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Veröffentlicht am 14.07.2025

Fein beobachtet

Ja, nein, vielleicht
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Ich mag die lebensklugen Bücher von Doris Knecht. Auch in „Ja, nein, vielleicht“ , bringt die Autorin ihre Gedanken bezüglich Vergänglichkeit und Selbstbestimmung auf den Punkt. Ihre reife Protagonist ...

Ich mag die lebensklugen Bücher von Doris Knecht. Auch in „Ja, nein, vielleicht“ , bringt die Autorin ihre Gedanken bezüglich Vergänglichkeit und Selbstbestimmung auf den Punkt. Ihre reife Protagonist (ü50) hat endlich die eigene Freiheit zurück, nachdem die Kinder ausgezogen sind. Sie ist geschieden und kann selbstbestimmt ihren Alltag gestalten. Macht es da Sinn sich neu zu binden? Diese Frage stellt sie sich kurz, als sie einen alten Jugendfreund zufällig wiedertrifft, bei dem dann aber doch nicht alles Gold ist, was glänzt.

Ich konnte mich auf jeden Fall gut mit der Icherzählerin identifizieren. Es ist interessant, wie sich die Perspektive auf das Leben im Laufe der Jahre verschiebt. Das Buch von Doris Knecht regt zum Nachdenken an und ist zugleich sehr unterhaltsam. Sie schreibt mit einem feinen Humor und gibt ihrer Hauptperson eine gehörige Portion Selbstironie mit auf den Weg. Das gefällt mir sehr. Der Ausgang der Geschichte ließ mich zufrieden und optimistisch zurück, da die Protagonistin nach einer Ausnahmesituation eine gute Entscheidung für ihr Leben treffen konnte.

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Veröffentlicht am 28.06.2025

Bedrohliches Tierverhalten - Ein spannender Umweltthriller

Die Herde
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„Die Herde“ ist ein Umweltthriller, in dem es um ungewöhnliches Tierverhalten geht, dass für den Menschen zur Bedrohung wird.

Sofort hat man Filme wie „ Die Vögel“ von Alfred Hitchcock im Kopf, oder auch ...

„Die Herde“ ist ein Umweltthriller, in dem es um ungewöhnliches Tierverhalten geht, dass für den Menschen zur Bedrohung wird.

Sofort hat man Filme wie „ Die Vögel“ von Alfred Hitchcock im Kopf, oder auch „Der Schwarm“ von Frank Schätzing.

Und auch diesen Roman von Thilo Winter könnte ich mir sehr gut als Actionfilm vorstellen.

Der schwedische Zoologe Peter Danielsson ist eigentlich mit einer Mission für die Zwerggänse in China unterwegs. Er will unbedingt ein geplantes Staudammprojekt verhindern, um die selten gewordenen Tiere zu schützen.

Doch ein anderes Ereignis rückt in den Vordergrund. Eine Herde Elefanten hat ihr ursprüngliches Habitat verlassen und wandert unkontrolliert vom Südwesten China‘s in den Norden. Das zwangsläufige Eindringen in den Lebensraum des Menschen wird zur Gefahr, so dass der Gouverneur der Region Kunming beschließt die Herde abzuschießen, eine Großwildjagd, die Peter unbedingt verhindern will. An seiner Seite hat er die chinesische Ingenieurin Dayan Sui und deren Mutter Bao, eine Schamanin.

Weitere ungewöhnliche Tierwanderungen rund um den Globus lassen die Wissenschaft aufhorchen.

Peter‘s Vater, der Archäologe Abel, erforscht derweil in México die Ursache für die Aufgabe der heutigen Ruinenstadt Teotihuacán.

Irgendwann werden die Handlungsstränge zusammengeführt und es ergibt sich ein schlüssiges Gesamtbild.

Die kurzen Kapitel und die vielen Sprünge in die verschiedenen Handlungsorte ist gerade zu Beginn etwas anstrengend, da sich dem Leser die Zusammenhänge noch nicht erschließen. Zum Ende wird es aber immer spannender und auch das Nachwort verdient Beachtung. Hier klärt der Autor auf, welche wahren Begebenheiten ihn inspiriert haben und was er phantasievoll ergänzt hat.

Ich habe das Buch sehr gerne gelesen, bringen einen Romane, die wissenschaftlich untermauert sind doch immer auch zum Nachdenken. Die Charaktere waren gut ausgearbeitet. Besonders die Entwicklung der Ingenieurin hat mir gut gefallen. Der Roman liest sich dank des fesselnden Schreibstils des Autors schnell weg. Lediglich die Auflösung für das ungewöhnliche Tierverhalten fand ich ein bisschen unbefriedigend, vorstellbar ja, aber auch etwas unspektakulär.

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Veröffentlicht am 22.06.2025

Schönes Sommerbuch

Middletide – Was die Gezeiten verbergen
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Schon das Cover mit dem perfekten Sonnenuntergang zog mich magisch an. Die Geschichte, eine Kombination aus Liebesroman und Kriminalfall erinnert vage an „Der Gesang der Flusskrebse“ von Delia Owens.

Auch ...

Schon das Cover mit dem perfekten Sonnenuntergang zog mich magisch an. Die Geschichte, eine Kombination aus Liebesroman und Kriminalfall erinnert vage an „Der Gesang der Flusskrebse“ von Delia Owens.

Auch hier gibt es wunderbare Naturbeschreibungen. Das Setting in der Kleinstadt Point Orchards am pazifischen Puget Sound, in der Nachbarschaft zu Seattle gelegen, könnte schöner nicht sein.

