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Veröffentlicht am 27.12.2025

Animalischer Spice

Rabid
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Hallo ihr Lieben

Hallo ihr Lieben<3
Team Werwolf oder Vampir? Ich bin Team Vampir, aber vielleicht habe ich den Werwölfen bisher auch noch nicht richtig eine Chance gegeben. Oder bin leicht beeinflusst worden, denn wie oft spielen Werwölfe nur die Nebenrollen? Oft, wenn ihr mich fragt.
Zeit also, ein Buch zu lesen, dass sich nur mit Wölfen beschäftigt. Wenn auch mit Gestaltswandler:innen, keinen Werwölfen. Oder noch präziser: Totem-Geistwandler:innen.

Zur Info: Dies ist ein Einzelband.

Schreibstil:
Hier haben sich zwei Autor:innen zusammengetan. Das merkt man am Schreibstil aber nicht. Der ist schön fließend und beschreibend, gleichzeitig lebendig und fesselnd. Gerade die Passagen, in denen Seneca eins mit ihrer Wölfin sind, fand ich super geschrieben. Die Gefühle kamen gut rüber, ebenso wie das Animalische, das natürlich in erster Linie den Wölfen, aber auch den Figuren inneliegt.

Die Geschichte: Selbstfindung, Rudelkriege und tief vergrabende Missstände

Erzählt wird einzig aus der Perspektive von Seneca, die am Anfang des Buches um ihre Mutter trauert, die gleichzeitig ihr einziger Schutz in ihrem Rudel war. Jetzt steht sie vor der Herausforderung, sich selbst zu beschützen und ihren Wolf in Empfang zu nehmen. So passiert es, wenn die Totem-Geistwandler:innen ihren Wolfsgeist in sich aufnehmen und sich dann in ihn verwandeln können. Wichtig bei alldem: Der Geist des Wolfes und der Geist des Menschens exisiteren parallel. Sie können miteinander kommunizieren, der Mensch ist aber nicht Wolf.
Das fand ich schonmal ganz spannend, weil es sich von dem unterscheidet, was ich kenne und weil es das Animalische, das Unberechenbare und (Achtung wichtig) Unbezähmbare sehr deutlich macht.

Seneca – möchte über sich selbst bestimmen, ist ungezähmt & hat ein Trauma

Anfangs hatte ich aufgrund ihrer distanzierten Art ein paar Probleme mit Seneca. Auch später noch wirkt sie öfters hysterisch und äußerst misstrauisch. Zunächst ist das anstrengend, denn natürlich könnte die Handlung ansonsten viel weniger dramatisch voranschreiten. Nach und nach wird aber immer mehr erklärt und ich konnte sie besser verstehen. Was ich gut an all dem fand: Seneca ist eine starke Figur, die selbstbestimmt leben möchte. Etwas, was man absolut nachvollziehen kann und dann auch schnell eine Verbundenheit schafft.
Zu ihrem Auftreten passt, dass sie ausspricht, was ihr auf dem Herzen liegt, bzw. was ihr wichtig ist. Das rettet so manche Situation und bringt zudem Tiefe.

Tyran – Gefährte, Alphawolf, hart, aber fair & kämpft gegen Missstände

Tyran ist natürlich im ersten Moment geheimnisvoll und scheint brutal. Umso besser Seneca ihn kennenlernt, desto mehr beweist er aber, das viel mehr in ihm steckt und das er eigentlich ganz anders ist, als das, was man außerhalb seiner Welt über ihn erzählt. Perfekte Figur also, um sich mit Seneca über Vorurteile zu fetzen, ihr gegenüber zu treten, wenn sie ungezähmt ist und GANZ WICHTIG, um sie zu erden. Denn in all dem ist Tyran unheimlich kontrolliert und kann Seneca damit die Stütze sein, die sie braucht, um ihren inneren Kampf zu bestreiten und mit den Geschehnissen in ihrem Hier und Jetzt klarzukommen.



Wie die beiden zu Gefährten werden – und zusammen wachsen

Tyran ist also Senecas Anker. Das passte für mich auch sehr gut in die Story, da bei Seneca doch vieles in der Schwebe ist und sie vieles zu verarbeiten hat. Woran ich mich erst gewöhnen musste, war aber die Geschwindigkeit, mit der sie und Tyran zum absoluten Dream Team werden. Durch das Gefährtendasein ist es nicht Liebe auf den ersten Blick, aber Nähe auf den ersten Blick. Und dadurch vielleicht alles etwas sehr fix. Denn ab jetzt geschieht alles im Schnelldurchlauf. Ihre Konflikte müssen sie innerhalb weniger Minuten klären, sein „Ankerdasein“ funktioniert fast genauso schnell, weshalb sich Seneca auch unheimlich schnell entwickelt, und den Rest der Zeit verbringen sie zusammen im Bett. Ach und dazwischen verlieben sie sich natürlich noch ineinander.
Ja, ich habe die Gefühle gespürt und ich fand auch, dass sie die Konflikte gut miteinander gelöst bekommen haben, aber es war alles einen Tick zu schnell.

