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Veröffentlicht am 22.01.2018

Erzähl es den anderen

Im Kopf des Mörders - Kalte Angst
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Ich bin ein großer Fan von Arno Strobel und habe alle seine Krimis und Thriller gelesen. „Kalte Angst“ stand deshalb schon lange auf meiner Wunschliste. Die Leseprobe ließ erneut auf einen packenden Thriller ...


Ich bin ein großer Fan von Arno Strobel und habe alle seine Krimis und Thriller gelesen. „Kalte Angst“ stand deshalb schon lange auf meiner Wunschliste. Die Leseprobe ließ erneut auf einen packenden Thriller hoffen und ich wurde nicht enttäuscht. Worum geht es?
Ein Mörder mit einem Fliegenkopf dringt nachts in Häuser ein und tötet Menschen. Er tötet immer alle, bis auf einen. Dem Überlebenden gibt er eine Botschaft mit: »Und erzähle es den anderen.« Dabei klingt seine Stimme seltsam verzerrt.
Nach „Tiefe Narbe“ ist „Kalte Angst“ der zweite Band der „Im Kopf des Mörders“-Trilogie um den jungen Düsseldorfer Ermittler Max Bischoff und seinen erfahrenen Partner Horst Böhmer.
Die Bücher sind in sich abgeschlossen und können unabhängig voneinander gelesen werden. Ich könnte mir allerdings vorstellen, dass Neueinsteiger, die den Vorgänger nicht gelesen haben, wegen der vielen Bezüge Verständnisprobleme haben. Zitat: »Dieser tote Junge… er hatte plötzlich Jennys Gesicht.«
Arno Strobel erzählt die Geschichte aus wechselnden Perspektiven. Zwischendurch sind auch immer wieder Abschnitte in Kursivschrift eingestreut. Sie verleiten zu unterschiedlichen Spekulationen und Deutungen. Auch der Titel erschließt sich einem erst ganz zum Schluss.
Über das Wiedersehen mit Max und Horst habe ich mich sehr gefreut. Wobei Max diesmal recht aggressiv daherkommt. Von wegen „kopfgesteuert“. Aber ok, seit „der Sache mit Jenny“ ist er traumatisiert. Auch Max‘ Schwester Kirsten, die im Rollstuhl sitzt, ist wieder dabei. Sie wird von einem Stalker bedroht.
Die Auflösung ist zwar schlüssig, aber nicht ganz neu. Das habe ich in „Heimweh“ von Max Raabe schon so ähnlich gelesen. Gestört hat mich, dass viele Frauen Maria heißen: Maria Darius, Maria Reuter, Maria Krämer und auch eine Barbekanntschaft.
Last but not least: Wie geht es mit Max und Kirsten weiter? Jedenfalls endet das Buch mit einem fiesen Cliffhanger, der neugierig macht, wie der Autor diese Reihe fortsetzen wird.

Fazit: Spannende Fortsetzung, die jedoch nicht an den ersten Band heranreicht.


Veröffentlicht am 17.01.2018

Ein seltsames Paar

Die Frau des Kommissars
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Wer kennt den Film mit Jack Lemmon und Walter Matthau nicht? Die Handlung funktioniert ausschließlich aufgrund des Zusammenpralls der beiden unterschiedlichen Charaktere. Auch Marlies, die Frau des Kommissars, ...


Wer kennt den Film mit Jack Lemmon und Walter Matthau nicht? Die Handlung funktioniert ausschließlich aufgrund des Zusammenpralls der beiden unterschiedlichen Charaktere. Auch Marlies, die Frau des Kommissars, und ihr Mann Joe sind sehr unterschiedlich. Marlies ist sehr neugierig, Joe eher zurückhaltend. Das kann nicht gut gehen - und funktioniert auf seltsame Weise eben doch. Denn die beiden finden sich immer wieder - auf äußerst humorvolle Art. Doch worum geht es?