Es geht um Elijah Leith und seine Jugendliebe Nakita Mills. Elijah kehrt als Gescheiterter in seine Heimatstadt zurück. Das Buch, dass er hat schreiben wollen, das sogar verlegt wurde, ist gefloppt, sein Traum ein Schriftsteller zu werden, geplatzt. In der Zwischenzeit ist sein Vater gestorben und hat ihm seine Waldhütte hinterlassen. Elias versucht sich eine neue Existenz aufzubauen und Nakita, die er immer noch liebt zurückzuerobern.

Die Leiche der ortsansässigen Ärztin wird ausgerechnet auf seinem Grundstück gefunden und macht ihn zum Hauptverdächtigen, denn das Drehbuch zu diesem Mord liefert die Handlung aus seinem Buch.

Die Geschichte ist flüssig und atmosphärisch geschrieben, und ich bin mehr oder weniger durch das Buch geflogen. Die Charaktere waren gut gezeichnet, und ich fühlte mich schnell mit ihnen verbunden. Bei den Nebencharakteren ist der väterliche Freund Chitto , der sich nach Elijah‘s Rückkehr um ihn kümmert, wie um einen Sohn, besonders zu erwähnen. Das Buch legt im letzten Drittel des Buches an Tempo und Spannung nochmal deutlich zu. Man wusste gar nicht mehr was man noch glauben sollte. Die Geschichte kratzt aber zugegebenermaßen oft auch an die Kitschgrenze.

Ich mochte es trotzdem. Für mich ist es ein tolles Sommer-Sonnen-Freibadbuch , dass auch gut in den Urlaubskoffer passt.

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Veröffentlicht am 02.06.2025

Herrlich verrückt

Only Margo
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Margo war jung und naiv, als sie sich im Studium von ihrem Professor hat schwängern lassen. Jetzt sitzt sie ganz klassisch mit ihrem Baby in der Patsche. Der Professor ist natürlich verheiratet und will ...

Margo war jung und naiv, als sie sich im Studium von ihrem Professor hat schwängern lassen. Jetzt sitzt sie ganz klassisch mit ihrem Baby in der Patsche. Der Professor ist natürlich verheiratet und will von dem Kind seiner Affaire nichts wissen. Der Kellnerinnenjob, der Margo die Miete bezahlt, funktioniert nicht für stillende Mamas und ihre Mum ist auch keine Hilfe, ist sie doch selbst eine Chaosqueen. Ihr Dad ist auch ein besonderes Kaliber. Er ist gewissermaßen berühmt und hat sich als Wrestler einen Namen gemacht. Er ist ein herzensguter Kerl mit ein paar größeren Schwächen.

Was also tun? Margo braucht einen Job, bei dem sie sich gleichzeitig um den kleinen Body kümmern kann, den sie aus vollem Herzen liebt. Fast schon aus purer Verzweiflung meldet sich Margo bei der Internetplatform Only Fans an.

Hier kann man erotische Inhalte einstellen, die die Nutzer bzw. Fans nur gegen großzügige „Spenden“ zu sehen bekommen. Und es funktioniert erstaunlich gut, so dass Geld plötzlich ihre kleinste Sorge ist.

Ich hatte großen Spaß mit den schrägen Charakteren dieser Geschichte und habe so manches Mal herzhaft gelacht. Nichts desto trotz ist die Geschichte keinesfalls flach und beinhaltet eine gehörige Portion Gesellschaftskritik. Ich kann besonders das Hörbuch empfehlen, dass wunderbar eingesprochen wurde von Chantal Busse.

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Veröffentlicht am 15.05.2025

Eindrucksvoll

Die Tage des Wals
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In dem Buch begleiten wir die 18 jährige Manod, die auf einer namenlosen, fiktiven ,walisischen Insel lebt. Ihre Mutter lebt nicht mehr. Der Vater ist ein einfacher Fischer, der viel unterwegs ist, was ...

In dem Buch begleiten wir die 18 jährige Manod, die auf einer namenlosen, fiktiven ,walisischen Insel lebt. Ihre Mutter lebt nicht mehr. Der Vater ist ein einfacher Fischer, der viel unterwegs ist, was dazu führt, dass Manod auch ein Mutterersatz für ihre jüngere Schwester ist. Eines Tages wird die Insel von einem Forscherpaar besucht. Sie möchten sich für ihre wissenschaftlichen Studien ein Bild von den Sitten und Gebräuchen der Insulaner machen, ihr Leben und Arbeiten portraitieren. Manod wird als Assistentin für Übersetzungen aus dem Walisischen eingestellt und freut sich, über die Anerkennung, die ihr zuteil wird und das Interesse, dass die Inselbewohner bei den Wissenschaftlern erwecken. Doch am wirklichen Inselleben sind die beiden Ethnologen gar nicht interessiert. Es soll sich nur alles schön anhören für ihre Publikation. Die Bilder und Berichte sind geschönt und entsprechen nicht der Wirklichkeit.

Was so verheißungsvoll begann, Manod sah sich schon in eine neue Welt aufbrechen, endet mit Ernüchterung.

Dieser kurze Roman ist beeindruckend, auch wenn ich mit Sprache und Form zunächst etwas gefremdelt habe. Die Kapitel sind superkurz, die Sprache präzise und schnörkelos. Ich mochte die bildhaften Naturbeschreibungen , die das karge Leben auf der Insel im Wechsel der Jahreszeiten gut vorstellbar machten. Es blitzt immer mal wieder durch in welcher Zeit wir uns befinden. Der 2. Weltkrieg steht vor der Tür. Der titelgebende Wal, der vor der Insel gestrandet ist, ist eine Metapher für die Inselbewohner selbst,( ausgebeutet und liegengelassen), wie man am Ende begreift.

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