Dark Romance – eher soft, dafür sexy

Den Spice im Buch fand ich manchmal etwas fehl am Platz, weil er der Geschichte so viel andere Handlung nahm. Klar, die beiden dürfen gern scharf aufeinander sein und ich habe auch nichts gegen Spice, aber dazu kam dann einfach noch, dass die Szenen nicht wirklich gut geschrieben waren. Sie wirkten irgendwie inhaltslos. Es wurde alles nur so ungefähr beschrieben und ich konnte auch nicht wirklich Gefühle währenddessen wahrnehmen. Zudem wurde einiges einfach nur übersprungen und dann in Kurzversion geschildert. einerseits genau das, was ich eigentlich will, andererseits blieb aber auch das natürlich inhaltslos.
Den Dark Romance Anteil dieser Story konnte ich jetzt nicht so krass ausmachen. Zwar gibt es viel Gewalt – es sind immerhin Wölfe – , aber ansonsten fand ich es nur spicy, nicht dark. Aber das ist wahrscheinlich sehr subjektiv.

Hntergründe & Rudelleben

Mein größter und eigentlich einzig richtiger Kritikpunkt an dieser Geschichte ist, dass mir noch ein wenig Komplexität in diesem ganzen Rudelthema gefehlt hat. Es gibt zwar einen Verräter, einen Antagonist und eine ziemlich krasse Hintergrundgeschichte von Misshandlungen, aber irgendwie wird sie nur in Senecas Emotionen deutlich. Nicht, dass ich das nicht gut gemacht fand. Ich fand sogar, dass ihr Trauma und ihre Ängste sehr gut herausgearbeitet und spürbar gemacht wurden. Nein, vielmehr ist es so, dass ich von einem Romantasybuch noch mehr Komplexität erwartet hätte. Keine eine finale Schlacht und dann war es das. Auch hier lag in der Kürze die Würze.
Ich glaube, wenn man einfach akzeptiert, dass das Buch genau nach diesem Motto verfährt, dann wird man mit dieser Story sehr sehr glücklich. Wenn man länger braucht, um sich einzufühlen und mit den Protagonist:innen warm zu werden, dann stellt euch darauf ein, dass ihr ein paar Abstriche machen müsst:)

Mein absoluter Pluspunkt: hier geht’s darum, jeder Figur eine Stimme zu geben, feministisch zu sein und sich nicht von Vorurteilen leiten zu lassen. Das fand ich eine starke Background-Story!

Fazit:
Eine Geschichte, die die animalischen Wölfe und ihr Rudelleben in den Vordergrund stellt. Besonders gelungen: die Hintergründe und Missstände, die auch dort herrschen können. Es ist schon fast feministisch geschrieben. Die Hauptprotagonistin ist stark und gleichzeitig verletzt. Es gibt Tiefe und Emotionen, jede Menge Spice und einen Love Interest, der Herzen schmelzen lässt. An die Fantasyelemente muss man sich vielleicht ein wenig gewöhnen, da der Schreibstil sie in besonderer Weise aufnimmt, aber mir hats gefallen und ich kann das Buch allen empfehlen, die sich nicht daran stören, dass hier alles etwas schneller passiert.

4 von 5 Sterne von mir.

3 Gründe, weshalb du dieses Buch lesen solltest

Weil die Wolfsdarstellung erfrischend anders ist
Weil die Geschichte starke, feministische Themen transportiert
Weil Romantasy, Rudelpolitik und Spice miteinander verschmelzen

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  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.10.2025

Romance mit Actionelementen

Close Protection – Mein Herz in seiner Hand
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Hallo ihr Lieben

Hallo ihr Lieben<3
kennt ihr die Serie „Bodyguard“? I mean, so ein heißer Kerl, der einen überallhin begleitet, immer zuhören muss, auch wenn er eigentlich nicht will und dann auch noch zufällig single und interessiert ist? Ich glaube, da können wir alle schlecht nein sagen. Kein Wunder also, dass ich es zu diesem Buch mit dem schönen Cover auch nicht konnte.