Marlies und Joe sind im Skiurlaub. Im Hotel fällt ihnen eine Deutsche auf. Am nächsten Tag ist Anke tot, im Nebel abseits der Piste abgestürzt, ihr Begleiter verschwunden. Hat Kurt seine Geliebte auf dem Gewissen? Kurt ist ein Ekelpaket, ein Kotzbrocken, hat jede Menge Dreck am Stecken. Nicht nur Frauengeschichten. Aber, ist er deshalb auch ein Mörder? Marlies ermittelt - und entdeckt nicht nur verräterische Spuren im Schnee.

Viel Lokalkolorit und Frauenpower, witzige Dialoge und Dialekt, zahlreiche Verdächtige und falsche Fährten, das sind die Zutaten für diesen österreichischen Krimi. Mart Schreiber erzählt die Geschichte spannend und sehr amüsant. Am Ende wird alles schlüssig aufgelöst. Zudem gibt es auch einen Soundtrack zum Roman.

Fazit: Alles in allem hat mir „Die Frau des Kommissars“ wirklich gut gefallen und so empfehle ich das Buch hiermit gerne weiter.

Veröffentlicht am 03.01.2018

Mord an Bord?

Woman in Cabin 10
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Da ich vom Kreuzfahrtvirus infiziert bin, musste ich dieses Buch unbedingt haben. Zudem hatte ich „Im dunklen, dunklen Wald“ von Ruth Ware begeistert verschlungen. Und so war ich schon gespannt auf „Woman ...


Da ich vom Kreuzfahrtvirus infiziert bin, musste ich dieses Buch unbedingt haben. Zudem hatte ich „Im dunklen, dunklen Wald“ von Ruth Ware begeistert verschlungen. Und so war ich schon gespannt auf „Woman in Cabin 10“. Die Inhaltsangabe ließ erneut auf einen spannenden Thriller hoffen und ich wurde nicht enttäuscht. Worum geht es?
Laura Blacklock, genannt Lo, ist Journalistin bei einem Reisemagazin. Da ihre Chefin schwanger ist, bekommt sie die Chance, an einer Jungfernfahrt zu den norwegischen Fjorden teilzunehmen. Die Aurora Borealis, ist ein kleines, exklusives Luxuskreuzfahrtschiff mit nur zehn Kabinen.
Lo leidet unter Panikattacken. In der ersten Nacht auf See erwacht sie und hört, wie etwas Schweres über Bord geworfen wird. Ein menschlicher Körper? Am Nachbarbalkon entdeckt sie Blutspuren. Lo alarmiert den Sicherheitsoffizier, aber niemand glaubt ihr. Denn niemand wird vermisst.
Die Nachbarkabine ist leer. Es finden sich keinerlei Spuren eines Verbrechens. Hat sich Lo die junge Frau aus Kabine 10, mit der sie gestern noch gesprochen hat, nur eingebildet? Was ist wahr und was ist nur das Ergebnis ihrer Fantasie? Was aber, wenn ihr Wahn Wirklichkeit ist. Immer tiefer gerät Lo in einen Strudel von gefährlichen Ereignissen...
„Woman in Cabin 10“ ist ein atmosphärischer Thriller voller unerwarteter Wendungen und einem klaustrophobischen Setting. Ähnlich wie bei Agatha Christies „Mord im Orientexpress“ gibt es nur eine kleine, begrenzte Anzahl Figuren, denen eine Flucht auf hoher See unmöglich ist. Ist eine von ihnen ein Mörder? Wem kann Lo noch trauen?
Die Figurenzeichnung ist glaubhaft und durchdacht. Nur mit Lo bin ich nicht wirklich warm geworden. Mit ihr konnte ich mich nicht identifizieren, ihr Handeln oft nicht nachvollziehen. Die Auflösung ist überraschend, aber absolut stimmig.

Fazit: Eine mörderische Kreuzfahrt! Spannend, auch wenn mir die Protagonistin nicht wirklich sympathisch war.

