen Einblicke in den Literaturbetrieb sicher begeistert sein. Diese Workplace-Romance bietet einfach von Allem etwas: Ein erfrischend freches, ungewöhnliches Setting, witzige und hitzige Wortgefechte und natürlich sympathische Protagonisten, über deren Beziehungsverhalten sich Reflexion sicher lohnt. Denn auch in den einzelnen Kapiteln erzählen die Figuren aus der Ich-Perspektive, wie sich ihr Konkurrenzkampf, aber auch ihre Gefühle füreinander entwickeln. Hier lebt man richtig mit, denn dieser flüssige Schreibstil lässt echtes Kopfkino entstehen.

So bietet “Paperweight Hearts” kurzweilige Unterhaltung, aber auch Romantik, Spannung und Humor. Ein Buch, das man wirklich lesen sollte, das ich daher gerne weiterempfehle und das fünf Sterne wirklich verdient.

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