Der Schreibstil:
Ich kam super gut in das Buch rein, weil der Schreibstil super locker und einfach gehalten ist. Emotionen werden direkt übertragen, Situationen sind schnell greifbar und die Protagonist:innen schnell durchschaut. Das sorgte einerseits dafür, dass ich mich schnell fallen lassen konnte, andererseits bewegte es sich auch in sehr bekannten Zonen.
Gut fand ich zudem, dass aus zwei Perspektiven geschrieben wurde und der männliche Stil sich sogar von dem der weiblichen Protagonistin unterschied. Die direkte Ansprache machte es irgendwie noch nahbarer.

Zur Geschichte allgemein:
Die Story startet direkt mit dem Aufeinandertreffen der beiden Hauptfiguren. Und auch die Spannung ist gleich da. Es ist quasi Liebe auf den ersten Blick. Dazu ein bisschen Rätselraten und den Ausblick auf Thrillelemente und schon war ich komplett dabei.

Daphne ist siebzehn (was mich zwischendurch vielleicht etwas gestört hat, weil sie viel erwachsener wirkte, bzw. erwachsenere Entscheidungen machen muss) und lebt in ihrer pinken Welt voller Geld. Trotzdem ist sie sehr sympathisch. Sie ist mitfühlend und sanft und kein bisschen überheblich – das zog sich durch die Handlung und gefiel mir sehr an ihr.
Milosh ist etwas älter und eigentlich ein gestandener Mann. Er war in bereits beim Militär und hat nun einen festen Job beim MI6. Ein Bodyguard, wie er im Buche steht. An ihm mochte ich, wie aufmerksam er ist (nicht nur hinsichtlich seines Jobs) und wie sehr er sich für Daphne und die Menschen um sie herum einsetzt. Allerdings muss man bei ihm auch sagen, dass er sehr einfach gestrickt ist innerhalb seines Charakters. Er erfüllt das volle Bodyguard-Klischee. Seine Vergangenheit hätte das vielleicht noch etwas komplexer machen können, allerdings blieb die nur sehr kurz angeschnitten und hatte nicht wirklich Auswirkungen auf seinen Charakter.

Auch Daphne entwickelt sich nicht wesentlich während der Geschichte. Zwar lernt sie einiges von Milosh und ihre Welt wird ziemlich umgekrempelt, aber sie bleibt das Mädchen, das gerne rosa trägt und in ihrer ziemlich privilegierten Welt am besten klarkommt. Da hätte ich mir zum Ende hin doch irgendwie gewünscht, dass sie sich nochmal anders beweise hätte müssen.

Am Lesefluss dagegen kann ich gar nichts bemängeln. Ich war von Anfang an gebannt. Da ist die Spannung zwischen Milosh und Daphne (okay, er hätte vielleicht noch etwas willensstärker sein können) und dann kommt noch einige Action dazu. Plötzlich geht es um ein geheimes Gift, Überfälle und Entführungen und noch mehr. Ich fand es wirklich spannend gemacht und fand es gut, dass die Handlung quasi nie eine Pause einlegte. Viele Szenen- und Ortswechsel, Figuren, die nicht sind, wie sie erst scheinen und ein Albtraum, der die ganze Story einrahmt. Auch, wenn die Erzählstränge nicht hochkomplex waren, so konnte mich der Handlungsverlauf doch sehr unterhalten.

Ein wenig mäkeln muss ich an den unprofessionell wirkenden Kampfszenen und vor allem an der stark beschriebenen Gewalt hinsichtlich der Befragungen. Das schien mir etwas übertrieben und war auch nicht zuträglich für die Handlung. Es gibt eine Szene im Buch, in der Daphne Milosh fragt, ob er sie zu einer Psychopatin machen will. Das fand ich gar nicht mal so lustig, weil es teilweise echt so wirkte. Also ein wenig weniger Gewaltverherrlichung wäre auch okay gewesen.

Interessant fand ich, dass man hier noch das Trope Fake Dating unterbringen wollte. Ja, die beiden spielen kurz ein Pärchen, aber eigentlich beschleunigt es nur die Handlung und ist nicht unbedingt handlungstragend. Wer das Buch also deshalb lesen will, braucht sich nicht ganz so starke Hoffnungen zu machen. Da finde ich das Bodyguard-Thema (das, das Thema übrigens automatisch mit aufnimmt) viel aussagekräftiger für die Story.

Das Ende hat nochmal alles aufgefahren, was ging. Es gab eine überraschende Wendung, die Ereignisse spitzen sich an Gefährlichkeit zu und ein Epilog gab einen Ausblick in die Zukunft. Ich will nicht spoilern, aber mir war es irgendwie ein wenig zu rosarot.

Fazit:
Eine Geschichte, die definitiv viele Klischees bedient. Sie ist aber auch spannend, hat einen tollen Lesefluss und die beiden Hauptfiguren sind einfach süß zusammen. Ich finde, es ist ein gelungener, locker leichter Liebesroman mit Actionelementen, den man durchaus lesen kann. Wer allerdings komplexe Gefühle und starke Charakterentwicklungen sucht, der wird sie hier eher nicht finden.