Veröffentlicht am 23.12.2017

Sesam, öffne dich!

Verborgen
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Um es gleich vorwegzunehmen, ich bin ein großer Fan von Dieter Aurass und habe alle seine Krimis und Thriller gelesen. Und so war ich schon gespannt auf „Verborgen“. Die Inhaltsangabe ließ auf einen packenden ...

Um es gleich vorwegzunehmen, ich bin ein großer Fan von Dieter Aurass und habe alle seine Krimis und Thriller gelesen. Und so war ich schon gespannt auf „Verborgen“. Die Inhaltsangabe ließ auf einen packenden Thriller hoffen und ich wurde nicht enttäuscht. Worum geht es?
Kalle, Katrin und Benjamin brechen unabhängig voneinander nachts in eine Villa ein. Jeder hat seine Gründe. Schnell ist klar, nur wenn sie sich zusammenraufen, haben sie eine Chance, den Zauberspruch zu finden, mit dessen Hilfe ein verborgener Raum geöffnet werden kann.
„Verborgen“ ist ein echter Slow Burner, vom Krimi zum packenden Thriller. „Verborgen“ kommt langsam, aber gewaltig. Man muss es lesen, um es zu begreifen.
Wie Dieter Aurass zeigt, ist es möglich, auch völlig unblutige und dennoch spannende Thriller zu schreiben. Mehr der individuelle Hintergrund der Protagonisten ist wichtig. Kalle hat mir am besten gefallen, weil er wandlungsfähig und schlau ist. Benjamin ist der typische „Besserwessi“ und Katrin ist nett, aber ein bisschen naiv. Am Ende bekommt sogar der bisher ungestraft gebliebene Finsterling sein Fett weg. Auch der Humor kommt nicht zu kurz, z.B. wenn Kalles innere Stimme zu ihm spricht.

Fazit: Ein unblutiger Thriller ohne Leichen, hochspannend und mit überraschenden Wendungen.

Veröffentlicht am 26.11.2017

Jenseits von Afrika

Spinnenbiss
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Hans W. Cramer geht gleich in medias res: Ein 10-jähriges Mädchen stirbt nach einem Zoobesuch im Sommer 2009. Die genaue Todesursache bleibt ungeklärt.
Hier und jetzt: Eine Serie von Spinnen hält Deutschland ...


Hans W. Cramer geht gleich in medias res: Ein 10-jähriges Mädchen stirbt nach einem Zoobesuch im Sommer 2009. Die genaue Todesursache bleibt ungeklärt.
Hier und jetzt: Eine Serie von Spinnen hält Deutschland in Atem. Denn nicht alle sind aus Plastik, einige sind echt - und tödlich. Die Spur führt nach Dortmund.
Das bereits aus „Wer Sünde sät“ bekannte Personal ermittelt: Notärztin Sabine, Philosophiedozent Friendrich, genannt Philo, und Computer-Nerd Hans aka Raster.
Gleich mehrere Handlungsstränge gilt es zu verfolgen. Wechselnde Perspektiven, auch aus Sicht des Täters, des Dompteurs, sorgen für Dynamik. Wo liegt das Motiv?
Gekonnt spielt Hans W. Cramer mit unseren Urängsten. Exotische Schauplätze, illegale Tierverkäufe, Großwildjagd, Menschenhandel - und Mord, das sind die Zutaten für „Spinnenbiss“.
Dass der Autor im Finale nochmal richtig Gas gibt, steigert das Lesevergnügen. Denn eine Überraschung gegen Ende des Thrillers hält Hans W. Cramer noch bereit. Für einen Thriller hat mir jedoch ein bisschen der Thrill gefehlt.
Der Leser merkt sofort, dass dem Autor die Psychologie und der individuelle Hintergrund seiner Figuren wichtig sind. Sabine, Philo und Raster, eine sympathische Truppe, der ich gerne wieder über die Schultern schauen möchte.

Fazit: Exotisch, skurril und kurzweilig.