4 von 5 Sterne von mir.

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Veröffentlicht am 25.10.2025

Cozy Rezeptsammlung

Cozy baking time
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Hallo ihr Lieben

Hallo ihr Lieben<3

was tue ich super gerne und passt noch dazu perfekt zum Lesen? Backen bzw. Gebackenes! Et voilà und schon haben wir hier das erste Backbuch, das ich rezensieren darf:). Geschrieben von Theresa Haubs, die ihr auf Bookstagram unter dem Namen @bookslove128 finden könnt. Sie kommt nicht nur super sympathisch rüber, sondern zeigt dort auch immer wieder, wie sie Rezepte aus dem Buch backt. Und das Beste? Wenn ihr Fragen zu Rezepten habt oder irgendwas gerettet werden muss, dann könnt ihr sie nach eigenen Angaben gerne anschreiben. Also habt ihr quasi eine direkte Backbegleitung:)

Zum Schreibstil:

So, wie bookstagram ist, so ist auch dieses Buch. Der Schreibstil ist wie der Umgangston in unserer geliebten Bubble: herzlich, cozy und ganz ohne irgendwelchen Druck. Ich habe mich somit sehr wohl mit dem umgangssprachlichen und ehrlichen Ausdrücken gefühlt und hatte beim Backen stets das Gefühl, ich backe mit einer Freundin. Ich könnte mir aber auch vorstellen, dass es einigen Leser:innen zu sehr Gen Z ist. Da würde ich hier einfach vorher checken, ob man zur Zielgruppe gehört.

Jetzt zum Inhalt:

Das Buch beginnt mit einem persönlichen Vorwort, das ich sehr ansprechend fand, weil es die Autorin sehr greifbar macht und den Druck aus dem „Projekt Backen“ rausnimmt. Dazu passen einfache Tipps und Tricks zu Back-Hacks, Rezept-Upgrades und vegane Alternativen sowie ein paar Worte zur „Pannenhilfe“. Alles einfach tolle Tips, um sich sicher mit den Rezepten zu fühlen und einfache Fragen schon vorweg zu klären. So fühlen sich hier ungeübte Bäcker:innen meiner Meinung nach ganz gut aufgehoben.

Danach folgen zwei „Kapitel“ mit Rezepten. Einmal sowas wie All-time-favorites und dann noch eins mit eher weihnachtlichen Rezepten. Das passt mega, finde ich, denn beim Backen unterscheide ich irgendwie genau zwischen diesen beiden Kategorien. Schließlich backt man im Winter nicht nur weihnachtliche Kuchen, sondern auch jede Menge Kekse!

Ich konnte in der letzten Zeit nicht alles backen, aber einige Rezepte habe ich ausprobiert und sie haben super funktioniert:) Besonders der Cherry Picker kam beim Geburtstagstee super gut an. Das Coole an den Rezepten ist einfach, dass genau die drin stehen, die jede/r kennen sollte. Sowas wie Scones, Bananenbrot, Vanillekipferl, Zimtschnecken oder ein einfacher Zitronen- oder Apfelkuchen. Für die meisten Sachen hat man meist sogar die Zutaten zuhause und so kann ich mir gut vorstellen, dass es für Personen, die nicht übermäßig viel backen (und deshalb Special-Rezepte machen wollen) ein tolles Basisbuch mit den Rezepten ist, in dem alles zu finden ist.

Die Beschreibung der Rezepte ist gut nachvollziehbar und durch den lockeren Ton hatte man die Autorin quasi im Ohr. Dadurch fühlt es sich nicht so trocken an und ich glaube, so einige werden mehr Spaß am Backen haben. Probierts doch mal aus:)

Noch cooler wäre das Buch im Hinblick auf die Bewerbung zur Nähe zu Romance-Büchern nur noch gewesen, wenn auch die passenden Bücher zu jedem Rezept empfohlen werden würden. Allerdings verstehe ich, dass es dann mit einem gewissen Aktualitätsanspruch zu kämpfen hat.

PS: Die Basic Bitch habe ich mit etwas Frischkäse, Kokosraspeln und Kuvertüre übrigens zu leckeren Cake-Pops verarbeitet.

Fazit:

Ein Backbuch geschrieben für die Bookstagramcommunity. Mit einem lockeren Umgangston und spürbaren cozy Vibes. Die Rezepte sind alle gut ausgewählt: einfach, im Alltag schnell umsetzbar und vor allem All-Time-Favorites, die man sonst immer erst zusammensuchen muss. Gerade Backanfänger:innen werden hier vielleicht ihre Liebe zum Backen entdecken:)

Von mir gibt es 4 von 5 Sterne.

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Veröffentlicht am 05.10.2025

An einem Tag durchgelesen

Say You'll Remember Me
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Hallo ihr Lieben

Hallo ihr Lieben<3

heute Morgen war plötzlich schon wieder Sonntag und ausnahmsweise hatte ich außer backen gar nichts auf dem Zettel. Perfekt also, um ein Eintagesbuch anzufangen. Die Kriterien: es musste leicht zu lesen und damit spannend sein, sollte eine gute Grundstimmung haben, damit es meinen Sonntag so richtig schön happy macht und natürlich durfte es nicht ganz so lang sein, sonst wären die Hundespaziergänge vielleicht nicht mehr drin gewesen. Die Qual der Wahl fiel auf „Say You’ll Remember Me“ von Abby Jiminez, die mich schon mehr als einmal mit ihren Büchern überzeugt hat.

Zur Info: Dies ist der vierte Band einer Reihe mit unabhängigen Geschichten. Es ist aber zu schön, die Easter Eggs zu entdecken:)

Schreibstil:

Ich liebe einfach den Schreibstil der Autorin! Nicht nur, dass er flüssig und locker ist und mich jedes Mal sofort mitreißt, er ist auch voller Easter Eggs zu ihren anderen Büchern und vor allem, voller Humor! Auch hier musste ich mehr als einmal laut auflachen – etwas, was gar nicht so oft bei Romance-Büchern passiert. Und bei Abby Jiminez ist es quasi Standardprogramm. Ehrlich: ich liebe es, wie authentisch sie ihre Figuren rüberbringt, eine einzigartig gute Stimmung transportiert und dann zusätzlich noch gar nicht soo einfache Themen einbindet. Die Liebe ist hier auf jeder Seite spürbar, ganz egal, wie klein die Flamme zwischen den Protas am Anfang noch brennt.

Zur Geschichte allgemein:

Ich mag es total, wenn eine Geschichte sich ihren Tropes entzieht – und so ist es auch hier. Xavier ist normalerweise ein typischer Grumpy. Jemand, den man erst knacken muss, um sein wahres Inneres freizulegen. Samantha dazu passend die Sunshine, die immer einen schlauen Witz auf den Lippen hat, besonders für den Senf, für dessen Hersteller sie arbeitet;) Die beiden werfen das Trope Grumpy x Sunshine aber ganz schnell um, denn Xavier braucht, sagen wir mal, 5 Sekunden (ich glaube, eigentlich sind es weniger), um sich in Sam zu vergucken. Und bei Sam ist es genauso. Grumpy hin oder her, zusammen sind sie einfach nur Xavier und Sam und nehmen sich genauso wie sie sind. Es wird also nicht auf dem Trope rumgehackt, sondern die beiden bekommen ihre eigene Geschichte, in der Xavier schnell auch für uns Leser:innen greifbar wird.

Das Besondere an dieser Story: die Realität macht ihnen einen Strich durch die Rechnung. Denn statt, dass alles perfekt ist und die Liebesgeschichte jetzt so richtig beginnen kann, zieht Sam weg. Und nicht aus irgendeinem nichtigen Grund, sondern weil ihre Mutter an Demenz erkrankt ist und sie bei ihr sein möchte. Heilungschance gleich null. Das bedeutet: Sam wird nicht zurückziehen.

Es beginnt eine Geschichte, die im Rahmen einer Fernbeziehung erzählt wird. Und erstaunlicherweise hat mich das gar nicht so abgeschreckt, wie sie es bei mir normalerweise tun würde. Denn eigentlich glaube ich nicht wirklich an Fernbeziehungen. Schon gar nicht über lange Zeiträume hinweg. Allerdings beweisen einige Stories ja immer mal wieder, dass es doch funktioniert und bei Xavier und Sam ist das Kind sowieso in den Brunnen gefallen.

Die einzigartige Verbindung, die die beiden zueinander haben, wird gleich beim ersten Treffen spürbar. So ist es auch nicht verwunderlich, dass diese Verbindung immer stärker wird und für uns Leser:innen den Grund zum Weiterlesen liefert. Es ist einfach nur schön, zu lesen, wie die beiden sich zusammen an den kleinen Dingen und vor allem den kurzen Momenten zusammen erfreuen. Wie sie die Stärken des anderen hervorheben, sich gegenseitig stützen und dabei unheimlich viel Spaß miteinander haben. Ich schwebte auf Wolke 7 und dabei war es mir ganz egal, dass einige Szenen etwas kitschig waren oder dass die beiden doch in recht kurzer Zeit ziemlich viel miteinander durchstehen müssen. Normalerweise hätte man vielleicht mehr bedenken gehabt, sich mehr zurückgehalten. Aber die Frage am Ende ist ja: macht man das, weil die Gefühle zu schwach sind oder weil der Mut fehlt? Diesen beiden fehlt der Mut auf jeden Fall nicht:)

Neben der Lovestory füllt Abby Jiminez die Story aber noch mit einigen anderen Themen. Eines davon ist das Thema Demenz. Es geht um Pflege und Koordination einer Familie in einem Ausnahmezustand, der sich nicht so bald ändern wird. Es geht um Hindernisse und Schwierigkeiten, um Ängste und Selbstaufgabe, um die Frage, woraus ein Leben bestehen sollte. Wie weit Liebe reicht und was sie mit sich bringt. Liebe ich einen Menschen plötzlich nicht mehr, weil er mich vergisst? Liebe ich ihn weniger, weil ich mich nach Nähe sehne? Ist er ein anderer Mensch, weil plötzlich alles vergessen scheint, was ihn ausmacht? Vor solchen Fragen steht Samantha zusammen mit ihrer Familie und es ist wirklich toll beschrieben, wie sie sich in diesem Felde entwickelt, ebenso wie die Mitglieder ihrer Familie. Und dann ist da natürlich noch Xavier, der sie unterstützt und zeigt, dass ein Leben mit ihm zusammen genau das wäre, was sie sich wünschen würde.

Xavier hat aber auch seine Gründe, weshalb er nicht einfach umzieht. Natürlich. Bei ihm ist es ganz offen gesagt das Geld. Ich fand es hier tatsächlich ganz gut gemacht, dass die Kosten, die so eine Fernbeziehung mit sich bringt, immer offengelegt wurden. So wirkte es nicht ganz so nach tagträumen, dass die beiden sich nicht aufgeben, sondern nach der Realität, die eben ihre Schwierigkeiten mit sich bringt. Xavier hat gerade eine Praxis eröffnet und kann die nicht einfach so aufgeben und dann ist da noch seine Vergangenheit, die ihn ungewollt ziemlich beeinflusst. Letzteres hätte für meinen Geschmack noch etwas mehr aufgearbeitet werden können, weil Xavier tatsächlich über große Teile des Buches nur wie eine Art Stütze für Samantha wirkt, denn hauptsächlich geht es um ihr Leben bzw. ihre familiäre Situation. Aber ich fand es gut, dass er tiefgreifende Gründe bekommen hat und das es bis zum Ende nicht ganz klar war, wie die beiden ihre Situation lösen würden.

Schön fand ich natürlich, dass man einiges aus den anderen Büchern wiedererkannte. Hier waren es tatsächlich hauptsächlich die Tiere, die Xavier an jeder Ecke zuzufliegen scheinen, aber auch Samanthas Mutter kannte man schon aus einem der Bücher. So fühlt man sich in dem Kosmos gleich wie Zuhause, ohne, dass die Stories so ganz eng miteinander verbunden sein müssen. Ich bin also gespannt, über wen wir als nächstes lesen werden. Denn einfach die Freunde oder Geschwister von Protagonist:innen sind es meist nicht. Obwohl ich Tristan schon ziemlich cool als Hauptprotagonisten finden würde:)

Fazit:
Mich hat dieses Buch wunderbar unterhalten. Ich konnte schwärmen und lachen und war trotzdem berührt von den tiefgründigeren Themen der Geschichte. Das Thema Fernbeziehung wird hier sehr gut ausgeführt, während das Trope Grumpy x Sunshine, sich schnell auflöst. Stattdessen gibt es andere Klischees und auch viel Drama, aber irgendwie liebe ich das auch an Abby Jiminez‘ Büchern: eine Welt, die einen komplett mitreißt und jede Seite zu etwas Aufregendem macht. Der Schreibstil war wieder genial. Ich liebe es, beim Lesen zu lachen und wer sich einmal mit dem Thema Demenz beschäftigt hat, wird hier auch schön und authentisch weiter daran geführt. Einzig Xavier hätte in meinen Augen noch etwas mehr Aufmerksamkeit bekommen können. Aber letztlich spürt man hier vor allem eins: Liebe.

4 von 5 Sterne von mir.

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Veröffentlicht am 02.06.2025

Emory, you have my heart!

Purple Clouds - Honeymoon
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Zum Schreibstil:
Den Schreibstil der Autorin empfand ich als super angenehm. Ich kam schnell in die Geschichte rein und konnte auch die feinen Nuancen in den Gefühlen der Protagonist:innen super wahrnehmen. ...

Zum Schreibstil:
Den Schreibstil der Autorin empfand ich als super angenehm. Ich kam schnell in die Geschichte rein und konnte auch die feinen Nuancen in den Gefühlen der Protagonist:innen super wahrnehmen. Das war vor allem dahingehend sehr wichtig, als dass die Autorin hier nicht nur die Einstellungen der Figuren, sondern auch allgemeinere Themen und Einstellungen zum Thema Feminismus zu Gegenstand der Story macht. Mir persönlich hat das gefallen, ich könnte mir aber auch vorstellen, dass es andere etwas in ihrem Lesefluss stören könnte, da es sich schon manchmal etwas belehrend anfühlte. Mich hat es aber nicht sonderlich gestört, sondern ich fand es im Gegenteil ganz cool, weil es immer nur in wenigen Sätzen untergebracht wurde.

Zur Geschichte allgemein:
Die Story beginnt gleich mit einem Rückblick – vier Jahre zuvor. Meistens finde ich das ziemlich nervig, weil ich es lieber mag, wenn die Handlung im Hier und Jetzt spielt. Nach den ersten paar Seiten hatten mich die Analepsen aber, denn es geht nur um eine einzige Nacht, die über das gesamte Buch hinweg immer mal wieder weitererzählt wird. Und diese Nacht ist super super schön. Quasi die schönste, kürzeste Liebesgeschichte, die man sich vorstellen kann. I mean, welcher Mann zieht sich schon freiwillig die High Heels der Frau an? Ich hab’s einfach geliebt von dieser Nacht zu lesen und das war eine ganz gute Grundvoraussetzung für den weiteren Verlauf der Geschichte, denn letztlich baut alles auf dieser einen Nacht auf.

Emory war für mich anfangs etwas schwer zu greifen, weil er irgendwie so gegensätzlich in sich ist. Das liegt daran, dass er uns irgendwie anfangs verklickern wollte, dass er Haus, Hof und Hund haben wollte und das quasi sein einziges Lebensziel ist. Dafür braucht man dann eine gewisse Anerkennung von seinen Nachbarn und Abreitskolleg:innen und auch einen entsprechenden Job, der genügend Geld einspielt. Trotzdem ist er alles andere als der typische Klischeenachbar. Emory trägt bunten Nagellack, spielt gerne Streiche und lebt in einer WG mit fünf anderen, weil er keinen Bock auf Ruhe und Alleinsein hat. Gleichzeitig ist er aber auch sehr unsicher. Dass seine beste Freundin damals nicht mehr von ihm wollte, dass seine Ex-Freundin nicht zu ihm gestanden hat, dass seine Arbeitskolleg:innen ihn heiß finden könnten – all das huscht durch seinen Kopf und macht ihn unterbewusst quasi verrückt, ohne, dass er es richtig merkt und auch ohne, dass wir es richtig merken. Die Autorin hat es wirklich geschafft, diese Traumata und Unsicherheiten in die Facetten und Details seines Charakters zu legen, sodass sie erst nach und nach aufgedeckt und uns zugänglich gemacht wurden. So war es natürlich spannend, Emory immer besser kennenzulernen, es war gleichzeitig aber auch nicht so klassisch erwartbar spannend, sondern eher so, wie wenn man jemanden immer besser kennenlernt, ohne zu wissen, was da noch alles kommt. Also auf eine sehr natürliche Art und Weise.
Dazu kommen dann noch seine Charaktereigenschaften, die offensichtlicher sind: Emory ist mega empathisch, fürsorglich, umsichtig und auch auf seine Art sehr mutig. So habe ich an ihm geliebt, dass er sich seiner Gefühle für Deb eigentlich immer sehr sicher ist und ihr den Freiraum gibt, sich selbst zu entwickeln.

Ganz generell ist das Zusammenspiel von Emory und Deb in diesem Buch das Herzstück der Geschichte und mein persönliches Highlight. Aber dazu später mehr, erstmal geht’s um Deb:

Deb ist eigentlich ebenso konzentriert auf ihre Vorstellung von ihrem Leben und ihrer Zukunft wie Emory: Sie möchte beim Purple Clouds Magazine arbeiten. Und das eigentlich um jeden Preis, denn viel mehr als diesen Traum hat sie nicht. Ihre Eltern sind alles andere als fürsorglich und verlangen regelmäßig von ihr, die Streitschlichterin zwischen ihnen zu spielen. Ihre Bedürfe muss sie dabei oft zurückstellen. Es geht immer um andere. Zusammen mit Emory ändert sich das. Nach und nach lernt sie, sich an erste Stelle zu setzen, Entscheidungen FÜR sich zu treffen und vielleicht auch einfach frei darin zu sein, etwas zu tun, was nicht dem ursprünglichen Plan entspricht. Bei ihr konnte man diese Entwicklung super schön nachverfolgen. Und das, obwohl sie anfangs etwas steif auf mich wirkte und ich Angst hatte, dass sie mich langweilen würde. Aber das Gegenteil ist der Fall gewesen. Und auch hier komme ich wieder zurück auf das Zusammenspiel der beiden.

Die Story hat für mich all ihr Leben und die Spannung dadurch bekommen, dass Emory und Deb zusammengefunden haben. Alleine für sich sind beide eher etwas langweilig, weil sie nicht so richtig aus ihren Schneckenhäuschen kommen. ABER wir haben hier das Glück, dass die beiden eben zusammen auftreten und gegenseitig das Beste aus dem jeweils anderen herauskitzeln. Sie werden beide offener, lernen, den Fokus auf die Freude am Leben kennen, werden spontan und emotional und Deb lernt dazu noch, sich selbst mehr Raum zu geben. Alles so Dinge, die nicht ganz einfach zu erzählen sind, weil sie nicht mit einer Situation oder einem Gedanken erklärt sind, sondern auf Prozessen beruhen, die sich über längere Zeit hinweg ziehen. Das war wirklich sehr gut erzählerisch umgesetzt.
Ich mochte außerdem an den beiden als Paar, dass sie dem Vorsatz des Miteinander-Redens sehr gut umgesetzt haben und sehr offen miteinander waren. So sind Unsicherheiten oder anderes gar nicht aufgekommen, sondern die beiden wirkten wirklich wie ein verheiratetes Paar, dass einiges, was andere Paare ins Wanken bringen würde, schon überwunden hat.

Unterstützt wurden die beiden vom Handlungsverlauf und dem erzählerischen Konstrukt drumherum. Thema ganz klar Feminismus. Und nicht nur Deb und ihre Freund:innen sind Feministinnen, sondern auch Emory, der Rollenklischees in Frage stellt, sich in Deb und Frauen allgemein hineinversetzt und beweist, wie okay es ist, sich eben nicht in das Rollenbild pressen zu lassen. Mir gefiel, wie die Ehe hier im Fokus der Geschichte stand. Als Anfang einer Liebesgeschichte, als Verbindung zweier Personen, die sich echt gut verstehen und als Konstrukt, dass augenscheinlich erstmal nicht sehr feministisch ist. Und trotzdem passt es am Ende irgendwie alles zusammen und ich fand es auch überhaupt nicht cringe, dass die beiden gleich von Anfang an verheiratet sind. Stattdessen fühlte es sich ganz natürlich an, weil die Verbindung zwischen ihnen so stark war und vermeintliche Konventionen gar nichts zählten.

Ein bisschen Drama gab es natürlich auch. Anderes wäre womöglich langweilig geworden. Aber alles wurde zum Glück nicht zu sehr in die Länge gezogen und ich fand auch cool, dass selbst die Nebenprotagonist:innen ihre Tiefe bekommen haben. Am Ende mochte ich selbst die Antagonistin und bin schon gespannt auf die Geschichten von Xander, Riley, Dylan, Kayla, Rahim usw.

Ein wenig kritisieren möchte ich aber dennoch, denn obwohl es sich flüssig lesen ließ und ich alles ganz gerne mochte, fehlte mir noch der gewisse Funke, der mich durch die Seiten hätte fliegen lassen. Ich habe das Buch eher lässig durchgelesen und war nicht so in der Geschichte gefangen, wie ich es gerne gehabt hätte. Das lag glaube ich daran, dass es letztlich großteilig um die Entwicklung der beiden Protagonist:innen ging und nicht um das Zueinanderfinden oder andere Herausforderungen, die man normalerweise in Liebesgeschichten vorfindet. Einerseits natürlich mal was anderes, andererseits hat es die Story aber auch einfach nie auf ein Level gehoben, auf dem ich als Leserin so richtig mitgefühlt hätte. Das fehlte mir etwas.

Fazit:
„Purple Clouds – Band 1“ überzeugt mit einer frischen Perspektive auf klassische Liebesgeschichten, indem gesellschaftliche Erwartungen hinterfragt und feministische Themen feinfühlig eingearbeitet werden. Deb und Emory wachsen nicht nur individuell, sondern auch als Paar und schaffen es, sich gegenseitig zu stärken und herauszufordern – ganz ohne unnötiges Drama, dafür mit viel Herz und Tiefe. Auch wenn der ganz große emotionale Funke für mich gefehlt hat, habe ich die Geschichte gerne gelesen und mochte besonders die ungewöhnliche Ausgangssituation und die Charakterentwicklung. Ein gelungener Auftakt der Reihe, der Lust auf mehr macht.

Von mir gibt es 4 von 5 Sterne.

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